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  • Benötigst du ein neues Bein?
    Erwachet! 1974 | 22. März
    • Benötigst du ein neues Bein?

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Deutschland

      DAS ist keine außergewöhnliche Frage. Denn jährlich verlieren Tausende von Menschen eines oder mehrere ihrer Glieder durch Krankheit oder Unfall. Andere sind mit deformierten Gliedmaßen geboren worden.

      Viele Forschungsarbeiten sind geleistet worden, um Amputierten zu helfen, einen Ersatz für fehlende Gliedmaßen zu erhalten. Zunächst sind bei der Amputation von Körperteilen Verbesserungen erreicht worden, die das Anpassen einer Prothese, eines künstlichen Gliedes, erleichtern. Außerdem sind Verbesserungen in der Gestaltung und Konstruktion der künstlichen Gliedmaßen erzielt worden. Würdest du gern einmal ein Institut besichtigen, in dem solche Gliedmaßen hergestellt werden? Dann komm bitte mit. Ich möchte dich mit der technischen Orthopädie und der Rehabilitation vertraut machen.

      „Was ist Orthopädie?“ magst du fragen. Es ist ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Behandlung von Mißbildungen, Erkrankungen und Verletzungen der Knochen und der Gelenke befaßt. Das Wort „Orthopädie“ wird von zwei griechischen Wörtern abgeleitet, nämlich von orthós (gerade) und pais (Kind) oder dem Genitiv paidos, und es ist auf die Berichtigung oder Verhütung von Knochenmißbildungen bei Kindern und Erwachsenen angewandt worden. Die technische Orthopädie gibt die Möglichkeit, diese Fehler mit Hilfe von Prothesen, Stützapparaten und Korsetts zu korrigieren. Zur Rehabilitation sind Übung und Schulung erforderlich, damit die Körperbehinderten diese orthopädischen Hilfsmittel benutzen können, um ihre Fehler auszugleichen.

      Das Institut, von dem in diesem Artikel die Rede ist, ist in mehrere Abteilungen unterteilt. In einer Abteilung beschäftigen sich zum Beispiel Spezialisten damit, Beinprothesen herzustellen.

      Beinprothesen

      Wenn du an eine Beinprothese denkst, dann stelle dir dabei nicht ein Stelzbein vor, wie es im Mittelalter getragen wurde. Nein, heute sind Beinprothesen wesentlich verbessert worden.

      Äußerste Präzision wird angewandt, wenn für jemand, dessen Bein oberhalb des Knies amputiert werden mußte, eine Prothese angefertigt wird. Vielfach wird eine Kontaktprothese angefertigt, die eng am Stumpf anliegt und dazu beiträgt, daß eine gute Durchblutung erhalten bleibt. Hierdurch werden starke Atrophien und Durchblutungsstörungen vermieden, wie sie früher bei herkömmlichen Prothesen auftraten. Auch Knie- und Fußgelenk sind so konstruiert, daß sie in etwa den Bewegungen der natürlichen Gelenke entsprechen.

      Wenn unterhalb des Knies amputiert wird, kann der Patient heutzutage mit einer Prothese versorgt werden, die direkt auf den Stumpf paßt, so daß der Patient die Prothese ohne Manschette um den Oberschenkel tragen kann. Diese neue Art von Prothesen wird vielfach mit einem Weichwandeinsatz versehen, der aus Spezialgummi, der mit Leder überzogen wird, angefertigt ist. Dieser Einsatz versetzt den Amputierten in die Lage, den außerordentlichen Belastungsdruck am Stumpf dauernd zu ertragen. Wenn die Prothese gut sitzt, sieht man einem Patienten kaum an, daß er beinamputiert ist. Holz eignet sich immer noch am besten für Prothesen, aber es wird heute auch schon leichteres Material verwendet.

