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Niemals bezüglich christlicher Grundsätze Kompromisse eingehenDer Wachtturm 1957 | 1. November
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Niemals bezüglich christlicher Grundsätze Kompromisse eingehen
„Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, macht sich selbst zu einem Feinde Gottes.“ — Jak. 4:4, NW.
1. Was sind Grundsätze?
WAHRE Christen lassen sich von Grundsätzen leiten. Ein Grundsatz ist eine grundlegende Wahrheit. Da Wahrheit das ist, was mit dem Tatbestand übereinstimmt, sind Grundsätze im wesentlichen Erklärungen über grundlegende Tatsachen. Die Bibel enthält Tausende dieser Grundsätze, indem sie diese ausdrücklich darlegt, wie zum Beispiel im obigen Text. Andere können abgeleitet oder aus dem Buche der Natur entnommen werden. So schrieb Paulus im Römerbrief (1:20, NW): „[Gottes] unsichtbare Eigenschaften sind seit Erschaffung der Welt deutlich zu sehen, weil sie durch das Erschaffene begriffen werden.“
2, 3. Führe einige Beispiele von Grundsätzen an und zeige, wie sie zu vernünftigen Folgerungen angewendet werden können.
2 Einige Beispiele von Grundsätzen werden dazu dienen, die Rolle zu zeigen, die sie in unseren Überlegungen und in unserem Verständnis der Dinge spielen. Hier nur einige wenige: Jehova ist der Höchste über die ganze Erde. Es gibt keinen Gott außer Jehova. Jehova existiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jesus ist der Anfang der Schöpfung Gottes. Gott ist das Haupt über Christus. Der Vater ist größer als Christus. Der Sohn ist Gott untertan. Gott weckte Christus aus den Toten auf. Gott gab Christus eine höhere Stellung, als er sie vorher innehatte. Heiliger Geist ist nicht eine Person. Menschen können mit heiligem Geist erfüllt werden. — Ps. 83:18; Jes. 44:6; Ps. 90:2; Kol. 1:15; 1. Kor. 11:3; Joh. 14:28; 1. Kor. 15:28; Apg. 13:30; 2:32, 33; 2:4, 17.
3 Wie kann man diese Grundsätze anwenden? Man könnte sie als Bausteine ansehen, die auf Grund eines Planes zu einem Haus zusammengefügt werden. Diese besonderen, gemäß göttlichem Muster zusammengefügten Grundsätze der Wahrheit bilden biblische Lehren der Wahrheit. Dabei erweist sich sogleich die Unmöglichkeit, daß Jehova Gott, Christus Jesus und der heilige Geist ein ‚wesensgleicher und gleich ewiger Gott‘ sind, wie Dreieinigkeitsverfechter es behaupten. Jehova ist mächtiger als Christus Jesus; somit sind sie nicht gleich. Jehova existiert ewig, Jesus aber ist von Gott erschaffen worden; somit sind sie nicht gleich, und Jesus ist nicht der Ewige. Ferner ist der heilige Geist Gottes Kraft, nicht eine Person. Der Mensch kann nicht mit einer Person erfüllt werden, aber er kann mit einer wirksamen Kraft oder mit heiligem Geist erfüllt werden. Die Geistlichkeit lehnt es ab, hinsichtlich dieser biblischen Grundsätze vernünftige Folgerungen zu ziehen, und behauptet statt dessen, die Dreieinigkeitslehre sei ein Geheimnis. Im Grunde genommen, sind die Geistlichen Werkzeuge Satans, weil Satan zu beweisen sucht, daß Gott nicht der Höchste ist. Dadurch, daß die Geistlichen die Dreieinigkeitslehre lehren, suchen sie den allmächtigen Gott, Jehova, in einer Stellung zu zeigen, in der andere ihm gleichkommen. Dies ist jedoch unmöglich, wie es die biblischen Grundsätze und die Tatsachen zeigen. Wer also über diese Grundsätze vernünftig nachdenkt, wird deutlich sehen können, daß die Dreieinigkeitslehre der Christenheit falsch ist. Zudem kommt natürlich das Wort „Dreieinigkeit“ in der Bibel nicht vor.
4, 5. Welche Beziehung besteht zwischen Jehovas Gesetzen und den Grundsätzen der Wahrheit?
4 Jehovas theokratische Gesetze gründen sich auf Grundsätze der Wahrheit. Zum Beispiel verbietet Gottes Gesetz, das bis auf diesen Tag immer noch in Kraft ist, den Mord. Es stützt sich auf den einfachen Grundsatz oder die Tatsache, daß der Mensch sterblich ist. Gleichwie daher wahre Grundsätze zum Aufbau all der vielen biblischen Lehren gebraucht werden, so stützen sich auch alle Gesetze Gottes auf wahre Grundsätze.
5 In der Tat stützt sich jedes der Hunderte von Gesetzen, die den von Mose gegebenen Gesetzesbund ausmachen, auf einen oder mehrere Grundsätze der Wahrheit. Die Menschen wurden erstmals auf eine Menge gerechter Grundsätze aufmerksam, als den Israeliten der Gesetzesbund als eine Offenbarung gegeben wurde. Zur Zeit, da Gott beim Tode Jesu dem Gesetzesbund die gesetzliche Gültigkeit nahm, machte er damit nicht die ewigdauernden Grundsätze der Wahrheit ungültig, auf die der Mensch durch den Gesetzesbund hingewiesen worden war. Diese im Gesetz enthaltenen Grundsätze der Wahrheit, die in der Bibel für uns bis heute aufbewahrt worden sind, bilden für Christen weiterhin eine Wegleitung auf dem Wege der Gerechtigkeit. — Kol. 2:14.
6. Warum war es leichter, in der Zeit Moses zu leben als gemäß der Unterweisung Christi?
6 Den von Mose niedergelegten Vorschriften entsprechend zu leben war nicht so schwierig wie den Grundsätzen Christi gemäß leben zu lernen. Es ist viel leichter, sein Verhalten einer Vorschrift anzupassen als sich das ganze Leben hindurch von einem Grundsatz leiten zu lassen. Mose vermittelte Vorschriften; Christus schärfte Grundsätze ein. Vorschriften sind für Kinder bestimmt, Grundsätze für Männer und Frauen, die durch christliches Wachstum gereift sind.
7. Lassen sich Christen allein von Grundsätzen leiten, oder gibt es auch Gesetze, denen sie gehorchen müssen?
7 Wenn Christus auch Grundsätze einschärfte, so bedeutet das nicht, daß es keine Gesetze gibt, von denen sich Christen bei ihrer Tätigkeit leiten lassen sollten. Gesetze sind Handlungsregeln, die ein Höherer einem Tieferstehenden für sein Verhalten vorschreibt. Christen sind daher verpflichtet, Gottes Gesetzen zu gehorchen. Hier folgen einige Beispiele von Gesetzen, die den Christen gelten: das Verbot, Blut zu essen, die Vorschriften, von Hurerei abzustehen, sich von Götzenanbetung fernzuhalten, das Zusammenkommen in Versammlungen nicht zu versäumen, keinen Mord zu begehen usw. Auch dürfen wir die beiden folgenden großen Gesetze oder Gebote nicht vergessen, die Jesus für uns wiederholte: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘“ Diese Gesetze stützen sich auf Grundsätze der Wahrheit. Sie sind dargelegt worden, um Christen zur Reife zu führen. — Apg. 15:20; Heb. 10:25; Röm. 13:9; Matth. 22:37, NW.
8, 9. (a) Auf welche Weise läßt sich ein Christ von Grundsätzen leiten? (b) Was bedeutet es, sich von Gefühlen leiten zu lassen?
8 Die dem Christen gegebenen Ratschläge und Anweisungen sind aber oft allgemein gehalten; sie legen Grundsätze dar, denen zu folgen ist, und es bleibt jedermann selbst überlassen, die Wahl zu treffen, ob er den niedergelegten zuverlässigen Grundsätzen oder eigenen selbstischen Wünschen folgen will. Auf diese Weise läßt Gott einen jeden selbst beweisen, wieviel Liebe und Vertrauen er zu Gott hat und wie sehr ihm daran gelegen ist, Gottes Willen zu tun.
