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Auffallende Unterschiede zwischen den RassenErwachet! 1978 | 8. Januar
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stimmen darin überein“, heißt es, „daß das Negerkind im großen und ganzen genauso intelligent ist wie Kinder anderer Menschenrassen.“ Allerdings wurde ausgeführt, daß bei den Schwarzen eine „verfrühte Knochenbildung in der Schädeldecke eintritt, die jegliche Weiterentwicklung des Gehirns verhindert“. Folglich wurde in der Encyclopædia Britannica behauptet: „[Bei den Schwarzen] scheint bei Beginn der Pubertät jegliche Weiterentwicklung zum Erliegen zu kommen.“ Obwohl Chambers’ Encyclopædia (1882) nicht mit der Britannica übereinstimmt, wird darin von der Ansicht gesprochen, „daß der Neger ein Bindeglied zwischen den höherstehenden Menschenaffen und der übrigen Menschheit darstellt“.
Die Ansicht, daß die Schwarzen als Personen unterlegen sind, wird immer noch von einigen vertreten; sie ist keineswegs ausgestorben. Jemand beschrieb die Ansichten, die an seinem Wohnort allgemein vertreten werden, folgendermaßen: „Ich wuchs im Süden in einer ländlichen Gemeinde auf, wo man sagte, daß die Schwarzen deshalb schwarz sind, weil Gott sie verflucht hat. ... Und man hat wirklich behauptet, daß die Schwarzen überhaupt keine echten Menschen, sondern ein Teil des Tierreichs sind.“
Sogar gewisse Wissenschaftler behaupten, die Schwarzen seien den Weißen biologisch unterlegen. 1974 erschien ein umfangreiches, autoritativ aufgemachtes Werk, das von führenden Pädagogen unterstützt und in dem in diesem Sinne argumentiert wurde. In der Zeitschrift The Guardian (6. April 1974) wird über den Autor, John R. Baker, folgendes gesagt: „In geschickter Weise sammelt er — angeblich als Unterlagen — Zitate und Bezugsquellen, die zusammen mit der durch den Stil geschaffenen gewaltig abstoßenden Atmosphäre jedem Leser, der in keiner Weise mit ,Negriden‘ vertraut ist, den Eindruck vermitteln, es handle sich bei ihnen um Untermenschen (zum Beispiel: ,Long sagt, die Neger seien durch ihren „tierischen oder widerlichen Geruch“ gekennzeichnet‘).“
Was hat es also mit den Rassenunterschieden auf sich? Wie groß sind sie in Wirklichkeit?
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Gibt es Rassen, die anderen überlegen sind?Erwachet! 1978 | 8. Januar
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Gibt es Rassen, die anderen überlegen sind?
WIE denkst du über die Rassen? Um es genauer zu sagen: Denkst du, die Weißen seien den Schwarzen von Geburt an überlegen? Ganz gleich, wie du darauf mit Worten antwortest, was bekundest du durch deine Einstellung und deine Handlungsweise?
Die Leute sagen oft, daß sie keine Rassenvorurteile haben. Doch es ist eine Tatsache, daß schon seit langem rassistische Ansichten vorherrschen. Daher beharren viele auf der Ansicht, daß die Schwarzen den Weißen von Geburt an unterlegen und dazu bestimmt sind, für immer eine niedrigere gesellschaftliche Stellung einzunehmen.
Wie sind solche Ideen entstanden? Wieso können sie sich so lange halten?
Die Rolle der Religion
Die heutige Vorstellung von der angeborenen Überlegenheit der Weißen hat ihren Ursprung in der Unterwerfung und Versklavung der afrikanischen Neger. Der Sklavenhandel mußte gerechtfertigt werden, vor allem deshalb, da die daran Beteiligten vorgaben, Christen zu sein. Charles de Secondat Montesquieu, ein französischer Jurist und Politphilosoph, erklärte, welche Schlußfolgerung diese Sklavenhändler zogen: „Wir können unmöglich annehmen, daß diese Geschöpfe Menschen sind, denn würde man sie für Menschen halten, käme der Verdacht auf, daß wir keine Christen sind.“
Angebliche Christen in Amerika benötigten auch eine Rechtfertigung für die Sklaverei, da sich die Bewirtschaftung der Baumwollplantagen des Südens auf die Sklaverei gründete. Daher sagte ein amerikanischer Historiker:
„Im Süden forschte man in der Schrift nach einer biblischen Stütze für diese Handlungsweise. ... Im Süden argumentierte man beharrlich, daß die Sklaverei in der Bibel gutgeheißen und in Wirklichkeit geboten wird und eine von Gott kommende Einrichtung darstellt, die vor allem dem Neger von Nutzen ist“ („A Complete History of the United States“, S. 217, 337, von Clement Wood).
Die Kirchen gingen bei der Rechtfertigung der Sklaverei führend voran. Man lehrte, die Neger seien eine verfluchte Rasse, weswegen ihre Haut schwarz sei. Im Jahre 1844 erfolgte in der Methodistenkirche wegen der Sklaverei eine Spaltung zwischen Norden und Süden. Im Jahre 1845 spaltete sich die Baptistenkirche und fast zur selben Zeit die presbyterianische Kirche entlang der politischen Mason-Dixon-Linie. Sogar noch im Jahre 1902 veröffentlichte ein Bibelhaus in St. Louis das weitverbreitete Buch “The Negro a Beast” or “In the Image of God” („Der Neger, ein Tier“ oder „Im Bilde Gottes“). Es enthält ein Kapitel mit der Überschrift „Überzeugende biblische und wissenschaftliche Beweise dafür, daß der Neger nicht zur Menschheitsfamilie gehört“.
