-
Die „gute Botschaft“ von einer Welt ohne falsche ReligionDer Wachtturm 1969 | 1. Februar
-
-
Das läßt darauf schließen, daß der Jünger Jakobus seinen Brief, den er an die ‘zwölf Stämme, die in der Zerstreuung sind’, richtete, also nicht an die zwölf Stämme der Nation der natürlichen, beschnittenen Israeliten schrieb. Er schrieb an das geistige Israel. Da Israel die einzige Nation war, die aus zwölf Stämmen bestand, muß sich der Ausdruck „den zwölf Stämmen“ auf Israel beziehen. Als Gott die damalige Nation der natürlichen, beschnittenen Israeliten verwarf, wurde das geistige Israel sein Kanal für die religiöse Wahrheit und die zeitgemäße reine und unbefleckte Religion. Dadurch, daß das natürliche Israel die neu geoffenbarte Wahrheit und die reine, unbefleckte Religion ablehnte, stellte es sich auf die Seite der heidnischen Nationen. In den vergangenen Jahrhunderten ist es von der Christenheit, nicht vom geistigen Israel, schrecklich verfolgt worden.
21. (a) Was zu glauben fällt heute vielen Menschen schwer? (b) Was gibt uns die Gewißheit, daß die wahre, geoffenbarte Religion im ersten Jahrhundert vorhanden war?
21 Angesichts der religiösen Verwirrung, die in den vergangenen Jahrtausenden geherrscht hat und vor allem heute herrscht, fällt es vielen Menschen schwer, zu glauben, daß es je eine wahre Religion, eine wahre Form der Anbetung, oder eine Organisation gegeben hat, die die wahre Religion hatte. Die Tatsachen zeigen aber, daß im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung die wahre, geoffenbarte Religion vorhanden war und daß es auch eine Organisation gab, die diese Religion hatte, sonst hätte sich der Jünger Jakobus in seinem Brief nicht an diese Organisation richten können.
22. Wie zeigt der Apostel Paulus, daß es eine Organisation der geoffenbarten Wahrheit gab?
22 Der Apostel Paulus, ein Mitjünger des Jakobus, schrieb von dieser Organisation, sie habe die Wahrheit und die echte Gottergebenheit und übe daher die wahre Religion aus. In seinem ersten Brief an Timotheus, einen jungen Aufseher in dieser Organisation, bezeichnet der Apostel Paulus diese Organisation der geoffenbarten Wahrheit und der Gottergebenheit genau. Er schreibt: „Ich schreibe dir diese Dinge, ... du [sollst] wissen, wie du dich im Hause Gottes zu benehmen hast, das die Versammlung des lebendigen Gottes, eine Säule und Stütze der Wahrheit ist. Ja, das heilige Geheimnis dieser Gottergebenheit ist anerkannt groß: ,Er [das heißt Jesus Christus] wurde kundgemacht im Fleisch, gerechtgesprochen im Geist, erschien Engeln, wurde gepredigt unter den Nationen, gläubig angenommen in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.‘ Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämonen achtgeben.“ — 1. Tim. 3:14—4:1.
23. Warum bestanden in den Tagen der Apostel keine Zweifel über die wahre, geoffenbarte Religion, und welche Gewißheit können wir heute haben?
23 Vor 1 900 Jahren hatte ohne Zweifel diese „Versammlung des lebendigen Gottes“ die Wahrheit, die religiöse Wahrheit, und sie kannte das „heilige Geheimnis“ der wahren Gottergebenheit, die nicht nur eine Formsache war, sondern Kraft hatte. Diese Versammlung konnte daher die „Säule und Stütze der Wahrheit“ inmitten einer Welt des Irrtums und der falschen Religion sein. Wenn auch in späteren Zeitperioden einige, die vorgaben, zur „Versammlung des lebendigen Gottes“ zu gehören, vom wahren Glauben abfielen und ihn verleugneten, heißt das nicht, daß die einzige Organisation der wahren Religion in den Tagen der zwölf Apostel Jesu Christi nicht bestanden hätte. Wenn sie damals inmitten einer Welt der falschen Religion bestehen konnte, dann kann sie auch heute bestehen, und sie besteht auch. Diese „Säule und Stütze der Wahrheit“ steht immer noch zur Rechtfertigung des „lebendigen Gottes“, des Erzfeindes der falschen Religion.
