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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1956
w56 15. 12. S. 748-754

‚Bringe Gott ein Opfer des Lobes dar‘

„Daß wir statt der Farren dir die Frucht unserer Lippen als Opfer darbringen.“ — Hos. 14:3, Me.

1. Inwiefern sagten jüdische Priester, Jehovas Tisch sei verächtlich, und wie verhielt sich Jehova diesbezüglich?

JEHOVA beschuldigte die jüdischen Priester des fünften Jahrhunderts vor Christus, seinen Namen verachtet und gesagt zu haben: „Der Tisch Jehovas ist verächtlich.“ (Mal. 1:6, 7) Überraschung und Entrüstung vortäuschend, fragten jene religiösen Führer, auf welche Weise sie dies getan haben sollten. Jehova erwiderte: „Wenn ihr ein blindes Tier als Opfer darbringt: ist das etwa nichts Schlimmes? und wenn ihr ein lahmes oder krankes opfert: ist das etwa auch nichts Schlimmes? Bringe dergleichen doch einmal deinem Statthalter hin: wird er wohl Freude daran haben oder dir seine Gunst zuwenden?“ Der Gesetzesbund erforderte Tieropfer, und die Priester brachten diese dar. Er verlangte aber auch, daß gesunde, unverdorbene Tiere geopfert werden sollten, und diese brachten die Priester nicht dar. Statt dessen lasen sie die minderwertigeren heraus, die kranken, lahmen und blinden, und opferten sie auf dem Altar, dem Tische Jehovas. Auf diese Weise verachteten sie seinen Namen und behandelten seinen Tisch verächtlich. Sie hätten nicht einen Augenblick daran gedacht, solch kranke Opfer ihrem menschlichen Statthalter darzubringen, um sein Wohlgefallen und seine Gunst zu erlangen. Wenn sie aber um die Gunst Gottes, des Höchsten, flehten, hielten sie die fehlerlosen Tiere zurück und opferten die minderwertigeren Ausschuß-Tiere, die sie wenig oder nichts kosteten, da sie sowieso praktisch wertlos waren. Nützte es ihnen etwas? Sagte Jehova nicht: „Wird er wohl Freude daran [an einer solchen Gabe von deiner Hand, RS] haben oder dir seine Gunst zuwenden?“ Sie wurden als Betrüger verflucht, weil sie ein Gelübde getan hatten und die Mittel besaßen, das Gelübde zu bezahlen, aber aus Selbstsucht zurückscheuten, dies zu tun: „Verflucht ist der Betrüger, der in seiner Herde männliche Tiere hat und, wenn er ein Gelübde getan hat, dem Herrn doch ein geringwertiges [verdorbenes, ZB] Tier opfert!“ — Mal. 1:8, 9, 14, Me.

2, 3. Was für Opfer, die mit Tieropfern verglichen werden können, opfern Christen heute?

2 War es nicht eine grobe Sünde und eine Anmaßung, wenn eine Nation, die Jehovas Volk zu sein beanspruchte, so etwas tat? Daß das Volk kranke Opfer darbrachte und daß die Priester sie auf Jehovas Tisch opferten, bedeutete die größte Verachtung gegenüber Gott, dem Allmächtigen, indem er dadurch weit unter menschliche Herrscher erniedrigt wurde; denn diese so verächtlich und so beleidigend zu behandeln, hätten sie, auch nur im Traume, nie gewagt. Hättest du in jenen Tagen gelebt, du würdest für Jehovas Tisch bestimmt keine solche Verachtung bekundet haben, oder vielleicht doch? Bekundest du sie jetzt? Außerordentlich viele tun es. Aber wie ist dies möglich, magst du fragen, wenn doch heute nicht mehr Tieropfer auf einem Altar geopfert werden? Es gibt aber Opfer, die heute dargebracht werden müssen und die mit den damals dargebrachten Tieropfern zu vergleichen sind; und solche, die jetzt dargebracht werden, müssen so rein, so gesund und makellos sein wie die Tieropfer damals. Worin bestehen diese Opfer heute? Bringst du solche dar? Und können die deinen als krank oder gesund, lahm oder unverdorben, blind oder sehend bezeichnet werden?

