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Unversehrt bleiben, während Tausende fallenDer Wachtturm 1975 | 15. März
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wäre, spricht der Psalmist davon, daß „zehntausend zu deiner Rechten“ fallen würden. Wie bei Gott, dem Allmächtigen, ist die Rechte auch hier ein Sinnbild der Hand oder der Seite, die stärker ist (Ps. 98:1). Das würde bedeuten, daß die religiös besonders Starken, denen wir größeren geistigen Widerstand entgegensetzen müssen, fallen, weil sie gegen Weltlichkeit, Modernismus, religionsfeindliche Propaganda, populäre theologische Ansichten und gegen die von Dämonen inspirierten religiösen Lehren und Bräuche nicht gefeit sind. Sie sind durch den Geist Gottes nicht immun gemacht worden.
28. Wie ist es tatsächlich so gekommen, daß zehntausend zur Rechten des gesalbten Überrestes gefallen sind, und wen hat Gott als Gefährten des Überrestes erweckt?
28 Wenn wir heute die Zahl derer, die zum gesalbten Überrest des geistigen Israel gehören (ungefähr zehntausend), mit den Milliarden Angehörigen des religiösen Groß-Babylon vergleichen, können wir erkennen, daß es tatsächlich so gekommen ist, daß „zehntausend“ zur Rechten dieses Überrestes des „Samens“ des „Weibes“ Gottes gefallen sind (Offb. 12:17). Doch anstelle dieser Zehntausende, die zur Rechten des Überrestes dem geistigen Tod zum Opfer gefallen sind, hat Jehova Gott eine „große Volksmenge“ erweckt, bestehend aus schafähnlichen Gläubigen, die sich ihm durch Jesus Christus, den vortrefflichen Hirten, hingegeben haben (Offb. 7:9-17; Joh. 10:16; Matth. 25:31-46). Besonders seit dem Jahr 1935 hat Jehova die Klasse dieser Gefährten des Überrestes erweckt. Heute geht ihre Zahl in die Hunderttausende, ja gegenwärtig gibt es über zwei Millionen christliche Zeugen Jehovas, die Gottes Königreich verkündigen.
29. Wem hat sich der glaubenzerstörende Einfluß der Welt „genaht“, und wem nicht?
29 Denen, die dem geistigen Tod zum Opfer gefallen sind, hat sich der glaubenzerstörende Einfluß der Welt „genaht“. Von denen dagegen, die unter Gottes geistigem Schutz stehen, heißt es: „Dir wird es nicht nahen.“ Der Überrest hat sich seit dem Nachkriegsjahr 1919 von Jehova Gott, dem großen Arzt, in geistiger Hinsicht heilen lassen (Ps. 103:1-3). Die Christenheit hat jedoch, den Prophezeiungen aus Jesaja 6:9-12 und Matthäus 13:14, 15 entsprechend, diese Heilung nicht angenommen. Darum sind ihre über eine Milliarde zählenden Angehörigen dem auf den Geist verderblich wirkenden Einfluß der kranken Welt erlegen. Der Überrest und seine christlichen Gefährten, die „große Volksmenge“, dagegen sind von Gott immun gemacht worden, und er läßt nicht zu, daß der verderbliche Einfluß der Welt ihnen dahin naht, wo sie geistige Immunität genießen. Da sie gehorsam unter Gottes „Schirm“ bleiben, sind sie sicher und geborgen.
30, 31. (a) Wer empfängt jetzt vor den Augen derer, die unter dem „Schirm des Höchsten“ wohnen, die verdiente Vergeltung? (b) Wie und warum empfangen sie diese Vergeltung?
30 Der gesalbte Überrest der geistigen Israeliten und auch ihre Mitzeugen, die „große Volksmenge“, haben nun schon jahrelang voll Vertrauen unter dem „Schirm des Höchsten“ gewohnt und haben die folgenden Worte des inspirierten Psalmisten bestätigt gefunden: „Nur mit deinen Augen wirst du zuschauen und die Vergeltung selbst an den Bösen sehen“ (Ps. 91:8).
