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  • Ist die Bibel realistisch?
    Erwachet! 1976 | 8. Januar
    • Erde verschaffen können. Der Apostel Johannes, der zur Zeit der sechsten Weltmacht (Rom) lebte, schrieb die Vision, die er von Gott erhielt, nieder. Sie lautet auszugsweise: „Da sind sieben Könige: fünf sind gefallen [vor den Lebzeiten des Johannes], einer ist [Rom], der andere ist noch nicht gekommen, doch wenn er gekommen ist, muß er eine kurze Weile bleiben“ (Offb. 17:10).

      Die Vereinigten Staaten von Amerika — der eine Teil der siebenten Weltmacht — bestehen erst seit etwa 200 Jahren. In der Weltgeschichte ist das eine kurze Zeit. Johannes spricht auch von einem ACHTEN König. Dieser König „entstammt den sieben“. Er regiert zur gleichen Zeit wie die siebente Weltmacht, aber nicht lange. Bei diesem „König“ handelt es sich um eine Regierung, die aus Teilen der sieben Weltmächte besteht — um einen Weltbund. Er geht zusammen mit der siebenten Weltmacht „hin in die Vernichtung“. Deshalb wird in der Bibel keine Weltmacht erwähnt, die die siebente überlebt. Das Ende ist erreicht (Offb. 17:11).

      Darf also von der Bibel, nachdem wir festgestellt haben, daß sie die heutigen Weltverhältnisse genau vorhergesagt hat und daß sie erkennen läßt, an welchem Punkt der Entwicklung wir angelangt sind und daß die Zeit der Befreiung nahe bevorsteht, nicht mit Recht gesagt werden, sie sei ein realistisches Buch? Sie läßt auch keinen Zweifel über die Identität der Weltmächte. Ferner zeigt sie, daß der Mensch die Probleme, die seinem Glück im Wege stehen, nicht zu lösen vermag. Und schließlich ist die Bibel auch realistisch, indem sie darauf hinweist, daß sich die Menschen, veranlaßt durch den Ruf „Friede und Sicherheit!“ (herbeigeführt von Menschen), unmittelbar vor der Vernichtung ihrer Systeme in Sicherheit wiegen würden (1. Thess. 5:3).

      Ja, die Bibel ist realistischer als die Versprechungen der Politiker, der Wirtschaftsexperten und sogar der Geistlichen. Sie zeigt, warum die Weltprobleme bestehen und was wir zu erwarten haben. Enthält sie jedoch auch Rat für das tägliche Leben, der praktisch und den Menschen jetzt von Nutzen ist? Mit dieser Frage wollen wir uns nun befassen.

  • Brauchbare Ratschläge für das praktische Leben
    Erwachet! 1976 | 8. Januar
    • Brauchbare Ratschläge für das praktische Leben

      VIELE aufrichtige Menschen sehen ein, daß sie mit ihren Problemen allein nicht fertig werden. Ein bekannter Arzt und Psychotherapeut aus Florida sagte: „Bei einem hohen Prozentsatz der Menschen führt der moderne Lebensstil zu psychischen Störungen. Sie meinen, mit Drogen experimentieren und den Geschlechtspartner nach Belieben wechseln zu können. Auch glauben sie, dem Streß gewachsen zu sein, zu dem es führt, wenn man über seine Verhältnisse, nach der neuen Moral und in einer zerrütteten Ehe lebt. Aber sie werden mit alldem nicht fertig.“ Wo können die Menschen die Ratschläge finden, die sie so dringend benötigen?

      Bernard Baruch, ein bekannter amerikanischer Politiker, sagte über den praktischen Wert der Bibel: „Die beste Anleitung geben immer noch die Zehn Gebote und die Bergpredigt.“ Warum ist das seine Meinung? Wir wollen uns kurz mit einigen der Grundsätze befassen, die in der Bergpredigt erwähnt werden. Jesus sagte darin über die Bedürfnisse des Menschen folgendes: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ,Was sollen wir essen?‘ oder: ,Was sollen wir trinken?‘ oder: ,Was sollen wir anziehen?‘ ... Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all diese Dinge benötigt. ... Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug.“ Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Denn wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Matth. 6:31-34; Luk. 12:15).

