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  • Bist du gerne allein?
    Der Wachtturm 1978 | 15. Mai
    • mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen“ (Spr. 2:10, 11; 3:5, 6).

      DAS DENKVERMÖGEN FÖRDERN

      Wenn man allein ist, kann man überlegen, studieren, nachsinnen und sein Denkvermögen fördern. Ja, wir mögen Talent für Musik oder Sport haben. Doch was geschieht, wenn wir ein solches Talent nicht pflegen? Es wäre genauso, als ob wir es gar nicht gehabt hätten. So verhält es sich auch mit dem Denkvermögen. Ohne Informationen, Erfahrung und Schulung können wir es nicht fördern.

      Das Denkvermögen zu fördern ist nicht leicht. Es erfordert wirklich geistige Arbeit. Nehmen wir an, wir wollen eine bestimmte geistige Fähigkeit erwerben, beispielsweise die Fähigkeit, Menschentypen zuverlässig zu beurteilen. Denken wir einmal an eine Person, die wir kennen. Diese Person ist zu sehen, zu hören, zu fühlen und mit unseren Sinnen wahrzunehmen. Handelt es sich aber bei einer solchen Wahrnehmung um Denken? Nein.

      Wenn wir an die Person zu denken beginnen, werden wir dann nicht sogleich durch Gefühle, die wir ihr gegenüber empfinden, beeinflußt? Meldet sich nicht sofort das, was wir gegenüber dieser Person empfinden — Vorliebe, Abneigung, Achtung, Verachtung, Vertrauen, Mißtrauen —, noch bevor wir wirklich denken, bevor es zu einer verstandesmäßigen Einschätzung kommt?

      Nehmen wir aber an, wir zwingen uns, einfach an die Person zu DENKEN, an ihre Ansichten, ihre Standpunkte, ihr Benehmen, ihre Fähigkeiten, ihre Leistungen und dergleichen. Wie gut wissen wir in dieser Hinsicht über jemand Bescheid? Können wir logisch voraussagen, wie der Betreffende unter bestimmten Verhältnissen reagieren mag? Die seelischen, emotionalen und geistigen Qualitäten einer Person einzuschätzen erfordert Denkvermögen. Wir begeben uns auf Gebiete, die jenseits der Wahrnehmung durch unsere Sinne, wie den Gesichts-, Gehör- und Tastsinn, liegen. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, daß sich keine Gefühle, als Gedanken getarnt, einschleichen und unsere Denkprozesse entgleisen lassen.

      DEN KONFLIKT ZWISCHEN HERZ UND KOPF LÖSEN

      Das Herz oder der Sitz der Gefühle neigt dazu, den Kopf, den Sitz des Verstandes, zu beherrschen. Die geschlechtliche Anziehung kann beispielsweise das gesunde Urteilsvermögen, ja selbst das Gewissen völlig ausschalten. Die Gedanken können in außergewöhnlichem Umfang darauf gerichtet werden, Pläne und Ränke zu schmieden und der Befriedigung eines sinnlichen Verlangens Vorschub zu leisten. Deshalb rät die Bibel: „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens“ (Spr. 4:23). Das Herz muß vor allem anderen so erzogen und geschult werden, daß es sich von der Bibel leiten läßt. Es muß lernen, geistige Eigenschaften zu schätzen. Diese haben ihren Ursprung im Herzen Gottes. Das Herz des Menschen sollte sich dafür erwärmen, weil der Mensch im Bilde seines Schöpfers gemacht worden ist (1. Mose 1:26). „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung“ werden in Galater 5:22, 23 als Frucht des Geistes Gottes aufgezählt.

      Verfolge anhand einer Konkordanz, wo in der Bibel überall diese Wörter — „Liebe“, Freude“, „Friede“ — vorkommen. Dann wirst du erkennen, wieviel Zeit man auf das persönliche Studium und das Nachsinnen verwenden kann, um Unterscheidungsvermögen zu erlangen. Man bemüht sich, die persönlichen Eigenschaften des Schöpfers kennenzulernen, um sie sich zu eigen zu machen. Um ihn nachahmen zu können, benötigt man seine Hilfe. Deshalb ist zur Erlangung geistigen Unterscheidungsvermögens das Gebet außer Studium unerläßlich. All das erfordert, daß man zuweilen allein ist.

