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  • Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung?
    Der Wachtturm 1982 | 1. Juli
    • Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung?

      Wir laden dich ein, die folgenden vier Artikel sorgfältig zu lesen. Sie zeigen, was gemäß der Bibel mit der Seele beim Tod, bei der Auferstehung, am Gerichtstag Gottes und in der abschließenden Drangsal geschieht, wobei das Königreich, das Thema des Wortes Gottes, berücksichtigt wird.

      ALLJÄHRLICH feiert über ein Viertel der Weltbevölkerung im März oder April das Osterfest, das als das „Fest der Auferstehung Christi“ bezeichnet wird. Das bedeutet also, daß die Millionen, die am Ostersonntag der Auferstehung Christi gedenken, eigentlich ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen, nach dem Tode auferweckt zu werden. Doch seltsamerweise glauben die meisten dieser Leute nicht, daß das Leben nach dem Tode von der Auferstehung abhängt, sondern sie glauben, daß es vom Weiterleben ihrer „unsterblichen Seele“ abhänge.

      Weitere Hunderte von Millionen, die das Osterfest nicht feiern, glauben auch, daß ihre Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode auf dem Weiterleben ihrer „Seele“ beruht, nicht auf der Auferstehung. Sie alle — Angehörige der Christenheit und andere — sind offensichtlich der Meinung, daß es nach der kurzen Lebensspanne auf der Erde noch etwas geben muß. Der Gedanke, daß der Mensch wie ein Tier lebt und stirbt, würde sie frustrieren. Ihr Sehnen nach einem künftigen Leben ist ganz natürlich. Wahrscheinlich hegst du ebenfalls dieses Verlangen. Aber wie ist ein Leben nach dem Tode möglich?

      Leben nach dem Tod — Wie?

      Die „heiligen Bücher“ verschiedener Religionen unterbreiten größtenteils zwei Lösungen für dieses Problem. Einige dieser Bücher sprechen vom automatischen Weiterleben der „Seele“ oder des „Geistes“ eines Verstorbenen. Die Bibel jedoch lehrt, daß die Toten durch eine Auferstehung zum Leben zurückgebracht werden (Heb. 11:17-19; Luk. 20:37, 38; Joh. 5:28, 29; 11:24).

      Es überrascht nicht, daß in orientalischen Religionen das automatische Weiterleben der „Seele“ oder des „Geistes“ gelehrt wird, denn zuverlässige Geschichtsberichte zeigen, daß dieser Glaube aus dem Osten stammt. Die alten Babylonier glaubten an eine von den Seelen der Verstorbenen bevölkerte Unterwelt, über die der Gott Nergal und die Göttin Ereschkigal herrschten. Die alten Ägypter glaubten ebenfalls an die Unsterblichkeit der Seele und hatten ihre eigene „Unterwelt“. Sie verehrten Osiris als „Totengott“. Wie die Ägypter glaubten auch die alten Perser an ein „Wiegen der Seelen“ nach dem Tod. Viele griechische Philosophen übernahmen diese orientalische Vorstellung von einer unsterblichen Seele; von Platon wurde sie im vierten Jahrhundert v. u. Z. schließlich definiert.

      Das Überraschende ist allerdings, daß der Judaismus und die Religionsorganisationen der Christenheit den Gedanken übernommen haben, künftiges Leben hänge von einer unsterblichen Seele ab. Dabei handelt es sich ganz einfach nicht um eine biblische Lehre, was auch aus dem Werk The Concise Jewish Encyclopedia (1980) hervorgeht: „Eine Lehre von der Unsterblichkeit der Seele wird weder in der Bibel erwähnt, noch taucht sie in frühen rabbinischen Schriften [der Juden] auf. ... Die Vorstellung, ein Teil der menschlichen Persönlichkeit sei ewig und unzerstörbar, wurde schließlich der rabbinischen Lehre einverleibt und im späteren Judaismus fast allgemein anerkannt.“

      Die Theologen der Christenheit folgten dem Beispiel der jüdischen Rabbiner und übernahmen die babylonische, ägyptische, persische und griechische Vorstellung von einer dem Menschen innewohnenden unsterblichen Seele. Da jedoch die Kirchen der Christenheit vorgeben, die Bibel zu akzeptieren, brachten sie sich durch die Annahme dieser nichtchristlichen Lehre selbst in ein großes Dilemma: Wie können die Kirchen an der biblischen Lehre von der Auferstehung festhalten und gleichzeitig die Lehre vertreten, man lebe durch eine unsterbliche Seele nach dem Tode weiter?

      Wie winden sich die Kirchen der Christenheit aus diesem Dilemma heraus? Das zeigt die Catholic Encyclopedia, wenn sie schreibt: „Das 4. Laterankonzil lehrt, daß alle Menschen, ob Auserwählte oder Verdammte, ,mit ihren eigenen Leibern, die sie jetzt mit sich herumtragen, wieder aufstehen werden‘. In der Sprache der Glaubensbekenntnisse wird diese Rückkehr zum Leben Auferstehung des Leibes genannt“ (Kursivschrift von uns). Mit anderen Worten: Man behauptet, daß bei der Auferstehung eine unsterbliche Seele lediglich wieder mit einem Fleischesleib bekleidet wird. Doch die Bibel lehrt das nicht.

      Die wahre Auferstehungshoffnung

      Viele Bibelgelehrte geben zu, daß die Lehre von der angeborenen Unsterblichkeit und der „Auferstehung des Leibes“ nicht in der Bibel vertreten wird. Georges Auzou, katholischer Professor der Bibelwissenschaft (Frankreich), schreibt: „In der Bibel werden ,Seele‘ und ,Leib‘ nicht als getrennt gedacht.“ „Das Neue Testament spricht nicht von der ,Auferstehung des Fleisches‘, sondern von der ,Auferstehung der Toten‘.“

      Auch der protestantische Professor Oscar Cullmann (Frankreich) erwähnt in seinem Buch Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung der Toten? „den radikalen Unterschied zwischen der griechischen Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und der christlichen Lehre von der Auferstehung“ und sagt: „Die Tatsache, daß das Christentum später die beiden Auffassungen miteinander verbunden hat und daß der heutige Durchschnittschrist sie nicht mehr auseinanderhalten kann, hat mich um so weniger dazu verleiten können, das zu verheimlichen, was ich mit der überwiegenden Mehrheit der Exegeten als die Wahrheit betrachte.“ Nach seinen Worten ist der Glaube an die Auferstehung „das Zentrum der neutestamentlichen Hoffnung“ und die Auferstehung „ein neuer Schöpfungsakt Gottes ..., der nicht nur einen Teil des Menschen ins Leben zurückruft, sondern den ganzen Menschen, alles, ... was der Tod vernichtet hat“ (autorisierte deutsche Übertragung von Felix Christ).

