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Der Hauptvermittler der göttlichen Herrschaft hervorgebrachtDer Wachtturm 1973 | 15. Februar
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Bund’. Wegen der Unvollkommenheit der Israeliten und ihres Mittlers Moses war jener am Berg Sinai geschlossene Bund nicht ohne Mangel. Er ließ somit Raum für einen besseren, einen neuen Bund. Jehova Gott sah daher einen neuen Bund vor, und das Vorrecht, diesen zweiten Bund einzugehen, sollte der natürlichen Nation Israel geboten werden. Mehr als sechshundert Jahre vor der Einweihung dieses neuen Bundes durch einen neuen Mittler — im siebenten Jahrhundert vor dem Kommen dieses besseren Mittlers — ließ Jehova diesen Bund durch den Propheten Jeremia vorhersagen. (Jer. 31:31-34; Hebr. 8:6-13) Das Kommen des besseren und größeren Mittlers war durch den Propheten Moses vorhergesagt worden, und nach seinen Worten sollte dieser kommende Mittler aus den Israeliten hervorgehen, sollte also ein gebürtiger Israelit sein. — 5. Mose 18:15-19; Apg. 3:22, 23; 7:37, 38.
21. (a) Wann und wo wurde dieser bessere Mittler geboren, und wie wurde seine Geburt angekündigt? (b) Warum feierte Jesus das jüdische Passah, und als was gab er sich zu erkennen, als er es das letztemal feierte, und wie?
21 Im Jahre 2 v. u. Z. wurde dieser bessere Mittler als ein Nachkomme des Königs David in Bethlehem, der Stadt Davids, geboren. Er war gleichzeitig der Sohn Gottes, und bei seiner Geburt sagte der Engel Gottes zu den Hirten auf den Feldern bei Bethlehem: „Ich verkünde euch eine gute Botschaft großer Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden wird, denn euch ist heute in Davids Stadt ein Retter geboren worden, welcher Christus, der Herr, ist.“ (Luk. 2:10, 11) Da derjenige, der „Christus, der Herr“, werden sollte, von einer jüdischen Mutter geboren wurde, war er von Geburt Jude und stand unter dem Gesetz des zwischen Gott und Israel bestehenden Bundes, bei dessen Schließung Moses als Mittler gedient hatte. Das wird in Galater 4:4 bestätigt, wo wir lesen: „Als aber die Grenze der Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, der aus einer Frau geboren wurde und unter Gesetz zu stehen kam.“ Da Jesus Christus unter dem Gesetz des mit Israel geschlossenen Bundes stand, feierte er das Passahmahl. Als er im Jahre 33 u. Z. sein letztes Passah feierte, wies er darauf hin, daß er der Mittler des verheißenen neuen Bundes sei. Wie? Er setzte das sogenannte Abendmahl des Herrn ein, und als er seinen treuen Aposteln den Becher mit Wein reichte, sagte er: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird.“ (Luk. 22:20) Jesus vergoß sein eigenes Blut, um diesen Bund rechtskräftig zu machen.
22. (a) Wann unternahm Jesus etwas, um der Mittler des neuen Bundes zu werden? (b) Warum wehrte sich Johannes zuerst, Jesus zu taufen?
22 Wie der Prophet Moses, so mußte auch der Herr Jesus sich verpflichten, dieser Mittler des neuen Bundes zu werden. Wann tat er dies? Als er im Jordan getauft wurde. Im Alter von dreißig Jahren verließ er seine Zimmermannswerkstatt in Nazareth und begab sich zu Johannes dem Täufer, um sich im Wasser untertauchen zu lassen. Das war für Johannes eine neue Art von Taufe, denn bis dahin, so lesen wir in Markus 1:4, „trat Johannes, der taufte, in der Wildnis auf und predigte die Taufe als Symbol der Reue zur Vergebung von Sünden“. (Luk. 3:3) Jesus, der Sohn Gottes, kam aber nicht zu Johannes dem Täufer, um sich als Symbol der Reue zur Vergebung von Sünden taufen zu lassen. Jesus war vollkommen und frei von Sünde. (Hebr. 7:26) Er kam nicht mit einem schlechten Gewissen und in der Absicht zu Johannes, die „Bitte um ein gutes Gewissen“ an Gott zu richten. (1. Petr. 3:21) Johannes wußte dies; darum lesen wir: „[Johannes] suchte ihn davon abzuhalten, indem er sprach: ,Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?‘“ Doch was erwiderte Jesus?