      In diesen Worten wird die normale Sorge des Menschen um Nahrung, Kleidung und Obdach hervorgehoben. Die materialistische Welt betont jedoch häufig nicht die Bedürfnisse, sondern die Wünsche des Menschen. Durch die Wirtschaftswerbung werden ständig neue Wünsche nach Luxusartikeln geweckt, so daß die Menschen nie zufrieden sein können mit dem, was sie haben. Deshalb ist nicht der Reiche zufrieden, sondern der, der wenig Wünsche hat. Der Mensch sollte erkennen, worin seine echten Bedürfnisse bestehen, und die praktischen Ratschläge schätzen, die es ihm ermöglichen, diese Bedürfnisse zu befriedigen.

      Die Ratschläge der Bibel — heute noch brauchbar

      Obschon die Bibel bereits jahrhundertealt ist, sind ihre Ratschläge immer noch brauchbar. Im Laufe der Zeit hat sich vieles verändert, aber die menschliche Natur ist dieselbe geblieben. Wir müssen uns mit den gleichen Problemen auseinandersetzen wie die Menschen früher, nur sind die Probleme heute viel größer, viel weitreichender. Wir lesen in dem Werk The World Book Encyclopedia: „Auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik hat der Mensch große Fortschritte gemacht, aber in der Bewältigung menschlicher Probleme ist er nicht so erfolgreich gewesen.“ Wie diese Probleme richtig gelöst werden können, zeigt nur die Bibel. „Wer ist weise? Er wird sowohl diese Dinge beobachten als auch auf Jehovas Taten liebender Güte achten“ (Ps. 107:43).

      Ein einfaches Leben erstrebenswert

      Gott empfiehlt uns, einfach zu leben. „Er hat dir mitgeteilt, o Erdenmensch, was gut ist. Und was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ (Micha 6:8). Wenn der Mensch so lebt, wie er leben sollte, so, wie es sein Schöpfer eigentlich wünscht, nämlich in Übereinstimmung mit diesen praktischen Ratschlägen, kann er schon im gegenwärtigen bösen System verhältnismäßig glücklich sein. Geht er über diese fundamentalen Empfehlungen hinaus, so mag sein Lebensstil durch viele in Wirklichkeit unnötige und unwichtige Dinge kompliziert werden. Das wirkt sich dann zu seinem Schaden aus.

      Eine Menge Schulden, der Wunsch nach Luxusgütern, das Streben nach Rang und Namen, ein Leben nach einer Ethik, die ein schlechtes Gewissen zur Folge hat — das alles trägt dazu bei, daß unsere Gesellschaft immer mehr aus den Fugen gerät, daß die Menschen unglücklich, frustriert, durch Streitigkeiten entzweit und für Selbstmord anfällig sind. Viele suchen bei Ärzten und Psychotherapeuten Hilfe oder nehmen Beruhigungspillen und hören auf Rat, der häufig eine Verschlimmerung ihrer Lage zur Folge hat.

      Selbst wenn es keine anderen Beweise für die Zuverlässigkeit und den praktischen Wert der Bibel gäbe, so wäre sie allein schon durch ihre gerechten Grundsätze und ihre sittlichen Normen als Erzeugnis des göttlichen Geistes zu erkennen. Ihre praktischen Ratschläge betreffen jede Phase des täglichen Lebens. In keinem anderen Buch wird der Ursprung aller Dinge, insbesondere der Ursprung des Menschen, sowie der Vorsatz des Schöpfers in bezug auf die Erde und den Menschen so einleuchtend erklärt wie in der Bibel. Man beachte, welche Wirkung es hätte, wenn ihre Ratschläge befolgt würden.

      Heute gibt es vielerorts große Probleme wegen des Rassenhasses und des Nationalismus. Die Bibel stützt Ideologien, die zu solchen Problemen Anlaß geben, nicht, sondern erklärt unmißverständlich, daß Gott „aus e i n e m Menschen jede Nation der Menschen gemacht“ hat, „damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen“ (Apg. 17:26). Würde diese Tatsache anerkannt, so gäbe es weit weniger Probleme.

      Sittlichkeit

      Gemäß der Bibel ist der Geschlechtsverkehr zwischen Unverheirateten „Hurerei“. Sie gibt folgenden praktischen Rat: „Flieht vor der Hurerei“ und erklärt, „daß kein Hurer ... irgendein Erbe im Königreich des Christus und Gottes hat“ (1. Kor. 6:18; Eph. 5:5). Ferner lesen wir darin, daß Gott ‘Ehebrechern und Homosexuellen sein Reich nicht gibt’ (1. Kor. 6:9, 10, NT 68). Würden die Menschen den biblischen Rat befolgen, so würden sie sich sehr viel Kummer ersparen; auch gäbe es weniger Haß und weniger Krankheiten (Röm. 1:24-27).