      Ja, die wahre biblische Hoffnung auf künftiges Leben beruht nicht auf dem automatischen Weiterleben einer unsterblichen Seele, sondern auf der Auferstehung der Toten. Die Bibel erklärt ganz eindeutig, „daß es eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben wird“ (Apg. 24:15). Wie so viel religiöse Verwirrung über das „Jenseits“ entstand, wird im folgenden Artikel behandelt.

  • Auferstehung, Gerichtstag und Abfall
    Der Wachtturm 1982 | 1. Juli
    • Auferstehung, Gerichtstag und Abfall

      DIE katholische und die orthodoxe Kirche sowie die protestantischen Kirchen haben sich von den klaren biblischen Wahrheiten über den Zustand der Toten und die Hoffnung auf Leben nach dem Tod abgewandt. Sie bevorzugen den uralten schriftwidrigen Glauben an eine unsterbliche Seele. Wie wir gesehen haben, wurde diese aus Babylonien stammende Glaubenslehre von dem griechischen Philosophen Platon im vierten Jahrhundert v. u. Z. näher definiert.

      Die Theologen der Christenheit behaupten, daß jeder Mann, jede Frau und jedes Kind eine Seele hat, die beim Tode des Betreffenden den Körper verläßt. Um für diese Lehre „Platz zu schaffen“, haben sie Orte wie den Limbus oder die Vorhölle, das Fegefeuer und die Feuerhölle erfunden. Dahin kommen angeblich die entkörperten Seelen, die nicht für das „Paradies“ geeignet sind, das sich nach den Worten der Theologen im Himmel befindet.

      Außerdem behaupten die Kirchen, die Toten seien nicht wirklich tot, sondern ihre Seele lebe weiter. Sie können daher nicht die wahre biblische Lehre von der Auferstehung vertreten, die als „eine Rückkehr zum Leben“ definiert wird. Deswegen haben ihre Theologen die sogenannte Auferstehung des Leibes erfunden, indem sie behaupten, am Gerichtstag würden die Gerechten und die Bösen mit ihrer Seele wieder vereint, um entweder an der himmlischen Seligkeit teilzuhaben oder in die Feuerhölle verdammt zu werden. Und da sie glauben, diese „Seelen“ brauchten nicht bis zum Gerichtstag zu warten, um in den „Himmel“, die „Hölle“ oder in einen „Warteraum“ wie den „Limbus“ oder das „Fegefeuer“ zu kommen, haben Theologen der Christenheit die Lehre von zwei Gerichten erfunden. Das erste nennen sie „besonderes Gericht“; es soll stattfinden, wenn die „Seele“ angeblich beim Tod den Körper verläßt. Das zweite wird „allgemeines Gericht“ genannt und soll stattfinden, wenn der Leib „auferweckt“ wird und sich am Gerichtstag angeblich mit der „Seele“ verbindet.

      Die Auferstehung und der Abfall

      Alle diese erwähnten theologischen Erfindungen kamen deswegen zustande, weil sich die katholische Kirche — in bestimmten grundlegenden Zügen gefolgt von der orthodoxen Kirche und den protestantischen Kirchen — nicht an das hielt, was die Bibel über die Auferstehung, den Tod, die menschliche Seele und das Schlußgericht ausdrücklich lehrt.

      Der Abfall trat in dieser Hinsicht bereits sehr früh in der Geschichte des Christentums ein. Nur wenig mehr als 20 Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Christi schrieb der Apostel Paulus von Ephesus aus an die junge Christenversammlung in Korinth (Griechenland): „Wenn nun von Christus gepredigt wird, daß er von den Toten auferweckt worden ist, wie kommt es, daß einige unter euch [gesalbten Christen] sagen, es gebe keine Auferstehung der Toten?“ (1. Kor. 15:12).

      Vielleicht standen einige der Christen in Korinth, an die Paulus schrieb, immer noch unter dem Einfluß der griechischen Philosophie. Wenige Jahre zuvor hatte Paulus griechischen Philosophen in Athen „die gute Botschaft von Jesus und der Auferstehung“ verkündet. Als sie aber „von einer Auferstehung der Toten hörten, begannen einige zu spotten“ (Apg. 17:18, 32). Die Epikureer und die Stoiker hatten ihre eigenen Theorien über das aufgestellt, was nach dem Tod mit der Seele geschehe. Andere griechische Philosophen, die Anhänger des Sokrates und Platons waren, glaubten an die Unsterblichkeit der Seele. Keiner von ihnen glaubte an die in der Bibel gelehrte Auferstehung.

      Möglicherweise vertraten einige Christen in Korinth bereits die unbiblischen Ansichten über die Auferstehung, die der Apostel Paulus 10 Jahre später verurteilen mußte. Denken wir daran, daß Paulus an Timotheus, der damals wahrscheinlich in Ephesus war, warnend schrieb: „Meide ... leere Reden, die verletzen, was heilig ist; denn sie werden immer mehr zur Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort wird sich ausbreiten wie Gangrän. Hymenäus und Philetus gehören zu diesen. Gerade diese Männer sind von der Wahrheit abgewichen, indem sie sagen, die Auferstehung sei bereits geschehen; und sie untergraben den Glauben einiger“ (2. Tim. 2:16-18).

      Mit der Behauptung, „die Auferstehung sei bereits geschehen“, wollten diese Abtrünnigen nicht sagen, verstorbene Christen seien schon von den Toten auferweckt worden. Anscheinend glaubten sie, daß lebende Christen bereits eine Auferstehung erfahren hatten, und zwar eine rein symbolische, geistige. Sie leugneten eine künftige Auferstehung der Toten. Mit solchen Gedanken ‘untergruben sie den Glauben’ einiger, so daß der Apostel Paulus eindringlich vor diesen abtrünnigen Lehrern warnte.

      Der Abfall ‘verbreitet sich wie Gangrän’

      Der erwähnte Hymenäus war zweifellos derselbe wie der, von dem Paulus in seinem ersten Brief an Timotheus gesprochen hatte. Dieser Mann war zusammen mit einem gewissen Alexander aus der Christenversammlung ausgeschlossen worden, weil beide „an ihrem Glauben Schiffbruch erlitten“ hatten. Paulus ermunterte Timotheus, „den vortrefflichen Kriegszug“ gegen diese Abtrünnigen fortzusetzen (1. Tim. 1:18-20).