EINE RELIGION, DIE AUSGEBREITET WERDEN SOLLTE
24. Unter welchem Gebot stand die Versammlung des geistigen Israel im Unterschied zum natürlichen Israel?
24 Nur die Organisation, die allein die religiöse Wahrheit und die reine, unbefleckte Religion hat, kann bei ihrem Angriff auf die falsche Religion zum Segen der Menschen und zu deren ewiger Rettung Erfolg haben. Diese „Versammlung des lebendigen Gottes“, dieses geistige Israel, sollte nicht wie die damalige Nation der natürlichen, beschnittenen Israeliten in einem ihr von Gott gegebenen verheißenen Land für sich abgeschlossen leben. Nein, sie hatte das ausdrückliche Gebot empfangen, unter die von der falschen Religion verseuchten Nationen zu gehen. Wie wir uns noch erinnern werden, sagte der Apostel Paulus in seiner Beschreibung des anerkannt großen Geheimnisses der Gottergebenheit: „Er wurde ... gepredigt unter den Nationen“, nicht nur unter dem damaligen natürlichen Israel. Jesus Christus war derjenige, von dem Gottes heiliges Geheimnis handelte und dessen Gottergebenheit in den inspirierten hebräischen Schriften der Bibel vorausgesagt und beschrieben worden war. Wie und warum wurde er „gepredigt unter den Nationen“?
25—27. Was zeigt, daß Jesus nicht wollte, daß seine Nachfolger die Menschen fliehen sollten?
25 Er hieß seine Apostel und seine ersten Jünger nicht, die Menschen zu fliehen und ein Einsiedlerleben in der Wüste zu führen oder Klöster zu bauen und dann als Mönche oder Nonnen in deren Abgeschiedenheit zu leben und auf diese Weise das geoffenbarte Licht der Wahrheit für sich zu behalten, statt es in der düsteren Welt leuchten zu lassen. Im Gegenteil, einige Tage nach seiner Auferstehung von den Toten und kurz vor seiner Rückkehr in den Himmel, um Engeln zu erscheinen und in Herrlichkeit aufgenommen zu werden, sagte er zu seinen Jüngern:
26 „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden. Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, indem ihr sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes tauft und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge.“ — Matth. 28:18-20.
27 Unmittelbar bevor seine Nachfolger ihn in den Himmel auffahren sahen, betonte Jesus Christus ihnen gegenüber nochmals, daß sie zu den Menschen aller heidnischen Nationen gehen sollten, um für ihn Jünger zu machen, indem er zum Schluß noch zu ihnen sagte: „Ihr werdet ... Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen sein wird, und ihr werdet Zeugen von mir sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ — Apg. 1:8.
28. Was bedeuteten Jesu Anweisungen in Apostelgeschichte 1:8? (b) Konnten irgendwelche Zweifel darüber bestehen, daß die von Gottes Geist erfüllten Christen die wahre Religion hatten? Begründe deine Antwort.
28 Das bedeutete nichts anderes, als außerhalb des Judentums, auf das bis dahin die wahre Religion beschränkt gewesen war, das heißt unter allen nichtjüdischen Nationen, die völlig unter dem Einfluß der falschen Religion standen, Zeugnis von Jesus, dem von Gott verheißenen Messias, abzulegen und für ihn Jünger zu machen. Was anderes konnte das bedeuten als einen Angriff auf alle falsche Religion durch die von Gottes Geist erfüllten Christen, die die wahre Religion hatten? Zu zweifeln und zu sagen: „Es mag ja sein, daß sie die Wahrheit und die wahre Religion hatten, vielleicht hatten sie sie aber auch nicht“, wäre bestimmt nicht am Platz, denn die Verheißung Jesu schloß einen solchen Zweifel aus. Über den heiligen Geist, der ihnen Kraft verleihen sollte und auf den sie in Jerusalem warten sollten, sagte Jesus in der Nacht vor seinem Opfertod: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten, denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden.“ (Joh. 16:13) Sie empfingen diesen „Geist der Wahrheit“ zu Pfingsten (am 6. Siwan) des Jahres 33 u. Z., zehn Tage nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war. — Apg. 2:1-36.
