Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Was die Leute über Jehovas Zeugen wissen möchten
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Was die Leute über Jehovas Zeugen wissen möchten

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Nigeria

      WAS weißt du über Jehovas Zeugen? Vielen sind sie hauptsächlich als die Leute bekannt, die mit der Bibel von Haus zu Haus gehen. Außerdem kennt man sie allgemein wegen ihrer großen Kongresse. Doch viele sagen als erstes, wenn der Name Jehovas Zeugen fällt: „Sind das nicht die Leute, die Bluttransfusionen ablehnen und die Fahne nicht grüßen?“

      Vielerorts sind Jehovas Zeugen Gegenstand eines Meinungsstreites geworden, weil sie Bluttransfusionen ablehnen und nicht bereit sind, der Fahne Treue zu schwören. Viele fragen: „Warum nehmen sie einen solchen Standpunkt ein? Sind sie einfach aufsässig? Wollen sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken? Sind sie gegen den Staat?“

      Viele sind dazu verleitet worden, das zu glauben. Die in Nigeria erscheinende Zeitung Sunday Punch, Ausgabe vom 17. Juli 1977 veröffentlichte die Meinung von Personen aus ganz verschiedenen Lebensbezirken. Ein Student sagte: „Jehovas Zeugen sind Fanatiker. Nigeria sollte sich vor ihnen in acht nehmen.“ Ein Buchhalter behauptete: „Keine Bevölkerungsgruppe hat das Recht, das Hersagen des Treuegelöbnisses abzulehnen. ... Jehovas Zeugen sollten zum Hersagen des Gelöbnisses gezwungen werden.“ Eine Sekretärin stimmte zu: „Es ist nicht recht, daß eine Gruppe unter irgendeinem Vorwand das Gelöbnis mißachtet. Es kommt einer Verachtung der nationalen Sicherheit gleich.“

      Vielfach sind es Geistliche, die die Öffentlichkeit in bezug auf Jehovas Zeugen irreführen. In der gleichen Ausgabe der Zeitung Sunday Punch konnte man lesen: „Der anglikanische Bischof von Ibadan, Rt. Rev. Timothy Olufosoye, griff die Sekte an und sagte, ihre Bücher und Zeitschriften würden von Haß ... sowie von Ablehnung der reinen Lehre und der Liebe Gottes strotzen.“ Auch ein anderer Geistlicher wurde angeführt, der gesagt haben soll: „Ihre Ablehnung, das nationale Gelöbnis herzusagen, ist eine Sünde, weil sie dadurch weltliche Normen mißachten.“

      Sind diese Vorwürfe berechtigt? Warum lehnen es Jehovas Zeugen ab, die Fahne zu grüßen oder sich Blut transfundieren zu lassen? Lehnen sie wirklich die reine Lehre Gottes ab?

      Die Redaktion der Zeitung Sunday Punch beauftragte die Reporterin Dupe Olugunna, das Zweigbüro der Zeugen Jehovas hier in Lagos (Nigeria) aufzusuchen. Sie unterbreitete Albert N. Olih, einem Mitarbeiter dieses Zweigbüros, eine Anzahl handgeschriebener Fragen. Er beantwortete sie, und in der Ausgabe vom 17. Juli 1977 brachte Sunday Punch Fragen und Antworten in gekürzter Form sowie den Standpunkt anderer Personen über Jehovas Zeugen.

      Da Jehovas Zeugen überall in der Welt, nicht nur in Nigeria, Gegenstand von Kontroversen sind, wird dieses Interview für viele Leute auch außerhalb dieses Landes aufschlußreich sein.

      Es folgen die Fragen der Punch-Reporterin und darunter die Antworten von Albert Olih.

      PUNCH: Warum haben Sie einen solchen Verfolgungskomplex?

      OLIH: Wenn Sie damit meinen, ob sich Jehovas Zeugen gern in der Rolle von Märtyrern sehen, muß ich verneinen, denn das trifft auf Jehovas Zeugen nicht zu. Haben es aber gewisse Leute darauf angelegt, uns zu verfolgen, weil wir in bezug auf bestimmte biblische Lehren anders denken als sie, können wir sie nicht daran hindern. In diesem Fall müssen wir die Verfolgung über uns ergehen lassen und ertragen. Wir bemühen uns, im Einklang mit der Bibel zu handeln, weil unsere Organisation sich auf die Bibel stützt; wenn aber gewisse Leute uns verfolgen wollen, weil wir nach dem, was wir als biblische Grundsätze ansehen, leben, bleibt uns nichts anderes übrig, als alles Jehova Gott anzubefehlen (Ps. 83:18).

      Die Bibel sagt: „Behaltet ein gutes Gewissen, damit in dem Besonderen, worin man gegen euch redet, die beschämt werden, welche von eurem guten Wandel in Verbindung mit Christus geringschätzig reden. Denn es ist besser, für Gutestun zu leiden, wenn der Wille Gottes es wünscht, als für Übeltun“ (1. Petr. 3:16, 17). Außerdem lesen wir: „Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh. 15:20).

      PUNCH: Warum sind Sie gegen den Staat? Jesus sagte doch, daß wir ‘dem Kaiser geben sollen, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist’.

      OLIH: Ich selbst bin ein Zeuge Jehovas, aber ich lehne den Staat nicht ab, und das kann ich auch von allen anderen Zeugen Jehovas behaupten. Wir handeln in Übereinstimmung mit den Worten, die wir in Titus 3:1 lesen: „Erinnere sie weiterhin daran, Regierungen und Gewalten als Herrschern untertan und gehorsam zu sein.“ Allerdings mögen einige, bevor sie Zeugen Jehovas wurden, ungesetzlich gehandelt haben. Vielleicht haben sie gestohlen. Es kann sein, daß sie gedacht haben, gewisse Gesetze müsse man nur befolgen, wenn die Polizei in der Nähe sei. Doch dann lernten sie aus der Bibel, daß man eine ganz andere Lebensauffassung entwickeln muß, wenn man Jehova, dem wahren Gott, dienen möchte.

      Wie ein Christ dem „Kaiser“, das heißt dem Staat, gegenüber eingestellt sein sollte, lesen wir in Römer 13:1: „Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan, denn es gibt keine Gewalt außer durch Gott.“ Das bedeutet nicht, daß Gott diese Regierungen eingesetzt hat oder daß er ihre Handlungsweise gutheißt. Einige dieser Regierungen haben ganz offen erklärt, atheistisch zu sein. Dennoch läßt Gott sie bestehen. Sie könnten gar keine Macht ausüben, wenn Gott es nicht zulassen würde. „Jesus antwortete ihm [Pontius Pilatus]: ,Du hättest gar keine Gewalt über mich, wenn sie dir nicht von oben her gewährt worden wäre. Deshalb hat der, welcher mich dir ausgeliefert hat, größere Sünde‘“ (Joh. 19:11). Wir halten uns deshalb an die Lehre: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Matth. 22:21, „Luther“-Bibel).

      PUNCH: Meinen Sie nicht, daß Sie im Falle der Schulkinder, die es ablehnten, das „Treuegelöbnis“ herzusagen, die Staatsgewalt zu sehr herausforderten? Warum halten Sie sich nicht an die Lehre, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist?

      OLIH: Man darf nicht vergessen, daß das Gebot lautet, ‘dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist’. Man muß ermitteln, was Gottes ist, damit man dem Kaiser nicht auch das gibt, was Gott gehört.

      Es sei auch daran erinnert, daß Jesus Fragen über das Zahlen von Steuern beantwortete. Wir sind dankbar, daß die Regierung, unter der wir leben, Straßen und Schulen baut, eine Feuerwehr unterhält, eine Lebensmittelkontrolle ausübt, ein Gerichtswesen hat, das Verbrechen bekämpft und viele andere Dienste leistet. Wie zahlen wir dem „Kaiser“ für das, was er uns gibt?

      Wir tun es, indem wir Steuern zahlen. Die Bibel sagt: „Daher besteht zwingender Grund, daß ihr untertan seid, nicht nur jenes Zornes wegen [Bestrafung für Gesetzesübertretungen], sondern auch eures Gewissens wegen. Denn darum zahlt ihr auch Steuern; denn sie sind Gottes öffentliche Diener, die für eben diesen Zweck beständig dienen. Erstattet allen, was ihnen gebührt: dem, der die Steuer verlangt, die Steuer; dem, der den Tribut verlangt, den Tribut“ (Röm. 13:5-7). Jehovas Zeugen zahlen ihre Steuern.

      Jesus sagte aber auch, man solle Gott geben, was Gottes ist. Was gehört Gott? Wir lesen in Psalm 36:9: „Denn bei dir ist der Quell des Lebens; durch Licht von dir können wir das Licht sehen.“ An einer anderen Stelle lesen wir: „Der Gott, der die Welt und alles, was darin ist, gemacht hat, ... [gibt] allen Personen Leben“ (Apg. 17:24, 25).

      Somit verdanken wir das Leben Jehova Gott, und er allein hat das Recht zu entscheiden, wie davon Gebrauch zu machen ist. Wir sind verpflichtet, ihn anzubeten. Das bedeutet, daß wir seine Gesetze als erstrangig ansehen müssen. Wenn der „Kaiser“ fordert, daß wir die Gesetze Gottes übertreten, sind wir Christen gehalten, das Beispiel des Apostels Petrus und seiner Mitapostel nachzuahmen, die sagten: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg. 5:29).