31 Es ist ganz klar, daß Gott, der Höchste, die unter seinem „Schirm“ Wohnenden hier nicht zu den „Bösen“ rechnet, die sich außerhalb befinden und die zur gegenwärtigen bösen Welt gehören. Personen, die an der Lebensweise dieser bösen Welt Gefallen gefunden haben, ernten besonders jetzt, kurz vor dem Ende dieses zum Untergang verurteilten Systems der Dinge, als Vergeltung die Früchte ihrer Handlungsweise. Sie empfangen die verdiente Strafe, denn ihre politischen, wirtschaftlichen, sittlichen, sozialen und religiösen Probleme häufen sich zusehends. Sie ernten, was sie gesät haben. Die heutige willfährige Gesellschaft mit ihrer sogenannten „neuen Moral“ und ihrer „Sex-Revolution“ kann nicht verhindern, daß geschlechtlich entartete Personen an sich selbst ‘die volle Vergeltung empfangen, die ihnen für ihre Verirrung gebührt’ (Röm. 1:27; Luk. 21:25, 26).
32. Zwischen wem sehen die unter dem „Schirm des Höchsten“ Wohnenden schon vor der „großen Drangsal“ einen Unterschied?
32 Die Weltweisen fallen ihren eigenen Plänen zum Opfer. Diejenigen, die die Weisheit des Wortes Gottes verwerfen und sich den Machenschaften Satans aussetzen, erliegen „jedem Trug der Ungerechtigkeit für die, die zur Vergeltung dafür zugrunde gehen, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, damit sie gerettet würden“ (2. Thess. 2:9, 10). Schon vor der herannahenden „großen Drangsal“ schauen die von Jehova Behüteten mit ihren Augen zu und sehen „den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Bösen ..., zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht gedient hat“ (Mal. 3:18).
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Warum es sich lohnt, unter Gottes Schutz zu stehenDer Wachtturm 1975 | 15. März
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Warum es sich lohnt, unter Gottes Schutz zu stehen
1. Wer ist vor den Gefahren der ziellos dahintreibenden Welt sicher?
HEUTE ist es um die materielle, physische Sicherheit der Menschheit schlecht bestellt. Unter Gottes Schutz ist man jedoch vor den sittlichen, sozialen, politischen und religiösen Gefahren der ziellos dahintreibenden Welt sicher. Unter diesem Schutz befinden sich alle, die den geistigen Dingen, die in Gottes heiligem Wort dargelegt werden, den Vorrang geben. Sie wissen, daß Gott für die Befriedigung all ihrer anderen Bedürfnisse sorgen wird.
2, 3. Inwiefern haben der Überrest und die „große Volksmenge“ Jehova wirklich zu ihrer „Zuflucht“ gemacht?
2 Der inspirierte Schreiber des 91. Psalms vermittelt denen, die Gott den ersten Platz in ihrem Leben einräumen, auch durch seine weiteren Worte ein Gefühl der Sicherheit, indem er sagt: „Denn du hast gesagt: ,Jehova ist meine Zuflucht‘, den Höchsten selbst hast du zu deiner Wohnung gemacht; kein Unglück wird dir widerfahren, und auch keine Plage wird deinem Zelte nahen“ (Ps. 91:9, 10).
3 Welch ein wunderbarer Gedanke: Wir können Gott, den Höchsten, ‘zu unserer Wohnung machen’! Das tun wir, indem wir nicht nur zu Jehova sagen: „Du bist meine Zuflucht“, sondern indem wir auch wirklich bei ihm Schutz suchen. Der gesalbte Überrest des geistigen Israels Gottes hat besonders vom Jahr 1925 an furchtlos in aller Öffentlichkeit verkündet, daß er Jehova zu seiner Zuflucht gemacht hat. Die „große Volksmenge“, die sich in jüngster Zeit dem Überrest in der Anbetung Jehovas Gottes angeschlossen hat, folgt dem Beispiel des Überrestes und verkündet ebenfalls, daß sie Jehova zu ihrer Zuflucht und somit zu ihrer „Wohnung“ gemacht hat.
4. In bezug auf welche alles überragende Streitfrage haben diese beiden Gruppen vereint gehandelt?
4 Vereint haben diese beiden Gruppen Jehova, den Höchsten, als den Souverän des ganzen Universums ausgerufen. Sie haben in der zwischen Gott und den Menschen bestehenden Streitfrage um die Herrschaft über die Erde für Jehovas Souveränität Stellung bezogen. Sie machen unaufhörlich auf der ganzen Erde bekannt, daß Gottes messianisches Königreich unter seinem Sohn Jesus Christus die einzige Hoffnung für die bedrängte Menschheit ist. Jehova, bei dem allein Schutz und Sicherheit zu finden sind, ist ihre Wohnung. Bei ihm sind ihre ewigen Interessen jetzt und auch in der Zukunft sicher.
