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Wer wird von den Toten auferweckt?Der Wachtturm 1965 | 15. Mai
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Wer wird von den Toten auferweckt?
„Daß ... die Toten auferweckt werden, hat auch Moses in dem Bericht über den Dornbusch enthüllt.“ — Luk. 20:37.
1. (a) Wer erwies sich als der verheißene Prophet, der größer war als Moses? (b) Wie läßt sich Moses mit dem größeren Propheten vergleichen, was die Auferstehung anbelangt?
DER Prophet Moses, der vor 3500 Jahren lebte, schattete einen Propheten vor, der ebenfalls aus seinem Volke hervorgehen, aber noch größer sein sollte als er. Gott, der Höchste, hatte Moses dies selbst gesagt. (5. Mose 18:17-19) Vor 1900 Jahren oder im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung trat ein Mann auf, der größere Wunder wirkte als Moses, der im Namen desselben Gottes kam wie Moses und der demselben Volk angehörte wie Moses. Dieser Mann namens Jesus Christus wurde als der verheißene Prophet, der größer sein sollte als Moses, erkannt. Einige Leute sagten, als sie ihn reden hörten: „Dieser ist bestimmt Der Prophet.“ (Joh. 7:40) Im Tempel und auch vor dem höchsten geistlichen Gericht in Jerusalem wurde er als dieser Prophet bekanntgemacht. (Apg. 3:22-26; 7:37, 38, 52) Wenn schon Moses die wunderbare Tatsache enthüllte, daß die Toten auferweckt werden, dann muß Jesus Christus als der Prophet, der wie Moses, nur noch größer als Moses war, bestimmt viel über die Auferstehung der Toten zu sagen gehabt haben, und er sagte auch viel darüber. Ja, er wurde sogar selbst von den Toten auferweckt.
2, 3. Warum tadelte Jesus Chorazin, Bethsaida und Kapernaum, wie wir das in Matthäus 11:20-24 lesen?
2 Im Jahre 31 unserer Zeitrechnung nahm dieser größere Prophet als Moses einmal auf gewisse alte Völker und auf die Bewohner gewisser alter Städte Bezug und verriet etwas über ihre Zukunft. Es handelte sich dabei um die Städte Tyrus, Sidon und Sodom. Wir lesen darüber:
3 „Dann fing er an, die Städte, in denen die meisten seiner Machttaten geschehen waren, zu tadeln, weil sie nicht bereuten: ‚Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! denn wären in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sacktuch und Asche bereut. Daher sage ich euch: Es wird Tyrus und Sidon am Gerichtstag erträglicher ergehen als euch. Und du, Kapernaum, wirst du vielleicht bis zum Himmel erhöht werden? Zum Hades hinab wirst du kommen; denn wenn die Machttaten, die in dir geschehen sind, in Sodom geschehen wären, es wäre bis heute geblieben. Daher sage ich euch: Es wird dem Lande Sodom am Gerichtstag erträglicher ergehen als dir.‘“ — Matth. 11:20-24; Luk. 10:11-15.
4, 5. (a) Wollte Jesus mit diesen Worten sagen, die heidnischen Bewohner der Städte Tyrus und Sidon würden nicht von den Toten auferstehen? (b) Was erfahren wir aus Hesekiel 32:21-30 über die Bewohner von Tyrus und Sidon?
4 Es erhebt sich nun die Frage: Werden die Bewohner jener alten Städte von den Toten auferstehen? Sollen wir die Worte Jesu so verstehen, daß es den Bewohnern der heidnischen Städte Tyrus und Sidon am Gerichtstag überhaupt nicht erträglich ergehen wird, bloß weil sie Heiden waren, und daß sie deshalb überhaupt nicht auferstehen werden? Angenommen aber, die Bewohner von Tyrus und Sidon werden auferweckt und es ergeht ihnen am Gerichtstag erträglicher als den jüdischen Städten Chorazin und Bethsaida, heißt das dann, daß den jüdischen Bewohnern von Chorazin und Bethsaida, die am Gerichtstag noch ungünstigere Aussichten haben werden, keine Chance geboten wird und sie daher überhaupt nicht auferstehen werden?
5 Mit anderen Worten, sollten wir den Ausspruch Jesu so verstehen, daß die Bewohner der jüdischen Städte Chorazin und Bethsaida ebensowenig von den Toten auferstehen werden wie die Bevölkerung der heidnischen Städte Tyrus und Sidon? Nein, denn aus Hesekiel 32:21-30 geht deutlich hervor, daß die heidnischen Bewohner von Sidon im Scheol oder Hades, nicht in der Gehenna, sind. Sie gehören daher zu denen, die auferstehen werden, wenn der Tod und der Hades am Gerichtstag ihre Toten herausgeben. (Offb. 20:11-15) Die Stadt Tyrus war eine Kolonie von Sidon. Auch ihre Bürger befinden sich im Hades.
6. Warum ist es vernünftig, anzunehmen, daß die Bewohner von Tyrus und Sidon durch eine Auferstehung wieder ins Leben zurückkehren?
6 Es ist nur vernünftig, anzunehmen, daß die Bewohner von Tyrus und Sidon im Scheol oder Hades sind und durch eine Auferstehung wieder ins Leben zurückkehren. Warum? Weil Jesus deutlich zeigte, daß sie, was ihren Glauben anbelangte, noch nicht den Zustand erreicht hatten, in dem sie nicht mehr hätten bereuen und zu Gottes Gerechtigkeit umkehren können. Sie hatten noch kein umfassendes Zeugnis über Jehova Gott und sein Königreich erhalten. Hätten sie die gleiche Gelegenheit gehabt wie die Städte Chorazin und Bethsaida, „so hätten sie längst in Sacktuch und Asche bereut“. Sie waren was ihren Glauben betrifft, noch nicht soweit wie jene, von denen in Hebräer 6:4-6 gesagt wird: „Es ist unmöglich ... [sie] zur Reue zu beleben.“
7. Welche Gelegenheit erhalten die Tyrier und Sidonier der alten Zeit durch die Auferstehung?
7 Die Auferstehung wird den Sidoniern und Tyriern Gelegenheit bieten, am Gerichtstag durch Gottes Königreich unter Jesus Christus ein gründliches Zeugnis zu erhalten. Dann werden sie aufrichtig, gleichsam „in Sacktuch und Asche“, bereuen können, nicht etwa in der Hoffnung auf ein Leben in Gottes himmlischem Königreich, sondern in der Hoffnung auf ewiges Leben auf unserer Erde, die dann überall in ein Paradies umgewandelt sein wird.
8. Wie lange bestand Sodom, und warum sollten wir nicht annehmen, daß die Bewohner von Kapernaum ebensowenig auferstehen werden wie die Sodomiten?
8 Was sollen wir aber von dem alten Sodom sagen, das mit seiner Nachbarstadt Gomorra nur so lange bestand, bis Gott Feuer und Schwefel vom Himmel herabregnen ließ und es samt den umliegenden Städten vernichtete? Ist anzunehmen, daß es Sodom am Gerichtstag überhaupt nicht erträglich ergehen wird und daß es daher der Stadt Kapernaum, auf der eine noch größere Verantwortung lastet, am Gerichtstag auch nicht erträglich ergehen wird und ihre Bewohner ebensowenig auferstehen werden wie die Bewohner von Sodom? Nein! Warum nicht? Weil Jesus Sodom auf die gleiche Stufe stellte wie Tyrus und Sidon.
9. (a) Hatten die Sodomiten den Zustand erreicht, in dem sie nicht mehr hätten bereuen können? Wieso wissen wir das? (b) Was erfahren wir aus Hesekiel 16:46-61 über Sodom?