3 In Hosea 14:2 heißt es: „Nehmet Worte mit euch und kehret um zu Jehova; sprechet zu ihm: Vergib alle Ungerechtigkeit, und nimm an, was gut ist, daß wir [so wollen wir dir, Henne] die Frucht unserer Lippen als Farren [junge Stiere] darbringen.“ (Fußn.) Wenn wir uns aus Gottes Gunst vertreiben ließen, sollten wir Worte darbringen, in denen Reue und die Bitte um Vergebung zum Ausdruck kommt; damit kehren wir zu ihm um, indem wir diese Worte gleich Opferfarren darbringen. Und nicht nur Worte der Reue, sondern auch Worte der öffentlichen Bekanntmachung des Namens Jehovas und seiner Lobpreisung sind das, was dargebracht werden muß, gleichwie man Erntefrüchte unter dem Mosaischen Gesetz darbrachte: „Durch ihn laßt uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen öffentlich bekennen.“ So müssen denn heute Worte, das heißt die Farren und Früchte unserer Lippen, Jehova als Opfer des Lobes dargebracht werden. Der Christ muß Worte der Wahrheit und gesunde Lehre darbringen, Worte, die Jehova und sein Vorhaben verherrlichen. Besonders jetzt muß der Christ rechte Worte hinsichtlich der guten Botschaft von Gottes neuer Welt der Gerechtigkeit darbringen. — Heb. 13:15, NW.

4. Inwiefern verhält sich die Christenheit in dieser Sache des Darbringens von Opfern gleich den verwerflichen jüdischen Priestern?

4 Christen erheben den Anspruch, den Fußstapfen Christi nachzufolgen, und das schließt das Gelübde ein, die aus Worten bestehenden Früchte oder Farren opfern zu wollen, so wie er es tat. Gleich den Israeliten, die in ihren Herden annehmbare Tiere hatten, stehen den Millionen, die Christen zu sein behaupten, annehmbare Worte zur Verfügung. Die Bibel, die in Hunderten von Sprachen weithin in Umlauf gesetzt worden ist, ist voll von solchen Worten. Damit Christen sie mit ihren Lippen darbringen können, müssen sie nur die Zeit opfern und sich die nötige Mühe geben, sie in Herz und Sinn aufzunehmen. Aber die meisten Leute unter den Millionen der Christenheit halten diese Kosten für zu hoch, gleichwie untreue Israeliten dachten, die Kosten seien zu hoch, wenn sie fehlerlose Tiere opferten, weshalb sie den Ausschuß, das Übriggebliebene, als Ersatz anboten. Die Israeliten brachten menschlichen Landpflegern vorzügliche Tiere dar, um ihre Gunst zu gewinnen, und die Millionen der Christenheit geben ihr Bestes an Zeit und Kraft dahin, um nationalen Führern und weltlichen Arbeitgebern zu dienen, damit sie deren Gunst und dazu Ansehen, Belohnungen und fleischliche Annehmlichkeiten erlangen. Jesus sagte: „Zahlt Cäsars Dinge dem Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ Die gegenwärtige Neigung geht dahin, alles, was man hat, für diese Welt und ihre Werke des Fleisches aufzuwenden, selbst das, was Gott gehört. Man zieht nur den Abfall, die Brocken, die etwa an Zeit und Kraft übrigbleiben, in Betracht, um sie Jehova zu geben. Von diesem Überbleibsel mag man eine Kleinigkeit an Mühe opfern, um den Anschein der Gottergebenheit zu erwecken. — Luk. 20:25, NW.

