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In gutem Betragen wandelnDer Wachtturm 1955 | 1. Januar
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Frucht des Geistes zu sehen ist hocherquickend, und das ist es ja schließlich, was uns an einer Frucht so lockt — noch mehr als ihr Nährwert, nicht wahr? Früchte sind so erfrischend! Finden deine Brüder und Schwestern deine Gesellschaft erquickend, da sie nie befürchten müssen, daß du barsch oder ohne Mitgefühl bist, als ob du auf einer höheren Stufe stündest als sie? Milde und Niedriggesinntheit sind auch besonders wünschenswert, wenn man anderen Zeugnis gibt, von denen viele im Geiste sehr bekümmert sind. Erinnerst du dich, was Jesus hierüber sagte: „Kommt zu mir, alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mildgesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seelen.“ — Matth. 11:28, 29, NW.
22. Weshalb benötigen Personen in verantwortlichen Stellungen die Eigenschaft der Milde?
22 Milde ist auch nötig für jene, die in irgendeiner Stellung von Verantwortung stehen, so wie Paulus an die Galater schrieb: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen falschen Schritt tut, ehe er es gewahr wird, so suchet ihr, die geistlich Befähigten, einen solchen zurechtzubringen im Geiste der Milde, wobei du über dich selbst wachest, in der Furcht, daß auch du versucht werdest.“ — Gal. 6:1, NW. Siehe auch 2. Timotheus 2:25.
SELBSTBEHERRSCHUNG
23. Womit ist Selbstbeherrschung eng verbunden, und in welcher Hinsicht müssen wir äußerst wachsam sein?
23 Schließlich richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Selbstbeherrschung. Sie ist das gerade Gegenteil des Geistes der Welt von heute, in der Gewalttaten und Zornausbrüche und die schnelle Bereitschaft, fleischlichen Wünschen und Leidenschaften zu frönen, an der Tagesordnung sind. (2. Tim. 3:3) Selbstbeherrschung mag in der Schrift nicht so oft erwähnt sein wie die anderen Eigenschaften, doch wenn wir uns daran erinnern, wie eng sie mit der Zucht verbunden ist, wissen wir, daß sie von der Schrift stark gestützt wird. Zufolge der Unvollkommenheit sind wir geneigt, ins Extrem zu gehen, indem wir entweder eigensinnig oder bequem und schlaff werden. Man denke daran, daß ein Fruchtbaum, den man ganz sich selbst überläßt, aufhört, edle Frucht zu tragen, daß er entartet und leicht das Opfer verderblicher Einflüsse und einer Krankheit wird. Daher müssen wir zu allen Zeiten wachsam sein, nicht nur hinsichtlich der einzigartigen Königreichsvorrechte und Aussichten, die wir haben, sondern auch wegen der Gefahren von innen und von außen. Wir sind an einem Wettkampfe beteiligt, und, wie Paulus es sagt: „Jeder, der an einem Wettkampfe teilnimmt, übt Selbstbeherrschung in allem.“ Deshalb, wie er weiter sagt, „bezwinge ich meinen Leib und mache ihn zu einem Sklaven, damit ich, nachdem ich anderen gepredigt habe, nicht selbst irgendwie mißbilligt werde“. — 1. Kor. 9:25, 27, NW.
24. Welcher andere Gesichtspunkt über Zucht trägt zu guter Frucht bei?
24 Später, im selben Briefe, nachdem er auf die traurigen Folgen eines Mangels an Selbstbeherrschung und die konsequente Notwendigkeit der Selbsterforschung aufmerksam gemacht hat, erwähnt er den anderen Gesichtspunkt der Zucht, nämlich jener Zucht, die von Jehova erteilt wird. Er sagt: „Wenn wir beurteilten, was wir selbst sind, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so nimmt uns Jehova in Zucht.“ Jeder wahre Sohn benötigt und empfängt solche Zucht, wie Paulus dies in seinem Briefe an die Hebräer zeigt: „Allerdings scheint keine Zucht für die Gegenwart erfreulich zu sein, sondern betrüblich; hernach aber trägt sie denen, die durch sie geschult worden sind, friedsame Frucht, nämlich Gerechtigkeit.“ — 1. Kor. 11:31, 32; Heb. 12:11, NW.