      Solange die Apostel noch am Leben waren, gaben sie durch ihren Kampf gegen den Abfall ein Beispiel. Doch als sie nicht mehr da waren und nicht mehr ‘als ein Hemmnis wirken’ konnten, bestätigten sich die Befürchtungen des Paulus, und das „Wort“ der Abtrünnigen ‘breitete sich aus wie Gangrän’ (2. Thes. 2:3-12; Apg. 20:29, 30).

      Die Vorstellung von einer rein symbolischen Auferstehung, die Hymenäus und Philetus in Ephesus vertraten, wurde später von den Gnostikern weiterentwickelt. Die Gnostiker (von dem griechischen Wort gnósis, „Erkenntnis“) verbanden im zweiten und zu Anfang des dritten Jahrhunderts u. Z. das abtrünnige Christentum mit griechischer Philosophie und orientalischem Mystizismus. Sie behaupteten, alle Materie sei böse und die Rettung komme durch mystische „Erkenntnis“ (gnósis) statt durch den Glauben an Christus, den Erlöser.

      Aber der Gnostizismus war nicht die einzige Form des Abfalls, der sich ‘wie Gangrän ausbreitete’. Bis zum vierten Jahrhundert war das von Christus und seinen treuen Aposteln und Jüngern gelehrte wahre Christentum schon durch andere Männer, die „von der Wahrheit abgewichen“ waren, verderbt worden. In dem Werk Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament wird folgendes zugegeben: „Im weiteren Verlauf der Kirchengeschichte sind in die Vorstellung vom Paradies viele außerbiblische Motive und Gedankenbilder aufgenommen worden.“ Weiter heißt es, daß „an die Stelle der nt. [neutestamentlichen] Eschatologie [die Lehre vom Endschicksal der Menschen und der Welt] mit ihrer Hoffnung auf die Auferstehung der Toten ... die spätantike Lehre von der Unsterblichkeit der Seele getreten ist“.

      Wie das Obige und der vorangegangene Artikel zeigen, entfernten sich die katholische und die orthodoxe Kirche durch die Leugnung der Realität des Todes und die Übernahme der heidnischen Vorstellung vom automatischen Weiterleben einer unsterblichen Seele immer weiter von der klaren biblischen Lehre von der Auferstehung und vom Gericht. Das führte zu dem Gott entehrenden Dogma vom Höllenfeuer und vom Fegefeuer und zu der unsinnigen Vorstellung, daß Fleischesleiber, die auferweckt werden, im Himmel umherschweben oder ewig in der „Hölle“ gequält werden.

      Die Ausbreitung des „Gangrän“ hörte jedoch damit nicht auf. In späteren Jahrhunderten fügten protestantische Reformatoren ihre eigenen unbiblischen Theorien über den Tod, die Auferstehung und das Schlußgericht hinzu. Größtenteils folgten sie dem katholischen Dogma von der angeborenen Unsterblichkeit der Seele, weshalb sie gezwungen waren, ebenfalls die Lehre von der „Auferstehung des Leibes“ anzunehmen. Viele protestantische Kirchen lehren auch das Höllenfeuer. Aber protestantische Theologen haben ebenfalls ihre Erfindungsgabe bewiesen, indem sie sich noch weitere schriftwidrige Lehren ausdachten. Einige calvinistisch-reformierte Kirchen lehren beispielsweise, Gott habe bestimmte Seelen zur Rettung und andere zur ewigen Verdammnis vorherbestimmt. Andere Protestanten glauben an die Allversöhnung, das heißt an die schließliche Rettung aller Seelen, selbst der Seelen der Bösen.

      An der biblischen Wahrheit festhalten

      Nachdem Paulus vor den schriftwidrigen Lehren gewarnt hatte, die Hymenäus und Philetus bezüglich der Auferstehung vertraten, fügte er hinzu: „Doch die feste Grundlage Gottes bleibt bestehen und hat dieses Siegel: ,Jehova kennt die, die ihm gehören‘“ (2. Tim. 2:19).

      Was wirst du tun, nachdem wir die geschichtliche Entwicklung der schriftwidrigen Anschauungen über die Seele, den Tod, die Auferstehung und das Schlußgericht betrachtet und festgestellt haben, welche Verwirrung heute über diese wichtigen Themen besteht? Ein aufrichtiger Christ wird mehr denn je von der Notwendigkeit überzeugt sein, sich in diesen Fragen an „die feste Grundlage Gottes“ zu halten, die in seinem Wort, der Bibel, aufgezeigt wird.

      Einige Christen, die zwar die klare biblische Lehre über die menschliche Seele, den Tod und die Auferstehung akzeptieren, mögen aber aus gefühlsmäßigen Gründen gewisse Auffassungen über das Schlußgericht vertreten, die Jehovas liebende Güte scheinbar verherrlichen, doch in Wirklichkeit seine Gerechtigkeit und sein Recht, die Bösen zu vernichten, in Frage stellen. Zur Klärung wird in den folgenden Artikeln untersucht, was die Bibel über die wahre Auferstehungshoffnung in Verbindung mit dem Königreich und dem Gerichtstag Gottes zu sagen hat. Wir ermuntern dich weiterzulesen.

      „Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kol. 2:8).

      [Kasten auf Seite 17]

      Was die Bibel über die Seele, den Tod, die Auferstehung und das Schlußgericht sagt

      Der Mensch hat keine Seele; er IST eine Seele (1. Kor. 15:45).

      Die Seele oder die ganze Person stirbt (Hes. 18:4).

      Der Tod ist ein Feind, kein Freund (1. Kor. 15:26).

      Leben nach dem Tode ist nur durch eine Auferstehung möglich (Joh. 5:28, 29).

      Der Lohn für Treue ist ewiges Leben (Joh. 10:27, 28).

      Die Strafe für willentliche Sünde ist nicht ewige Qual, sondern ewiger Tod (Röm. 6:23).