23. Was entgegnete Jesus Johannes, und warum sagte er: „Es [ziemt] sich für uns, alles auszuführen, was gerecht ist“, obwohl er das Gesetz gehalten hatte?
23 „Da entgegnete ihm Jesus und sprach: ,Laß es diesmal so sein, denn auf diese Weise ziemt es sich für uns, alles auszuführen, was gerecht ist.‘“ (Matth. 3:13-15) Was wollte Jesus damit sagen? Als Jude hatte er das Gesetz des mosaischen Bundes vollkommen gehalten. Er sagte hierüber später: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das ,Gesetz‘ oder die ,Propheten‘ zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen.“ (Matth. 5:17) Selbstverständlich war der mit Israel geschlossene Gesetzesbund ein Ausdruck des Willens Gottes, aber Jesus hatte dem Willen Gottes in dieser Hinsicht während seines ganzen irdischen Lebens vor seiner Taufe entsprochen. Folglich bezogen sich seine Worte, ‘alles, was gerecht ist’, zwar auf etwas anderes als auf den Gesetzesbund, aber auf etwas, was die Erfüllung der symbolischen Merkmale wäre. Dies war ‘alles, was gerecht ist’, denn es war Gottes Wille, daß Jesus dieses alles ausführte, und dazu verpflichtete er sich bei seiner Taufe.
24. Welche Prophezeiung erfüllte Jesus gemäß Hebräer 10:5-10 insbesondere, als er sich zur Taufe darstellte?
24 Indem sich Jesus zur Taufe darstellte, erfüllte er, wie er sagte, die Worte der „Propheten“. Welche Prophezeiung er erfüllte, zeigt der Apostel Paulus gemäß Hebräer 10:5-10, wo wir über das Kommen Jesu zur Taufe lesen: „Daher sagt er bei seinem Eintritt in die Welt: ‚„Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet. Du hast kein Wohlgefallen an Ganzbrandopfern und Sündopfern gehabt.“ Da sprach ich: „Siehe! Ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“‘ ... Durch den besagten ,Willen‘ sind wir durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt worden.“ Jesus erfüllte dadurch Psalm 40:6-8. Der „Wille“ Gottes forderte, daß Jesus sich selbst, seinen „Leib“, opferte.
25. (a) Wovon war also Jesu Wassertaufe ein Symbol? (b) Wieso war Jesus bereits Gott hingegeben und losgekauft?
25 Da die Prophezeiung dies forderte, hätte Jesus ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn er nicht gekommen wäre, um Gottes besonderen Willen zu tun, und wenn er sich Johannes nicht dargestellt hätte, um getauft zu werden. Die Taufe Jesu war offensichtlich symbolisch. Sie war keine Taufe „als Symbol der Reue zur Vergebung von Sünden“, sondern ein Symbol dafür, daß Jesus gekommen war oder sich darstellte, um Gottes Willen zu tun, der unter anderem auch einschloß, daß er seinen Leib ein für allemal als Opfer darbrachte. Als gebürtiger Jude stand er bereits unter dem mosaischen Gesetz und war ein Angehöriger der einzigen Nation auf Erden, die Gott hingegeben und verpflichtet war, ‘alles zu tun, was Jehova geredet hatte’. Als Marias Erstgeborener, den Joseph, ihr Mann, als seinen Erstgeborenen adoptiert hatte, war Jesus auch Gott geheiligt und gehörte ihm. (2. Mose 13:1, 2) Joseph und Maria mußten ihn daher loskaufen, damit er einer weltlichen Beschäftigung nachgehen durfte. (4. Mose 3:13-51; 18:14-16) Folglich veranschaulichte die Taufe Jesu nicht, daß er sich Gott hingab, sondern daß er sich Gott darstellte, um dessen Willen zu tun, der von ihm sogar verlangte, daß er sich opferte.