      In einem Fall verlor eine Frau bei einem Unfall beide Unterschenkel; sie mußten kurz unterhalb des Knies amputiert werden. Völlig hoffnungslos kam sie in unser orthopädisches Institut. Immer wieder fragte sie: „Was wird werden? Werde ich meine gewohnte Tätigkeit als Hausfrau wieder durchführen können? Alle werden sehen, daß ich zwei Prothesen trage.“

      Anhand von Fotos zeigten wir ihr, wie andere Personen mit Prothesen versorgt worden waren. Doch ihre Zweifel und ihre Niedergeschlagenheit waren noch nicht gewichen. Dazu brachten die ersten Anproben der Prothesen einige Probleme mit sich. Oft stellten sich Druckstellen ein. Doch mit jeder Anprobe wurde es besser. Langsam gewöhnte sie sich an ihre Prothesen. Und nachdem es ihr gelungen war, einige Schritte ohne Krücken zu laufen, wurde auch ihre geistige Verfassung besser. Nach einem Jahr war sie sogar in der Lage, mit ihren Prothesen zu tanzen! Heute ist sie sehr glücklich mit ihren neuen Beinen, obwohl sie ein schlechter Ersatz für ihre verlorenen Gliedmaßen sind.

      Armprothesen und Stützapparate

      Polyester hat sich in der Herstellung von Armprothesen sehr bewährt. Moderne Erkenntnisse der Elektronik werden angewandt, um die Bewegungen des natürlichen Armes nachzuvollziehen. Mit Spezialelektroden werden Muskelimpulse abgetastet, die dann verursachen, daß die Hand sich dreht, die Finger sich bewegen oder der Arm gebeugt oder gestreckt wird.

      Hier spricht man von einer Fremdkraftprothese. Eine solche Prothese kann auch auf pneumatischem Wege, das heißt durch hohen Kohlensäuredruck, betrieben werden. Winzige Ventile, die durch eine Spezialbandage bedient werden, regeln hier die Funktion des Armes. Doch können diese technisch ausgeklügelten Prothesen den vom Schöpfer erschaffenen natürlichen Arm nicht ersetzen.

      Viele Menschen haben bei der Geburt oder durch Krankheit große Schäden ihres Bewegungsapparates davongetragen. Man denke nur an den Schaden, den Neugeborene erlitten haben, weil schwangeren Müttern das Medikament Contergan verschrieben wurde. In einigen Fällen wachsen die Finger direkt an der Schulter, oder die Füße sind da angewachsen, wo sonst das Knie zu finden ist. Für Kinder mit solchen Mißbildungen mußten ganz neue Konstruktionen entwickelt werden. Kannst du dir vorstellen, wie glücklich ein solcher Mensch ist, wenn er mit diesen Hilfen zum erstenmal selbständig einige Schritte gehen kann?

      Zum erstenmal einen Stützapparat, eine Orthese, anzuziehen mag eine ganz schöne Nervenprobe bedeuten. Au, wie es schmerzt, wenn mit etwas Anstrengung das mißgebildete Füßchen in den Schaft der Orthese eingezogen wird! Tränchen kullern über die Wangen eines kleinen Jungen. Ein anderer Junge schaut zu und macht ihm Mut: „Stell dich doch einmal hin; wir möchten sehen, wie groß du geworden bist.“ Die Länge der Orthesen muß mit den übrigen Körpermaßen übereinstimmen.

      Die ersten Schritte sind noch etwas ungelenk. Das Kind muß festgehalten werden und Stützen benutzen. Aber trotzdem kennt seine Freude keine Grenzen. Zum erstenmal in seinem Leben steht unser kleiner Patient auf seinen eigenen zwei Füßen, d. h. auf den künstlichen Füßen der Orthesen. Stolz zeigt er seinen Spielkameraden, daß er mit diesen Orthesen bald laufen kann. Er möchte ja so gern allein zur Schule gehen, und so macht das Üben doppelte Freude.

      Fast jedes orthopädische Hilfsmittel wird nach einem Gipsabdruck vom Stumpf gefertigt. Mit Gipsbinden wird ein genauer Abdruck des zu versorgenden Körperteils genommen, so daß ein genaues Gipsnegativ entsteht. Dieses Negativ wird dann mit Gipsbrei ausgegossen und genau modelliert. Danach wird das Hilfsmittel angefertigt, so, wie es vorher vom Facharzt verordnet wurde. Die Zusammenarbeit des orthopädischen Instituts mit dem Facharzt ist unbedingt notwendig, um den Kranken wirksam helfen zu können.