Man betrachtete also mit kirchlicher Zustimmung die Schwarzen als von Geburt an den Weißen unterlegen. In der Encyclopædia Britannica kann man die Klage lesen: „Es war das Schicksal der Afrikaner, in Amerika von Christen versklavt zu werden, die ihre Glaubensansichten nicht mit der Sklaverei in Einklang bringen konnten und daher ihre Vorstellung über die Neger so zurechtrückten, daß sie sie schließlich als ihr Eigentum betrachteten und nicht als menschliche Wesen, denen gewisse Rechte und Freiheiten zustehen“ (Bd. 16, 1971, S. 200D).
Allerdings waren die Kirchen nicht die einzigen, die für solche Ansichten eintraten. Einige Philosophen und Wissenschaftler taten es ihnen gleich.
Andere treten für die Überlegenheit der Weißen ein
In den 1830er Jahren lehrten Philosophen im Süden der Vereinigten Staaten Grundsätze über die naturgegebene Ungleichheit der Menschen — eine Vorstellung, die bis dahin schon die meisten Südstaatler befürwortet hatten. Zudem versuchte der führende amerikanische Experte für physische Anthropologie jener Zeit, Josiah C. Nott, für diese Vorstellung biologische Beweise zu liefern. Einige kamen zu der Ansicht, daß sich die verschiedenen Rassen getrennt voneinander entwickelt haben und daß die Schwarzen mit den Menschenaffen näher verwandt sind. Im Anschluß an verschiedene Einzelheiten, die als Beweise dienen sollten, wird in der Encyclopædia Britannica bemerkt: „Demzufolge wäre der Neger auf einem niedrigeren Entwicklungsstand als der weiße Mann, und er wäre mit den höchsten Anthropoiden näher verwandt“ (Bd. 19, 1911, S. 344).
Einige vertreten heute ähnliche Ansichten, so zum Beispiel Professor Carleton S. Coon, ehemals Präsident der American Association of Physical Anthropologists. Wie er behauptet, hätten sich ohne gegenseitigen Kontakt fünf Menschenrassen „voneinander unabhängig nicht einmal, sondern fünfmal zum Homo sapiens entwickelt“. In einer Fernsehsendung in den Vereinigten Staaten erklärte ein Sprecher, daß Herr Coon „Beweise vorbringt und den Standpunkt einnimmt, daß sich die Negerrasse auf der Leiter der Evolution 200 000 Jahre hinter der weißen Rasse befindet“.
Solche seit langem vertretenen Ansichten über die Schwarzen helfen uns verstehen, wieso die Amerikaner damals davon sprechen konnten, daß „alle Menschen von der Schöpfung her gleich sind“, und dennoch eine Form der Sklaverei guthießen, deren Betroffene als unterlegen betrachtet wurden. In der dritten Ausgabe des Buches The Sociology of Social Problems von Paul B. Horton und Gerald R. Leslie wird erklärt:
„Das geflügelte Wort ,Alle Menschen sind von der Schöpfung her gleich‘ traf auf die Neger nicht zu, da sie ,Eigentum‘, nicht Menschen waren. Der hamitische Fluch in der Bibel, unvollständige oder getrennte Entwicklung, geographischer Determinismus und Schlußfolgerungen aus Intelligenztests, all das waren Theorien, die man nacheinander verwendet hat, um die Behandlung der Neger als minderwertig zu rechtfertigen. Solange man solchen Ideen Glauben schenkte — und die meisten Leute schenkten ihnen Glauben —, war es nicht inkonsequent, sich zu demokratischen Idealen zu bekennen und gleichzeitig Rassendiskriminierung zu betreiben.“
Wahrscheinlich behaupten heute wenige Leute, daß die Schwarzen „keine Menschen“ sind. Doch glauben viele noch, daß sie von Geburt an unterlegen oder minderwertig sind. Die größere Zahl von unehelichen Geburten und Verbrechen, der niedrigere wirtschaftliche und soziale Status und vor allem die im Durchschnitt schlechteren Ergebnisse bei Intelligenztests werden als „Beweise“ für eine biologische Unterlegenheit betrachtet. Sind das aber wirklich Beweise für eine biologische Minderwertigkeit? Gibt es Umstände, die erklären, warum die Schwarzen hinter den Weißen im allgemeinen zurückstehen?
