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Fragen von LesernDer Wachtturm 1953 | 15. Januar
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Fragen von Lesern
● Wie sollten ein Vater, eine Mutter, Sohn oder Tochter, denen die Gemeinschaft entzogen wurde, von den übrigen Gliedern der Familiengemeinschaft behandelt werden? — P. C., Ontario, Canada.
Wir leben heute nicht unter theokratischen Nationen, wo solche Glieder unserer Familiengemeinschaft im Fleische ausgerottet werden können, weil sie von Gott und seiner theokratischen Organisation abgefallen sind, wie es in der Nation Israel, in der Wüste Sinai und im Lande Palästina möglich und angeordnet war. „Du sollst ihn gewißlich töten. Deine Hand soll zuerst an ihm sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volkes; und du sollst ihn steinigen, daß er sterbe. Denn er hat gesucht, dich abzuleiten von Jehova, deinem Gott, … Und ganz Israel soll es hören und sich fürchten, damit man nicht mehr eine solche Übeltat in deiner Mitte begehe.“ — 5. Mose 13:6-11.
Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, unter denen wir leben, und auch durch die Gesetze Gottes durch Christus Jesus Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen, das heißt in Übereinstimmung mit beiden Gesetzgebungen. Das Gesetz des Landes und das Gesetz Gottes durch Christus Jesus verbietet uns, Abgefallene zu töten, auch wenn sie Glieder unserer eigenen Blutsverwandtschaft sind. Gottes Gesetz jedoch verlangt von uns, den Entzug der Gemeinschaft mit der Versammlung anzuerkennen, und dies trotz der Tatsache, daß das Gesetz des Landes, in dem wir leben, von uns aus natürlicher Verpflichtung verlangt, mit solchen Abgefallenen unter einem Dach zu leben und mit ihnen Umgang zu haben.
Gottes Gesetz gestattet einem Ehepartner nicht, seinen Ehegenossen zu entlassen, weil ihm die Gemeinschaft entzogen wurde oder er abgefallen ist. In den meisten Fällen wird das Gesetz des Landes auch nicht erlauben, daß deswegen eine Scheidung gewährt wird. Der treue Gläubige und der Abgefallene oder Ehepartner, dem die Gemeinschaft entzogen wurde, müssen legal weiterhin zusammen leben und gegeneinander die ehelichen Pflichten erfüllen. Ein Vater darf gesetzlich nicht sein unmündiges Kind aus seinem Haushalt entlassen, weil es abgefallen oder ihm die Gemeinschaft entzogen wurde, und unmündige Kinder dürfen ihren Vater oder ihre Mutter nicht einfach verlassen, nur weil er oder sie Gott und seiner theokratischen Organisation untreu werden. Die Eltern müssen nach dem Gesetz Gottes und dem der Menschen ihre Elternpflicht den Kindern gegenüber erfüllen, solange sie abhängig und unmündig sind, und die Kinder müssen ihren Eltern unterwürfig sein, solange sie nach dem Gesetz minderjährig sind oder solange sie keine Zustimmung der Eltern haben, das Haus zu verlassen. Wenn natürlich Kinder volljährig sind, ist ein Verlassen des Hauses und ein Abbrechen der Familienbande in buchstäblicher Weise möglich, da die geistigen Bande bereits abgebrochen sind.
Wenn Kinder volljährig sind und weiterhin mit einem Familienglied Umgang haben, dem die Gemeinschaft entzogen ist, sei es Vater oder Mutter, da sie von ihm oder ihr materielle Unterstützung empfangen, dann müssen sie in Betracht ziehen, wie weit ihre geistigen Interessen gefährdet sind, wenn sie unter diesem ungleichen Verhältnis weiterleben, und ob sie es einrichten können, sich selbst zu unterhalten, indem sie getrennt von ihrem abgefallenen Vater oder ihrer abgefallenen Mutter leben. Wenn sie weiterhin materielle Unterstützung empfangen, sollte dies nicht zum Kompromiß führen, so daß sie die Stellung der Eltern, denen die Gemeinschaft entzogen ist, ignorieren. Wenn ihnen, weil sie in Übereinstimmung mit der Anordnung der Gruppe des Volkes Gottes über den Gemeinschaftsentzug handeln, die Entziehung der elterlichen Unterstützung droht, dann müssen sie bereit sein, solche Folgen zu tragen.
