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  • Auffallende Unterschiede zwischen den Rassen
    Erwachet! 1978 | 8. Januar
    • stimmen darin überein“, heißt es, „daß das Negerkind im großen und ganzen genauso intelligent ist wie Kinder anderer Menschenrassen.“ Allerdings wurde ausgeführt, daß bei den Schwarzen eine „verfrühte Knochenbildung in der Schädeldecke eintritt, die jegliche Weiterentwicklung des Gehirns verhindert“. Folglich wurde in der Encyclopædia Britannica behauptet: „[Bei den Schwarzen] scheint bei Beginn der Pubertät jegliche Weiterentwicklung zum Erliegen zu kommen.“ Obwohl Chambers’ Encyclopædia (1882) nicht mit der Britannica übereinstimmt, wird darin von der Ansicht gesprochen, „daß der Neger ein Bindeglied zwischen den höherstehenden Menschenaffen und der übrigen Menschheit darstellt“.

      Die Ansicht, daß die Schwarzen als Personen unterlegen sind, wird immer noch von einigen vertreten; sie ist keineswegs ausgestorben. Jemand beschrieb die Ansichten, die an seinem Wohnort allgemein vertreten werden, folgendermaßen: „Ich wuchs im Süden in einer ländlichen Gemeinde auf, wo man sagte, daß die Schwarzen deshalb schwarz sind, weil Gott sie verflucht hat. ... Und man hat wirklich behauptet, daß die Schwarzen überhaupt keine echten Menschen, sondern ein Teil des Tierreichs sind.“

      Sogar gewisse Wissenschaftler behaupten, die Schwarzen seien den Weißen biologisch unterlegen. 1974 erschien ein umfangreiches, autoritativ aufgemachtes Werk, das von führenden Pädagogen unterstützt und in dem in diesem Sinne argumentiert wurde. In der Zeitschrift The Guardian (6. April 1974) wird über den Autor, John R. Baker, folgendes gesagt: „In geschickter Weise sammelt er — angeblich als Unterlagen — Zitate und Bezugsquellen, die zusammen mit der durch den Stil geschaffenen gewaltig abstoßenden Atmosphäre jedem Leser, der in keiner Weise mit ,Negriden‘ vertraut ist, den Eindruck vermitteln, es handle sich bei ihnen um Untermenschen (zum Beispiel: ,Long sagt, die Neger seien durch ihren „tierischen oder widerlichen Geruch“ gekennzeichnet‘).“

      Was hat es also mit den Rassenunterschieden auf sich? Wie groß sind sie in Wirklichkeit?

  • Gibt es Rassen, die anderen überlegen sind?
    Erwachet! 1978 | 8. Januar
    • Gibt es Rassen, die anderen überlegen sind?

      WIE denkst du über die Rassen? Um es genauer zu sagen: Denkst du, die Weißen seien den Schwarzen von Geburt an überlegen? Ganz gleich, wie du darauf mit Worten antwortest, was bekundest du durch deine Einstellung und deine Handlungsweise?

      Die Leute sagen oft, daß sie keine Rassenvorurteile haben. Doch es ist eine Tatsache, daß schon seit langem rassistische Ansichten vorherrschen. Daher beharren viele auf der Ansicht, daß die Schwarzen den Weißen von Geburt an unterlegen und dazu bestimmt sind, für immer eine niedrigere gesellschaftliche Stellung einzunehmen.

      Wie sind solche Ideen entstanden? Wieso können sie sich so lange halten?

      Die Rolle der Religion

      Die heutige Vorstellung von der angeborenen Überlegenheit der Weißen hat ihren Ursprung in der Unterwerfung und Versklavung der afrikanischen Neger. Der Sklavenhandel mußte gerechtfertigt werden, vor allem deshalb, da die daran Beteiligten vorgaben, Christen zu sein. Charles de Secondat Montesquieu, ein französischer Jurist und Politphilosoph, erklärte, welche Schlußfolgerung diese Sklavenhändler zogen: „Wir können unmöglich annehmen, daß diese Geschöpfe Menschen sind, denn würde man sie für Menschen halten, käme der Verdacht auf, daß wir keine Christen sind.“

      Angebliche Christen in Amerika benötigten auch eine Rechtfertigung für die Sklaverei, da sich die Bewirtschaftung der Baumwollplantagen des Südens auf die Sklaverei gründete. Daher sagte ein amerikanischer Historiker:

      „Im Süden forschte man in der Schrift nach einer biblischen Stütze für diese Handlungsweise. ... Im Süden argumentierte man beharrlich, daß die Sklaverei in der Bibel gutgeheißen und in Wirklichkeit geboten wird und eine von Gott kommende Einrichtung darstellt, die vor allem dem Neger von Nutzen ist“ („A Complete History of the United States“, S. 217, 337, von Clement Wood).

