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So viele Religionen!Der Wachtturm 1982 | 1. Juni
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So viele Religionen!
WARUM gibt es so viele Religionen, wenn es doch nur einen Gott gibt? Möglicherweise hast auch du dir — wie die meisten denkenden Menschen — diese Frage gestellt. Und es ist nicht leicht, eine Antwort darauf zu finden. Die Welt ist in religiöser Hinsicht äußerst verwirrt. Betrachten wir nur einmal einige Tatsachen.
Wie viele Religionen gibt es? Das ist schwer zu sagen. Aber es gibt die verschiedensten Richtungen. Einige Eingeborenenstämme beten ihre eigenen Gottheiten an. Viele Orientalen verehren ihre Ahnen. Andere haben nur einen Gott; die Hindus haben Millionen. Die meisten in der Christenheit glauben an eine Dreieinigkeit — an drei Personen in einem Gott. Wieder andere sind religiös eingestellt, ohne aber an irgendeinen Gott zu glauben.
Betet man in den verschiedenen Religionen ein und denselben Gott nur auf verschiedene Weise an? Diese Ansicht ist weit verbreitet. Doch die eben erwähnten Tatsachen zeigen, daß sie nicht der Wahrheit entsprechen kann. Außerdem haben die Götter, die angebetet werden, verschiedene Persönlichkeiten. In einigen Religionen werden Götter verehrt, von denen man annimmt, sie seien an der Menschheit nicht interessiert. Andere beten rachsüchtige Götter an, und wieder andere meinen, ihre Götter seien gütig. Offensichtlich sprechen diese Religionen nicht über ein und denselben Gott.
Haben alle Religionen irgend etwas gemeinsam? Obwohl die Religionen verschieden sind, findet man weitverbreitete gemeinsame Lehren, die später noch behandelt werden. Jetzt sei jedoch schon folgendes erwähnt: Die meisten Religionen lehren, daß über den Menschen eine Autorität steht (obwohl sie sich nicht einig sind, wer diese Autorität ist). In den meisten Religionen ist eine Anleitung zu finden, wie man sich im gegenwärtigen Leben benehmen soll (obwohl diese Anleitung von Religion zu Religion verschieden ist). Und die meisten Religionen sprechen von irgendeiner „Rettung“ oder einer Hoffnung auf ein Leben, in dem man von den gegenwärtigen Schwierigkeiten befreit sein wird (obwohl man über die Art der „Rettung“ unterschiedlicher Meinung ist).
Können wir daraus etwas lernen? Die Menschheit als Ganzes hat offensichtlich das Gefühl, daß es irgendein besseres Leben als das gegenwärtige geben muß. Einzelpersonen fühlen sich aber nicht befähigt, die bestehenden Probleme zu überwinden, und geben zu, daß ihnen nur eine höhere Autorität helfen kann.
Da es jedoch so viele Religionen gibt, die alle nur widersprüchliche Ratschläge anzubieten haben, entsteht die Frage: An wen soll man sich um Hilfe, die man offensichtlich braucht, wenden? Und woher kommen alle diese einander widersprechenden Religionen? Kann man auf irgendeine Weise herausfinden, welches die wahre Religion ist?
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Wo ist ihr Ursprung?Der Wachtturm 1982 | 1. Juni
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Wo ist ihr Ursprung?
DIE Religionen der Welt sind zwar sehr unterschiedlich, aber dennoch haben sie, in welchem Land sie auch ausgeübt werden mögen, gemeinsame Lehren. Zum Beispiel glauben die Anhänger der Wodu-Religionen Südamerikas, der Religionen der afrikanischen Stämme, der großen Religionen des Ostens, der Religionen der Eingeborenen Australiens, ja die Anhänger fast aller Religionen, daß dem Menschen etwas Unkörperliches innewohnt, das nach dem Tod des Fleischesleibes weiterlebt. Außerdem findet man in den meisten Religionen den Glauben an die Existenz unsichtbarer Geister, die die Menschen zum Guten oder zum Bösen beeinflussen können.
Hast du auch bemerkt, wie weit verbreitet der Gebrauch von religiösen Bildnissen ist? Viele Religionen praktizieren außerdem Wahrsagerei und Astrologie. Und während der ganzen Geschichte hat eine überraschende Anzahl von Religionen dreieinige Götter verehrt, ähnlich der Dreieinigkeit der Christenheit.
