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  • Die Doppelverdienerehe — Eine lange Geschichte
    Erwachet! 1985 | 8. Mai
    • Die Doppelverdienerehe — Eine lange Geschichte

      RICHARD wird nicht verlegen, wenn er sich eine Schürze umbindet. Er macht sich in der Küche ans Werk. Er wischt den Tisch ab, fegt den Boden und spült das Geschirr — ein Bild der Häuslichkeit. „Ich bin mit dem Saubermachen dran“, erklärt er. „Carol schläft gerade ein paar Stunden, weil sie am Abend zur Arbeit gehen muß.“

      Richards und Carols Lebensweise ist vielerorts eher die Regel als die Ausnahme: Sie führen eine Doppelverdienerehe. In den Vereinigten Staaten hat sich seit 1950 die Zahl der Frauen in der Arbeitswelt verdreifacht. Und nach neueren Schätzungen haben über drei Fünftel der Ehepaare in den Vereinigten Staaten zwei Einkommen. In Ländern wie Frankreich, Australien, Kanada, Belgien, Schweden und Japan ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. In der Bundesrepublik Deutschland sind 51 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 65 Jahren berufstätig.

      Natürlich werden sich Leser in vielen sogenannten Entwicklungsländern fragen, was daran so außergewöhnlich ist. Denn dort ist es Tradition, daß Frauen am Geldverdienen einen großen Anteil haben. (Siehe Seite 4.) Indessen ist der Anstieg der Doppelverdienerehen eigentlich ein Phänomen des Westens. Wieso kann man das sagen?

      Eine „wirtschaftliche Verpflichtung“

      Die Vorstellung, daß der Mann allein das Brot verdienen soll, ist nicht nur dem Westen eigen, sondern auch ziemlich modern. Wie das Buch The Individual, Marriage, and the Family sagt, hat sich der größte Teil der Menschheitsgeschichte dadurch ausgezeichnet, daß „Frauen den Männern hinsichtlich der Sorge um den Unterhalt der Familie völlig gleichgestellt waren“.

      Die Bibel zeigt, daß Frauen in alter Zeit ihren Beitrag für den Unterhalt der Familie leisteten. In Sprüche, Kapitel 31 wird eine „tüchtige Ehefrau“ beschrieben. Sie kommt nicht nur ihren häuslichen Pflichten nach, sondern sie verdient auch Geld. Der Erwerb von Land, die Feldarbeit, die Anfertigung und der Verkauf von Kleidung sind einige ihrer Tätigkeiten und Fähigkeiten, die ihr Geld einbringen (Sprüche 31:16, 24). In Apostelgeschichte 18:2, 3 spricht die Bibel von einem Ehepaar namens Aquila und Priscilla, die gemeinsam dasselbe Handwerk betrieben. Der Bibelkommentator Adam Clarke erklärt: „Bei den Griechen, Römern und Israeliten führten selbst Frauen der obersten Schichten mit ihren Händen alle Arten von Tätigkeiten aus, um etwas zum Unterhalt der Familie beizutragen.“

      Jahrhundertelang arbeiteten Mann und Frau in wirtschaftlicher Hinsicht als Partner zusammen. Die Arbeit konzentrierte sich aber auf die häusliche Umgebung. Dann kam die industrielle Revolution, und Männer suchten in den Fabriken der Großstädte Arbeit. Diese Abkehr von der Arbeit auf dem Bauernhof bewirkte, daß Männer „außerhalb des häuslichen Bereiches arbeiteten — in Berufen, die nicht die Beteiligung von Frau oder Kind erforderten“. Was war die Folge? Frauen wurden nach der Meinung einiger zu einer „wirtschaftlichen Verpflichtung“ (Scientific American).

      Allerdings brachte die Industrialisierung ein gewisses Maß an Wohlstand mit sich. Und während sich die westlichen Länder von der Wirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg erholten, strebten viele Familien eifrig einen höheren Lebensstandard als Ziel an. Eine Zeitlang war es einigen Männern aufgrund der hohen Löhne, der niedrigen Preise und der leicht erhältlichen Kredite möglich, für ihre Familie ein Haus und ein Auto zu beschaffen — und sogar einiges aus dem erstaunlichen Angebot neuer Produkte, die den Leuten nun schmackhaft gemacht wurden.