      Die Kirchen gingen bei der Rechtfertigung der Sklaverei führend voran. Man lehrte, die Neger seien eine verfluchte Rasse, weswegen ihre Haut schwarz sei. Im Jahre 1844 erfolgte in der Methodistenkirche wegen der Sklaverei eine Spaltung zwischen Norden und Süden. Im Jahre 1845 spaltete sich die Baptistenkirche und fast zur selben Zeit die presbyterianische Kirche entlang der politischen Mason-Dixon-Linie. Sogar noch im Jahre 1902 veröffentlichte ein Bibelhaus in St. Louis das weitverbreitete Buch “The Negro a Beast” or “In the Image of God” („Der Neger, ein Tier“ oder „Im Bilde Gottes“). Es enthält ein Kapitel mit der Überschrift „Überzeugende biblische und wissenschaftliche Beweise dafür, daß der Neger nicht zur Menschheitsfamilie gehört“.

      Man betrachtete also mit kirchlicher Zustimmung die Schwarzen als von Geburt an den Weißen unterlegen. In der Encyclopædia Britannica kann man die Klage lesen: „Es war das Schicksal der Afrikaner, in Amerika von Christen versklavt zu werden, die ihre Glaubensansichten nicht mit der Sklaverei in Einklang bringen konnten und daher ihre Vorstellung über die Neger so zurechtrückten, daß sie sie schließlich als ihr Eigentum betrachteten und nicht als menschliche Wesen, denen gewisse Rechte und Freiheiten zustehen“ (Bd. 16, 1971, S. 200D).

      Allerdings waren die Kirchen nicht die einzigen, die für solche Ansichten eintraten. Einige Philosophen und Wissenschaftler taten es ihnen gleich.

      Andere treten für die Überlegenheit der Weißen ein

      In den 1830er Jahren lehrten Philosophen im Süden der Vereinigten Staaten Grundsätze über die naturgegebene Ungleichheit der Menschen — eine Vorstellung, die bis dahin schon die meisten Südstaatler befürwortet hatten. Zudem versuchte der führende amerikanische Experte für physische Anthropologie jener Zeit, Josiah C. Nott, für diese Vorstellung biologische Beweise zu liefern. Einige kamen zu der Ansicht, daß sich die verschiedenen Rassen getrennt voneinander entwickelt haben und daß die Schwarzen mit den Menschenaffen näher verwandt sind. Im Anschluß an verschiedene Einzelheiten, die als Beweise dienen sollten, wird in der Encyclopædia Britannica bemerkt: „Demzufolge wäre der Neger auf einem niedrigeren Entwicklungsstand als der weiße Mann, und er wäre mit den höchsten Anthropoiden näher verwandt“ (Bd. 19, 1911, S. 344).

      Einige vertreten heute ähnliche Ansichten, so zum Beispiel Professor Carleton S. Coon, ehemals Präsident der American Association of Physical Anthropologists. Wie er behauptet, hätten sich ohne gegenseitigen Kontakt fünf Menschenrassen „voneinander unabhängig nicht einmal, sondern fünfmal zum Homo sapiens entwickelt“. In einer Fernsehsendung in den Vereinigten Staaten erklärte ein Sprecher, daß Herr Coon „Beweise vorbringt und den Standpunkt einnimmt, daß sich die Negerrasse auf der Leiter der Evolution 200 000 Jahre hinter der weißen Rasse befindet“.

      Solche seit langem vertretenen Ansichten über die Schwarzen helfen uns verstehen, wieso die Amerikaner damals davon sprechen konnten, daß „alle Menschen von der Schöpfung her gleich sind“, und dennoch eine Form der Sklaverei guthießen, deren Betroffene als unterlegen betrachtet wurden. In der dritten Ausgabe des Buches The Sociology of Social Problems von Paul B. Horton und Gerald R. Leslie wird erklärt:

      „Das geflügelte Wort ,Alle Menschen sind von der Schöpfung her gleich‘ traf auf die Neger nicht zu, da sie ,Eigentum‘, nicht Menschen waren. Der hamitische Fluch in der Bibel, unvollständige oder getrennte Entwicklung, geographischer Determinismus und Schlußfolgerungen

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