      Jehovas Zeugen fordern die Staatsgewalt nicht heraus. Sie ahmen Jesus Christus und die Apostel nach, indem sie die Obrigkeit respektieren, andererseits aber ihr Leben für etwas einsetzen, was im Einklang mit dem Willen Gottes ist. Auf diese Weise geben sie Gott tatsächlich, was Gottes ist, aber auch dem Kaiser, was des Kaisers ist (1. Kor. 7:23).

      Nun etwas über das Hersagen des Gelöbnisses: Wie Sie den vielen Zeitungsberichten über die jüngsten Vorkommnisse, bei denen es um Kinder von Zeugen Jehovas ging, entnehmen konnten, erklärten diese Kinder nicht, daß ihnen jemand gesagt habe, sie dürften das Gelöbnis nicht hersagen. In jedem Fall bestanden sie darauf, daß ihr biblisch geschultes Gewissen es ihnen nicht erlaube, die Worte des Gelöbnisses zu wiederholen.

      Diese Kinder müssen den Bericht gelesen haben über die drei jungen Hebräer, Schadrach, Meschach und Abednego, die sich weigerten, an der vom König befohlenen Zeremonie teilzunehmen. Warum weigerten sie sich? Weil es dabei um die Anbetung ging, und sie beteten Jehova Gott an. Ihr Verhalten gefiel Gott. Doch wie reagierte der König von Babylon? Zuerst wurde er rasend vor Zorn. Allmählich aber erkannte er, daß Jehova Gott die Hand im Spiel hatte. Und da es ihm klar wurde, daß sie keine Gefahr für den Staat waren, erließ er ein Dekret, das ihre Freiheit schützte (Dan. 3:1-30). Bewundern Sie das treue Verhalten dieser Männer gegenüber Gott? Möchten Sie nicht ebenso entschieden ausschließlich Gott anbeten, wie es diese drei Männer getan haben?

      Diese Kinder müssen außerdem den Bericht in Markus 12:29-31 gelesen haben: „‚Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft.‘ Das zweite ist dieses: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Kein anderes Gebot ist größer als diese.“

      Kinder, die dazu erzogen werden, Jehova Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Sinn und ganzer Kraft zu lieben und ihren Nächsten wie sich selbst, werden niemals eine Gefahr für das Land. Sie werden später einmal nicht stehlen, nicht betrügen, sich nicht an einem Komplott gegen die Regierung beteiligen, auch werden sie ihrem Lohn entsprechende Arbeit leisten und alles daransetzen, ihr Land und ihre Regierung nicht in Verruf zu bringen. Ist die Behauptung berechtigt, Personen, die bereit sind, dem Gesetz Gottes zu gehorchen und es zu halten, seien eine Gefahr für das Land?

      Wenn es nur in Nigeria vorkäme, daß Kinder es ablehnen, die Fahne zu grüßen, könnte man auf den Gedanken kommen, daß sie die Regierung dieses Landes geringschätzen. Aber die Kinder von Zeugen Jehovas nehmen überall, wo sie solchen Problemen gegenüberstehen, diesen Standpunkt ein.

      PUNCH: Ist nach Ihrer Auffassung das rituelle Hersagen des Gelöbnisses ein eindeutiger Beweis für die Liebe und Treue zum Land?

      OLIH: Das zu entscheiden dürfte die Aufgabe der Obrigkeit sein. In der Bibel finden wir jedoch ein Gleichnis, das dazu beitragen mag, diese Frage zu beantworten. Es steht in Matthäus 21:28, 29: „‚Was denkt ihr? Ein Mensch hatte zwei Kinder. Er ging zu dem ersten hin und sprach: „Kind, geh heute im Weingarten arbeiten.“ Als Antwort sagte dieser: „Ich will, Herr“, ging aber nicht hin. Da trat er zum zweiten hin und sagte das gleiche. In Erwiderung sagte dieser: „Ich will nicht.“ Nachher gereute es ihn, und er ging hin. Welcher von den beiden hat den Willen seines Vaters getan?‘ Sie sprachen: ,Der letztere.‘ Jesus sagte zu ihnen: ,Wahrlich, ich sage euch, daß die Steuereinnehmer und die Huren vor euch in das Königreich eingehen.‘“

      Was ist dem Volk also lieber: Personen, die handeln, oder Personen, die nur reden? Wen würden Sie vorziehen? Den, der durch seine Handlungsweise zeigt, daß er dem Land gegenüber treu ist, indem er die Gesetze des Landes befolgt, zum Beispiel nicht stiehlt, nicht mordet und keinen Regierungsumsturz plant, auch nicht schmuggelt oder hamstert oder andere Dinge tut, die das Volk in Schwierigkeiten bringen und unnötig Gefahren aussetzen könnten, oder den, der diese Dinge tut, aber im Brustton der Überzeugung verkündet, seinem Land treu zu sein?

      PUNCH: Meinen Sie nicht, daß die Mitglieder Ihrer Sekte als Bürger Nigerias gewisse staatsbürgerliche Pflichten erfüllen sollten?

      OLIH: Zeugen Jehovas, die Bürger Nigerias sind, wissen, daß sie diesem Land gegenüber verpflichtet sind, seine Gesetze zu befolgen. Wie bereits erwähnt, geben sie dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (Matth. 22:21). In unserem Gespräch erwähnten Sie das Thema „Wählen“. In einem Leitartikel der Zeitung „New Nigerian“ (18. Oktober 1976) konnte man anläßlich der Kommunalwahlen etwas Interessantes über dieses Thema lesen. Unter anderem hieß es darin: „Wenn man sieht, in welchem Maß in einem Land das Wahlrecht garantiert ist, erkennt man vielfach, inwieweit es die Demokratie verwirklicht hat. Aber wie verhält es sich, wenn Bürger gezwungen werden, dieses Recht auszuüben?“

      In dem erwähnten Artikel wurde weiter ausgeführt: „Die Behauptung einer solchen Gesellschaft, demokratisch zu sein, wird dadurch entlarvt. Deshalb sind alle haarspalterischen Äußerungen gewisser Kreise über die Weigerung der Zeugen Jehovas, zur Wahl zu gehen ..., unangebracht.“ Ferner hieß es in dem Artikel: „Wir sind der Meinung, daß Jehovas Zeugen sich nichts haben zuschulden kommen lassen. Solange ein einzelner oder eine Gruppe ... ihre Steuern bezahlt, sich keiner ungesetzlichen Umtriebe schuldig macht und den Frieden und die Ruhe nicht stört, ist ein demokratisches Staatswesen verpflichtet, dafür zu sorgen, daß sie in Ruhe gelassen und vom Staat geschützt wird — selbst wenn eine solche Person oder eine solche Gruppe nicht wählen geht.“

      PUNCH: Würden Sie bitte Stellung nehmen zu dem Fall in Emekuku, wo eine Schwangere samt dem ungeborenen Kind starb, weil sie sich kein Blut transfundieren ließ mit der Begründung, „die ärztliche Kunst abzulehnen“? Wo in der Bibel wird gesagt, daß wir uns kein Blut übertragen lassen sollten?

      OLIH: Ich kann es kaum glauben, daß diese Frau die ärztliche Kunst ablehnte. Warum wäre sie denn sonst ins Krankenhaus gegangen? Erwartete sie, dort eine Flasche Bier oder etwas Whisky oder Kognak zu bekommen? Sicherlich ging sie ins Krankenhaus, um ärztlichen Beistand zu erhalten. Jehovas Zeugen lehnen die ärztliche Kunst nicht ab.

      Nun möchte ich zu Ihrer Frage, warum Jehovas Zeugen Bluttransfusionen ablehnen, Stellung nehmen. Gottes Gesetz verbietet Diebstahl, Mord, Hurerei und Götzendienst; und Jehovas Zeugen halten sich an dieses Verbot. Gottes Gesetz verbietet auch den Blutgenuß. Wie wir in 1. Mose 9:3, 4 lesen, gebot Jehova dem Noah: „Jedes sich regende Tier, das am Leben ist, möge euch zur Speise dienen. Wie im Falle der grünen Pflanzen gebe ich euch gewiß das alles. Nur Fleisch mit seiner Seele — seinem Blut — sollt ihr nicht essen.“ Auch zu seinem Volk, den Israeliten, sagte Jehova: „‚Keine Seele von euch soll Blut essen, und kein als Fremdling Ansässiger, der in eurer Mitte weilt, soll Blut essen.‘ ... Demzufolge sprach ich zu den Söhnen Israels: ,Ihr sollt nicht das Blut von irgendeiner Art Fleisch essen, weil die Seele von jeder Art Fleisch sein Blut ist. Wer irgend es ißt, wird vom Leben abgeschnitten werden‘“ (3. Mose 17:12-14). Wie diese Bibeltexte zeigen, gestattet Gott dem Menschen nicht, Blut zu essen.

      Nach dem Tod Jesu Christi, als Nichtjuden begannen, das Christentum anzunehmen, bildete der Blutgenuß ein Problem für die Apostel. Das Problem wurde der leitenden Körperschaft der Christenversammlung in Jerusalem unterbreitet, und diese entschied die Sache aufgrund des Wortes Gottes und mit der Hilfe des heiligen Geistes. Wie entschied sie?

