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Gilt das vierte Gebot auch für Christen?Erwachet! 1970 | 22. Dezember
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diese Dinge sind ein Schatten der künftigen Dinge, aber die Wirklichkeit gehört dem Christus.“ — Kol. 2:13, 14, 16, 17.
Wer daher darauf besteht, den buchstäblichen Sabbat zu feiern, erkennt nicht das Opfer an, das Jesus Christus durch seinen Tod am Marterpfahl darbrachte, und lehnt somit die Vergebung der Sünden ab, die dadurch möglich ist. Es ist, als bestände er darauf, Tieropfer darzubringen, während sich Jesus als ein einziges Schlachtopfer für Sünden dargebracht und dadurch die Sünde für immer getilgt hat.
Heißt das, daß das vierte Gebot für Christen keine Bedeutung mehr hat? Nein, das bedeutet es nicht. Denn der durch das vierte Gebot bestimmte Sabbat ist ein Schatten, der auf einen viel größeren Sabbat hinweist — auf die Wirklichkeit. In 1. Mose 2:2 erfahren wir, daß Gott seit dem Ende des sechsten Schöpfungstages oder -abschnittes, nachdem er unsere Ureltern erschaffen hatte, ruhte d. h., daß er aufhörte, in bezug auf die Erde schöpferisch tätig zu sein. Die Söhne Israels gingen nicht in Gottes Ruhe ein, weil sie ihm nicht glaubten und nicht gehorchten. (Ps. 95:7-11) Aber zu den Christen sagte der Apostel Paulus: „Also verbleibt dem Volke Gottes noch eine Sabbatruhe. Denn wer in Gottes Ruhe eingegangen ist, der hat auch selbst von seinen Werken geruht, so wie Gott von seinen eigenen. Laßt uns daher unser Äußerstes tun, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams [der Juden] zu Fall komme.“ — Hebr. 3:19; 4:9-11.
Gottes Ruhe dauert noch an; auch wahre Christen ruhen weiterhin. Wovon ruhen sie? Von ihren „eigenen Werken“, ihren früheren Werken, durch die sie sich zu rechtfertigen gesucht hatten. Sie glauben nun nicht mehr, dadurch Gottes Anerkennung und ewiges Leben erlangen zu können, daß sie sich bemühen, bestimmte Verordnungen und Vorschriften zu beachten und Feste zu feiern. Sie glauben nun nicht mehr, daß Gott sie wegen ihrer Handlungsweise segnen müsse. Diesen Fehler hatten die ungläubigen Juden begangen, die ‘ihre eigene Gerechtigkeit zur Geltung zu bringen suchten, indem sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes unterwarfen’. — Röm. 10:3.
Wahre Christen dagegen erkennen an, daß nur das Opfer Jesu Christi ihre Sünden tilgen kann. Und sie vertrauen darauf, daß Jehova sie anerkennen und ihnen Leben schenken wird, wenn sie an Jesus Christus glauben und seine Lehren befolgen. Wahre Christen geben sich nicht mit der Behauptung zufrieden — so wie manch einer —: „Ich bin ehrlich, ich stehle und lüge nicht und führe keinen losen Lebenswandel, das genügt bestimmt!“, sondern handeln nach allen Lehren Jesu.
Es gibt viele, sogar unter den „Christen“, die glauben, sie hätten von Natur aus ein Recht auf Leben und andere Segnungen. Sie wollen nicht zugeben, daß sie als Sünder geboren sind, ohne Recht auf Leben, und daß sie daher ganz auf Gottes Vorkehrung angewiesen sind, Leben zu erlangen. Sie neigen dazu, Rat und Zurechtweisung abzulehnen, auch wenn sie in Liebe erteilt werden. Nur widerwillig geben sie zu, daß sie gefehlt haben. Ihnen geht es vor allem darum, sich selbst zu rechtfertigen. Sie ruhen nicht von ihren selbstsüchtigen Werken und halten deshalb nicht Gottes Sabbat. Glücklich ist daher, wer von seinen „eigenen Werken“ ruht und in Gottes Sabbatruhe eingeht, weil er einer wunderbaren Zukunft entgegensieht.
Gottes Ruhetag dauert nun schon sechstausend Jahre an. Die vor uns liegende Tausendjahrperiode wird in der Bibel als die Tausendjahrherrschaft Christi beschrieben. (Offb. 20:4) Sie wird wie ein großartiger Sabbat sein, weit besser als der Sabbat, den die Juden feierten, denn unter dieser Herrschaft wird für immer Friede und Wohlfahrt herrschen. — Offb. 21:2-4.
Der wöchentliche Sabbat, der im vierten Gebot vorgeschrieben ist, schattet daher den großen Sabbat vor, von dem Jesus Christus sagte, daß er Herr darüber sei. (Matth. 12:8) Wer daher anerkannt hat, daß er ein Sünder ist und des Opfers Christi bedarf, damit er mit Gott Frieden erlangen und ihm wohlgefällig sein kann, vermag sogar schon heute von seinen selbstsüchtigen Werken zu ruhen oder abzustehen, d. h. von den Werken, durch die er sich zu rechtfertigen suchte. Jeder, der Gottes 7 000-Jahr-Sabbat hält und es auch weiterhin tut, wird in den Genuß der Segnungen gelangen, die während des 1 000-Jahr-Sabbats, an dem Jesus über die ganze Erde herrschen wird, ausgeteilt werden.