5. Wie verunreinigen viele, die Christen zu sein behaupten, den Tisch Jehovas?

5 Worauf läuft dies hinaus? Auf dasselbe, wie zu sagen: „Der Tisch Jehovas ist verächtlich“, und als würde man erklären, daß auf seinem Tische die Abfälle, das Übriggebliebene, genügten. Die Worte, die auf seinem Tische geopfert werden, sollen stärkende geistige Nahrung sein. Wenn aber deine christliche Rede nichts ist als ein Herunterleiern auswendig gelernter Glaubensbekenntnisse und religiöser Überlieferungen, von denen Jesus sagte, sie machten Gottes Wort ungültig, dann verunreinigst du damit tatsächlich den Tisch Jehovas. (Matth. 15:6) Wenn die Farren deiner Lippen Worte sind, die solch heidnische Lehren, wie die Unsterblichkeit der Seele, predigen, obwohl die Bibel sagt: „Die Seele, welche sündigt, die soll sterben“, und ewige Qual für Sünder, wo doch Gottes Wort sagt: „Der Lohn, den Sünde zahlt, ist der Tod“, und ferner die Dreieinigkeit, trotz der Erklärung Jesu: „Der Vater ist größer als ich“, dann sind solche Wort-Farren kranke, lahme und blinde Opfer, und irgend jemand, der sich davon nährt, wird geistig krank und lahm und ermangelt der Sicht. (Hes. 18:4; Röm. 6:23; Joh. 14:28, NW) Millionen, die denken, sie seien Christen, sagen Worte her, ohne sie wirklich zu verstehen, und machen religiöse Förmlichkeiten, Zeremonien und Riten mit, gleichwie die ehemaligen Juden rein als Formsache Tiere mit Gebrechen opferten. Solche Personen nahen sich Jehova mit ihrem Munde und ehren ihn mit ihren Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von ihm. Daher sagt Jehova von ihnen: „Ihre Religion ist ein Spott, eine mechanisch auswendig gelernte Tradition.“ — Jes. 29:13, Mo.

6. Was werden sich wahre christliche Zeugen Jehovas fleißig zu tun bemühen?

6 Wahre christliche Zeugen Jehovas werden sich Jehovas Tisch gegenüber nicht so verächtlich benehmen. Sie machen es zu ihrer ersten Sorge, die auserlesenen Worte der Bibel aufzunehmen und sie als die Früchte und Farren ihrer Lippen darzubringen. Sie verwenden Worte, die Gesundheit, Erleuchtung und geistige Heilung bewirken, auch wenn in diesen letzten Tagen die abgefallene Mehrheit der Menschen ‚die gesunde Lehre nicht erträgt‘. (2. Tim. 4:3) Es gibt jedoch eine Minderheit vieler Tausende, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind, und wenn sich solche von den Lehr-Opfern der anerkannten Konfessionen abwenden, die mit altem Heidentum, modernen Philosophien und wissenschaftlichen Phantasien befleckt sind, und sich der Wahrheit der Bibel zuwenden, die Jehovas Zeugen ihnen darbieten, werden sie geistig ernährt und zufriedengestellt. So müssen wir uns denn vergewissern, daß wir gut studieren, um durch kraftvolle Worte und deutliche Erklärungen die rechten Antworten geben zu können, die Jehova, sein Wort und Vorhaben verherrlichen. Diese Worte dürfen weder unbestimmt noch von kränklicher und schwacher Art sein, sondern sie sollen so machtvoll sein, daß sie die falschen Worte, die dem Sinn der uns Zuhörenden eingepflanzt worden sind, übertönen und verdrängen. Die notwendigen Worte sind in der Bibel zu finden; wir müssen sie daraus hervorholen, um sie als ein Opfer des Lobes zu verwenden.