      [Kasten auf Seite 18]

      Eine offizielle Lehre der Kirchen der Christenheit

      Im Athanasianischen Glaubensbekenntnis, das von der katholischen Kirche, der anglikanischen Kirche und anderen protestantischen Kirchen offiziell anerkannt wird, heißt es: „Aufgefahren gen Himmel, sitzt Er [Jesus] zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters: von dannen Er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Bei seiner Ankunft werden alle Menschen in ihren eigenen Leibern auferstehen und über ihre Handlungen Rechenschaft geben müssen. Und welche Gutes getan haben, werden in das ewige Leben eingehen; die aber Böses getan, in das ewige Feuer.“

      [Kasten auf Seite 19]

      Eine kirchliche Ansicht über die Auferstehung

      „Kann man auch die allgemeine Auferstehung von der Vernunft her kaum beweisen, so läßt sich doch ihre Angemessenheit zeigen. (a) Da die Seele ein natürliches Verlangen nach dem Leib hat, erschiene ihre ständige Trennung vom Leib als unnatürlich. (b) Da der Leib an den Lastern und Tugenden der Seele teilgenommen hat, scheint es eine Forderung der göttlichen Gerechtigkeit zu sein, daß er auch an Strafe und Lohn der Seele teilhat. (c) Da die Seele getrennt vom Leib natürlich unvollkommen ist, scheint die Erfüllung ihres Glücks unter reichlicher Beigabe alles Guten die Auferstehung des Leibes zu fordern“ („Catholic Encyclopedia“).

  • Das Königreich und die Auferstehungshoffnung
    Der Wachtturm 1982 | 1. Juli
    • Das Königreich und die Auferstehungshoffnung

      „Ich gebiete dir feierlich vor Gott und Christus Jesus, der dazu bestimmt, ist die Lebenden und die Toten zu richten, und bei seinem Offenbarwerden und seinem Königreich ...“ (2. Tim. 4:1).

      1. Inwiefern ist die Auferstehungshoffnung angesichts der Anzahl Menschen, die je gelebt haben, von so großer Bedeutung, und welche Fragen steigen auf?

      GEMÄSS Schätzungen haben bis jetzt 14 bis 20 Milliarden Menschen auf der Erde gelebt. Ganz gleich, wie viele es wirklich gewesen sind, stehen doch zwei Tatsachen fest: 1. Jehova Gott kennt die genaue Zahl der Menschen, die bis jetzt gelebt haben, und er hat die Macht, jeden, den er auferwecken möchte, wieder zum Leben zurückzubringen. 2. Die unvergleichlich hohe Zahl von 4,4 Milliarden Menschen, die heute die Erde bevölkern, ist nur ein Bruchteil all derer, die bis jetzt gelebt haben. Somit steht unausweichlich fest, daß die meisten Menschen tot sind und ein künftiges Leben für sie von der Auferstehung abhängt. Warum sind sie aber gestorben? Und welche Hoffnung besteht für sie, je wieder zu leben?

      2. Was sagte Petrus über die Auferstehung Christi und darüber, welche Verbindung zwischen Christus und der Auferstehungshoffnung besteht?

      2 Im Jahre 36 u. Z. erklärte der Apostel Petrus: „Bestimmt merke ich, daß Gott nicht parteiisch ist, sondern daß ihm in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist. ... Diesen Einen [Jesus Christus] hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volke, sondern den von Gott zuvor bestimmten Zeugen, uns, die wir mit ihm aßen und tranken, nachdem er von den Toten auferstanden war. Auch befahl er uns, dem Volke zu predigen und ein gründliches Zeugnis davon abzulegen, daß dies der Eine ist, der von Gott dazu verordnet ist, Richter der Lebenden und der Toten zu sein. Ihn betreffend legen alle Propheten Zeugnis ab, daß jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden erlangt“ (Apg. 10:34-43).

      3. (a) Warum sind so viele Milliarden Menschen gestorben? (b) Erkläre, inwiefern Christi Tod und Auferstehung die Grundlage der Auferstehungshoffnung bilden.

      3 Ja, der Grund, weshalb so viele Milliarden Menschen ins Grab sanken, ist die von Adam, dem ersten Menschen, ererbte Sünde. „Wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt hineingekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat ... Durch die Verfehlung des e i n e n Menschen [hat] der Tod als König durch diesen einen regiert“ (Röm. 5:12, 17). Aber Christus starb und wurde „im Geiste lebendig gemacht“ (1. Pet. 3:18). Durch Glauben an sein vergossenes Blut kann „jeder“ der „Lebenden und der Toten“ „Vergebung der Sünden“ erlangen und von der tyrannischen Herrschaft des Königs Tod befreit werden. Aber die meisten Menschen müssen auferweckt werden, um diese Möglichkeit ergreifen zu können. Deshalb schreibt Paulus: „Da der Tod durch einen Menschen [Adam] gekommen ist, kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen [Jesus]“ (1. Kor. 15:21). Christus bestätigte dies, indem er zu Martha sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt“ (Joh. 11:25). Christi Tod und Auferstehung bilden die Grundlage der Auferstehungshoffnung.

      Die „erste Auferstehung“

      4, 5. (a) Was schrieb Johannes über die „erste Auferstehung“, und welche Macht und welches Amt erhalten diejenigen, die an dieser Auferstehung teilhaben? (b) Was sagte Jesus zu den 11 treuen Aposteln über ihr künftiges Amt?

      4 Die Bibel zeigt, daß Christus nicht allein der Richter „der Lebenden und der Toten“ sein wird. Der Apostel Johannes schrieb über eine Vision, die er unter Inspiration hatte: „Und ich sah Throne, und da waren solche, die sich darauf setzten, und es wurde ihnen Macht zu richten gegeben. Ja, ich sah die Seelen derer, die mit dem Beil hingerichtet worden waren wegen des Zeugnisses, das sie für Jesus abgelegt, und weil sie von Gott geredet hatten, und die, die weder das wilde Tier [Satans politische Organisation] noch sein Bild angebetet und die das Kennzeichen nicht auf ihre Stirn und auf ihre Hand empfangen hatten. Und sie kamen zum Leben und regierten als Könige mit dem Christus für tausend Jahre. Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“ (Offb. 20:4, 6).

      5 Zu den ersten dieser künftigen Könige und Richter, die als treue Zeugen Jesu und seines Vaters, Jehovas, starben, gehörten die 11 loyalen Apostel. Gemäß Lukas 22:28-30 sagte Jesus von ihnen, daß sie in seinem Königreich mit ihm auf Thronen sitzen würden, „um die zwölf Stämme Israels [die nichtpriesterlichen Stämme, die den Rest der Menschheit darstellen] zu richten“.

      6. Wie viele Mitrichter werden Christus unterstützen, wenn er die Lebenden und die Toten richtet, und welche Umwandlung erfahren sie bei ihrer Auferstehung?