Satans Einfluß durch das Familienglied, dem die Gemeinschaft entzogen ist, wird darauf gerichtet sein, das andere Glied oder die anderen, die in der Wahrheit sind, zu veranlassen, sich jenem Gliede in seiner Handlungsweise oder in seiner Stellung zu Gottes Organisation anzuschließen. Das zu tun, würde sich unheilvoll auswirken, und deshalb muß das treue Familienglied die Anordnung über den Gemeinschaftsentzug anerkennen und sich fügen. Wie würde oder könnte dies durchgeführt werden, wenn man mit einem solchen unter demselben Dach wohnte oder täglich in persönlichem, natürlichem Kontakt stände? Auf folgende Weise: Indem man es ablehnt, religiöse Beziehungen mit ihnen zu haben.
Der Ehepartner würde in Übereinstimmung mit dem Gesetz des Landes die ehelichen Aufgaben erfüllen als Gegenleistung für alle materiellen Wohltaten, die gegeben und angenommen werden. Aber religiöse Gemeinschaft mit der Person haben, der die Gemeinschaft entzogen ist — nein, diese würde es nicht geben! Der treue Ehepartner würde nicht über Religion mit dem Abgefallenen oder Ausgeschlossenen diskutieren und würde ihn nicht zu seinem oder ihrem Ort religiöser Zusammenkunft begleiten und mit ihm oder ihr an den Versammlungen teilnehmen. Wie Jesus sagte: „Wenn er auch auf die Versammlung nicht hört [die verpflichtet war, ihn auszuschließen], so sei er dir gleichwie ein Mensch von den Nationen und wie ein Steuereinnehmer [für Jehovas geheiligte Nation].“ (Matth. 18:17, NW) Solche zu verletzen, ist niemand berechtigt, aber da gibt es keine geistige oder religiöse Gemeinschaft.
Dieselbe Regel würde für jene gelten, die in dem Verhältnis von Eltern zu ihrem Kinde oder von Kindern zu ihren Eltern stehen. Welche natürlichen Verpflichtungen auch auf jene fallen gemäß den Gesetzen der Menschen und dem Gesetz Gottes: die treuen Eltern werden sie erfüllen, desgleichen auch das treue Kind, aber was darüber hinausgeht sowie religiöse Gemeinschaft mit solch einem zu haben in Verletzung der Anordnung der Versammlung über Gemeinschaftsentzug — nein, nichts von dem für den Treuen! Wenn das treue Glied leidet in materieller Hinsicht oder anderer Weise wegen treuer Befolgung des theokratischen Gesetzes, dann muß es dies hinnehmen als Leiden um der Gerechtigkeit willen.
Der Zweck der Beobachtung der Anordnung über Gemeinschaftsentzug besteht darin, den Ausgeschlossenen seinen Irrtum erkennen zu lassen und ihn zu beschämen, so daß er, wenn möglich, wieder aufgenommen werden mag, und auch eure eigene Errettung zum Leben in der neuen Welt zu sichern zur Rechtfertigung Gottes. (2. Thess. 3:14, 15; Titus 2:8) Da du mit einem solchen in engen, unlösbaren natürlichen Familienbanden stehst und im selben Haushalt unter einem Dache wohnst, magst du mit ihm buchstäbliche Speise zu dir nehmen und mit ihm zusammen leben müssen, in welchem Fall aber 1. Korinther 5:9-11 und 2. Johannes 10 nicht anzuwenden sind; aber vereitle nicht den Zweck der Anordnung der Versammlung über Gemeinschaftsentzug, indem du geistige oder religiöse Speise mit einem solchen zu dir nimmst, oder solch einen in wohlwollender und religiöser Weise empfängst und ihm für sein Wohlergehen in seinem abgefallenen Lauf alles Gute wünschst.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1953 | 15. Januar
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Bekanntmachungen
JEHOVA, DEN SOUVERÄN, FÜRCHTEN
„Es fürchte sich vor Jehova die ganze Erde.“ — Ps. 33:8.