      In Apostelgeschichte 15:28, 29 heißt es: „Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch der Dinge zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie des Blutes und des Erwürgten und der Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch wohlgehen. Bleibt gesund!“

      Jehovas Zeugen gehorchen diesem göttlichen Gebot und enthalten sich des Blutes. In Notfällen verwenden sie Plasmavolumenexpander wie Salzlösungen, Dextran usw. Diese Mittel sind weit ungefährlicher als Bluttransfusionen. Jehovas Zeugen haben nichts gegen die ärztliche Kunst. Es gibt in ihren Reihen viele Ärzte und Zahnärzte. Wenn Sie sich in den Krankenhäusern hier in Lagos und in anderen Orten des Landes erkundigen, werden Sie erfahren, daß in diesen Institutionen Zeugen Jehovas als Krankenschwestern und Chemiker arbeiten; einige Zeugen besitzen auch ein Geschäft, in dem sie Arzneimittel verkaufen. Aber sie sind nicht bereit, das Gesetz Gottes zu verletzen und sich bereit zu erklären, die augenblicklich populäre Behandlungsmethode der Blutübertragung zu akzeptieren.

      Hand aufs Herz! Wer, der auf dem Gebiet der Medizin tätig ist, kann ehrlich sagen, daß Bluttransfusionen ungefährlich sind? Das bedeutet nicht, daß ich behaupten möchte, Jehovas Zeugen würden Bluttransfusionen in erster Linie aus medizinischen Gründen ablehnen. Nein, diesen Eindruck möchte ich ganz und gar nicht erwecken. Der Hauptgrund, warum wir keine Bluttransfusionen annehmen können, ja nicht annehmen möchten, ist das Verbot, das im Worte Gottes dagegen ausgesprochen wird. Wir lehnen Transfusionen hauptsächlich aus religiösen Gründen ab. Doch die Tatsache, daß Bluttransfusionen mit so vielen Gefahren verbunden sind, zeigt deutlich, wie vernünftig der Standpunkt selbst aus ärztlicher Sicht heraus ist.

      Es ist schön, wenn man eine Gelegenheit erhält — wie durch die Zeitung Sunday Punch hier in Nigeria —, den Standpunkt der Zeugen Jehovas zu erklären. Wie die vorausgegangenen Darlegungen zeigen, sind Jehovas Zeugen weder fanatisch noch unvernünftig, sondern sie stützen sich ganz und gar auf die Lehren des Wortes Gottes, der Bibel.

      Wegen der Falschdarstellungen, die führende Geistliche verbreiten, darf man nicht erwarten, sich nur durch Hörensagen ein richtiges Bild davon machen zu können, was Jehovas Zeugen glauben und warum sie es glauben. Wäre zum Beispiel anzunehmen, die Schriftgelehrten und Pharisäer hätten von dem Glauben Jesu ein objektives Bild vermittelt?

      Wenn man etwas über Jehovas Zeugen und ihren Glauben wissen möchte, warum sie nicht selbst fragen? Sie sind gern bereit, alle solche Fragen zu beantworten.

  • Wärmeisolierung spart Heizungskosten
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Wärmeisolierung spart Heizungskosten

      WIE die meisten Leute, so bist sicher auch du darauf bedacht, die Haushaltungskosten so niedrig wie möglich zu halten. Hast du gewußt, daß eine gute Wärmeisolierung dazu beiträgt, genau das zu erreichen, und zwar, weil dadurch die Heizungskosten gesenkt werden? Selbst wenn du in einer warmen Gegend wohnst, wird dir die Wärmeisolierung Kosten sparen helfen, da man im allgemeinen darin übereinstimmt, daß mehr Energie nötig ist, um ein Haus im Sommer zu kühlen, als im Winter zu heizen.

      Doch wie hilft die Wärmeisolierung Geld sparen? Inflation, Temperaturextreme, die alle Rekorde brechen, und Brennstoffverknappung tun das Ihrige, um die Beibehaltung des häuslichen Komforts zu verteuern. Eine Wärmeisolierung wird dir helfen, diesen Komfort schon mit geringeren Kosten aufrechtzuerhalten.

      Wirkung der Wärmeisolierung

      Was wird durch die Wärmeisolierung eigentlich bewirkt? Wie „funktioniert“ sie denn, da sie doch keine Wärme erzeugt? Einfach ausgedrückt, verzögert sie die Warmluftströmung. Wärme verhält sich wie ein Fluß, da sie immer in die gleiche Richtung fließt — von warmen Oberflächen zu kälteren. Daher wird die Warmluft bei kaltem Wetter aus einem Haus herausströmen und bei heißem Wetter hineinströmen. Es gibt drei Arten von Wärmeströmungen: Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung. Die Wärmeleitung geht durch feste Körper wie Steine und Beton vor sich, die Konvektion dagegen durch Flüssigkeiten. Daher wird ein Holzhaus, das Hohlräume in den Wänden hat oder nicht isoliert ist, durch Konvektion Wärme verlieren, da sich die Luft in diesem Fall wie eine Flüssigkeit verhält. Strahlungswärme wird (zum Beispiel von der Sonne aus) durch den Raum übertragen und erwärmt den Gegenstand, auf den sie trifft (zum Beispiel die Erde).

      Experimente zeigen, daß die Luft ein schlechter Wärmeleiter ist. Durch Wärmeisolierung wird also folgendes bewirkt: Winzige Einschlüsse unbewegter Luft verzögern die Wärmeübertragung. Darüber hinaus ist auch das Isoliermaterial selbst ein schlechter Wärmeleiter.

      Isoliermaterial gibt es in mehreren Ausführungen. Es kann sich dabei um körniges Material oder um lose Steinwollebällchen handeln, die ungefähr die Größe kleiner Hühnereier haben. Gewöhnlich werden sie, in Beuteln verpackt, auf waagrechten Flächen ausgelegt, wie zum Beispiel Dachböden, wo sie unberührt liegenbleiben. Dadurch, daß die einzelnen Stücke aufeinanderliegen, ist das Ganze flaumig beschaffen und hat Einschlüsse toter oder unbewegter Luft. Für Außenwände wird oft Glaswolle verwendet, die gewöhnlich auf eine Papier- oder Folienunterlage geklebt ist, damit sie gut an den Wänden befestigt werden kann und dort bleibt. Dieses Isoliermaterial ist in verschiedenen Abmessungen erhältlich. Man kann auch steife Schaumstoffplatten verwenden, doch in jedem Fall sorgen die Lufteinschlüsse für die Isoliereigenschaften. Eine bemerkenswerte Ausnahme bilden die Metallfolien, die man zum Reflektieren von Strahlungswärme verwendet.

      Im Gegensatz dazu sind feste Baumaterialien schlechte Isolatoren, da sie die Wärme schneller übertragen. Stahlbeton, Stahl, Betonblöcke, Steine, Putz und sogar Holz sind zwar erforderlich, um einem Gebäude die nötige Stabilität zu verleihen, doch sollte man sie immer in Verbindung mit einem geeigneten Isoliermaterial verwenden, um die bestmögliche Wärmespeicherung zu erzielen. Einige Experten veranschaulichen diese Notwendigkeit, indem sie sagen, daß eine 250 cm dicke Wand aus Ziegelstein erforderlich wäre, um die Isolierfähigkeit von lediglich sieben Zentimeter Polyurethan zu erreichen.

      Wärmeisolierung anbringen

      Die Notwendigkeit einer Wärmeisolierung ist praktisch unbestritten, weswegen wärmedämmendes Material in jedem Fall ein Bestandteil moderner Gebäude ist. Doch die Menge und Art des verwendeten Materials hängt von der Gegend und sogar von dem betreffenden Bauunternehmer und Bauingenieur ab. Im allgemeinen verwendet man fünfzehn Zentimeter dicke Glaswolle für Decken und Dachböden und neun Zentimeter für Außenwände. Freilich, angesichts der Brennstoffkosten und -verknappung empfehlen gegenwärtig einige Experten fast die doppelte Stärke. Außerdem achtet man jetzt auch auf Flächen, die man früher nicht isolierte, wie zum Beispiel auf Kellerwände, ebenso auf Stockwerke, die sich über unbeheizten Gebäudeteilen befinden. Es gilt ebenfalls zu bedenken, daß einige Isoliermaterialien wirksamer sind als andere. Beispielsweise erreicht man mit einer neun Zentimeter dicken Polystyrolschicht die gleiche Wärmedämmung wie mit fünfzehn Zentimeter Glaswolle.

      Wenn bei einem Neubau die Baukosten ein wichtiger Faktor sind, ist es nicht weise, die Ausgaben für Isoliermaterial zu streichen oder drastisch einzuschränken. Das teuerste bei der Isolierung ist das Material, nicht die Arbeit. Außerdem wird es sich innerhalb von nur wenigen Jahren durch die Heizungskostenersparnisse bezahlt machen. In den Vereinigten Staaten geben einige Bausparkassen Darlehen bevorzugt für den Bau von Häusern mit einer außergewöhnlich guten Wärmeisolierung. Dabei liegt der Gedanke zugrunde, daß die Unterhaltskosten niedriger sein werden und die Heizungskosteneinsparungen für die Rückzahlung des Darlehens verwendet werden können.

      Die Beheizung und Kühlung eines neuen Hauses kann kostensparender sein, wenn die Fenster isoliert werden und an den Schattenseiten des Hauses nicht so groß und zahlreich sind und dafür auf den Sonnenseiten des Gebäudes größer und zahlreicher. In einem wärmeren Klima sind eventuell schattenspendende Bäume oder andere Vorkehrungen nötig, damit das Gebäude nicht so stark von der Sonne beschienen und während der Sommermonate nicht so sehr durch Sonnenstrahlung aufgeheizt wird.