Abstammung der amerikanischen Schwarzen
In den USA glauben viele Leute, daß die afrikanischen Vorväter der amerikanischen Schwarzen Wilde waren, Wesen ohne Kultur oder Zivilisation. Sie denken, daß sie stumpfsinnig, kindlich und unfähig waren, komplizierte Aufgaben zu lösen oder eine fortgeschrittene Zivilisation zu entwickeln. Allerdings sehen die Tatsachen anders aus, wie das in der World Book Encyclopedia erklärt wird:
„In verschiedenen Teilen Afrikas existierten vor Hunderten von Jahren hochentwickelte Negerkönigreiche. ... Einige der Negerkönige und der Adligen lebten in großem Wohlstand und Prunk. Ihre Hauptstädte wurden manchmal zu Handels- und Kulturzentren. Zwischen 1200 und 1600 hatte eine Universität in Timbuktu (Westafrika) ihre Blütezeit und wurde in ganz Spanien, Nordafrika und im Nahen Osten berühmt“ (Bd. 14, 1973, S. 106, 107)
Zugegeben, die afrikanische Kultur ist eine ganz andere als die europäische, was sogar auch auf die orientalische Kultur zutrifft. Unglücklicherweise setzen einige Andersartigkeit mit Minderwertigkeit gleich. Doch kann man gleichzeitig nicht leugnen, daß die Entwicklung des afrikanischen Lebens und der Kultur in den vergangenen Jahrhunderten zum Stillstand gekommen ist. Der Fortschritt blieb aus. Aber warum?
Der Grund ist größtenteils im Sklavenhandel zu suchen, worüber es in der Encyclopedia Americana heißt: „Er zerrüttete die Kultur und Industrie der Neger, stoppte die Entwicklung der Kunst, brachte Regierungen zum Sturz und war die Ursache für den Stillstand in der Kultur, der den Schwarzen Erdteil seit 1600 kennzeichnet“ (Bd. 20, 1927, S. 47).
Der Umfang des Sklavenhandels und seine Auswirkung auf die afrikanische Gesellschaft ist schockierend. Gemäß der New Encyclopædia Britannica von 1976 reichen „Schätzungen über die Zahl der Sklaven, die über den Atlantik gebracht wurden, von 30 000 000 bis 100 000 000“. Vorsichtigere Schätzungen geben die Zahl mit „ungefähr 15 Millionen“ an. Sogar noch niedrigere Schätzungen sind überwältigend, insbesondere wenn man die Zahl der Todesopfer berücksichtigt.
Man muß einräumen, daß die Afrikaner sowohl direkt von den Weißen als auch in Kriegen und durch Überfälle von Schwarzen gefangen wurden, die ihre Landsleute an weiße Sklavenhändler verkauften. Unabhängig davon, wer anfangs die Verantwortung trug — die Gefangenen wurden an die Küste gebracht und in Verladestationen gesammelt. Danach wurden sie, zu zweien aneinandergekettet, in die Laderäume der Schiffe gepfercht, die gerade groß genug zum Liegen waren. Dort verbrachten sie den größten Teil der fünfzigtägigen Atlantikreise ohne Licht und frische Luft. Wie man schätzt, starb ungefähr ein Drittel der Gefangenen, schon bevor sie an Bord des Schiffes kamen, und ein weiteres Drittel starb während der Reise.
Anfang des 16. Jahrhunderts brachte man die ersten Sklaven zu den Westindischen Inseln und nach Südamerika, um sie für die Arbeit in den Bergwerken und Plantagen einzusetzen. Im Jahre 1619 brachte ein niederländisches Sklavenschiff die ersten Schwarzen nach Nordamerika, jedoch nicht als Sklaven, sondern als Bedienstete mit Arbeitsvertrag. Allerdings setzte sich später im 17. Jahrhundert die Sklaverei völlig durch, und im Laufe der Zeit gab es in den Vereinigten Staaten ungefähr vier Millionen schwarze Sklaven.
Was ihnen durch die Sklaverei widerfuhr
Im allgemeinen kamen die Afrikaner zuerst zu den Westindischen Inseln, wo sie an die Sklavenarbeit „gewöhnt“ wurden, bevor man sie nach Amerika verschiffte. Man verfolgte die Taktik, Angehörige des gleichen Stammes voneinander zu trennen, um Massenaufstände zu vermeiden. Man brachte sogar Familien auseinander, und die Sklavenhändler oder die neuen Herren gaben den Sklaven neue Namen. Das Ziel bestand darin, die Schwarzen unterwürfig, gehorsam zu machen. Bei alledem wurde ihre Persönlichkeit entstellt und ihre Mentalität unterdrückt, und da sie die Sinnlosigkeit des Widerstands erkannten, begannen sie vielfach, sich so zu verhalten, als ob sie minderwertig seien.
Es wurden Gesetze verabschiedet, die die völlige Unterwerfung der Sklaven sichern sollten. In der Encyclopedia Americana heißt es:
„Den Sklaven war es nicht gestattet, Eigentum zu haben, über Schußwaffen zu verfügen, Handel zu treiben, die Plantage ohne Erlaubnis ihres Eigentümers zu verlassen, vor Gericht als Zeuge auszusagen, es sei denn gegen andere Neger, Verträge abzuschließen, lesen und schreiben zu lernen oder ohne die Anwesenheit von Weißen Zusammenkünfte abzuhalten. ... ermordete ein Weißer einen Sklaven oder freien Neger oder mißbrauchte er ihn, so wurde das nicht als ein schweres Vergehen betrachtet“ (20. Bd., 1959, S. 67).
In den meisten amerikanischen Bundesstaaten, in denen Sklaven gehalten wurden, hatte jemand, der einem Schwarzen Lesen oder Schreiben beibrachte, eine Geld-, Prügel- oder Gefängnisstrafe zu erwarten.