BIBELLESEN

7. Was müssen wir tun, um aus der Bibel gesunden Rat zu empfangen?

7 Wenn unsere Wort-Opfer nicht aus den in der Bibel enthaltenen guten Worten bestehen, wenn wir geistig zu träge sind, um die besten herauszufinden, wird die geistige Speise, die wir auf den Tisch Jehovas stellen, nicht ausreichend sein und wird anderen verächtlich erscheinen, weil durch solche Worte ihre gegenteiligen Glaubens­ansichten oder Argumente nicht widerlegt werden können. Nur wenn wir vorher studiert haben, können wir wirkungsvolle Antworten geben. Wir müssen so in der Bibel nach diesen Wahrheiten graben, wie ein Bergarbeiter sich um kostbare Metalle bemüht. „Mein Sohn, wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst, so daß du dein Ohr auf Weisheit merken läßt, dein Herz neigst zum Verständnis; ja, wenn du dem Verstände rufst, deine Stimme erhebst zum Verständnis; wenn du ihn suchst wie Silber, und wie nach verborgenen Schätzen ihm nachspürst: dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen und die Erkenntnis Gottes finden. Denn Jehova gibt Weisheit; aus seinem Munde kommen Erkenntnis und Verständnis. Er bewahrt klugen Rat [gesunde Weisheit, AS] auf für die Aufrichtigen, er ist ein Schild denen, die in Lauterkeit wandeln.“ Jehova hat in der Bibel für uns weisen, gesunden Rat aufbewahren lassen. Wenn wir ihn fleißig suchen, so werden wir ihn — wie er es verheißen hat — finden. — Spr. 15:28; 2:1-7, Fußn.

8. Was für Beispiele gibt es in der Schrift für regelmäßiges Bibellesen?

8 Wir sollten regelmäßig in der Bibel lesen. Dem König von Israel wurde geboten, ‚eine Abschrift dieses Gesetzes für sich selbst in ein Buch zu schreiben‘ und „alle Tage seines Lebens“ darin zu lesen. In jenen Tagen waren Exemplare der Heiligen Schrift selten zu erhalten, und nur wenige Leute hatten ihre eigenen Exemplare. Deshalb wurde geboten, öffentlich daraus vorzulesen. „Du wirst dieses Gesetz vor ganz Israel, vor ihren Ohren, lesen.“ Bei einem besonderen Anlaß, bald nachdem Israel in das Land Kanaan eingezogen war, gab es „von allem, was Mose geboten hatte, nicht ein Wort, das Josua nicht der ganzen Versammlung Israels, auch den Frauen und den Kleinen und den vorübergehend Ansässigen, die unter ihnen mitzogen, vorgelesen hätte“. Jahrhunderte später las König Josia „vor ihren Ohren alle Worte des Buches des Bundes, das im Hause Jehovas gefunden worden war“, und das Ergebnis war eine nationale Säuberung von Dämonenkult. Viele Jahrhunderte später wurde immer noch regelmäßig öffentlich vorgelesen: „Denn Mose hat seit alten Zeiten in verschiedenen Städten solche gehabt, die ihn predigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“ — 5. Mose 17:18, 19; 31:11; Jos. 8:35; 2. Kön. 23:2; Apg. 15:21, NW.

9. Warum genügt es nicht, nur die Bibel zu lesen, und welche weitere Hilfe steht zur Verfügung?

9 Heute geht es uns besser; es gibt Rotationspressen, welche Bibeln in Millionen von Exemplaren drucken. Irgend jemand, den dürstet, kann leicht das Wasser des Lebens trinken, wenn er selbst eine Bibel besitzt und darin liest. Manchmal genügt es aber nicht, allein zu lesen. Man mag Hilfe zum besseren Verständnis benötigen, gleichwie der Äthiopier, den Philippus, der Evangelist, im Buche Jesaja lesen sah. „Verstehst du überhaupt, was du laut liest?“ fragte ihn Philippus. „Wie könnte ich’s denn, wenn mich niemand anleitet?“ erwiderte er. Philippus gab die nötige Anleitung zum richtigen Verständnis. (Apg. 8:26-38, NW) Heute wird die Unterweisung als Ergänzung zum Bibellesen von Jehova durch die Organisation seines treuen und verständigen Sklaven gegeben, durch die er nach seiner Verheißung geistige „Speise zur rechten Zeit“ austeilt. Viel von dieser Hilfe wird durch die Verbreitung gedruckter Bibelstudienhilfsmittel gewährt, mit deren Hilfe jemand ein vermehrtes Verständnis beim Bibellesen empfangen kann. Innerhalb des Rahmens einiger weniger Seiten mag eines dieser Hilfsmittel all die Schrifttexte sammeln, die über ein bestimmtes Thema an verschiedenen Stellen der Bibel zu finden sind, was dem Studierenden Zeit spart und ihm auch die Gewähr gibt, daß er keinen der wichtigen Texte übersieht, die zu einem vollen Verständnis führen. Trotz dieser gedruckten Hilfsmittel braucht jemand, der die Bibel zu studieren beginnt, oft die Hilfe eines anderen; und Jesus versprach diese für den Fall, wo auch nur zwei zusammenkommen, um etwas zu lernen, „denn wo sich zwei oder drei in meinem Namen versammelt haben, da bin ich in ihrer Mitte“. — Matth. 24:45; 18:20, NW.