      Sogar bei älteren Häusern kann sich eine Isolierung auf die Kosten für die Heizung und Kühlung auswirken. Könnte man vielleicht den Dachboden isolieren? Bauunternehmer können Hohlräume in den Wänden mit Kunststoff ausschäumen, der erhärtet und Schutz gegen Wärmeverluste bietet. Dicht schließende Fenster und Türen tragen auch ihren Teil bei. Ebenfalls eine Hilfe sind die Fensterdichter. Gemäß einer Veröffentlichung des amerikanischen Ministeriums für Gesundheit, Erziehung und Wohlfahrt „werden unter durchschnittlichen Bedingungen in einem vollständig mit Fensterdichtern ausgerüsteten Haus die Heizungskosten um 15 bis 20 Prozent niedriger sein als in einem Haus, das nicht besonders isoliert ist“. Nicht zu vergessen ist der Spalt zwischen Türschwelle und Tür. Ein Türschließer wird dafür sorgen, daß sie geschlossen ist und weniger Zug herrscht.

      Wärmeverluste werden auch verringert, wenn man die Heizungsrohre mit geeignetem Isoliermaterial umwickelt. Halte Öfen, Boiler, Kamine, den Brennstoff- und Luftfilter sauber, und du sparst Wärmeenergie. Bei älteren Gebäuden wird durch solche Verbesserungen zu einem gewissen Teil der Wiederverkaufswert steigen. Natürlich steigt dadurch der Immobilienwert und möglicherweise auch die Versteuerung.

      Hast du, falls du ein Hauseigentümer bist, der nur wenig Geld ausgeben kann, schon einmal daran gedacht, die Räume niedriger zu machen? Es ist dann weniger Wärme erforderlich, um die Zimmer aufzuheizen, da das Volumen geringer ist. Befindet sich im Haus nur ein einziger Thermostat, so kommt es darauf an, in welchem Zimmer er installiert ist. Ist es das einzige Zimmer mit einer niedrigeren Decke, wird es schneller aufgeheizt sein als die anderen, wodurch bewirkt wird, daß der Ofen abschaltet, bevor der übrige Teil des Hauses erwärmt ist. Falls du kein Eigenheim hast und die Decke nicht niedriger machen kannst, wirst du feststellen, daß man den Boden durch Teppiche nicht nur verschönern, sondern auch isolieren kann.

      Mieter, die die Heizungskosten selbst tragen, werden feststellen, daß es gut ist, im Winter Vorhänge und Jalousien zu öffnen, damit die Sonne ins Zimmer scheint und es auf diese Weise durch Strahlungswärme aufgeheizt wird. Scheint die Sonne nicht mehr durchs Fenster, kann man die Jalousien schließen und den Vorhang zuziehen, um zu vermeiden, daß durch das Glas zuviel Wärme verlorengeht. In einer warmen Gegend kann man durch das Schließen der Jalousien im Sommer die Kosten für die Kühlung des Hauses senken.

      Eine andere Methode, die man im Winter anwenden kann, besteht darin, nachts den Thermostat niedriger einzustellen und zum Schlafen zusätzliche Decken zu nehmen. Einige verwenden elektrische Heizdecken. Wie dem auch sei, wahrscheinlich brauchst du eine altmodische Schlafmütze, um deinen Kopf warm zu halten. Natürlich kannst du auch zusätzliche oder unbenutzte Räume schließen.

      Nachteile

      In gut isolierten Häusern gibt es auch Nachteile, die besonders im Winter zu berücksichtigen sind. Wenn nicht in gewissen Zeitabständen die Türen geöffnet werden — was normalerweise der Fall ist —, kann die zur Verfügung stehende Sauerstoffmenge ziemlich stark eingeschränkt sein. Ein solcher Sauerstoffmangel ist für jeden gesundheitsschädlich, doch insbesondere für die Jüngeren, Kranken und Älteren, all die, die einen solchen Sauerstoffmangel nicht so leicht feststellen können.

      Ein anderer Nachteil besteht in der Versuchung, den Thermostat höher einzustellen, da man denkt, die Wärmeisolierung werde die Wärme halten. Man sollte im Sinn behalten, daß keine Isolierung hundertprozentig wirksam ist. Die Isolierung verhindert nicht den Wärmeverlust; sie verzögert ihn lediglich. Außerdem ist das eine verschwenderische Ansicht, die nicht dazu beiträgt, die Heizungskosten zu drücken.

      Durch feste Schaumstoffe können bereits bestehende Häuser an der Innenseite der Wände isoliert werden. Doch gibt es dabei einen schwerwiegenden Nachteil, und zwar sowohl bei Polystyrol- als auch bei Urethanschaumstoffen. Diese Stoffe sind brennbar und müssen mindestens mit einer eineinhalb Zentimeter dicken Putzschicht abgedeckt werden. Da Zelluloseflocken, die zu Isolierzwecken verwendet werden, aus zermahlenem Altpapier bestehen, trifft darauf dasselbe zu, es sei denn, sie wurden mit feuerhemmenden Chemikalien wie Formaldehyd behandelt. Sogar dann kann es aber sein, daß diese feuerhemmenden Stoffe im Laufe der Zeit nachlassen; daher ist äußerste Vorsicht angebracht.

      Jetzt für später planen

      Falls du beabsichtigst, dein Haus zu isolieren, empfiehlt es sich, die Jahreszeit auszusuchen, die in deiner Gegend am vorteilhaftesten ist. Einige Unternehmen verkaufen oder verarbeiten die Wärmeisolierung in einer absatzschwachen Saison zu herabgesetzten Preisen.

      Wenn du einen großen Teil der Arbeit selbst verrichten möchtest, kannst du auch an einen Verdunstungsschutz denken. Es handelt sich dabei um eine Schicht, die zwischen der Wärmeisolierung und der beheizten Oberfläche angebracht wird. Wie die Zeitschrift Popular Mechanics Illustrated Home Handyman Encyclopedia and Guide ausführt, hat das deswegen seine Berechtigung, weil „die feuchte Luft im Innern des Hauses den Putz und die Wärmeisolierung langsam durchdringt und zu Wasser oder Eis kondensiert, weil sie mit der kalten Innenfläche der Außenwand oder des Dachs in Berührung kommt“. Diese Kondensation kann bewirken, daß „Holz fault, Farbe abblättert und auf der Innenseite Wände und Decken und die Isolierung beschädigt werden“.

      Da man für die Isolierung eines Hauses beträchtlich viel Zeit und Geld investieren kann, nimmt man sich, falls man vorhat, es selbst durchzuführen, am besten die Zeit, über dieses Thema aktuelle Bücher oder Zeitschriften zu lesen. Man sollte sich mit den örtlichen Bauvorschriften beschäftigen, um sicherzugehen, daß man kein Gesetz verletzt. Stelle deinen Arbeitsplan schon im voraus fertig. Als „Dank“ für deine harte Arbeit und Investition wirst du durch eine passende Wärmeisolierung Heizungskosten sparen.

  • Die faszinierende Taube
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Die faszinierende Taube

      SICHERLICH haben die meisten von uns auf den Straßen einer Großstadt oder in einem Park schon Scharen von Tauben gesehen. Tauben sind so zahm, daß sie einem gelegentlich das Futter sogar aus der Hand picken. Aber es bleibt auch nicht verborgen, daß diese Vögel Denkmäler und Bürgersteige beschmutzen. Manch einer fragt sich deshalb: Warum möchte jemand diese Tiere um sich haben? Warum möchte jemand Tauben züchten? Wegen ihrer Schönheit und ihrer Anmut? Vielleicht. Aber sie machen doch so viel Schmutz!

      Als ein Taubenzüchter gefragt wurde: „Warum züchten Sie eigentlich Tauben?“, entgegnete er verwundert: „Warum sollte ich nicht?“ Für ihn war das Taubenzüchten die natürlichste Sache der Welt. Er betonte gleich zu Anfang, daß er belgischer Abstammung sei, als würde das allein schon seine Liebe zu Tauben erklären. Dann erzählte er, daß sein Vater und sein Großvater ebenfalls Tauben gezüchtet hätten. „Und wissen Sie“, fuhr er fort, „die Taube ist das Tier des Herrn.“ Für ihn war das Grund genug, die Taubenzucht als etwas ganz Vernünftiges zu betrachten.

      Die Art und Weise, wie der Mann die verschiedenen Taubenrassen beschrieb, ihre Besonderheiten und ihre Schönheit, verriet, daß er ein begeisterter Taubenzüchter war. Als die Rede auf die Kosten für Futter und Pflege kam, winkte er ab und erklärte, daß er die Vögel liebe und daß sie ihm viel Freude bereiteten.

      Schon im Altertum waren die Menschen von den Tauben fasziniert. Man weiß, daß die Chinesen diese Tiere jahrtausendelang zum Übermitteln von Nachrichten verwendet haben. Akbar, ein indischer Herrscher, der im 16. Jahrhundert u. Z. lebte, soll etwa 20 000 Tauben besessen haben. Heute gibt es Tausende von Taubenfreunden, die diese Tiere wegen ihrer Schönheit, ihrer Kunststücke, ihrer Flugfähigkeit oder wegen der Güte ihres Fleisches züchten. Junge Tauben kommen auf den Markt, wenn sie 350 bis 700 Gramm wiegen.

      Paarung und Brüten

      Das besondere Interesse des Menschen an den Tauben hängt teilweise damit zusammen, daß sich Tauber und Täubin in beispielhafter Weise gegenseitig unterstützen. Im Alter von vier bis sechs Monaten paaren sie sich. Gewöhnlich bleiben sie das ganze Leben zusammen. Gemeinsam bauen sie ein Nest. Nachdem das Weibchen zwei Eier gelegt hat, wechseln sich die Eltern beim Brüten ab. Das Männchen sitzt von ungefähr 9.30 Uhr bis 14 Uhr auf den Eiern, und das Weibchen bebrütet sie die übrige Zeit.