      Der Traum vom höheren Lebensstandard erwies sich für viele jedoch als eine tückische Falle, als die Inflation ins Rollen kam. Wie der Autor Marvin Harris schreibt, fanden es Eltern schon in den 60er Jahren „zunehmend schwerer, einen mittleren Lebensstandard zu erreichen und beizubehalten“. Zur Veranschaulichung: Der durchschnittliche Kaufpreis für ein neues Einfamilienhaus betrug 1965 in den Vereinigten Staaten 20 000 US-Dollar. Bis zum zweiten Quartal im Jahre 1984 war der Preis auf etwa 100 000 US-Dollar gestiegen! Die Kosten für Lebensmittel und Kleidung gerieten ebenfalls außer Kontrolle. Daher begannen die Frauen, in Scharen auf den Arbeitsmarkt zu strömen.

      „Wir brauchten einfach mehr Geld“

      Richard und Carol (schon zu Beginn erwähnt) haben ein behagliches, doch — gemessen am US-Standard — bescheidenes Zuhause. Aber wie viele andere Ehepaare blieben auch sie nicht von den Auswirkungen der Inflation verschont. Carol sagt: „Wir brauchten einfach mehr Geld, um unsere Rechnungen zu bezahlen. Ich erkannte, daß Richard nicht viel mehr Geld verdienen konnte, als es damals der Fall war. Daher hatte ich wirklich keine andere Wahl, als ganztägig arbeiten zu gehen.“ Nein, die Philosophie der Frauenbewegung war nicht der Hauptgrund, warum Frauen in das Berufsleben eintraten. Wenn man Ehepaare fragt, warum beide berufstätig sind, werden die meisten antworten: „Weil wir das Geld brauchen!“ (Siehe Seite 5.)

      Einigen Frauen ist es nicht recht, daß sie durch den Beruf aus dem häuslichen Bereich gerissen werden. „Die Berufstätigkeit bringt mich noch um“, klagt eine Frau. Es gibt andererseits viele, die es begrüßen, berufstätig zu sein. „Ich gehe sehr gern arbeiten“, sagt eine Frau, die in einer Möbelausstellungshalle die Aufsicht führt. „Ich bin einfach keine Hausfrau.“ In die Höhe schnellende Scheidungsraten und die Vorstellung, womöglich einmal Witwe zu sein, haben ebenfalls dazu beigetragen, Frauen auf den Arbeitsmarkt zu locken. „Ich hätte große Angst, wenn ich nicht berufstätig wäre“, sagt eine Frau. „Mit 22 Jahren verlor ich meinen ersten Mann ... Nun habe ich ständig den Gedanken im Sinn, daß ich, falls Stephen sterben oder mit einem jungen Ding davonlaufen würde, ohne Arbeit in einer äußerst mißlichen Lage wäre.“

      Die meisten berufstätigen Ehepaare hingegen haben lediglich das Bestreben, sich in finanzieller Hinsicht über Wasser zu halten. Vor welchen Problemen stehen sie zum Beispiel, und wie können sie sie erfolgreich anpacken?

  • Die Doppelverdienerehe — Ihre Problematik
    Erwachet! 1985 | 8. Mai
    • Die Doppelverdienerehe — Ihre Problematik

      „ICH denke, der Mann sollte zur Arbeit gehen und das Geld nach Hause bringen“, erklärt ein Mann, „und wenn er mit der Arbeit fertig ist, sollte er sich hinsetzen und sich für den Rest des Tages ausruhen.“ Doch trotz dieser offensichtlich ausgeprägten Einstellung geht seine Frau arbeiten.

      Viele Männer befinden sich in einem ähnlichen Widerstreit der Gefühle: wirtschaftliche Notwendigkeit auf der einen Seite, eingewurzelte Vorstellungen über Männlichkeit auf der anderen Seite. Die Soziologin Lillian Rubin sagt: „In einer Gesellschaft, in der die Leute wie rasend nach dem Erwerb von Gütern streben, in der das Selbstwertgefühl eines Mannes und die Definition von Männlichkeit von seiner Fähigkeit abhängen, diese Güter zu beschaffen, fällt es ihm schwer, sich einzugestehen, daß die Familie tatsächlich auf das Einkommen der Frau angewiesen ist, wenn sie ein Leben führen soll, das beiden Ehepartnern zusagt.“ Einige Männer sind folglich deprimiert oder überkritisch und beschweren sich, ihre Frau sei zu unabhängig geworden oder die Wohnung sei nicht mehr so sauber wie früher.