      6 Andere Schriftstellen zeigen, daß dieses einzigartige Vorrecht — mit Christus in seinem Königreich als Könige und Richter zu dienen — auf eine „kleine Herde“ von 144 000 treuen Christen begrenzt ist, die „aus den Menschen“, „von der Erde erkauft worden sind“ (Luk. 12:32; Offb. 14:1-4). Diese verzichten auf die normale und natürliche Hoffnung, ewig auf der Erde zu leben, um „in der Gleichheit seiner Auferstehung mit ihm [Christus] vereint“ zu sein (Röm. 6:5). Über sie schrieb Paulus auch: „So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit. ... Es wird gesät ein physischer Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib. ... Fleisch und Blut [können] Gottes Königreich nicht ererben ... das, was sterblich ist, muß Unsterblichkeit anziehen“ (1. Kor. 15:42-53).

      7. Was sagt ein Wörterbuch über die Unsterblichkeit, und was schrieben Paulus und Petrus über die himmlische Hoffnung?

      7 Interessanterweise wird in The New International Dictionary of New Testament Theology gezeigt, daß die Vorstellung, jedermann habe eine unsterbliche Seele, unbiblisch ist. In dem Werk heißt es: „Unsterblichkeit ist nicht ein gegenwärtiger Besitz aller Menschen, sondern etwas Zukünftiges, etwas, was Christen erwerben. Gemäß 1. Kor. 15:42, 52 ff. ,legen‘ Gläubige nach der Umwandlung in der Auferstehung das Kleid der Unsterblichkeit ,an‘. ... ohne vorherige Auferstehung kann es keine Unsterblichkeit geben.“ Der Preis der Unsterblichkeit wird tatsächlich nicht allen Christen gewährt, sondern nur denjenigen, die an „der Früh-Auferstehung von den Toten“ teilhaben. Für sie ist ‘ein unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbe in den Himmeln aufbehalten’. (Siehe Römer 8:20-22; Philipper 3:10, 11; 1. Petrus 1:3, 4.)

      Die Zeit der „ersten Auferstehung“

      8. (a) Wann sollte gemäß der Bibel die „erste Auferstehung“ stattfinden? (b) Erkläre die Bedeutung von 1. Thessalonicher 4:14-17 und 1. Korinther 15:51, 52.

      8 Die Bibel bringt diese „erste Auferstehung“ mit der „Gegenwart [griechisch: parusía]“ Christi in Zusammenhang (1. Kor. 15:23). Der Apostel Paulus schreibt: „Der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes, und die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen [vom ersten Jahrhundert bis 1918, als Christus zum geistigen Tempel kam] werden zuerst auferstehen.“ Außerdem sagt Paulus, daß die gesalbten Christen, „die bis zur Gegenwart [parusía] des Herrn am Leben bleiben“ und daher während der parusía sterben, sogleich auferweckt und „entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft“ (1. Thes. 4:14-17). Sie müssen nicht im Grab „schlafen“ und auf die Auferstehung warten. Sie werden beim Tode „verwandelt ..., in einem Nu, in einem Augenblick“ (1. Kor. 15:51, 52).

      9. (a) Wann begann Christi unsichtbare Gegenwart? (b) Was sollte während seiner Gegenwart geschehen, und warum können gesalbte Christen, die während der Gegenwart Christi sterben, als „glücklich“ bezeichnet werden?

      9 Bestimmte Ereignisse, durch die sich biblische Prophezeiungen erfüllt haben, lassen erkennen, daß Christi Gegenwart oder parusía in dem bedeutsamen Jahr 1914 begonnen hat (Mat. 24:3, 7-14). Damals ist „das Königreich der Welt ... das Königreich unseres Herrn [Jehova] und seines Christus geworden“. Nach diesem umwälzenden Ereignis kam „die bestimmte Zeit für die Toten, gerichtet zu werden“. Dieses Richten und das Belohnen der Würdigen begann mit denen, die von der Zeit an, da Christus zum Tempel gekommen war, an der „ersten Auferstehung“ teilhatten (Offb. 11:15-18). Die gesalbten Christen, die nach der Aufrichtung des Königreiches Gottes in Treue sterben, werden „glücklich“ genannt. Warum? Weil sie eine augenblickliche Auferstehung erfahren, die ihnen erlaubt, sogleich ihre neuen Aufgaben bei Christus Jesus im Himmel zu übernehmen (Offb. 14:13).

      10. Aus welchen Gründen wird die Auferstehung der 144 000 als die „erste Auferstehung“ bezeichnet?

      10 Die Auferstehung aller 144 000 gesalbten Christen, die berufen sind, mit Christus im Himmel zu herrschen, wird passenderweise die „erste Auferstehung“ genannt, und zwar deshalb, weil sie zeitlich der allgemeinen Auferstehung der Menschen zum Leben auf der Erde vorausgeht und weil die 144 000 „Erstlinge ... für Gott und für das Lamm“ werden (Offb. 14:1, 4; Jak. 1:18). Dadurch gelangen sie in eine wichtige Stellung, denn alle anderen Menschen können „nicht ohne“ diese 144 000 Priester, Könige und Richter „vollkommen gemacht“ werden (Heb. 11:40b; Offb. 22:1, 2). Außerdem übertrifft die Auferstehung der 144 000 jede irdische Auferstehung; denn diejenigen, die zu dieser Gruppe gehören, werden „in der Gleichheit seiner [Christi] Auferstehung“ zu unverweslichem, unsterblichem Leben als Geistsöhne Gottes auferweckt (Röm. 6:5).

      Die irdische Auferstehung

      11. Welche weitere Auferstehung wird in Offenbarung, Kapitel 20 erwähnt?

      11 Wenn es eine „erste Auferstehung“ gibt, muß es logischerweise auch eine Auferstehung geben, die danach stattfindet. Der Apostel Johannes beschreibt, was während des in demselben Kapitel erwähnten 1 000jährigen Gerichtstages geschieht, mit den Worten:

      „Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten“ (Offb. 20:12).

      12, 13. (a) Warum ist es unlogisch, zu sagen, die übrigen der Toten würden erst nach den tausend Jahren auferweckt werden? (b) Was bedeutet also der Ausdruck „zum Leben kommen“, der in Offenbarung 20:5 erscheint? (c) Wie wird bestimmt, wessen Name schließlich in die „Buchrolle des Lebens“ geschrieben wird?

