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  • Gerechtigkeit für alle — Wie und wann?
    Der Wachtturm 1977 | 15. Mai
    • dem Gesetzesübertreter wurde eine einprägsame Lektion erteilt, und die Kommune hatte nicht die Kosten für die Unterstützung von Gefängnissen zu tragen.

      Doch so sehr jemand auch die Weisheit schätzt, mit der Gott unter den Israeliten für Gerechtigkeit sorgte, denkt er vielleicht, diese Zeiten seien vorbei. Er könnte der Meinung sein, niemand könne bei den heutigen komplizierten Verhältnissen Gerechtigkeit für alle schaffen.

      DIE VERHEISSENE ÄNDERUNG: GERECHTIGKEIT

      So verwickelt und betrüblich die neuzeitlichen Probleme hinsichtlich des Rechts auch sind, es besteht doch Grund zur Hoffnung. Hast du bemerkt, daß viele Hindernisse, die der Gerechtigkeit im Wege stehen, überwunden werden könnten, wenn man den Rat, der in der Bibel zu finden ist, befolgen würde? Derselbe Gott, der für diesen Rat sorgte, hat verheißen, daß Gerechtigkeit für alle kommen wird, und zwar bald.

      Voraussetzung dafür ist nicht etwa, daß wir dafür sorgen müssen, daß sich die bestehenden Regierungen und die Rechtsprechung an das Gesetz der alten Israeliten halten. Natürlich können wir etwas dazu beitragen, daß mehr Gerechtigkeit herrscht, indem wir selbst gerecht und rechtschaffen handeln. Das ist nur passend, denn der Schöpfer fordert uns auf, „Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit ... [unserem] Gott“ (Micha 6:8). Der eigentliche Grund dafür, daß auf der ganzen Erde bald völlige Gerechtigkeit einziehen wird, besteht jedoch darin, daß Gott selbst etwas unternehmen wird.

      Im vorhergehenden Artikel haben wir Jesu Gleichnis aus Lukas, Kapitel 18 betrachtet, das die Notwendigkeit betont, im Gebet zu Gott zu beharren, der „seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, Recht verschaffen“ wird. Aber in diesen Gebeten wird nicht nur um Gerechtigkeit gefleht. Jesus forderte seine Nachfolger auf, um das vollständige Ende des gesamten bösen Systems zu bitten, denn davon sprach er in dem vorangehenden Kapitel (Luk. 17:20-30). Diese drastische Änderung zum Besseren wird durch Gottes himmlische Königreichsregierung herbeigeführt werden, die die korrupten menschlichen Regierungen, die sich durch eine lange Geschichte der Ungerechtigkeit auszeichnen, vernichten wird. Die Einzelheiten der Prophezeiung Jesu vereinen sich heute mit den Tatsachen der neuzeitlichen Geschichte zu dem Beweis, daß unsere Generation diejenige ist, die den Wechsel zur himmlischen Regierung erleben wird (Dan. 2:44; Matth. 24:3-14). Doch warum sollten wir annehmen, daß dies Gerechtigkeit für alle bedeuten wird?

      Weil die Gerechtigkeit von oben herabkommen wird. Es wird uns zugesichert, daß das Haupt dieser Regierung ‘sie fest aufrichten und durch Recht und Gerechtigkeit stützen’ wird (Jes. 9:6, 7). Wie werden sich andere Personen verhalten, die Gewalt ausüben? Sie werden in Jesaja 32:1 anschaulich als solche beschrieben, die „für das Recht selbst als Fürsten amten“. Wie im alten Israel wird es unter der Königreichsherrschaft e i n Gesetz oder System richterlicher Entscheidung geben, das für alle gilt.