5. Welche Art von Unglück widerfährt denen nicht, die Gott zu ihrer Zuflucht gemacht haben?
5 Diese böse Welt wird nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet, sondern auch auf sittlichem, sozialem und religiösem Gebiet von einem „Unglück“ nach dem anderen heimgesucht. Denen aber, die den allein wahren und lebendigen Gott, Jehova, zu ihrer Zuflucht gemacht haben, ‘widerfährt kein Unglück’, das heißt keines der Unglücke, die in den vorangehenden Versen des 91. Psalms beschrieben werden. Natürlich mögen sie wie die übrigen Menschen von gewaltigen Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, Wirbelstürmen und Erdbeben, betroffen werden, von Seuchen, Hungersnöten und von den verheerenden Folgen von internationalen Kriegen, von Stammesfehden und Revolutionen, doch dadurch wird weder ihre geistige Gesinnung zerstört noch ihr Glaube an Gott, den Allmächtigen, und ihr Vertrauen zu ihm geschwächt. Auch können sie sich von diesen Unglücken materiell und gesundheitlich wieder erholen.
6. Warum ist ein Unglück, durch das die geistige Gesinnung zerstört wird, schlimmer, und wem ist ein solches Unglück widerfahren?
6 Bei einem Unglück, durch das die geistige Gesinnung zerstört wird, ist es jedoch anders. Davon kann man sich nicht erholen. Ein Beweis dafür sind die Christenheit und das Judentum. Diese beiden religiösen Gruppen genießen genausowenig geistige Wohlfahrt wie die Heidenwelt. Sie sind in religiöser Hinsicht krank und gehen einem verheerenden Unglück entgegen, das in der bevorstehenden „großen Drangsal“ über sie kommt (Matth. 24:21, 22; Offb. 7:14). Allen, die jetzt Jehova nicht zu ihrer Zuflucht und zu ihrer Wohnung machen, steht Unglück bevor.
7. (a) Was sind die sinnbildlichen „Plagen“, von denen die einer großen Stadt gleichende Welt heimgesucht wird? (b) Was müssen wir, die wir in Zelten wohnenden Fremdlingen gleichen, tun, um von diesen „Plagen“ verschont zu werden?
7 Diejenigen, die Gott, den Höchsten, vertrauensvoll zu ihrer Wohnung gemacht haben, werden als Fremdlinge dargestellt, die im gegenwärtigen System der Dinge in Zelten, außerhalb der Stadtgrenzen, wohnen (1. Petr. 2:11; Hebr. 11:8-10). Diesen als Klasse gilt die göttliche Verheißung: „Und auch keine Plage wird deinem Zelte nahen“ (Ps. 91:10). Zu den den Geist schädigenden „Plagen“, von denen die Welt, die einer großen Stadt gleicht, zur Zeit heimgesucht wird, gehören unter anderem Nationalismus, übertriebener Patriotismus, die Evolutionslehre, selbstischer Materialismus, Drogenmißbrauch, die Bluttransfusionssucht, spiritistische Bräuche, die „neue Moral“, die größere Liebe zum Vergnügen als zu Gott, Sektierertum, Bibelkritik, die Verehrung der „heiligen Kuh“ der Wissenschaft sowie die Anbetung des politischen „wilden Tieres“ und seines Nachkriegs„bildes“, der Vereinten Nationen, die den Völkerbund ablösten (Offb. 9:20, 21; 13:1-18). Diejenigen, die Jehova zu ihrer Zuflucht gemacht haben, werden nur dadurch, daß sie ihr „Zelt“ weit entfernt von der Welt, der großen „Stadt“, aufgestellt haben, von deren vielen „Plagen“ nicht angesteckt. Bleiben wir daher abseits, und werden wir kein Teil dieser Welt! (Joh. 17:14-16; vergleiche Hebräer 11:9, 10).