29. Wann und wie wurde mit dem Angriff auf die falsche Religion der Heiden begonnen?
29 Etwa drei Jahre und vier Monate später, im Frühherbst (um den 1. Tischri) des Jahres 36 u. Z., begannen die von Gottes Geist erfüllten Glieder der „Versammlung des lebendigen Gottes“, die „eine Säule und Stütze der Wahrheit“ war, mit ihrem Angriff auf die falsche Religion der Heiden. Das geschah, als der Apostel Petrus auf den direkten Befehl aus dem Himmel von Joppe nach Cäsarea in Judäa hinaufzog und zum erstenmal das Haus eines unbeschnittenen Heiden oder Nichtjuden, eines italischen Hauptmanns namens Kornelius, betrat. Während Petrus dem heidnischen Kornelius und denen, die dieser in sein Haus gerufen hatte, damit sie Petrus hörten, noch die Botschaft von der Wahrheit predigte, fiel der heilige Geist auch auf diese gläubigen Heiden. Zum Beweis dafür begannen sie, in fremden Sprachen zu reden, die sie nie gelernt hatten. (Apg. 10:1 bis 11:18) Von da an stand der christlichen Wahrheit die Tür zum Angriff auf die falsche Religion unter allen heidnischen Nationen weit offen.
-
-
Der erfolgreiche Angriff auf die falsche ReligionDer Wachtturm 1969 | 1. Februar
-
-
Der erfolgreiche Angriff auf die falsche Religion
1. Was wurde schon in den alten Hebräischen Schriften vorhergesagt, und wie reagierten viele aus den Nationen auf die Botschaft, die Paulus predigte?
SCHON die Prophezeiungen der alten inspirierten Hebräischen Schriften hatten darauf hingewiesen, daß das Licht der Wahrheit zu Gottes bestimmter Zeit in die Finsternis der falschen Religion eindringen werde. Der Apostel Paulus führte eine solche Prophezeiung an, als er etwa elf Jahre nach der Bekehrung des Kornelius zur wahren Religion in der jüdischen Synagoge in Antiochien, Pisidien, sprach. Er sagte: „Siehe, so wenden wir uns den [heidnischen] Nationen zu. In der Tat, Jehova hat uns in diesen Worten geboten: ‚Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, damit du zur Rettung seist bis zum äußersten Ende der Erde.‘“ Was geschah, nachdem der Apostel Paulus diese Prophezeiung vor seiner gemischten Zuhörerschaft angeführt hatte? Folgendes: „Als die Leute von den Nationen das hörten, begannen sie sich zu freuen und das Wort Jehovas zu verherrlichen, und alle, die zum ewigen Leben richtig eingestellt waren, wurden gläubig. Ferner wurde das Wort Jehovas weiterhin durch das ganze Land getragen.“ — Apg. 13:14-49; Jes. 42:6.
2. Wieso bewies die Reaktion der „Leute von den Nationen“, daß die Predigt des Paulus ein erfolgreicher Angriff auf die falsche Religion war?
2 Würdest du das einen erfolgreichen Angriff auf die falsche Religion nennen? Bestimmt, denn er bewirkte, daß viele Opfer der falschen Religion wirklich befreit wurden und auf den Weg zu „ewigem Leben“ in der neuen Ordnung Jehovas Gottes gelangten, wo es keine falsche Religion geben wird. Diese Menschen wurden von der Macht des Gottes aller falschen Religion befreit, damit sie den Gott der wahren Religion, den Erzfeind aller falschen Religion, anbeten und ihm dienen konnten. Diese Befreiung war die wesentliche Aufgabe, die dem Apostel Paulus übertragen wurde, als der auferstandene Herr Jesus Christus ihm erschien und zu ihm sagte: „Ich [habe] mich dir sichtbar gemacht, um dich zum Diener und Zeugen ... auszuwählen, ... während ich dich von diesem Volk und von den Nationen befreie, zu denen ich dich sende, um ihnen die Augen zu öffnen und zu veranlassen, daß sie von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott umkehren, so daß sie Vergebung der Sünden und ein Erbe unter denen empfangen, die durch ihren Glauben an mich geheiligt sind.“ — Apg. 26:14-18.
3. Wie übt Satan seine Gewalt aus, und wann begann er damit?
3 Beachten wir, daß in Verbindung mit diesem Auftrag zu Paulus gesagt wurde: „... daß sie von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott umkehren.“ Satan, der Teufel, übt seine „Gewalt“ durch die falsche Religion, durch religiöse „Finsternis“, aus. Der Bedeutung seines Namens Satan — was soviel wie „Widerstandleistender; Widersacher“ heißt — entsprechend, widersteht er dem einen lebendigen und wahren Gott, dessen Name Jehova ist. (Ps. 83:18) Satan begann, Jehova Gott im Garten Eden Widerstand zu leisten, als der vollkommene Adam und die vollkommene Eva noch dort waren. Durch Täuschung führte er im Garten Eden die falsche Religion ein. (1. Mose 3:1-15) Nach der Vertreibung des rebellischen Adam und der rebellischen Eva aus dem Garten Eden sorgte Satan dafür, daß außerhalb Edens eine falsche Form der Religion aufkam, die sich immer mehr ausbreitete, bis die Flut kam, die in den Tagen des Propheten Noah den Gewalttaten, von denen die Erde zufolge der falschen Religion erfüllt war, ein Ende machte. — 1. Mose 6:1 bis 8:22; 2. Petr. 2:5; 3:5, 6.
4. (a) Wie wurde die falsche Religion nach der Flut der Tage Noahs reorganisiert? (b) Wer wird im babylonischen Weltreich der falschen Religion als Gott angebetet?
4 Nach dieser weltweiten Flut gelang es Satan, dem Teufel, schließlich, die falsche Religion wiedereinzuführen und zu organisieren. Das geschah ganz besonders in den Tagen des Urenkels Noahs, der die Stadt Babylon (Babel) gründete und ein „mächtiger Jäger im Widerstand gegen Jehova“ war. (1. Mose 10:8-10, NW; 1. Chron. 1:10) Babylon wurde die Hochburg aller falschen Religion auf der Erde und die Wiege eines Weltreiches der falschen Religion. Dieses religiöse Weltreich ist das geheimnisvolle Ding, das die Bibel „Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“, nennt. (Offb. 17:1-5) Dieses babylonische religiöse Reich schloß schließlich auch die Christenheit ein. Durch dieses religiöse Reich wird Satan, der Teufel, als Gott angebetet. Das ist keine Übertreibung, denn der Apostel Paulus sagte: „Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkünden, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.“ — 2. Kor. 4:3, 4.
5. Warum haben die politischen Herrscher die falsche Religion stets zu schützen gesucht?
5 Der erwähnte „Gott dieses Systems der Dinge“ beherrscht auch die politischen Herrscher. Jesus Christus wußte dies und nannte deshalb Satan, den Teufel, den „Herrscher dieser Welt“. (Joh. 12:31; 14:30; 16:11) Das erklärt, warum die politischen Herrscher dieser Welt die falsche Religion stets zu schützen und zu fördern suchen. Das erschwert es denen, die die wahre Religion ausüben, das babylonische Weltreich der falschen Religion anzugreifen und Menschen zu veranlassen, „von der Gewalt Satans zu Gott“ umzukehren. Trotzdem wird dieser Angriff unter allen Nationen erfolgreich fortgesetzt.
DAS VORBILD FÜR DEN ERFOLGREICHEN ANGRIFF
6, 7. Wie griffen die Israeliten der alten Zeit die falsche Religion an, und sollten die Christen auch so vorgehen?
6 Die Apostel Jesu Christi zeigten durch ihre Handlungsweise, wie bei diesem Angriff auf die falsche Form der Gottesanbetung vorgegangen werden sollte. Sie waren keine Ikonoklasten oder Bilderstürmer wie die Israeliten, die sich zu Anfang des Jahres 1473 v. u. Z. unter der Führung Josuas, des Sohnes Nuns, das Verheißene Land im Nahen Osten unterwarfen. Als die Israeliten in jenes Land eindrangen, wimmelte es darin von Darstellungen falscher Götter der Bewohner des Landes, die sittlich sehr verderbt und verkommen waren.
7 „Demzufolge“, sagte Jehova Gott, „ist das Land unrein, und ich werde für sein Vergehen Strafe darüber bringen, und das Land wird seine Bewohner ausspeien.“ (3. Mose 18:21-30, NW) Die Israeliten sollten aber nicht nur die Anhänger der falschen Religion des Landes ausrotten, sondern Jehova gebot ihnen auch: „Die geschnitzten Bilder ihrer Götter sollt ihr mit Feuer verbrennen; du sollst nicht das Silber und das Gold an ihnen begehren und es dir nehmen, daß du nicht dadurch verstrickt werdest; denn es ist ein Greuel für Jehova, deinen Gott; und du sollst keinen Greuel in dein Haus bringen, so daß du ein Bann [etwas, was der Vernichtung geweiht ist, NW] werdest gleich ihm.“ — 5. Mose 7:23-26.
8. Warum war eine solch drastische Maßnahme notwendig, und wurde sie gründlich durchgeführt?
8 Das war eine sehr drastische Maßnahme, aber sie war nicht zu drastisch. Sie diente nicht nur dem Zweck, die Anbeter falscher Götter und ihre falsche Religion aus dem Verheißenen Land auszurotten, sondern sie sollte auch die Israeliten davor schützen, von der falschen Religion beeinflußt zu werden, ihr zum Opfer zu fallen und so verderbt zu werden wie die heidnischen Bewohner des Landes. Nur auf diese Weise konnte Jehova Gott, der Erzfeind aller falschen Religion, erreichen, daß das Verheißene Land ein Land wurde, in dem es keine falsche Religion gab. Die Israeliten führten diese drastische Maßnahme jedoch nicht gründlich genug durch, und der biblische Bericht über ihre Geschichte zeigt, welch bedauerliche Folgen dies hatte.
9, 10. (a) Wozu wurden Christen nicht ermächtigt, und warum nicht? (b) Wie sollten Christen nach den Worten des Apostels Paulus in 1. Thessalonicher 1:9, 10 gegen die falsche Religion vorgehen?
9 Die Apostel Jesu Christi und die anderen geistigen Israeliten sollten keine solchen Ikonoklasten oder Bilderstürmer sein. Sie waren nicht ermächtigt oder geheißen worden, in andere Länder zu gehen und die Götzenbilder der Heiden zu zerschlagen und deren Tempel, die der Anbetung falscher Götter geweiht waren, niederzureißen. Es wurde ihnen nicht gesagt — und sie erwarteten so etwas auch gar nicht —, sie sollten die falsche Religion auf der ganzen Erde ausrotten. Das möchte Jehova Gott, der Allmächtige, selbst tun, und er wird es in naher Zukunft tun. Dennoch aber tilgten die zwölf Apostel und ihre geistigen Mitisraeliten die falsche Religion aus dem Leben unzähliger Opfer derselben. An die Christenversammlung der dem Laster frönenden und dem Götzendienst verfallenen Stadt Korinth in Achaja schrieb der Apostel Paulus: „Ihr wißt, daß ihr euch, als ihr Menschen der Nationen wart, zu jenen stummen Götzen fortführen ließet, wie ihr gerade geführt wurdet.“ (1. Kor. 12:2) Der Versammlung in der mazedonischen Stadt Thessalonich schrieb er:
10 „Sie berichten ..., auf welche Weise wir zuerst bei euch Eingang fanden und wie ihr euch von euren Götzen hinweg zu Gott gewandt habt, um wie Sklaven einem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn von den Himmeln her zu erwarten, den er von den Toten auferweckt hat, nämlich Jesus, der uns von dem kommenden Zorn befreit.“ — 1. Thess. 1:9, 10; vergleiche Apostelgeschichte 14:14-16; 17:1-10.
11, 12. (a) Wie beschrieb Paulus die geistigen Waffen eines Christen? (b) Was sagte Paulus über den Kampf eines Christen?
11 Wie fanden der Apostel Paulus und seine Gefährten Silas und Timotheus Eingang bei den heidnischen Thessalonichern? Nicht mit den Waffen von Bilderstürmern, sondern mit dem „Wort Jehovas“, mit der „guten Botschaft Gottes“, mit „Gottes Wort“. (1. Thess. 1:8; 2:8-13) Sie gebrauchten in ihrem Kampf gegen die falsche Religion also geistige Waffen. An die Korinther Versammlung schrieb der Apostel Paulus: „Denn obwohl wir im Fleische wandeln, erfolgt unsere Kriegführung nicht gemäß dem[,] was wir im Fleische sind. Denn die Waffen unserer Kriegführung sind nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott, um starke Verschanzungen umzustoßen. Denn wir stoßen Vernunftschlüsse und jede Höhe um, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt; und wir nehmen jeden Gedanken gefangen, um ihn dem Christus gehorsam zu machen.“ (2. Kor. 10:3-5) Der Apostel Paulus vergleicht daher das Wort oder die Rede Gottes sehr passend mit einem Schwert. Natürlich setzten sich die Apostel und ihre Mitarbeiter dadurch, daß sie in diese Hochburgen der falschen Religion eindrangen, den Angriffen des Dämonismus aus. Davor konnten sie sich nur mit einer geistigen Waffenrüstung und mit einem geistigen Schwert schützen. Der Apostel Paulus beschreibt diese Waffenrüstung in seinem Brief an die Versammlung in der heidnischen Stadt Ephesus mit folgenden Worten:
12 „Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Machenschaften des Teufels standzuhalten vermögt; denn wir führen nicht einen Kampf gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern. ... Steht daher fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und eure Füße beschuht mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens. Vor allem nehmt den großen Schild des Glaubens, mit dem ihr alle brennenden Geschosse dessen, der böse ist, auszulöschen vermögt. Nehmt auch den Helm der Rettung und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort, entgegen.“ — Eph. 6:11-17.
13. Was taten die Apostel und ihre Mitjünger, abgesehen davon, daß sie die gute Botschaft vom Königreich predigten? Führe ein Beispiel an.
13 Auf diese Weise mit der „vollständigen Waffenrüstung Gottes“ vor den Dämonengöttern der falschen Religion geschützt, gingen die Apostel und ihre Mitjünger mit dem „Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort“, gegen die falsche Religion vor, und zwar nicht nur, indem sie die gute Botschaft von Gottes Königreich predigten, verkündigten oder ausriefen, sondern indem sie die Menschen auch lehrten. Sie konnten daher nicht so schnell von einem Ort zum anderen oder von einer Stadt zur anderen ziehen, besonders auch deshalb nicht, weil es damals noch keine Druckschriften gab wie heute, die es Erforschern der Heiligen Schrift erleichtern, Gottes geschriebenes Wort zu verstehen. Wollten sie an einem Ort einen Kursus durchführen, um „Jünger aus Menschen aller Nationen“ zu machen, so mußten sie lange genug dort bleiben. Das taten der Apostel Paulus und seine Gefährten in Thessalonich in Mazedonien. Drei Wochen lang führten sie eine gründliche Lehrtätigkeit durch, und sie hätten sie noch länger durchgeführt, wenn nicht eifersüchtige religiöse Feinde einen Tumult heraufbeschworen und dadurch diese Lehrer des Wortes Gottes gezwungen hätten, die Stadt in der Nacht zu verlassen und die nächste Stadt auf ihrer Missionsreise aufzusuchen. — Apg. 17:1-10.
14. Warum mußte der Apostel Paulus nicht in die Häuser eindringen, um die Bücher der falschen Religion und die Götzenbilder zu zerstören?
14 In der Stadt Ephesus in Kleinasien führte der Apostel Paulus sein Lehrprogramm fast drei Jahre lang durch. (Apg. 20:31) Er hätte es wahrscheinlich noch länger durchgeführt, wenn die Stadt, in der der Tempel der Artemis (Diana) stand, nicht in Aufruhr geraten wäre, weil sich seine Lehrtätigkeit so verheerend auf die falsche Religion auswirkte. Paulus mußte nicht in die Häuser der Dämonenanbeter eindringen und deren Bücher der falschen Religion herausholen, um sie zu verbrennen. Die Epheser, die aufgrund seiner Lehrtätigkeit gläubig geworden waren, taten dies selbst: „Eine ganze Anzahl von denen, die magische Künste getrieben hatten, trugen ihre Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen. ... So wuchs das Wort Jehovas fortwährend mit Macht und gewann die Oberhand.“ Paulus brauchte keine Streitaxt oder Keule zu nehmen, um die prächtigen Götterstatuen und die kleinen Silberschreine zu zerschlagen und so die falsche Gottesanbetung der Epheser zu vernichten. Wer die Lehre des Paulus annahm und gläubig wurde, tat dies, bildlich gesprochen, selbst, indem er diese Dinge aufgab, das heißt sie aus seinem Leben völlig ausschaltete. Das taten so viele, daß dadurch das Geschäft der Götzenhersteller beeinträchtigt wurde.
15. Wieso wissen wir, daß eine ansehnliche Menge auf Paulus hörte und dann entsprechend handelte?
15 Kein Wunder, daß Demetrius, der Silberschmied von Ephesus, einen Proteststurm entfesselte, als er auf einer Versammlung seiner Berufsgenossen sagte: „Dieser Paulus [hat] nicht nur in Ephesus, sondern nahezu in dem ganzen Bezirk Asien eine ansehnliche Menge Volks überzeugt und zu einer anderen Meinung umgestimmt ..., indem er sagt, das seien keine Götter, die mit Händen gemacht seien.“ Paulus hatte diese ansehnliche Menge von Gläubigen gewonnen, indem er in diesem fruchtbaren Gebiet geblieben war und Woche für Woche seiner Lehrtätigkeit nachging, solange er konnte. Erst der von Demetrius heraufbeschworene Tumult, der sich über die ganze Stadt ausbreitete, veranlaßte Paulus, die Stadt zu verlassen und sich in ein neues Gebiet zu begeben, in dem er seinen Angriff auf die falsche Religion fortsetzen konnte. — Apg. 19:8 bis 20:1.
WIR NÄHERN UNS HEUTE EINER WELT OHNE FALSCHE RELIGION
16. Wie zeigte Jehova, daß in der gegenwärtigen „Zeit des Endes“ die wahre Religion ausgeübt würde?
16 Die geistigen Waffen wurden also im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung im Kampf gegen die falsche Religion erfolgreich angewandt. So müßte es eigentlich auch heute, im zwanzigsten Jahrhundert, sein, obwohl wir in einer ganz anderen Zeit leben. Die geistigen Waffen werden heute genauso erfolgreich angewandt wie damals, ja es werden damit sogar noch bessere Ergebnisse erzielt. Das können weder die Kommunisten noch die Christenheit, sondern nur die bestätigen, die heute die wahre Religion ausüben. Wir sagen „heute“, weil Gott trotz der gegenwärtigen weltweiten Verwirrung auf religiösem Gebiet heute genauso dafür sorgen kann, daß die wahre Religion ausgeübt wird, wie er es im ersten Jahrhundert tat. Er hat verheißen, daß in der gegenwärtigen „Zeit des Endes“ oder in der Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ die wahre Religion ausgeübt werde, und er erfüllt seine Verheißung, seine Prophezeiung, heute. Jesus Christus stimmte mit dieser Verheißung überein und sagte vorher, daß er zur Zeit seines zweiten Kommens und seiner unsichtbaren Gegenwart einen „treuen und verständigen Sklaven“ haben werde, dem er seine ganze Habe anvertrauen werde. Heute gibt es genügend Beweise dafür, daß er diesen „treuen und verständigen Sklaven“ — der keine Einzelperson, sondern ein kollektiver „Sklave“ ist — im heutigen Überrest seiner treuen Nachfolger gefunden hat. — Matth. 24:3, 45-47.
17. Was sollte nach den Worten Jesu trotz der Weltprobleme getan werden, und wer würde es tun?
17 In seiner Prophezeiung über den „Abschluß des Systems der Dinge“ sagte Jesus, daß „diese gute Botschaft vom Königreich“ trotz Weltkriegen, Hungersnöten, Seuchen, Erdbeben und trotz religiöser Verfolgung auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann werde das Ende kommen. (Matth. 24:14) Die Glieder der Klasse seines „treuen und verständigen Sklaven“ würden einem „Sklaven“ gleich ihrer Verpflichtung nachkommen, das heißt, sie würden dafür sorgen, daß dieser prophetische Auftrag ausgeführt werde.
18. Wer hat dieses weltweite, internationale Zeugnis gegeben, und wie bestätigt dies ihr Organ?
18 Seit fast einem halben Jahrhundert oder seit 1919 wird dieses weltweite, internationale Zeugnis gegeben, um diese Prophezeiung zu erfüllen. Die entscheidende Frage lautet nun: Von wem? Die neuzeitliche Geschichte gibt eindeutig die Antwort: Von den christlichen Zeugen Jehovas. Nach dem offiziellen Bericht im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1969 predigen sie das Königreich Jehovas als die einzige Hoffnung der Menschheit heute in 200 Ländern und Territorien. Auf der Titelseite ihres Organs, das in 72 Sprachen erscheint und eine Auflage von 5 450 000 Exemplaren hat, heißt es: „Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich“.
19. Was beweist, daß der Überrest der wahren Versammlung Gottes heute die wahre Religion hat?
19 Die Christen, die im ersten Jahrhundert die „Versammlung des lebendigen Gottes“ bildeten, wußten, daß sie die Wahrheit und die reine, unbefleckte Religion oder Form der Anbetung hatten. Sollte es da als seltsam oder gar als überheblich betrachtet werden, wenn der Überrest dieser Versammlung heute behauptet, die wahre Religion zu haben? Dieser Überrest Gott hingegebener, getaufter Nachfolger Jesu Christi hat das göttliche Gebot in Offenbarung 18:4 befolgt und ist aus Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, zu dem auch die Christenheit gehört, herausgekommen. Als diese Christen Babylon die Große verließen, schlossen sie sich nicht den Atheisten, den Freidenkern, den Evolutionisten, den Kommunisten oder sonst einer religionsfeindlichen Bewegung an. Nein, sie sind aus dem Weltreich der falschen, babylonischen Religion herausgekommen und haben sich der Organisation der allein wahren Religion, dem Volk Jehovas, das Gott selbst „sein Volk nennt“, angeschlossen. Sie greifen die falsche Religion an, aber nicht in Verbindung mit den gottlosen, religionsfeindlichen Bewegungen dieser Welt und auch nicht auf eine Weise, wie diese es tun, sondern so, wie die Apostel Jesu Christi es taten: mit dem „Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort“, mit der einzigen erfolgreichen Waffe.
20. (a) Wie beweisen Jehovas Zeugen, daß sie eine „Säule und Stütze der Wahrheit“ sind? (b) Was ist durch ihre auf der Bibel beruhende Predigt- und Lehrtätigkeit erreicht worden?
20 Einer „Säule und Stütze der Wahrheit“ gleich, halten sie sich nicht nur an die in den siebenundzwanzig Büchern der Christlichen Griechischen Schriften verankerte Lehre der Apostel und der mit ihnen verbunden gewesenen inspirierten Christen, sondern auch an die neununddreißig Bücher der inspirierten Hebräischen Schriften. Wie die ersten Christen in den Tagen der Apostel studieren, anerkennen und befolgen auch sie die ganze Bibel, vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. Wie die Apostel gehen auch sie von Haus zu Haus, nur mit dem Unterschied, daß sie den Menschen Bibeln in die Hände legen und bibelerklärende Schriften abgeben, die die Watch Tower Society in 167 Sprachen veröffentlicht. (Apg. 5:41, 42; 20:20) Als Jesus zu seinem Vater im Himmel betete und sagte: „Dein Wort ist Wahrheit“, meinte er damit auch die damals vorhandenen inspirierten heiligen Schriften. (Joh. 17:17; Ps. 119:160) Die ganze Bibel ist das vollständige Buch der wahren Religion. Durch die auf diesem Buch beruhende Predigt- und Lehrtätigkeit, die Jehovas Zeugen von Haus zu Haus durchführen, wird die wahre Religion gewaltig ausgebreitet und die falsche Religion zurückgedrängt. Gott unterstützt dieses Werk offensichtlich.
-