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  • Sie fanden in Nordirland wahre Sicherheit
    Der Wachtturm 1983 | 15. Oktober
    • In der Vergangenheit waren zwar hauptsächlich Protestanten für die biblischen Wahrheiten empfänglich, doch das hat sich geändert. Seit Beginn der gegenwärtigen Unruhen ist es viel einfacher, in katholischen Gebieten Zeugnis zu geben. Einige Personen, die mit der Wahrheit in Berührung gekommen sind, waren aktiv an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen.

      Zum Beispiel war für zwei leibliche Schwestern Anfang 20 die Gewalt nichts Neues. Als Kinder hatten sie gesehen, wie ein Junge von Soldaten erschossen wurde. Ihre Familie war von einer Bande militanter protestantischer Jugendlicher gezwungen worden, die Wohnung zu verlassen. Ein andermal hatte man auf das Fenstersims ihrer Wohnung eine Nagelbombe gelegt. Als Jugendliche versuchten sie all das zu ändern, was sie für politische und soziale Ungerechtigkeiten hielten.

      Eines der Mädchen schloß sich einer terroristischen Organisation an. Mit 16 kam sie wegen illegalen Waffenbesitzes für drei Wochen ins Gefängnis. Beide Mädchen beteiligten sich an Demonstrationen zur Unterstützung terroristischer Vereinigungen. In Decken gehüllt, sammelten sie in öffentlichen Bars Geld für republikanische Gefangene, die forderten, als politische Häftlinge anerkannt zu werden.

      Als die beiden Mädchen jedoch im Laufe der Zeit den Haß im Herzen derer beobachteten, mit denen sie verbunden waren, wurden sie ihrer Illusionen beraubt. Im Jahre 1979 sprach jemand bei ihnen zu Hause vor, um ihnen biblische Erkenntnis zu vermitteln. Sie hörten aufmerksam zu, waren aber sehr skeptisch. Daß eine gute Regierung für wahre Sicherheit sorgen werde, erschien ihnen weit hergeholt. Doch allmählich verstanden sie, daß durch Gottes Königreichsregierung diese wahre Sicherheit eine Realität werden würde (Matthäus 6:9, 10; Jesaja 9:6, 7; Daniel 2:44).

      Den Mädchen fiel es schwer, zu glauben, jemand in einer Stadt wie Belfast könne in bezug auf die politische Lage neutral sein. Als sie jedoch mit Jehovas Zeugen Gemeinschaft pflegten, beobachteten sie die unter wahren Christen herrschende Einheit und das echte Vertrauen auf Gottes Königreich. „Im Königreichssaal werden keine politischen Reden gehalten“, sagten sie. Sie machten schnelle Fortschritte und traten trotz heftigen Widerstandes standhaft für Gottes Königreich ein.

      Neutralität bringt Schutz

      Ein junger Vollzeitprediger der Zeugen Jehovas sprach in der Kleinstadt Newry, in der Nähe der Südgrenze Nordirlands zur Republik Irland, bei einigen interessierten Personen vor. Hier wurden terroristische Gruppen stark unterstützt.

      Plötzlich hielt ein Auto neben ihm. Einer der Insassen befahl ihm mit dem Gewehr in der Hand, auf dem Vordersitz Platz zu nehmen. „Zuerst dachte ich, man würde mich erschießen“, sagte der junge Zeuge, „weil man mich irrtümlich für einen Soldaten in Zivil gehalten habe. Man brachte mich jedoch zu einem Haus und sperrte mich in einen dahinterliegenden kleinen Kohlenschuppen. Nach einer Zeit, die mir wie eine Ewigkeit erschien, führte man mich mit verbundenen Augen in das Haus.

      Dort konnte ich hören, wie Leute meine Aktentasche durchsuchten und sich über meine Notizen über Personen unterhielten, die ich besucht hatte. Sie fragten, wer ich sei und was ich in der Gegend getan hätte. Wiederholt erklärte ich, daß ich als ein Zeuge Jehovas Menschen helfen würde, die Bibel zu verstehen, und daß ich einige Leute besucht hatte, die unsere Zeitschriften gern lasen.

      Einer der Männer verließ den Raum mit den Worten: ‚Richte das Gewehr auf ihn, und wenn er sich bewegt, jagst du ihm eine Kugel in den Kopf!‘ Ich verhielt mich selbstverständlich sehr ruhig und betete ständig zu Jehova. Nach einiger Zeit kam der Mann zurück und sagte den anderen, sie könnten mich freilassen. Er muß jemand gefunden haben, der meine Aussage bestätigt hatte. Immer noch das Gewehr auf mich gerichtet, führte man mich zum Wagen zurück, brachte mich in die Nähe des Stadtzentrums und ließ mich frei.“

      In einer Reihe ähnlicher Fälle hat sich die neutrale Haltung der Zeugen Jehovas als ein echter Schutz erwiesen. Ihre Neutralität in politischen Angelegenheiten ermöglicht es ihnen, in jedem Gebiet der Provinz ihr biblisches Erziehungswerk durchzuführen.