      Eine wirkliche Hilfe

      Aber kann Menschen, die keine Arme oder keine Beine oder die Mißbildungen haben, wirklich geholfen werden? In Wirklichkeit sind Prothesen nur eine sehr unvollkommene Hilfe. Man denke nur an die Prothesen, die für Kinder angefertigt werden. Sie wachsen nicht mit, und bis zur Vollendung des Wachstums müssen sie immer wieder neu angefertigt werden. Auch für Erwachsene müssen des öfteren neue Prothesen angefertigt werden. Das ist natürlich mit hohen Kosten verbunden. All diese orthopädischen Hilfsmittel sind daher nur ein Notbehelf und bringen sehr viele Probleme und oft Tränen mit sich.

      Doch es gibt eine wirkliche Lösung. Die Bibel zeigt, daß Jesus Christus, der Sohn Gottes, tatsächlich gebrechliche Menschen heilte (Luk. 5:17-25). Dies war eine Vorschau künftiger Dinge, um die du schon wiederholt im Vaterunser gebetet hast: „Dein Wille geschehe ...“ (Matth. 6:9, 10). Im letzten Buch der Bibel wird folgende tröstliche Verheißung gegeben: „Und er [Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offb. 21:4). Dies wird eine vollkommene Rehabilitation sein, die Jehova Gott, der Schöpfer des Menschen, herbeiführen wird.

  • Eine Bitte um Vergebung
    Erwachet! 1974 | 22. März
    • Eine Bitte um Vergebung

      EIN reisender Prediger, der im Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Kalamazoo (Michigan, USA) eine Ansprache hielt, war über eine Äußerung sehr erstaunt, die während seines biblischen Vortrages gemacht wurde. Wie gewohnt, stellte er einige Fragen, die die Anwesenden beantworten konnten.

      Ein Mann hob die Hand, und der Redner, der nicht wußte, daß dieser Mann zum erstenmal einer Zusammenkunft im Königreichssaal beiwohnte, rief ihn auf. Statt auf die aufgeworfene Frage einzugehen, erhob sich der Mann und sagte, er wolle sich dafür entschuldigen, daß er Jehovas Zeugen während der vergangenen Jahre schlecht behandelt habe. Er hoffe, Gott werde ihm vergeben. Wie kam es zu dieser Äußerung?

      Dieser Mann wurde in Deutschland geboren und war dort aufgewachsen und Ende der 1920er Jahre der Partei der Nationalsozialisten beigetreten. Später wanderte er nach Kanada aus, wurde aber dort während des Zweiten Weltkrieges, weil er seine Ansichten in politischen und rassischen Fragen freimütig äußerte — zum Beispiel seine Überzeugung, daß die Deutschen eine höherstehende Rasse seien —, eingesperrt. Nach dem Krieg wurde er freigelassen, und schließlich ließ er sich in den Vereinigten Staaten von Amerika nieder. Obschon er seine nationalsozialistischen Anschauungen über Politik und Rassenfragen nicht aufgab, wurde er, äußerlich gesehen, ein extrem patriotisch eingestellter Amerikaner.

      Wenn Jehovas Zeugen von Zeit zu Zeit bei ihm erschienen, äußerte er sich sehr beleidigend. Er trieb sie von seinem Anwesen, wobei er seine Verachtung gegenüber jedem zum Ausdruck brachte, der vor der Fahne nicht bestimmte patriotische Handlungen ausführte. Das ging etwa fünfzehn Jahre lang so.

      Im Frühjahr 1970 sprachen zwei junge Zeuginnen bei ihm vor; aber er hatte, wie er später zugab, nicht das Herz, mit zwei jungen Damen barsch umzugehen. In der Unterhaltung berührten sie auch das Thema „Die Seele des Menschen“. Da er aus einer Baptistenfamilie stammte, glaubte er fest, daß der Mensch eine unsterbliche Seele besitze. Sie zeigten ihm jedoch aus der Bibel, daß der Mensch eine Seele ist.

      Er las das Bibelstudienhilfsmittel, das sie ihm zurückgelassen hatten, sorgfältig durch, und schon nach kurzer Zeit bat er Jehovas Zeugen, mit ihm ein regelmäßiges Bibelstudium durchzuführen. Im darauffolgenden Monat erschien er im Königreichssaal.

      Der Prediger, der den Vortrag hielt, versicherte ihm, daß Jehova Personen, die der wahren Anbetung Widerstand entgegengebracht hätten, vergeben könne und auch vergeben werde. Nun ist dieser Mann ein Prediger der Zeugen Jehovas und erzählt auch anderen Menschen die Wahrheit über Jehova, den Gott, der bereit ist zu vergeben.

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