      Was kann die Folge sein, wenn eine Frau mehr Geld verdient als ihr Mann oder einen angeseheneren Beruf ausübt? In der Zeitschrift Psychology Today wird behauptet: „Bei Ehemännern, die im Berufsleben hinter den an sie gestellten Erwartungen zurückstehen und deren Frauen im Berufsleben erfolgreich sind, ist ein früher Tod als Folge einer Herzkrankheit 11mal häufiger als gewöhnlich.“ The Journal of Marriage and the Family berichtet des weiteren, daß Ehen, in denen die Frau „bessere berufliche Fertigkeiten“ besitzt, „eher in einer Scheidung enden“.a

      Eine Frau hingegen muß manchmal gegen ihren eigenen Unwillen ankämpfen. Zwar ist ihr die wirtschaftliche Notlage ihres Mannes bewußt, aber dennoch fragt sie sich: „Warum soll ich arbeiten gehen? Müßte er nicht für mich sorgen?“ Außerdem wird sie vielleicht von einem Schuldgefühl geplagt, das der Psychologe Dr. Martin Cohen als die größte Ursache für Streß bei berufstätigen Frauen bezeichnet — „das Schuldgefühl, nicht genug zu tun, keine so gute Ehefrau und Mutter zu sein, wie es ihre Mutter war“.

      Folglich kann die erste Schwierigkeit für ein berufstätiges Ehepaar darin bestehen, die wirtschaftliche Realität zu akzeptieren, die Mann und Frau dazu zwingt, Geld zu verdienen. Aber mit Sicherheit ist das nicht das einzige Problem.

      „Dein“, „mein“ — Wessen?

      Über ein Drittel von 86 000 befragten Frauen bezeichnen es als das größte Problem in ihrer Ehe: Geld! In einem Artikel der Zeitschrift Ladies’ Home Journal heißt es: „Das Thema Geld ... verwandelt ansonsten vernünftige Männer und Frauen in Wahnsinnige.“ Ein Ehemann sagt: „Unser größtes Problem war das Geld. Einfach zuwenig Geld — totaler, erdrückender Geldmangel.“ Zwar könnte der Druck durch ein zweites Einkommen nachlassen, doch oft entstehen dadurch auch neue Schwierigkeiten.

      Ed, ein junger Ehemann, erklärt: „Am Anfang unserer Ehe verdiente Ronda etwa ebensoviel Geld wie ich. Und als sie später mehr verdiente als ich, hatte ich im Unterbewußtsein das Gefühl, sie sei besser als ich.“ Das zweite Einkommen läßt den Zeiger an der Waage des „Gleichgewichts der Macht“ offensichtlich mehr zugunsten der Frau ausschlagen. Sie könnte verständlicherweise denken, sie sei nun berechtigt, mehr darüber zu sagen, wie das Geld ausgegeben werden sollte.

      Männer machen hingegen ungern von dieser Verfügungsgewalt Abstriche. „Jeden Tag mußte ich ihm sagen, wieviel Geld ich tagsüber brauchte“, erinnert sich eine Frau. „Das war mir wirklich zuwider.“ Wenn der Ehemann unvernünftig mit Geld umgeht oder, was noch schlimmer ist, es verschwendet, steigert sich der Unwille der Frau. Eine Frau aus Tansania klagt: „Das Geld wird fürs Trinken ausgegeben, nicht für uns Frauen oder die Kinder. Wir helfen bei der Arbeit mit oder tun oft den größeren Teil davon, aber er nimmt alles Geld und sagt, es gehöre ihm — er habe es verdient.“

      Es ist allerdings nicht immer leicht, ein Übereinkommen zu treffen, das beide Partner zufriedenstellt. Ed und Ronda einigten sich zum Beispiel dahin, daß ihre beiden Gehälter auf ein Bankkonto überwiesen wurden. „Aber wenn es ans Ausgeben ging“, erklärt Ed, „hatte sie größere Wünsche als ich. Je mehr Geld sie verdiente, desto mehr gab sie aus.“ Einige Frauen würden auf eine solche Behauptung erwidern, daß in Wirklichkeit der Mann die größeren Wünsche habe.

      Ein leerer Kühlschrank und schmutzige Socken

      „Arbeitsteilung“ — in der Theorie klingt das großartig. Man würde es normalerweise für natürlich halten, daß die Ehemänner berufstätiger Frauen ihren Anteil an der Hausarbeit verrichten.b Vielleicht könnten Frauen endlich einmal den Luxus genießen, sich nach einem Arbeitstag zu entspannen. Aber leider hat sich die „Arbeitsteilung“ sehr oft als bloße Theorie erwiesen.