ENGEL SCHÜTZEN UNS VOR DEM FALLEN
8. Was für eine Führung benötigen wir, und steht uns eine solche zur Verfügung?
8 Damit wir in dieser Welt, in der unsere geistige Gesinnung vielen Gefahren ausgesetzt ist, gottgefällig wandeln können, benötigen wir eine übermenschliche Führung. Solch eine übermenschliche Führung ist uns zugesichert, „denn“, so fährt der Psalmist fort, „er wird seinen eigenen Engeln deinetwegen Befehl geben, dich auf allen deinen Wegen zu behüten“ (Ps. 91:11).
9. An welche Verheißung, die dem fleischlichen Israel gegeben wurde, und an wessen Dienstleistung gegenüber Jesus sowie an welche Zusicherung Jesu gegenüber seinen mit Kindern verglichenen Nachfolgern erinnert uns dies?
9 Diese Verheißung erinnert uns daran, daß Gott durch den Propheten Moses dem fleischlichen Israel sagen ließ: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Wege zu bewahren und dich an den Ort zu bringen, den ich bereitet habe. Denn mein Engel wird vor dir hergehen und wird dich tatsächlich ... bringen“ (2. Mose 23:20, 23; 32:34; 33:2). Und nachdem Jesus Christus, der Sohn Gottes, den drei Versuchungen standgehalten hatte, die in der Wildnis von Judäa an ihn herangetragen worden waren und von denen eine mit Psalm 91:11, 12 in Verbindung stand, „ließ der Teufel von ihm ab, und siehe! Engel kamen und begannen ihm zu dienen“ (Matth. 4:1-11). Über seine Nachfolger, die er mit Kindern verglich, sagte Jesus: „Ihre Engel im Himmel [schauen] allezeit das Angesicht meines Vaters ..., der im Himmel ist“ (Matth. 18:10). Diese Engel stehen jetzt unter Gottes Befehl, den Überrest der geistigen Israeliten und ihre loyalen Gefährten zu schützen.
10. Welche „Wege“ sind mit den „Wegen“ gemeint, auf denen uns die Engel „behüten“ sollen?
10 Die „Wege“, auf denen die Engel des Himmels die Anbeter Jehovas „behüten“ sollen, sind die „Wege“, die Jehovas geoffenbartem Wort entsprechen und auf denen seine Anbeter seine Gunst genießen und von ihm geleitet werden. Auf anderen, selbstgewählten, eigennützigen Wegen würden seine Engel den „Überrest“ und dessen Gefährten, die „große Volksmenge“, nicht begleiten (Matth. 13:41, 42).
11. Wie zeigte Jesus durch seine Prophezeiung über den „Abschluß des Systems der Dinge“ und über den Boten, der in der Mitte des Himmels flog, daß seine Nachfolger auf der Erde von Engeln unterstützt werden?
11 Jesus sagte in seiner Prophezeiung über ‘das Zeichen seiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge’ deutlich voraus, daß er seine Engel aussenden werde, damit sie die auserwählten Glieder des geistigen Israel versammelten. Auch wenn er käme, um die Angehörigen der Nationen wie Schafe und Böcke voneinander zu trennen, würden die Engel bei ihm sein (Matth. 24:3, 31; 25:31, 32; Offb. 7:1-8). Auch das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, die dem Apostel Johannes durch Jesus gegeben wurde, offenbart deutlich, daß die Engel die Tätigkeit unterstützen würden, die der gesalbte Überrest der geistigen Israeliten während des „Abschlusses des Systems der Dinge“ durchführen sollte. So zeigt zum Beispiel Johannes’ Vision von dem in der Mitte des Himmels fliegenden Engel, der die ewige gute Botschaft hatte, um sie allen Bewohnern der Erde zu verkünden, daß die Anbeter Jehovas dieses Werk auf der Erde unter dem Schutz und unter der Leitung von Engeln durchführen (Offb. 14:6, 7). Das ist aber noch nicht alles.
12. Wieso muß der Überrest, als er mit dem Ausgießen der „sieben letzten Plagen“ begann, wie die Offenbarung zeigt, von Engeln gelenkt und beschützt worden sein?
12 Als der gesalbte Überrest in den Jahren 1922 bis 1928 u. Z. mit dem Ausgießen der „sieben letzten Plagen“ begann, muß er von Engeln gelenkt und beschützt worden sein. Das ist vernünftigerweise anzunehmen, da aus Offenbarung, Kapitel 15 bis 17 hervorgeht, daß die mit Gottes Grimm gefüllten Schalen von Engeln gehalten und ausgegossen wurden, die diese Gefäße aus Gottes Hand entgegengenommen hatten. Da die Anbeter Jehovas ihrem Gott auf eine Weise dienen, die seinen Wegen entspricht, sind sie des Schutzes der Engel gewiß (Ps. 34:7; Hebr. 1:13, 14).