      Wird man dann immer noch ungerecht behandelt werden, wie das heute der Fall ist? Aus Jesaja 26:9 geht hervor, daß die Antwort darauf ein Nein ist, denn es heißt: „Wenn es für die Erde Gerichte von ... [Jehova] gibt, werden die Bewohner des ertragfähigen Landes gewißlich Gerechtigkeit lernen.“

      „Was geschieht aber mit denen, die es ablehnen, Gerechtigkeit zu lernen?“ mögen sich einige fragen, denn Professor Wilson sagte: „Es gibt einfach böse Menschen.“ Gott, der der „Richter der ganzen Erde“ ist, hat verheißen, dafür zu sorgen, daß nur diejenigen am Leben gelassen werden, die bereit sind, Recht und Gerechtigkeit zu lernen und auch zu praktizieren (1. Mose 18:25; Jes. 26:10; Ps. 37:9-11).

      Kürzlich erklärten zwei Ärzte, die eine wissenschaftliche Untersuchung über die „Verbrecherpersönlichkeit“ durchführten:

      „Was erforderlich ist, um dem Verbrechen Einhalt zu gebieten, ... ist nicht so sehr eine bessere Unterkunft oder eine herkömmliche Therapie, sondern die ‚Bekehrung‘ des Straftäters zu einem völlig neuen Lebensstil und eine streng moralische Erziehung. ... Rehabilitation, so schlußfolgerten sie, erfordert ... ‚eine totale Ausrottung der Persönlichkeit eines Verbrechers‘.“

      Genau das werden frühere Übertreter tun müssen, um in Gottes neuer Ordnung leben zu können — „die neue Persönlichkeit anziehen ..., die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“ (Eph. 4:24). Und das wird mit Sicherheit ein Teil des Erziehungsprogramms unter der Herrschaft des Königreiches Gottes sein, so daß alle, die dazu bereit sind, seine gerechten Lebensmaßstäbe einhalten können (Jes. 2:3, 4). Daher wird es einmal Gerechtigkeit für alle geben!

  • Eine Oase der Wahrheit in einem Wüstenland
    Der Wachtturm 1977 | 15. Mai
    • Eine Oase der Wahrheit in einem Wüstenland

      MEIN Geburtsort ist Khartum. Khartum ist ein arabischer Name, der „Elefantenrüssel“ bedeutet. Warum wird meine Heimat so genannt? Wegen der Form dieser schmalen Landzunge, die den Weißen und den Blauen Nil kurz vor deren Zusammenfluß trennt. Von hier aus fließen sie dann als der große Nil durch die Sahara. Forschungsreisende und andere äußern sich oft abfällig über Khartum, aber für mich ist es „meine Heimat“.

      Natürlich herrscht hier wegen der sengenden Tropensonne eine drückende Hitze. Das Gebiet liegt nur 360 m über dem Meeresspiegel, und die ungeheure Hitze verwandelt es schon ein oder zwei Kilometer von dem feuchten Ufergebiet entfernt in eine Sandwüste. Auch kämpft man ständig gegen die Fliegen. Der Flugsand scheint alles zu durchdringen, und manchmal macht er den Tag zur Nacht. Mitunter stellen wir (meine Familie) nachts die Betten ins Freie, um den leichtesten Luftzug zu verspüren. Doch schon oft wurden wir vom haboob, einem heftigen Sandsturm, überrascht. Am Morgen rieben wir uns dann den Sand aus den Augen und betrachteten beim Aufstehen die Umrisse unseres Körpers auf der staubbedeckten Matratze

      So ist das Leben in Khartum. Hier heiratete ich als treue Tochter der koptischen Kirche und zog meine Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, groß.

      AUF DER SUCHE NACH GOTT

      Ich hatte schon immer nach Gott gesucht, und ich war nicht die einzige. Daran wurde ich jeden Morgen erinnert. Schon vor Sonnenaufgang hörte ich jeweils die muezzin, die mit näselnder Stimme von den Minaretts der vielen in der Stadt verstreuten Moscheen zum Gebet riefen, und das wiederholte sich fünfmal am Tag, während die Sonne ihre Bahn am Himmel zog. Die Einwohner der städtischen Agglomeration Khartum, Khartum-Nord und Omdurman sind größtenteils Moslems. Die sogenannten Christen, zu denen wir als Mitglieder der koptischen Kirche gehörten, bildeten also eine Minderheit.

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