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Ist ein Leben ohne Ungerechtigkeit nur ein Traum?Der Wachtturm 1975 | 15. Juni
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Und was geschieht häufig in einem solchen Land, wenn diejenigen an die Macht kommen, die zuvor aufgrund ihrer Rassenzugehörigkeit, Hautfarbe oder Nationalität diskriminiert worden sind? Handeln sie gegenüber Personen, die nicht zu ihresgleichen zählen, nicht auch voreingenommen und parteiisch? Die Ungerechtigkeit behauptet also das Feld und gedeiht.
Die Korruption, die unter kleineren Beamten herrscht, spiegelt oft nur das korrupte Verhalten der ihnen übergeordneten Beamten wider. Es überrascht daher nicht, daß der Durchschnittsbürger, der an unterster Stelle steht, oft an die Wand gedrückt wird.
Was wird somit benötigt? Wie kann ein Leben ohne Ungerechtigkeit für alle Arten von Menschen, ganz gleich, wo sie leben, je Wirklichkeit werden?
WIE DER „TRAUM“ WIRKLICHKEIT WERDEN WIRD
Offenbar sind mehrere Änderungen erforderlich. Eigentlich muß das ganze System der Dinge, das heute die Erde beherrscht, geändert werden. Wie weit müßte aber diese Änderung gehen? Genügt es, das System lediglich auf bestimmten Gebieten zu reformieren und personelle und verwaltungstechnische Änderungen oder Änderungen bestimmter Gesetze herbeizuführen?
Nein, was wirklich benötigt wird, ist ein Ersatz für das gesamte gegenwärtige System, und zwar durch ein neues, auf einer neuen Grundlage beruhendes System. In einem Land nach dem anderen finden allerlei Reformen statt, werden personelle und verwaltungstechnische Veränderungen vorgenommen und neue Gesetze erlassen. Dennoch tritt immer wieder in höchsten Regierungskreisen Korruption zutage. Und aufrichtige Personen, die der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen wollen, stellen oft fest, daß ihren Bemühungen durch eigennützige Interessen ein Riegel vorgeschoben wird.
Wie der Leiter eines Instituts der Juristischen Fakultät der Universität Georgetown (USA) erklärte, wird ein „Rechtssystem nur wirksam sein, wenn die Öffentlichkeit Vertrauen zu dessen Fairneß hat. ... Die Öffentlichkeit muß das Gefühl haben, daß der Staat und die soziale Ordnung Zutrauen, Respekt und Loyalität verdienen.“ Wie kann ein solches System geschaffen werden?
Da Jehova Gott Gerechtigkeit liebt, hat er ein völlig neues System für die Erde verheißen, das unter der Leitung einer himmlischen Regierung stehen wird. Über Christus Jesus, das ernannte Haupt dieser Regierung, wurde vorhergesagt: „Auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen.“ Dadurch würden ihm Weisheit, Verständnis, Rat, Macht und Erkenntnis verliehen. Außerdem heißt es über ihn: „Er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas.“ Welche Vorteile wird dies für seine Untertanen haben? In der Prophezeiung wird weiter gesagt: „Und er wird nicht nach dem bloßen Augenschein richten noch einfach gemäß dem zurechtweisen, was seine Ohren hören. Und mit Gerechtigkeit wird er die Geringen richten, und mit Geradheit wird er Zurechtweisung erteilen müssen zugunsten der Sanftmütigen“ (Jes. 11:2-4).
Jesus Christus offenbarte auf der Erde gerade diese Eigenschaften, die seine königliche Herrschaft über die Erde auszeichnen werden. Als er die Volksmengen sah, die zusammengekommen waren, um seinen Worten zu lauschen, „empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ — ein Tadel, der hauptsächlich die heuchlerischen religiösen Führer jener Tage traf (Matth. 9:36; vergleiche Matthäus 23:23, 24; Markus 12:38-40). Er lehrte seine Jünger, allen Menschen gegenüber Liebe zu zeigen und ‘kostenfrei zu geben, so, wie sie kostenfrei empfangen hatten’ (Matth. 5:43-48; 10:8). Er stellte seine selbstlose Liebe dadurch unter Beweis, daß er sein Leben zugunsten der ganzen Menschheit hingab.