9 Wie bei Tyrus und Sidon zeigte Jesus auch bei Sodom, daß es trotz seiner Schlechtigkeit nicht den Zustand erreicht hatte, in dem es nicht mehr hätte bereuen können. Darum sagte er, wenn seine Machttaten, die in Kapernaum geschehen seien, in Sodom geschehen wären, so wäre es „bis heute geblieben“, das heißt bis in die Tage Jesu. In diesem Zusammenhang sagte er, Kapernaum, das in geistigem Sinne bis in den Himmel erhöht worden sei, werde in den Hades — nicht in die Gehenna — hinabkommen. Jesus stellte den hohen Himmel der Tiefe des Hades oder Scheols gegenüber, um zu zeigen, daß Kapernaum zutiefst erniedrigt werden würde. Obwohl Jesus diese Stadt sehr bevorzugte, ist sie ebenso aus dem Dasein verschwunden wie Sodom. Hätte Sodom jedoch die Gelegenheit gehabt, die Kapernaum hatte, so wären darin bestimmt mindestens zehn Gerechte zu finden gewesen, und es hätte nach 1900 Jahren oder in den Tagen Jesu, ja vielleicht noch darüber hinaus bestanden. Eine geistige Genesung ist für die Toten von Sodom demnach nicht ausgeschlossen. (1. Mose 18:22-32) Nach Hesekiel 16:46-61 gibt es für Menschen, die mit den damaligen Sodomiten verglichen werden, eine Hoffnung.
10. Was sagte Jesus über Sodom und Gomorra, als er seine Jünger in den Predigtdienst aussandte, und warum sagte er dies?
10 Als Jesus seine Jünger aussandte und sie beauftragte, „den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ die Botschaft von Gottes Königreich zu predigen, sagte er zu ihnen: „Wo irgend jemand euch nicht aufnimmt, noch auf eure Worte hört, da schüttelt den Staub vor euren Füßen, wenn ihr aus jenem Haus oder jener Stadt hinausgeht. Wahrlich ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom und Gomorra am Gerichtstag erträglicher ergehen als jener Stadt.“ (Matth. 10:14, 15; Luk. 10:10-12) Warum? Weil Sodom und Gomorra kein so gründliches Zeugnis über Gottes Königreich erhalten hatten.
11. In welchem Ausmaß erhielt Sodom, besonders im Vergleich zu Kapernaum, ein Zeugnis?
11 Lot, der Neffe Abrahams, wohnte zwar in Sodom, aber er wußte nichts von der Königreichsbotschaft und konnte sie somit seinen Mitbürgern nicht übermitteln. Er hatte sogar seine beiden Töchter zwei Sodomiten zur Ehe versprochen. Es kamen allerdings auch zwei Engel Jehovas nach Sodom, aber sie wollten dort lediglich übernachten und die Stadt aus nächster Nähe besichtigen; sie hatten nicht den Auftrag, ihr Gottes Königreich zu predigen. Was diese Engel in jener Nacht erlebten, zeigte tatsächlich, wie tief die Männer von Sodom gesunken waren. Es wurde ihnen jedoch keine Botschaft gepredigt, durch die sie zur Reue und Bekehrung aufgefordert und auf eine ewige Rettung hingewiesen worden wären. Nur Lots voraussichtliche Schwiegersöhne wurden vor der bevorstehenden Katastrophe gewarnt. Die Bewohner von Sodom erhielten offensichtlich kein solch gründliches Königreichszeugnis, wie es die Stadt Kapernaum in den Tagen Jesu und seiner Apostel erhielt. — 1. Mose 13:12, 13; 19:1-29.
EIN PROPHETISCHES VORBILD
12, 13. (a) In welch ungünstigem Zustand befanden sich jene Sodomiten? Welche Stadt befand sich in geistiger Hinsicht aber in einem noch schlimmeren Zustand? (b) Welche Fragen erheben sich im Hinblick auf 2. Petrus 2:6-10 über die Vernichtung Sodoms?
12 Die Engel Gottes, Jehovas, fanden in Sodom keine zehn gerechten Männer, geschweige denn so viele gerechte Frauen. Die Bewohner von Sodom waren Kanaaniter und standen unter dem Fluch, den der Patriarch Noah über ihren Stammvater Kanaan ausgesprochen hatte. (1. Mose 9:20-25; 10:19) Die Stadt Kapernaum befand sich in den Tagen Jesu in geistiger Hinsicht in einem verhältnismäßig schlimmeren Zustand als Sodom und war darum noch verwerflicher. Wurden denn die Bewohner von Sodom damals durch den vom Himmel herabfallenden Feuer- und Schwefelregen für ewig vernichtet? Oder war ihre Vernichtung ein Bild der endgültigen Vernichtung derer, die ähnliche Grundsätze verletzen, aber tadelnswürdiger sind als jene Sodomiten? Was sagt uns 2. Petrus 2:6-10 hierüber? Wir lesen:
13 „Er verurteilte die Städte Sodom und Gomorra, indem er sie einäscherte, wodurch er sie Gottlosen als ein Beispiel kommender Dinge hinstellte; und er befreite den gerechten Lot, der schwer bedrängt war, weil sich Menschen, die dem Gesetz trotzten, einem zügellosen Wandel hingaben — denn jener Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, während er unter ihnen wohnte, Tag für Tag seine gerechte Seele wegen ihrer gesetzlosen Taten — Jehova weiß Menschen von Gottergebenheit aus der Prüfung zu befreien, Ungerechte aber auf den Tag des Gerichts zu ihrer Abschneidung [oder: um im Zaum gehalten zu werden, Fußnote, NW, englische Ausgabe 1950] aufzubehalten, besonders aber jene, die weiterhin dem Fleische nachgehen mit der Begierde, es zu beflecken, und die auf die Herrschaft herabblicken.“
14. Wurde Lot damals endgültig errettet, und in welchem Sinne sollte Sodoms Vernichtung als ein Beispiel dienen?
14 Lot wurde damals vor der Vernichtung Sodoms bewahrt. Er ist jedoch noch nicht endgültig errettet, noch nicht so, daß er unter Gottes Königreich ewig leben könnte. Er muß darum auferweckt werden. Es gilt zu beachten, daß die Vernichtung Sodoms und Gomorras gemäß 2. Petrus 2:6 nur ein „Beispiel“ war, aus dem gottergebene Christen lernen können, wie es ihnen ergeht, wenn sie Jehova Gott treu bleiben, und was sie mit Sicherheit zu erwarten haben, wenn sie die Handlungsweise der Bewohner von Sodom und Gomorra nachahmen.
15. (a) Sagte Petrus, die Bewohner von Sodom und Gomorra seien für immer vernichtet worden? (b) Wer wird gemäß 2. Petrus 2:12, 13 für immer vernichtet, und warum?
15 Waren jene Sodomiten schlimmer als die übrigen Kanaaniter? Nach 3. Mose 18:21-28 nicht. Petrus sagte nicht, die Bewohner von Sodom und Gomorra seien für immer vernichtet worden. Auf Gott hingegebenen Christen ruht jedoch eine größere Verantwortung als damals auf den Bewohnern von Sodom und Gomorra und auch als auf dem ungläubigen Kapernaum; Christen werden für immer vernichtet. Darum sagt Petrus in seinem zweiten Brief (2:12, 13) über Gott hingegebene, getaufte Christen, die auf Abwege geraten: „Gleich vernunftlosen Tieren, die von Natur dazu geboren sind, eingefangen und vernichtet zu werden, werden diese Menschen infolge von Dingen, über die sie unwissend sind und lästerlich reden, in ihrem eigenen Lauf der Vernichtung auch Vernichtung erleiden, indem sie sich als Lohn für Unrechttun selbst Unrecht zufügen.“ Sie werden auf ähnliche Weise vernichtet wie die Tiere.
16, 17. Wie sind die Worte nach Judas 7 zu verstehen, damit sie mit dem, was wir in 2. Petrus 2:6 über Sodom und Gomorra lesen, übereinstimmen?
16 Die Städte Sodom und Gomorra als solche wurden für immer ausgelöscht; sie blieben als Städte nicht bis in die Tage Jesu bestehen. Wie verhält es sich aber mit ihren Bewohnern, die damals umkamen? Wir müssen die obigen Worte des christlichen Apostels Petrus im Sinn behalten, wenn wir nun folgendes lesen: „Ebenso werden Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, nachdem sie in gleicher Weise wie die vorerwähnten über die Maßen Hurerei getrieben hatten und dem Fleisch zu unnatürlichem Gebrauch nachgegangen waren, uns dadurch als ein warnendes Beispiel hingestellt, daß sie die richterliche Strafe ewigen Feuers erleiden.“ — Jud. 7.