Glaubst du, es sei möglich, daß alle diese Religionen religiöse Praktiken, die einander so sehr gleichen, unabhängig voneinander entwickelt haben? Oder ist es nicht wahrscheinlicher, daß ihre Lehren irgendwie aus einer gemeinsamen Quelle stammen? Es ist ohne Zweifel vernünftiger, das letztere anzunehmen. Doch was war die gemeinsame Quelle?
Um das herauszufinden, müssen wir auf die Frage eingehen, woher die Religion stammt. Auf diese Frage haben Geschichtsforscher keine klare Antwort gefunden. In The World Book Encyclopedia heißt es: „Gewisse Gelehrte haben Theorien entwickelt, wie die Religion in vorgeschichtlicher Zeit entstanden sein soll. Keine Theorie jedoch wurde von allen Gelehrten akzeptiert.“ Es gibt aber eine zuverlässige Autorität, die über den Ursprung der Religion spricht. Diese Autorität ist die Bibel.
Ihr Anfang
Es ist bekannt, daß es eine Zeit gab, wo die Bibel bei vielen Leuten in hoher Achtung stand. Heute wird sie leider von immer weniger Personen gelesen. Wir können aber das Thema Religion nicht auf befriedigende Weise behandeln, wenn wir dabei die Bibel außer acht lassen, denn sie hat die Menschheit in religiöser Hinsicht mehr beeinflußt als irgendein anderes Buch.
Der Erklärung der Bibel, wie die Religion ihren Anfang nahm, muß auch deshalb große Bedeutung beigemessen werden, weil sie von Männern niedergeschrieben wurde, die früher lebten als wir heute — zu einer Zeit, als die von ihnen aufgezeichneten Geschehnisse noch nicht so viele Jahre in der Vergangenheit lagen. Vergleichen wir einmal das, was die Bibel zu diesem Thema sagt, mit einigen Theorien heutiger Gelehrter.
Aus der Bibel geht hervor, daß der Mensch ursprünglich nur an e i n e n Gott glaubte. Er war nicht selbst darauf gekommen, sondern gemäß dem Bibelbericht offenbarte sich Gott dem Menschen gleich zu Anfang als der große Lebengeber. Damit der Mensch im Leben erfolgreich sein würde, bot Gott ihm seine Hilfe und Leitung an (1. Mo. 1:26 bis 2:25). Am Anfang gab es also nur e i n e Religion. Wie entstand aber dann der heutige religiöse Wirrwarr?
Die Bibel zeigt, daß er seinen Ursprung in einer Rebellion gegen den großen Lebengeber hat. In einem über 3 000 Jahre alten Dokument wird ein Mann namens Nimrod als Anführer dieser Rebellion gekennzeichnet. Nimrod baute Städte in dem Gebiet, das damals als Mesopotamien bekannt war. Heute gehört es zum Irak. Einige der von ihm erbauten Städte waren Babel, Erech, Akkad und Kalne (1. Mo. 10:10-12).
Dr. Robert M. Adams nannte in der Zeitschrift Scientific American das Erbauen von Städten „die zweite große ,Revolution‘ in der Kultur des Menschen“. Die von Nimrod erbauten Städte gehören zu den ersten, die in der Bibel erwähnt werden. Daraus ist ersichtlich, was für einen großen Einfluß dieser Mann ausgeübt haben muß.
Die Bibel sagt, daß man sich in Babel (oder Babylon), der größten dieser alten Städte, bemühte, dem ausdrücklichen Gebot Gottes, die Menschheit solle sich auf der ganzen Erde ausbreiten und sie bevölkern, zuwiderzuhandeln. Die Leute sagten: „Kommt her! Laßt uns eine Stadt und auch einen Turm bauen, dessen Spitze bis in die Himmel reiche, und machen wir uns einen berühmten Namen, damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden“ (1. Mo. 11:4). Durch einen Eingriff Gottes wurden ihre Pläne vereitelt, und mit der Zeit breiteten sie sich über die ganze Erde aus. Dabei nahmen sie ihre rebellischen religiösen Anschauungen mit.