„Der Geist Jehovas“, dessen Wirksamkeit durch die Königreichsregierung auf der ganzen Erde gefördert wird, bietet die Gewähr für Fairneß und Gerechtigkeit gegenüber jedermann. In bezug auf Gott finden wir in der Bibel die inspirierte Zusicherung, daß er „nicht parteiisch ist, sondern daß ihm in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apg. 10:34, 35).
Fasse also Mut, und nimm dir die Zeit, um aus Gottes Wort zu erfahren, wie du unter der gerechten Herrschaft des Sohnes Gottes Leben erlangen kannst — zu einer Zeit, da ein Leben ohne Ungerechtigkeit Wirklichkeit sein wird.
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Warum so viele „christliche“ Sekten?Der Wachtturm 1975 | 15. Juni
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Warum so viele „christliche“ Sekten?
DU MAGST dich fragen, warum es so viele Glaubensrichtungen gibt, die den Anspruch erheben, sich auf die Bibel zu stützen, wenn es doch nur e i n e Bibel gibt. Einige warten dazu mit der Erklärung auf: „Alle Wege führen zum selben Ziel.“
Doch dieser Ausspruch erweist sich im Leben nicht als zutreffend. Nicht alle Wege führen an denselben Ort, besonders nicht, wenn sie sich im rechten Winkel kreuzen oder wenn sie sogar Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung sind.
Demjenigen, der die Kirchen der Christenheit näher untersucht, fällt auf, daß sich die „Wege“ der verschiedenen Sekten entweder im rechten Winkel kreuzen oder daß sie direkt entgegengesetzt zueinander verlaufen. Tatsächlich sind die Unterschiede oft so groß, daß es aufgrund von Disputen über Lehre oder Glaubensausübung schon zu Kämpfen, ja selbst zu größeren Kriegen gekommen ist. Bestimmt bilden die Anhänger dieser Sekten nicht e i n e Herde, wenn sie sich gegenseitig bekämpfen und umbringen, noch verhelfen sie sich gegenseitig zur Rettung.
EINHEIT IM URCHRISTENTUM BEWAHRT
Die Geschichte der Christenversammlung im ersten Jahrhundert kennt jedoch keine verschiedenen Sekten, die um Mitglieder oder Vorherrschaft miteinander im Wettstreit lagen. Die Apostel sagten nicht, die Leute könnten irgend etwas glauben, was ihnen behage, einen „Weg“ einschlagen, den sie selbst festgelegt hätten, oder nach ihrem eigenen Belieben prominenten Männern folgen und sie seien dann immer noch Gottes wahre Versammlung. Christen sollten nicht nur mit Gott und seinem Sohn, Jesus Christus, in Harmonie sein und Frieden haben, sondern auch unter sich (2. Kor. 13:11). In seinem Brief an die Versammlung in Korinth stellte Paulus eine falsche Ansicht richtig, die dort zu Sektierertum geführt hatte. Er schrieb:
„Nun ermahne ich euch, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle übereinstimmend redet und daß keine Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinn und in demselben Gedankengang fest vereint sein mögt. Denn mir ist über euch, meine Brüder, durch die Hausgenossen der Chloe enthüllt worden, daß Streitigkeiten unter euch bestehen. Was ich meine, ist dies, daß jeder von euch sagt: ,Ich gehöre zu Paulus‘, ,Ich aber zu Apollos‘, ,Ich aber zu Kephas‘, ,Ich aber zu Christus.‘ Der Christus besteht geteilt. Paulus wurde doch nicht etwa für euch an den Pfahl gebracht?“ (1. Kor. 1:10-13; vergleiche Philipper 1:27).
Wie kam es aber schließlich soweit, daß sich Bekenner des Christentums in Sekten und Konfessionen aufspalteten? Erlangen wir Gottes Wohlgefallen, wenn wir uns einfach einer dieser Sekten anschließen? Läßt die Bibel erkennen, wie diese Sekten entstanden sind und was ihr Geschick sein wird?
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