10. Welche Fälle zeigen, daß das öffentliche Bibellesen auch Erklärungen einschließt?

10 Ebenso wie jemand, der für sich liest, Hilfe benötigen mag, ziehen auch solche, die zuhören, wenn öffentlich vorgelesen wird, Nutzen aus den Erklärungen, die dabei gegeben werden. Während seiner Regierung sandte König Josaphat Fürsten, Leviten und Priester aus, „um in den Städten Judas zu lehren“: „Und sie begannen, in Juda zu lehren, und hatten das Buch mit dem Gesetz Jehovas bei sich, und sie zogen umher, durch alle Städte Judas, und lehrten unter dem Volke.“ Bestimmt schloß dieses Programm der Unterweisung in der Heiligen Schrift mehr ein als nur ein bloßes Vorlesen des Gesetzes. Es umfaßte ohne Zweifel Erklärungen und Anwendungen des Gesetzes sowie Ermahnungen zum Gehorsam. Nach der Gefangenschaft ließ der Landpfleger Nehemia das Gesetz von Tagesanbruch an bis zum Mittag laut vorlesen, und das Volk hörte aufmerksam zu, doch wurden außer den geschriebenen Worten auch solche gesprochen, die bestimmt jedermann verstand: „Und sie fuhren fort, aus dem Buche, aus dem Gesetz des [wahren] Gottes, laut vorzulesen, und es wurde erläutert und der [dessen] Sinn klargemacht, und sie erklärten das Gelesene fortlaufend.“ Jesus las in der Synagoge in Nazareth öffentlich vor, und als er zu Ende war, erklärte er: „Heute hat sich dieses Schriftwort, das ihr eben hörtet, erfüllt.“ Wahrscheinlich sagte er noch mehr, als uns in diesem kurzen Bericht aufbewahrt worden ist. Nachdem der Apostel Paulus in einer Synagoge bei einer öffentlichen Vorlesung zugehört hatte, hielt er auf die Einladung der Vorsteher einen ziemlich ausführlichen Vortrag, und die Anwesenden hatten so große Wertschätzung dafür, daß sie ihn baten, auch am folgenden Sabbat zu sprechen; und „am nächsten Sabbat versammelte sich nahezu die ganze Stadt, um das Wort Jehovas zu hören“. Paulus unterwies den jungen Timotheus, in Verbindung mit dem öffentlichen Vorlesen auch zu ermahnen und zu lehren: „Widme dich weiterhin dem öffentlichen Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren.“ — 2. Chron. 17:7-9; Neh. 8:3, 8; Luk. 4:16-21; Apg. 13:15-44; 1. Tim. 4:13, NW.

VERSAMMLUNGEN BESUCHEN

11. Warum ist die Anwesenheit bei Zusammenkünften der Versammlungen heute unerläßlich?

11 Wenn begleitet von Besprechungen und Erklärungen in gedruckter oder mündlicher Form, trägt privates sowie öffentliches Bibellesen viel dazu bei, die Worte aus der Bibel, die wir benötigen, herauszufinden, um annehmbare Wort-Farren zu opfern. Heute jedoch gibt Jehova durch seine sichtbare Organisation weitere Hilfe, indem Zusammenkünfte der Versammlungen stattfinden. In diesen Versammlungen breitet er einen geistigen Tisch für uns aus. Davon fernzubleiben bedeutete zu sagen, dieser Tisch sei verächtlich, er sei von nicht wirklichem Wert. Doch ist er für uns, für unsere geistige Ernährung und Stärkung, als Einzelpersonen wie als Christenversammlung zum Leben unbedingt nötig. In Versammlungen können wir vor anderen unsere Hoffnung zum Ausdruck bringen, indem wir Antworten geben, und durch ihre Antworten hören wir sie ihre Hoffnung kundtun. Wir können durch unsere Kommentare andere ermutigen und durch ihre Kommentare auch selbst ermutigt werden. Dies ist in der gegenwärtigen Zeit des Endes von besonderer Wichtigkeit: „Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten; denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat. Und laßt uns aufeinander achtgeben, um uns zur Liebe und zu rechten Werken anzuspornen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Gewohnheit ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ — Heb. 10:23-25, NW.