Im Jahre 1808 erklärten die Vereinigten Staaten den Sklavenhandel für illegal. Trotz des Gesetzes wurde der Handel aufrechterhalten, da der Bedarf an Sklaven größer war als je zuvor. Das führte zu äußerster Perversion — man züchtete Sklaven, um sie verkaufen zu können. In der Encyclopedia Americana wird ausgeführt:
„Es entspann sich ein großangelegter und einträglicher Handel mit Haussklaven, womit einige der grausamsten und kaltblütigsten Auswüchse des Sklavensystems verbunden waren. Zum Beispiel wurden in den älteren Staaten Sklaven gezüchtet, die man in die südlicheren Gebiete verkaufte, und ständig wurden Familienbande zerstört, indem man die Angehörigen getrennt voneinander verkaufte“ (Bd. 20, 1959, S. 67).
Ja, die Ansicht, Schwarze seien „keine Menschen“, führte dazu, daß man sie züchtete und verkaufte, wie man das gewöhnlich mit Vieh macht. Und dann wurde plötzlich im Jahre 1865 die Sklaverei in den Vereinigten Staaten völlig abgeschafft. Doch die Einstellung blieb, und man achtete darauf, daß die Schwarzen nicht „ihren Platz“ — die Unterordnung unter die Weißen — verließen, und zwar durch Rassentrennungsgesetze und andere Methoden.
Ein wesentliches Mittel der Kontrolle war das Lynchen durch Erhängen. Zwischen 1890 und 1900 gab es im Jahr durchschnittlich 166 Fälle von Lynchjustiz. In der Encyclopedia Americana wird berichtet: „Man duldete weiterhin, daß Negerfrauen von weißen Männern sexuell ausgenutzt wurden. Die Neger wurden von der Polizei und häufig vor Gericht außerordentlich unfair und diskriminierend behandelt“ (20. Bd., 1959, S. 70).
Ist hier vom Altertum die Rede? Nein, sogar die Großeltern vieler heute lebender Schwarzer waren Sklaven. Noch in den fünfziger Jahren wurden die Schwarzen in den Massenmedien in Amerika als minderwertig dargestellt — unweigerlich dazu bestimmt, die Diener der Weißen zu sein.
Im allgemeinen aber wurden sie nirgendwo erwähnt, weder in Zeitschriften noch im Fernsehen, noch in Tageszeitungen, es sei denn in Kriminalgeschichten. Man diskriminierte sie bei jeder Gelegenheit, gewährte ihnen eine zweitklassige Schulbildung und enthielt ihnen bestimmte Erwerbstätigkeiten und andere Vergünstigungen vor, deren sich die Weißen erfreuten. Ihnen waren praktisch alle Möglichkeiten genommen, wodurch vielen jegliche Hoffnung fehlte, ihr Los zu verbessern.
Kann man angesichts dieser Umstände wirklich erwarten, daß die Schwarzen in der Bildung und auf anderen Gebieten den Weißen im allgemeinen ebenbürtig sind? Wäre es fair, eine Rasse als minderwertig einzustufen, weil sie nicht einem bestimmten Standard entspricht? Was geschieht, wenn ihnen eines Tages alle Möglichkeiten offenstehen?
Möglichkeiten und Anregungen
Bis 1947 war es den Schwarzen in den USA untersagt, in der Baseball-Oberliga mitzumachen. In jenem Jahr, in dem zwischen den beiden Rassen oft große Spannungen herrschten, wurde es einem Schwarzen erlaubt zu spielen. Bald begannen die Schwarzen, beim Baseballspiel Hervorragendes zu leisten. Im Weltmeisterschaftsjahr 1971 stellten die Pittsburgh Pirates bei einem Spiel eine neunköpfige Mannschaft auf — ausschließlich Schwarze. In anderen Sportarten ist die Situation ähnlich, so daß sich die New York Times im vergangenen Jahr zu dem Kommentar veranlaßt fühlte: „Der Basketball-Profisport ist praktisch ein Spiel der Schwarzen.“
Was bedeutet das? Daß die Schwarzen den Weißen biologisch überlegen sind? Oder bedeutet das, daß die Schwarzen genausoviel leisten können, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet und ihnen Anleitung und Anregungen gegeben werden? Offensichtlich ist letzteres zutreffend. Die Angehörigen der verschiedenen Rassen werden nicht als Ballspieler, Musiker, Wissenschaftler, Universitätsprofessoren usw. geboren. All das muß erlernt werden.
Es ist verkehrt, sich von den Rassen eine Klischeevorstellung zu machen und zu sagen, daß eine Rasse von Natur aus stumpfsinnig und langsam sei, eine andere aggressiv, militant, wieder eine andere freundlich und unterwürfig usw. Die Eigenarten der Rassen hängen vor allem von der Bildung, Erziehung und den Anregungen ab, die ihnen geboten werden. Beispielsweise werden die Chinesen von vielen oft als naturgemäß freundlich und unterwürfig bezeichnet. Doch nachdem sie jetzt unter der Herrschaft des Kommunismus in den vergangenen Jahrzehnten eine andere Bildung und andere Anregungen erfahren haben, würden ihnen heute nur noch wenige diese Eigenschaft zusprechen.
Doch es behauptet sich die Auffassung, daß die Schwarzen von Natur aus geistig träger und weniger intelligent sind als die Weißen. Lassen sich dafür zuverlässige Beweise finden?