Wie läßt sich das mit den gegenwärtigen Theorien gewisser Gelehrter vergleichen?
Erstens: In der Encyclopedia Americana heißt es: „Die Gelehrten sind sich fast alle darin einig, daß die früheste uns bekannte Zivilisation in Mesopotamien unter den Sumerern entstand.“ Dr. Gideon Sjoborg stimmt damit überein und sagt in einem Artikel in Scientific American: „Soweit uns heute bekannt ist, nahmen die ersten Städte ... im Fruchtbaren Halbmond, dessen östlicher Teil auch Mesopotamien einschloß, Gestalt an.“ Wissenschaftler sind demnach der Meinung, die Menschen hätten in derselben Gegend angefangen, große Städte zu bauen, die auch die Bibel angibt.
Zweitens: Archäologen kennen den Namen und die Lage der meisten Städte, von denen die Bibel sagt, Nimrod habe sie erbaut.
Drittens: Die Bewohner Mesopotamiens waren dafür bekannt, große Türme für religiöse Zwecke zu bauen. Diese nannten sie Zikkurats. Der in 1. Mose, Kapitel 11 erwähnte Turm wurde bekanntlich nicht vollendet. Archäologen haben aber viele vollendete Türme ausgegraben, die ihm wahrscheinlich ähnlich waren.
Viertens: Der Name „Nimrod“ wurde außer in der Bibel nirgendwo gefunden, aber einige Enzyklopädien bringen ihn mit dem Namen des obersten babylonischen Gottes, Marduk, in Verbindung. Die Buchstaben „MRD“, die in beiden Namen erscheinen, sind anscheinend die Wurzel oder der bedeutungsvollste Teil beider Wörter. Wenn diese Verbindung stimmt, dann muß Nimrod mit der Zeit — wie später die ägyptischen Pharaonen und die römischen Cäsaren — als Gott verehrt worden sein.
Natürlich haben Archäologen nur begrenzte Möglichkeiten, etwas über längst Vergangenes herauszufinden. Viele Ruinen, die von ihnen ausgegraben wurden, befinden sich in schlechtem Zustand, und es ist schwer, sie exakt zu deuten. Zweifellos sind zahlreiche wichtige Beweise für immer abhanden gekommen. Daher verläßt sich ein Erforscher der Bibel nicht auf die Archäologie, um die Wahrhaftigkeit des Bibelberichts zu beweisen.a Trotzdem ist es beachtenswert, daß diese Wissenschaft die in der Bibel aufgezeichneten Ereignisse im großen und ganzen bestätigt.
Es ist auch bemerkenswert, daß uns die Geschichte des Altertums hilft, gewisse Merkmale zu verstehen, die die heutigen Religionen kennzeichnen. Inwiefern? Insofern als die Bewohner Mesopotamiens nach der eingangs erwähnten ersten Rebellion sehr religiös waren. Sie glaubten, daß dem Menschen etwas Unkörperliches innewohne, das nach dem Tode weiterlebe. Auch glaubten sie an die Existenz der Dämonen und verehrten Bilder. Sie praktizierten Wahrsagerei und Astrologie und beteten ebenfalls dreieinige Götter an. Das sind einige der Lehren, an denen auch heute noch viele festhalten und die weit verbreitet sind.
Bedeutet das, daß sich die Religion des alten Mesopotamien ausgebreitet und die Religionen der ganzen Welt beeinflußt hat? Viele Gelehrte sind zu diesem Schluß gekommen. In dem Werk Handbooks of the History of Religions spricht Professor Morris Jastrow davon, daß „die bemerkenswerten Erscheinungsformen der babylonischen Religion ... einen großen Einfluß auf die Welt des Altertums gehabt“ hätten.
In dem Buch The Worship of the Dead (Der Totenkult) schrieb Oberst J. Garnier: „Nicht nur die Ägypter, Chaldäer, Phönizier, Griechen und Römer, sondern auch die Hindus, die Buddhisten ..., die Goten, die Angelsachsen, die Druiden, die Mexikaner und die Peruaner ... müssen ihr religiöses Gedankengut aus ein und derselben Quelle geschöpft haben. Überall stellt man eine erstaunliche Übereinstimmung zwischen den Riten, Zeremonien, Sitten, Überlieferungen und Namen der Götter und Göttinnen und deren Beziehungen zueinander fest.“ Offensichtlich nahmen jene Babylonier der alten Zeit, als sie gezwungen waren, sich auf der ganzen Erde auszubreiten, ihre religiösen Ansichten mit an ihre neuen Wohnstätten.
