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Warum sollten wir uns Gott hingeben?Der Wachtturm 1958 | 1. August
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und Liebe vereint verlangen, daß wir uns Gott hingeben, ja, diese Eigenschaften sollten uns wie eine dreifache Schnur zu Jehova Gott und zu seinem Dienst hinziehen. — Spr. 27:11, NW.
VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE HINGABE
Den Schritt der Hingabe verständnisvoll und aufrichtig zu tun setzt Vorbereitung voraus. Wir müssen ein ‚rechtes und gutes Herz‘ haben und uns ‚unserer geistigen Bedürfnisse bewußt sein‘. Dann müssen wir uns eine Erkenntnis über Gottes Wort aneignen und an Jehova Gott, an sein Wort und an Jesus Christus als unseren Retter und Erlöser glauben. Je mehr Erkenntnis und Verständnis wir erlangen, desto mehr wachsen unser Glaube und unsere Liebe, bis der Tag kommt, an dem wir den Wunsch verspüren, daß wir uns Gott hingeben möchten. — Luk. 8:15; Matth. 5:3, NW.
Gottes Wort ermahnt uns auch, die Kosten zu überschlagen. Das bedeutet nicht, zu ermitteln, ob wir uns Gott hingeben sollten oder nicht — denn diesbezüglich kann es nur e i n e Antwort geben —, sondern es bedeutet, alles, was damit verbunden ist, zu erfassen, damit wir bereit seien, uns, wenn nötig, ‚von allem, was uns gehört, zu trennen‘. Und wenn wir den Entschluß fassen, sollten wir uns dabei nicht von Freunden beeinflussen oder uns von Gefühlen leiten lassen; auch sollten nicht Menschenfurcht oder irgendwelche anderen äußeren Faktoren die Triebfeder dazu sein. — Luk. 14:25-33, NW.
Nachdem wir uns Gott hingegeben haben, müssen wir unser Hingabegelübde erfüllen. „Es ist besser, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst.“ Dazu gehört in erster Linie, vor Zeugen zu bekennen, daß wir den Schritt der Hingabe getan haben, indem wir uns „im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ taufen lassen. Und von da an müssen wir fortgesetzt „zuerst nach dem Königreiche“ Gottes trachten. — Pred. 5:5; Matth. 28:19, 20; 6:33, NW.
Wir müssen uns unablässig durch Gottes Wort stärken, uns mit seinem Volke versammeln und bestrebt sein, die Früchte des Geistes hervorzubringen, nämlich „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde, Selbstbeherrschung“. Wir müssen uns auch von der Politik, der Geschäftemacherei und den heuchlerischen Religionsorganisationen dieser alten Welt fernhalten, da wir wissen, daß, ‚wer immer ein Freund der Welt sein will, sich selbst zu einem Feinde Gottes macht‘. Und wir müssen uns in dem Maße, wie wir Gelegenheit haben, sowie unseren Fähigkeiten entsprechend an der Verkündigung „dieser guten Botschaft vom Königreich“ beteiligen. — Gal. 5:22, 23; Jak. 4:4; Matth. 24:14, NW.
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Die Rückwanderung nach Israel nicht aus religiösen MotivenDer Wachtturm 1958 | 1. August
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Die Rückwanderung nach Israel nicht aus religiösen Motiven
Viele angebliche Christen behaupten, daß zwischen der Rückkehr der Juden aus Babylon nach Jerusalem im Jahre 537 v. Chr. und der Rückkehr der Juden nach Israel in der Gegenwart eine Parallele bestehe. Damals waren aber die Beweggründe religiöser Natur. Die zurückkehrenden und die in der Fremde bleibenden Juden wohnten alle im gleichen Land, in Babylon, und jene, die zurückkehrten, erwarteten nicht, daß ihnen dadurch wirtschaftliche und politische Vorteile erwachsen würden, sondern sie wußten, daß die Rückwanderung Beschwerden mit sich brächte. Heute ist es jedoch gerade umgekehrt: Man erblickt darin hauptsächlich politische und wirtschaftliche Vorteile. Ein offenkundiger Beweis hierfür ist einerseits die Tatsache, daß — wenn der Antisemitismus zunimmt — auch die Zahl der Rückwanderer nach Israel zunimmt, wie das in jüngster Zeit der Fall war, da aus Ungarn, Marokko, Ägypten, Tunesien und Polen unablässig Juden nach Israel zurückkehrten, in der Hoffnung, ihre Lage in wirtschaftlicher und politischer Beziehung zu verbessern. Andererseits zeigt die Statistik, daß im Laufe der ersten sieben Jahre, während denen der Staat Israel bestanden hat, nahezu 5000 Juden mehr aus Israel nach westlichen Ländern zurückkehrten, in denen die Verhältnisse günstiger sind, als aus diesen Ländern nach Jerusalem auswanderten. Somit kann zwischen den Absichten und Beweggründen, die die Juden im Jahre 537 v. Chr. zur Rückkehr nach Jerusalem bewogen, und denen, die die heutigen Juden zur Rückkehr bewegen, offensichtlich keine Parallele gezogen werden.
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