      Ehe- und Familienleben

      Den Eheleuten und den Kindern wird in Gottes Wort folgendes geboten: „Die Ehefrauen seien ihren Männern untertan wie dem Herrn.“ „Die Ehemänner [sind] verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber.“ „Kinder, gehorcht euren Eltern in Gemeinschaft mit dem Herrn, denn das ist gerecht“ (Eph. 5:22, 28; 6:1).

      Die Wichtigkeit eines harmonischen Familienlebens kann nicht genug betont werden. Die Bibel enthält viele Ratschläge über das Verhältnis zwischen Mann und Frau, über die Kindererziehung und über ein glückliches Familienleben. Sind diese Ratschläge praktisch? Dr. Charles W. Socarides zitiert in einem Artikel, der überschrieben war „Die Homosexualität ist keine Veranlagung, sondern eine Störung“, aus dem Buch Homosexualität: Eine psychoanalytische Studie männlicher Homosexueller (engl.), verfaßt von Dr. Irving Bieber. In einem Bericht über 106 männliche Homosexuelle und 100 männliche Heterosexuelle wurde erwähnt, daß Homosexuelle häufig eine Mutter haben, die sexuell provozierend und anklammernd ist, und einen Vater, der abweisend und distanziert ist.

      Dr. Socarides schreibt weiter: „Nach meiner Überzeugung wird die Homosexualität dadurch verursacht, daß ein menschliches Wesen in der frühkindlichen Phase steckenbleibt, in der die Ablösung von der Mutter vollzogen werden und in der sich seine individuelle Eigenart ausbilden sollte; dies ist normalerweise im Alter von drei Jahren erreicht und ist für sein Geschlechtsbewußtsein entscheidend. Geschieht das nicht, so hat das bei Jungen einen Mangel an Männlichkeit zur Folge und gleichzeitig eine Intensivierung und Fortdauer der primären Identifikation mit der Mutter. So beginnt die homosexuelle Entwicklung.“

      Die Homosexualität ist nur eine von vielen schlechten Früchten, die zum Teil darauf zurückzuführen sind, daß dem Mann und der Frau, dem Vater und der Mutter sowie den Kindern nicht der Platz zuerkannt wird, der ihnen in der Familie zukommt. Wie können die Kinder richtig erzogen werden, wenn die Eltern uneins sind, wenn sie sich gegenseitig kein Vertrauen schenken und wenn sie nicht glücklich sind? Zerrüttete Familienverhältnisse oder eine Familie, in der man nicht mehr miteinander spricht oder deren Glieder kein liebevolles Verhältnis zueinander haben und in der es an Ordnung und Zucht mangelt, bildet den Nährboden für alle möglichen Verbrechen. Kann man mit Recht sagen, daß die Menschen ganz gut ohne die Ratschläge, die die Bibel über das Familienleben gibt, auskommen?

      Schlechte Gesellschaft

      In vielen Fällen sind also schlechte Neigungen auf Fehler zurückzuführen, die im Elternhaus gemacht worden sind, aber es gibt natürlich noch andere Faktoren, die zur Ausbreitung der Unsittlichkeit beitragen. Wenn man pornographische Schriften liest, pflegt man mit dem Verfasser dieser Schriften geistige Gemeinschaft. Auch durch den persönlichen Umgang mit Leuten, die auf einem niedrigen sittlichen Niveau stehen, werden andere, die ursprünglich sittlich höher standen, verlockt, ein ungehemmtes und zügelloses Leben zu führen (1. Petr. 4:4, NT 68). Die Bibel gibt den Rat, über Dinge nachzusinnen, die gut sind, und sagt warnend: „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Kor. 15:33; Phil. 4:8). Wir werden unweigerlich schlecht handeln, wenn wir Personen zu unseren „Freunden“ machen, die es gewohnt sind, schlecht zu handeln. Die Bibel sagt schlicht: „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einläßt, dem wird es schlecht ergehen“ (Spr. 13:20). Ist das nicht ein guter, vernünftiger und praktischer Rat?