Kann diese Information uns aber helfen, heute die wahre Religion zu finden?
[Fußnote]
a Weitere triftige Gründe, warum die Bibel als wahrhaftig anerkannt werden kann, sind in dem Buch zu finden Ist die Bibel wirklich das Wort Gottes?, veröffentlicht von der Watchtower Bible and Tract Society.
[Herausgestellter Text auf Seite 5]
Dreieinige Götter, Bilderverehrung, Astrologie, unsichtbare Geister, etwas Unkörperliches, was nach dem Tode weiterlebt — diese Ansichten haben die Religionen der meisten Länder gemeinsam.
[Bilder auf Seite 4]
DAS ALTE BABYLON
Die Pyramiden der Mayas
Die Dreieinigkeit der Hindus
Die Dreieinigkeit der Christenheit
Die Marienverehrung
Die Ahnenverehrung
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Kann man die wahre Religion finden?Der Wachtturm 1982 | 1. Juni
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Kann man die wahre Religion finden?
WENN man weiß, wo der heutige religiöse Wirrwarr entstanden ist, kann man leichter die Frage beantworten: Welches ist die wahre Religion? Natürlich ist die wahre Religion nicht durch die damalige Rebellion gegen den wahren Quell des Lebens entstanden.
Die Encyclopedia of World Religions gibt einen interessanten, hilfreichen Kommentar. Sie sagt: „Die Religionen der Welt kann man, grob gesehen, in zwei Arten aufgliedern: die prophetischen und die mystischen. ... [der Ursprung] der prophetischen Religionen ist bei den Juden zu suchen.“
Gemäß dem Bibelbericht beteiligten sich die Vorfahren der Juden nicht an der babylonischen Rebellion gegen den wahren Quell des Lebens. Zu ihren Vorfahren gehörten Männer wie Sem, Abraham, Isaak und Jakob, die dafür bekannt waren, daß sie an der wahren Gottesanbetung festhielten. Abraham wurde sogar „Freund Jehovas“ genannt. „Jehova“ ist der Name des wahren Gottes — eine Tatsache, die in der Bibel besonders erwähnt wird (2. Mo. 6:3; Ps. 83:18; Jak. 2:23). Betet heute irgendein Volk Jehova so an, wie Abraham es tat?
Eine Reihe wahrer Anbeter
Da Abraham sehr treu war, gab ihm Jehova eine Verheißung. Seine Nachkommen sollten schließlich eine besondere Nation für Gott werden. Diese Verheißung erfüllte sich an den Israeliten der alten Zeit. Gott sagte zu ihnen: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern werden, denn die ganze Erde gehört mir“ (2. Mo. 19:5).
Viele Jahre wurde die Anbetung Jehovas durch die Juden lebendig erhalten, obwohl sie oft der Sünde verfielen und sich von Jehova abwandten. Trotzdem ließ er sie immer wieder wissen, daß er einen besonderen Boten senden werde, der die Menschheit retten sollte. Nach 1 500 Jahren erschien dieser Bote. Es war Jesus Christus.
Unglücklicherweise waren die Juden zu jener Zeit sehr weit von Jehova abgewichen. Sie gaben zwar noch vor, ihn anzubeten, aber was sagte Jesus zu einigen ihrer religiösen Führer? „Ihr [habt] das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht“ (Mat. 15:1, 6). Die Juden widerstanden Jesus, und deshalb wurden sie von Gott verworfen. Jesus sagte ihnen warnend: „Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt“ (Mat. 21:43).
Das Christentum
Die Christenversammlung erwies sich schließlich als diese „Nation“. Ihre Glieder nahmen Christus an, während die Juden als gesamte Nation ihn verwarfen. Die Treuen wurden wegen ihres Glaubens von Gott gesegnet. Nicht lange nach dem Tode Jesu wirkte Gott ein Wunder und verlieh den wahren Nachfolgern Christi die Macht, in fremden Sprachen zu sprechen. Das war kein sinnloses Kauderwelsch, sondern sie sprachen tatsächlich in Sprachen, die andere verstehen konnten. Auch Heilungen, die Auferweckung von Toten und andere Wunder bestätigten die Tatsache, daß die Christenversammlung wirklich die von Gott gebrauchte „Nation“ war (Heb. 2:4; vergleiche Apostelgeschichte 2:1-4; 3:1-10; 9:32-41; 20:7-12).