26. (a) Wie bewies Gott, daß er die Darstellung Jesu angenommen hatte? (b) Wie weit ging Jesus im Tun des göttlichen „Willens“ während seines Daseins im Fleische?
26 Jehova Gott bewies, daß er diese Darstellung seines Sohnes angenommen hatte, indem er seinen heiligen Geist auf den getauften Jesus ausgoß und seine Stimme aus dem Himmel hören ließ: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (Matth. 3:16, 17) Danach machte Johannes der Täufer den gesalbten Jesus als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“, bekannt. (Joh. 1:28-36; Apg. 10:37, 38) Jesus tat den Willen Gottes bis zum Ende seines Daseins im Fleische auf Erden. In der letzten Nacht, die er in seinem natürlichen, menschlichen Leib auf Erden verbrachte, betete er zu Gott und sprach: „Mein Vater, wenn es nicht möglich ist, daß dieser [Becher] vorübergehe, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.“ (Matth. 26:39-44) Tags darauf, etwa um drei Uhr nachmittags, als Jesus am Marterpfahl hing, sagte er, wie wir in Johannes 19:30 lesen: „‚Es ist vollbracht!‘, und sein Haupt neigend, übergab er seinen Geist.“ Auf diese Weise wurde der Leib Jesu gemäß Gottes Willen ein für allemal als Opfer dargebracht.
27. (a) Was für eine Auferstehung wurde Jesus Christus zuteil, und warum? (b) Wie kam es, daß ihm nun die ganze Menschheit gehört, und was bedeutet das für die Toten?
27 Da Jesus Christus seinen vollkommenen menschlichen Leib als Opfer dargebracht hatte, wurde er am dritten Tag nicht mit einem Leib von Blut und Fleisch von den Toten auferweckt, sondern mit einem geistigen Leib. (1. Petr. 3:18; 1. Kor. 15:42-45) Am vierzigsten Tag nach seiner Auferstehung fuhr Jesus in den Himmel auf und brachte dort Gott den Wert oder das Verdienst seines menschlichen Opfers zugunsten der ganzen Menschheit dar. Als er noch auf Erden war, hatte er gesagt, er sei gekommen, „um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“. (Matth. 20:28) Der Apostel Paulus spricht davon, daß Jesus den Tod erlitten habe, „damit er durch Gottes unverdiente Güte für jedermann den Tod schmecke“. Er spricht auch von einem Menschen, „Christus Jesus, der sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben hat“. (Hebr. 2:9; 1. Tim. 2:5, 6) Dadurch, daß Jesus Christus Gott den Lebenswert seines menschlichen Opfers darbrachte, erlöste oder erkaufte er die ganze Menschheit, ohne daß sie ihn darum gebeten hätte. Deswegen wird es unter seinem himmlischen Königreich eine „Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben“. (Apg. 24:15) Sie gehören alle ihm.
28. (a) Was wurde der auferstandene Jesus Christus dadurch im Hinblick auf die Rettung der Menschheit? (b) In welcher Hinsicht dient er ebenfalls als Hauptvermittler?
28 Auf diese Weise wurde Jesus Christus, der Sohn Gottes, gemäß dem göttlichen „Willen“ der Hauptvermittler der Rettung für die ganze Menschheit. So sind die Worte in Hebräer 2:9, 10 zu verstehen: „Wir [sehen] Jesus, den ein wenig unter Engel Erniedrigten, wegen des Erleidens des Todes mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes unverdiente Güte für jedermann den Tod schmecke. Denn es geziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führt, den Hauptvermittler ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu machen.“ Und in Hebräer 5:9, 10 lesen wir: „Und nachdem er vollkommen gemacht worden war, wurde er für die ewige Rettung all derer verantwortlich, die ihm gehorchen, weil er von Gott ausdrücklich zum Hohenpriester nach der Weise Melchisedeks berufen worden ist.“ Dieser bewies, daß er würdig war, als Hauptvermittler der göttlichen Herrschaft zu dienen.
