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Spielt es eine Rolle, ob man an den Teufel glaubt oder nicht?Erwachet! 1975 | 8. Januar
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hat, die Probleme der Welt zu lösen, behält diese ihren falschen Kurs bei. Trotz großer Anstrengungen, der Welt durch die Schaffung von Organisationen wie dem Völkerbund und den UN den Frieden zu sichern, ist es nicht gelungen, den Krieg zu überwinden und die Gefahr einer Vernichtung durch Kernwaffen zu bannen. In riesigen Gebieten der Erde grassiert der Hunger. Trotz staatlicher Programme, deren Schöpfer noch so aufrichtig sein mögen, gelingt es nicht, der überhandnehmenden Drogensucht und der steigenden Kriminalität — Diebstähle, Vergewaltigungen, Mord und andere, besonders von Jugendlichen begangene brutale Verbrechen —, die das Stadtleben überall in der Welt zu einem Alpdruck machen, Herr zu werden. Der Umfang des Bösen steht in keinem Verhältnis zu der Bosheit der beteiligten Menschen. Wie kommt das?
Schwierigkeiten für den Gottgläubigen
Für den, der an Gott glaubt, aber den Teufel leugnet, werden die Schwierigkeiten noch größer. Wieso? Weil ein solcher Mensch zweifellos gelehrt worden ist, daß der Schöpfer ein Gott der Liebe, der Barmherzigkeit und des innigen Erbarmens ist (2. Mose 34:6; Luk. 1:78). Dennoch sind Leid und Not sowie das Böse weiterhin ein Bestandteil des menschlichen Lebens. Kann ein liebevoller Gott dafür verantwortlich sein?
Noch schwieriger wird es für jemand, der den Teufel leugnet, obwohl er angeblich glaubt, daß die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist. Wenn das, was die Bibel über den Teufel sagt, nicht wahr ist, was gibt uns dann die Garantie, daß das übrige, was in der Bibel steht, wahr ist? Wenn man gewisse Teile der Bibel ablehnt, wird alles andere, auch die Berichte über Jesus Christus, fragwürdig.
Alle Menschen, deine Familie, deine Freunde, deine Mitbürger und auch du selbst, ganz gleich, ob du religiös bist oder nicht, bekommen das Böse in irgendeiner Form zu verspüren. Angenommen, eine überirdische Macht wäre dafür verantwortlich, wäre es dann für dich nicht wichtig, zu erfahren, um wen es sich dabei handelt? Lehnst du es jedoch ab, dich mit dieser Frage zu beschäftigen, dann bleiben die erwähnten Probleme ungelöst. Das aber führt zu Frustration und Bitterkeit.
Doch warum zweifeln so viele an der Existenz des Teufels?
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Zweifel an der Existenz des Teufels — Sind sie berechtigt?Erwachet! 1975 | 8. Januar
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Zweifel an der Existenz des Teufels — Sind sie berechtigt?
IN DEN ersten siebzehnhundert Jahren unserer Zeitrechnung gab es unter den sogenannten Christen kaum jemand, der an der Existenz des Teufels zweifelte. Unter dem Ausdruck „Teufel“ verstanden die Leute eine böse Geistperson, die auch „Satan“ genannt wurde und der Erzfeind Gottes und des Menschen war. Aber die Entwicklung absurder und widerspruchsvoller Lehren über den Teufel führte schließlich zu großer Verwirrung und zur Leugnung des Teufels.
Wenn heute vom Teufel gesprochen wird, denken viele Leute an die Gestalt, die ein Erzeugnis mittelalterlichen Aberglaubens ist. Auf Bildern aus jener Zeit wird der Erzfeind Gottes und des Menschen als ein groteskes Wesen mit Flügeln und Schwanz, Hörnern und einer Gabel in der Hand dargestellt. Der Teufel wurde für alle möglichen Übel verantwortlich gemacht, auch galt er als der Fürst einer Hölle, in der ein Feuer brennt.