„Aber“, magst du einwenden, „im Christentum herrscht heute genausoviel Verwirrung wie in den anderen Religionen der Welt. Hunderte von Gruppen nennen sich christlich, und dennoch sind sie alle verschieden und widersprechen einander. Wie ist das gekommen?“
Die Geschichte zeigt, daß viele Christen genauso handelten wie die Juden. Sie fielen von der wahren Anbetung ab und vermischten die Botschaft Jesu mit Lehren anderer Religionen. Sie begannen also, Lehren zu vertreten — z. B. Gott bestehe aus drei Personen (die Dreieinigkeit) —, die weder einen christlichen noch einen jüdischen Ursprung hatten.
Woher kamen in Wirklichkeit diese Lehren? Bezüglich der Dreieinigkeit schrieb ein Gelehrter: „Im Neuen Testament erscheint nirgendwo das Wort ,Dreieinigkeit‘. Diese Lehre wurde erst 300 Jahre nach dem Tode unseres Herrn in die Kirche aufgenommen; und ihr Ursprung ist völlig heidnisch“ (The Paganism in Our Christianity [Das Heidnische am Christentum] von Arthur Weigall). Dasselbe trifft auf die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele zu, auf die weitverbreitete Bilderverehrung, die Beliebtheit der Astrologie und auf viele andere bekannte Lehren und Praktiken der Christenheit. Sie sind nicht auf die ursprüngliche Anbetung des wahren Quells des Lebens zurückzuführen, sondern auf die religiöse Rebellion in Mesopotamien.
Doch nicht das ganze Christentum ist verfälscht worden. Jesus selbst warnte vor dem Abfall, aber er verhieß auch, daß die wahre Religion bis zum Ende bestehen bleiben werde (Mat. 13:18-30). Wie können wir sie heute ausfindig machen?
Die wahre Religion finden
Jesus stellte eine Regel auf, woran man die wahre Religion erkennen kann. Er sagte: „Jeder gute Baum [bringt] vortreffliche Frucht hervor.“ Die falsche Religion sollte also an ihren schlechten Früchten zu erkennen sein und die wahre Religion an ihren guten Früchten (Mat. 7:15-20).
Welche Früchte würde die wahre Religion hervorbringen? In dem obigen Kästchen sind einige, die in der Bibel beschrieben werden, aufgeführt. Vergleichst du diese Liste mit all den dir bekannten Religionsorganisationen, dann wird es nicht lange dauern, bis du herausfindest, welche die Wahrheit vertritt und welche nicht.
Allerdings mußt du diese Liste sorgfältig prüfen. Du stellst zum Beispiel fest, daß ein Kennzeichen der wahren Religion „wahre Liebe“ ist. Zwar behaupten die meisten Religionsgemeinschaften, daß sie dieses Merkmal aufweisen. Wenn aber geschäftlicher Betrug, Unmoral oder Selbstsucht unter Gliedern einer Religionsorganisation weit verbreitet ist, kann man dann sagen, daß sie einander wirklich lieben? Und wie echt ist ihre Liebe, wenn sie bereit sind, sich in Kriegen oder Aufständen gegenseitig zu töten? Ein weiteres Kennzeichen ist: „Alle ihre Lehren stützen sich auf die Bibel.“ Die Anhänger der meisten Religionsorganisationen der Christenheit meinen natürlich, dies sei bei ihrer Organisation der Fall. Kennst du aber eine Religionsgemeinschaft, deren Glieder sich alle die Mühe gemacht haben, ihre Bibel aufzuschlagen, um zu sehen, ob das auf alle ihre Glaubensansichten zutrifft?
Hast du bei deiner Suche irgendwelche Schwierigkeiten, dann sind Jehovas Zeugen gern bereit, dir zu helfen.