9 Zwei Kräfte wirken in allen Menschen. Die eine ist das Gefühl, das bei jemandem durch den Einfluß anderer Menschen erweckt wird, und die zweite heißt Prinzip oder Gesetz, nämlich Gottes Gesetz oder Handlungsregel, die vorschreibt, was recht und angebracht ist. Die Personen, die Jehova ergeben sind, lassen sich von seinem Gesetz leiten und folgen seinen Geboten, die sich auf Grundsätze der Wahrheit stützen. Sich also von Grundsätzen leiten zu lassen bedeutet, auf Grund einer Kenntnis von Tatsachen gemäß der Vernunft und dem Gewissen zu handeln. Sich von Gefühlen leiten zu lassen bedeutet, auf Grund eines von außen kommenden Einflusses zu handeln oder sich nach eigenen Erwägungen zu richten, z. B. Erwägungen in bezug auf Wohlfahrt, Ruhm, Macht, Sicherheit oder die Befriedigung der Sinne oder Instinkte.
10. Wie zeigte Paulus den Gegensatz zwischen denen, die Gefühlen folgen, und denen, die sich von Grundsätzen leiten lassen?
10 In der Bewertung der Dinge, die zu dem System gehören, das unter Satan steht, lassen sich die meisten Menschen von Gefühlsregungen leiten. Es tritt immer mehr zutage, daß die Welt die Lüste des triebhaften Fleisches wohlwollend ansieht und daß dagegen Personen, die sich von den Grundsätzen des Wortes Gottes leiten lassen, heute von den meisten Menschen verspottet und lächerlich gemacht werden. In Galater 5:19-24 (NW) zeigte Paulus den Gegensatz zwischen denen, die sich von Gefühlen, und denen, die sich von Gottes gerechten Grundsätzen leiten lassen, und wir können sehen, wie alles das, wozu die Gefühle oder Leidenschaften antreiben, in diesen letzten Tagen immer populärer wird: „Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, nämlich: Hurerei, Unreinigkeit, loses Benehmen, Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindseligkeiten, Zank, Eifersucht, Zornausbrüche, Streitigkeiten, Spaltungen, Sekten, Neid, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen. Bezüglich dieser Dinge warne ich euch im voraus, gleichwie ich euch im voraus gewarnt habe, daß jene, die solche Dinge verüben, Gottes Königreich nicht ererben werden. Andrerseits ist die Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde, Selbstbeherrschung. Wider solche Dinge gibt es kein Gesetz. Überdies schlagen jene, die Christus Jesus angehören, das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden an den Pfahl.“
11. (a) Welche zwei hervortretenden Grundsätze sind aus den Worten des Paulus ersichtlich? (b) Wie zeigte Petrus, daß der rechte Lauf der Christen Jehova zum Ruhme gereicht?
11 Man beachte die beiden nachstehend angeführten Grundsätze: Wer die Werke des Fleisches pflegt, wird Gottes Königreich nicht ererben; Personen, die Christen sind, tun solche Werke nicht. Die Christen wünschen unter Gottes Herrschaft zu leben; daher müssen sie sich an rechte Grundsätze halten. Das ist der Grund, weshalb Petrus in 1. Petrus 2:11, 12 (NW) kraftvoll ermahnte: „Geliebte, ich ermahne euch, die ihr Fremdlinge und zeitweilig Ansässige seid, euch der fleischlichen Begierden zu enthalten, die wider die Seele streiten. Führt euren Wandel unter den Nationen in rechter Weise, damit sie in der Sache, in der sie gegen euch als Übeltäter reden, zufolge eurer rechten Werke, wovon sie Augenzeugen sind, Gott verherrlichen am Tage der Besichtigung [Inspektion].“ Der rechte Lauf, den Christen einschlagen, gereicht Jehova zum Ruhm, so wie es Menschen guten Willens ansehen, nicht aber wie es die Welt ansieht. Es kostet einen etwas, in diesem System der Dinge Grundsätzen zu folgen. Es bedeutet, die Wahrheit zu lieben, auch wenn sie unpopulär ist. Es bedeutet, Gott, nicht Menschen zu fürchten. Es bedeutet, ungerechten Gewinn zu hassen, nicht ihm nachzujagen. Das sind die Eigenschaften, die Jehova bei denen sucht, die ihm in der neuen Welt dienen werden. — 2. Mose 18:21; Spr. 29:25.
GRUNDSÄTZE — EINE GRUNDLAGE, AUF DER MAN BAUEN KANN
12. Was schloß Paulus in den Grundprinzipien des Christentums ein?
12 Der Apostel Paulus sagte den Hebräern ausdrücklich etwas über eine gewisse Grundlage oder über grundlegende Prinzipien der Wahrheit, an die sich alle Christen halten müssen, indem er schrieb: „Denn in der Tat, obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemanden, der euch die ersten Grundsätze der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt, und ihr seid solche geworden, die der Milch bedürfen, nicht fester Speise. Denn jeder, der Milch genießt, ist unbewandert im Worte der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind. Die feste Speise aber ist für Gereifte, für jene, die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben, um zwischen recht und falsch zu unterscheiden. Darum wollen wir nun, da wir die Grundlehre über den Christus beiseite gelassen haben, zur Reife vorandrängen, indem wir nicht wieder einen Grund legen, nämlich in bezug auf Reue über tote Werke und Glauben an Gott, die Lehre über Taufen und das Händeauflegen, die Auferstehung von den Toten und das ewige Gericht.“ — Heb. 5:12 bis 6:2, NW.
13—15. (a) Was meinte Paulus, als er sagte, wir hätten die „Grundlehre“ beiseite gelassen? (b) Wie könnte dies mit der Anwendung der elementaren Prinzipien des Rechnens verglichen werden?
13 Und was meint Paulus, wenn er sagt, wir hätten Lehrgrundsätze der fundamentalen Wahrheit „beiseite gelassen“? Wenn er sagt, wir hätten sie „beiseite gelassen“, will er bestimmt nicht sagen, daß wir aufhören sollten, von der Notwendigkeit der Reue und des Glaubens überzeugt zu sein und entsprechend zu handeln. Auch meint er damit nicht, daß wir aufhören sollten, an die Taufe und ihre Durchführung zu glauben. Der Apostel zeigt lediglich, daß wir diese Dinge nicht immer und immer wieder neu zu lernen haben. Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, nur die Grundlehren zu kennen. Paulus tadelte die Hebräer, an die er schrieb, weil sie, da sie doch hätten Lehrer sein sollen, jemanden benötigten, der ihnen neuerdings die ersten Grundsätze beibrachte. Sie hätten alle diese Dinge verstehen und imstande sein sollen, sie zu lehren. Und während sie an diese Dinge weiterhin glaubten, hätten sie ihre Erkenntnis des Wortes und Vorhabens Gottes mehren sollen. Nicht nur das; sie hätten sich auch daran erinnern sollen, daß für unsere volle Entwicklung als Nachfolger Christi nicht nur richtige Lehren bezüglich dieser Dinge nötig sind, sondern daß auch die beabsichtigten Ergebnisse erzielt werden sollten, indem wir vollerwachsene Christen werden, die imstande sind, das Wort Gottes zu verstehen und anhand desselben zu vernünftigen Folgerungen zu gelangen und nach dessen Grundsätzen der Gerechtigkeit zu wandeln. Das ist gemeint, wenn er sagt, daß wir ‚zur Reife vorandrängen‘ sollen.