      Nach ungefähr achtzehneinhalb Tagen schlüpfen die Jungen aus und werden dann von den Eltern gefüttert. Sowohl bei der Täubin als bei dem Tauber bildet sich im Kropf die „Kropfmilch“. Das ist eine nahrhafte käseartige Masse, die aus dem Schnabel der Eltern direkt in den Schnabel des Jungen gewürgt wird. Mit dieser „Milch“ werden die Kleinen etwa zwei Wochen lang gefüttert; danach erhalten sie die gleiche Kost wie die Eltern.

      Zutraulichkeit

      Die Taube wird wegen ihres gutmütigen Aussehens und ihres sanften Wesens als „das Schaf der Vogelwelt“ bezeichnet. Durch ihre Zutraulichkeit bereitet sie dem Menschen viel Vergnügen und ermöglicht es ihm, sie zu schulen. Aber diese Zutraulichkeit kann leicht zum Verhängnis werden. Deshalb fügte Jesus seinen Worten, sich „unschuldig wie Tauben“ zu erweisen, den Rat hinzu, aber auch „vorsichtig wie Schlangen“ zu sein (Matth. 10:16).

      Rassen und Schläge

      Es gibt Hunderte von verschiedenen Taubenrassen und -schlägen. Von besonderem Interesse für uns sind folgende drei Gruppen: 1. Reisetauben, 2. Tümmler- und Hochflugtauben und 3. Strukturtauben.

      Die Reisetaube (auch Brieftaube genannt) wird wegen ihres instinktiven Dranges, eiligst nach ihrem Heimatschlag zu fliegen, gezüchtet. Wenn eine Reisetaube in einer ihr unbekannten Umgebung aufgelassen wird, kreist sie ein- bis zweimal über dem Auflaßort und fliegt dann mit einer Geschwindigkeit von rund 1,6 Kilometern in der Minute zurück; zu ihrem Schlag, der bis 800 Kilometer entfernt sein mag. Wie die Taube aus einer solch großen Entfernung zurückfindet, ist immer noch ein Geheimnis.

      Die heutige Reisetaube ist erst zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Belgien gezüchtet worden, und heute noch ist das Preisfliegen in diesem Land Nationalsport. Ein Beweis für die große Beliebtheit dieses Sportes ist die Tatsache, daß in Belgien jede achte Familie einen Taubenschlag besitzt. Leider überschattet aber die Gewinnsucht des Menschen auch den Taubensport, denn damit sind Wetten verbunden (ähnlich wie bei Pferderennen wird auf die Tauben Geld gesetzt). Um nun zu erreichen, daß die Tauben schneller ans Ziel kommen, sollen z. B. deutsche Taubenzüchter kurz vor dem Höhepunkt des Liebesspiels den Tauber von der Täubin trennen und ihn dann zum Auflaßort des Wettfluges bringen.

      In den Vereinigten Staaten züchten 20 000 Taubenliebhaber fast eine Million Reisetauben. In der Presse wurde vor kurzem berichtet, daß ein Taubenzüchter 23 000 Dollar für eine einzige Taube gezahlt hat. Warum? Der Mann wollte eine erfolgreiche Preisfliegerin in seinem Schlag haben.

      Früher hat man den Heimfindungsinstinkt dieser Tauben außerdem für die Nachrichtenübermittlung ausgenutzt. Vor der Erfindung der Telegrafie dienten Brieftauben unter anderem dazu, die Börsenkurse von London über den Ärmelkanal nach Antwerpen zu befördern und umgekehrt. Eine Taube ist einmal mit einer Botschaft 1 600 Kilometer weit geflogen; als größte Entfernung, die man diesen Vögeln zumuten sollte, gelten allerdings allgemein 160 Kilometer.

      Die Tümmler- und Hochflugtauben zu beobachten ist faszinierend. Wenn ein Schwarm von ungefähr zwanzig Tieren aufgelassen wird, fliegen sie in einer Formation auf und führen dann kunstvolle Flugbewegungen in der Form einer Acht auf. Wo sich die Schleife kreuzt, schlagen alle Vögel einen Purzelbaum. Gemeinsam fliegen sie dann die Figur weiter, bis ein Signal sie veranlaßt, zu ihrem Nest zurückzukehren.

      Die Hochflieger besitzen große Ausdauer im Fliegen. Diese Vögel können über neunzehn Stunden in der Luft bleiben und so hoch fliegen, daß sie selbst durch das Fernglas nur noch wie Pünktchen erscheinen.

      Die „Parlor Tümmler“, auch „Bodenpurzler“ genannt, können einen mit ihren Kunststücken, die sie auf dem Fußboden ausführen, stundenlang unterhalten. Diese Vögel purzeln am Boden, indem sie mehrmals hintereinander einen Salto mortale ausführen.

      Ein prachtvolles Tier ist der „Swing Pouter“. Dieser leuchtend gefärbte Vogel bläht seinen Kropf auf und stürzt mit hocherhobenen Flügeln auf seine Bewunderer herab. Danach erhebt er sich wieder unter schallendem Flügelklatschen senkrecht in die Luft. Man hat das Gefühl, der Vogel wolle die Aufmerksamkeit auf sich lenken.

      Die Strukturtauben weisen wie die Blumen eine endlose Vielfalt an Formen und Farben auf. Diese Tiere erfreuen durch ihre anmutige Schönheit. Sie mag in einem besonderen Federwuchs, in einer besonderen Farbenzeichnung oder Körperform bestehen.

      Vernunft walten lassen

      Die Taubenzucht kann viel Freude bereiten, aber sie ist auch kostspielig. In den Vereinigten Staaten zahlt ein Taubenzüchter, der fünfzig Tiere hat, monatlich 35 bis 40 Dollar nur für das Futter. Die Haltung von Tauben ist außerdem zeitraubend. Um zu verhindern, daß die Vögel krank werden, muß man den Schlag Tag für Tag säubern und dafür sorgen, daß er trocken bleibt. Die Gefäße für das Wasser und Futter müssen ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Um sich diese Arbeit zu erleichtern, muß man das Taubenhaus entsprechend bauen. Sauberkeit im Taubenschlag ist ein absolutes Muß, denn die Tauben können Krankheiten übertragen, die für den Menschen tödlich sind.

      Außerdem ist erforderlich, daß kranke und neu gekaufte Vögel eine Zeitlang von den anderen getrennt gehalten werden. Das verhindert, daß die anderen Tauben mit einer Krankheit infiziert werden.

      Seit Jahrhunderten bereiten Tauben unzähligen Leuten Vergnügen. Auch du bist vielleicht entzückt, wenn du siehst, daß die Tauben nicht wegfliegen, selbst wenn du ganz nahe an sie herantrittst. Wie ergötzlich ist es, dem Spiel von Tümmlern zuzusehen! Wie faszinierend sind die Leistungen der Reisetauben, und wie entzückend ist die zarte Schönheit der Strukturtauben! Wirklich, die Taube ist ein interessanter, ein faszinierender Vogel.

  • Weinlese auf Kreta
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Weinlese auf Kreta

      Ein Bericht, wie er dem „Awake!“-Korrespondenten in Griechenland erzählt wurde

      „STEH AUF! Schnell! Die anderen sind schon unterwegs. Wir werden sie gar nicht mehr einholen“, rief meine Mutter.

      Die Sonne war noch nicht aufgegangen, sondern die Dämmerung hatte erst begonnen. Dennoch war das ganze Dorf (auf der Mittelmeerinsel Kreta, wo ich geboren bin) auf den Beinen. Auf allen Sträßchen wimmelte es von fröhlichen Menschen, die den Weinbergen zustrebten.

      Ich weiß noch gut, wie ich aus dem Bett sprang und in den Hof unseres kleinen Bauernhauses lief, um mich zu waschen. Darauf bestieg ich unseren jungen Esel und beeilte mich, die anderen Dorfbewohner einzuholen. Aber warum die Eile?

      An diesem Tag begann die Weinlese! Für unser kleines Dorf bedeutete das Geschäftigkeit und Freude. Nun erntete der Bauer, der sich das ganze Jahr im Weinberg abgemüht hatte, die Früchte seiner Arbeit. Bei uns findet die eigentliche Weinlese im Monat September statt.

      Als wir in die Nähe unseres Weinberges kamen, sahen wir die anderen Dorfbewohner überall in den Weinbergen verstreut. Emsig wie die Bienen waren sie dabei, Trauben zu lesen.

      Im Laufe des Morgens wurde es immer wärmer, doch wir trugen zum Schutz vor der Sonne große Strohhüte. Die Luft war von fröhlichen Rufen, von Lachen und heiteren Liedern erfüllt, während die jungen Mädchen zwischen den Weinstöcken hin und her gingen und mit scharfen Messern die reifen Trauben abschnitten und in die bereitstehenden Körbe legten.

      Die Männer hoben dann die vollen Körbe auf die Schulter und trugen sie an Stellen, wo große Leinentücher ausgebreitet waren. Darauf schütteten sie die Körbe aus. Rings um die Tücher saßen Frauen, die die Trauben von faulen Beeren, von Blättern oder Ranken säuberten. Und nachdem sie die Trauben zerschnitten hatten, legten sie sie in die Körbe zurück.