      Männer sagen, sie seien bereit mitzuhelfen. Bei einer Umfrage hatten 53 Prozent der befragten Männer nichts dagegen einzuwenden, einen Staubsauger in die Hand zu nehmen. Wie viele taten es aber wirklich? Siebenundzwanzig Prozent. Die Passivität der übrigen Männer spricht lauter als ihre Worte.

      Forscher in Kanada fanden heraus, daß „eine Frau, die ganztägig arbeitet, dennoch fast dreimal soviel Zeit für Hausarbeit und Kinderbetreuung aufwendet“ wie ihr Ehemann (Kursivschrift von uns). In Europa oder in den Entwicklungsländern sieht das Bild nicht viel anders aus. Berufstätige Frauen tragen eine Last, die zwei ganztägigen Beschäftigungen entspricht. Kein Wunder, daß die Autorinnen des Buches Mothers Who Work sagen: „Das größte Problem im Leben einer berufstätigen Mutter ist die Zeit.“

      Der Morgen und der Abend sind für eine berufstätige Frau mitunter eine einzige Hetze: die Kinder wecken und anziehen, den Frühstückstisch decken, die Kinder für die Schule fertigmachen, zur Arbeit eilen — dann zu hungrigen Kindern und einem hungrigen Ehemann zurückkehren, der sich womöglich in seinem Lieblingssessel niedergelassen hat. Forscher sprechen von „Rollenstreß“. Sie spricht von totaler Erschöpfung. Eine Frau sagt: „Mein Leben ist wie ein sorgfältig gebautes Kartenhaus. Wenn etwas schiefgeht, bricht alles zusammen.“ Und je größer die Familie ist, um so mehr Belastung wird die berufstätige Frau empfinden.

      „Irgend etwas muß eben leiden!“ möchte eine berufstätige Frau am liebsten aufbegehren. Oft leidet die Qualität ihrer Hausarbeit. Eine Frau erinnert sich: „Es ging so weit, daß wir zu Hause im Kühlschrank nie genug zu essen hatten oder daß niemand saubere Socken finden konnte. Mein Mann ärgerte sich allmählich über mich. Und ich war verzweifelt, setzte mich hin und weinte.“

      Auch die Ehe selbst kann leiden. Eine andere berufstätige Frau sagt: „Mein Mann und ich haben das Empfinden, daß unser Verhältnis zueinander leidet, nicht weil es uns an Liebe oder Verlangen fehlt, sondern weil, nachdem die Arbeit getan ist und die Wünsche der Kinder erfüllt sind, wenig Energie füreinander übrigbleibt.“ Worin besteht die Lösung? Was ist für berufstätige Ehepaare der Schlüssel zum Erfolg?

      [Fußnoten]

      a Einige Forscher sind der Überzeugung, es sei auf die Tatsache, daß die Frau berufstätig ist — nicht auf die Höhe ihres Lohnes —, zurückzuführen, daß einige Männer Depressionen haben und ihre Selbstachtung verlieren. Wie eine Studie zeigt, können Männer den angeseheneren Beruf ihrer Frau eher akzeptieren, wenn es ein traditioneller Frauenberuf ist.

      b In der ganzen Welt gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, was „Hausarbeit“ einschließt. Hier sind die häuslichen Arbeiten gemeint, die traditionsgemäß von Frauen erledigt werden.

      [Herausgestellter Text auf Seite 8]

      Berufstätige Frauen tragen eine Last, die zwei ganztägigen Beschäftigungen entspricht

      [Bild auf Seite 7]

      Einigen Männern fällt es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, daß ihre Frau ebensoviel verdient wie sie oder mehr

  • Berufstätige Ehepaare — Der Schlüssel zum Erfolg
    Erwachet! 1985 | 8. Mai
    • Berufstätige Ehepaare — Der Schlüssel zum Erfolg

      EINES steht außer Zweifel: Wenn ein Ehepaar zwei Einkommen hat, können Streß und Belastungen die Folge sein. Es ist daher weise, die Kosten zu berechnen — in finanzieller, emotioneller und geistiger Hinsicht —, wenn beide Ehepartner berufstätig sind. (Siehe Lukas 14:28.) Falls es aber die Umstände erfordern, daß in einer Familie beide Ehepartner Geld verdienen, dann sind die damit verbundenen Probleme nicht unüberwindlich. Viele Ehepaare bewältigen sie erfolgreich. Der Schlüssel zu ihrem Erfolg? Oft besteht er darin, biblische Grundsätze zu beachten.