17 Die Bewohner Sodoms und Gomorras wurden zu einem „warnenden Beispiel“, weil ihre Städte nicht bis in die Tage Jesu Christi und seiner Nachfolger Petrus und Judas sowie ihrer Gefährten bestehenblieben. Damit wird nicht gesagt, sie seien dazu verurteilt worden, in die Gehenna zu kommen und in den „See ..., der mit Feuer und Schwefel brennt“, geschleudert zu werden, sondern damit soll gesagt werden, daß sie für untreue Christen („Gottlose“), die vom Richter mit „ewigem Feuer“ oder endgültiger Vernichtung bestraft werden, zu einem warnenden Beispiel gemacht wurden. — Offb. 20:14, 15; 21:8; 2. Petr. 2:6.
18. In welchem Sinne erleiden Christen, die zu „Gottlosen“ werden, eine strengere Bestrafung als die Leute von Sodom und Gomorra?
18 Die Leute von Sodom und Gomorra wurden vom Engel Gottes durch Feuer, vermischt mit Schwefel, hingerichtet, und auch ihre Städte wurden so völlig vernichtet, daß sie selbst ungefähr 2000 Jahre später, als Jesus, Petrus und Judas lebten, noch nicht wieder erstanden waren. Sie hatten daher nicht die Gelegenheit, die die Bürger der jüdischen Stadt Kapernaum in den Tagen Jesu hatten. Gott hingegebene Christen, die untreu werden und diese Menschen der alten Zeit nachahmen, werden jedoch eine „viel strengere“ Strafe, die endgültige Vernichtung, versinnbildlicht durch „ewiges Feuer“, erleiden. — Hebr. 10:29.
19. (a) Wovor warnten daher Petrus und Judas die Christen? (b) Welche „Grundlehre über den Christus“ verstehen gemäß Hebräer 6:1-8 untreue Christen nicht mehr?
19 Durch ihre Schriften warnten sowohl Petrus als auch Judas die Christen davor, dem „Gericht der Gehenna“ zu verfallen und dadurch zur endgültigen Vernichtung verurteilt zu werden. Das hieße, daß sie nach dem Tod nicht mehr auferstehen würden. Der Schreiber des an die christianisierten Hebräer gerichteten Briefes gibt uns weiteren Aufschluß darüber, warum ein untreuer Christ zu einer Vernichtung ohne Hoffnung auf eine Auferstehung verurteilt wird. Aus Hebräer 6:1-8 geht deutlich hervor, daß Christen, die nicht „zur Reife vorandrängen“, mit der Zeit selbst die Hauptlehren nicht mehr verstehen, das heißt die „Grundlehre über den Christus“, zum Beispiel „Reue über tote Werke und Glauben gegenüber Gott, die Lehre über Taufen und das Händeauflegen, die Auferstehung von den Toten und das ewige Gericht“. Das ist ein sehr wichtiger Grund, weshalb wir „zur Reife vorandrängen“ sollten. Warum?
20. Warum sollten Christen gemäß Hebräer 6:4-8 „zur Reife vorandrängen“?
20 „Denn es ist unmöglich, jene, die ein für allemal erleuchtet worden sind und die himmlische freie Gabe geschmeckt haben, und denen der heilige Geist zuteil geworden ist, und die das vortreffliche Wort Gottes und die Kräfte des kommenden Systems der Dinge geschmeckt haben, aber abgefallen sind, wiederum zur Reue zu beleben, da sie den Sohn Gottes für sich aufs neue an den Pfahl schlagen und ihn der öffentlichen Schande aussetzen. Der Boden zum Beispiel, der den oft auf ihn fallenden Regen einsaugt und dann Pflanzenwuchs hervorbringt, der für jene brauchbar ist, für die er auch bebaut wird, empfängt dafür Segen von Gott. Bringt er aber Dornen und Disteln hervor, so wird er verworfen und ist nahe daran, verflucht zu werden; und er endet mit Verbrennung.“ — Hebr. 6:4-8.
21. Welche Sünde begehen Christen, die im Begriff sind abzufallen, schließlich willentlich, und warum wäre es zwecklos, sie auferstehen zu lassen?
21 Christen, „denen der heilige Geist zuteil geworden ist“ und die im Begriff sind abzufallen, sündigen schließlich willentlich und wissentlich gegen den heiligen Geist und verhärten sich so, daß sie nicht mehr bereuen können. Von dieser Sünde gegen den heiligen Geist sprach Jesus Christus zu den Juden, die den durch ihn wirkenden heiligen Geist Gottes böswillig als eine andere Kraft deuteten. Jesus sagte: „Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. Zum Beispiel: wer ein Wort gegen den Sohn des Menschen redet, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, nein, weder in dem gegenwärtigen System der Dinge noch in dem kommenden.“ (Matth. 12:31, 32) Es könnte demnach nichts gewonnen werden und wäre zwecklos, solche Menschen in dem unter Gottes Königreich stehenden künftigen System der Dinge auferstehen zu lassen.
22. Warum müssen Christen gemäß Hebräer 10:26-31 regelmäßig zusammenkommen und einander auferbauen?
22 Aufrichtige Christen möchten nicht dem „Gericht der Gehenna“ verfallen. Sie müssen daher regelmäßig zusammenkommen und einander ermuntern und geistig auferbauen. Warum? Nach Hebräer 10:26-31 lautet die Antwort: „Denn wenn wir willentlich Sünde verüben, nachdem wir die genaue Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern da ist ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und eine feurige Eifersucht [von seiten Gottes], welche die Gegner verzehren wird. Jemand, der das Gesetz Moses’ mißachtet hat, stirbt ohne Erbarmen auf das Zeugnis von zwei oder drei Personen hin. Einer wieviel strengeren Strafe, denkt ihr, wird der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, als von gewöhnlichem Wert geachtet und den Geist der unverdienten Güte durch Verachtung gröblich verletzt hat? Denn wir kennen den, der gesagt hat: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten‘; und wiederum: ‚Jehova wird sein Volk richten.‘ Es ist etwas Furchtbares, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“
WIEVIEL „STRENGER“?
23. Wieviel strenger ist die Bestrafung untreuer Christen als die der Juden, die Moses’ Gesetz mißachteten?
23 Jesus Christus wird für Personen, die als Christen durch eine genaue Erkenntnis der Wahrheit erleuchtet worden sind, danach aber willentlich sündigen, nicht nochmals sterben. Solche Personen verleugnen Gottes Sohn Jesus Christus. In ihren Augen hat sein Blut ebensowenig die Kraft, zu erlösen, zu heiligen und Bündnisse rechtskräftig zu machen, wie das Blut anderer Menschen. Was für ein Opfer könnte darum für sie noch dargebracht werden, um ihre willentliche Sünde zu tilgen, wenn sie das vollkommene menschliche Opfer Jesu verwerfen? Keines! Daher werden sie beim Tode dazu verurteilt, in die Gehenna, in den „Feuersee“ oder den „zweiten Tod“, zu kommen. Sie kommen nicht in den Hades oder Scheol, aus dem eine Auferstehung möglich ist. Sie werden also „strenger“ bestraft als die Israeliten, die „ohne Erbarmen“ getötet wurden, wenn sie Moses’ Gesetz, das Gesetz dessen, der nur ein prophetisches Vorbild Jesu Christi war, mißachteten.
24. An welcher Auferstehung hofften diese Christen ursprünglich teilzuhaben? Was geschieht mit ihnen jedoch beim Tode?
24 Ein Christ, der willentlich sündigt, wird somit nicht auferstehen. Als ein vom Geiste gezeugter Sohn Gottes hoffte er ursprünglich an der „ersten Auferstehung“ teilzuhaben, der Auferstehung, die den 144 000, die als Miterben des Königs und Priesters Jesu Christi Leben in den unsichtbaren Himmeln erlangen, zuteil wird. Die willentliche, unvergebbare Sünde nimmt ihm jedoch jede Möglichkeit, zu diesem glorreichen himmlischen Leben auferweckt zu werden. Der betreffende Sünder fällt bei seinem Tod im Fleische „in die Hände des lebendigen Gottes“ und wird für immer vernichtet.