      12 Bei diesen „Toten“ handelt es sich um die in Vers 5 desselben Kapitels erwähnten „übrigen der Toten“, von denen gesagt wird, daß sie „nicht zum Leben [kamen], bis die tausend Jahre zu Ende waren“. Das kann nicht bedeuten, daß sie nicht vor dem Ende des 1 000jährigen Gerichtstages auferweckt werden, denn denjenigen, die an der „ersten Auferstehung“ teilhaben, wird „Macht zu richten“ gegeben, und sie werden „Priester“ sein und „als Könige die tausend Jahre mit ihm [Christus] regieren“ (Offb. 20:4-6). Wen würden sie richten, über wen würden sie als Könige herrschen und für wen würden sie als Priester amten, wenn „die übrigen der Toten“ erst am Ende der tausend Jahre auferweckt würden?

      13 Der Ausdruck „zum Leben kommen“ muß sich daher auf die Situation am Ende des 1 000jährigen Gerichtstages beziehen. Er bedeutet, daß diese Menschen insofern „zum Leben kommen“, als sie schließlich menschliche Vollkommenheit erlangen. Sie werden wie Adam und Eva im Garten Eden vollkommen sein. Wie wird Jehova dann bestimmen, wessen Name in die „Buchrolle des Lebens“ oder das „Buch des Lebens“ geschrieben wird? Durch eine Schlußprüfung, die über die Menschen kommen wird (Offb. 20:7-10, 12, 15). Wer sich in der Schlußprüfung Gott gegenüber als treu erweist, wird von ihm selbst ‘gerechtgesprochen’ werden und in die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes“ auf der Erde eingehen (Röm. 8:21, 33). Ihnen wird Gott — im Gegensatz zu Adam, der in der Prüfung versagte und dem deshalb der Zutritt zum „Baum des Lebens“ durch von Gott gesandte Cherube verwehrt wurde — ewiges Leben garantieren (1. Mo. 2:9; 3:22-24).

      14. In welcher Hinsicht werden sich den Menschen, die während der tausend Jahre auf der Erde auferweckt werden, bessere Gelegenheiten bieten?

      14 Alle „übrigen der Toten“, die während der Tausendjahrherrschaft Christi auferweckt werden, erhalten so eine Gelegenheit, sich als würdig zu erweisen, daß ihr Name für immer in Jehovas „Buchrolle des Lebens“ geschrieben wird und sie ewig unter Gottes Königreich leben können. Ihnen bieten sich somit nach ihrer Auferstehung bessere Gelegenheiten als den wenigen Menschen, die in biblischen Zeiten auferweckt wurden, aber wieder starben (1. Kö. 17:17-24; 2. Kö. 4:17-37; 13:20, 21; Mat. 9:18, 23-26; Luk. 7:11-15; Joh. 11:38-44; Apg. 9:36-41; 20:7-12). Männer und Frauen der alten Zeit blieben bis zu ihrem Tod Jehova treu, um unter dem Königreich oder der „Stadt“ des Messias eine „bessere Auferstehung“ zu erlangen (Heb. 11:10, 13, 14, 35).

      Auferstehung und Gericht

      15, 16. (a) Sollte man sich vor dem Gerichtstag fürchten? Begründe deine Antwort. (b) Wer wird richten, und auf welcher Grundlage?

      15 Wir haben festgestellt, daß „die übrigen der Toten“ während der Tausendjahrherrschaft auferweckt werden, um dann „gemäß ihren Taten“ „gerichtet“ zu werden (Offb. 20:12). Die grausame Vorstellung von einem jüngsten Tag, an dem alle, die je gelebt haben, für ihre Sünden zur Rechenschaft gezogen werden, beruht nicht auf der Bibel. Der Kontext zeigt, daß die göttlichen „Buchrollen“ oder Gesetzbücher geöffnet werden und daß die Auferstandenen „nach den Dingen gerichtet [werden], die in den Buchrollen geschrieben sind“, das heißt gemäß ihrem Gehorsam bzw. Ungehorsam gegenüber diesen göttlichen Anweisungen.

      16 Wer wird richten? Der Apostel Paulus schrieb, daß Christus Jesus „dazu bestimmt ist, die Lebenden und die Toten zu richten“, und gleichzeitig sprach er von Christi „Offenbarwerden und seinem Königreich“ (2. Tim. 4:1). In Christi 1 000jährigem Königreich werden 144 000 Mitrichter mit ihm auf „Thronen“ sitzen (Luk. 22:28-30; Offb. 20:4, 6). Paulus schrieb: „Wißt ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden?“ (1. Kor. 6:2).

      17, 18. (a) Besteht ein Widerspruch zwischen Johannes 5:29 und Offenbarung 20:12? Begründe deine Antwort. (b) In welchem Sinne werden einige „herauskommen ... zu einer Auferstehung des Gerichts“?

      17 Jesus zeigte, was während seiner Tausendjahrherrschaft, die auch ein 1 000jähriger Gerichtstag ist, geschehen wird, indem er sagte: „Der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben ... Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts“ (Joh. 5:22-29).

      18 Ist das im Widerspruch zu Offenbarung 20:12, wo wir lesen, daß die Toten „nach den Dingen gerichtet [werden], die in den Buchrollen geschrieben sind“, den Rollen, die erst während der 1 000 Jahre „geöffnet“ werden? Keineswegs. Jesu Worte aus Johannes, Kapitel 5 müssen im Lichte der Offenbarung verstanden werden, die er später Johannes gab (Offb. 1:1). Sowohl „die, welche Gutes getan haben“, als auch „die, welche Schlechtes getrieben haben“, werden zu jenen „Toten“ gehören, die „als einzelne gerichtet [werden] gemäß ihren Taten“, die sie nach ihrer Auferstehung verrichten (Offb. 20:13). Als Jesus die „Auferstehung des Lebens“ der „Auferstehung des Gerichts [griechisch: anástasis kríseos]“ gegenüberstellte, hob er das Ergebnis dieser Auferstehungen hervor. In dem Werk Thayer’s Greek-English Lexicon wird anástasis kríseos als eine Auferstehung definiert, „auf die Verurteilung folgt“. Der Betreffende wird nicht auferweckt, um automatisch verurteilt zu werden, sondern auf seine Auferstehung wird die Verurteilung folgen, wenn er sich weigert, sich an die ‘Dinge, die in den Buchrollen geschrieben sind’, zu halten, und deshalb sein Name ‘in das Buch des Lebens nicht eingeschrieben’ wird. Er stirbt dann „den zweiten Tod“, ohne Hoffnung auf eine Auferstehung (Offb. 20:14, 15; 21:8).