13. Was legen Satans irdische Werkzeuge denen in den Weg, die auf Jehovas „Wegen“ wandeln, und was wird in Psalm 91:12 hierüber gesagt?
13 Die „Wege“, die wir als Anbeter Jehovas gehen, führen mitten durch dieses weltliche System der Dinge, dessen „Gott“ Satan, der Teufel, ist (2. Kor. 4:4). Es ist daher zu erwarten, daß die irdischen Werkzeuge dieses falschen Gottes den Anbetern Jehovas sinnbildliche Steine in den Weg legen, damit sie straucheln und fallen sollen. Im Hinblick auf diese Ursachen zum Straucheln sagt der Psalmist jedoch weiter über die Engel Jehovas: „Auf ihren Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an irgendeinen Stein stößest“ (Ps. 91:12).
14. Wer war im ersten Jahrhundert u. Z. für das fleischliche Israel ein „Stein des Anstoßes“, und warum?
14 Das bedeutet, daß diese Engel uns unterstützen und uns beistehen, so daß uns ein solcher „Stein“ nichts anhaben kann. Die abtrünnigen Juden, die im ersten Jahrhundert u. Z. lebten, „beide Häuser Israel“, hatten keine solche Unterstützung von Engeln, die sie vor dem geistigen Ruin bewahrt hätte. Sie strauchelten über Jehovas wahren Messias, Jesus Christus, der für sie gemäß den prophetischen Worten aus Jesaja 8:14 „ein Stein des Anstoßes“ und „ein Fels, über den man strauchelt“, geworden war (1. Petr. 2:7, 8). Die Verwerfung Jesu als Messias ist dem beschnittenen jüdischen Volk bis heute zum geistigen Schaden gewesen. Das ist aber nicht der „Stein“, von dem in Psalm 91:12 die Rede ist.
15. Warum handelt es sich bei dem in Psalm 91:12 erwähnten „Stein“ um etwas anderes, und wie läßt sich dies veranschaulichen?
15 Dieser „Stein“ ist etwas, was von Jehovas großem Widersacher, Satan, dem Teufel, kommt, und wenn man das, was dieser „Stein“ ist, annimmt, verliert man Gottes Gunst. Es verhält sich hiermit anders als mit dem messianischen „Stein“ des ersten Jahrhunderts, der, wenn er von der jüdischen Nation angenommen worden wäre, dazu gedient hätte, daß sie in Gottes Gunst geblieben wäre. Doch damals folgten die nationalistischgesinnten Juden falschen, nicht von Gott gesandten Messiassen. Im Hinblick auf unsere Zeit warnte Jesus Christus seine Jünger ebenfalls vor falschen Messiassen oder Christussen, die in der Zeit dieses „Abschlusses des Systems der Dinge“ auftreten würden (Matth. 24:3, 5, 23-26). Gemäß dieser Vorhersage sind solche „falschen Christusse“ aufgestanden, und zwar weniger in Form von Einzelpersonen, sondern mehr in Form von politischen Organisationen und Wirtschaftssystemen, denen man messianische Macht zuschrieb und von denen man messianische Segnungen erwartete. So verhieß zum Beispiel Nikita Chruschtschow, daß seine Art des russischen Kommunismus dem Volk das Paradies bringen würde. Und wer könnte vergessen, daß im Dezember 1918 der Generalrat der Kirchen Christi in Amerika den damals geplanten Völkerbund als den „politischen Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“ befürwortete?
16. An was für „Steinen“ stießen Jehovas Zeugen ihren Fuß dank der Hilfe der Engel nicht, so daß sie zu Fall gebracht worden wären?