Der Einfluß des „Zeitalters der Vernunft“
Dann kam das 18. Jahrhundert, die Zeit der „Aufklärung“ oder das „Zeitalter der Vernunft“. Die Denker jener Zeit kritisierten den Aberglauben, durch den die Masse der Bevölkerung in Unwissenheit gehalten wurde. Man legte vermehrten Nachdruck auf wissenschaftliches, „rationales“ Denken, und das führte zur Ablehnung des Übersinnlichen.
Später brachte der Psychoanalytiker Sigmund Freud den Glauben an den Teufel mit dem Bösen in Beziehung, das jemand von seinem strengen Vater während seiner Kindheit erlitten hat. Immer mehr verbreitete sich die Auffassung, daß in den Bibeltexten, in denen von Satan, dem Teufel, die Rede ist, lediglich eine Verkörperung des Bösen gemeint sei.
Viele Bibelgelehrte behaupteten sogar, die Schreiber der Bibel hätten bei ihrer Schilderung des „Bösen“ aus heidnischen Quellen geschöpft. Eine dieser Quellen soll die im 6. Jahrhundert v. u. Z. von Zoroaster begründete altpersische Religion sein. Diese Religion lehrt einen „Dualismus“, in dem der höchste Gott, Ahura Masdah, einen Feind namens Ahriman hat, der am Ende der Zeiten von Ahura Masdah besiegt werden wird.
Andere Gelehrte sagen, die Bibel fordere nicht unbedingt, daß man an Satan, den Teufel, glaube, obschon darin von ihm gesprochen werde, denn die Dämonologie der Schrift spiegle lediglich die Anschauungen wider, die im alten Israel populär gewesen seien.
Moderne Ansichten vergrößern die Verwirrung
Moderne Lehren über den Teufel haben die Verwirrung noch vergrößert. Obwohl viele Leute immer noch der Meinung sind, daß Satan eine böse Geistperson sei, stehen andere auf dem Standpunkt, daß der Teufel für die Menschheit von Nutzen sein könne. Angehörige der religiösen Gruppe, die sich „The Process“ nennt, behaupten zum Beispiel, daß Satan vergeben worden sei und daß er jetzt mit Christus zusammenarbeite.
Uneinigkeit herrscht auch unter denen, die sagen, der Teufel verkörpere etwas. Während viele glauben, Satan sei die Verkörperung böser Kräfte, sind andere davon überzeugt, daß sie die satanische Macht zu ihrem Vorteil nutzen können. Die „Priesterin“ einer „Satanskirche“ erklärte: „Für uns ist Satan nur das Symbol einer Lebenskraft, die uns zu dem verhelfen kann, was wir uns wünschen.“
Wir sehen also, daß viele Leute glauben, der Teufel sei eine Person. während andere ihn für eine Kraft halten. Einige sehen in Satan einen Erzfeind Gottes und des Menschen, andere dagegen einen Wohltäter.
Berechtigte Gründe für Zweifel
Berechtigen diese sich widersprechenden Ansichten dazu, an der Realität des Teufels zu zweifeln? Wir wollen uns einmal damit auseinandersetzen.
In der Bibel wird Satan, der Teufel, dutzendemal erwähnt, aber sein Aussehen wird nie beschrieben. Die weitverbreitete Vorstellung, daß ein geflügelter und geschwänzter Teufel mit einer Gabel in der Hand der Fürst einer Hölle sei, in der ein Feuer brenne, rührt hauptsächlich daher, daß Künstler, von denen sich viele durch Dantes „Hölle“ beeinflussen ließen, ihn so dargestellt haben.
Menschen, die diese Vorstellung abstoßend finden, werden sich freuen, wenn sie erfahren, daß die Bibel keine solchen absurden Dinge über den Teufel lehrt. Sie lehrt auch nicht, daß es eine Feuerhölle gibt. Im Gegenteil, in der Bibel wird deutlich erklärt: „Die Toten ... sind sich nicht des geringsten bewußt“, sie sind ganz ohne Bewußtsein (Pred. 9:5, 10). Die meisten allgemein verbreiteten Auffassungen vom Teufel finden in der Bibel keine Stütze.