      Der Rat der Bibel ist nie überholt. Er kann sogar helfen, mit der heutigen Wirtschaftskrise besser fertig zu werden. Schon vor langer Zeit wurde in der Bibel niedergeschrieben, daß „in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird“ (2. Timotheus 3:1-5). Dies zu erkennen kann einem Mann helfen, sich nicht als Versager zu fühlen, wenn sein Einkommen für die Familie nicht ausreicht.

      Und wenn eine Familie wirklich zwei Einkommen braucht, verurteilt die Bibel die Berufstätigkeit der Frau nicht. Sie zeigt, daß die Frau als „Gehilfin“ für den Mann erschaffen wurde (1. Mose 2:18). Hilft die Frau daher, indem sie das benötigte Geld verdient, braucht sich der Mann dadurch nicht bedroht zu fühlen. Im Gegenteil! Er sollte sich gedrängt fühlen, sie für ihre Bemühungen zu loben, wie es der Mann der „tüchtigen Ehefrau“ tat (Sprüche 31:10, 28). Wie steht es aber um die besonderen Probleme, denen berufstätige Ehepaare gegenüberstehen, wie zum Beispiel den Umgang mit dem Geld?

      Geldprobleme

      „Das ist nicht fair“, beschwert sich ein Ehemann. „Mein Geld ist das Geld für die Familie, aber ihr Geld ist ihr Geld.“ Klingt das vertraut? Die Autorin Susan Washburn bemerkt: „Streitigkeiten wegen Geldangelegenheiten sind oft das Mittel, um andere Spannungen zum Ausdruck zu bringen.“

      Viele Ehepaare debattieren stundenlang darüber, welches Geld „ihm“, „ihr“ oder „beiden“ gehört. Das Problem besteht hier nicht in einem schlechten Haushaltsplan, sondern in einer selbstsüchtigen Ansicht über die Ehe. Gott erklärte, daß Ehepaare wie „e i n Fleisch“ handeln sollten (1. Mose 2:24). Wird es, wenn man diesen Grundsatz beachtet, wirklich darauf ankommen, wieviel Geld „ihm“ und wieviel „ihr“ gehört? Paulus zeigt, daß liebevolle Ehemänner und Ehefrauen darum „besorgt“ sein würden, einander wohlzugefallen (1. Korinther 7:33, 34).

      Ein weiteres Eheproblem, das sich in der Form eines „Geldkonflikts“ äußern kann, ist fehlende Kommunikation. Eine Frau klagt: „Wir handelten unabhängig voneinander. Wir sprachen einfach nie darüber, was wir ausgaben, bis die Rechnungen kamen. Dann sprachen wir nicht, sondern wir stritten uns.“ Auch hier sollte man den biblischen Grundsatz beachten, „e i n Fleisch“ zu sein. Schließt er nicht auch Kommunikation ein? (1. Mose 2:24). Die Bibel sagt ferner: „Die Liebe ... blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus“ (1. Korinther 13:4, 5).

      Wenn Ehepaare diese Grundsätze beachten, wird oft die Folge sein, daß ihre finanziellen Vereinbarungen zum Erfolg führen. Einige Ehepaare beschließen, nachdem sie die Angelegenheit ruhig durchgesprochen haben, daß jeder Partner über einen gewissen Geldbetrag verfügen und für bestimmte Rechnungen verantwortlich sein sollte. Oder man könnte folgende Methode eines Ehepaares ausprobieren: „Unser Geld kommt in eine Kasse, und die Frau ist für die Buchführung und das Bezahlen der Rechnungen verantwortlich.“ Der Erfolg irgendwelcher Pläne hängt indessen nicht so sehr von deren Abfassung ab als vielmehr von der Qualität der Ehe.

      Das Buch Working Couples warnt vor einer weiteren möglichen Gefahr: „Das Problem vieler berufstätiger Ehepaare besteht darin, daß sie beginnen, sich reich vorzukommen. Besonders wenn das zweite Einkommen neu für sie ist, erscheint es ihnen als Allheilmittel für ihre finanziellen Probleme.“ Doppelverdiener sollten daher deutlich im Sinn behalten, warum beide Ehepartner berufstätig sind. Besteht nicht der Zweck darin, für die Familie zu sorgen? (1. Timotheus 5:8). Die Bibel warnt Christen vor der „Geldliebe“ und fordert sie auf, hinsichtlich ihrer materiellen Wünsche bescheiden zu sein (1. Timotheus 6:7-10). Große Geldausgaben werden wahrscheinlich nicht zum Zankapfel, wenn ein Ehepaar sich vor der „Begierde der Augen“ bewahrt und davor, mit materiellen Besitztümern zu prahlen (1. Johannes 2:16).