25, 26. (a) Warum wurde Judas Iskariot eine viel „strengere“ Strafe zuteil, obwohl er zu Pfingsten des Jahres 33 n. Chr. nicht zu einer himmlischen Hoffnung gezeugt wurde? (b) Wohin kam Judas Iskariot beim Tod, und warum?
25 Judas Iskariot war ein Christ, der in die Hände des lebendigen Gottes fiel und dem mit der „strengeren“ Strafe, mit der endgültigen Vernichtung, vergolten wurde. Judas lebte nicht bis Pfingsten des Jahres 33 unserer Zeitrechnung. Er wurde daher nicht mit dem heiligen Geist getauft und von Gott, dem Vater, nicht zu einer himmlischen Hoffnung gezeugt. Er war jedoch zu einem Apostel Jesu Christi erwählt und durch den heiligen Geist mit besonderen Kräften ausgestattet worden, als er mit den elf anderen Aposteln in das Predigtwerk ausgesandt worden war. (Matth. 10:1-8) Judas verriet seinen Retter, Jesus Christus, nicht, um die ewige Rettung zu erlangen, sondern um von den mörderischen Feinden seines Meisters dreißig Silberstücke zu bekommen.
26 Judas Iskariot schloß mit den Männern einen Handel ab, von denen Jesus gesagt hatte, sie würden ihre Proselyten zu einem „Gegenstand für die Gehenna“ machen, doppelt so schlimm wie sie, und sie würden dem „Gericht der Gehenna“ verfallen. (Matth. 23:15, 33) Judas verwarf das „Lamm Gottes“, das geopfert werden sollte. Somit steht ihm kein Schlachtopfer mehr zur Verfügung, das für seine willentliche Sünde dargebracht werden könnte. Folglich wurde er ein „Sohn der Vernichtung“. Als er Selbstmord beging, kam er in die Gehenna. Er wird nicht auferstehen, auch nicht im Fleische auf der Erde. — Joh. 6:70, 71; 17:12.
27—29. (a) Wer ist der andere „Sohn der Vernichtung“, von dem Paulus spricht? (b) Was sagt Paulus gemäß 2. Thessalonicher 2:3-12 über ihn?
27 Judas ist aber nicht der einzige „Sohn der Vernichtung“. Der Apostel Paulus spricht noch von einem anderen „Sohn der Vernichtung“, und in diesem Fall handelt es sich nicht um eine Einzelperson wie bei Judas Iskariot, sondern um eine ganze Klasse sogenannter Christen, die seit Pfingsten des Jahres 33 n. Chr. und besonders nach dem Tod der zwölf treuen Apostel Jesu Christi in Erscheinung trat. Diese als „Sohn der Vernichtung“ bekannte Klasse besteht aus sogenannten christlichen Führern, die von den wahren christlichen Lehren der Bibel abgefallen und zu Übertretern des Gesetzes Gottes geworden sind, aber immer noch vorgeben, Nachfolger Jesu Christi, des Sohnes Gottes, zu sein. Sie haben sich zur Geistlichkeit der Christenheit oder des heute führenden Teils Groß-Babylons (des Weltreiches der falschen Religion) organisiert. In seinem zweiten Brief an die Thessalonicher (2:3-12) warnt uns Paulus vor diesem „Sohn der Vernichtung“. Er schreibt:
28 „Laßt euch in keiner Weise von irgend jemand verführen, denn er wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn der Vernichtung, werde geoffenbart. Er widersetzt sich und erhebt sich über jeden, der ‚Gott‘ oder ein Gegenstand der Verehrung genannt wird, so daß er sich in den Tempel des GOTTES niedersetzt und sich öffentlich darstellt, daß er ein Gott sei. Erinnert ihr euch nicht, daß ich euch diese Dinge zu sagen pflegte, als ich noch bei euch war? Und so kennt ihr jetzt das, was als ein Hemmnis wirkt, im Hinblick darauf, daß er zu seiner eigenen bestimmten Zeit geoffenbart wird.“
29 „Allerdings ist das Geheimnis dieser Gesetzlosigkeit bereits am Werke, doch nur bis der, welcher gerade jetzt als ein Hemmnis wirkt, aus dem Wege geräumt wird. Dann allerdings wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Geist seines Mundes und zunichte machen durch das Kundwerden seiner Gegenwart. Doch ist die Gegenwart des Gesetzlosen gemäß der Wirksamkeit des Satans mit jeder Machttat und mit lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jedem Trug der Ungerechtigkeit für jene, die zur Vergeltung dafür zugrunde gehen, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, um gerettet zu werden. Darum läßt Gott ihnen eine Wirksamkeit des Irrtums zugehen, damit sie der Lüge Glauben schenken, so daß sie alle gerichtet werden, weil sie der Wahrheit nicht glaubten, sondern an Ungerechtigkeit Gefallen hatten.“
30. Wie zeigt es sich, gegen wen die „Gesetzlosigkeit“ dieses „Sohnes der Vernichtung“ gerichtet ist, und bis wann wurde er zurückgehalten?
30 Die Gesetzlosigkeit dieses kombinierten „Menschen der Gesetzlosigkeit“ oder „Menschen der Sünde“ (Lu; Elberfelder Bibel; Al) ist gegen Gott, den Höchsten, gerichtet. Das zeigt sich darin, daß dieser Gesetzlose versucht, sich über alles, was als Gott verehrt wird, zu erheben. Er versucht sogar, die Stellung des wahren Gottes in dessen geistigem Tempel einzunehmen. Dieser Gesetzlose möchte selbst angebetet und verehrt werden und schiebt Gottes Wort, die Bibel, zugunsten religiöser Traditionen und heidnischer Lehren beiseite. Er ist voll religiösen Betruges und ein williges Werkzeug Satans, des Teufels, des Urlügners. Dieser Gesetzlose wurde bis zum Tod der zwölf treuen Apostel zurückgehalten. Danach konnte er sich leichter in den Vordergrund drängen und die Macht über die vorgeblichen Christen erlangen.
31. (a) Warum ist der Name „Sohn der Vernichtung“ für ihn passend? (b) Warum sollte es uns nicht befremden, daß die Geistlichkeit der Christenheit die Königreichsbotschaft bekämpft?
31 Während seiner Gegenwart in seinem himmlischen Königreich wird der Herr Jesus diesen Gesetzlosen jedoch beseitigen und zunichte machen. Er wird ihn endgültig vernichten; darum wird dieser Gesetzlose „der Sohn der Vernichtung“ genannt. Alle, die in den vergangenen Jahrhunderten zu diesem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ gehört haben, sind bei ihrem Tod gerichtet und dazu verurteilt worden, in die Gehenna zu kommen. Sie werden ebensowenig auferstehen wie jener andere „Sohn der Vernichtung“, Judas Iskariot. Sie haben keine Liebe zu der zur Rettung führenden Wahrheit. Sie schenken deshalb der Lüge Glauben und verbreiten hartnäckig Irrtum. Es sollte uns daher nicht befremden, daß die Geistlichkeit der Christenheit die Botschaft von Gottes messianischem Königreich bekämpft und ihre Boten verfolgt. Wenn. Babylon die Große für immer vernichtet sein wird, dann wird auch das „Gericht der Gehenna“ an diesem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ vollzogen worden sein.
„JENER ÜBELGESINNTE SKLAVE“
32. Welche andere Gruppe angeblicher Christen wird gemäß Jesu Gleichnis von den Knechten, das wir in Matthäus 24:45-51 lesen, zur Vernichtung verurteilt?