      19 (mit Fußnote). (a) Wie wird in einer französischen Bibelübersetzung Johannes 5:29 wiedergegeben, und wann erst wird es offenbar, ob jemandes Auferstehung eine Auferstehung „des Lebens“ oder „des Gerichts“ war? (b) Kommen die in Apostelgeschichte 24:15 erwähnten „Gerechten“ und „Ungerechten“ zu einer „Auferstehung des Lebens“ bzw. einer „Auferstehung des Gerichts“ hervor? Begründe deine Antwort.

      19 In der Traduction Œcuménique de la Bible, einer französischen Bibelübersetzung, die von einer Gruppe katholischer und protestantischer Gelehrter herausgegeben worden ist, wird Johannes 5:29 interessanterweise folgendermaßen wiedergegeben: „Diejenigen, die Gutes getan haben, werden zu der Auferstehung hervorkommen, die zum Leben führt; diejenigen, die Böses verübt haben, zu der Auferstehung, die zum Gericht führt.“ Erst dann, wenn feststeht, zu welchem Ergebnis die Auferstehung einer Person geführt hat, wird man wissen, ob ihre Auferstehung eine „Auferstehung des Lebens“ oder eine „Auferstehung des Gerichts“ war.a

      20. (a) Wer muß das „Wasser des Lebens“ trinken, und warum? (b) Welche Frage wird im folgenden Artikel untersucht werden?

      20 Sowohl die vom Tode Auferweckten als auch die „große Volksmenge“, die die bevorstehende „große Drangsal“ überlebt haben wird, werden das „Wasser des Lebens“ trinken müssen, das heißt sich Christi Loskaufsopfer und alle anderen Vorkehrungen zunutze machen müssen, die Jehova trifft, um die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien (Offb. 7:9, 10, 14, 17; 22:1, 2). Diese Vorkehrungen werden während der Tausendjahrherrschaft des Königreiches von Christus und seinen 144 000 Mitpriestern und Mitrichtern verwaltet werden. Werden aber alle Toten wiederkommen, um gerichtet zu werden, auch die Opfer der herannahenden „großen Drangsal“? Der folgende Artikel wird auf diese Frage eingehen.

      „Die, die aus der großen Drangsal kommen, ... [sind] vor dem Throne Gottes; und Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar; und der, der auf dem Throne sitzt, wird sein Zelt über sie ausbreiten. Sie werden nicht mehr hungern und auch nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie niederbrennen, noch irgendeine sengende Hitze, weil das Lamm, das inmitten des Thrones ist, sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen“ (Offb. 7:14-17).

      [Fußnote]

      a Diejenigen, die zu einer „Auferstehung des Lebens“ oder einer „Auferstehung des Gerichts“ kommen, dürfen nicht mit den „Gerechten“ und den „Ungerechten“ verwechselt werden, die Paulus gemäß Apostelgeschichte 24:15 erwähnte. Paulus sprach von dem Stand, den diese Menschen einnehmen, wenn sie auferweckt werden, gestützt auf ihren Wandel vor ihrem Tod. Die „Gerechten“ werden ihre gerechte Handlungsweise durch Gehorsam gegenüber den Dingen fortsetzen müssen, die in den „Buchrollen“ geschrieben sind. Sonst könnte ihre Auferstehung zu einer „Auferstehung des Gerichts“ werden. Wenn umgekehrt „Ungerechte“ bereuen, Christi Loskaufsopfer annehmen und den Dingen gehorchen, die in den „Buchrollen“ geschrieben sind, kann sich ihre Auferstehung als eine „Auferstehung des Lebens“ erweisen.

      WIEDERHOLUNGSFRAGEN

      □ Inwiefern ist Christus „die Auferstehung und das Leben“?

      □ Wer wird an der „ersten Auferstehung“ teilhaben, und bei welchen Tätigkeiten werden sie den König Jesus Christus unterstützen?

      □ Warum ist der Ausdruck „erste Auferstehung“ passend?

      □ Auf welche Weise werden „die übrigen der Toten“ nach den 1 000 Jahren „zum Leben“ kommen, und in welcher Hinsicht ist ihre Auferstehung besser als die der Personen, die in biblischen Zeiten zum Leben auf Erden auferweckt wurden?

      □ Auf welcher Grundlage werden die vom Tode Auferweckten gerichtet werden, und was müssen sie tun, um von der Sünde und vom Tod befreit zu werden?

      [Herausgestellter Text auf Seite 21]

      „Unsterblichkeit ist nicht ein gegenwärtiger Besitz aller Menschen, sondern etwas Zukünftiges, etwas, was Christen erwerben. ... ohne vorherige Auferstehung kann es keine Unsterblichkeit geben“ („The New International Dictionary of New Testament Theology“).

      [Bild auf Seite 23]

      Die Bibel zeigt, daß viele zum Leben auf der Erde auferweckt werden

  • Die „große Drangsal“ überleben oder vernichtet werden
    Der Wachtturm 1982 | 1. Juli
    • Die „große Drangsal“ überleben oder vernichtet werden

      „Diese werden in die ewige Abschneidung weggehen, die Gerechten aber in das ewige Leben“ (Mat. 25:46).

      1, 2. Welche Ansicht haben einige geäußert, und warum ist sie gefährlich und sollte zurückgewiesen werden?

      DER Gedanke, daß bestimmte Menschen für ewig vernichtet werden, ist für einige etwas Abstoßendes. So glauben zum Beispiel die Universalisten, daß letzten Endes jeder gerettet werde — eine Anschauung, mit der im 3. Jahrhundert u. Z. der Kirchenschriftsteller Origenes spielte. Ohne zwar so weit zu gehen, äußern doch heute einige, die Christen zu sein behaupten, die Meinung, daß möglicherweise alle Menschen, auch alle Opfer der bevorstehenden „großen Drangsal“, auferweckt werden (Mat. 24:21, 22).

      2 Wer diesen Gedanken hegt, kommt unwillkürlich der in der Christenheit vertretenen Lehre von einer „allgemeinen Auferstehung“ gefährlich nahe. Die meisten Kirchen lehren, daß ALLE Leiber der Verstorbenen auferweckt werden und sich mit ihrer entsprechenden Seele entweder im Himmel oder in der „Hölle“ verbinden werden. Doch die Bibel lehrt weder die in der Christenheit vertretene „allgemeine Auferstehung“ noch daß ALLE Toten, selbst die Bösen, auferweckt oder zum Leben zurückgebracht werden.