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Wir beobachten die WeltErwachet! 1970 | 22. Dezember
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Wir beobachten die Welt
Weihnachten — „heidnisches Brauchtum“
◆ Das Weihnachtsfest gilt heute nicht mehr bei allen, die sich als Christen bezeichnen, als unumstritten, sondern es wird kritisch betrachtet und auf seinen Ursprung untersucht. Ein Beispiel aus dem Schweizer Kanton St. Gallen wurde im Evangelischen Gemeindeblatt Tuttlingen angeführt. In dem Artikel „Unbehagen an der Weihnachtsfeier“ war folgendes zu lesen: „In der Schweizer Pfarrgemeinde Flawil im Kanton St. Gallen wird es in diesem Jahr [1969] am 24. Dezember keinen Christnachtgottesdienst geben. So stand es nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur in eidgenössischen Tageszeitungen zu lesen. Die Kirchengemeindeversammlung, die dies mit Mehrheitsbeschluß festlegte, folgte damit einem Antrag ihrer beiden Pfarrer, die sich nach ihrer persönlichen Glaubensüberzeugung nicht mehr mit dem traditionellen Weihnachtsgottesdienst am Heiligen Abend einverstanden erklären konnten. Sie führten dafür nicht nur an, daß dieser Gottesdienst reformierter Tradition widerspreche, sondern verwiesen vor allem darauf, daß sich dabei heidnisches Brauchtum mit der christlichen Verkündigung mische.“
Der Mensch ist einzigartig
◆ Zu der Schlußfolgerung, daß der Mensch im Universum einzig in seiner Art ist, kam Prof. Z. Kopal von der Universität Manchester, der unter anderem bei der Auswertung der Photographien der Astronauten des Fluges von Apollo 11 und 12 mitwirkte. Gemäß seiner Überlegung würde der Mensch kein Ebenbild seinesgleichen irgendwo finden, wenn auch unbekannte intelligente Wesen von anderen Planeten die Erde besuchen würden. Anläßlich der Tagung der Internationalen Astronomischen Vereinigung (International Astronomical Union) sagte er: „Nehmen wir nur 10 der 50 menschlichen Chromosomen mit je 1 000 Genen. Die mögliche Zahl der daraus entstehenden Kombinationen ergibt die Zahl 10 mit 1 000 Nullen. Die Gesamtzahl der Atome des ganzen Universums wurde von Eddington nur auf eine 10 mit 64 Nullen geschätzt. Die Wahrscheinlichkeit, daß in der Differenz dieser beiden Zahlen, in der Zahl 10 mit 936 Nullen, eine Wiederholung irgendwo im Universum auftreten würde, ist unvorstellbar. Daher sind wir einzig in unserer Art.“
Schüler kritisieren Weihnachtsfest
◆ Wie Schüler über das in den sogenannten christlichen Ländern gefeierte Weihnachtsfest denken, brachte eine Ausstellung, die in einer Schule in Norddeutschland stattfand, zum Ausdruck. Auf verschiedenen Plakaten fragten sie, was der Weihnachtsmann mit der Geburt Christi zu tun habe. Ihre Antwort: „Genausoviel wie ein Gartenzwerg mit der griechischen Statue!“ Die Nordsee-Zeitung berichtete weitere Einzelheiten über diese Ausstellung: „‚Süßer die Glocken nie klingen‘, heißt es zum Beispiel über einer Kasse, die Hundertmarkbeträge anzeigt. ,Friede sei mit Euch‘, ruft der Papst in einem anderen Schaukasten. Darunter — Bilder von verstümmelten Kindern, Kriegswaffen, Panzern und Ausrüstungen in Miniausgaben. Eine Zusammenstellung der Kriegsausgaben, die Amerika für den Vietnamkrieg anwendet und nicht für Gesundheit und Aufbau des eigenen Staates, drückt die Auflehnung der Schüler gegen den sinnlosen Krieg aus. ,Und alle kamen und reichten dem Kinde Myrrhe, Gold und Weihrauch.‘ Diese Worte umrahmen ein Plakat, auf dem ein festlich gedeckter Tisch abgebildet ist. Kinder in Biafra dagegen müssen verhungern, ist die Folgerung aus dieser Darstellung.“
Haschisch macht kurzatmig
◆ Starke Kurzatmigkeit und chronischer Husten sind nach den Beobachtungen von amerikanischen Militärärzten häufig deutliche Zeichen für Haschischgenuß. Bei 31 haschischrauchenden amerikanischen Soldaten in der Bundesrepublik, die eineinhalb Jahre lang beobachtet wurden, stellten die Ärzte außerdem als „typisch“ für den Haschischraucher eine „ewig laufende Nase, pickelige Haut und Schuppen“ fest. Als weitere Symptome von ständigem Haschischgenuß wurden auch Nesselfieber und Durchfall genannt. Nach den Erkenntnissen dieser Ärzte
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