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  • Eine Familie zieht in das tropische Westafrika
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1966
w66 1. 12. S. 723-724

Eine Familie zieht in das tropische Westafrika

WÄHREND das Flugzeug langsam die Startbahn des Flughafens Gatwick in London entlangrollte und an Geschwindigkeit zunahm, fragten wir uns, meine Frau und ich, von welcher Art das Abenteuer wohl sein würde, in das wir uns begaben. Wir ließen all unsere Freunde und Verwandten zurück und befanden uns nun auf dem Weg in das tropische Westafrika!

Was hatte uns den Entschluß fassen lassen, nach Afrika auszuwandern, besonders da wir zwei kleine Kinder hatten? Ich hatte eine fünfjährige Erfahrung als Lehrer, und so faßten meine Frau und ich den Entschluß, diese am besten in einem anderen Teil der Erde anzuwenden, wo der Bedarf an Predigern der guten Botschaft vom Königreich größer war. Wir befanden uns beide bei guter Gesundheit, hatten zwei gesunde Kinder, und ich hatte eine Stellung als Lehrer in Afrika angenommen, die auch eine passende Unterkunft vorsah und Sicherheit durch einen Arbeitsvertrag gab.

Wir wußten, daß wir in unserem Leben viele Änderungen vornehmen müßten, um uns der neuen Situation anzupassen, aber wie ein Beamter in London während meiner Unterredung wegen des Postens gesagt hatte, „ist für ein Lehreramt in Afrika der Geist eines Missionars erforderlich“. Er ahnte nicht, daß dies der Grund war, der uns dazu veranlaßt hatte, diesen Schritt zu tun! Unser größter Wunsch war, den Afrikanern zu einem Verständnis über Gott und sein Vorhaben mit der Menschheit zu verhelfen.

Wir kamen in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, in der Mitte der Regenzeit an. Wir sollten bald erfahren, daß es hier an einem Tag mehr regnet als in England in mehreren Wochen. Man gewöhnt sich jedoch bald daran, und wenigstens ist der Regen warm! Er schien alles in Fülle wachsen zu lassen, und es gab reichlich Palmen, Orangen- und Melonenbäume und Bananenstauden. Wir waren von der Vielzahl der Grünpflanzen mit all ihren verschiedenen Schattierungen überwältigt; es war ein so wohltuender Kontrast zu der Wüste Sahara, über die wir vorher geflogen waren.

In Freetown gab es große moderne Gebäude, aber auf unserer Reise zu unserem neuen Heim sahen wir, als wir mit dem Geländewagen durch das Land fuhren, daß die meisten Dorfbewohner in teils runden, teils viereckigen strohgedeckten Lehmhäusern lebten. Meistens waren es aber saubere Anwesen. Die Stadt, in der wir jetzt wohnen und arbeiten, liegt gut 200 Kilometer nordöstlich von Freetown im Flachland, wo sehr viel Reis, der ein Hauptbestandteil der einheimischen Kost ist, angebaut wird.

Vielleicht das Überraschendste, was wir bemerkten, war die Freundlichkeit der Eingeborenen des Temnestammes. Dies fiel uns besonders auf, als wir uns Zeit nahmen, ihnen Gottes Wort, die Bibel, besser verstehen zu helfen. Sie sind trotz des harten Lebens, das sie führen, sehr fröhlich und vergnügt. Wenn wir sie in ihren Heimen besuchen, bieten sie uns gastfreundlich Platz an. Oft teilen sie irgendwelches Obst, das sie haben, mit uns, ohne an Bezahlung zu denken, obgleich sie nicht viel von den Gütern dieser Welt besitzen.

Unter den Menschen Westafrikas sind, wie in den meisten anderen Ländern, Aberglaube und Tradition sehr verbreitet, nur in anderer Form. Wenn wir daher in unserem Predigtwerk die verschiedenen Dörfer besuchen, bemühen wir uns, darauf hinzuweisen, wie wir gemäß Gottes Willen, der in seinem Wort gezeigt wird, leben sollten. Wir versuchen den Menschen zu helfen, indem wir immer wieder bei denen Nachbesuche machen, die Interesse an den Verheißungen Gottes bekundet haben, damit sie ihn offen und mit Geist und Wahrheit anbeten können.