32 Eine weitere Gruppe angeblicher Christen, über die dasselbe Urteil gefällt wird wie über den „Menschen der Gesetzlosigkeit“, wird von Jesus prophetisch als der „böse Knecht“ oder der „übelgesinnte Sklave“ bezeichnet. (Matth. 24:48-51, Lu; NW; Luk. 12:45, 46) Es handelt sich dabei um Gott hingegebene, getaufte Christen, die von Gottes Geist zu einer himmlischen Hoffnung gezeugt wurden und mit der Versammlung treuer Christen, die Jesus den „treuen und klugen Knecht“ oder „treuen und verständigen Sklaven“ nannte, verbunden waren. (Matth. 24:45-47, Lu; NW) Die als „übelgesinnter Sklave“ bezeichnete Klasse lehnt sich jedoch auf und sucht das ihr vom Herrn anvertraute Gut nach eigenem Gutdünken zu verwalten. Sie dient sich selbst, indem sie ihre fleischlichen Begierden zu befriedigen sucht, und mißhandelt jene, die zur Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ gehören.
33. (a) Warum sind die zur Klasse des „übelgesinnten Sklaven“ gehörenden Christen noch tadelnswürdiger als die Heuchler außerhalb des Hauses des Herrn? (b) Welche anderen von Jesus in Gleichnissen veranschaulichten Klassen gehören ebenfalls zu diesem „Sklaven“?
33 Der Herr Jesus Christus ertappt den „übelgesinnten Sklaven“ bei seiner schlechten Handlungsweise. Er bestraft ihn „mit der größten Strenge“, jagt ihn aus seinem Haus und verweist ihn an den Ort, an den diese Klasse gehört, dahin, wo sich die religiösen Heuchler befinden. Da die Christen, die die Klasse des „bösen Sklaven“ bilden, einst zu den echten Hausgenossen des Herrn gehörten, denen der Herr seine wertvollen Dinge anvertraut hatte, sind sie noch tadelnswürdiger als jene Heuchler außerhalb des Hauses. Sie haben sich wie Judas Iskariot, der den Herrn Jesus Christus verriet, ebenfalls des Verrats an ihren treuen christlichen Brüdern schuldig gemacht. Sie werden ebensowenig auferstehen wie Judas. Zu dieser Klasse des „übelgesinnten Sklaven“ gehört auch der „böse und träge Sklave“, der nach dem Gleichnis Jesu (Matth. 25:15, 16, 22-30) von seinem Herrn das eine Talent erhielt, sowie der „böse Sklave“, der nach der Beschreibung Jesu mit der einen Mine seines Herrn nicht handeln wollte. (Luk. 19:13, 20-27) Die Bibel macht diesen Menschen keine Hoffnung auf eine Auferstehung zu himmlischem Leben.
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Zweiter TeilDer Wachtturm 1965 | 15. Mai
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Zweiter Teil
1, 2. (a) Welche untreuen Christen erwähnte Paulus gemäß 1. Timotheus 1:18-20? (b) Welche Gelegenheit hatten sie sich verscherzt?
SCHON in den Tagen des Apostels Paulus gab es Gott hingegebene Christen, die sich die Gelegenheit, Teilhaber einer geistigen Auferstehung zu werden und mit dem Herrn Jesus Christus in himmlischer Herrlichkeit zu herrschen, verscherzten. Folgende Worte, die Paulus an Timotheus schrieb, zeigen, wie das geschah:
2 „Diesen Auftrag vertraue ich dir an, Kind, Timotheus, gemäß den Voraussagen, die direkt zu dir hingeführt haben, damit du durch diese den vortrefflichen Kriegszug fortsetzest, indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst, das einige von sich geworfen und an ihrem Glauben Schiffbruch erlitten haben. Zu diesen gehören Hymenäus und Alexander, und ich habe sie dem Satan übergeben, damit sie durch Züchtigung gelehrt werden, nicht zu lästern.“ — 1. Tim. 1:18-20; siehe auch Elberfelder Bibel.
3, 4. (a) Warum heißt das nicht, daß die Wiederaufnahme dieser beiden Männer in die Versammlung erwartet worden wäre? (b) Wer wurde also in diesem Zusammenhang in Zucht genommen?
3 Das heißt nicht, daß sich Hymenäus und Alexander schließlich hätten belehren lassen und sie nicht mehr gelästert hätten, ja, daß sie wieder in die Versammlung aufgenommen und aus den Klauen Satans gerettet worden wären. Das war kaum möglich, da diese beiden Gott hingegebenen, getauften Christen den christlichen Glauben und ein gutes Gewissen von sich geworfen und an ihrem Glauben Schiffbruch erlitten, das heißt ihn verloren hatten, wie wenn er im tosenden Meer untergegangen wäre.
4 Nicht diese beiden Männer lernten etwas aus der Züchtigung, die ihr Ausschluß aus der treuen Christenversammlung mit sich brachte, sondern die geliebte treue Versammlung. Sie lernte dadurch, diese beiden Männer, die geistig Schiffbruch erlitten hatten, zu meiden, nichts mehr mit ihnen zu tun zu haben und sie vollständig dem Satan zu überlassen, dem der Apostel Paulus sie kraft seiner Autorität übergeben hatte. Der Ausschluß dieser beiden Männer, die den Glauben und ein gutes Gewissen verloren hatten, lehrte die treuen Glieder der Versammlung, sich davor zu hüten, so zu handeln wie Hymenäus und Alexander. Sie sollten ihr christliches Leben nicht auf dieselbe Weise ruinieren, sonst würden sie ebenfalls ausgestoßen und dem Satan übergeben.
5, 6. (a) Worin fehlte Hymenäus gemäß 2. Timotheus 2:16-19? (b) Warum mußte die Versammlung Hymenäus und Philetus meiden, und in welchem Sinne lehrten diese, die Auferstehung sei bereits geschehen?
5 Der Apostel Paulus gibt uns in seinem zweiten Brief an Timotheus weiteren Aufschluß über Hymenäus und zeigt, worin dieser fehlte. Er schreibt: „Meide aber leere Reden, die verletzen, was heilig ist; denn sie werden immer mehr zur Gottlosigkeit voranschreiten, und ihr Wort wird sich ausbreiten wie der Brand (Gangrän). Hymenäus und Philetus gehören zu diesen Leuten. Gerade diese Männer sind von der Wahrheit abgewichen, indem sie sagen, die Auferstehung sei bereits geschehen; und sie untergraben den Glauben einiger. Doch die feste Grundlage Gottes bleibt bestehen und hat dieses Siegel: ‚Jehova kennt jene, die ihm gehören‘, und: ‚Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit.‘“ — 2. Tim. 2:16-19.
6 Hymenäus und Philetus gehörten nicht mehr Jehova, sondern waren durch die Ausschließung aus Jehovas Christenversammlung dem Satan übergeben worden. Die treuen Christen waren als „Volk für seinen Namen“ nach Jehovas Namen genannt und nannten diesen göttlichen Namen in ihren Zusammenkünften der Versammlung und auch bei ihrer öffentlichen Predigttätigkeit. (Apg. 15:14-18) Aus diesem Grunde mußten sie treulose Christen, die so ausgesprochen ungerecht waren wie Hymenäus und Philetus, meiden. Diese untreuen Männer hatten ihre eigenen Ansichten über die Auferstehung. Sie lehrten, die „Auferstehung sei [damals] bereits geschehen“, indem sie offenbar den Gedanken verbreiteten, die Auferstehung sei lediglich eine geistige, symbolische Auferweckung, die die Gott hingegebenen Christen bereits erfahren hätten; eine weitere Auferstehung unter dem künftigen messianischen Königreich Gottes sei daher nicht zu erwarten.
7. Was wurde bei ihrem Tod an ihnen vollstreckt, und warum?
7 Durch diese Lehren über die Auferstehung hatten Hymenäus und Philetus bereits den Glauben einiger Glieder der Versammlung untergraben. Ob sie in diesem Zusammenhang auch die heidnische griechische Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele lehrten, sagt Paulus nicht. Diese beiden gewissenlosen Verderber des Glaubens treuer Christen sündigten willentlich, nachdem sie sogar in Verbindung mit dem Apostel Paulus zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit gelangt waren. Als sie daher starben, wurde das „Gericht der Gehenna“ an ihnen vollstreckt. Sie werden nicht auferstehen.