      Wer spült das Geschirr?

      „Wem fällt schon ein sauberes Wohnzimmer auf?“ fragen die Psychologen Marjorie und Morton Shaevitz. „Niemandem.“ „Wem fällt ein unordentliches Wohnzimmer auf?“ „Jedem!“ Ja, Hausarbeit ist unerläßlich — doch manchmal wird sie von anderen nicht geschätzt. Wer sie tun soll, kann daher eine heikle Frage sein.

      Gewöhnlich läuft es darauf hinaus, daß die Frau den größten Teil der Hausarbeit tut. Was aber, wenn sie sich mit der Zeit darüber ärgert?a Sie könnte sich an ihren Mann wenden und, wie es eine Frau tat, taktvoll sagen: „Sieh mal, wir haben ein kleines Problem.“ Oft weiß der Mann einfach nicht, was es alles einschließt, einen Haushalt zu führen. Mann und Frau könnten sich gemeinsam überlegen, was getan werden muß und was nicht unbedingt erforderlich ist. Einige Arbeiten sind vielleicht unnötig oder könnten weniger oft getan werden. Sie können besprechen, wer was tut, und dabei vielleicht persönliche Vorlieben oder Fähigkeiten berücksichtigen.

      Sollte ein Mann aber „Frauenarbeit“ tun? Gemäß der Bibel betrachtete es Abraham nicht als eine Bedrohung seiner Männlichkeit, als er seiner Frau half, drei bedeutenden Besuchern ein Mahl zu servieren. (Siehe 1. Mose 18:6-8.) Auch heute fühlen sich Ehemänner oft gedrängt zu helfen, wenn sie erkennen, daß die Notwendigkeit besteht. Ein Ehemann sagt: „Ich gebe mir einen Ruck und helfe bei der Hausarbeit mit. Ich gebe zu, daß ich es manchmal eigentlich nicht möchte. Aber da wir beide berufstätig sind, denke ich, es wäre unfair, wenn ich es nicht tun würde.“ (Vergleiche Epheser 5:28.)

      Es könnte aber ein Problem entstehen, wenn eine Frau Vollkommenheit von ihrem Mann erwartet und dabei vergißt, daß er erst ein Anfänger in der Hausarbeit ist. („Georg, weißt du noch nicht einmal, daß man das Spülbecken reinigt, wenn man mit dem Abwaschen fertig ist!“) Geduldige Hilfe wäre sicher produktiver.

      Auch sollte man christliche „Vernünftigkeit“ walten lassen (Philipper 4:5). Es ist wahrscheinlich nicht erforderlich oder möglich, daß die Wohnung so blitzsauber ist wie bisher. „Als ich den ganzen Tag zu Hause war“, erinnert sich Betty, eine berufstätige Frau, „kam es mir vor, als sei ich den ganzen Tag mit Putzen beschäftigt.“ Doch mit ihrem Eintritt in die Arbeitswelt mußte der Maßstab für Sauberkeit geändert werden. „Wir halten unser Zuhause immer noch sauber“, sagt sie, „aber jetzt ist es etwas ,wohnlicher‘.“

      Wahre Sicherheit

      Dies sind nur einige Schwierigkeiten, denen berufstätige Ehepaare gegenüberstehen.b Doch sie können sie erfolgreich meistern, wenn sie die Anleitung der Heiligen Schrift beachten.

      Es werden allerdings weiterhin Belastungen auf sie zukommen. Dann mag es wichtiger denn je erscheinen, einen sicheren Arbeitsplatz und ein angemessenes Einkommen zu haben. Ein christliches Ehepaar gibt indessen zu bedenken: „Man kann durch seine Arbeit ein falsches Gefühl der Sicherheit entwickeln. Einige Männer meinen: ,Ich habe eine Arbeit, und auch meine Frau ist berufstätig; wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.‘ Das ist aber nur eine scheinbare Sicherheit, denn man kann seinen Arbeitsplatz jederzeit verlieren. Man muß daran denken, daß Jehova Gott es ist, der uns beisteht.“

      Der weise Rat eines berufstätigen Ehepaares, das offensichtlich den Schlüssel zum Erfolg gefunden hat, lautet: Man muß auf Gott vertrauen, da er verheißen hat, daß er diejenigen, die das tun, nie im Stich lassen wird (Hebräer 13:5, 6).

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