16 Jehovas Engel haben seine Anbeter gewissenhaft ‘auf ihren Händen getragen’, damit sie ihren Fuß nicht an irgendeinen dieser „Steine“ stoßen und fallen und schließlich seine Gunst verlieren würden. Ihre am Ende des Jahres 1939 veröffentlichte Erklärung über die christliche Neutralität gegenüber allen weltlichen Auseinandersetzungen bestärkte sie in dem Entschluß, weiterhin den Wehrdienst zu verweigern, wie sie es bereits sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten getan hatten. Nach dem Ersten Weltkrieg standen Diktatoren auf wie Adolf Hitler, der das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wiederherstellen wollte, das tausend Jahre dauern sollte. Jehovas christliche Zeugen ließen jedoch nicht zu, daß Jehovas wahrer Messias, Jesus Christus, durch diese Diktatoren aus ihrem Leben verdrängt wurde. In Zeiten, in denen sie daraufhin geprüft wurden, ob sie dem Gesetz Gottes, des Höchsten, den Vorrang geben, haben sie wie einst die Apostel Christi zu Politikern, Richtern und Polizeibeamten gesagt: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg. 5:29). Dank der Hilfe der Engel Jehovas wurden seine Anbeter auch durch keinen „Stein“, der ihnen und ihrer Verkündigung des Königreiches Gottes in Form von Verboten und Einschränkungen in den Weg gelegt wurde, zum Straucheln veranlaßt und zu Fall gebracht.
VOR OFFENEN UND HEIMLICHEN ANGRIFFEN GESCHÜTZT
17. Inwiefern besteht in bezug auf die Ausdrucksweise zwischen Psalm 91:13 und Lukas 10:19 eine gewisse Ähnlichkeit?
17 Gegen Ende des Jahres 32 u. Z. sandte Jesus Christus siebzig Jünger als Verkündiger des Evangeliums von Gottes messianischem Königreich aus. Er benutzte offensichtlich sinnbildliche Worte, als er zu ihnen sagte: „Seht! Ich habe euch die Gewalt gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten sowie über die ganze Macht des Feindes, und nichts wird euch irgendwie schaden“ (Luk. 10:19). Ebenfalls in symbolischem Sinne sagt der Psalmist nun zu der Klasse, die Jehova zu ihrer Wohnung gemacht hat: „Auf den jungen Löwen und die Kobra wirst du treten; du wirst den mähnigen jungen Löwen und die große Schlange niedertreten“ (Ps. 91:13).
18. Wie ist der sinnbildliche „junge Löwe“ niedergetreten worden?
18 Der junge Löwe greift offen an, von vorne. So ähnlich sind auch die Regierungen mächtiger Staaten durch Parlamentsbeschlüsse, in denen die Namen der Opfer genannt wurden, vorgegangen. Sie haben Gesetze erlassen, die unverkennbar gegen Jehovas Zeugen gerichtet waren, oder haben den Nationalismus fördernde Gesetze auf Jehovas Zeugen angewandt. In welcher Absicht? Um die Zeugen gleichsam zu verschlingen, sie zu assimilieren, sie in religiöser Hinsicht vom Staat abhängig und zu einer nationalen religiösen Einrichtung zu machen, wodurch sie von der weltweiten theokratischen Organisation der Zeugen Jehovas getrennt worden wären. Loyale Zeugen Jehovas haben eine solche von einem totalitären Staat kontrollierte Einrichtung abgelehnt. Theokratisch gesinnt, wie sie sind, haben sie an der Gottesherrschaft festgehalten.
19. Wie ist die sinnbildliche „Kobra“ niedergetreten worden?
19 Im Unterschied zum jungen Löwen greift die Kobra im Dunkeln aus einem Versteck an. Sie ist gefährlich wie die „Schlange am Wegesrand“, mit der der Stamm Dan verglichen wurde und die „dem Roß in die Fersen beißt“ (1. Mose 49:16, 17). Selbst in Ländern mit einer Staatsreligion sind auf Jehovas Zeugen, die Gottes Königreich von Haus zu Haus verkündigen, Angriffe unternommen worden, die den heimtückischen Angriffen einer giftigen Kobra glichen. Geistliche der Christenheit verschanzten sich hinter dem Staat, um durch Politiker, Gesetzgeber, Polizeibehörden und Richter heimtückisch gegen Jehovas Zeugen vorzugehen (Ps. 94:20). Das „Gift“ dieser gemeinen Angriffe bewirkte jedoch nicht, daß Jehovas Zeugen von einer lähmenden Furcht befallen wurden. Sie sind gesetzestreu geblieben und haben sich als friedliche Bürger an die Gerichte des Landes gewandt, um für ihre verfassungsmäßigen Rechte zu kämpfen. Sie sind in ihrem Kampf um die Befestigung und Verteidigung der Religionsfreiheit und des Rechts, Gottes Königreich zu predigen, bis vor die höchsten Gerichte gegangen (Phil. 1:7, 16). Oft wurden ihre Bemühungen mit einem Sieg belohnt.