      Der Bau von Königreichssälen

      Gewöhnlich sind die Versammlungen hier relativ klein; nicht viele zählen mehr als 60 bis 70 Personen. Doch die Königreichsverkündiger verrichten ihr Werk ganzherzig und tatkräftig. Ein Beweis dafür ist der Bau vieler neuer Königreichssäle. Zum Beispiel haben in Belfast und im Umkreis von 30 Kilometern neun Versammlungen eigene Königreichssäle errichtet.

      Diese Bauarbeiten sind nicht ohne Widerstand und Schwierigkeiten ausgeführt worden. Ein älterer Angehöriger der Versammlung Londonderry bemerkte: „Ich erinnere mich, daß einige in der Versammlung sagten: ‚Wir werden nie einen eigenen Raum haben.‘ Wären sie doch heute noch am Leben, dann könnten sie sehen, daß Jehovas Geist mit uns ist in unserem neuen Königreichssaal!“

      Selbst einige kleinere Gruppen erhielten eine eigene Versammlungsstätte, wie zum Beispiel die Versammlung in Enniskillen, die damals nur 14 Königreichsverkündiger hatte. Jahrelang kamen sie in einem gemieteten Raum zusammen. Aber dann erkannten sie, daß sie einen eigenen Saal benötigten. Ihre Mittel waren zwar begrenzt, doch machten sie sich im festen Glauben an die Macht Jehovas ans Werk.

      Die Versammlung erwarb ein Fertighaus, fand ein gutes Grundstück dafür, und ein Problem nach dem anderen löste sich von selbst. Als andere Versammlungen von ihrer Notlage hörten, gingen Spenden ein. Ein älteres Glied der Versammlung sagte: „Diese Hilfe von anderen ließ uns in Enniskillen wirklich die Zugehörigkeit zu unserer internationalen Bruderschaft verspüren.“

      Wahre Sicherheit nicht nur ein Traum

      Trotz der ständigen Unruhen und der anhaltenden Bitterkeit und Uneinigkeit im Land finden immer mehr Menschen wahre Sicherheit, wenn sie die Vorkehrungen kennenlernen, die Jehova getroffen hat, um die Dinge richtigzustellen. Vielleicht hast du dich zum Beispiel gefragt, was aus dem jungen Krankenpfleger geworden ist, der so schreckliche Dinge erlebt hat.

      Als zwei Zeugen Jehovas englischer Abstammung bei ihm vorsprachen, hatte er zunächst gedacht: „Wir brauchen in Irland keine Ausländer, die uns über Religion belehren.“ Doch seine Einstellung änderte sich, als er merkte, daß sich alles, was sie sagten, eindeutig auf die Bibel stützte. Dieser Mann dient heute als Dienstamtgehilfe in einer Versammlung. Er und viele andere sind jetzt fest davon überzeugt, daß wir in der Zeit leben, wo Jehova seine großartigen Verheißungen verwirklicht, gemäß denen er alles beseitigen wird, was Kummer und Herzeleid verursacht, und dafür sorgen wird, daß mit der Zeit auf der ganzen Erde paradiesische Verhältnisse herrschen (Psalm 37:9-11, 29).

  • „Nicht sehr klug“
    Der Wachtturm 1983 | 15. Oktober
    • „Nicht sehr klug“

      Lloyd S. Etheredge, außerordentlicher Professor für Politikwissenschaft am Massachusetts Institute of Technology, sagte vor nicht allzu langer Zeit: „Oberst Edward House, der bei Woodrow Wilson Chefberater in politischen Fragen war, wurde einmal auf seine nie versagende Höflichkeit gegenüber anderen Leuten angesprochen ... Der Oberst erklärte, er sei im alten Westen zu einer Zeit aufgewachsen, in der die meisten Leute stets einen Colt bei sich getragen hätten. Unter diesen Umständen, so meinte er, lernte man schnell, daß es nicht sehr klug war, anmaßend zu sein.“

      In dem heutigen Zeitalter der Gewalt ist es besonders unweise, anmaßend zu sein. Die Bibel sagt warnend: „Wer anmaßender Seele ist, erregt Streit“ (Sprüche 28:25).

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