12. Was für Zusammenkünfte veranstaltet die Versammlung?

12 Jehovas Zeugen finden sich als Versammlung wöchentlich mehrmals zusammen. Eine dieser Versammlungen ist ein öffentlicher Vortrag, der besonders für Neuinteressierte bestimmt ist. Jedoch sollte die ganze Versammlung anwesend sein, denn jeder wird etwas lernen können. Und wer wollte die Öffentlichkeit willkommen heißen, wenn die Versammlung nicht anwesend wäre? Wenn du mit der Versammlung verbunden bist, solltest du zugegen sein, um Neue willkommen zu heißen und ihre Fragen zu beantworten. Das Wachtturm-Studium ist lebenswichtig. Ein jedes Glied der Versammlung sollte den Stoff studieren, sollte dem Studium beiwohnen, um ihm zuzuhören, Antworten zu geben und allen, besonders auch Neuen, freundlich zu begegnen. In der theokratischen Predigtdienstschule werden die Versammlungsglieder in den Dingen geschult, die sie predigen sollen, und in der Art und Weise, wie sie sie sagen sollen, also wie sie die Botschaft im Predigtdienste anderen darreichen können. Systematisches Bibellesen ist ein Teil des Studienkurses. Die Dienstversammlung ist eine andere Veranstaltung im Interesse der Schulung. Sie spezialisiert sich auf die Unterweisung im Zeugnisgeben von Haus zu Haus, im Halten von Predigten an den Türen und im Durchführen von Bibelstudien in Privatwohnungen. Niemand, der tief daran interessiert ist, Opfer makelloser Farren und Früchte der Lippen darzubringen, wird in der Dienstversammlung fehlen. Eine andere Zusammenkunft, die von der Versammlung aus durchgeführt wird, ist das Buchstudium, das in Privathäusern abgehalten wird, die sich überall an strategischen Stellen des Versammlungsgebietes befinden. In diesen kleinen Studiengruppen werden Bibelstudienhilfsmittel benutzt; und weil diese Gruppen klein sind, ist es für die Anwesenden leicht, miteinander bekannt zu werden, Antworten zu geben und einander beizustehen, Gott ein makelloses Opfer des Lobes darzubringen.

13. Wie helfen uns die Zusammenkünfte der Versammlung, bessere Christen zu werden?

13 Mit ihren eingesetzten Dienern und ihren programmäßigen Zusammenkünften sind die Versammlungen dazu organisiert, uns zu helfen, zu reifen Christen heranzuwachsen, die fähig sind, den immer wiederkehrenden Wogen der Gottlosigkeit standzuhalten, durch die Satan uns umwerfen will. Es ist so wie in den Tagen der Apostel. „Und er gab einige als Apostel, einige als Propheten, einige als Missionare, einige als Hirten und Lehrer, im Hinblick auf die Schulung der Heiligen für das Dienstwerk, für den Aufbau des Leibes des Christus, bis wir alle hingelangen zur Einheit im Glauben und in der genauen Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu einem vollerwachsenen Manne, zum Maße des Wuchses, der zur Fülle des Christus gehört, damit wir nicht mehr kleine Kinder seien, umhergeworfen wie von Wellen und von jedem Wind der Lehre hin und her getrieben infolge der Betrügereien der Menschen, durch Arglist im Ersinnen von Irrtümern.“ Wenn ihr Versammlungen besucht und Kommentare gebt, könnt ihr ‚beständig untersuchen, ob ihr im Glauben seid‘. Wenn ihr in euren Kommentaren fehlgeht, so können reifere Verkündiger euch auf den rechten Gedanken zurückhelfen. Wie sonst könnt ihr als Versammlung dem göttlichen Erfordernis entsprechen, daß „alle übereinstimmend reden“ und „im gleichen Sinn und im gleichen Gedankengang fest vereint“ sein mögen? Eph. 4:11-14; 2. Kor. 13:5; 1. Kor. 1:10, NW.