8, 9. Was hebt Paulus in seinem ersten Brief an Timotheus (1Ti 6:9, 10, 20, 21) besonders hervor?
8 Christen, die sich dazu verleiten lassen, irdischen Reichtum aufzuhäufen und sich ein umfangreiches weltliches Wissen oder eine Menge „wissenschaftliche“ Kenntnisse anzueignen, gefährden ihre Aussicht auf eine Auferstehung und auf ein Leben in dem bevorstehenden gerechten System der Dinge. Wir werden weder durch Reichtum noch durch „wissenschaftliche“ Kenntnisse gerettet, sondern durch den wahren, christlichen Glauben.
9 Diesen Gedanken hebt der Apostel Paulus in den abschließenden Worten seines ersten Briefes an Timotheus besonders hervor, wenn er schreibt: „Jene aber, die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, die die Menschen in Vernichtung und Untergang stürzen. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel aller Arten schädigender Dinge, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt. O Timotheus, behüte, was als anvertrautes Gut bei dir hinterlegt ist, indem du dich von den leeren Reden [eines Hymenäus und Philetus] abwendest, die verletzen, was heilig ist, und von den widersprechenden Behauptungen der fälschlich so genannten ‚Erkenntnis‘. Denn indem einige eine solche Erkenntnis zur Schau gestellt haben, sind sie vom Glauben abgewichen.“ — 1. Tim. 6:9, 10, 20, 21.
10. (a) Wieso schaden sich jene, die die „fälschlich so genannte ‚Erkenntnis‘“ zur Schau stellen? (b) Wozu sind wir deshalb entschlossen?
10 Christen, die gern reich sein möchten, geben Begierden nach „die die Menschen in Vernichtung und Untergang stürzen“. Christen, die nach der den Unglauben fördernden „Erkenntnis“ dieser Welt streben, stellen dann diese Erkenntnis wegen der Ehre oder wegen weltlicher Vorteile zur Schau, weichen aber vom christlichen Glauben ab. Weder irdischer Reichtum noch weltliche „Erkenntnis“ bildet für Gott eine Grundlage, auf der er diese Christen durch Jesus Christus von den Toten auferwecken würde. Sie werden beim Tod, bildlich gesprochen, in die Gehenna geschleudert. (Mark. 9:43-47) Wir dagegen sind entschlossen, sie nicht nachzuahmen. Wir behalten die Worte nach Hebräer 10:38, 39 im Sinn: „‚Mein Gerechter aber wird zufolge des Glaubens leben‘, und ‚wenn er zurückweicht, so hat meine Seele kein Gefallen an ihm‘. Wir nun sind nicht von denen, die zur Vernichtung zurückweichen, sondern von denen, die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele.“
WAS GESCHIEHT MIT UNGLÄUBIGEN EHEPARTNERN?
11, 12. (a) Welche Frage erhebt sich im Hinblick auf Ungläubige, die mit einem Gott hingegebenen vom Geiste gezeugten Christen verheiratet sind? (b) Was sagte Paulus gemäß 1. Korinther 7:10-16 über dieses Verhältnis?
11 Seit den Tagen Jesu Christi haben viele Menschen gelebt, die mit Gott hingegebenen, getauften und von Gott durch seinen Geist zu einem himmlischen Erbe gezeugten Christen eng verbunden waren, die sich aber nicht in dem Maße beeinflussen ließen, daß sie ebenfalls solche Christen geworden wären. Einige dieser Personen waren (oder sind noch) die Ehemänner oder Ehefrauen geheiligter Christen. Andere haben Gott hingegebene vom Geiste gezeugte christliche Eltern (oder wenigstens einen solchen Vater oder eine solche Mutter). Werden solche Ungläubige auferstehen? Paulus schrieb über solche Personen:
12 „Den Verheirateten gebe ich Anweisung ... ja ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie dennoch einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so verlasse er sie nicht; und eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, der dennoch einverstanden ist, bei ihr zu wohnen, verlasse ihren Mann nicht. Denn der ungläubige Ehemann ist in Verbindung mit seiner Frau geheiligt, und die ungläubige Ehefrau ist in Verbindung mit dem Bruder geheiligt; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig. Wenn aber der Ungläubige dann weggeht, so mag er weggehen; ein Bruder oder eine Schwester ist unter solchen Umständen nicht sklavisch gebunden, sondern Gott hat euch zum Frieden berufen. Denn wie kannst du, Frau, wissen, daß du deinen Mann nicht retten wirst? Oder wie kannst du, Mann, wissen, daß du deine Frau nicht retten wirst?“ — 1. Kor. 7:10-16.
13. Durch welche Worte zeigte der Apostel Petrus (1. Petr. 3:1-4), daß er mit diesem Rat übereinstimmte?
13 Der Apostel Petrus stimmt hiermit überein, wenn er schreibt: „Ebenso ihr Ehefrauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind. Und euer Schmuck bestehe nicht im äußerlichen Flechten der Haare und im Anlegen goldener Schmucksachen oder im Tragen äußerer Kleider, sondern er sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, die in den Augen Gottes von großem Werte ist.“ — 1. Petr. 3:1-4.
14. Zu welchen Fragen gibt der Tod eines solchen ungläubigen Ehepartners Anlaß, und welche Frage ist in diesem Zusammenhang berechtigt?
14 Ist der ungläubige Ehepartner eines treuen, auf ein himmlisches Erbe hoffenden Christen für immer verloren, wenn er als Ungläubiger stirbt? Verfällt er beim Tod dem „Gericht der Gehenna“, und wird ihm keine Auferstehung zuteil, die ihm die Gelegenheit gibt, unter Gottes Königreich ewig auf einer paradiesischen Erde zu leben? In diesem Zusammenhang ist die Frage berechtigt: Wie lange lebte der Ungläubige mit dem Gläubigen zusammen, und wie treu und vorbildlich handelte der Gläubige als Zeuge für den wahren, christlichen Glauben?
15. Was könnten wir gestützt auf Erfahrung und Beobachtung im Hinblick auf den Ungläubigen fragen?
15 Erfahrung und Beobachtung zeigen, daß manche Menschen mit einer bestimmten Vergangenheit länger brauchen als andere, bis sie genügend beeindruckt sind, um richtig zu handeln. Hat der Ungläubige also lange genug mit dem Gläubigen zusammengelebt, um die Erfahrungen zu sammeln, die er für sein Teil benötigte? Beweist sein Unglaube, an dem er vor seinem Tod einige Jahre festhielt, daß er auch nicht gläubig geworden wäre und sich Gott auch nicht hingegeben hätte, wenn er länger mit dem Gläubigen zusammengelebt hätte? Hat er, wenn er von seinem gläubigen Gefährten scheidet, seine beste Gelegenheit, Rettung zu erlangen, gehabt?
16. Schlug der Ungläubige durch seine Handlungsweise den in 2. Petrus 2:21, 22 beschriebenen Lauf ein?
16 Obgleich der Betreffende an seinem Unglauben festhielt, ging er doch nicht soweit wie jene, die in 2. Petrus 2:21, 22 wie folgt beschrieben werden: „Es wäre für sie besser gewesen, den Pfad der Gerechtigkeit nicht genau erkannt zu haben, als sich, nachdem sie ihn genau erkannt hatten, von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot abzuwenden. Es ist ihnen widerfahren, wie das wahre Sprichwort sagt: ‚Der Hund ist zum eigenen Gespei zurückgekehrt und die gebadete Sau zum Wälzen im Schlamm.‘“ Gibt es für ihn also, wenn er als Ungläubiger aus dem Leben mit dem Gläubigen scheidet, keine Hoffnung auf ein künftiges Leben mehr? Wer ist in diesem Fall der Richter? Auf wessen Urteil kommt es an?
17. (a) An wen schrieben diese Apostel ihre Briefe, die die Ratschläge für Eheleute enthielten? (b) Auf welche Rettung bezog sich Paulus, als er von der Rettung eines Ehegefährten sprach?