25. Wie und unter welchem anderen Bilde ermahnt uns Paulus in Kolosser 3:12-14?
25 Als Abschluß unseres Studiums erinnern wir daran, was der Apostel an die Kolosser schrieb. Allerdings wird dort nicht das Bild der Frucht gebraucht, sondern eher das Bild vom Bekleiden zum Zwecke des Kenntlichmachens. Doch herrscht dort derselbe Gedanke. Wir brauchen uns nicht selbst Muster zu machen für die verschiedenen Kleidungsstücke und sie dann alle einzeln auszuschneiden. Statt dessen gibt Gott uns die Kleidung gemäß seinem eigenen Muster, und an uns liegt es, sie anzulegen und zu tragen. Es ist eine liebliche Beschreibung: „Demgemäß, als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, kleidet euch mit der zarten Zuneigung des Mitleids, der Freundlichkeit, Niedriggesinntheit, Milde und Langmut. Ertraget einander weiterhin und vergebet einander bereitwillig, wenn jemand Ursache zur Klage wider einen an deren hat. Gleichwie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Aber außer all diesen Dingen kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ und hält uns eng vereint als Jehovas versammeltes Volk. — Kol. 3:12-14, NW.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1955 | 1. Januar
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Fragen von Lesern
● Über junge Witwen sagt die Bibel: „Wenn sich ihre sexuellen Regungen zwischen sie und den Christus stellen, wollen sie heiraten, und ein Gericht trifft sie, weil sie ihre erste Glaubensäußerung mißachtet haben.“ Bedeutet dies, daß junge Witwen, die heiraten, untreu sind? — B. S., Vereinigte Staaten.
Eine solche Schlußfolgerung kann nicht stimmen, denn zwei Verse später sagt Paulus: „Ich wünsche, daß die jüngeren Witwen heiraten.“ Ein Verständnis des Zusammenhangs ist nötig. Lesen wir daher 1. Timotheus 5:3-14, NW:
„Ehre Witwen, die wirklich Witwen sind. Wenn aber irgendeine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese zuerst lernen, in ihrem eigenen Haushalt Gottergebenheit zu üben und ihren Eltern und Großeltern beständig die gebührende Entschädigung zu zollen; denn das ist annehmbar in Gottes Augen. Jene nun, die wirklich Witwe und bedürftig zurückgelassen ist, setzt ihre Hoffnung auf Gott und verharrt in dem Flehen und den Gebeten Nacht und Tag. Die da sinnlicher Befriedigung nachgeht, ist tot, auch wenn sie lebte. So gebiete dies weiterhin, damit sie untadelig seien. Gewißlich, wenn jemand für die Seinigen und besonders für die Glieder seines Haushalts nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger.
Eine Witwe werde auf die Liste gesetzt, wenn sie nicht weniger als sechzig Jahre alt geworden ist, Frau e i n e s Mannes, der ein Zeugnis für rechte Werke gegeben wird, wenn sie Kinder auferzog, wenn sie Fremde beherbergte, wenn sie die Füße von Heiligen wusch, wenn sie Bedrängten Hilfe leistete, wenn sie jedem guten Werk fleißig nachging.
Dagegen weise jüngere Witwen ab, denn wenn sich ihre sexuellen Regungen zwischen sie und den Christus stellen, wollen sie heiraten, und ein Gericht trifft sie, weil sie ihre erste Glaubensäußerung mißachtet haben. Gleichzeitig lernen sie auch unbeschäftigt sein, indem sie umherlaufen zu den Häusern, ja nicht nur unbeschäftigt, sondern auch Schwätzer und solche, die sich in anderer Leute Angelegenheiten einmischen, indem sie Dinge reden, die sie nicht sollten. Ich wünsche daher, daß die jüngeren Witwen heiraten, Kinder gebären, einen Haushalt führen, dem Gegner keinen Anlaß zu Beschimpfung geben.“
Als Paulus sagte, man solle Witwen ehren, dachte er an ihre materielle Unterstützung, und Jesus deutet an, daß die Ehrerweisung Eltern gegenüber die materielle Fürsorge einschließt. (Matth. 15:1-6) Paulus zeigte, daß die nahen Verwandten den Ihrigen durch materielle Fürsorge solche Ehre erweisen sollten, und wenn keine Verwandten da seien, die sich einer älteren Witwe, welche in der Versammlung einen guten Ruf hat, annehmen könnten, so sollte die Versammlung sie auf die Liste setzen, die sie über die Namen solcher Witwen führte, welche der Hilfe oder Unterstützung durch die Versammlung bedurften. Dann geht er weiter und zeigt, daß jüngere Witwen nicht auf diese Liste gesetzt werden sollten, denn nachdem sie ihre Absicht, ehelos zu bleiben, geäußert und den Entschluß kundgetan hätten, Jehova mit der völligen, ungeteilten, unabgelenkten Hingabe zu dienen, die ihnen die Ehelosigkeit gestattet, würden sie schließlich doch ihren sexuellen Regungen nachgeben und dennoch heiraten. Somit wäre es besser, wenn jüngere Witwen sich nicht so äußerten, damit man sie zwecks Unterstützung auf der Liste der Versammlung notiere, worauf sie doch versagten und sich eine Verurteilung zuzögen. Es wäre besser für sie, zu heiraten und emsig beschäftigt zu bleiben, Kinder aufzuziehen und einen Haushalt zu führen. Somit sehen wir, daß in 1. Timotheus 5:11, 12 nicht gefolgert wird, daß junge Witwen, die heiraten, untreu seien.
● Bezieht sich Jesaja 53:2, 3 auf das äußere Aussehen Christi Jesu? — J. E., Schweden.
Die Verse der Prophezeiung lauten: „Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, daß wir seiner begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet.“
Christus Jesus war ein vollkommener Mensch, und es ist vernünftig, zu glauben, daß er von sehr angenehmer äußerer Erscheinung war. Doch einen noch
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