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Gott kennenlernenDer Wachtturm 1975 | 15. Mai
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Fleisch“ gegeben worden (Joh. 17:2, Schlachter). Jemand, der Jesus Christus also wirklich als den „kennt“, der diese Vollmacht oder Autorität besitzt, zeigt dies, indem er seinen Geboten gehorcht (Joh. 14:15; 15:10). Der Apostel Johannes wies seine Glaubensbrüder auf folgende Tatsache hin: „Dadurch wissen wir, daß wir ihn kennengelernt haben, nämlich wenn wir fortfahren, seine Gebote zu halten. Wer sagt: ,Ich habe ihn kennengelernt‘ und dennoch seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in diesem“ (1. Joh. 2:3, 4). Jesu Gebote stammten in Wirklichkeit von seinem Vater. Den Sohn als eine Autorität zu kennen oder anzuerkennen, der wir gehorchen sollten, bedeutet daher auch, den Vater als eine Autorität zu kennen oder anzuerkennen, der wir uns völlig unterordnen sollten (Joh. 7:16-18; 14:10).
VON GOTT UND CHRISTUS ‘ERKANNT WERDEN’
17. Wieso können wir bei Abraham sehen, was es bedeutet, von Gott „erkannt“ oder anerkannt zu werden?
17 Wer Gott als Person erkannt hat und seine Autorität anerkennt, wird auch von ihm „erkannt“ oder anerkannt. So war es bei dem gottesfürchtigen Abraham. Jehova Gott sprach davon, daß er Abraham „kenne“. Damit wollte er nicht lediglich sagen, er wisse, daß Abraham existiere, sondern er meinte damit, daß er mit ihm gut bekannt und vertraut sei. Der Allmächtige hatte den Gehorsam Abrahams und dessen Interesse an der wahren Anbetung jahrelang beobachtet und hatte ihn auf diese Weise als einen sehr gläubigen Mann kennengelernt, als einen Mann, der seine Nachkommen richtig belehrte (1. Mose 18:19; 22:12). Darüber hinaus „erkannte“ oder anerkannte Gott Abraham als einen ihm wohlgefälligen Diener, als seinen Freund (Jak. 2:23).
18, 19. Was zeigt, daß es nicht genügt, lediglich die in der Bibel aufgezeichneten Tatsachen zu kennen und Jesus Christus als den für die Sünden der Menschheit gestorbenen Erlöser anzuerkennen, um von Gott und Christus als ein ihnen wohlgefälliger Diener anerkannt zu werden?
18 Um von Gott so anerkannt zu werden, wie Abraham von ihm anerkannt wurde, genügt es nicht, lediglich die in der Bibel niedergelegten Tatsachen zu kennen. Es gibt Personen, die biblische Fragen beantworten können, und manche können die Bibel sogar in den Sprachen lesen, in denen sie ursprünglich geschrieben wurde. Sie mögen auch Jesus Christus als den Herrn anerkennen, der für sie gestorben ist. Wenn sie sich aber nicht als gehorsame Diener erweisen, werden sie weder von Jehova Gott noch von Jesus Christus als Personen anerkannt, ‘die ihnen gehören’ (2. Tim. 2:19; Tit. 1:16). Jesus Christus sagte warnend: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ,Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weichet von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matth. 7:21-23).
19 Jesus Christus muß mit den Personen, die er verwirft, offensichtlich bekannt sein, sonst könnte er sie nicht als „Täter der Gesetzlosigkeit“ bezeichnen. Er kennt oder anerkennt sie jedoch nicht als Personen, die in einem besonderen Verhältnis zu ihm stehen; er erkennt sie nicht als seine bevollmächtigten Vertreter an. Es ist für uns daher von größter Wichtigkeit, daß wir ein Leben führen, das mit der Persönlichkeit, den Wegen und der Handlungsweise Gottes übereinstimmt, um von ihm und seinem Sohn anerkannt zu werden (Gal. 4:9). Nur dann können wir hoffen, der Vernichtung derer zu entrinnen, die die Gebote Jehovas Gottes und Christi Jesu außer acht lassen und deren Autorität nicht „kennen“ oder anerkennen wollen (2. Thess. 1:6-9).