[Bildnachweis auf Seite 9]
Abgedruckt mit der Erlaubnis des Schomburg Center for Research in Black Culture, der New York Public Library sowie der Stiftungen Astor, Lenox und Tilden
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Sind die Weißen intelligenter als die Schwarzen?Erwachet! 1978 | 8. Januar
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Sind die Weißen intelligenter als die Schwarzen?
VIELE Leute antworten mit Ja. Die Weißen, als Rasse gesehen, haben angeblich mehr angeborene Intelligenz als die Schwarzen.
William Shockley, ein Nobelpreisträger für Physik, behauptet das nachdrücklich. Er sagt: „Meine Forschungen führen unweigerlich zu der Ansicht, daß die Hauptursachen für den geistigen und sozialen Rückstand der amerikanischen Neger ... im Erbgut der Rasse zu suchen sind.“
Professor Arthur R. Jensen von der Universität von Kalifornien in Berkeley ist ein führender Verfechter der Ansicht, daß die Weißen den Schwarzen in der Intelligenz biologisch überlegen sind. Er führt aus: „Die Anzahl der Gene, die für die Intelligenz maßgebend sind, scheint bei der schwarzen Bevölkerung im großen und ganzen geringer zu sein als bei der weißen.“
Welche Grundlage gibt es für solche Behauptungen?
Gründe für die Behauptungen
Die Vererbung, so werden viele sagen, steht in engem Zusammenhang mit Rassenunterschieden. Schwarze haben aufgrund der Vererbung eine dunkle Haut, dicke Lippen und krauses Haar, und die Weißen haben aufgrund der Vererbung auffallend abweichende Merkmale. Da sogar ganze Gruppen von Menschen solche unterschiedlichen körperlichen Merkmale geerbt haben, so argumentieren einige, kann man doch vernünftigerweise nur annehmen, daß die Rassen unterschiedliche Intelligenzgrade vererben. Ist das jedoch der Fall? Wieso behauptet man, daß die Schwarzen, als Rasse gesehen, weniger angeborene Intelligenz haben als Weiße?
Der Grund liegt hauptsächlich in den Ergebnissen der Tests für den Intelligenzquotienten (IQ). Bei diesen Tests erreichen die Schwarzen im Durchschnitt fünfzehn Punkte weniger als die Weißen. Sogar wenn Weiße und Schwarze, die aus ähnlichen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen kommen, getestet werden, liegen die Ergebnisse der Weißen im Durchschnitt bedeutend höher als die der Schwarzen. Aus solchen Versuchen schlußfolgert Jensen, „daß eine Hälfte bis zu drei Viertel des durchschnittlichen IQ-Unterschiedes zwischen amerikanischen Negern und Weißen auf Erbfaktoren zurückzuführen ist“.
Die Ergebnisse von IQ-Tests haben zusammen mit Schlußfolgerungen, die auf der Evolutionstheorie beruhen, viele in der Meinung bestärkt, daß die Schwarzen geistig unterlegen sind. Einige Wissenschaftler haben argumentiert, daß sich die Rassen zum großen Teil durch Hunderttausende von Jahren hindurch voneinander unabhängig entwickelt haben. Wie man behauptet, hätten die Schwarzen die Schwelle der Evolution zum Homo sapiens später überschritten als die Weißen.
Da die IQ-Tests heutzutage die Hauptgrundlage für die Behauptung bilden, daß Schwarze von Geburt an weniger intelligent sind als Weiße, wollen wir uns diese Tests näher ansehen.
Intelligenz und IQ-Tests
Was versteht man überhaupt unter „Intelligenz“?
Diese Frage ist überraschenderweise schwierig zu beantworten. Viele unterschiedliche Eigenschaften könnten als Intelligenz bezeichnet werden. Jemand kann in einer Beziehung „intelligent“ sein, indem er sich beispielsweise leicht Namen und Daten merken kann, doch vielleicht ist er auf einem anderen Gebiet „dumm“, zum Beispiel beim Lösen von Rechenaufgaben. Daher gibt es keine allgemein anerkannte Definition für Intelligenz.
Wie steht es also mit IQ-Tests? Sind sie ein Maßstab für die Intelligenz? Als Kommentar dazu sagte Patrick Meredith, Professor für Psychophysik an der Leeds University (England): „Vielleicht ist man der Ansicht, daß die Franzosen gescheiter sind als die Pygmäen, doch wenn man sieht, wie Pygmäen in ihrer natürlichen Umgebung Brücken aus Fasern herstellen und das Leben meistern, könnte man sich fragen, was man unter Intelligenz versteht. Der IQ liefert keine Anzeichen dafür, wie sich jemand in einer bestimmten Situation verhalten würde. Der IQ-Test ist eine völlig unwissenschaftliche Konzeption.“
Im allgemeinen stimmt man darin überein, daß es durch IQ-Tests nicht gelingt, ein vollständiges Bild über die vielen Faktoren zu vermitteln, die für die Intelligenz eine Rolle spielen. Herkunft und Umwelt der Menschen sind zu unterschiedlich, als daß die IQ-Tests diese Aufgabe bewältigen könnten. Für was können sie dann als Maßstab dienen?