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Dem Hauptvermittler der göttlichen Herrschaft folgenDer Wachtturm 1973 | 15. Februar
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Dem Hauptvermittler der göttlichen Herrschaft folgen
1. (a) Warum galt der Entschluß, den die natürlichen Juden am Berg Sinai gefaßt hatten, für ihre Nachkommen nicht mehr, als die Zeit für den neuen Bund kam? (b) Wen mußten diese Juden nachahmen, und wie?
Für die natürlichen, beschnittenen Juden war die Situation nicht mehr dieselbe, nachdem Jesus Christus zu Jehova Gott in den Himmel aufgefahren war und ihm das kostbare Verdienst seines menschlichen Opfers angeboten hatte. Deswegen wurde der alte Bund, der mosaische, aufgehoben, und ein neuer Bund wurde mit dem Blut des Sohnes Gottes, des Mittlers dieses Bundes, rechtsgültig gemacht. Die Gelegenheit, in diesen neuen Bund aufgenommen zu werden, wurde zuerst den natürlichen Juden angeboten. Ihre Vorväter hatten fünfzehnhundert Jahre zuvor dem Mittler Moses erklärt: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun.“ Aber dies galt, was den neuen Bund betraf, nicht für ihre Nachkommen. Für diesen Bund gab es einen neuen Mittler, einen größeren als Moses, nämlich Jesus Christus. Damit sie in den neuen Bund aufgenommen wurden, mußten sie diesem besseren und größeren Mittler antworten: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun und befolgen.“ Diese natürlichen Juden mußten sich wie der Hauptvermittler der göttlichen Herrschaft, der Mittler Jesus Christus, Jehova darstellen, um seinen Willen zu tun, den sie durch diesen neuen und größeren Mittler kennengelernt hatten.
2. Was hatte Gott gemäß dem, was Petrus zu Pfingsten des Jahres 33 u. Z. sagte, gegenüber Jesus getan, wodurch sich die Situation für jene natürlichen Juden änderte?
2 In der Tat, eine neue Situation war für die natürlichen Juden entstanden, und sie mußten sich ihr, jeder einzelne persönlich, anpassen. Der christliche Apostel Petrus wies sie am Pfingstfesttage des Jahres 33 u. Z. darauf hin, nachdem Jehova Gott durch Jesus Christus den heiligen Geist auf die treuen Nachfolger des Hauptvermittlers der göttlichen Herrschaft ausgegossen hatte. Nachdem Petrus erklärt hatte, was durch ein Wunder geschehen war und warum, sagte er zu jenen Tausenden versammelten Juden: „Tatsächlich ist David nicht in die Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: ,Jehova sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel deiner Füße hinlege.“‘ Daher erkenne das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr an den Pfahl brachtet.“ — Apg. 2:34-36.
3. (a) Wie konnten jene Juden — ähnlich wie ihre Väter am Berg Sinai — beweisen, daß sie würdig waren, in den neuen Bund aufgenommen zu werden? (b) Was zeigte, daß jene Juden, nachdem sie das getan hatten, was Petrus und die übrigen Apostel ihnen gesagt hatten, in den neuen Bund aufgenommen worden waren?
3 Wie konnten nun jene Juden, die zuhörten, unter den neuen Umständen sagen: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun“ und so zeigen, daß sie würdig waren, in den neuen Bund aufgenommen zu werden? Dies geschah, indem sie den einst an den Pfahl gebrachten Jesus als ihren Herrn und als Jehovas Christus oder Messias sowie als ihren Mittler annahmen, der durch den Propheten Moses vorausgesagt und vorgeschattet worden war. Auf keine andere Weise konnte ihnen Rettung zuteil werden. Tausenden jener Juden ging es bei den Worten des Petrus wie ein Stich durchs Herz. Als sie dann Petrus und die übrigen Apostel fragten: „Männer, Brüder, was sollen wir tun?“, wies sie Petrus zu Gottes Hauptvermittler des Lebens, indem er sagte: „Bereut, und ein jeder von euch lasse sich in
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