17 Wir dürfen nicht vergessen, daß die Apostel an die „Versammlung Gottes“, an geistiggesinnte Christen schrieben, an „die in Gemeinschaft mit Christus Jesus Geheiligten“, denen „eine neue Geburt zu einer lebendigen Hoffnung gegeben [wurde] durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unverweslichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe“, das „in den Himmeln aufbehalten“ ist. (1. Kor. 1:1, 2; 1. Petr. 1:3, 4) Diese Schriften wurden im ersten Jahrhundert abgefaßt. Gott nahm damals aus den heidnischen Nationen ein Volk für seinen Namen heraus, um es zu der Versammlung der 144 000 christlichen Zeugen zu machen, die Christi Miterben in seinen himmlischen Königreich werden sollten. (Apg. 15:14) Als Paulus daher fragte: „Wie kannst du, Frau, wissen, daß du deinen Mann nicht retten wirst? Oder wie kannst du, Mann, wissen, daß du deine Frau nicht retten wirst?“, bezog er sich sehr wahrscheinlich auf die Rettung zu himmlischem Leben in Gemeinschaft mit Jesus Christus.
18. (a) Besteht für einen Ungläubigen, der als Ehegefährte eines solchen Christen stirbt, keine andere Möglichkeit, gerettet zu werden? (b) Wann begann der vortreffliche Hirte mit der Berufung der „anderen Schafe“?
18 Paulus sprach in diesem Falle gewiß nicht von der Rettung zu vollkommenem menschlichem Leben auf unserer unter Gottes himmlischem Königreich zu einem einzigen Paradies umgewandelten Erde. Man könnte daher mit Recht fragen: Wird der Ungläubige, wenn ihn sein gläubiger Ehegefährte nicht dazu bewegen konnte, die einzige Rettung anzunehmen, zu der Gott damals Menschen aus den Nationen berief, keine Gelegenheit mehr erhalten, an der irdischen Rettung, die den Menschen im allgemeinen unter Gottes Königreich in Aussicht steht, teilzuhaben? Diese Frage mit Ja zu beantworten hieße, von dem Ungläubigen, der starb, ohne die himmlische Berufung anzunehmen, zu sagen, er sei nicht würdig, unter Gottes Königreich auferweckt zu werden und die Gelegenheit zu erhalten, Leben auf der Erde zu erlangen. Jesus Christus, der vortreffliche Hirte, hat jedoch erst vor kurzem begonnen, seine „anderen Schafe“, die auf der Erde ewig zu leben hoffen, herauszurufen und einzusammeln. — Joh. 10:16.
19. (a) Ist die Rettung der „anderen Schafe“ eine Art Sicherheitsnetz für die untreuen vom Geiste gezeugten Christen? (b) Auf was ist die Rettung der „anderen Schafe“ zurückzuführen?
19 Die inspirierte Heilige Schrift zeigt, daß sich Gott vorgenommen hat, die „anderen Schafe“ — für die er die ewige Rettung zu einem Leben auf der paradiesischen Erde unter dem Königreich seines geliebten Sohnes vorgesehen hat — zu einer bestimmten Zeit einzusammeln. Gottes Vorkehrung für diese „anderen Schafe“ ist nicht eine Art Sicherheitsnetz, das alle jene auffängt, die er zu dem himmlischen Erbe berufen hat, die aber dann die Bedingungen nicht erfüllen, das heißt die nicht bis zum Tod den Lauf eines treuen Christen verfolgen. Christen, denen das himmlische Erbe in Aussicht steht, müssen sich als würdig erweisen, es anzutreten, sonst büßen sie jede andere Aussicht auf Leben ein und werden nirgends und in keiner anderen Form ewiges Leben erlangen. Nein, die Vorkehrung, die Gott durch Christus für die „anderen Schafe“ getroffen hat, ist etwas, was er ausschließlich für die überwiegende Mehrheit des Menschengeschlechts vorgesehen hat. Sie ist wie die himmlische Berufung der 144 000 Miterben Christi auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi zurückzuführen.
20. Wann begann, wie die Tatsachen zeigen, die Einsammlung der „großen Volksmenge“ oder der „anderen Schafe“?
20 Wie die Tatsachen zeigen, begann die Einsammlung der „großen Volksmenge“ oder der „anderen Schafe“ nicht vor dem Jahre 1931 n. Chr., das heißt besonders im Jahre 1935 n. Chr. — Hes. 9:4; Offb. 7:9-17; siehe Der Wachtturm vom 15. September 1934, Seite 282, Abschnitte 31 bis 34, ferner vom 15. Februar 1935, Seite 63, oben.
21. Bei der Beantwortung welcher Fragen müssen diese Tatsachen berücksichtigt werden?
21 Diese Tatsachen müssen wir berücksichtigen, wenn wir die Fragen beantworten wollen, die aufgrund der Ratschläge entstehen mögen, die Paulus nach 1. Korinther 7:10-16 im Hinblick auf ungläubige Ehepartner und auch im Hinblick auf Kinder gab, die, obwohl sie während ihrer Kindheit durch gläubige Eltern „geheiligt“ sind, nicht gläubig werden. Das Gericht bleibt Gott überlassen, der die Menschen zu der einen oder anderen Hoffnung beruft. — Röm. 9:14-16.
WAS GESCHIEHT MIT UNSERER GENERATION?
22. Welcher Zeitabschnitt begann 1914 n. Chr., und welche Ereignisse kennzeichneten dessen Beginn und erfüllten zugleich die Prophezeiung Jesu?
22 Nach der biblischen Zeitrechnung begann die „Zeit des Endes“ für das gegenwärtige System der Dinge im Jahre 1914 oder vor einundfünfzig Jahren. In jenem Jahr, das von Jehova Gott vorherbestimmt worden war, brach der Erste Weltkrieg aus. Darauf folgten, wie Jesus Christus es im Jahre 33 n. Chr. vorhergesagt hatte, Lebensmittelknappheiten, Seuchen und Erdbeben. All das war für die Menschenwelt ein Anfang der Bedrängniswehen. (Dan. 11:35; 12:4; Matth. 24:3, 7, 8; Luk. 21:10, 11) Als 1918/19 die Influenza rund um die Erde wütete, starben an dieser Seuche 20 Millionen Menschen, das heißt mehr als in den vier Jahren des Ersten Weltkrieges getötet wurden.
23. Wie werden in Offenbarung 6:1-6 der neueingesetzte König, der Weltkrieg und der Hunger dargestellt?
23 In Offenbarung 6:1-8 lesen wir, wie der verherrlichte Jesus Christus die Erscheinungen, die den Beginn der „Zeit des Endes“ (1914 n. Chr.) kennzeichnen sollten, prophetisch veranschaulichte. In dieser Vision, die der Apostel Johannes hatte, wird der neueingesetzte König, Jesus Christus, als ein gekrönter und mit einem Bogen ausgerüsteter Reiter auf einem weißen Pferd dargestellt, der auszieht, um zu siegen. Der Weltkrieg wird als ein mit einem großen Schwert ausgerüsteter, auf einem feuerfarbenen Pferd sitzender Reiter dargestellt, der den Frieden von der Erde wegnimmt. Hunger und Lebensmittelknappheit werden durch einen Reiter auf einem schwarzen Pferd veranschaulicht, der eine Waage in seiner Hand hält, um damit Nahrungsmittel nach Maß auszuteilen.
24. Wie wird in Offenbarung 6:7, 8 die tödliche Seuche dargestellt?
24 Die tödliche Seuche wird wie folgt veranschaulicht: „Ich sah, und siehe, ein fahles Pferd; und der auf ihm Sitzende hatte den Namen Tod. Und der Hades folgte dicht hinter ihm. Und es wurde ihm Gewalt über den vierten Teil der Erde gegeben, um mit einem langen Schwert und mit Lebensmittelknappheit und mit tödlichen Plagen und durch die wilden Tiere der Erde zu töten.“ — Offb. 6:7, 8.