Arthur Whimbey, Professor für Psychologie an einer Universität im Süden der Vereinigten Staaten, stellt fest: „Durch Untersuchungen kommt man zu der Schlußfolgerung, daß durch IQ-Tests nicht die angeborenen geistigen Fähigkeiten bestimmt werden, sondern vielmehr eine Anzahl erlernter Fähigkeiten, die man sich in der Schule oder zu Hause aneignen kann.“
Um dies zu bestätigen, hat man bewiesen, daß man Personen im Lösen von IQ-Aufgaben schulen kann. Die Ergebnisse waren verblüffend. Ein Forscher berichtet, daß man einen jungen Studenten aus Mississippi darin unterrichtete, wie man an solche Tests herangeht, und innerhalb von sechs Wochen verbesserten sich seine IQ-Testergebnisse sprunghaft.
Man kann sich leicht vorstellen, welche verkehrten Schlußfolgerungen jemand aus dem Ergebnis seines IQ-Tests ziehen kann und welche Folgen das haben kann. Ein amerikanischer Schwarzer, der jetzt Universitätsprofessor ist, schreibt:
„Mit 15 erzielte ich einen IQ von 82 ... Gestützt auf dieses Ergebnis, meinte mein Berater, ich solle Maurer werden, da ich ,gute handwerkliche Fertigkeiten‘ hätte. ... Ich ging trotzdem aufs Philander Smith College, absolvierte mit Auszeichnung, erwarb mir den „Master“titel an der Wayne State University und den Doktortitel an der Washington University in St. Louis. Andere, genauso befähigte Schwarze waren vorher ,aus dem Rennen ausgeschieden‘.“
Es bleibt allerdings die Tatsache bestehen, daß die Weißen im Durchschnitt bei IQ-Tests fünfzehn Punkte mehr erreichen als die Schwarzen. Wieso? Wenn jemand dahingehend argumentieren möchte, daß die Schwarzen von Geburt an ebenso intelligent sind wie die Weißen, warum sind dann ihre Testergebnisse schlechter?
Die Frage im Zusammenhang untersuchen
Es gibt viele Faktoren, die schlechte Durchschnittsergebnisse bei IQ-Tests bewirken können. Vor allem sind die amerikanischen Schwarzen erheblich dadurch benachteiligt worden, daß die Weißen sie als Minderwertige und Unerwünschte behandelten und behandeln. Earl Warren, ehemals Präsident des Obersten Bundesgerichts (USA), veranschaulichte die moderne Ansicht in der Rassenfrage in einem Artikel der Zeitschrift Atlantic (April 1977).
Als der Oberste Bundesgerichtshof Mitte der 1950er Jahre über die Rassentrennung in Schulen entscheiden sollte, lud der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Dwight Eisenhower, Herrn Warren ins Weiße Haus zum Essen ein, um ihn dahingehend zu beeinflussen, daß er das Rassentrennungsgesetz aufrechterhalte. „Der Präsident“, schreibt Warren, „faßte mich am Arm, und während wir so spazierengingen und in der Frage der Rassentrennung über die Südstaaten sprachen, sagte er: ,Diese [Südstaatler] sind keine schlechten Leute. Was sie möchten, ist nur, daß ihre süßen kleinen Mädchen in der Schule nicht neben einigen Negern sitzen müssen, die für die Klasse schon zu groß sind.‘“
Wie es durch die Worte des Präsidenten zum Ausdruck kam, haben die Weißen im allgemeinen alles versucht, damit die „Schwarzen an ihrem Platz bleiben“ — durch Rassentrennung und Unterwerfung der Vorteile beraubt, die die Weißen genießen. Während der Zeit der Sklaverei und später während der gesetzlichen Rassentrennung war das leicht durchzuführen. Schwarze, die „aus der Reihe tanzten“, wurden geschlagen, gelyncht oder anderweitig bestraft. Hinter alldem steckte die Absicht, die kindliche, unterwürfige, stumpfsinnige „Sambo“-Mentalität zu fördern. Die Weißen haben im allgemeinen geglaubt, daß diese Mentalität den Schwarzen angeboren sei. Der Harvardprofessor Thomas F. Pettigrew meint jedoch:
„Niemals haben Angaben der afrikanischen Anthropologie Anzeichen für einen Typ zutage gebracht, der der Sambo-Persönlichkeit ähnelt; die Konzentrationslager [des nationalsozialistischen Regimes] hatten bei einer großen Vielfalt weißer Gefangener das gleiche Persönlichkeitsmuster zur Folge. Sambo war auch, rein theoretisch gesehen, nicht das bloße Produkt der ,Sklaverei‘, da das weniger grausame lateinamerikanische System [der Sklaverei] niemals einen solchen Typ hervorbrachte.“
Daher muß man die Ergebnisse der IQ-Tests im Zusammenhang mit der über 300jährigen Unterdrückung sehen, während deren viele Schwarze eine unterwürfige Persönlichkeit annahmen, um sich zu schützen und zu überleben. Auch sei daran erinnert, daß es noch im letzten Teil des vergangenen Jahrhunderts an vielen Orten der Vereinigten Staaten den Schwarzen gesetzlich verboten war, lesen und schreiben zu lernen. Und sogar seit dieser Zeit haben die Schwarzen als Gesamtheit immer noch nicht die gleichen Bildungsmöglichkeiten wie die Weißen.