14 Dies könnte mit der Handlungsweise eines Kindes, das noch zur Schule geht, verglichen werden. Zuerst lernt es das Einmaleins und wie man zusammenzählt, abzieht und teilt. Dies sind die Grundprinzipien des Rechnens. Doch würden wir denken, ein Kind sei entweder sehr dumm oder beim Lernen nachlässig, wenn es mehrere Jahre nur diese ersten Grundsätze lernt, und wir würden empfehlen, daß es die ersten Prinzipien beiseite lassen und zu anderen Dingen übergehen sollte. Damit würden wir nicht meinen, daß es diese ersten Grundsätze vergessen oder sie als etwas betrachten sollte, an das es nie mehr denken müßte. Das Kind sollte sie im Gedächtnis behalten, sie anwenden und sollte außerdem zu den höheren Stufen der Rechenkunst gelangen. Wenn ein Knabe Ingenieur werden will, muß er zum Verständnis und zur Anwendung der höheren Mathematik voranschreiten. Auch müßte er deren weitere Prinzipien kennenlernen und entsprechend handeln. Seine Laufbahn könnte nicht zu einem Erfolg werden, wenn er die gelernten Grundsätze außer acht ließe, denn durch falsche Berechnung der für seine Bauwerke nötigen Fundamente würde das, was er baut, einstürzen.
15 Vom Christen kann gesagt werden, er befinde sich in einer ähnlichen Lage. So wie Paulus es zeigt, sollte er christliche Grundprinzipien als Mittel benutzen, um zu geistiger Reife voranzuschreiten. Er muß Christi vorgeschrittene Grundsätze kennenlernen, sich von ihnen leiten lassen und fähig sein, sie andere zu lehren. Wenn er sie selbst nicht versteht, so wird er sich nicht von ihnen leiten lassen, und er ist auch nicht in der Lage, andere davon zu unterrichten. Der Christ lehrt sowohl mündlich als auch durch sein Beispiel. Eine unreife Person beobachtet die Handlungsweise eines reifen Christen und hält es für gut, ihn nachzuahmen, wenn sie sich auf rechte Grundsätze stützt. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb sich der reife Christ von Prinzipien leiten lassen muß. — Phil. 3:17.
16. Welche Gefahr besteht für jene, die nicht über die ersten Grundsätze hinauskommen?
16 Wenn wir andererseits nicht über die ersten christlichen Grundsätze hinauskommen, sondern in kindischer Weise bei den Grundwahrheiten, wie Reue, Glaube, Taufe, Zeugung durch den Geist, Auferstehung, dem Gericht der Seelen usw., verweilen, so begeben wir uns in eine Gefahr. In welche? In die Gefahr, wieder der Sünde zu verfallen. Unser geistiges Gefüge muß stark sein, auf den soliden, grundlegenden Prinzipien des Christentums wohlaufgebaut, und wir müssen fortwährend weiterbauen. — Röm. 14:19; Judas 20.
17. Was kann von jemandem gesagt werden, der den Schritt der Hingabe an Gott und die Taufe unterläßt, nachdem er die ersten Grundsätze kennengelernt hat?
17 Es sollte beachtet werden, daß Reue, Glaube und Taufe Grundwahrheiten sind. Die Heilige Schrift fordert uns auf, über diese hinauszukommen und Reife zu erlangen. Daher erweist sich eine Person, die heute mit der Neuen-Welt-Gesellschaft verbunden ist und aus diesem oder jenem Grunde verfehlt, sich der christlichen Taufe zu unterziehen, als sehr unreif, da sie nicht einmal die ersten Grundsätze Christi gründlich versteht. Obwohl der Betreffende vielleicht viele Jahre mit der Neuen-Welt-Gesellschaft verbunden gewesen ist und die Zusammenkünfte der Versammlung besucht hat, läßt er sich immer noch mehr von seinen Gefühlen als von Grundsätzen leiten. Jene, die über diese fundamentalen Wahrheiten hinaus vorrücken, werden mit dem Segen des Geistes Gottes zur reifen geistigen Speise gelangen, indem sie ein gründliches Verständnis des Wortes Gottes gewinnen. Der Geist oder die wirksame Kraft Gottes vermag uns zu erleuchten, und mit seiner Hilfe können wir in die tieferen Dinge Gottes eindringen und sie unserem Verständnis erschließen. — 1. Kor. 2:9, 10, NW.
18. Welche Hilfe bietet uns Gottes Wort, damit wir uns von Grundsätzen leiten lassen können?
18 Diese geistige Einsicht stützt sich auf Gottes Wort. Somit gibt es keinen Ersatz für die Erkenntnis des göttlichen Wortes. Wir alle müssen täglich über Gottes Wort nachsinnen, um die Grundsätze der Wahrheit des allmächtigen Gottes, Jehovas, unserem Sinn fester einzuprägen. Je mehr grundlegende Prinzipien wir in uns aufnehmen, um so reifer werden wir, um so beständiger und um so fähiger, einen Zusammenbruch oder ein Zurückfallen in Sünde zu vermeiden. Die jüdischen Religionsführer bereiteten für die Juden einen Talmud, dem sie folgen sollten, und stellten so Verhaltungsmaßregeln jeder Art auf, ließen aber wenig oder gar keine Gelegenheit, anhand des Wortes Gottes vernünftige, logische Folgerungen zu ziehen und Gottes Grundsätze kennenzulernen. Jehova hat durch Christus keine Reihe von talmudgleichen Vorschriften für das christliche Leben vorgesehen. Er hat in der Bibel Grundgesetze und Regeln niedergelegt, und so besitzen wir eine Aufzeichnung über die Grundsätze, denen Christen folgen müssen. Es ist notwendig, daß Christen diese christlichen Grundsätze in ihrem täglichen Leben anwenden. Nur eine spärliche Kenntnis einiger Tatsachen zu besitzen, über die in der Schrift etwas geschrieben steht, genügt nicht.
CHRISTEN UND DIE WELT
19. Wie wird das Verhältnis des Christen zur Welt beeinflußt, wenn er den göttlichen Grundsätzen folgt?
19 Den in Gottes Wort enthaltenen gerechten Grundsätzen zu folgen ist für die Menschen schwieriger als allgemein bekannte biblische Tatsachen anzuerkennen. Jehovas Zeugen befinden sich heute in einer Welt, in der viele Menschen Christen zu sein behaupten und hochtönend von den in der Bibel dargelegten Prinzipien reden; doch selten findet man Leute außerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft, die beständig den Grundsätzen und Vorschriften gemäß zu leben suchen, die Gott, der Allmächtige, in seinem Wort niedergelegt hat. Weil Jehovas Zeugen christlichen Grundsätzen folgen, betrachten die meisten Menschen der Welt sie als ein eigentümliches Volk. Die Welt ist so weit von Jehovas Grundsätzen entfernt, daß Jehovas Zeugen sich von all den anderen Menschen dieser Welt unterscheiden, und von gewissen Regierungen dieser Welt werden sie als halsstarrige Leute angesehen, als Leute, die sich nicht gleichschalten lassen. Die Herrscher verstehen die in der Schrift dargelegten Grundsätze nicht, die zeigen, daß Satan der Gott dieser Welt ist und daß Christen kein Teil dieser Welt sind, gleichwie Christus Jesus kein Teil dieser Welt war. (1. Kor. 2:14) Durch ihre Richter und Herrscher verlangt die Welt, daß Jehovas Zeugen Cäsar nicht nur das geben, was Cäsar gehört, sondern mehr als das; denn die Welt vergißt die übrigen Worte des Gebotes Jesu, wonach man Gott das zollen soll, was Gott gehört. Jehovas Zeugen zahlen ihre Steuern, nehmen die Erziehung an, die das Land durch die Schulen darreicht, und unterstützen alle Gesetze des Landes, die mit Gottes Grundsätzen der Wahrheit und Gerechtigkeit völlig übereinstimmen; und wo immer sie leben, richten sie sich nach den Vorschriften und Verordnungen des betreffenden Landes. Sie kleiden sich so wie andere Leute und passen sich in den meisten Fällen den Sitten und Gewohnheiten des Volkes an. Doch eines können und werden Jehovas Zeugen nicht tun: sie werden ihr Gewissen nicht verletzen, das nach den Grundsätzen geschult worden ist, die in Gottes Wort enthalten sind. Wahre Christen, Jehovas Zeugen, werden sich an die Grundsätze des allmächtigen Gottes halten und Gott das zurückzahlen, was Gott gehört. — Matth. 22:21, NW.