20. Wie haben Jehovas Zeugen sogar in Gebieten, in denen ihre biblischen Schriften verboten waren, Jünger gemacht?
20 Ganz gleich, ob die Feinde offen von vorn oder heimtückisch von hinten angriffen, so wurden sie von den vorrückenden Zeugen Gottes, des Höchsten, niedergetreten. Wenn deren Schriften verboten wurden, setzten sie ihr biblisches Werk, durch das Jünger Christi gemacht wurden, fort, indem sie lediglich die Bibel zum Zeugnisgeben benutzten. Und auch so wurden Jünger gemacht! (Matth. 28:19, 20).
21. Wie treten die Anbeter Jehovas den sinnbildlichen „mähnigen jungen Löwen“ nieder?
21 Durch den Parallelismus, der in den Worten „den mähnigen jungen Löwen und die große Schlange niedertreten“ zum Ausdruck kommt, verleiht der Psalmist seinem Sinnbild noch größeren Nachdruck. Der mähnige junge Löwe müßte älter sein und grimmiger aussehen als der junge Löwe, und die große Schlange muß ein Riesenreptil sein, das in der griechischen Übersetzung der Psalmen (Septuaginta) „Drache“ genannt wird. Doch der sinnbildliche mähnige junge Löwe mag noch so imposant und grimmig aussehen, wenn er seinen offenen Angriff unternimmt, Jehovas Anbeter treten diesen gefährlichen Angreifer dennoch nieder. Sie rücken unaufhaltsam vor, wobei sie Gott, dem Höchsten, als Herrscher mehr gehorchen als löwenähnlichen Menschen oder menschlichen Organisationen. Sie zahlen dem löwenähnlichen Cäsar nur das zurück, was ihm gehört, und behalten nichts für sich, was Gott gehört, sondern geben ihm alles, was ihm gehört (Apg. 5:29; Matth. 22:21). Sie erleiden daher durch das bedrohliche Vorgehen des „Löwen“ in geistiger Hinsicht keinen Schaden.
22. Wie treten die Anbeter Jehovas die sinnbildliche „große Schlange“ nieder?
22 Die drachenähnliche „große Schlange“ erinnert uns an den Vater des „Samens“ der Schlange, Satan, den Teufel, „die Urschlange“ (1. Mose 3:15; Offb. 12:9). Der Psalmist stellt den Teufel hier nicht als ein „Seeungeheuer“, sondern als ein Landungeheuer dar, als ein Riesenreptil, das so lang ist, daß es sich um einen Menschen wickeln kann, um ihn zu zermalmen und zu verschlingen (Jer. 51:34). Wenn daher die Anbeter Jehovas merken, daß Satan, der Teufel, versucht, sie mit Hilfe seiner riesigen Weltorganisation zu umschlingen, sie durch den Druck weltlicher Einflüsse zu zermalmen und sie in seine von Dämonen beherrschte Organisation hineinzuziehen, um sie zu verschlingen, schütteln sie diese „große Schlange“ ab und treten sie nieder. Sie meiden alles, was mit Spiritismus zu tun hat, und lassen so nicht zu, daß die Dämonen heimlich die Macht über ihren Geist und ihren Willen erringen (Luk. 10:17). Vor allem diejenigen, die den gesalbten Überrest der Miterben Christi bilden, müssen dies tun, wenn sie an der Erfüllung von Römer 16:20 teilhaben und Satan in kurzem unter ihren Füßen zermalmt haben möchten. Sie müssen diesem feuerroten „Drachen“ jetzt standhaft widerstehen, müssen ihn ständig „niedertreten“ (1. Petr. 5:8).