Einfluß der Umgebung
Die geistigen Fähigkeiten hängen auch von der vorschulischen Bildung ab, die das Kind zu Hause erhält. Interessanterweise besteht in den Vereinigten Staaten die Kluft von insgesamt 15 IQ-Testpunkten zwischen Schwarzen und Weißen schon bei Kindern im Alter von fünf Jahren, noch bevor sie zur Schule gehen. Einige werden behaupten, das seien Anzeichen dafür, daß die Schwarzen mit weniger Intelligenz zur Welt kommen als die Weißen. Allerdings kann man beweisen, daß andere Faktoren dafür verantwortlich sein können.
Die Entwicklung geistiger Fähigkeiten geht im wesentlichen in der frühen Kindheit vor sich. Dr. Benjamin Bloom von der University of Chicago und auch andere Pädagogen behaupten, daß ein Kind bis zum Alter von fünf Jahren ebenso viele geistige Fähigkeiten entwickelt hat, wie es während der nächsten dreizehn Jahre entwickeln wird. In Übereinstimmung mit dieser Schlußfolgerung wird in der Zeitschrift Science News Letter ausgeführt: „Die Intelligenz des Kindes kann in den ersten Lebensjahren durch eine aufgeschlossene Umgebung, die dem Lernprozeß und dem Forschungsdrang förderlich ist, wesentlich beeinflußt werden.“
Man denke jedoch an die häuslichen Verhältnisse vieler amerikanischer Schwarzer. Bei ihnen gibt es mehr zerrüttete Familienverhältnisse als bei Weißen. Oft ist der Vater nicht daheim, vielleicht weil er gezwungen ist, sich in einer anderen Gegend nach einem Arbeitsplatz umzusehen. In den Negerfamilien muß vielfach die Mutter die Kinder allein großziehen. Kann man unter solchen Umständen erwarten, daß das Kind die frühzeitige Schulung erhält, die es befähigen wird, mit den geistigen Leistungen der Weißen Schritt zu halten?
Zudem zeigen kürzlich durchgeführte Studien, daß die Kinder aus größeren Familien, seien es schwarze oder weiße, schlechtere IQ-Testergebnisse haben, da die Eltern gewöhnlich dem einzelnen weniger Aufmerksamkeit schenken. Weil die Familien der Schwarzen im Durchschnitt größer sind als die der Weißen, kann das ein Faktor sein, der dazu beiträgt, daß die Schwarzen geringere geistige Fähigkeiten haben.
Man sollte auch berücksichtigen, daß die Umwelt, in der sich die Familien befinden, nicht die gleiche ist — zwischen der Kultur der Weißen und der Schwarzen bestehen bedeutende Unterschiede. In den üblichen IQ-Tests kommen deutliche kulturelle Vorurteile zugunsten der Weißen zum Ausdruck. Zum Beispiel wird in dem Stanford-Binet-Bildertest eine gepflegt aussehende weiße Frau und eine Frau mit negroiden Gesichtszügen und leicht ungekämmtem Haar gezeigt. Bei der Bewertung gab es ein „Richtig“, wenn das Kind die weiße Frau als „schön“ bezeichnete, und ein „Falsch“, wenn es sich für die schwarze Frau entschied.
Man darf auch nicht vergessen, daß eine große Zahl von Schwarzen IQ-Testergebnisse erreicht haben, die weit über dem Durchschnitt aller Weißen liegen. Während des Ersten Weltkriegs erzielten Schwarze aus bestimmten Gebieten im Norden der USA bei IQ-Tests bessere Ergebnisse als Weiße aus bestimmten Gebieten des Südens, was andeuten würde, daß Schwarze nicht mit einer geringeren Intelligenz zur Welt kommen. Der amerikanische Biologe Theodosius Dobzhansky machte folgende eindrucksvolle Beobachtung: „Die Unterschiede zwischen den Rassen sind im Durchschnitt viel kleiner als die Abweichungen innerhalb einer Rasse. Mit anderen Worten: In jeder Rasse überbieten die großen Denker und die hohen Intelligenzquotienten bei weitem die Durchschnittswerte ihrer eigenen oder jeder anderen Rasse.“
In dem Buch Intelligence—Genetic and Environmental Influences, herausgegeben von Robert Cancro, Doktor der Medizin und Universitätsprofessor, werden ausführlich die Umweltfaktoren untersucht, die zu den geringeren geistigen Fähigkeiten der Schwarzen beitragen. Angesichts all der Nachteile, die die Schwarzen haben, folgert der Autor: „Es überrascht wirklich, festzustellen, daß der mittlere Intelligenzquotient schwarzer Amerikaner gegenüber dem der weißen Amerikaner nur um 15 Punkte zurücksteht. Es gibt keinen Grund, diese Diskrepanz als biologisch unvermeidbar zu betrachten.“
Der gut bekannte Anthropologe Ashley Montagu kam zu einer ähnlichen Schlußfolgerung. Er schreibt: „Bei schlechter Ernährung, mangelhafter Gesundheitspflege, entwürdigenden Wohnverhältnissen, geringem Einkommen, weitverbreiteter Familienzerrüttung, anarchistischer Disziplin, mehr oder weniger vollständiger Abkapselung in Gettos, ständiger Herabsetzung des Selbstwertgefühls, geringen Aussichten, verhinderten Ambitionen sowie zahllosen anderen Benachteiligungen durch die Umwelt ist die Art von Störungen bei der geistigen Entwicklung, die so oft unberechtigterweise den Erbfaktoren zugeschrieben werden, durchaus zu erwarten.“
Montagu folgert: „Es gibt keinen Beweis dafür, daß ein Volk in biologischer oder geistiger Hinsicht einem anderen Volk irgendwie überlegen oder unterlegen wäre.“
Gibt es aber Beweise dafür, daß die unterschiedlichen Durchschnittswerte des Intelligenzquotienten der beiden Rassen nicht darauf zurückzuführen sind, daß die Weißen angeblich mehr angeborene Intelligenz haben als die Schwarzen?