14, 15. Warum ist es wichtig, daß Jehovas Zeugen bei Zusammenkünften der Versammlung Gemeinschaft pflegen?

14 Aber es ist nicht nur Wert zu legen auf den Besuch der Zusammenkünfte der Versammlung, in denen man etwas lernen kann, wo man zur Einheit des Geistes gelangt und wo man kennenlernt, wie man das Opfer des Lobes, das wir Jehova darbringen, verbessern kann, sondern es ist auch schon auf die bloße Gemeinschaftspflege Wert zu legen. Es scheint, daß dabei in konzentrierter Weise der Geist Jehovas wirkt und dadurch unseren eigenen Geist theokratisch emporhebt. Die meisten von uns müssen viel Zeit draußen, in dieser Welt, arbeiten, wobei sie mit korrupten Menschen in enge Berührung kommen. Oft müssen sie deren belanglose und gemeine Reden anhören und ihre schlechten Gewohnheiten mit ansehen, so daß es ihnen, wenn sie sich zur Versammlung begeben, vorkommt, als ob sie aus einem Elendsviertel zur Kur auf eine erfrischende Bergeshöhe stiegen. „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“, aber gute Gesellschaft verdrängt schädliche Gewohnheiten und setzt gute an deren Stelle. (1. Kor. 15:33, NW) Verstreut in den Meeren der von Jehova entfremdeten Menschheit, gleichen wir winzigen Inseln, die beständig der Gefahr ausgesetzt sind, durch die endlos daherrollenden Wellen auf das Niveau des Meeres heruntergedrückt zu werden. Durch unser Zusammenkommen aber gewinnen wir voneinander Kraft, um ein starkes Land zu werden, das den anstürmenden Meereswogen trotzt. Wir gewinnen neuen Mut, die Furcht schwindet, denn wir erneuern unsere Kraft, um der Welt widerstehen zu können. Wenn wir uns aber in den feinen Schlingen verstricken, die uns von unseren Versammlungen fernhalten, werden wir den Kampf bald aufgeben. „So laßt uns nicht nachlassen, das Rechte zu tun, denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir es nicht aufgeben.“ — Gal. 6:9, NW.

15 Wenn wir allein sind und von allen Seiten her von der Welt geschlagen werden, kann es sein, daß wir den Mut verlieren und denken, wir seien die einzigen Menschen von Lauterkeit und würden bestimmt noch erliegen. Vor langer Zeit war der Prophet Elia für Jehova eifrig tätig gewesen, und um einer gegen ihn erhobenen schrecklichen Drohung zu entgehen, floh er um seines Lebens willen. Als er sich allein in einer Höhle versteckt hatte, stellte Jehova an ihn die Frage: „Was tust du hier, Elia?“ Der Prophet antwortete: „Ich habe keinerlei Rivalität gegenüber Jehova, dem Gott der Heerscharen, geduldet; denn die Söhne Israels haben deinen Bund verlassen, deine Altäre haben sie niedergerissen und deine Propheten haben sie mit dem Schwerte getötet, so daß nur ich übriggeblieben bin, und sie beginnen, mir nach dem Leben (buchstäbl. der Seele) zu trachten.“ Elia dachte, der einzige zu sein, der sich noch für die Sache Jehovas interessierte. Doch dies war nicht der Fall. „Ich habe siebentausend in Israel übriggelassen, alle jene Kniee, die sich nicht vor Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat.“ (1. Kön. 19:13, 14, 18, NW) Regelmäßige Anwesenheit in Versammlungen wird uns fortgesetzt in Berührung bringen mit unseren Brüdern, was uns zur Stärkung gereicht.

