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„Die Wahrheit wird euch frei machen“Der Wachtturm 1953 | 15. Juli
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„Die Wahrheit wird euch frei machen“
DAS in Westafrika gelegene Nigeria ist ein Land von manchen sehr voneinander abweichenden Bräuchen und vielen Sprachen. Es ist etwa so groß wie z. B. Texas und Neu-Mexiko zusammen, hat eine Bevölkerung von etwa 30 Millionen, wovon die Hälfte Moslems sind. Etwa 13 000 Zeugen Jehovas führen ihre Tätigkeit durch, meist im südlichen Teil des Landes, wo das Namenchristentum vorherrscht, wo es aber auch viel primitive Juju-Anbetung und Heidentum gibt.
Obwohl die verschiedenen Religionssekten der Christenheit unter diesem Volke jahrelang wirkten, ist es ihnen doch nicht gelungen, in die abergläubischen Ansichten der Eingeborenen auch nur eine Bresche zu schlagen. Die meisten ihrer Bekehrten fahren fort, an ihrem heidnischen Aberglauben festzuhalten. Sie gehen morgens in die Kirche und abends in den Wald, um an Fetischzeremonien teilzunehmen. Wenn andrerseits das von Jehovas Zeugen gebrachte Licht der Wahrheit den afrikanischen Sinn durchdringt, so werden Aberglaube und Dämonenanbetung völlig vertrieben, und dies in einer Weise, daß Leute, die es sehen, sich überaus wundern.
Zum Beispiel: In einem Dorfe wurden durch einen Sturm Zweige eines großen Baumes abgerissen, von dem man glaubte, er werde von Geistern bewohnt, und der regelrecht angebetet wurde. Obwohl der Weg versperrt war, wagte es kein einziger Dorfbewohner, einen Zweig anzurühren, aus Furcht, vom Juju getötet zu werden. Was taten sie nun? Sie ließen Jehovas Zeugen holen, damit diese das Geäst wegräumten, weil sie wußten, daß der Juju keine Macht über sie hatte. Desgleichen wenn Juju-Prozessionen durch die Dörfer gehen und die Bevölkerung in Schrecken versetzen, gehen Jehovas Zeugen ruhig ihres Weges, während sich andere entsetzt in ihre Häuser flüchten. Überall in den Dörfern der Einheimischen ist bekannt, daß der Juju über Jehovas Zeugen keine Macht hat. In Wahrheit hat Jesus gesagt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ — Joh. 8:32, NW.
Wer also bringt dem Volke von Nigeria, wie wir aus dem Vorausgehenden schließen dürfen, die Wahrheit, die die Menschen frei macht, — die populären Sekten der Christenheit oder die unpopulären Zeugen Jehovas?
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Ein Maurer beharrt beim PredigenDer Wachtturm 1953 | 15. Juli
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Ein Maurer beharrt beim Predigen
In Nordost-Finnland, wo religiöse Bigotterie herrscht, ist gegen Jehovas Zeugen viel Unduldsamkeit und Vorurteil bekundet worden. Die öffentlichen Schulen sind geradezu Bollwerke der falschen Religion geworden, und Jehovas Zeugen konnten keine Schulsäle mieten, um ihre öffentlichen Bibelvorträge abzuhalten. Kürzlich löste ein Zeuge Jehovas, der Pionier-Prediger ist, das Problem, wenigstens soweit es e i n e dieser Schulen betraf.
Gleichwie der Apostel Paulus Zelte machte, um nicht anderen zur Last zu fallen, so betätigt sich dieser Evangeliumsdiener als Maurer. Es wurde ihm Arbeit in einer Schule angeboten, die wiederholt die Bitte der Zeugen Jehovas um ihren Saal abgewiesen hatte. Der ziegelsteinlegende Prediger erwiderte, er leiste gern Maurerarbeit, sofern sie ihn im Schulsaal einen biblischen Vortrag halten ließen. Die Schulkommission kam zusammen, besprach die Sache und beschloß schließlich, daß, wenn der Maurer das Wort Gottes predigen wolle, ihre religiöse Tradition verlange, daß sie ihm die Erlaubnis dazu gäben, und er könne das Thema für seine Predigt selbst wählen. Zwei Wochen später war der Saal, der 200 Sitzplätze hat, gedrängt voll von Ortsansässigen, die den Pionier-Prediger über das Thema sprechen hörten: „Ist die Bibel heute für uns praktisch?“ Als der Vortrag zu Ende war, hörte man, wie jemand der Anwesenden respektvoll sagte: „Und zu denken, daß dieser junge Prediger gleichzeitig Maurer an unserer Schule ist!“
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