20. Führe einen hervorragenden Grundsatz an, der von vielen übersehen wird.
20 Die Menschen dürfen den hervorragenden Grundsatz, daß Jehova der Schöpfer und der allmächtige Gott des Universums ist, nicht übersehen, wenn sie wirklich Verständnis erlangen möchten. In der Welt errichten gewisse sogenannte Weise der Wissenschaft eine unübersteigbare Schranke vor dem Verständnis für den Ursprung des Lebens, indem sie diesen Grundsatz willentlich außer acht lassen. Ohne diese grundlegende Wahrheit können sie aber niemals — soviel sie es auch versuchen mögen — zu einer befriedigenden Erklärung bezüglich des Lebens gelangen. — 1. Mose 1:1.
21. (a) Welches Recht gebührt Jehova als dem Schöpfer? (b) Was ist jemandes Stellung gegenüber der Welt, wenn er ein Jehova hingegebener Anbeter geworden ist?
21 Als der Schöpfer und der Allmächtige hat Jehova das Recht, zu verlangen, daß ihm Menschengeschöpfe auf Erden ausschließliche Ergebenheit darbringen. Jehova selbst zeigte dies deutlich, als er dem Volke Israel sein Gesetz gab: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgendeine Gestalt, die dem gleicht, was oben in den Himmeln oder was darunter auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen, noch dich verleiten lassen, ihnen zu dienen, denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert.“ (2. Mose 20:4, 5, NW) Das ist ein Grundsatz der Wahrheit oder eine Tatsache. Es ist auch eine Tatsache, daß seine Überlegenheit von Satan, dem Gott dieser Welt, in Frage gestellt wurde und daß diese Welt sich gegenüber dem allmächtigen Gott Jehova in Feindschaft befindet. (Hiob 1:11; Jes. 14:13; Jak. 4:4) Christen geben sich Jehova bedingungslos hin und werden so der teuflischen alten Welt gegenüber Fremdlinge. Der Schritt der Hingabe an Gott ist daher mit der Bewerbung um das Bürgertum in der neuen Welt zu vergleichen, und die formelle Zeremonie der Taufe ist gleichsam ein Eid vor Zeugen, der diese Tatsache bestätigt. Christus Jesus, der Gründer des Christentums, gab durch seine Hingabe an Gott und seine Taufe ein Beispiel und sagte, laut Johannes 17:14 (NW), in bezug auf Christen deutlich: „Sie sind kein Teil der Welt, ebenso wie ich kein Teil der Welt bin.“
22. Warum gab Jesus, als er den Grundsatz, wie er in Johannes 17:14 aufgezeichnet ist, darlegte, nicht eine Menge untergeordneter Vorschriften und Einzelheiten an, denen Christen folgen sollten?
22 Was meinte Jesus mit dem hier dargelegten Grundsatz? Warum ging er nicht auf Einzelheiten ein und legte eine Menge Vorschriften fest, denen Christen folgen sollten? Es stimmt, daß er schon etwas vorher einen Grundsatz ausgesprochen hatte, als er zu seinen Nachfolgern — laut Johannes 15:19 (NW) — sagte: „Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so würde die Welt das Ihrige lieben. Weil ihr aber kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.“ Doch war es nicht sein Wille, daß Christen sich isolieren und nicht der Welt predigen sollten, denn er betete zu Jehova, wie wir es in Johannes 17:15 (NW) lesen: „Ich bitte dich, sie nicht aus der Welt herauszunehmen, sondern im Hinblick auf den Bösen über sie zu wachen.“ In der Tat kommt die Gefahr, die ihnen droht, vom Gott dieser Welt. (2. Kor. 4:4) Jesus teilte Christen die theokratischen Grundsätze mit, überließ es ihnen aber, über die Schrift zu argumentieren und festzustellen, wie sie sich gegenüber Satans feinen Schlingen verhalten und wie sie ihr Leben in diesem System der Dinge führen sollten.
23. Wie hilft Christi beispielhaftes Leben den Christen, Folgerungen daraus zu ziehen, wie man gemäß den Grundsätzen des Wortes Gottes in dieser Welt leben sollte?
23 Den heute auf Erden lebenden Christen ist es vergönnt, zu sehen, wie Christus und die inspirierten Apostel über biblische Grundsätze argumentierten. Jesus selbst hatte sich feierlich Jehova hingegeben, um ihm zu dienen. Dies bedeutete, daß er ein Prediger oder Gesandter Jehovas war und daß von ihm verlangt wurde, in erster Linie dem Dienste Jehovas seine Aufmerksamkeit zu widmen. Er schätzte wahre Werte, erkannte die Richtigkeit seiner Stellung und hielt sich von der alten Welt oder von falschen menschlichen Überlieferungen rein. Er predigte, daß man sich Schätze im Himmel anhäufen sollte, und setzte das, was er predigte, in die Praxis um, indem er Vollzeitdienst tat. Er verstand die Grundsätze, daß alle Dinge Jehova gehören und daß der Segen Jehovas reich macht. Er widerstand dem Bestreben des Volkes, ihn zu einem König zu machen. Jesus war in seinen Äußerungen und Taten positiv. Er verstand völlig, welchen Platz er einnahm und welche Arbeit zu tun war. Wiewohl er Konflikten, der Politik und dem Handel dieser Welt neutral gegenüberstand, zögerte er doch nicht, über die Verletzung der gerechten Grundsätze Gottes verurteilende Worte zu sprechen. Er war nicht übertrieben taktvoll, so daß er Prinzipien preisgegeben hätte. Jesus lehnte es ab, sich mit den falschen Religionen seiner Tage zu befassen, und indem er sich streng an Gottes Grundsätze der Gerechtigkeit hielt, zog er sich die glühende Feindschaft der Religionsführer zu, die veranlaßten, daß er vor die römischen Herrscher gebracht wurde. Dort legte Jesus folgenden Grundsatz dar: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt.“ Und weiter sagte er: „Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich nicht den Juden überliefert würde. Nun aber stammt mein Königreich nicht von daher.“ — Joh. 18:36, NW, ferner Matth. 6:20; 4:1-10; 23:4, 5.
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Glücklich jene, die sich nicht auf Kompromisse einlassenDer Wachtturm 1957 | 1. November
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Glücklich jene, die sich nicht auf Kompromisse einlassen
1. Welcher Handlungsweise hätte Jesus folgen können, wenn er sich nicht von Grundsätzen hätte leiten lassen, doch welchen Lauf schlug er ein?
WÄRE Jesus einer Handlungsweise gefolgt, die den Grundsätzen Jehovas widersprochen hätte, so hätte er bei Menschen Gunst erlangen und einen Teil der Schmach und der Leiden vermeiden können, die er erduldete. Aber er gehörte nicht zu den Menschen, die sich einfach dem unterziehen, was ihnen gerade zweckdienlich erscheint. Jesus richtete seinen Sinn auf die ausschließliche Ergebenheit gegenüber Jehova und widerstand dem Materialismus, vermied es, in die Geschäfte dieser Welt verwickelt zu werden, und erlangte von Jehova ewigen Segen. Er, der unser großes Vorbild ist, ließ sich von Grundsätzen, statt von Gefühlen leiten, und Gottes Gesetz war in sein Herz geschrieben. Er ging keine Kompromisse ein. — Ps. 40:8; Heb. 10:9.
2, 3. (a) Welche Beispiele für ein treulich nach christlichen Grundsätzen geführtes Leben finden wir bei den ersten Christen? (b) Welchen Grundsatz legte Jakobus denen vor, die sich auf Kompromisse einließen?