      Geschäftsgebaren

      Die Bibel enthält sogar Ratschläge für Geschäftsleute. Zum Beispiel finden wir darin folgenden Grundsatz: „Zweierlei Gewicht und zweierlei Epha-Maß [eines zum Einkaufen und eines zum Verkaufen] — sie alle beide sind für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges“; und sie gebietet: „Beraube nicht den Geringen, weil er gering ist“ (Spr. 20:10; 22:22). Sie verurteilt auch die Einstellung arbeitsscheuer Personen, die der Parole folgen: „Schröpft die Reichen!“ Gemäß dem biblischen Grundsatz müssen Arme und Reiche gleich behandelt werden: „Du sollst den Geringen nicht mit Parteilichkeit behandeln, und du sollst die Person eines Großen nicht bevorzugen“ (3. Mose 19:15).

      Eine Zusammenfassung der praktischen Ratschläge, die die Bibel über zwischenmenschliche Beziehungen gibt, sind folgende Worte Jesu: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das ,Gesetz‘ und die ,Propheten‘ bedeuten“ (Matth. 7:12). Man stelle sich vor, wie die Welt aussähe, wenn die Menschen nach diesem Grundsatz handelten! Wie glücklich wären sie alle!

      Ohne Führung kann der Mensch nicht glücklich sein

      Ganz offensichtlich wenden die meisten Menschen die Ratschläge der Bibel nicht an, obschon viele eine Bibel besitzen und einige sogar darin lesen. Es genügt aber nicht, lediglich eine Bibel zu besitzen oder einer Kirche anzugehören. Wer glücklich sein möchte, muß auch nach den Grundsätzen der Bibel handeln. Der eine oder andere mag zwar skeptisch sein, aber es ist eine Tatsache, daß sich die Ratschläge der Bibel mit Erfolg anwenden lassen, obschon wir in einem verderbten System der Dinge leben. Wer die Ratschläge der Bibel befolgt, wird seine Lebensqualität verbessern, denn wir lesen in der Heiligen Schrift: „Gottergebenheit aber ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben hat“ (1. Tim. 4:8). Das ist keine graue Theorie, sondern Wirklichkeit, wie das Leben vieler Menschen überzeugend beweist.

  • Das Leben vieler Menschen — ein sichtbarer Beweis
    Erwachet! 1976 | 8. Januar
    • Das Leben vieler Menschen — ein sichtbarer Beweis

      DAS Leben zu vereinfachen, Herzensfrieden zu finden und glücklich zu sein ist in unserer aus den Fugen geratenen Welt alles andere als leicht. Ist dieses Ziel jedoch erreichbar, wenn man die Grundsätze der Bibel anwendet und ihre Ratschläge beherzigt? Das Befolgen guter Grundsätze und Ratschläge müßte eigentlich zufriedenstellende Ergebnisse zeitigen. Gibt es Beweise dafür, daß die Bibel Menschen veranlassen kann, Änderungen vorzunehmen, die für ein glückliches Leben unerläßlich sind? Kann die Bibel Menschen helfen, ganz gleich, welchen Beruf sie ausüben oder in welcher Lage sie sind?

      Ja, das kann sie. Auf der ganzen Erde gibt es jetzt wenigstens zwei Millionen Menschen, die die Bibel erforschen und die sich bemühen, ihre Ratschläge in jedem Bereich des Lebens anzuwenden. Sie können aus Erfahrung sagen, daß es ihnen dadurch, daß sie sich ausschließlich von der Bibel leiten lassen, möglich geworden ist, ein nützliches und produktives Leben zu führen. Diese Menschen sind als Jehovas Zeugen bekannt. Die Mehrzahl von ihnen hat schon immer ein normales Leben geführt und sich nichts zuschulden kommen lassen. Doch einige unter ihnen sind früher öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten oder haben einen schlechten Lebenswandel geführt. Manche sind früher regelmäßig in die Kirche gegangen, andere dagegen sind religionslos gewesen. Einige stammen aus guten Familienverhältnissen, andere aus schlechten. Aber etwas hatten alle gemeinsam: das Bedürfnis nach Geborgenheit und den Wunsch, in ihrem Leben etwas Sinnvolles zu tun, etwas, was von Bestand ist. Gott nimmt von Menschen Notiz, die glücklich leben, das Rechte tun, ihn kennenlernen und ihm dienen möchten. Das beweisen folgende Erfahrungen.