Aus den Beweisen schlußfolgern
Man kann weder beweisen noch widerlegen, daß die Weißen mehr angeborene Intelligenz haben als die Schwarzen. Eindeutig ist allerdings, daß die Umwelt einen großen Einfluß auf die geistige Entwicklung ausübt. Zum Beispiel haben in Israel die Kinder orientalischer Juden, die das Elternhaus verlassen und in den sogenannten Kibbuzim (Gemeinschaftssiedlungen) eine kollektive Erziehung genossen hatten, bessere IQ-Testergebnisse erreicht als Kinder vergleichbarer Herkunft, die von ihren Eltern aufgezogen worden waren. Ebenso haben die Kinder amerikanischer Indianer, die von weißen Adoptiveltern großgezogen wurden, bedeutend höhere Intelligenzquotienten als ihre Geschwister im Reservat. Trifft das gleiche auch auf die Schwarzen zu?
Eine kürzlich durchgeführte Studie über Kinder von Schwarzen, die bei Weißen großgezogen wurden, bestätigt, daß das der Fall ist. Diese Studie gründet sich auf mehr als hundert Fälle, wo Kinder von Schwarzen in weiße Familien aufgenommen wurden, als sie noch sehr klein waren, und dort großgezogen wurden. Es zeigte sich, daß die betreffenden Schwarzen bei IQ-Tests einem Vergleich mit Weißen gut standhalten konnten. „Insgesamt gesehen“, schrieb einer der Forscher, „beeindruckte bei unserer Studie die Nachhaltigkeit der Umweltfaktoren. ... Wenn eine Veränderung in der Umgebung bei schwarzen Kindern bewirken kann, daß der IQ von 90 oder 95 auf 110 ansteigt, dann kann die übliche Kluft im IQ zwischen Schwarzen und Weißen nicht mit den Ansichten erklärt werden, die von den Befürwortern der genetischen Unabdingbarkeit vertreten werden.“
Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Gutachten scheint folglich zu zeigen, daß der niedrigere Durchschnitt bei den Intelligenzquotienten der Schwarzen zum großen Teil, wenn nicht sogar vollständig, auf die Umweltfaktoren zurückgeführt werden kann. In dem Buch The Biological and Social Meaning of Race kommt Frederick Osborn vom Population Council of New York zu dem Ergebnis: „Aus allen Studien, die bisher durchgeführt wurden, kann man nur eine Schlußfolgerung ziehen. Die durch Tests ermittelten Intelligenzunterschiede zwischen den größeren Rassen sind nicht größer, als man aufgrund der bekannten Unterschiede ihrer Umwelt zu erwarten hat. Darin stimmen die Wissenschaftler im allgemeinen überein.“
Es ist von Interesse, daß immer mehr Schwarze, soweit sich ihnen die Möglichkeiten dazu bieten, in der Geschäftswelt, dem Erziehungswesen, der Medizin usw. Erfolg haben.
Dennoch muß man zugeben, daß die Frage der relativen Intelligenz der Rassen nicht eindeutig entschieden werden kann. Wie ein Autor bemerkte, sind die Beweise gegenwärtig nicht schlüssig und werden unterschiedlich gedeutet: „Man kann aus ein und derselben Beweissammlung Hunderte von verschiedenen Schlußfolgerungen ziehen und hat das auch getan. Die Schlußfolgerung, zu der man gelangt, beruht ebensosehr auf Gefühlen wie auf Vernunft.“
Warum sollte man also die Frage mit dem Intelligenzquotienten aufwerfen, um beweisen zu wollen, daß die Schwarzen weniger intelligent sind als die Weißen? Steven Rose, Professor für Biologie an der Open University (England), erklärt, warum das einige Leute tun: „Die Frage, inwieweit IQ-Unterschiede zwischen einzelnen Rassen und Klassen durch Erbfaktoren bestimmt sind ..., ist nur in einer rassistischen und klassenbewußten Gesellschaft von Bedeutung, die eine ideologische Rechtfertigung ihrer diskriminierenden Praktiken anstrebt.“
Als Ergebnis des Meinungsstreits, der sich wegen der Behauptung entfachte, daß die Schwarzen von Geburt an eine geringere Intelligenz haben, erklärte die National Academy of Sciences: „Für die Behauptung, daß es zwischen der weißen Bevölkerung und der Negerbevölkerung wesentliche erbliche Unterschiede in der Intelligenz gibt, und auch für die gegenteilige Behauptung gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Da es noch nicht gelungen ist, in jeder Hinsicht
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