16. Weshalb ist es töricht für einen Christen, sich abzusondern und seinen Weg allein gehen zu wollen?

16 Satan liebt es zu teilen und zu herrschen, die Herde zu zerstreuen und die einzelnen Irregegangenen dann zu fangen. Die Versammlung muß zu gegenseitiger Hilfe zusammenhalten. Wenn wir allein sind, wer hilft uns, wenn wir fallen? Wenn wir allein sind, ist es schwieriger für uns, einen glühenden Eifer für Jehova zu bewahren. Wenn wir zusammen sind, können wir mithelfen, den erkalteten Eifer untätiger Glieder wieder zu erwärmen. Diese Grundsätze werden uns in Prediger 4:9-12 gezeigt: „Zwei sind besser daran als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre Mühe haben; denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Genossen auf. Wehe aber dem einzelnen, welcher fällt, ohne daß ein zweiter da ist, um ihn aufzurichten! Auch wenn zwei beieinander liegen, so werden sie warm; der einzelne aber, wie will er warm werden? Und wenn jemand den einzelnen gewalttätig angreift, so werden ihm die zwei widerstehen; und eine dreifache Schnur zerreißt nicht so bald.“ Wenn wir fallen, weil unser Eifer erkaltet ist, wenn wir Satans Angriffen erliegen, können wir Jehova nicht mehr öffentliche Opfer des Lobes darbringen. Um diesem Verhängnis zu entgehen, dürfen wir unser Zusammenkommen nicht versäumen. Sei kein einsames Schaf, denn ein Schaf, das von der Herde fern ist, ist ein verlorenes Schaf. Treue Hirten als Diener der Versammlung bemühen sich fleißig, verlorene Schafe in die Hürde der Neuen-Welt-Gesellschaft zurückzuführen. (Matth. 18:12-14) So schätze denn deine geistige Kraft nicht zu hoch ein und denke nicht, du könntest den Weg allein gehen, indem du selbstische Interessen verfolgst und die gesunde Grundregel, wonach wir Zusammenkommen sollen, in den Wind schlägst. „Wer sich absondert, trachtet nach seinen eigenen, selbstischen Interessen; er streitet gegen jeden gesunden Grundsatz.“ — Spr. 18:1, AÜ.

17. Wie müssen wir Belehrung von Jehova annehmen?

17 Wenn wir annehmbare Früchte und makellose Farren der Lippen besitzen möchten, müssen wir von Jehova Belehrung annehmen. Tue es, indem du die Bibel liest. Tue es durch systematisches Studium. Tue es bei Zusammenkünften der Versammlung. Besonders dort breitet Jehova auf seinem Tische ein geistiges Mahl aus. Komm und genieße es! Läßt du dir deine Mahlzeiten, deine buchstäbliche Speise, ans Bett bringen? Wenn du sie derart schätzt, daß du dich an den Tisch begibst, um sie entgegenzunehmen, mißt du da nicht auch der noch wichtigeren geistigen Nahrung ebensoviel Wert bei? Jehova verleitet uns nicht zur Trägheit, indem er uns geistige Mahlzeiten im Bett oder daheim, also fern von den Orten der Versammlungszusammenkünfte, servieren läßt. Geh zum Tische, geh in den Königreichssaal! Wenn wir nicht alle diese notwendigen Dinge tun, so befleißigen wir uns nicht, die Worte, die wir benötigen, in uns aufzunehmen und sie zu Opfern des Lobes zu gebrauchen, die von gesunder, heilsamer, erleuchtender Wirkung sind. Zu unserer Schande ermangeln wir dann, der inspirierten Ermahnung nachzukommen: „Tue dein Äußerstes, dich Gott als anerkannt darzustellen, als einen Arbeiter, der sich keiner Sache zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit richtig handhabt.“ — 2. Tim. 2:15, NW.

[Bild auf Seite 750]

„Das Herz des Gerechten überlegt [studiert, KJ], um zu antworten.“ — Spr. 15:28.

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