      Nicht alle Toten werden auferweckt werden

      3. Wie deutete Jesus an, daß nicht alle auferweckt werden?

      3 Jesus deutete an, daß nicht jeder auferweckt werden wird. In seiner Antwort auf eine Fangfrage der Sadduzäer, die glaubten, niemand werde auferweckt, sprach er von Personen, „die würdig erachtet worden sind, jenes System der Dinge und die Auferstehung von den Toten zu erlangen“ (Luk. 20:35). Seine Worte legen nahe, daß sich nicht alle als würdig erweisen werden, in Gottes verheißenem neuem System der Dinge auferweckt zu werden.

      4. Woraus werden die Toten gemäß Offenbarung, Kapitel 20 hervorkommen, doch welcher symbolische Ort gibt seine Toten nicht heraus?

      4 In Offenbarung, Kapitel 20, wo von der Auferstehung der „übrigen der Toten“ die Rede ist, die nicht an der „ersten Auferstehung“ teilhaben, heißt es, daß das „Meer“ und der „Hades“ die Toten herausgeben, die darin sind. Es wird nicht gesagt, die Toten kämen aus dem „Feuersee“ oder dem „zweiten Tod“, der an anderer Stelle „Gehenna“ (hebräisch: Gē Hinnóm) genannt wird (Luk. 12:5). Wie das Wort „Meer“ das gemeinsame nasse Grab derer bezeichnet, die in den Meerestiefen starben und nie gefunden wurden, um an Land begraben zu werden, so bezeichnet das griechische Wort hades kein einzelnes Grab, sondern das allgemeine irdische Grab der Menschheit. Es entspricht dem Wort „Scheol“, das in den Hebräischen Schriften vorkommt. Jesus sagte: „Ich wurde ein Toter, doch siehe! ich lebe für immer und ewiglich, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Offb. 1:18). Während seiner Tausendjahrherrschaft wird er diese „Schlüssel“ gebrauchen, um diejenigen aus dem Tode zu befreien, „die würdig erachtet worden sind, jenes System der Dinge und die Auferstehung von den Toten zu erlangen“.

      5. Was wird durch die „Gehenna“ versinnbildlicht?

      5 Doch nirgendwo wird in der Heiligen Schrift gesagt, Christus habe die Schlüssel der Gehenna. Als er einmal von der Gehenna sprach, sagte er: „Werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“ (Mat. 10:28). In einer Anmerkung zu diesem Text schreibt Professor Oscar Cullmann in seinem Buch Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung der Toten?, daß „ψυχή [psychḗ, Seele] hier nicht den griechischen Begriff der Seele bezeichnet, sondern ... besser mit ,Leben‘ zu übersetzen wäre“. „Richtig auch [W. G.] Kümmel ...: Matt. 10, 28 ,will nicht den Wert der unsterblichen Seele bezeichnen, sondern betonen, daß allein Gott außer dem irdischen auch das himmlische Leben vernichten kann‘.“ Ja, die Gehenna stellt die völlige Vernichtung dar, aus der keine Auferstehung möglich ist. Das Werk The New Bible Commentary (zweite Ausgabe, Seite 786) definiert die Gehenna als „eine Bezeichnung für ,den zweiten Tod‘“ (Offb. 21:8).

      6. Beweise anhand der Bibel, daß einige vor dem 1 000jährigen Gerichtstag in die Gehenna kommen und daher keine Hoffnung auf eine Auferstehung haben.

      6 Die Bibel zeigt eindeutig, daß einige schon vor Beginn des 1 000jährigen Gerichtstages in die sinnbildliche Gehenna kommen. Jesus erklärte reuelosen Schriftgelehrten und Pharisäern, daß sie und ihre nichtjüdischen Proselyten ein „Gegenstand für die Gehenna“ oder wörtlich „Söhne der Gehenna“ waren (Mat. 23:15, 33-35; siehe auch Johannes 9:39-41; 15:22-24). Wenn schon ein Proselyt der Pharisäer zu einem Gegenstand für die Gehenna wurde, ‘doppelt so schlimm wie sie selbst’, wieviel mehr muß es dann doch Judas Iskariot gewesen sein, der den schändlichen Handel mit ihnen abschloß und den Sohn Gottes verriet! Jesus deutete dies an, indem er Judas als den „Sohn der Vernichtung“ bezeichnete (Joh. 17:12). Auch reuelose Abtrünnige kommen bei ihrem Tod nicht in den Scheol oder Hades, sondern in die Gehenna (Heb. 6:4-8; 2. Pet. 2:1). Dasselbe trifft auf getaufte Christen zu, die fortgesetzt willentlich sündigen, auf solche, die „zurückweichen“ (Heb. 10:26-31, 38, 39). Dies sind lediglich Beispiele, die zeigen sollen, daß einige schon in „diesem System der Dinge“ die Sünde begangen haben, die nicht vergeben wird, auch nicht in dem „kommenden“ System der Dinge (Mat. 12:31, 32; vergleiche 1. Johannes 5:16). Sie werden daher nicht auferweckt werden.

      Die Endgültigkeit der Gerichte Jehovas

      7. Welche weiteren Beweise gibt es dafür, daß Jehova bereits im gegenwärtigen System der Dinge ein endgültiges Urteil über einige fällt?

      7 Allein schon Jesu Worte, „die Lästerung gegen den Geist“ werde „weder in diesem System der Dinge noch in dem kommenden“ vergeben, sollten alle diejenigen überzeugen, die bezweifeln, daß Jehova bereits in „diesem System“ ein endgültiges Urteil über einige fällt. Diese sind „ewiger Sünde schuldig“. Sie erlangen „niemals Vergebung“ (Mar. 3:28, 29). Warum sollten sie also auferweckt werden?

      8. (a) Inwiefern sollten wir dieselbe Einstellung wie Jehova haben? (b) Warum sollten wir auf Jehova und seinen Sohn als Richter vertrauen, und durch welches Beispiel könnte die Endgültigkeit der Urteile Gottes veranschaulicht werden?

      8 Natürlich gehen wir als würdige Zeugen unseres Gottes Jehova nicht umher und drohen Menschen mit der Vernichtung. Wir vertreten den Standpunkt Jehovas. Von ihm wird gesagt, daß er „geduldig“ ist, weil „er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Pet. 3:9). Wir sollten uns aber auch nicht übermäßig von Gefühlen beeinflussen lassen und — vielleicht

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