      Andere Männer nahmen die Körbe mit den gesäuberten Trauben und leerten sie in große Bottiche. Sie waren mit einer Lauge, auf der Olivenöl schwamm, gefüllt. Dann wurden die Trauben auf einem freien Stück Feld ausgebreitet, um sie in der heißen Septembersonne trocknen zu lassen, so daß sie als Rosinen verwendet werden konnten.

      Der Morgen verging wie im Fluge, denn jedermann war in Hochstimmung. Als die Sonne den Zenit erreichte, machten wir Mittag. Wir versammelten uns im Schatten eines Ölbaumes am Rande des Weinbergs. Wie gut schmeckte das mitgebrachte Essen und das frische Wasser aus dem Tonkrug! Das Sitzen im Schatten tat uns wohl. Und mit neuer Kraft und Begeisterung gingen wir wieder zurück in den Weinberg und arbeiteten bis spät am Abend.

      Die Weinlese

      Wie erwähnt, ist die Weinlese auf der Insel Kreta eine Zeit großer Freude, aber es ist auch eine Zeit, in der man angestrengt arbeiten muß. Die Weinlese beginnt Anfang August. Dann sind die frühen Trauben reif, die bei uns roh gegessen werden. Etwas später, gegen Ende August, beginnen wir mit der Ernte der blauen Trauben, aus denen alle Bewohner unseres kleinen Dorfes jedes Jahr den herrlichen Rotwein bereiten.

      Die mit Trauben gefüllten Körbe werden (meist auf jungen Eseln) vom Weinberg nach Hause befördert, wo die Weinkelter steht. Dort werden die Trauben mit den nackten Füßen zerquetscht. Wer zufällig in dieser Zeit auf Kreta Urlaub macht, kann sich an diesem Vergnügen ebenfalls beteiligen.

      Aber einen Augenblick bitte! Die Bauern waschen sich stets, bevor sie die Weintrauben stampfen, die Füße; das wird auch von den Feriengästen, die sich am Traubenstampfen beteiligen möchten, verlangt. Der Traubensaft, „Most“ genannt, kommt dann in große Holzfässer. Darin gärt er und verwandelt sich in den köstlichen dunkelroten Wein, den fast alle kretischen Familien zu den Mahlzeiten trinken. Doch aus dem Saft der Weintraube wird nicht nur Wein bereitet.

      Aus einem Teil des Mostes werden Süßspeisen hergestellt: Traubengelee, Traubengeleewürstchen usw. Ferner wird aus dem Wein ein vorzüglicher Essig erzeugt, der beim Kochen Verwendung findet. Frische Weinblätter, die mit einer Mischung, bestehend aus Äpfeln, Rosinen und Zucker, oder mit Reis gefüllt werden, ergeben eine sehr schmackhafte Speise.

      Die Dorfbewohner verwerten sogar die Preßrückstände, „Trester“ genannt. Diese werden entweder als Viehfutter oder zum Düngen verwendet. Außerdem dienen sie als Ausgangsmaterial für die Branntweinbereitung. Auch sie ist ein Bestandteil der fröhlichen Zeit der Weinlese. Im Oktober oder November wird in einer festlichen Atmosphäre „gebrannt“.

      Die Dorfbewohner brennen die Trester traditionsgemäß am Dorfrand. Sie schleppen große Steine herbei und bauen daraus eine Feuerstelle. Darauf wird ein Kessel gestellt, in dem die Trester gekocht werden. Wenn es dunkel wird, werden die Feuer angezündet, und die Leute stehen um sie herum, um sich zu wärmen, denn in dieser Zeit sind die Nächte recht kühl.

      Es wird gescherzt, und man neckt sich gegenseitig, oder es werden abenteuerliche Geschichten erzählt, die die Phantasie der Kinder, die mit offenem Mund dabeisitzen, anregen. Wenn sie Hunger verspüren, essen sie von den schmackhaften, auf den Holzkohlen gebratenen Kartoffeln. Aber auch die Männer werden für ihr Warten belohnt, indem sie als erste von dem Schnaps kosten dürfen, der hier auf Kreta tsikudia genannt wird.

      Die gemeinsame mühevolle Arbeit der Dorfbewohner während eines ganzen Jahres findet in diesen festlichen Anlässen ihren Höhepunkt. Die Arbeit hatte im Januar mit dem Schneiden der Reben begonnen. Ältere Schosse hatte man abgeschnitten, so daß die neuen, die dann mehr Frucht trugen, besser wachsen konnten. Dann wurde bis in den März hinein, den Monat, in dem die Reben zu blühen beginnen, gehackt und gejätet.

      Später, als die Frucht fest wurde, wurden die Spitzen der fruchttragenden Triebe abgeschnitten, um zu verhindern, daß unnötig Saft des Weinstockes verbraucht wird; dadurch erzielt man einen größeren Ertrag. Ferner hatte der Weinbauer bewässert, gedüngt, geschwefelt, gespritzt und aufgebunden.

      Der Weinstock ist vielerlei Gefahren ausgesetzt, zum Beispiel Frösten zur Zeit der Blüte. Auch wird er von verschiedenen Krankheiten befallen, ferner von Schädlingen wie Heuschrecken und Wespen. Deshalb muß der Winzer seine Reben ständig überwachen.

      Aber alle, die in ihrem Weinberg hart gearbeitet haben, fühlen sich reich belohnt, wenn die Rebstöcke voller Trauben hängen, die von der fröhlichen Bevölkerung eifrig gelesen werden.

      [Karte auf Seite 21]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      TÜRKEI

      GRIECHENLAND

      KRETA

      LIBYEN

      Mittelmeer

      ÄGYPTEN

  • Fett als Kraftstoff
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Fett als Kraftstoff

      Viele Vögel sind als Langstreckenflieger bekannt. Was ermöglicht es ihnen, ohne Pause so weite Strecken zu fliegen? Wie die Wissenschaftler annehmen, verbraucht ein fliegender Vogel sechs- bis achtmal mehr Kalorien als ein ruhender Vogel. Wovon leben also diese Vögel auf ihrem Zug?

      Der hauptsächliche Kraftstoff ist Fett. Vor der Wanderung geht bei diesen Vögeln eine Veränderung im Stoffwechsel vor sich. Sie beginnen große Mengen Fett anzusetzen. Der Schilfrohrsänger (er überwintert südlich der Sahara) setzt vor seinem Wegzug so viel Fett an, daß es die Hälfte seines Körpergewichts ausmacht. Wenn dieser Zugvogel abfliegt, besitzt er große Fettreserven, die ihm auf dem Flug als „Kraftstoff“ dienen.

  • Einer Magenverstimmung vorbeugen
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Einer Magenverstimmung vorbeugen

      FAST jeder von uns leidet von Zeit zu Zeit an einer Magenverstimmung, und sehr oft wissen wir auch ziemlich genau, was die Ursache sein könnte — wir haben von einer Speise zuviel gegessen, oder Tante Emma hat uns etwas vorgesetzt, was zu gut gewürzt war, oder wir haben unser Mittagessen zu schnell hinuntergeschlungen. Die Ärzte sagen übereinstimmend, daß alles das eine Magenverstimmung hervorrufen kann. Nach ihrer Meinung sind weitere Ursachen zu fette Speisen, seelische Spannungen, gewisse Medikamente, Rauchen und sogar Kleidungsstücke, die in der Taille zu eng sind.

      Während es vielfach darauf ankommt, was man ißt, spielt es gelegentlich auch eine Rolle, wie man ißt. Wenn man das Essen hinunterschlingt, ohne es richtig zu kauen, sondert der Magen mehr Säure ab als sonst, um die Verdauung der Speisen zu bewältigen. Die Säure und die viele Luft, die man beim hastigen Schlucken in den Magen „pumpt“, können die Magenschleimhaut reizen. Um einer Magenverstimmung aus einem solchen Grund vorzubeugen, muß man also die Speisen gut kauen.

      Außerdem sollte man, um einer Magenverstimmung vorzubeugen, darauf verzichten, so viel zu essen, daß man den Magen überlädt. Mit Gewürzen wie schwarzem Pfeffer, Zwiebel, Knoblauch und rotem Pfeffer muß man sparsam umgehen. Außerdem sollte man auf den Magen „hören“ — man sollte lernen, die „Botschaften“, die er aussendet, richtig zu deuten. Wenn man feststellt, daß der Magen jedesmal, wenn man eine bestimmte Speise gegessen hat, „aufmuckt“, sollte man entweder darauf verzichten oder sie anders zubereiten. Ferner sollte man sich bemühen, sich zu entspannen, und beim Essen nicht über seine Sorgen nachdenken. Das wird dem Magen wohltun.

  • Begibst du dich in Unfallgefahr?
    Erwachet! 1978 | 22. Februar
    • Begibst du dich in Unfallgefahr?

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Brasilien

      DER kleine Junge hüpfte fröhlich die Nottreppe des Mietshauses hinauf. Beim dritten Stockwerk hielt er inne und sah auf die darunterliegende Straße. Er konnte sich hinterher nicht mehr daran erinnern, wie er unter das Geländer gerutscht und neun Meter tief gefallen war. Als er erwachte, sah er sich von mehreren weißgekleideten Leuten umgeben. Er befand sich im Krankenhaus. Seine Akte lief unter „Unfallopfer“.