      Psychologe sieht, daß Bibel Familie hilft

      Die Bibel kann für den einzelnen, aber auch für ganze Familien eine große Hilfe sein. Einen Psychologen, der es mit eigenen Augen beobachtet hat, hat das überrascht und vom Wert der Bibel überzeugt. Er berichtet: „Mein Vater ermunterte mich zu studieren. Ich entschied mich für Psychologie. Nachdem ich mein Studium beendet hatte, begann ich, mich im Gefängniswesen zu betätigen. Diese Tätigkeit befriedigte mich einigermaßen, denn ich hatte das Gefühl, Menschen wirklich helfen zu können.

      Nach einigen Jahren merkte ich jedoch, daß die Methoden, die ich anwandte, bei den Jugendlichen kaum eine Veränderung bewirkten. Oberflächlich gesehen, hatten sie sich gebessert, aber in ihrem Wesen waren sie so gut wie unverändert, und auch ihre Einstellung der Gesellschaft gegenüber war noch fast die gleiche. Das machte mich nachdenklich. Die Anwendung all dessen, was ich auf der Universität gelernt hatte, vermochte diese Jugendlichen nicht so zu beeinflussen, daß sie gute Menschen wurden.“

      In der Zeit, in der er Jugendliche, die bedingt verurteilt worden waren, beaufsichtigte, mußte er sich um einen Fall kümmern, der ihm zu denken gab. Es handelte sich um eine Familie mit drei Kindern, die alle mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren. Ein dreiviertel Jahr lang gehörte dieser Fall, den er übrigens als hoffnungslos ansah, nicht mehr zu seinem Aufgabenbereich. Aber als er diese Familie nach dieser Zeit wieder besuchte, merkte er, daß eine große Veränderung vor sich gegangen war. Die Wohnung, die früher schmutzig und unaufgeräumt gewesen war, blitzte jetzt vor Sauberkeit. Die Kinder waren anständig angezogen und schienen sich geborgen zu fühlen. Was war die Ursache dieser Veränderung? Die Mutter hatte angefangen, unter der Anleitung von Zeugen Jehovas die Bibel kennenzulernen und ihre Grundsätze auf das Familienleben anzuwenden. Als er diese erstaunliche Veränderung feststellte, fragte er sich, ob es etwas gebe, was bessere Ergebnisse zeitige als die Methoden, die er während seines Studiums kennengelernt hatte.

      Was ihm ebenfalls zu denken gab, war die Verschlechterung der Weltverhältnisse und die Unfähigkeit des Amtes, in dem er arbeitete, mit den sozialen Problemen fertig zu werden. Er berichtet:

      „Das Amt versuchte mit verschiedenen Methoden, gute Ergebnisse zu erzielen. Die Zahl der zu bearbeitenden Fälle wurde zum Beispiel verringert, und neue Methoden wurden ausprobiert. Frühere Verfahren wurden wieder hervorgeholt und mit einer neuen Bezeichnung versehen. Aber alle diese Bemühungen schienen erfolglos zu sein.“

      Dieser Mann begann sich daher nach etwas Besserem umzusehen. Er fing an, in der Bibel zu lesen, aber er verstand nur wenig davon. Seine Mutter, die zu der Zeit, als er an der Universität zu studieren begonnen hatte, Zeugin Jehovas geworden war, hatte versucht, ihm einiges zu erklären, aber damals war er an dem, was sie sagte, nicht interessiert gewesen. Nun suchte er einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas auf und begann ernsthaft, die Bibel zu erforschen. Unter den jungen Leuten sah er einige, die früher Drogen genommen hatten und mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Doch nachdem sie ihre Anschauungen geändert hatten, waren sie verantwortungsbewußte und sittlich einwandfreie Menschen geworden. Nun erkannte er, daß sich ein Mensch durch die Anwendung der biblischen Grundsätze zu ändern vermag, und zwar von Grund auf. Das hat er dann sogar an sich selbst erlebt.

      Gewaltverbrecher ändert sich

      Über einen ähnlichen Fall berichtete die in South Middlesex (Massachusetts, USA) erscheinende Zeitung News in ihrer Ausgabe vom 11. Mai 1975. Der Bericht trug die Überschrift „Strafgefangener bezahlt religiöse Schuld“ und handelte von einem Gefangenen in mittlerem Alter.