Die Mühe, nach der wahren Religion zu suchen, lohnt sich ganz bestimmt. Der Mensch fühlt instinktiv, daß es ein besseres Leben als das heutige geben muß. Die wahre Religion kann uns auf dieses Leben hinweisen. Es ist ganz natürlich, daß wir uns fragen: „Warum sind wir hier?“ „Was ist der Sinn des Lebens?“ Die wahre Religion kann uns mit dem Quell allen Lebens, Jehova Gott, in Verbindung bringen, und er wird uns diese Fragen beantworten. Außerdem benötigen wir alle bei der Lösung unserer täglichen Probleme manchmal dringend eine Anleitung. Die wahre Religion kann uns diese Anleitung geben.
Ja, es gibt eine wahre Religion, und wir können sie finden. Wenn wir sie suchen und auch finden, wird uns dies für immer von Nutzen sein, denn die Bibel verheißt: „Die ... Jehova suchen, sie werden keinen Mangel haben an irgend etwas Gutem“ (Ps. 34:10).
[Kasten auf Seite 8]
KENNZEICHEN DER WAHREN RELIGION
□ Diejenigen, die sie ausüben, haben wahre Liebe untereinander (Joh. 13:35).
□ Alle ihre Lehren stützen sich auf die Bibel (Joh. 17:17; 2. Tim. 3:16, 17).
□ Sie beten, daß Gottes Name geheiligt werde (Mat. 6:9; Ps. 83:18).
□ Sie verkündigen weltweit Gottes Königreich (Mat. 24:14).
□ Sie halten sich von den Angelegenheiten der Welt fern (Jak. 1:27; Joh. 17:14).
□ Sie räumen dem Königreich Gottes und seiner Gerechtigkeit den ersten Platz in ihrem Leben ein (Mat. 6:33).
□ Sie bringen die Frucht des Geistes Gottes hervor (Gal. 5:22, 23).
□ Sie gehorchen allen menschlichen Gesetzen, die nicht im Gegensatz zum Gesetz Gottes stehen (Röm. 13:1-7).
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Er machte „schwere Lasten“ leichtDer Wachtturm 1982 | 1. Juni
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Er machte „schwere Lasten“ leicht
JESUS sagte über die Pharisäer und Schriftgelehrten: „Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen“ (Mat. 23:4). Als Beweis für die Wahrhaftigkeit dieser Worte lesen wir in dem Werk A Dictionary of the Bible (herausgegeben von James Hastings) folgendes:
„Die Schriftgelehrten waren keine Philosophen; sie waren Ausleger des heiligen Gesetzes. ... Es gab Regeln für alle Gebiete des Lebens. ... Jedes biblische Gebot war von einem Netzwerk kleiner Regeln umgeben. Für veränderte Situationen wurde kein Spielraum gelassen; von jedem Juden wurde unerbittlich völliger Gehorsam gegenüber dem Gesetz in all seinen Einzelheiten verlangt. Zu den göttlichen Geboten des geschriebenen Gesetzes wurden die Vorschriften der ,Halacha‘ oder des traditionellen Gesetzes hinzugefügt, das als ein heiliges Gut von Generation zu Generation überliefert und schließlich in den Talmud aufgenommen wurde. ... Man versuchte also, jeden erdenklichen Fall in die Reichweite des Gesetzes zu bringen und mit unbarmherziger Logik alle Einzelheiten im menschlichen Leben durch strenge, bis ins einzelne gehende Richtlinien zu regulieren. Es wurden so viele detaillierte Vorschriften geschaffen, daß die Religion zu etwas Anstrengendem wurde und das Leben zu einer unerträglichen Last. Menschen wurden zu moralischen Robotern herabgewürdigt. Die Stimme des Gewissens wurde erstickt; die lebendige Macht des Wortes Gottes wurde aufgehoben und unter einer Vielzahl von Regeln und Vorschriften unterdrückt. Deshalb klagte der Herr die Pharisäer an, sie hätten das Gesetz um ihrer Überlieferung willen ungültig gemacht.“
Wie ermunternd muß es für demütige, aufrichtige Menschen doch gewesen sein, daß der Sohn Gottes nicht eine solche Art der Anbetung befürwortete! Wie schön müssen für sie die Worte geklungen haben: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Mat. 11:28-30)!
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