25. (a) Wohin kamen demnach alle, die auf diese Weise vom Anfang der gegenwärtigen „Zeit des Endes“ an starben? (b) Wo wird unsere Frage über die Auferstehung solcher Personen beantwortet?
25 Es erhebt sich nun die Frage: Werden Menschen, die auf diese Weise in der gegenwärtigen „Zeit des Endes“ noch vor der Vernichtung Groß-Babylons und der Schlacht von Harmagedon sterben, durch Gottes Macht von Christus später auferweckt werden? Die gleiche Vision des Johannes hilft uns diese Frage richtig zu beantworten. Beachten wir, daß das, was dem vierten Reiter, der den Namen Tod (nicht „zweiter Tod“) hatte, folgte, nicht als Gehenna, sondern als Hades bezeichnet wird. Das zeigt, daß alle, die vom Anfang der „Zeit des Endes“ an als Opfer dieser Erscheinungen starben, in den Hades, das heißt in das allgemeine Grab der im Staub der Erde ruhenden Menschen, kamen. Viele starben auch auf dem Meer, aber das wird in dieser prophetischen Vision nicht in Betracht gezogen. Unsere Frage, ob Personen, die in dieser „Zeit des Endes“ sterben, auferstehen werden, wird durch Offenbarung 20:13 unmißverständlich beantwortet. Wir lesen dort über Menschen, die nicht zu den 144 000 Erben des himmlischen Königreiches Gottes gehören: „Und das Meer gab diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als einzelne gerichtet gemäß ihren Taten.“
26. Welche Klasse, von der in dieser „Zeit des Endes“ schon einige gestorben sind, gehört nicht zu den in Offenbarung 20:13 Erwähnten?
26 Natürlich starben in dieser „Zeit des Endes“, seit 1914, auch viele vorgebliche Christen, die zum himmlischen Königreich berufen worden waren, dann aber untreu wurden und deshalb ihr himmlisches Erbe nicht antreten konnten. Sie gehören nicht zu denen, die das Meer, der Tod und der Hades herausgeben werden. (Offb. 20:13) Alle, die auf diese Weise die Teilhaberschaft am himmlischen Erbe einbüßen, gehören zu den Gott hingegebenen, getauften Christen, die durch den „übelgesinnten Sklaven“ dargestellt wurden oder durch den „bösen und trägen Sklaven“, der das eine Talent nicht nutzte und der in Matthäus 24:48-51 und 25:18, 24-30 vorhergesagt wurde. Diese untreuen Nachfolger Jesu Christi kommen beim Tod in die symbolische Gehenna, in der Gott, der Allmächtige, sowohl Leib als Seele vernichtet. (Matth. 10:28) Sie werden also nicht auferstehen, wenn das Meer, der Tod und der Hades unter Gottes Königreich die irdischen Toten, die in ihnen sind, herausgeben.
BEI DER VOLLSTRECKUNG DES GÖTTLICHEN URTEILS
27. Wann und wie wird Babylon die Große hingerichtet, und was geschieht mit denen, die mit ihr hingerichtet werden?
27 Am Abschluß der „Zeit des Endes“ wird Jehova Gott durch seinen Reiter auf dem weißen Pferd jedoch damit beginnen, sein Strafurteil an den Nationen und Völkern zu vollstrecken. Babylon die Große wird vernichtet, und dann wird der „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, oder Harmagedon, ausgefochten. (Offb. 16:13-16; 17:1-6, 14) Jehova Gott wird die politischen Mächte der Erde veranlassen, sich gegen Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, zu wenden. Auf diese Weise wird sich Offenbarung 17:16 erfüllen: „Und die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen.“ Das bedeutet, daß sie für immer vernichtet, also nie mehr auferstehen oder wiederhergestellt werden wird. Alle religiösgesinnten Menschen, die dann mit ihr hingerichtet werden, werden wie sie für immer umkommen, weil sie sich weigerten, der göttlichen Aufforderung zu folgen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden, und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt.“ — Offb. 18:1-4.
28, 29. Wie werden nach Offenbarung 19:19-21 die Leichen der in Harmagedon fallenden Kämpfer beseitigt?
28 Daß alle, die in Harmagedon gegen Gottes gesalbten König der Könige kämpfen, nicht in einem mit einem Erinnerungsmal geschmückten Grab oder in einer Gedächtnisgruft beigesetzt werden, geht aus den Worten des Apostels Johannes hervor, der diese Schlacht folgendermaßen beschreibt:
29 „Und ich sah das wilde Tier [Satans erdumspannendes politisches System] und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt, und mit seinem Heere. Und das wilde Tier wurde gefaßt und mit ihm der falsche Prophet [der führende politische Sprecher, die anglo-amerikanische Weltmacht], der vor ihm die Zeichen tat, durch die er jene irreführte, welche das Kennzeichen des wilden Tieres empfingen, und jene, die seinem Bilde Anbetung darbrachten. Noch lebendig wurden sie beide [das wilde Tier und der falsche Prophet] in den Feuersee geschleudert, der mit Schwefel brennt. Die übrigen [die Könige der Erde, ihre Heere und ihre Dienerschaft, Freie und Sklaven] aber wurden mit dem langen Schwerte des auf dem Pferde Sitzenden [des Königs der Könige] getötet, welches Schwert aus seinem Munde hervorging. Und alle Vögel wurden von ihren Fleischteilen gesättigt [weil die Leichen dieser Toten unbegraben auf dem Schlachtfeld von Harmagedon zurückgelassen worden waren].“ — Offb. 19:19-21.
30. Was stellt das „lange Schwert“, das aus dem Munde des Königs hervorgeht, dar, und wohin kommen alle, die durch dieses Schwert hingerichtet werden?
30 Das „lange Schwert“, das aus dem Munde des Königs der Könige hervorgeht, stellt seine Autorität und Macht dar, den Befehl zur Hinrichtung aller Gegner zu erteilen. Könige, Militärbefehlshaber, berittene Soldaten, Freie, Sklaven, Kleine und Große, ja alle, die beim Beginn der Schlacht von Harmagedon zu dieser sündhaften Welt gehören, werden als Gegner des messianischen Königreiches Gottes hingerichtet. Kommen sie in den Hades oder Scheol hinab, wo sie mit dem alten Ägypten, Elam, Assyrien, Sidon und anderen vereinigt werden? Nein! Sie werden endgültig vernichtet, für immer aus dem Dasein ausgelöscht. — 2. Thess. 1:7-9.
31. Wie wird ihre endgültige Vernichtung dargestellt, und was wird ihnen deshalb nicht zuteil?
31 Ihre endgültige Vernichtung wird dadurch dargestellt, daß sie nicht begraben, sondern wie Dünger auf dem Schlachtfeld zurückgelassen werden, um wie verwesende Kadaver auf den Befehl des „in der Sonne“ stehenden Engels Gottes von Aasvögeln gefressen zu werden. (Offb. 19:17, 18) Um das blutige Festmahl dieser als Aasfresser dienenden Vögel zu veranschaulichen, wird von den Königen der Erde, ihren Heeren und ihrer Dienerschaft nicht gesagt, sie würden mit dem wilden Tier und dem falschen Propheten „in den Feuersee geschleudert, der mit Schwefel brennt“. Es wird aber auch nicht gesagt, der Hades oder Scheol nehme sie auf. Nein, es ergeht ihnen wie jenen Verbrechern, deren Leichen in die Gehenna geworfen wurden, wo sich die Maden an ihren Fleischteilen sättigten. (Mark. 9:43-48) Sie werden von Jehova Gott durch dessen Scharfrichter, Jesus Christus, in Harmagedon hingerichtet und gehören daher nicht zu denen, die von den Toten auferstehen.
Lobet Jehova! ... Loben will ich Jehova mein Leben lang, will Psalmen singen meinem Gott, solange ich bin. Vertrauet nicht auf Fürsten, auf einen Menschensohn, bei welchem keine Rettung ist! Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: an selbigem Tage gehen seine Pläne zu Grunde. Glückselig der, dessen Hilfe der Gott Jakobs, dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott ist! ... der Wahrheit hält auf ewig. — Ps. 146:1-6.
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