Viele Männer und Frauen, die begonnen haben, an Gott zu glauben, haben große Schwierigkeiten überwunden, um Gott in Übereinstimmung mit seinem Wort, der Anleitung für einen reinen Lebenswandel, anzubeten. Die meisten Menschen leben in offener Polygamie, was in Westafrika noch überall üblich ist. Und doch haben viele, nachdem sie den christlichen Maßstab, nur einen Mann oder nur eine Frau zu haben, erkannt hatten, ihre Aufrichtigkeit dadurch gezeigt, daß sie nur ihre erste, legitime Frau behielten und die anderen fortschickten. Andere haben vollständig mit Aberglauben und Tradition gebrochen und haben dadurch ihren starken Glauben bewiesen. Nun, da wir über ein Jahr hier sind, können wir sagen, daß die meisten Afrikaner gottesfürchtige Menschen sind, die Gottes Wort, die Bibel, respektieren und sich freuen, die Verheißungen Gottes zu hören, nach denen er vollkommenen Frieden und Glück unter allen Rassen der Menschheit hier auf dieser Erde herbeiführen wird.

Wenn wir auf die letzten Monate im tropischen Westafrika zurückblicken, sehen wir nun, daß sich die meisten Schwierigkeiten auflösen, während man sich an das neue Leben gewöhnt. Wir sind nicht mehr zaghaft, mit den Afrikanern in ihrer naturgemäßen Umgebung zu sprechen, da wir mehr und mehr verstehen, wie gern sie helfen, besonders wenn man auch einige wenige Worte in ihrer Eingeborenensprache sprechen kann. Dies zeigt ihnen, daß jemand Interesse an ihnen bekundet.

Unsere Besorgnis um unsere Gesundheit und Sicherheit ist bestimmt nicht größer, als sie es in England war. Wir stellten fest, daß wir dadurch, daß wir mehr Sorgfalt auf die Körperpflege legten, weniger Krankheiten hatten als früher, bevor wir hierher kamen. Unsere beiden Kinder sind sehr gesund, und sie scheinen in der Sonne zu gedeihen, die wir fast das ganze Jahr genießen, außer während des Höhepunkts der Regenzeit. Sogar äußerst hohe Temperaturen sind erträglich. Ja, wir sind erstaunt, daß sich der menschliche Körper in so kurzer Zeit anpaßt.

Unsere Kinder haben viel Platz zum Spielen und hatten eine größere Auswahl an Haustieren, die sie verhätscheln konnten, als sie dies jemals in England hätten haben können. Einige Tiere, die wir während des letzten Jahres hatten, waren ein kleines Reh, drei Affen, Hühner und Enten, ein Hund, Kaninchen, eine Ziege und sogar eine Art kleiner Leguan (Echsenart), der uns aber glücklicherweise wieder verließ, bevor er zu groß wurde!

Vielleicht eine der größten Schwierigkeiten bei der Übersiedlung in ein weit entferntes Land ist die, daß man Freunde und Verwandte verlassen muß. Wir haben dies bis zu einem gewissen Grad durch die Benutzung von auf Tonband aufgenommenen Berichten überwunden. Auch haben wir gelernt, unsere eigenen Filme zu entwickeln und zu kopieren, und diese helfen unseren Freunden in England, einen anschaulichen Bericht von Afrika und dessen Menschen zu erhalten.

Es gibt hier eine kleine Anzahl von Weißen, aber man muß aufpassen, damit man solchen Freundschaften nicht erlaubt, die Zeit, die für das Predigen des Wortes Gottes, für die Zusammenkünfte der Versammlung, für Heimbibelstudien und Nachbesuche bei Personen vorgesehen ist, die Interesse an der Botschaft der Bibel bekundet haben, übermäßig zu beanspruchen. Wir sind in Afrika, um solchen, die nach Erkenntnis dursten, und besonders nach Erkenntnis über Gott, wie sie in seinem Wort, der Bibel, zu finden ist, zu helfen. Und indem wir mit unseren liebevollen afrikanischen Mitzeugen zusammenarbeiten, die gleichen Zusammenkünfte und biblischen Kongresse besuchen und mit ihnen studieren, hilft uns dies, ein ausgefülltes Leben zu führen, das das Gefühl der Einsamkeit vertreibt.

Abschließend könnte man fragen, ob es irgendwelche Ratschläge gibt, die wir anderen geben könnten, die eine Übersiedlung in ein anderes Land erwägen, so wie wir es getan haben. Ein wichtiger Faktor für jeden, der Familienverantwortungen hat, wäre der, zuerst eine Anstellung zu erhalten, die möglichst durch einen guten Vertrag gesichert ist. Man sollte auch eine einigermaßen gute Gesundheit haben und bereit sein, sich anzupassen, um den Anforderungen, die ein Land wie Afrika an diejenigen stellt, die dort nicht aufgewachsen sind, gerecht zu werden. Man sollte bereit sein, einige der Annehmlichkeiten dieser modernen Welt aufzugeben. Wenn man dies tut, wird man die innere Befriedigung erlangen, daß man ein lohnendes Werk verrichtet, und damit auch die Erkenntnis, daß im Geben mehr Glück liegt als im Empfangen, und dies haben wir im tropischen Westafrika gefunden. — Eingesandt.

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