      Vorfälle dieser Art sind heutzutage nicht gerade selten. Noch häufiger passieren Arbeitsunfälle. Beispielsweise wurden in der Bundesrepublik Deutschland trotz der Durchführung von Sicherheitsprogrammen im Jahre 1975 nahezu zwei Millionen Arbeitsunfälle bei 26 Millionen Berufstätigen gemeldet. Wie man sagt, gibt es in Brasilien jede Minute vierzig Unfälle, die mit der Berufstätigkeit zu tun haben. Gemäß der Ausgabe der brasilianischen Zeitschrift Construtor vom Mai 1976 nimmt „die große Zahl der Unfälle nicht ab, sondern zu — um ungefähr 15 % im Jahr“.

      Einige Experten schätzen, daß jedes Jahr eine von vier Personen einen Unfall hat, der ärztliche Behandlung erfordert. Angesichts dieser Tatsache sieht man sich mehreren unerfreulichen Fragen gegenüber: Begebe ich mich in Unfallgefahr? Kann ich irgend etwas unternehmen, um einen Unfall zu vermeiden? Bin ich tatsächlich, verglichen mit anderen, ein „Unfalltyp“?

      Als erstes ist es wichtig zu erkennen, daß man Schritte unternehmen kann, um die Unfallgefahr erheblich zu mindern. Sicherheitsexperten behaupten, daß über 90 Prozent aller Unfälle hätten vermieden werden können. Die Ursachen sind Mangel an Sachkenntnis, Sorglosigkeit oder unsichere Bedingungen. Unfälle ereignen sich selten aufgrund unvermeidbarer Umstände.

      Folglich kannst du Unfälle vermeiden helfen, wenn du 1. weißt, wie man etwas sicher erledigt, und 2. Gewohnheiten entwickelst, die mit dieser Erkenntnis übereinstimmen. Es spielt tatsächlich deine Persönlichkeit eine Rolle.

      Der „Unfalltyp“

      Es ist kein Märchen, daß einige Personen eher zu Unfällen neigen als andere. Studien zeigen, daß sogenannte „Unglücksraben“ ständig gewisse Eigenschaften offenbaren. Gewöhnlich fehlt es ihnen bis zu einem bestimmten Grad an der Beherrschung ihrer Gefühle — sie sind schnell verärgert, enttäuscht oder nervös. Wenn man dem biblischen Rat folgt, den Geist zu beherrschen, kann man offensichtlich auch den Körper schützen (Spr. 14:17; 25:28).

      Außerdem ist ein solcher Unfalltyp in vielen Fällen auch nicht über die genauen Einzelheiten der Ausrüstung, mit der er umgeht, vertraut. Drittens setzt er sich über althergebrachte Sicherheitsregeln hinweg, da er vielleicht denkt, er könne jeder Situation Herr werden oder daß es „so kommt, wie es kommen muß“. Diese Neigungen und eine Fehleinschätzung der Reaktionsfähigkeit des Körpers werden wahrscheinlich dazu beitragen, daß ein „Unglücksrabe“ seinem Namen entsprechend lebt.

      Das Lesen allein wird dich wohl nicht dazu bewegen, neue Gewohnheiten zu entwickeln, aber Sicherheitshinweise können dir, wenn du sie beachtest, sehr viele Schmerzen ersparen und sogar das Leben retten. Es ist bestimmt nicht nötig, sich die Finger am Ofen zu verbrennen, um festzustellen, daß der Ofen heiß ist. Sicherheitsregeln sind entstanden, weil Tausenden durch den rauhen Lehrmeister „Erfahrung“ Schmerz und Leid zugefügt wurden. Durch eine kurze Betrachtung der Geschichte der Sicherheitsregeln wirst du dich ermuntert fühlen, sie ernst zu nehmen.

      Geschichte der Unfallverhütung ganz kurz

      Interessanterweise befinden sich einige der ersten „Sicherheitsvorschriften“ in der Bibel, und zwar in dem Teil, der als das mosaische Gesetz bekannt ist. Die Israeliten wurden angewiesen, am Rand ihrer Hausdächer Geländer anzubringen, damit niemand herunterfallen konnte. Brunnen waren vielfach von niedrigen Mauern umgeben und mußten abgedeckt werden, damit Tiere und Menschen nicht hineinfallen konnten. Es gab Gesetze, durch die zu Feuerschutzmaßnahmen und zum Respekt vor dem Leben von Tier und Mensch ermuntert wurde (5. Mose 22:8; 2. Mose 21:33, 34; 22:6; 4. Mose 35:22-25).

      Bei anderen Völkern herrschte jahrtausendelang eine schicksalsgläubige Einstellung vor. Erst in der Folge der sogenannten industriellen Revolution arbeiteten die Gesetzgeber etwas aus, was mit den Unfallverhütungsgesetzen im mosaischen Gesetz vergleichbar ist. Bis zum Beginn des siebzehnten Jahrhunderts wurden in den einzelnen Haushaltungen praktisch alle Gebrauchsgüter von der Familie und deren Dienern hergestellt. Es gab keine großen Fabriken und komplizierten Transportsysteme. Verglichen mit heute, passierten sehr wenige Unfälle, die mit der Berufstätigkeit zusammenhingen.

      Freilich, durch die Einführung von Maschinen für die Massenproduktion und den Transport, die anfangs von Dampfmaschinen und später von Verbrennungsmaschinen und Elektromotoren angetrieben wurden, nahmen die Gefahren und somit auch die schweren Unfälle zu. Die entsetzlichen und gefährlichen Bedingungen, unter denen viele Arbeiter jener Tage leben mußten, vor allem in England und Deutschland, waren berüchtigt. Sogar Frauen und Kinder machten Überstunden bis zur Erschöpfung — die Unfälle nahmen zu. Blind vor Selbstsucht und Gier, dachten viele Unternehmer kaum an Sicherheitsmaßnahmen.

      Jüngste Bemühungen der Behörden

      Mit der Zeit begannen viele Regierungen und Gewerbe zu erkennen, welcher Schaden durch Arbeits- und Verkehrsunfälle entstand. Wirtschaftliche Rückschläge aufgrund von Arbeitsausfall, Arztrechnungen und Beschädigungen der Produktionseinrichtungen und der Waren neben ungünstigen psychologischen Auswirkungen machten eine Änderung der Lage unumgänglich.

      Angespornt durch ein gewisses Maß an humanitären Erwägungen, doch hauptsächlich wegen wirtschaftlicher Überlegungen ergriff man demzufolge die verschiedensten Unfallverhütungsmaßnahmen. In einigen Industrieländern begann das in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts mit der Einführung von Sicherheitsvorschriften. Natürlich sind viele Gesetze inzwischen geändert worden. Erst im Dezember 1970 wurde in den Vereinigten Staaten der Occupational Safety and Health Act zum Gesetz erklärt. In anderen Ländern führte man ähnliche Revisionen durch, wie zum Beispiel in Brasilien im Jahre 1967 und 1976.

      Außerdem wurden allein zum Zweck der Unfallverhütung Organisationen gegründet, die nicht Teil einer Regierung oder eines Wirtschaftsunternehmens sind. Es seien nur zwei erwähnt: ABPA (Brasilianische Gesellschaft für Unfallverhütung) und der National Safety Council in den Vereinigten Staaten. Einige Ziele der letztgenannten Vereinigung bestehen in der „Unterstützung, Förderung und Begünstigung von Methoden und Entwicklungen, die zu vermehrter Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Kindern führen“. Die gleichen Ziele werden im wesentlichen von ähnlichen Organisationen in der ganzen Welt verfolgt.

      Natürlich sind auch die Versicherungsgesellschaften am Rückgang der Unfälle sehr interessiert. Folglich haben sie gedruckte Anleitungen, Plakate, Filme und andere Veröffentlichungen herausgegeben, um Programme zur Sicherheitserziehung zu unterstützen. Einige Firmen haben erkannt, wie wichtig es ist, sich an einem solchen Programm zu beteiligen, und haben daher Komitees oder Abteilungen gegründet, die für die Sicherheit und Unfallverhütung zuständig sind. Viele stellen auch Sicherheitsschuhe und Vorrichtungen zur Verfügung, durch die die Hände und das Gehör, die Augen und das Gesicht geschützt werden. Man hat zusätzlich besondere Kurse für Unfallverhütungsmaßnahmen ins Leben gerufen, damit die Leute sicherheitsbewußter werden.

      Diese umfassende Teilnahme von maßgeblicher Seite führt vor Augen, wie groß das Problem geworden ist und wie viele Schmerzen, Sorgen und Schäden vermieden werden könnten, wenn jeder von uns aufrichtig am eigenen Wohlbefinden und an dem der anderen interessiert wäre. Allerdings kann all das das Lernen von „Sicherheitsvorschriften“ kompliziert erscheinen lassen. In Wirklichkeit sind es nur wenige und leicht erlernbare Grundsätze. Wollen wir einmal sehen, was man tun kann, um die Chancen der Unfallverhütung erheblich zu verbessern.

      Persönliche Sicherheit am Arbeitsplatz

      Da die Statistiken zeigen, daß Unfälle am häufigsten in Verbindung mit der Berufstätigkeit passieren, werden hier einige Sicherheitsregeln aufgeführt, die hilfreich sind für Beschäftigte in der Industrie, dem Transportwesen, der Landwirtschaft und besonders dem Bauwesen, in dem die meisten schweren Arbeitsunfälle vorkommen.

      Einiges zur Unfallverhütung

      1. Nimm deine Arbeit ernst. Es könnte dein Leben kosten, wenn du nicht genügend aufmerksam bist, Unfug treibst, „es darauf ankommen läßt“ und Risiken eingehst, um Nervenkitzel zu haben.

      2. Halte dich streng an die Sicherheitsvorschriften, und mache Gebrauch von allen persönlichen Schutzvorrichtungen, die für deine Arbeit empfohlen werden. Denke nicht, daß es unnütz oder lächerlich ist, sie zu verwenden.