      Dieser Mann war in eine Zelle gekommen, in der ein Gefangener saß, der Zeuge Jehovas geworden war. Der Mann, der früher katholisch war, erzählte: „Alles, was der Zeuge Jehovas sagte, widersprach dem, was ich gelernt hatte, aber schließlich erkannte ich, daß Jehovas Zeugen alle derartigen Widersprüche klären können.“ Ferner berichtete dieser ehemalige Verbrecher, er habe jetzt einen festen Halt und habe ein Ziel vor Augen; das sei bis dahin in seinem Leben unbekannt gewesen. Er wurde beurlaubt, um außerhalb des Gefängnisses zu arbeiten, und in dieser Zeit half er den Zeugen Jehovas in Framingham (Massachusetts), einen Königreichssaal zu bauen. Er sagte, das, was er aus der Bibel gelernt habe, sei ihm eine Hilfe gewesen, „den Trend zur Gewalttat“ in seiner Familie zu ändern.

      Der Psychologe, der ihn behandelte, bestätigte, daß sein Patient sich völlig geändert habe. Er sagte, früher sei er eine „amoralische, gewalttätige Person gewesen“, jetzt sei er „ein Mensch mit einem Gewissen“. „Ich schreibe diese Veränderung ganz seinem Umgang mit den Zeugen zu. In den vergangenen zweieinhalb Jahren ist er unter ihrer Leitung durch Mittel, die eine starke Wirkung und einen großen Einfluß haben, umerzogen worden. Dieser Mann wäre mit Hilfe der Therapie niemals so weit gekommen. Ich habe beobachten können, wie sich dieser Mann, der amoralisch und gewalttätig war, zu einem verantwortungsbewußten Menschen entwickelte, was ziemlich schwierig ist.“

      Der Psychologe erwähnte, daß sich vielleicht der eine oder andere jetzt frage, ob diese Wandlung von Dauer sei, besonders wenn man die Verhältnisse berücksichtige, aus denen dieser Mann stamme, und die gewaltige Änderung, die mit ihm vor sich gegangen sei; der Psychologe ist jedoch ziemlich sicher, daß er nicht rückfällig wird. Er fügte noch hinzu: „Natürlich gibt es keine Bescheinigung und keine Garantie dafür, aber ich glaube, daß er eine Gruppe gefunden hat, an der er sich orientieren kann; sie ist für seine Wandlung verantwortlich.“

      Die Ermahnungen der Bibel können sich, wenn man sie anwendet, günstig auf das Leben eines Menschen auswirken, ganz gleich, aus welchen Verhältnissen er stammt. Selbst Personen, die ein einwandfreies Leben führen und eine Arbeit haben, die sie einigermaßen befriedigt, machen die Erfahrung, daß es nur mit Hilfe der Bibel möglich ist — wegen der herrlichen Hoffnung, die sie bietet, und der hohen sittlichen Grundsätze, die sie lehrt —, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen.

      Bibelkenntnisse besser als die Kenntnisse, die eine Krankenschwester haben muß

      Man beachte folgende Erfahrung, die eine Frau in New York gemacht hat. Sie war jahrelang als Schwester in der öffentlichen Gesundheitspflege tätig. Diesen Beruf hatte sie gewählt, um ihren Mitmenschen zu dienen. Das war bestimmt eine edle Absicht. Aber diese Frau, die heute noch als Krankenschwester tätig ist, erkannte schließlich immer deutlicher, daß mehr erforderlich war als der Beruf, um wirklich glücklich und zufrieden zu sein. Doch sie mußte noch einige Hindernisse überwinden, ehe sie einsah, daß die Bibel der Schlüssel ist, um das zu finden, was ihr in ihrem Leben fehlte. Sie erzählte:

      „Ich war keine religiöse Person, ja ich bezweifelte sogar ernsthaft, daß es einen Gott gibt. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum Säuglinge sterben, warum alte Menschen noch so lange leiden müssen und warum Gelähmte, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind, nicht sterben können. Doch mein Beruf — Schwester in der öffentlichen Gesundheitspflege — befriedigte mich bis zu einem gewissen Grad.