Wohin hat es geführt, daß seit der „Aufklärung“ viele Menschen jede überirdische Macht leugnen? Hat sich das Los der Menschheit seither gebessert? Hat das unabhängige, rationale Denken des Menschen zu einer sichereren und sittlicheren Welt geführt, zu einer Welt, in der die Bedürfnisse des Menschen — Nahrung, Kleidung und Obdach — befriedigt werden und in der der Mensch ein sinnvolles Leben führen kann? Nein, das hat es nicht. Und für jeden vernünftigen Menschen sollte es klar auf der Hand liegen, daß die Leugnung der Realität einer Macht nicht beweist, daß es sie nicht gibt.
Auch die Behauptung, die Bibelschreiber hätten die Lehre vom Teufel der zoroastrischen Religion entlehnt, läßt sich nicht beweisen. Jacques Duchesne-Guillemin, Professor für indo-iranische Studien, schrieb, daß sowohl Ahura Masdah (der höchste Gott der zoroastrischen Religion) als auch sein Feind Ahriman „offenbar von jeher existiert haben“. So etwas wird in der Bibel vom Teufel nicht gesagt. Im Gegenteil, nach der Bibel hat es nicht immer einen Teufel gegeben; sie lehrt, daß er ‘in der Wahrheit nicht feststand’ (Joh. 8:44).
Viele der Zweifel, die die Menschen in Verbindung mit der Existenz des Teufels hegen, beruhen somit lediglich auf weitverbreiteten abergläubischen Vorstellungen und unbewiesenen Behauptungen. Das ist aber kein berechtigter Grund, die Realität des Teufels zu leugnen oder es abzulehnen, sich mit stichhaltigen Beweisen auseinanderzusetzen. Doch wo sind solche Beweise zu finden? Wie kann man sich vergewissern, ob es wirklich einen Teufel gibt?
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Gibt es den Teufel?Erwachet! 1975 | 8. Januar
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Gibt es den Teufel?
VIELE Leute sagen: „Ich glaube nur, was ich sehe.“ Jedermann weiß, daß die Aussagen eines zuverlässigen Augenzeugen als bester Beweis für eine Sache gelten. Steht ein solcher Augenzeuge zur Verfügung, der uns bei der Entscheidung der Frage, ob es den Teufel gibt, von Nutzen sein kann?
Das erscheint im ersten Augenblick unmöglich; aber ist es wirklich unmöglich? Hast du gewußt, daß Jesus Christus, bevor er zur Erde kam, im Himmel gelebt hatte? Er war Augenzeuge der Vorgänge gewesen, die sich im geistigen Bereich abgespielt hatten, daher wußte er vieles über den Teufel zu sagen (Joh. 8:23; 17:5).
Es wäre höchst unweise, sich über das Zeugnis Jesu hinwegzusetzen. Von Jesus wissen wir nämlich, daß er immer die Wahrheit sagte. Er setzte sein Leben für die Wahrheit ein (Joh. 18:37; 8:40). Die Lebensweisheiten, die Jesus äußerte, besonders in seiner berühmten Bergpredigt, werden sogar von Nichtchristen hochgeschätzt. In jener Predigt lehrte Jesus seine Nachfolger unter anderem beten: „Befreie uns von dem, der böse ist“ (Matth. 6:13).
Und wie steht es mit Gott selbst? Bestimmt muß er wissen, ob es den Teufel gibt oder nicht. Die ganze Bibel enthält die Gedanken des Schöpfers. Sie weist sich auch als absolut glaubwürdig aus. In ihren Berichten werden jeweils Zeit und Ort sowie die Namen der Personen, um die es dabei geht, angegeben. Die Genauigkeit, mit der in der Bibel geschichtliche Vorkommnisse berichtet werden, hat sogar ihre Kritiker in Erstaunen versetzt. Hunderte von biblischen Prophezeiungen haben sich aufs genaueste erfüllt. Und der Rat, den die Bibel über zwischenmenschliche Beziehungen gibt, hat sich als unübertroffen erwiesen.
Was sagt nun die Bibel, die auch das Zeugnis Jesu Christi enthält, über Satan? Ist „der Teufel“ lediglich etwas Abstraktes, ein Prinzip
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