GOTT LIEBEN UND SEINEN NAMEN KENNEN
23. Was sagt Gott gemäß Psalm 91:14 über diejenigen, die ihn als das lieben, was er ist?
23 Satan, der Teufel, bestreitet, daß Menschen Gott, den Schöpfer, als das lieben können, was er ist. Gott, der Höchste, schätzt jedoch die echte Liebe seiner irdischen Geschöpfe. Wie Gott diese Wertschätzung zum Ausdruck bringt, zeigt der Psalmist, indem er nun Gott sprechen und ihn über die ihn liebenden Anbeter als Klasse folgendes sagen läßt: „Weil er seine Zuneigung auf mich gerichtet hat, werde ich auch für sein Entrinnen sorgen. Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat“ (Ps. 91:14).
24. Warum, wenn nicht nur, um geistigen Schutz zu finden, haben seine Anbeter ihn zu ihrer Zuflucht gemacht?
24 Die Anbeter des allein wahren und lebendigen Gottes haben ihre Zuneigung auf ihn gerichtet, weil er den höchsten Grad der Liebe verkörpert. Sie hängen ihm an, sind ihm von Herzen zugetan. Sie stehen zwar unter dem Gebot, ihn zu lieben, aber sie lieben ihn, weil er sie zuerst geliebt und diese Liebe durch seinen einziggezeugten Sohn, Jesus Christus, zum Ausdruck gebracht hat (5. Mose 7:7; 10:15; Mark. 12:29, 30; 1. Joh. 4:19). Sie haben also nicht nur Zuflucht bei ihm gesucht, weil er ihnen geistigen Schutz bietet.
25. Woraus konnten Jehovas Anbeter mit seiner Hilfe entrinnen, und wie wird es künftig sein?
25 Gott, der Allmächtige, sorgte in seiner Gegenliebe für ihr Entrinnen aus der religiösen Gefangenschaft, in der sie sich in dieser Welt befanden, ja er bewahrte sie vor der Ausrottung. Deshalb sind seine wahren Anbeter in unserer höchst gefährlichen Zeit noch am Leben und nehmen an Zahl ständig zu. Gott wird auch in Zukunft genauso in der Lage sein, wenn nötig, für ihr Entrinnen zu sorgen.
26. Was ist mit den Worten Jehovas gemeint: „Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat.“?
26 Die Anbeter, die Gott, den Höchsten, mit Geist und Wahrheit anbeten, werden nie vollständig von der Erdoberfläche vertilgt werden, da sonst sein Name auf der Erde ausgemerzt würde. Deshalb sagt er über die Gruppe seiner Anbeter: „Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat“ (Ps. 91:14).
27. Worauf wurde im Jahre 1925 zum erstenmal die Aufmerksamkeit gelenkt, und welcher Artikel erschien daraufhin im Wacht-Turm vom 1. Februar 1926?
27 Im Jahre 1925 u. Z. erkannte der gesalbte Überrest der geistigen Israeliten, daß nach der Bibel für Gott die Zeit gekommen war, sich in der ganzen Welt einen Namen zu machen (Jer. 32:20; Jes. 63:12). Dadurch wurde die Aufmerksamkeit auf Gottes Eigennamen, Jehova, gelenkt. Gleich zu Beginn des nächsten Jahres wurden daher die Leser des Wacht-Turms vor die herausfordernde Frage gestellt: „Wer wird Jehova ehren?“, denn so lautete der Titel des Hauptartikels der Ausgabe vom 1. Februar 1926.
28. Was taten Jehovas Anbeter im Jahre 1928 auf dem Kongreß der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung in Detroit, um zu zeigen, daß sie Jehovas Namen „kennengelernt“ hatten?
28 Im Sommer 1928 bewiesen die auf dem internationalen Kongreß der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung in Detroit (Michigan) Versammelten, daß sie den göttlichen Namen „kennengelernt“ hatten, indem sie mit starkem Beifall die „öffentliche Erklärung gegen Satan und für Jehova“ annahmen. Diese Proklamation wurde dann in gedruckter Form in Millionen von Exemplaren auf der ganzen Erde verteilt. Es gab in jenem bedeutsamen Jahr 44 000 Bibelforscher, die über ihre Predigttätigkeit Bericht erstatteten und die sich an der Verbreitung jener Erklärung beteiligten. Doch was bildete schließlich den Höhepunkt?
29, 30. (a) Was tat man im Jahre 1939 mit dem Titel des Wacht-Turms, um den göttlichen Namen noch mehr bekanntzumachen? (b) Hat sich Jehova einen Namen gemacht, und wenn ja, durch wen?
29 Am Sonntag, dem 26. Juli 1931, nachmittags
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