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Jehova als den wahren Gott verteidigen trotz babylonischer FeindseligkeitDer Wachtturm 1966 | 15. November
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Alter schenkte ihm seine betagte Frau sieben Söhne und drei schöne Töchter. — Hiob 42:10-15.
25 Jehova erwies sich also ohne Zweifel als der wahre Gott, der in der Lage ist, zuverlässige Zeugen auszuwählen, die ihn auf der Erde als den höchsten Gott verteidigen. Hiob ging damals gerechtfertigt aus dem Kampf hervor. Hat aber dieses Drama auch eine prophetische Erfüllung oder Anwendung, die für später lebende, der wahren Weisheit ergebene Menschen von Interesse sein sollte? Beweise im bejahenden Sinne werden in den folgenden Artikeln dargelegt werden.
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Jesus, der „Gegenstand der Feindseligkeit“, tritt für Jehova als den wahren Gott ein (1. Teil)Der Wachtturm 1966 | 15. November
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Jesus, der „Gegenstand der Feindseligkeit“, tritt für Jehova als den wahren Gott ein (1. Teil)
„Betrachtet genau den, der von Sündern gegen deren eigene Interessen einen derartigen Widerspruch erduldet hat.“ — Hebr. 12:3.
1. Wieso kann gesagt werden, Jesus sei in der Erfüllung des Hiobdramas im kleinen der größere Hiob?
DER Name Hiob bedeutet „Gegenstand der Feindseligkeit“.a Daß Hiob tatsächlich ein Gegenstand der Feindseligkeit war, bewiesen die Prüfungen, die Satan und seine unter babylonischem Einfluß stehenden religiösen Freunde über ihn brachten. Wie wir nun sehen werden, war das Ganze ein prophetisches Drama, dessen Einzelheiten sich im kleinen an Jesus Christus, dem größeren Hiob, erfüllten. Bevor wir aber auf eine nähere Betrachtung der vielen aufschlußreichen Punkte eingehen, ist es angebracht, einen kurzen geschichtlichen Überblick über die religiöse Entwicklung zu geben, die in den fünf Jahrhunderten vor der Zeit Jesu in Palästina und dessen heidnischen Nachbarländern vor sich ging. In diesen 500 Jahren kamen unter dem Einfluß Satans verschiedene verfeinerte Formen der Religion und verwirrende Lehren auf, die den verheißenen „Samen“ vor die schwerste Prüfung stellen sollten, wenn er auf der Erde erscheinen würde. (1. Mose 3:15) Wie wir jedoch sehen werden, war der vollkommene Mensch Jesus bereit und auch imstande, der größere Hiob oder „Gegenstand der Feindseligkeit“ zu sein. Damit Jehova als der höchste Gott gerechtfertigt und dadurch die alte Streitfrage richtig entschieden werde, erduldete Jesus den Widerspruch von Sündern. — Hebr. 12:3.
DER RELIGIÖSE RAHMEN FÜR DIE TÄTIGKEIT JESU ENTSTEHT
2, 3. (a) Wie entstanden schließlich zwei jüdische Gruppen, eine babylonische und eine palästinische? (b) Auf welche Weise gelangte die jüdische Religion in andere Länder, und was bildete den Mittelpunkt des religiösen Lebens der Juden?
2 Bibel und Weltgeschichte zeigen, daß im Jahre 537 v. u. Z. und danach nur ein kleiner Teil der Juden, die in den Jahren 607—537 v. u. Z. in der Babylonischen Gefangenschaft gewesen waren, nach Jerusalem zurückkehrten, um unter der Führung Serubbabels die wahre Gottesanbetung wiederherzustellen und den Tempel wieder aufzubauen. (Esra 2:1, 2) Einige Jahre später leistete Nehemia durch den Wiederaufbau der Mauern Jerusalems seinen Beitrag zu diesem Werk (Neh. 7:1), und Esra beteiligte sich daran, indem er Priester einsetzte, die in dem wiederhergestellten Tempel ihren täglichen Dienst verrichteten (Esra 7:1-7) Esra war auch führend in der Anfertigung und der ausgedehnten Verbreitung vieler zuverlässiger Abschriften der heiligen Hebräischen Schriften. Die meisten der weggeführten Juden zogen es jedoch vor, in Babylonien zu bleiben, wo sie materiell gut gestellt waren, aber über das ganze Land zerstreut wohnten.b Diese in Babylon zurückgebliebenen Juden setzten eine Form der wahren Religion Abrahams, des Moses und der Propheten fort, die als „Hebräismus“ bezeichnet werden könnte.