2 Die Apostel sahen sein Beispiel und verstanden es mit Hilfe des heiligen Geistes völlig. Auch sie gaben ihr Leben für den Dienst Jehovas hin, wurden getauft und schritten zu geistiger Reife voran. Die Aufzeichnungen über ihre Taten und Worte zeigen deutlich die Art und Weise, wie sich wahre Christen, geleitet von rechten Grundsätzen, benehmen sollten, um Jehova annehmbar zu sein. Sie zeigen ferner, daß selbst unvollkommene Menschen, wie wir es sind, nach Grundsätzen leben können. Wenn sie mit Verfolgungen zu rechnen hatten, waren sie so standhaft wie Jesus, Petrus und Johannes und sagten den Herrschern, die sie schlagen ließen, weil sie rechten Grundsätzen gehorchten: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ Sie hätten Schmach und körperliche Leiden, die ihnen Menschen zufügten, vermeiden können, indem sie in bezug auf christliche Grundsätze Kompromisse geschlossen hätten, aber sie hätten dabei furchtbare Gewissensbisse gehabt. Sie waren reife Christen, die sich die Dinge sorgfältig überlegten und erkannten, daß das einzige, was sie tun konnten, war, eine gerade Antwort zu geben. — Apg. 5:29, NW; 1. Pet. 3:16, 21.
3 Die ersten Christen wandten sich nicht mit zuckersüßen Worten an die Welt, um deren Billigung zu finden, indem sie, was ihre Stellung oder Botschaft betraf, Kompromisse eingingen. Jesus hatte sie deutlich davon unterrichtet, daß sie von der Welt gehaßt und Verfolgung, ja den Tod erleiden würden, weil sie sich an rechte Grundsätze hielten. Sie wußten, daß sie ihre Stellung bei Jehova opferten, wenn sie sich auf Kompromisse einließen. Jakobus, der in aller Offenheit redete, wandte sich daher kraftvoll mit folgenden Worten an Personen, die Kompromisse geschlossen hatten: „Ehebrecherinnen! wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, macht sich selbst zu einem Feinde Gottes.“ — Jak. 4:4, NW.
4, 5. Zeige, wie vernunftgemäßes Folgern auf Grund christlicher Grundsätze Christen vor den sogenannten interkonfessionellen Zusammenschlüssen schützt.
4 In jenen frühen Tagen des Römischen Reiches förderten die Führer der Welt ein Konglomerat von Religionen, eine Art Interkonfessionalismus, indem man jede Religion unterschiedslos als etwas ansah, das von gewissem Werte sei. Wahre Christen blieben indes abgesondert und wurden wegen ihrer kompromißlosen Haltung gehaßt. Wie hätte es bei den Christen anders sein können? Christus hatte den Grundsatz dargelegt, daß sie kein Teil der Welt sind. Sie wußten, daß die Anbetung Jehovas und nicht Götzenkult am Platze war. (Man beachte, wie Paulus in 1. Korinther 10:14-22 über Grundsätze und Götzendienst argumentierte.) Jeder Christ, der auf Grund biblischer Grundsätze argumentiert, schützt sich dadurch vor den sogenannten interkonfessionellen Zusammenschlüssen. Jesus hatte davor in Matthäus 16:6-12 (NW) gewarnt: „Paßt auf und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.“ „So begannen sie, sich Gedanken zu machen und untereinander zu sprechen: ‚Wir nahmen keine Brote mit.‘ Jesus merkte es und sprach: ‚Warum stellt ihr darüber unter euch diese Erwägungen an, ihr Kleingläubigen, weil ihr keine Brote habt? Begreift ihr die Sache nicht, oder erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote im Falle der Fünftausend und daran, wie viele Körbe ihr aufhobt? Oder an die sieben Brote im Falle der Viertausend und daran, wie viele Vorratskörbe ihr aufhobt? Warum begreift ihr nicht, daß ich nicht von Broten zu euch sprach? Doch nehmt euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer in acht.‘ Da begriffen sie, daß er gesagt hatte, sie sollten sich nicht vor dem Sauerteig der Brote hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.“ So mußten sie die Tatsachen im Sinn behalten, wenn sie ihre Folgerungen zogen, und Jesus half ihnen, sie kennenzulernen. Später trat Paulus auf den Schauplatz, zog klare Schlußfolgerungen hinsichtlich des dringenden interkonfessionellen Problems in seinen Tagen und half den Mitchristen, gute Schlüsse zu ziehen, indem er ihnen in 2. Korinther 6:14-17 (NW) folgendes schrieb: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Teilhaberschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder was für eine Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis? Ferner: welcher Einklang besteht zwischen Christus und Belial? Oder welches Teil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinstimmung gibt es zwischen Gottes Tempel und Götzen? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, so wie Gott es sagte: ‚Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott und sie werden mein Volk sein.‘ ‚Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, Unreines anzurühren.‘“ Das war die klare Logik des Paulus. Indem die Christen von Korinth die Grundsätze, um die es hier ging, erkannten, konnten sie sich rein bewahren.
5 Daher folgen heute wahre Christen, auch wenn das Wort „Interkonfessionalismus“ nicht in der Bibel steht, christlichen Grundsätzen und machen bei den interkonfessionellen Zusammenschlüssen, Kirchenallianzen oder Kirchenversammlungen, die Kompromisse schließen, nicht mit. Wir werden uns nicht beteiligen an dem Zusammenschluß der geteilten falschen Religionen, der jetzt in dieser Welt so populär geworden ist. Weshalb nicht? Weil wir biblischen Grundsätzen gemäß folgern und die Stellung eines Christen in dieser Welt verstehen. Als Christen müssen wir uns rein erhalten und dürfen in bezug auf Gottes gerechte Grundsätze niemals Kompromisse eingehen, nur damit diese Welt uns gewogen sei.
6. Wie muß der Christ in der Frage der Bluttransfusion gemäß den Grundsätzen und Gesetzen Gottes folgern?
6 Bluttransfusion ist ein weiteres Beispiel für ein Wort, das in der Bibel nicht ausdrücklich erwähnt wird; dennoch müssen diesbezüglich im Sinne der göttlichen Grundsätze und Gesetze vernünftige Schlüsse gezogen werden. Wie leicht lassen sich Menschen, die Gottes Grundsätze außer acht lassen, von Gefühlsregungen oder Empfindungen leiten! Die Bluttransfusion ist erst in den letzten Jahren aufgekommen und ist daher in biblischen Tagen nie durchgeführt worden. Gottes Grundsätze und Gesetze sind indes klar: Das Leben des Fleisches liegt im Blute. Blut darf nicht gegessen werden. Blut muß ausgegossen, nicht aufbewahrt werden. Bluttransfusion ist dasselbe wie intravenöse Ernährung; es bedeutet Ernährung mit Blut. Daraus muß gefolgert werden, daß die Bluttransfusion ein unbiblischer Brauch ist. Grundsätze triumphieren über Gefühle. Wahre Christen werden nicht einen Kompromiß eingehen, indem sie zuließen, daß Blut in irgendeiner Form durch Transfusion eingenommen wird, wodurch sie sich die Mißbilligung Jehovas zuzögen. Es wäre jedenfalls unvernünftig, wollte man, nur um das jetzige Leben um einige Wochen oder Jahre zu verlängern, das ewige Leben in der neuen Welt einbüßen.
7. Welchem Druck mag ein Christ in Verbindung mit Bluttransfusion ausgesetzt werden?
7 Wer aber wird bestreiten, daß man in eine Prüfung hineinkommt, wenn man persönlich in den Kampf zwischen den aufgewühlten Gefühlen der Menschen in der Welt und den Grundsätzen der Wahrheit hineingezogen wird? Scheint denn, oberflächlich betrachtet, eine Bluttransfusion nicht wertvoll zu sein? Könnte man nicht einwenden, daß sich jemand dadurch am Leben erhalten und besser imstande sein könnte, Gott zu dienen? Es hilft nichts, auf Argumente einzugehen. Es mag sein, das Blutersatzmittel nicht dasselbe bewirken wie wirkliches Blut, aber Gottes Grundsätze sind festgelegt, und Christen halten sich an seine Gesetze, auch wenn sie medizinischen Argumenten widersprechen mögen. So wird denn auf die Jehova hingegebenen Diener beständig ein Druck ausgeübt, und nur wenn der Christ die Dinge ruhig und klar durchdenkt und sie reiflich erwägt, indem er sorgfältig und gebetsvoll den Willen Jehovas erforscht, vermeidet er Kompromisse.