      DAS BEDÜRFNIS, ALLEIN ZU SEIN

      Als Josua geboten worden war, das Volk Israel in das Verheißene Land zu führen, wies Jehova ihn an, sich eng an das „Buch des Gesetzes“ zu halten, das von Moses überliefert worden war. „Du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen“ (Josua 1:8). Josua mußte einige Zeit für sich allein gebetsvoll studieren. Andere Übersetzungen sagen: „Lies Tag und Nacht nachdenkend darin“ oder: „Du sollst darüber sinnen Tag und Nacht.“

      Der Psalmist Asaph kam zu dem Schluß: „Mit meinem Herzen will ich Besorgnis bekunden, und mein Geist wird gründlich nachforschen.“ Gemäß anderen Übersetzungen lauten seine Worte: „Mein Herz grübelt“, „ich sinne nach und fragend erhebt sich mein Geist“ (Ps. 77:6).

      Der Apostel Paulus betonte in seinem Rat an den jungen Timotheus: „Sinne über diese Dinge nach; gehe darin auf“ (1. Tim. 4:15). Ein andermal schrieb er: „Denke beständig an das, was ich sage“ (2. Tim. 2:7).

      Damit wir dies alles tun können, müssen wir wie Jesus auch in vernünftigem Maß Raum für das Alleinsein schaffen, um nachdenken, studieren und beten zu können.

  • Fragen von Lesern
    Der Wachtturm 1978 | 15. Mai
    • Fragen von Lesern

      ● Sagt die Bibel irgend etwas Definitives darüber, was bei den Geschlechtsbeziehungen zwischen Mann und Frau moralisch oder unmoralisch ist? Sollten Versammlungsälteste das Verhalten von Gliedern der Versammlung in diesen intimen ehelichen Angelegenheiten zu bestimmen versuchen?

      Es muß zugegeben werden, daß die Bibel weder bestimmte Regeln hinsichtlich der Geschlechtsbeziehungen zwischen Mann und Frau aufstellt noch irgendwelche Einschränkungen diesbezüglich macht. Wir finden kurze Beschreibungen darüber, wie sich die Liebe passenderweise äußert, zum Beispiel in Sprüche 5:15-20 und mehreren Versen des Hohenlieds (1:13; 2:6; 7:6-8). Diese und andere Schriftstellen wie Hiob 31:9, 10 deuten zumindest an, was in bezug auf Liebesspiel und Geschlechtsbeziehungen üblich oder normal war, und stimmen mit dem überein, was heute im allgemeinen als üblich und normal angesehen wird.

      Der nachdrücklichste Rat der Bibel besagt, daß wir Gott uneingeschränkt lieben sollten und unseren Nächsten wie uns selbst, ein Mann sollte seine Frau wie seinen eigenen Leib lieben, sie hegen und pflegen und ihr Ehre zuerkennen (Matth. 22:37-40; Eph. 5:25-31; 1. Petr. 3:7). Die Liebe benimmt sich, wie der Apostel Paulus sagt, „nicht unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, läßt sich nicht aufreizen“ (1. Kor. 13:4, 5). Das würde mit Sicherheit ausschließen daß man seinem Ehepartner ungewöhnliche Handlungen aufzwingt, die der Partner als geschmacklos oder sogar als widerlich und pervers betrachtet.

      Mehr als diese grundlegenden Richtlinien sind in der Bibel nicht zu finden, und wir können daher auch nur Rat erteilen, der in Übereinstimmung mit dem ist was die Bibel sagt. In der Vergangenheit sind in dieser Zeitschrift Ausführungen erschienen, bei denen es um bestimmte ungewöhnliche sexuelle Handlungen in der Ehe ging, wie zum Beispiel oralen Geschlechtsverkehr, und diese Handlungen wurden mit schwerer geschlechtlicher Unsittlichkeit gleichgestellt. Davon ausgehend, gelangte man zu dem Schluß, daß den Personen, die derartige sexuelle Handlungen pflegen, die Gemeinschaft entzogen werden müßte, wenn sie nicht bereuen. Man vertrat den Standpunkt, Versammlungsälteste seien berechtigt, sich mit einem solchen Fall zu befassen und ein Urteil zu fällen.

      Nach sorgfältiger weiterer Erwägung dieser Frage gelangen wir jedoch aufgrund des Fehlens deutlicher biblischer Anweisungen zu der Überzeugung, daß es sich dabei um etwas handelt, wofür ein Ehepaar selbst die Verantwortung vor Gott übernehmen muß, und daß es nicht die Aufgabe der Versammlungsältesten ist, das Verhalten in solchen ehelichen Intimbeziehungen zu bestimmen oder jemandem lediglich aufgrund derartiger Handlungen die Gemeinschaft zu entziehena. Wenn sich

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