      Zu meinem Aufgabenbereich gehörte auch der Besuch von Schulen. Bei einem solchen Besuch fiel mir auf, daß die Holztreppen des Schulhauses gefährlich wackelten. Ich war Mitglied einer Kommission, in der ich die öffentliche Gesundheitspflege vertrat. Dieser Kommission gehörten auch Geschäftsleute, Ärzte, Rechtsanwälte und Lehrer an, und ihr Zweck bestand darin, der Gemeinde zu helfen, ihre Probleme zu lösen. Diese Kommission schrieb einen Brief an die Schulverwaltung und empfahl, die baufällige Schule zu renovieren. Es vergingen drei Jahre, aber nichts geschah. Die Kommission schrieb in diesen drei Jahren drei Briefe, und jeder dieser Briefe wurde bestätigt, und wir wurden gelobt, weil wir uns für das Wohl der Gemeinde einsetzten. Aber es wurde nichts unternommen, um die Unfallgefahr in dem Schulhaus zu beseitigen.

      Auch das Klassensystem, das auf sozialen Vorurteilen beruht, widerte mich an. Als ich mit meinem Bruder darüber sprach, der Zeuge Jehovas ist, sagte er, daß den Beamten die Hände gebunden seien. ,Das System hindert sie daran, ihre guten Absichten in die Tat umzusetzen‘, erklärte er. Das gab mir zu denken.

      Mein Bruder schenkte mir einige biblische Schriften. Sie interessierten mich im Grunde genommen nicht groß. Dennoch begann ich, darin zu lesen, aber nur, um Fehler zu suchen. Manchmal erschrak ich während des Lesens. Dann verglich ich das, was ich las, mit meiner Bibel, doch jedesmal zeigte es sich, daß das, was gesagt wurde, stimmte. Deshalb dachte ich, es sei besser, erst die Bibel zu lesen, bevor ich mich auf eine Diskussion einlassen würde.

      Mit der Zeit erkannte ich, daß die Bibel zuverlässig und von Gott inspiriert ist. Besonders tief beeindruckten mich die Prophezeiungen der Bibel. Ich war überrascht, festzustellen, daß das, was Gott Jahrhunderte im voraus gesagt hatte, dann auch eingetroffen war. Und als ich über die Bedeutung des Wortes ,Sünde‘ aufgeklärt wurde, begriff ich, wieso auch ich zu den Sündern zählte. Bis dahin hatte ich mich nie für einen schlechten Menschen gehalten. Ich log nicht, stahl nicht und beging keinen Ehebruch. Die Bezeichnung ,Sünder‘ erschien mir extrem. Aber als man mir erklärte, daß das Wort ,Sünde‘ in den Sprachen, in denen die Bibel verfaßt wurde, ,das Ziel verfehlen‘ bedeutet, wurde es mir verständlich, denn auch ich hatte ja Fehler wie alle übrigen Menschen.

      Als ich erfuhr, daß wir jetzt in den letzten Tagen des gegenwärtigen alten Systems leben und daß unser himmlischer Vater vorhat, den Menschen auf einer gereinigten Erde vollkommene Gesundheit zu schenken — von einem solchen Programm hatte ich noch nie gehört —, war ich begeistert. Ich bin zwar immer noch als Krankenschwester tätig, kann jetzt den Patienten aber nicht nur in ihrer körperlichen Krankheit, sondern auch in geistiger Beziehung helfen.“

      Eine glückliche Ehe

      Wie ein Leben aussehen kann, wenn man sich nicht um die Ratschläge der Bibel kümmert, und wie es aussehen kann, wenn man sich darum kümmert, und wie sich das auf die Ehe auswirkt, zeigt folgende Erfahrung eines jungen Mannes, der in der amerikanischen Luftwaffe diente.

      Als Angehöriger der Luftwaffe führte dieser Mann ein zügelloses Leben. Nach einiger Zeit fühlte er sich verpflichtet, ein Mädchen zu heiraten, das von ihm ein Kind erwartete. Aber er war nicht bereit, seine Pflichten als Mann und Vater zu übernehmen, sondern schickte seine junge Frau zu ihrer Mutter zurück. Er selbst blieb ihr nicht treu. Die Ehe wurde schließlich geschieden, und seine frühere Frau verheiratete sich wieder.