KOMPROMISSE SCHLIESSEN — EINE GEFAHR
8. Warum sollte man es vermeiden, sich auch nur auf einen Kompromiß einzulassen?
8 Kompromisse einzugehen ist gefährlich. Jemanden zu veranlassen, Zugeständnisse zu machen, heißt, das gute Gewissen einer Person verletzen. Es können sich daraus leicht andere Kompromisse ergeben. Dies mag verglichen werden mit der Handlungsweise eines Menschen, der eine Lüge äußert und dann viele weitere äußern muß, um die erste zuzudecken.
9. Was bedeutet für den Christen eine neutrale Haltung der Welt gegenüber?
9 Ein von Jehovas Wort geleitetes Gewissen wird sich an rechte Grundsätze halten und jemandem helfen, der Welt gegenüber die richtige Neutralität zu bewahren. Ein Jehova hingegebener Diener ist in einer Lage, die von derjenigen eines Weltmenschen ganz verschieden ist. Er hat sozusagen vertraglich die Pflicht übernommen, Jehovas Sache positiv zu vertreten, sowohl durch seine Worte wie durch seine Taten, und er kann sich von diesem Vertrag nicht zurückziehen. (Pred. 5:4, 5) Jemand könnte denken, die neutrale Einstellung der Christen gegenüber der Welt zeige lediglich an, daß sie nicht an Dingen teilnehmen, die christliche Grundsätze und das christliche Gewissen verletzen. Doch zählt nicht nur das, was du nicht bist, sondern auch das, was du bist! Eine neutrale Haltung der Welt gegenüber heißt nicht etwa Tatenlosigkeit den Interessen der neuen Welt gegenüber, sondern bedeutet aktiven christlichen Dienst, aktive Unterstützung der neuen Welt. Ohne diese Tätigkeit trägt unser Glaube den Stempel des Todes. Die jetzt erforderliche Tätigkeit stützt sich auf den von Jesus dargelegten Grundsatz: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ Gewissenhafte Arbeit muß geleistet werden, um an der Erfüllung dieses Vorhabens Jehovas teilzuhaben. — Jak. 2:26; Matth. 24:14, NW.
10. Woran muß der Christ denken, wenn irgendeine Anstrengung gemacht wird, ihn aus dem Predigtdienst hinauszulocken, und was wird er tun?
10 Wie kann sich jemand, der diesen Predigtdienst aufgenommen hat, durch irgend etwas bewegen lassen, den Dienst aus freien Stücken aufzugeben, ohne dabei sein Gewissen zu verletzen? Es gibt Zeiten, da die Welt jemanden zu irgendeinem Sonderdienst aufruft, der mit den biblischen Grundsätzen in Widerspruch steht, nach denen sein Gewissen geschult worden ist, oder der ihn in solchem Maße in eine einträgliche Extrabeschäftigung verwickeln würde, daß er unfähig wäre, dem Predigtdienst die richtige Aufmerksamkeit zu zollen. Dann muß er die Sache auf Grund der Prinzipien des göttlichen Wortes erwägen. Läßt er sich vom Predigtdienst hinweglocken, um ausschließlich der alten Welt zu dienen? Sollte er sich vor dem fürchten, was ihm im Falle einer Weigerung widerfahren könnte? Wird er seinen gegenwärtigen Lebensunterhalt verlieren? Wird er materieller Dinge oder des guten Rufes verlustig gehen, wenn er an seinem Predigtdienst festhält? Hat er mit Verfolgung zu rechnen? Es ist ein Kampf der Grundsätze gegen Gefühle. Gestützt auf den christlichen Grundsatz in bezug auf unser Verhältnis zur Welt, schrieb Paulus in 2. Timotheus 2:3, 4 (NW): „Als Soldat Christi Jesu von rechter Art nimm teil am Erleiden von Ungemach. Niemand, der als Soldat dient, verwickelt sich in die Handelsgeschäfte des Lebens, damit er die Anerkennung desjenigen erlange, der ihn als Soldat angeworben hat.“ Wir sind christliche Kämpfer. Wir sind Gesandte an Christi Statt. Unser Werk ist uns von Gott zugeteilt worden. Jeder einzelne Christ, der diese Grundsätze fest im Sinn behält, folgt seinem Gewissen, auch wenn die Seinen und weltliche Nachbarn nicht verstehen, was Jesus meinte, als er sprach: „So fahrt denn fort, zuerst nach dem Königreich und seiner Gerechtigkeit zu trachten, und all diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ — 2. Kor. 5:20; Matth. 6:33, NW.
11. Wie hat die Geistlichkeit Zugeständnisse in bezug auf die Grundsätze des Wortes Gottes gemacht, und wie hat sich das für sie und die Christenheit ausgewirkt?
11 Wir schulden Jehova tiefen Dank dafür, daß er uns die Augen geöffnet hat, so daß wir sein Vorhaben mit Bezug auf das gegenwärtige System der Dinge, das unter Satan steht, sehen können. Wie ganz anders ist doch unsere Stellung als jene der Geistlichkeit und der Menschen dieser Welt! Die Geistlichkeit ist beunruhigt, weil sie sieht, wie Gottlosigkeit, Kommunismus und heidnische Philosophien gleich einer Flut bis vor die Tore der Christenheit gespült werden und in ihre Organisationen eindringen. Wir aber sind deswegen nicht überrascht, weil Jesus es in der Prophezeiung, die in Lukas 21:20-22 geschrieben steht, voraussagen ließ. Die Führer der Christenheit machen verzweifelte Anstrengungen, ihre einst so starke Herrschaft über die Völker aufrechtzuerhalten. Aber sie vermitteln den Menschen keine solide Grundlage für den Glauben, indem sie sie die reinen Grundsätze Gottes lehren würden, und das Volk hat keinen rechten Halt. Die Geistlichkeit hat immer wieder Zugeständnisse gemacht, was die grundlegenden Prinzipien des Wortes Gottes betrifft, und hat Schrifttexte verdreht, um ihre Zugeständnisse zu rechtfertigen. Sie hat Lotteriespiele, Vorführungen und gesellige Anlässe in den Kirchen und den Gemeindehäusern eingeführt, in dem Versuch, die Herde zusammenzuhalten. Sie hat sich mit Politikern verbunden und gezeigt, daß sie selbst ein Teil dieser Welt ist. Der Nationalrat der Kirchen Christi in den Vereinigten Staaten liefert uns den Beweis hierfür, wenn er bekanntgibt, wie es in einem Bericht der New York Times vom 10. September 1956 heißt, daß „Pfarrer die Pflicht haben, Streitfragen zu durchdenken und in der Politik Partei zu ergreifen“. Christus Jesus und die Apostel hätten das nie getan. Geistliche haben blutige Kriege gesegnet und daran teilgenommen. Doch trotz der Zugeständnisse, die sie machten, und obwohl sie Stellung für politische Führer bezogen, bewahrten sie die Christenheit nicht vor dem geistlichen Bankrott, noch können sie die Macht über das Volk weiterhin behaupten. Sie sind entzweit, uneins und geistlich schwach.
12. (a) In welche Richtung haben Kompromisse die Christenheit geführt? (b) Welche Stellung nehmen im Gegensatz dazu Jehovas Zeugen ein?