3 Vom 5. Jahrhundert v. u. Z. an begannen viele babylonische und palästinische Juden Handel zu treiben. Sie ließen sich mit ihren Angehörigen und Verwandten in bestimmten Gebieten großer heidnischer Städte in ganz Mesopotamien, Ägypten, Griechenland, Rom und schließlich rings um das Mittelmeer nieder. Auf diese Weise entstanden fast in der ganzen damaligen zivilisierten Welt Judenviertel, wie wir sie heute kennen. Diese Juden brachten ihre hebräische Religion — die Gewohnheit, sich ohne Tempelriten oder Opfer zum Gebet und zur Belehrung zu versammeln — mit. Ein einfacher Versammlungsraum war der Mittelpunkt ihres religiösen Lebens. Anfänglich nannte man diesen Mittelpunkt Beth ha-keneseth (Gebetshaus) oder Beth ha-Midrasch (Lehrhaus).c Unter griechischem Einfluß bezeichnete man diese Gebäude später als Synagogen.d
4. Welches Ausmaß nahm die Ausbreitung der jüdischen Religion an, durch die der Rahmen für die Tätigkeit Jesu entstand?
4 Auf diese Weise „exportierten“ die Juden gewissermaßen ihre Religion nach den Ländern der sich ausdehnenden Heidenwelt. Mit der Zeit übertrafen diese jüdischen „Kolonien“ außerhalb Palästinas die Bevölkerung ihres jüdischen Heimatlandes an Zahl bei weitem und wurden als die in der Zerstreuung (Diaspora) lebenden Juden oder die Juden, „die überall zerstreut sind“, bekannt. (Jak. 1:1) Durch das hervorragende Missionswerk, das die Juden jahrhundertelang durchführten, trugen sie ihre Religion zu den Heiden. „Die Synagogen zogen Hunderttausende von Konvertiten an“, schreibt Josephus, die dann zu Proselyten gemacht wurden.e (Matth. 23:15) Einmal in drei Jahren wallfahrteten die männlichen Juden und Proselyten nach Jerusalem, um den Festen beizuwohnen.f Josephus berichtet, daß bei einem einzigen Passah dort mindestens 2 700 000 Männer versammelt gewesen seien.g Philo, ein gräzisierter Jude, schreibt in diesem Zusammenhang, Jerusalem sei die Hauptstadt „nicht nur e i n e r Nation, sondern aller Nationen“.h Das alles läßt uns erkennen, welches Ausmaß die Ausbreitung der jüdischen Religion angenommen hatte, durch die der Rahmen für die Tätigkeit Jesu, der als „Gegenstand der Feindseligkeit“ dienen sollte, entstand.
HELLENISTISCHE EINFLÜSSE AUF DAS FLEISCH
5, 6. (a) Was ist unter Hellenismus zu verstehen? (b) Wie wurde er gewissermaßen nach Palästina „exportiert“? (c) Welchen auf das Fleisch einwirkenden Einflüssen waren die Juden ausgesetzt, und wirkte sich das auch auf ihre Religion aus?
5 Betrachten wir zunächst einmal, wie diese vorchristliche Religion der Juden entweder direkt durch die Babylonische Gefangenschaft oder aber durch den heimlich wirkenden Einfluß der orientalisierten Griechen allmählich mit orientalischem oder babylonischem religiösem Gedankengut durchsetzt wurde. Da die Griechen früher als Hellenen bezeichnet wurden, nannte man ihre Kultur und ihr religiöses Brauchtum schließlich Hellenismus. Die vielen alten griechischen Philosophen waren in Wirklichkeit „Propheten“ des Hellenismus, und ihre unterschiedlichen Gedankenrichtungen waren im Grunde nichts anderes als verschiedene Sekten des heidnischen Hellenismus. Die vielen Sekten des Hellenismus förderten Dinge, die „die Begierde des Fleisches“ befriedigten
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