20. Worin zeigt es sich, daß jemand, der von Gott anerkannt wird, in einem persönlichen Verhältnis zu ihm steht?
20 Wer von Gott „erkannt“ oder anerkannt wird, steht in einem persönlichen Verhältnis zu seinem Schöpfer. Er verspürt in seinem Leben Gottes Lenkung und Hilfe. Wer Jehova, den allweisen, allmächtigen Gott, wirklich kennt, stützt sich in einer schwierigen Lebenslage, die eine wichtige Entscheidung fordert, nicht auf seinen eigenen Verstand (Spr. 3:5, 6). Er wendet sich an Jehova Gott und bittet ihn um Hilfe und Führung. Jehova wird ihn dann durch seinen Geist an entsprechende Grundsätze aus seinem Wort erinnern und ihm helfen, diese richtig anzuwenden. (Vergleiche Johannes 14:26.) Ganz gleich, welcher Art die Prüfungen oder Probleme sein mögen, wird der Betreffende immer wieder feststellen, daß die Worte des Jüngers Jakobus auf ihn zutreffen: „Wenn es ... einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden“ (Jak. 1:5).
21. Wie wirkt es sich aus wenn wir, nachdem wir Gott kennengelernt haben, weiterhin so handeln, daß wir seine Anerkennung finden?
21 Wie wird es sich auswirken, wenn wir weiterhin in Übereinstimmung mit Gottes Weisheit, die in seinem Wort zum Ausdruck kommt, und in Übereinstimmung mit unseren Gebeten handeln? Jehova Gott wird uns durch seinen Geist weiterhin helfen, auf dem Weg zu einer gottgefälligen Persönlichkeit Fortschritte zu machen. Die ‘Kraft, die unseren Sinn antreibt’, wird uns veranlassen, uns Gottes gerechten Maßstäben immer mehr anzupassen (Eph. 4:20-24). Gottes Gebote sind für uns dann nicht nur gedruckte Worte, sondern sie sind ein Teil von uns selbst, eingeprägt in unseren Sinn und unser Herz. Wir wissen, was sie bedeuten, und halten sie für außergewöhnlich wertvoll, weil wir erfahren haben, welchen Nutzen es mit sich bringt, sie zu befolgen (Ps. 119:1-16, 74-77, 164-168). Wir können dann — wie der Apostel Paulus sagt — „durch Prüfung feststellen ..., was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist“ (Röm. 12:2).
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Der Nutzen eines gottergebenen LebensDer Wachtturm 1975 | 15. Mai
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Der Nutzen eines gottergebenen Lebens
„Gewiß ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Selbstgenügsamkeit“ (1. Tim. 6:6).
1. Nur was für Menschen führen ein gottergebenes Leben, und was bringt es ihnen ein?
NUR wer Gott richtig kennt und auch entsprechend handelt, kann ihn richtig anbeten. Nur von einem solchen Menschen kann gesagt werden, er führe ein gottergebenes oder gottesfürchtiges Leben. Aus einem solchen Leben zieht man für immer Nutzen. „Gewiß“, schrieb der Apostel Paulus an den jungen christlichen Aufseher Timotheus, „ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Selbstgenügsamkeit“ (1. Tim. 6:6). „Gottergebenheit ... ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges und zukünftiges Leben hat“ (1. Tim. 4:8). Paulus weist hier darauf hin, daß Gottergebenheit also nicht nur eine künftige Belohnung mit sich bringt, sondern daß sie schon für die Gegenwart „nützlich“ oder ein „großer Gewinn“ ist.
2. Worauf werden wir in 1. Timotheus 3:16 hinsichtlich der Gottergebenheit aufmerksam gemacht?
2 Was ist denn unter „Gottergebenheit“ oder Gottesfurcht zu verstehen? Diese Frage läßt sich am besten anhand des Beispiels eines Mannes beantworten, der sich durch seine vollkommene Gottergebenheit auszeichnete. Die Bibel weist auf dieses Beispiel hin. In
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