12 Jehovas Zeugen haben diesen Zustand in der Christenheit, die sich auf Kompromisse einläßt, erwartet; und Gottes Wort zeigt, daß die Zustände noch schlimmer werden, bis schließlich die grundsatzlose Christenheit einen schwereren Sturz erleben wird wie das untreue Jerusalem im Jahre 607 v. Chr., dessen Sturz das kommende Ereignis prophetisch anzeigte. Jehovas Zeugen wollen nicht mit der untreuen Geistlichkeit, die Kompromisse schließt, zusammengehen, noch wollen sie deren Methoden anwenden. Die Christenheit ist durch Gottes Richterspruch zum Untergang verurteilt. Eine große Kluft hat sich zwischen den grundsatztreuen Dienern Jehovas und den grundsatzlosen falschen Anbetern aufgetan. Während der Höhepunkt herannaht, bewahrt sich Jehovas Organisation rein. Gottes wahre Zeugen halten an den göttlichen Grundsätzen fest und bleiben rein. Wir befinden uns nicht hier auf Erden, um bei der alten Welt populär zu werden; wir befinden uns hier, um die reine Anbetung hochzuhalten.
VON DIESER WELT GETRENNT BLEIBEN
13. Wie haben Jehovas Diener in Verbindung mit dem Werk in Italien eine geduldige, kompromißlose Haltung an den Tag gelegt, und welche Ergebnisse sind die Folge gewesen?
13 Wer die reine Anbetung hochhalten will, muß Geduld und Ausharren üben und sich dabei an christliche Grundsätze halten. In vielen Teilen der Welt mußten sich unsere Brüder in ihren großen Prüfungen fest an Jehovas Grundsätze klammern. Jehova hat sie gestärkt. Betrachtet unsere Brüder in totalitären Ländern. Haben sie Grundsätze um gefühlsbedingter Zweckdienlichkeit willen aufgegeben? Man blicke auf das Beispiel Italiens zurück. Jahrelang standen Mussolinis Schwarzhemden dem Werk, durch das die gute Botschaft von Jehovas Zeugen gepredigt wurde, im Wege. Der Vatikan erfreute sich vertraglicher Beziehungen und der Freundschaft mit der Welt, aber Jehovas Diener in Italien, die an Zahl gering waren, wurden schwer verfolgt. Innerhalb und außerhalb Italiens fragten sich Jehovas Zeugen, wie wohl den Millionen Einwohnern Italiens gepredigt werden könnte. Die Jahre schienen damals lang zu sein, aber Jehovas Zeugen übten Geduld. Sie verloren den Glauben nicht. Sie predigten, wo sie nur konnten. Die Zeit kam denn auch herbei, in der Jehovas Grundsätze in Italien bekanntgemacht werden sollten, und das ‚Schwert der römisch-katholischen Kirche‘ wurde hinweggetan. Als sich das Land dem Predigtwerke erschloß, wurde dieses im ganzen Lande eilends vorangetrieben, und nun blüht und gedeiht ein sich rasch ausdehnender Teil der Neuen-Welt-Gesellschaft im sonnigen Italien.
14. Auf welche Weise sind Jehovas Zeugen in anderen totalitären Ländern von der Welt getrennt geblieben und haben Jehovas Segen erlangt?
14 Auch unsere Brüder im Nazi-Deutschland hielten durch, einige sogar bis in den Tod. Unsere Brüder in der Dominikanischen Republik und in Argentinien hielten durch. Christen erwarten, daß sie vieles zu ertragen haben, während sie von dieser Welt getrennt bleiben, doch während sie auf die von Jehova bewirkte Befreiung warten, predigen sie die gute Botschaft weiter. Jehova hat sie in ihrem Glauben reich gesegnet, so zum Beispiel in Quebeck, wo unsere Brüder einen harten Kampf führten und keine Kompromisse in bezug auf das, was recht ist, eingingen. Jehova hat ihnen den Sieg verliehen, und heute wird die gute Botschaft in diesen Ländern zu Jehovas Ruhm offen gepredigt. Jehovas Diener haben auf Grund der soliden Grundsätze Jehovas standgehalten, auch wenn die Sachlage sehr dunkel zu sein schien. Da sie von der Richtigkeit ihrer Stellungnahme völlig überzeugt sind, haben sie tapfer gekämpft, und es ist ihnen schließlich gelungen, mit Jehovas Hilfe viele Herrscher und Richter von den gesetzmäßigen Rechten derer, die sich an Jehovas Grundsätze halten, zu überzeugen. Und heute wird in diesen Ländern die gute Botschaft zum Preise Jehovas und zum großen Verdruß der sie bekämpfenden Geistlichkeit öffentlich gepredigt.
15. Wie ist es möglich gewesen, daß Jehovas Zeugen trotz der ingrimmigen kommunistischen Verfolgung ausgeharrt haben, und was tun sie, während sie durchhalten?
15 Seit Jahren mußten nun die Brüder in kommunistischen Ländern boshafte Verfolgung erdulden. Äußerst verfängliche und beharrliche Anstrengungen sind gemacht worden, um sie zu Kompromissen zu veranlassen. Daß die treuen Zeugen Jehovas an den christlichen Grundsätzen festgehalten haben, hat sich vor den Herrschern und den Beherrschten zu einem großen Zeugnis ausgewirkt. Wie lange die Brüder diese Umstände noch werden ertragen müssen, wissen wir nicht. Sie behalten den von Jesus dargelegten Grundsatz im Sinn: „Wer bis zum Ende [Schluß] ausgeharrt hat, der wird errettet werden.“ (Matth. 24:13, NW) Auch die folgenden Worte des Paulus geben ihnen Aufschluß: „Du aber bist mir genau gefolgt in bezug auf meine Lehre … meinen Glauben … mein Ausharren, meine Verfolgungen, meine Leiden … die Art der Verfolgungen, die ich ertragen habe; doch aus allem hat mich der Herr errettet. In der Tat werden alle, die mit Gottergebenheit in Gemeinschaft mit Christus Jesus leben wollen, auch verfolgt werden.“ (2. Tim. 3:10-12, NW) Während sie ausharren, predigen sie, und Jehova sammelt durch sie weitere seiner Schafe ein. Nur mit Jehovas Hilfe konnten seine Diener in diesen letzten Tagen einen solchen Nachweis ihres Ausharrens erbringen, und ihm zollen sie allen Dank und Ruhm. Wie glücklich sind doch jene, die sich von Grundsätzen leiten lassen und die im siegreichen Kampfe ausharren! — Jak. 5:11.
16. (a) Weshalb ist es jetzt wichtig, zu wissen, wie man über die Grundsätze des Wortes Gottes argumentieren soll? (b) Wie können wir es vermeiden, uns in menschliche Vernunftschlüsse zu verstricken?
16 Mit der hitzigen Verfolgung, durch die Satan jene überwinden will, die gemäß den wahren, christlichen Grundsätzen leben, hat er wenig Erfolg gehabt. Aber er ist ein schlauer Gegner, der den Kampf noch nicht aufgegeben hat. Stellte er Jesus nicht auf die Probe, indem er ihm etwas einflüsterte, das, oberflächlich gesehen, gut zu sein schien, ihn aber von Jehova weggezogen hätte? (Matth. 4:1-11) Jesus wußte, wie er über biblische Grundsätze zu urteilen hatte, und blieb standhaft. Satan weiß jetzt, daß seine Zeit kurz ist, und er geht umher und sucht alle, auch Jehovas Diener, zu verschlingen. Durch schlau gelegte Fallstricke möchte er Jehovas Diener dazu bewegen, Zugeständnisse zu machen, möchte ihre Widerstandskraft brechen und ihre Anbetung für sich gewinnen. Wir stehen im Begriff, in die größte Zeit der Prüfung einzutreten, die Christen je gekannt haben. Laßt uns also sorgfältig sein in unseren Gedanken und Überlegungen. Halten wir uns an Gottes gerechte Gesetze und Prinzipien. Selbst Personen, die uns nahestehen oder eng mit uns verbunden sind, könnten uns schlechten Rat geben, indem sie menschlichen Vernunftschlüssen folgen statt Gottes Grundsätzen. Der schwergeprüfte Hiob mußte von seiner Frau unheilvolle Worte hören. (Hiob 2:9, 10) Selbst Christus Jesus mußte sich vor gefährlichen Worten hüten, als Petrus, sein enger Mitverbundener, sehr dagegen protestierte, daß Jesus leiden und getötet werden müßte. „Er sprach zu Petrus: ‚Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Stein des Anstoßes, weil du nicht Gottes Gedanken denkst, sondern die der Menschen.‘“ Um dann Petrus zum rechten Denken zu verhelfen, äußerte Jesus einen Grundsatz, der alle Christen angeht: „Denn wer immer seine Seele retten will, wird sie verlieren; wer immer aber seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden.“ (Matth. 16:22-25, NW) So laßt uns denn auf den genauen Rat aus Jehovas Wort und Organisation achten. Jehova hat uns seine gerechten Grundsätze bekanntgegeben, über die wir nachsinnen können, und solange wir im Geiste stark bleiben, indem wir uns diesen Grundsätzen anpassen, werden wir Satan nicht nachgeben.