      3. Übe dich in den sechs Schritten für das sichere Anheben von Lasten: a) Stelle die Füße so, daß einer neben dem Gegenstand und einer hinter dem Gegenstand steht. b) Halte den Rücken gerade, fast senkrecht. c) Ziehe das Kinn ein. d) Fasse den Gegenstand mit beiden Händen an. e) Ziehe Ellbogen und Arme an. f) Achte darauf, daß du mit deinem Körper direkt über den Füßen bleibst, und setze zum Anheben deine Beinmuskeln ein.

      4. Wenn du an einem abgeschiedenen Ort arbeitest, wo ein Unfallrisiko besteht, sorgst du am besten dafür, daß andere dich begleiten oder in Rufweite sind.

      5. Erkenne Gefahren im voraus, indem du dich mit den Eigenschaften des Materials, mit dem du umgehst, vertraut machst und die entsprechenden Richtlinien für die Sicherheit beachtest.

      6. Jedes Teil oder jede Ausrüstung, die für den sicheren Ablauf deiner Arbeit eine wichtige Rolle spielt, sollte jedesmal vor dem Gebrauch überprüft werden. Denke nicht einfach, es sei schon in Ordnung. Die Maschinen gehorchen Naturgesetzen, nicht Vernunftschlüssen.

      7. Vermeide es, dich von Geräten befördern zu lassen, die nur zum Heben oder Transportieren von Lasten bestimmt sind.

      8. Mache es dir zur Gewohnheit, Ordnung zu halten: Wird etwas verschüttet, so wische es unverzüglich auf. Lege die Werkzeuge wieder an den richtigen Platz. Alle Lappen, die mit Lösungsmitteln getränkt sind, sollte man in luftdicht verschlossene Metallbehälter werfen.

      9. Bei Maschinen sollte das Reinigen, Reparieren, Einstellen und ein Großteil der Abschmierarbeiten dann durchgeführt werden, wenn „alle Räder stillstehen“ und alle Ventile geschlossen sind. Nur befugte Arbeiter sollten zu den Antriebsaggregaten Zugang haben.

      10. Schutzvorrichtungen an der Maschine dienen deiner Sicherheit; sie müssen beim Betrieb stets montiert sein. Denke immer daran, daß sich weite Kleidung oder langes Haar leicht in einer Maschine verfangen kann.

      Persönliche Sicherheit zu Hause

      In der brasilianischen Zeitschrift Jornal da Prevenção de Acidentes (Zeitschrift zur Unfallverhütung) wurde ein Artikel mit der Überschrift „25 % aller Unfälle passieren zu Hause“ veröffentlicht. Der Artikel wies darauf hin, daß „die meisten Opfer Frauen und Kinder sind. Die Unfälle sind oft tödlich.“ Gemäß Maxwell N. Halsey, einem Experten für Unfallverhütung, sind Unfälle die Haupttodesursache bei Kindern aller Altersgruppen. Im folgenden sind einige praktische Ratschläge aufgeführt, die zeigen, wie du zu Hause dich selbst und deine Kinder schützen kannst:

      1. Verhindere, daß kleine Kinder aus dem Fenster stürzen oder die Treppe hinunterfallen, indem du Schutzgitter oder Türen anbringst. Andere Stürze kann man vermeiden, indem man den Fußboden in gutem Zustand hält, von Hindernissen befreit und nicht zu stark poliert.

      2. Sorge für eine ausreichende Isolierung oder Abdeckung aller Steckdosen, besonders derer, die in Reichweite der Kinder sind. Kleine Kinder stochern gern mit Gegenständen in der Steckdose; daher besteht die Gefahr, daß sie einen Schlag bekommen.

      3. Achte darauf, daß alle Waschbecken, Badewannen und Waschbehälter richtig an der Wand befestigt sind. Andernfalls können Kinder sie leicht umkippen, wodurch schwere Verletzungen entstehen können.

      4. Erlaube deinen Kleinen nicht, mit Streichhölzern, Feuerzeug, Glasteilen, Messern, Scheren oder anderen gefährlichen Gegenständen zu spielen. Spielsachen, mit denen sich Kinder erdrosseln, schneiden oder anderweitig verletzen können, sollte man ihnen nicht geben. Vergewissere dich, daß sie verstehen, warum sie solche Gegenstände meiden sollten, und gib selbst auch ein gutes Beispiel.

      5. Die Griffe der Töpfe und Pfannen sollten stets zur Mitte des Herdes gerichtet sein, damit kleine Kinder diese nicht erreichen können und Erwachsene nicht versehentlich anstoßen.

      6. Medikamente, Waschmittel, Insektizide, Alkohol, Sprays und andere gesundheitsschädliche chemische Erzeugnisse sollte man an einem sicheren Ort aufbewahren, der außerhalb der Reichweite der Kinder ist. Erzähle ihnen auch niemals, Medizin sei ein „Bonbon“.

      7. Fülle nie giftige Flüssigkeiten in eine Flasche oder in Töpfe, die normalerweise zum Trinken oder Kochen verwendet werden. Achte darauf, daß jede dieser Flüssigkeiten deutlich gekennzeichnet ist und in ihrem ursprünglichen Behältnis aufbewahrt wird.

      8. Hebe im Haus keine Schußwaffen auf oder höchsten, falls nicht anders möglich, in ungeladenem Zustand, gesichert und hinter Schloß und Riegel. Geh damit äußerst vorsichtig um.

      9. Verwende beim Reinigen oder Polieren des Fußbodens keine brennbaren Materialien wie Naphthalin oder Benzin. Ein Funken von der Polierbürste kann die Dämpfe entzünden.

      10. Stelle niemals Blumentöpfe oder andere schwere Gegenstände auf Fenstersimse oder an ähnliche Stellen. Wenn sie herunterfallen, können schwere Verletzungen die Folge sein.

      Vorsichtsmaßnahmen im Urlaub

      Der Urlaub soll der Freude dienen, doch nur allzuoft wird er von einem Unfall überschattet. Dabei ist die Zahl an Verkehrsunfällen alarmierend. Man sagt, daß jedes Jahr auf den Straßen mehr Leute getötet und verletzt werden als im Krieg. Spezialisten meinen jedoch, daß 85 bis 90 Prozent aller Verkehrs- und Transportunfälle vermieden werden könnten. Die Hauptursache ist menschliches Versagen. Als Veranschaulichung: Die kürzlich wegen der Energiekrise eingeführten Geschwindigkeitsbeschränkungen hatten einen Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle zur Folge. Aus diesem Grund gehören zur Liste der Sicherheitsvorschläge auch die grundlegenden Verkehrsregeln:

      1. Versuche nicht, dich beim Fahren zu „entspannen“, nur weil du Urlaub hast oder weil die Straße frei ist.

      2. Halte dein Auto immer in einem sicheren Zustand. Überprüfe von Zeit zu Zeit Reifen, Bremsen, Türen und andere wichtige Teile. Durch Nachlässigkeit könntest du zu einem unabsichtlichen Totschläger werden.

      3. Mache dich mit den wesentlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut, und führe im Auto einen Erste-Hilfe-Kasten mit, ebenso einen Feuerlöscher.

      4. Halte dich strikt an alle Verkehrsgesetze und Warnungen, die deiner Sicherheit dienen. Sie bestehen zu Recht.

      5. Selbst wenn du gut schwimmen, Ski fahren oder Fahrrad fahren kannst, solltest du niemals ein unnötiges Risiko eingehen.

      6. Laß in der Nähe von Tieren, seien es Haustiere oder wilde Tiere, immer Vorsicht walten.

      7. Sieh zu, daß du Tumulten oder Pöbelhaufen nicht zu nahe kommst.

      Deine persönliche Verantwortung

      Natürlich könnte man das „du solltest“ und das „du solltest nicht“ beliebig fortsetzen. Aber diese Punkte reichen aus, um die wichtigsten Grundsätze zu veranschaulichen; sie sollen dich nicht so weit einschränken, daß du die Lebensfreude verlierst. Wenn du es in die Tat umsetzt, kannst du dadurch dein Sicherheitsbewußtsein stärken. Der Produktionsleiter einer Firma in Brasilien, der über mehrjährige Erfahrung verfügt, sagte: „Sicherheitsregeln haben nur Sinn, wenn die Leute daran glauben. Solange du denkst: ,Mir wird schon nichts passieren‘, bist du ein mögliches Opfer.“

      Vergiß nicht, daß gemäß den Statistiken nur weniger als ungefähr 2 Prozent aller Unfälle zu Recht unvorhergesehenen Umständen und menschlicher Unvollkommenheit zugeschrieben werden können (Pred. 9:11).

      Mehr als alles andere sollte uns der tiefe Respekt vor der Heiligkeit des menschlichen Lebens, verbunden mit echter Nächstenliebe, bewegen, alles zu tun, was in unserer Macht steht, um Unfälle zu vermeiden. Wir müssen alle dem großen Lebengeber gegenüber Rechenschaft ablegen, wie wir mit unserem Leben umgehen.

      Glücklicherweise überlebte der Junge, der eingangs erwähnt wurde, seinen Sturz. Doch wieviel besser ist es, ein Kind oder einen Erwachsenen vor einem solchen Unfall zu bewahren! In den meisten Fällen wird es so kommen, wie es den Bedingungen entspricht, die wir zulassen.

      [Bild auf Seite 19]

      Welche Sicherheitsregel hat ihre Mutter mißachtet?

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen