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Gott achtet die FamilieneinrichtungDer Wachtturm 1972 | 1. Oktober
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Gott achtet die Familieneinrichtung
WENN ein Kind geboren worden ist, finden sich Freunde und Verwandte ein, und man hört Äußerungen wie: „Ganz der Vater!“ oder: „Es sieht genauso aus wie seine Mutter!“ Manchmal ist die Ähnlichkeit mit diesem oder jenem Elternteil im Aussehen nicht so deutlich, sondern zeigt sich später in den Wesenszügen des Kindes. Ja, es ist mit uns heute ebenso wie mit dem ersten Menschen, Adam, über den die Bibel berichtet: „[Er] wurde ... der Vater eines Sohnes in seinem Gleichnis, in seinem Bilde, und gab ihm den Namen Seth.“ — 1. Mose 5:3.
In Fragen der Elternschaft und der elterlichen Rechte hat sich Jehova überhaupt nicht verändert. Er gab Eltern das Vorrecht und die Fähigkeit, Kinder in ihrem eigenen Bild und Gleichnis hervorzubringen. Ja, und darüber hinaus läßt er sie ihre Kinder so aufziehen, wie sie es wünschen. Und ungeachtet der Tatsache, daß einige Eltern ihre Kinder vernachlässigt haben und einige sie so erzogen haben, daß sie gegen Gott kämpfen, hat er ihnen nicht die Kinder weggenommen und anderen Personen gegeben, damit diese sich um sie kümmern.
Dies ist bestimmt gerecht und zeigt, daß Gott sehr nachsichtig ist. Niemand kann sich mit Recht beklagen, Gott hätte ihm die Möglichkeit genommen, seine Kinder so zu erziehen, wie er es wünsche. Und niemand, der es unterlassen hat, seine Kinder die Grundsätze Gottes zu lehren, kann sich mit Recht über den Kummer beklagen, den das schlechte Verhalten seiner Kinder verursacht. Nachlässige Eltern können dem Grundsatz nicht ausweichen, daß „ein Knabe, dem freier Lauf gelassen wird, ... seiner Mutter Schande bereiten“ wird. — Spr. 29:15.
KINDER SIND NICHT SÜNDLOS
Obwohl alle Kinder der Menschen einige wünschenswerte Merkmale von ihren Eltern erben, erben sie auch einige unerwünschte Merkmale. Und ohne Ausnahme sind sie alle sündig geboren, und zwar weil ihr Urvater durch Ungehorsam die Stellung verlor, die er vor Gott hatte. Die Bibel sagt uns: „Durch e i n e n Menschen [ist] die Sünde in die Welt hineingekommen ... und durch die Sünde der Tod ... so [hat sich] der Tod zu allen Menschen verbreitet ..., weil sie alle gesündigt hatten.“ — Röm. 5:12.
Dadurch, daß Adam sündigte, also „das Ziel“, Gottes Maßstab der Vollkommenheit für ihn, „verfehlte“ und die Herrlichkeit Gottes, die er hätte widerspiegeln sollen, nicht erreichte, gab er keine Vollkommenheit an seine Kinder weiter. Somit wurde das ganze Menschengeschlecht in Mitleidenschaft gezogen. „Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ — Röm. 3:23.
Dank der unverdienten Güte Gottes kann das Loskaufsopfer Christi die Sünde, in der jemand geboren worden ist, entfernen. Der Betreffende muß natürlich ein Alter haben, in dem er Gottes Vorkehrung selbst annehmen kann. Aber wie ist es mit Kindern, die noch nicht alt genug sind, um einen solchen Glauben auszuüben? Sie sind nicht sündlos. Der Psalmist David erklärte: „Siehe! In Vergehen wurde ich unter Geburtsschmerzen hervorgebracht, und in Sünde empfing mich meine Mutter.“ (Ps. 51:5) Auf welche Weise befaßt sich Gott also mit ihnen? Er befaßt sich mit diesen Kindern mittels der Familieneinrichtung. Warum? Und wie wirkt dieses Prinzip?
Jehova legt Wert auf die Familieneinrichtung, und er hat die Familie zur Grundeinheit der irdischen Gesellschaft gemacht. Stellung, Bedeutung und Aufgabe der Familie hat e r festgelegt. Er ist der Vater, „dem jede Familie im Himmel und auf Erden ihren Namen verdankt“. (Eph. 3:15) Er gibt der Familie ihre Würde und ihre Stellung. Der Vater in der Familie ist das Haupt, die Mutter ist die Gehilfin, und beide zusammen haben von Gott die Verantwortung für die Aufsicht über die Kinder bekommen.
ELTERN SIND FÜR DIE KINDER VERANTWORTLICH
Sehr kleine Kinder, die noch nicht das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben, sind durch die Vererbung sowie durch die Erziehung und Umgebung, für die die Eltern sorgen, fast völlig das Produkt ihrer Eltern. Dementsprechend macht Gott die Eltern verantwortlich, bis das Kind das Alter der Verantwortlichkeit für seine eigenen Entscheidungen und Taten erreicht hat.
Was die Eltern hinsichtlich ihres Verhältnisses zu Gott tun, berührt daher die ganze Familie. So, wie die Eltern nach den Gesetzen der Menschen für die Taten ihrer minderjährigen Kinder zur Rechenschaft gezogen werden, zieht auch Gott sie dafür zur Rechenschaft. Wenn sich ein Kind strafbar macht, indem es Eigentum beschädigt, kann der Vater damit rechnen, daß die Polizei bei ihm daheim anklopft, um die gegen ihn erhobene Beschuldigung vorzubringen und Schadenersatz zu fordern. Warum sollte Gott daher nicht ebenfalls die Eltern für das, was ihre Kinder tun, verantwortlich machen?
WEITREICHENDE FOLGEN DER ELTERLICHEN ERZIEHUNG
Die richtigen oder verkehrten Handlungen der Eltern oder die richtige oder verkehrte Erziehung, die sie ihren Kindern zukommen lassen, kann die Kindeskinder, ja sogar die Urenkel beeinflussen. Wenn zum Beispiel eine Generation, die sich der Angelegenheiten der Welt annimmt, in einen Krieg verwickelt wird, wirkt sich das sehr auf künftige Generationen aus, so, wie dies bei den Folgen des Ersten und Zweiten Weltkrieges der Fall gewesen ist.
Da Gott den Eltern das Recht gewährt, ihre Kinder ohne sein Eingreifen aufzuziehen, kann er beschreiben, was für die Eltern, die seine Gesetze befolgen, und für die Eltern, die das nicht tun, die Folge sein wird. Er sagte zu Moses: „Ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert, der für die Vergehung von Vätern Strafe bringt über Söhne, über die dritte Generation und über die vierte Generation, im Falle derer, die mich hassen, aber liebende Güte übt an der tausendsten Generation im Falle derer, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2. Mose 20:5, 6) Es kann kein Zweifel bestehen: Verkehrt erzogene Kinder werden fast mit Sicherheit schlechte Dinge verüben und die gebührende Vergeltung für ihre Handlungen empfangen.
Abraham war ein Beispiel eines Familienhauptes, das den Weg Gottes einhielt und seine Kinder den Gehorsam gegenüber Gott lehrte. Dies erwies sich als ein langwährender Segen für seine Nachkommen. — 1. Mose 18:19; 5. Mose 4:37.
Als sich Abrahams Nachkommen jedoch später dem Götzendienst und anderen Schlechtigkeiten zuwandten, wurden sie von feindlichen Nationen gefangengenommen. Ja, vom Exil in Babylon an bis zur Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. standen die Juden ständig unter der Herrschaft heidnischer Weltmächte, zuerst unter Babylon, dann unter Persien, Griechenland und Rom. Viele Generationen hindurch spürten die Nachkommen die Last der Sünde ihrer Vorfahren.
Dieser Grundsatz bewahrheitete sich auch bei heidnischen Nationen. Beim Turmbau zu Babel wurden die Menschen, die sich von der Anbetung Jehovas, des Gottes Noahs, getrennt hatten, in Gruppen mit verschiedenen Sprachen gespalten, und daraus entstanden Nationen. Ihre Nachkommen waren später ‘dem Staatswesen Israels entfremdet und Fremde gegenüber den Bündnissen der Verheißung, und sie hatten keine Hoffnung und waren ohne Gott in der Welt’. (Eph. 2:12) Nur diejenigen, die sich von dem schlechten Lauf ihrer Vorfahren abgewandt und das Heidentum verlassen haben, haben Gott kennengelernt, indem sie begonnen haben, ihn anzubeten.
Ein Beispiel dafür, wie Kinder mit ihren bösen Eltern gerichtet werden, ist das der Kanaaniter. Wegen ihrer langen Geschichte schlimmster Verderbtheit wurden ihre kleinen Kinder mit ihnen auf Gottes Befehl hin hingerichtet, als die Israeliten das Land in Besitz nahmen. — 5. Mose 7:1, 2.
All dies zeigt, daß Gott die Kinder einer Familie, gestützt auf die Stellung der Eltern, für würdig oder unwürdig erachtet. Wird von den Eltern irgend etwas verlangt, außer daß sie Anbeter des wahren Gottes, Jehovas, sein müssen? Und wird irgend etwas von den Kindern verlangt? Wie verhält es sich ferner mit Familien, in denen nur ein Elternteil Jehova anbetet und ein Jünger Jesu Christi ist? Diese Fragen werden in dem nachstehenden Artikel behandelt.
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Wie wirkt sich deine Stellung vor Gott auf deine Kinder aus?Der Wachtturm 1972 | 1. Oktober
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Wie wirkt sich deine Stellung vor Gott auf deine Kinder aus?
DIE in dem vorhergehenden Artikel behandelten geschichtlichen Beweise veranschaulichen, daß das, was ein Vater oder eine Mutter tut, tiefgreifende Auswirkungen auf die Kinder hat und daß davon mehrere künftige Generationen betroffen werden. Die richtige Lebensweise der Eltern und ihr rechtes Beispiel müssen für ihre Kinder zum Guten führen, besonders wenn die Eltern wahre Diener Jehovas Gottes sind. Ihre Stellung vor Gott bedeutet für die Kinder Leben, vorausgesetzt, daß sie sie sorgfältig die Gesetze Gottes lehren und ihnen Gehorsam gegenüber der elterlichen Gewalt beibringen.
Doch wie ist es, wenn ein Elternteil „gläubig“ ist, wenn er ein Christ ist, der andere aber nicht? Wird der Gläubige durch diese Verbindung oder durch ein Aufrechterhalten dieser Verbindung, wenn es also nicht zu einer Trennung kommt, verunreinigt oder unrein, so daß die Kinder infolgedessen unrein werden?
Nein. Warum nicht? Wegen der gerechten Grundsätze Gottes, denen Gott treu bleibt, und wegen seiner liebenden Güte gegenüber denjenigen, die ihm mit ausschließlicher Ergebenheit dienen. Er tröstet diejenigen, die in einem geteilten Hause leben, in dem der eine gläubig ist und der andere nicht, indem er in seinem Wort erklärt: „Denn der ungläubige Ehemann ist in Verbindung mit seiner Frau geheiligt, und die ungläubige Ehefrau ist in Verbindung mit dem Bruder geheiligt; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.“ — 1. Kor. 7:14.
In der hebräischen und in der griechischen Sprache, in denen die Bibel geschrieben wurde, werden Wörter, die von dem hebräischen Wort qadhásch mit der Wurzelbedeutung „hell, neu, rein sein“ und von dem griechischen Wort hágios abgeleitet sind, mit „heilig“, „geheiligt“ und „abgesondert“ wiedergegeben. Sowohl im hebräischen als auch im griechischen Sprachgebrauch hatten sie einen religiösen, geistigen und moralischen Sinn. Irgend etwas Geheiligtes wäre daher rein, heilig, für Gottes Dienst abgesondert.
Diese reine Stellung vor Gott kommt dadurch, daß man Glauben an die Vorkehrung ausübt, die Gott durch seinen Sohn getroffen hat. Jemand, der diesen Glauben nicht ausübt, ist von seiner ererbten Unvollkommenheit, von seiner Sündhaftigkeit, nicht gereinigt worden. Solche Personen, vom Apostel Paulus als ‘Ungläubige’ bezeichnet, mögen ein anständiges, sittenreines Leben führen. Aber sie haben sich nicht von der unreinen Welt getrennt. Sie haben nicht die Vorkehrung Gottes zur Beseitigung ihres sündigen Zustandes angenommen und sind noch nicht aus der Sklaverei der Sünde befreit worden, indem sie wahre Nachfolger des Herrn Jesus Christus geworden wären. Solche Personen sind nicht als solche in Gottes Augen rein. — 2. Kor. 6:17; Jak. 4:4; Joh. 8:34-36.
Beachte, daß es in der Erklärung des Apostels in 1. Korinther 7:14 nicht heißt, der Ungläubige selbst werde durch das Band der Ehe rein oder heilig gemacht. Tatsächlich mag er jemand sein, der Unrecht verübt oder unreine Handlungen begeht. Paulus schreibt vielmehr, der Ungläubige sei „in Verbindung mit“ dem Gläubigen geheiligt. Gott betrachtet also ein solches Eheverhältnis oder eine solche Verbindung als rein, indem er so dem Gläubigen und den Kindern liebende Güte erweist.
Auf welcher Grundlage kann Gott die Kinder in Familien, die in religiöser Hinsicht geteilt sind, so begünstigen? Nun, die Ehe ist eine Einrichtung Gottes, und das Eheverhältnis ist für die Menschen eine geeignete Einrichtung. Daher wird jede ordnungsgemäße Ehe von Gott gebilligt. Er betrachtet die Ehepartner als „e i n Fleisch“. (Matth. 19:5) Dementsprechend wird ein Ehepartner, der ein treuer Christ ist, nicht dadurch verunreinigt, daß er weiter mit dem ungläubigen Ehepartner zusammen lebt. Die Ehe ist bei Gott anerkannt. Wäre sie nicht anerkannt, so wären die Kinder wie uneheliche Kinder. Aber nun werden sie als heilig, als rein betrachtet. Und wenn beide Eheleute ungläubig sind, ist die Ehe selbst nicht verurteilt, aber die Kinder werden wie ihre Eltern betrachtet; sie sind für Gott nicht geheiligt oder heilig.
Die Kinder, die Gott aufgrund elterlichen Verdienstes als heilig betrachtet, sind jedoch solche, die noch nicht alt genug sind, um alles, was von denjenigen verlangt wird, die Gott dienen, völlig zu verstehen. Sie selbst können nicht die bedeutende Entscheidung treffen, die von denen verlangt wird, die zu getauften Jüngern des Herrn Jesus Christus werden. Aber es ist eine sehr wichtige Tatsache, die im Sinn zu behalten ist, daß selbst solche Kinder wissen müssen, was Gehorsam heißt. Sie müssen ihren Eltern gehorchen. Sie dürfen keine Kinder sein, die unlenksam sind oder das tun, was schlecht ist. (Spr. 20:11) Aus diesem Grund ist es dringend nötig, daß die Eltern oder der gläubige Elternteil die Kinder Gehorsam lehrt und sie auch bei jeder Gelegenheit die Wahrheit der Bibel lehrt.
Es ist nicht nur erforderlich, daß der Vater die Kinder „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ aufzieht, sondern es wird auch den Kindern das deutliche Gebot gegeben: „Ihr Kinder, seid euren Eltern in allem gehorsam, denn das ist wohlgefällig im Herrn.“ Ferner: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in Gemeinschaft mit dem Herrn, denn das ist gerecht: ,Ehre deinen Vater und deine Mutter‘, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist: ‚Damit es dir wohl ergehe und du lange Zeit auf der Erde bleibest.‘“ — Eph. 6:1-4; Kol. 3:20.
Wenn also ein Kind rebellisch ist und den Geboten und Wünschen seiner Eltern zuwiderhandelt, wenn es in Abwesenheit seiner Eltern Dinge tut, von denen es weiß, daß sie gegen ihren Willen sind oder daß sie in Gottes Augen verkehrt sind, wenn es mit Freunden Umgang pflegt, die gewohnheitsmäßig Unrecht verüben, dann kann es bestimmt nicht den Nutzen des Familienverdienstes für sich in Anspruch nehmen. Es büßt den Vorzug, den es durch seine christlichen Eltern in den Augen Gottes haben mag, ein und ist unrein, ebenso wie diejenigen, mit denen es gewohnheitsmäßig Unrecht verübt. — Ps. 50:16-20.
Was bedeutet der Vorzug, einen christlichen Elternteil oder christliche Eltern zu haben, für das gehorsame Kind? Er bedeutet, daß es die Gunst Gottes hat. Es hat Gottes Schutz und Hilfe ebenso wie der christliche Elternteil. Es wird nicht wie die Welt von Gott verurteilt. (2. Petr. 2:9; vergleiche Psalm 37:25, 26.) Wenn Gott das Urteil an den Bösen vollstreckt, wird er solche Kinder verschonen, da sie rein, heilig, sind, ebenso wie der gläubige Elternteil heilig ist.
Umgekehrt wird in der Bibel erklärt: „‚Denn siehe! der Tag kommt, der brennend ist wie der Ofen, und alle Vermessenen und alle, die Böses tun, sollen wie Stoppeln werden. Und der kommende Tag wird sie gewißlich verzehren‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen, ,so daß er ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen wird.‘“ (Mal. 4:1) Als Jerusalem wegen seiner Untreue gegenüber Gott im Jahre 70 u. Z. zerstört wurde, wurden Kinder zusammen mit ihren Eltern getötet. Christen, die die prophetische Warnung Jesu, die zum Untergang verurteilte Stadt zu verlassen, beachtet hatten, ehe sie von den Römern abgeriegelt wurde, wurden mit ihren Kindern gerettet.
Ebenso wird bei der Vernichtung der Bösen in dem gegenwärtigen System der Dinge der Grundsatz zutreffen: Die Nachkommen (der Zweig), die nicht selbst eine rechtschaffene Haltung einnehmen, werden dasselbe ungünstige Urteil empfangen wie die Eltern (die Wurzel).
Dadurch, daß Jehova Gott seine treuen Diener anerkennt, zeigt sich seine große Liebe und seine Wertschätzung gegenüber denen, die ihn lieben, sowie seine auf Weisheit beruhende Fähigkeit, „alle seine Werke zum Guten derer mitwirken“ zu lassen, „die Gott lieben“. (Röm. 8:28) Außerdem wird Jehovas Gerechtigkeit dadurch verherrlicht, daß er all dies im Rahmen seiner eigenen erklärten Grundsätze vollbringt.
[Bild auf Seite 588]
Ein rebellisches Kind büßt den Vorzug ein, den es durch seine christlichen Eltern in den Augen Gottes haben mag.
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Vertraue auf Gott, nicht auf deinen VerstandDer Wachtturm 1972 | 1. Oktober
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Vertraue auf Gott, nicht auf deinen Verstand
PERSONEN, die Jehova Gott ausschließliche Ergebenheit zollen, sind sich darüber im klaren, daß alle endgültigen Urteile über die Menschen in seiner Hand liegen. König David sagte, als er seinem Sohn und Nachfolger Salomo zum Abschied Rat erteilte: „Jehova erforscht alle Herzen; und jede Neigung der Gedanken bemerkt er.“ — 1. Chron. 28:9; 1. Sam. 16:7.
Aus diesen Gründen sollten wir uns keine Sorgen darüber machen, was für ein Urteil gewisse Personen oder Personengruppen empfangen werden. Jehova gibt uns jedoch eine Richtschnur, damit wir den Lauf einschlagen können, der für uns ein günstiges Urteil mit sich bringen und der auch bewirken wird, daß andere in den Augen Gottes richtig dastehen können.
Wegen des liebevollen Verhältnisses, das die Menschen zu Kindern haben, und wegen der zarten Empfindungen ihnen gegenüber und angesichts des von Gott aufgestellten Grundsatzes des Familienverdienstes, der in den vorangegangenen Artikeln behandelt worden ist, tauchen einige damit in Verbindung stehende Fragen auf, die besprochen werden sollten.
ADOPTIERTE KINDER
Einige haben die Fragen gestellt: „Wie ist es mit Kindern, die adoptiert worden sind? Gehören sie nicht zu der Familie, die sie adoptiert hat, und müßte ihre Stellung vor Gott nicht von der Stellung ihrer Adoptiveltern abhängig sein?“ Allem Anschein nach ja. Sind die Pflegeeltern wahre Christen, so werden sie das Kind die Wahrheit des Wortes Gottes lehren. Wenn das Kind seinen Pflegeeltern gehorcht und die Gesetze Gottes, die es verstehen kann, befolgt, dann müßten in seinem Fall offensichtlich die Worte des Apostels Paulus aus 1. Korinther 7:14 Anwendung finden.
Das Kind mag aber von nichtchristlichen Pflegeeltern aufgezogen werden. Es scheint so zu sein, daß es vor Gott unter dasselbe Urteil kommen müßte wie die Pflegeeltern. Wenn das Kind natürlich alt genug ist, um recht und unrecht voneinander zu unterscheiden, und wenn es dies tut, indem es eine entschiedene Liebe zur Gerechtigkeit bekundet und aufrichtig danach trachtet, die Wahrheit kennenzulernen und zu befolgen, obwohl seine Pflegeeltern dies nicht tun, dann könnte es Gottes Gunst empfangen. — Hes. 18:14-18; 33:18, 19.
In Fällen, in denen ein Ehepaar ein Kind gesetzlich adoptiert und somit die Verantwortung für das Kind übernommen hat, hat dieses Ehepaar auf gute oder schlechte Weise einen großen Anteil daran, die Stellung des Kindes zu bestimmen. Aber Personen oder Ehepaare, die lediglich das Kind eines Verwandten bei sich haben, oder Personen, die dafür bezahlt werden, daß sie ein Kind in Pflege nehmen, können nicht erwarten, daß das Kind unter die Gunst Gottes kommt, nur weil sie es in Pflege haben. Sie sind nicht für das Kind verantwortlich, und der Grundsatz des Familienverdienstes würde hier nicht Anwendung finden. Wenn sie das Kind jedoch, während es bei ihnen in Pflege ist, gemäß dem Wort Gottes belehren, soweit sie dazu in der Lage sind, dient dies natürlich zum Wohl des Kindes, falls es darauf hört und die guten Dinge, die es lernt, befolgt.
Personen, die Diener Gottes sind, sollten alles tun, was sie können, um andere die Wahrheit zu lehren, aber wer nicht die unmittelbare Verantwortung für ein Kind hat, sollte nicht meinen, er müsse sich in die Rechte der Eltern einmischen. Hat jemand Verwandte, die ungläubig sind, so ist es in einer solchen ungläubigen Familie die Verantwortung der Eltern, die Kinder zu erziehen, und Gott gestattet ihnen, dies so zu tun, wie es ihnen gefällt. Wenn sich natürlich die Gelegenheit bietet, solchen Kindern die Wahrheit zu erzählen, so kann man dies tun. Aber noch weiter zu gehen, indem man zum Beispiel versucht, die gesetzliche Verantwortung für die Kinder zu erlangen, würde bedeuten, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen. (1. Petr. 4:15) Gott tut dies nicht, warum sollten wir es tun? Überlassen wir die Dinge Gott, der sich derjenigen annimmt, die das rechte Herz haben.
DIE GEFAHR, EINEN UNGLÄUBIGEN ZU HEIRATEN
Man sollte beachten, daß es, wenn Gott auch die Familie, in der nur e i n e r gläubig ist, als Einheit segnet, für einen Christen sehr unweise ist, einen Ungläubigen zu heiraten. Denn Gott betrachtet zwar das Eheverhältnis als heilig, doch bedeutet dies nicht, daß keine betrüblichen Probleme entstehen könnten. In einem in religiöser Hinsicht geteilten Hause ist es viel schwieriger, Kinder den Weg Gottes zu lehren. Der Ungläubige mag versuchen, der Belehrung, die die Kinder empfangen, entgegenzuwirken, oder er mag sogar versuchen, diese Belehrung zu unterbinden. Dies würde sich nachteilig auf die Kinder auswirken. Sie mögen dem, was sie von dem gläubigen Elternteil gelehrt werden, nicht gehorchen, und dann würden sie unter dasselbe Urteil kommen, das Gott über den ungläubigen Elternteil fällt.
Eine sehr schwierige Situation mag entstehen, wenn sich der Ungläubige entschließt, sich wegen religiöser Unterschiede von dem Gläubigen zu trennen. Wenn der Ungläubige auf einer Trennung besteht, kann ihn der Gläubige gehen lassen. Der Apostel Paulus weist darauf hin, daß „ein Bruder oder eine Schwester ... unter solchen Umständen nicht sklavisch gebunden [ist], sondern Gott hat euch zum Frieden berufen“. (1. Kor. 7:15) Was aber, wenn Kinder da sind? Der Ungläubige mag versuchen, die Kinder mitzunehmen. Ihm mag sogar vom Gericht das Sorgerecht zugesprochen werden. Dann mögen die wenigen Gelegenheiten, die der gläubige Ehepartner hat, die Kinder zu sehen und mit ihnen über den Weg Gottes zu sprechen, nicht ausreichen, um die Kinder auf die richtige Weise zu formen. Selbst wenn der Ungläubige weggeht und die Kinder bei dem Gläubigen läßt, bedeutet dies für den Gläubigen bestimmt eine Härte. Dadurch werden dem christlichen Ehepartner zusätzliche Lasten aufgebürdet, da er die Kinder ernähren und gleichzeitig richtig für ihr geistiges Wohl sorgen muß.
Ja, Ledige sollten gegenüber dem Rat des Apostels nicht ungehorsam sein, und zwar um ihres eigenen geistigen Wohls und um des Wohls der Kinder willen, die aus einer Verbindung mit einem Ungläubigen hervorgehen mögen. Der Apostel folgt dem Rat der Bibel, der den Israeliten gegeben wurde, nämlich kein Ehebündnis mit Ungläubigen einzugehen, wenn er Witwen rät, „nur im Herrn“ zu heiraten. — 1. Kor. 7:39; 5. Mose 7:3, 4.
Dagegen sagt der Apostel zu denen, die bereits mit einem Ungläubigen verheiratet sein mögen oder die sich vielleicht in anderen Situationen befinden, in denen sie Verpflichtungen haben, die in Verbindung mit dem Dienst für Gott Probleme verursachen, folgendes: „In welchem Zustand auch jeder berufen wurde, Brüder, darin bleibe er mit Gott verbunden.“ (1. Kor. 7:24) Wenn jemand zu der Zeit, da er zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommt, verheiratet ist und der Ehepartner nicht gläubig wird, betrachtet Gott das Verhältnis dennoch als heilig. Aber ein Lediger, der einen Ungläubigen heiratet, gibt seiner Verbindung zu Gott nicht den Vorrang. Er setzt sein Geistiggesinntsein einer ernsten Gefahr aus und bringt seine Lauterkeit unter zusätzlichen Druck.
AUF GOTTES GERECHTIGKEIT VERTRAUEN
Es gibt noch weitere Fragen, die im Zusammenhang mit dem Grundsatz des Familienverdienstes auftauchen. Die Bibel beantwortet sie nicht alle. Sie überläßt die Beurteilung jedes Einzelfalls Jehova und seinem Sohn, den er dazu eingesetzt hat, die Welt in Gerechtigkeit zu richten. — Apg. 17:31; 2. Tim. 4:1.
Sollten wir uns Sorgen machen und Vermutungen darüber anstellen, wer die „große Drangsal“ überleben oder wer auferweckt werden wird? Wenn wir jetzt gemäß Gottes Geboten leben und nach unserem besten Vermögen die gute Botschaft verkündigen, tun wir Gottes Willen.
Wenn wir Gott kennenlernen, werden wir, was Jehovas Urteile betrifft, ihm vertrauen, und wir werden wie Abraham sein, der Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit kannte und auf dieser Grundlage für Personen bat, die in den bösen Städten Sodom und Gomorra wohnten, indem er sagte: „Angenommen, es sind fünfzig Gerechte inmitten der Stadt. Wirst du sie denn wegraffen und dem Ort nicht verzeihen um der fünfzig Gerechten willen, die darin sind? Es ist undenkbar von dir, daß du auf diese Weise handelst, den Gerechten mit dem Bösen zu Tode zu bringen, so daß es dem Gerechten ebenso gehen muß wie dem Bösen! Das ist undenkbar von dir. Wird der Richter der ganzen Erde nicht tun, was recht ist?“ Die unvergleichliche Barmherzigkeit Jehovas zeigte sich, indem er sogar noch auf Abrahams Bitte hörte, Gott möge die Städte völlig verschonen, wenn nur zehn Gerechte in jenem Bezirk zu finden wären. — 1. Mose 18:22-33.
Statt also übermäßig besorgt zu sein, ist es besser, auf Jehova zu warten und dabei weiterhin seinen Willen zu tun, indem man die Zuversicht hegt, die der Psalmist mit den Worten zum Ausdruck brachte: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß deine richterlichen Entscheidungen Gerechtigkeit sind.“ — Ps. 119:75.
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