17. Weshalb müssen wir uns jetzt davor hüten, Kompromisse einzugehen, und was wird denen widerfahren, die sich niemals auf Kompromisse bezüglich christlicher Grundsätze einlassen?
17 Für uns als Jehovas Diener im geistigen Kriegszuge ist nun eine Zeit gekommen, in der wir das, was wir tun, nüchtern erwägen müssen. Wir haben in Satan einen schlauen Feind, und es werden uns viele Schlingen gelegt, die uns zu Fall bringen sollen; wir sollen geistig in Schlaf gelullt oder in die Welt zurückgezogen werden, von dem hinweg, was in unserem Leben den ersten Platz einnimmt, vom Reiche Gottes. In jeder Prüfung unserer Ergebenheit müssen wir ruhig Blut bewahren. Wir müssen die Dinge reiflich erwägen und den Rat aus Gottes Wort und von seiner Organisation sorgfältig betrachten, ehe wir einen Schritt tun, der unseren Dienst gefährden könnte. Wir sollen geistig erwachsene Christen werden, die rechte Entscheidungen treffen können. Mehr und mehr folgt die Welt einem Wege der Zweckdienlichkeit oder der Leidenschaft, wobei sie Grundsätze außer acht läßt, doch mehr und mehr halten sich Jehovas Diener an christliche Grundsätze und legen die Leidenschaften des Fleisches ab. Wir sind Christen. Wir haben uns Gott hingegeben. Wir sind bereit, um der Gerechtigkeit willen zu leiden. Wir sind kein Teil dieser Welt, noch wollen wir es je werden. Die Gegenwart ist eine Zeit des endgültigen Gerichts. Das ewige Leben ist in der Schwebe. Denke an Gottes Dinge und laß dich von diesen beherrschen. Gewinne ewiges Leben, indem du niemals Kompromisse eingehst, durch die christliche Grundsätze gefährdet werden.
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Die falsche Religion erzeugt FanatismusDer Wachtturm 1957 | 1. November
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Die falsche Religion erzeugt Fanatismus
DASS falsche Religion oder falsche Anbetung Fanatismus erzeugt, zeigt die Bibel deutlich. Ein modernes Beispiel hierfür in Panama ist das, was ein Vollzeitdiener Jehovas namens José erlebte.
Am 5. November 1956 wanderten vier Zeugen Jehovas, unter ihnen auch José, in ein kleines Dorf, um dort zu predigen. Unterwegs hielten sie beim Hause einer ihrer Bekannten an, um ein Zeugnis zu geben. Diese Bekannte, eine Frau Gonzalez, gehörte der Evangelistensekte an, und da sie sehr an göttliche Heilungen glaubte, drehte sich das Gespräch um diese Lehre. Während der Diskussion trat ihr Gatte, Herr Gonzalez, mit seinem Machete, einem langen Messer, das allen möglichen Zwecken dient, vom Felde herein, schüttelte den vier Besuchern die Hand und setzte sich, um zuzuhören. Als nun die Frau erklärte, ihr Pastor sage, Jehovas Zeugen seien eine falsche Religion, regte sich ihr Mann sogleich auf und schrie die Zeugen an, sie seien Trunkenbolde und ihr Film über „Die Neue-Welt-Gesellschaft“ hätte sie als eine weltliche Bande enthüllt.
Gonzalez verlangte, daß sie sogleich fortgehen sollten. Als sie aufstanden, um wegzugehen, suchte einer der Zeugen, nämlich José, noch vernünftig mit dem Mann zu sprechen. Darauf machte Gonzalez eine Bemerkung, die der Zeuge nicht deutlich verstand, so daß er fragte, was er gesagt habe. Das brachte Gonzalez in Wut. Seinen Machete erhebend, begann er zu wiederholen: „Ja, du oder ich, du oder ich“, so daß der Zeuge zurückwich. Als José zu seiner Verteidigung einen Stock aufzuheben suchte, schwang Gonzalez seinen Machete und hieb José auf der linken Seite des Gesichts eine große Wunde, ja schlug ihm beinahe ein Ohr ab.
Als José aus dem Hause rannte, während Gonzalez ihn verfolgte, zerstreuten sich die drei anderen Zeugen. José rannte den Weg hinunter, bis er erschöpft war, und rief dann um Hilfe. Eine Frau kam von einem nahen Hause herbei, holte ihn herein und gab ihm ein Taschentuch, um seine Wunde zu verbinden. Ihr Mann half José zur Hauptstraße zu gelangen, wo glücklicherweise gerade ein kleiner Bus daherkam, den ein Mensch guten Willens fuhr. Er nahm den verwundeten José zur nächsten Ersten-Hilfe-Station mit, fand diese aber geschlossen, weil gerade ein Feiertag war. José schien nichts tun zu können, als auf einen Bus zu warten, der ihn in die Stadt Colón überführen würde.
Auf dem Boden liegend und seinen Kopf auf den Schoß eines Freundes legend, wartete José. Blut strömte ihm aus Nase und Mund. Die Nachbarn brachten Eis und Handtücher, um das Bluten zu stillen. Nach fast einer Stunde kam ein Polizeiwagen daher und nahm José und seinen Gefährten guten Willens mit nach dem Krankenhaus in Colón. Mittlerweile verhaftete die Polizei Gonzalez.
Was die übrigen Glieder der Familie Gonzalez betrifft, mißbilligten sie seine fanatische Tat sehr und zeigten, daß ihnen der Vorfall wirklich leid tat. Als Frau Gonzalez ihren Mann im Gefängnis besuchte, fand sie ihn alles andere als reuevoll vor. Fanatisch suchte er sich zu rechtfertigen, indem er Petrus erwähnte, der auch ein Schwert gebraucht habe, um Jesus zu verteidigen. Dabei übersah er ganz, daß der Mann, den Petrus schlug, zu einer bewaffneten Rotte gehörte, die gekommen war, um Jesus, den unschuldigen Sohn Gottes, zu verhaften, und daß selbst unter solch herausfordernden Verhältnissen Jesus den Petrus sehr tadelte, weil er zum buchstäblichen Schwert gegriffen hatte.
José, der Vollzeitdiener, hat sich von seiner Wunde wieder ganz erholt und erfreut sich von neuem der Vorrechte des Predigtdienstes. Wegen dieses Vorfalls hat er viele Gelegenheiten, in seiner Nachbarschaft für den Namen und das Reich Jehovas Zeugnis zu geben. Auch Frau Gonzalez berichtet ihrerseits, daß Leute zu ihr kommen und sagen, daß sie nie daran denken würden, zu ihrer Evangelistensekte überzutreten, wenn sie lehre, daß man töten dürfe. Wahrlich, die falsche Religion macht die Leute zu Fanatikern, und Fanatiker schädigen nicht nur andere, sondern schaden auch ihrer eigenen Sache!
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