Keine Nation auf Erden ist heute frei von Furcht. In der Tat, die Welt befindet sich nun in dem Zustande, der von Jesus genau beschrieben wurde, als er in bezug auf diese Zeit voraussagte, daß die Menschen „ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. (Luk. 21:26, NW) Doch gibt es eine andere Furcht, die für rechtes Leben, ja für ein langes Leben gesund, aufbauend, beruhigend und förderlich ist. Dies ist die Furcht Jehovas, welche rein ist. Sie veranlaßt uns, Jehova wegen seiner Güte aus Liebe zu dienen, und Jehova behütet die ewigen Interessen derer, die ihn fürchten. (Ps. 34:7) Millionen von Menschen müssen darüber belehrt werden, daß die Furcht Jehovas der Weg des Lebens ist, und das ist kurz gesagt der Zweck des Wachtturms. Im Januar 1953 können Wachtturm-Leser mithelfen, diese Zeitschrift mittels eines Jahresabonnements auch anderen anzubieten. Das Jahresabonnement wird zusammen mit dem Buche „Die Wahrheit wird euch frei machen“ gegen einen Beitrag von DM 5.— angeboten werden. Helft den Menschen, Jehova als den großen Souverän zu fürchten, indem ihr ihre Aufmerksamkeit auf sein Wort lenkt. Jede Ausgabe des Wachtturms tut dies treulich.
Tagestexte für Februar
16. Lasset die jungen Kinder zu mir kommen, und suchet nicht, sie zurückzuhalten. — Luk. 18:16, NW. wX 1. 4. 52 5
17. Nicht wie Kain, der vom Bösen herkam und seinen Bruder hinschlachtete. Und weswegen schlachtete er ihn hin? Weil seine eigenen Werke böse waren, die seines Bruders aber waren gerecht. — 1. Joh. 3:12, NW. wX 15. 4. 52 3
18. Einst sprachest du in einer Vision zu deinem Treuen. — Ps. 89:19, AÜ. wX 15. 6. 52 17
19. So wähle das Leben … indem du Jehova, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst. — 5. Mose 30:19, 20. wX 15. 5. 52 21a
20. Wenn wir aber beurteilten, was wir selbst sind, so würden wir nicht gerichtet. — 1. Kor. 11:31, NW. wX 15. 3. 52 9a
21. Schlaget ohne Erbarmen oder Mitleid: Alte Männer, junge Männer und Jungfrauen, kleine Kinder und Weiber — erschlaget sie alle! Doch tastet niemand an, an dem das Zeichen ist. — Hes. 9:5, 6, AÜ. wX 1. 8. 52 5a
22. Alles daher, was ihr wollt, daß Menschen euch tun, sollt ihr ihnen gleicherweise tun. — Matth. 7:12, NW. wX 1. 9. 52 7a
23. Denn er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat und deren Erbauer und Schöpfer Gott ist. — Heb. 11:10, NW. wX 1. 7. 52 18
24. Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit dieser Generation und werden sie verurteilen, denn sie bereuten bei dem, was Jona predigte, doch siehe! hier ist mehr als Jona. — Matth. 12:41, NW. wX 1. 8. 52 19
25. Mose hat gesagt: „Jehova Gott wird euch aus euren Brüdern einen Propheten erwecken gleich mir. Auf ihn sollt ihr hören.“ — Apg. 3:22, NW. wX 15. 6. 52 5
26. Laßt nicht nach im Rechttun. Wenn aber jemand unserm Wort … nicht gehorcht, so haltet diesen bezeichnet, höret auf, Umgang mit ihm zu haben, damit er beschämt werde. Und doch betrachtet ihn nicht als einen Feind, sondern verwarnet ihn weiterhin als einen Bruder. — 2. Thess. 3:13-15, NW. wX 1. 5. 52 6
27. Den Fremden … kommt er und betet gegen dieses Haus hin: so höre du im Himmel, der Stätte deiner Wohnung, und tue nach allem, um was der Fremde zu dir rufen wird. — 1. Kön. 8:41-43. wX 15. 7. 52 8a
28. Sie vermischten sich mit den Nationen [Heiden, Me] und lernten ihre Werke [Wege, Mo]; und sie dienten ihren Götzen, und sie wurden ihnen zum Fallstrick. — Ps. 106:35, 36. wX 15. 4. 52 7
Erklärung zum Auffinden weiterer Kommentare über diese Texte: Die Zahlen, die dem Datum des „Wachtturms“ folgen, beziehen sich auf Abschnitte im ersten Studiumartikel. Wenn nach der Abschnittsziffer ein „a“ folgt, ist der Kommentar im zweiten Studiumartikel zu finden; wenn ein „b“ folgt, betrifft es den dritten Studiumartikel.
„WACHTTURM“-STUDIEN
Woche vom 22. Februar: In Einheit mit dem Licht.
Woche vom 1. März: In Einheit mit der Liebe.
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