      Der junge Mann kehrte nach seiner Entlassung aus der Luftwaffe in sein Elternhaus zurück. Zu jener Zeit studierten seine Eltern und sein Bruder unter der Anleitung von Zeugen Jehovas die Bibel. Er beteiligte sich nun ebenfalls an dem Studium und begann auch, nach der Bibel zu leben. Da er gemäß der Bibel frei war, ein zweites Mal zu heiraten, suchte er sich wieder eine Frau. Über sein jetziges Leben im Vergleich zu seinem früheren berichtet er:

      „Früher hatte ich keine Achtung vor den Frauen. Durch meinen Lebenswandel machte ich mich und andere, besonders meine erste Frau, sehr unglücklich. Als ich begann, gemäß der Bibel zu leben, machte ich die Erfahrung, daß das die vernünftigste Lebensweise ist. Weil ich meine zweite Frau so behandle, wie es ein Christ tun sollte, weil ich sie liebe wie mich selbst, sind wir beide sehr glücklich. Wir sind nun schon zehn Jahre verheiratet, und in dieser Zeit hat es so gut wie keine Probleme gegeben. Wenn ich von anderen wegen Eheproblemen um Rat gefragt werde, zeige ich ihnen, was die Bibel sagt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß die Anwendung ihrer Ratschläge zum Erfolg führt. Personen dagegen, die absichtlich oder unabsichtlich nicht nach diesen Ratschlägen leben, machen sich selbst unglücklich und fügen sich Herzeleid zu.“

      Davor bewahrt, Selbstmord zu begehen

      Die Bibel vermag sogar, einem Menschen, der völlig verzweifelt ist, zu helfen, und seinem Leben einen Sinn zu verleihen. Das erlebte ein Jugendlicher im Westen der Vereinigten Staaten.

      Dieser junge Mann verlor im Alter von zwölf Jahren seinen Vater. Seine Mutter war Alkoholikerin und daher unfähig, ihn zu erziehen. Ihm fehlte deshalb die nötige Nestwärme. Er hatte Umgang mit anderen Jugendlichen, die ihn zum Trinken, zum Marihuanarauchen und zum Einnehmen von Barbituraten verleiteten. Dadurch wurde er aber nur noch schwermütiger. Er entwickelte auch einen Minderwertigkeitskomplex und fand das Leben äußerst schwierig.

      Im Alter von siebzehn Jahren suchte er Hilfe bei der Religion. In den Ferien ging er morgens, mittags und abends in die katholische Kirche und verbrachte dort täglich mehrere Stunden. Er betete viel und begann auch, in der Bibel zu lesen. Das Lesen in den Psalmen und in den Sprüchen tat ihm wohl und erfrischte ihn. Aber er hatte das Gefühl, trotz ernsthafter Anstrengungen und trotz seiner Gebete seine Traurigkeit nicht überwinden zu können.

      Eines Abends, als er aus der Kirche kam, war er wieder tief traurig. Zuerst betete er, und dann — etwa um 23.30 Uhr — rief er seine Schwägerin an. Er sagte ihr, daß er verzweifelt sei und sich das Leben nehmen wolle. Sie wußte im Moment nicht, was sie sagen sollte, bat ihn aber, doch zu warten, sie wolle zurückrufen. Dann rief sie schnell eine Arbeitskollegin an, die Zeugin Jehovas war und die ihr auch schon geholfen hatte, Probleme zu lösen.

      Diese Zeugin Jehovas rief darauf den jungen Mann an und vereinbarte mit ihm, sich noch an jenem Abend mit ihm in der Wohnung seiner Schwägerin zu treffen. Etwa eine Viertelstunde vor Mitternacht wurde er von dieser Zeugin und ihrem minderjährigen Sohn mit dem Auto abgeholt. Die liebevolle Art, wie Mutter und Sohn miteinander umgingen, beeindruckte ihn tief. Danach sprachen sie drei Stunden lang über Fragen wie „Wo sind die Toten?“ und „Warum hat Gott das Böse zugelassen?“ Der junge Mann freute sich, als er erfuhr, daß gemäß den Prophezeiungen der Bibel die „letzten Tage“ des gegenwärtigen Systems gekommen seien und daß es bald durch ein gerechtes neues System ersetzt werde. Noch größer war seine Freude, als er hörte, daß er möglicherweise gar nicht erst alt werden und sterben müsse, bevor er mit seinem Vater wieder vereint werde, sondern daß er vielleicht tatsächlich die Gelegenheit haben werde, das Ende des gegenwärtigen Systems zu überleben und seinen Vater willkommen zu heißen, wenn er auferstehe.

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