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  • Auch in Chile wächst das Wort Gottes weiterhin
  • Erwachet! 1971
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  • Als das Wort zu wachsen begann
  • Die Ankunft der Gileadabsolventen, ein Zweigbüro wird eingerichtet
  • Mit Riesenschritten voran
  • Die Zahl der Jünger mehrt sich
Erwachet! 1971
g71 22. 5. S. 24-26

Auch in Chile wächst das Wort Gottes weiterhin

Vom „Awake!“-Korrespondenten in Chile

WAS man von Palästina zur Zeit der Apostel Jesu Christi sagen konnte, gilt auch für das langgestreckte gebirgige Land Chile heute: „Infolgedessen wuchs das Wort Gottes weiterhin, und die Zahl der Jünger mehrte sich.“ (Apg. 6:7) Der schlagende Beweis für dieses Wachstum ist das neue Zweigbüro samt Wohnheim der Watch Tower Society. Es wurde am 21. November 1970 der Bestimmung übergeben, und bei dieser Feier waren 255 Personen anwesend.

Dieses neue Gebäude steht in Santiago am Fuß der hohen Anden. Dieses schöne L-förmig gebaute Haus ist aus Stahlbeton, damit es erdbebensicher sei, denn Chile ist bekannt für Erdbeben. Seitdem das neue Zweigbüro steht, hat es zwei heftige Erdstöße gegeben, doch ist kein einziger Riß entstanden. Für den Bau dieses Hauses sind 4 000 Sack Zement und 20 Tonnen Stahleinlagen verwendet worden. An diesem Gebäude haben fast nur Zeugen Jehovas gebaut. Eine Versammlung mietete mehrmals einen Bus, mit dem die Zeugen dieser Versammlung zur Baustelle fuhren; dort richteten sie eine Feldküche ein, und die Frauen sorgten dann für die Verpflegung.

Viele Nachbarn waren von dem Verhalten der Zeugen Jehovas, die am Bau arbeiteten, beeindruckt. Einige sagten: „So etwas haben wir noch nie gesehen. Ihr arbeitet hier Tag um Tag, und wir haben in all diesen Monaten noch nie ein Schimpfwort gehört!“ Eine benachbarte Familie brachte ihre Sympathie zum Ausdruck, indem sie eine Zeder spendete, die auf dem Grundstück neben diesem neuen Gebäude gepflanzt werden sollte.

Als das Wort zu wachsen begann

Das Predigen des Wortes Gottes durch Jehovas Zeugen begann in Chile im Jahre 1930. In jenem Jahr kam der erste Zeuge Jehovas nach Chile. Es war ein junger Deutscher namens Ricardo Traub, der die göttliche Wahrheit kennengelernt hatte, als er in Buenos Aires (Argentinien) wohnte. Er war eingeladen worden, nach Chile zu gehen und dort mit dem Predigtwerk der Zeugen Jehovas zu beginnen. Im Jahre 1930 betrug die Bevölkerung von Chile 6 000 000; von echtem Missionargeist beseelt, begann der Zeuge Traub in der Hauptstadt Santiago das Wort Gottes zu predigen.

Einige Zeit danach schlossen sich ihm weitere eifrige Vollzeitprediger des Wortes Gottes an. Einer von ihnen war Theodore Laguna. Er hatte 1935 den von Jehovas Zeugen veranstalteten Kongreß in Washington, D. C., besucht, und während er den Vorträgen des damaligen Präsidenten der Watch Tower Society, J. F. Rutherford, gelauscht hatte, war in ihm der Wunsch erwacht, in ein anderes Land zu ziehen, um dort das Wort Gottes zu predigen. Er kam nach Chile.

Im Jahre 1936 trafen zwei Zeuginnen Jehovas, Beta Abbott und Kay Palm, in Chile ein. Kay Palm erzählte: „Ich fing in Arica, dem am nördlichsten gelegenen Ort Chiles, an zu predigen und predigte überall, bis ich schließlich das am südlichsten gelegene Gebiet, Tierra del Fuego (über 4 300 Kilometer entfernt), erreichte, dabei predigte ich den Leuten, die hoch oben in den Anden Schwefel abbauten, ferner den Leuten, die in der Pampa von Tocopilla, in Iquique und in Antofagasta mit der Salpetererzeugung beschäftigt waren, den Arbeitern der Silberminen sowie den Schafhirten und -züchtern im Süden Chiles. Besonders die Hirten lasen gerne, sie freuten sich daher, Schriften zu erhalten, die Gottes Wort erklärten.“

Die Ankunft der Gileadabsolventen, ein Zweigbüro wird eingerichtet

Als im Jahre 1945 die ersten beiden Absolventen der Wachtturm-Bibelschule Gilead in Santiago eintrafen, wurde ein Zweigbüro der Watch Tower Society eingerichtet, und man begann, das Predigtwerk in einer etwas organisierteren Weise durchzuführen. Einer dieser beiden Zeugen, Albert Mann, ist heute noch in Chile tätig, und zwar als Kreisaufseher. In jenem Jahr besuchte auch der Präsident der Gesellschaft, N. H. Knorr, Chile zum erstenmal; für die dreiundachtzig Zeugen, die es damals im Land gab, wurde ein Kongreß veranstaltet. Man war freudig überrascht, als 480 Personen den öffentlichen Vortrag besuchten.

In den nachfolgenden Jahren kamen noch viele weitere Missionare nach Chile. Im Jahre 1946 begannen zum Beispiel Robert Hannan und seine Frau, in Concepción zu predigen, wo sie heute noch tätig sind. Eine Frau, mit der Schwester Hannan damals die Bibel studierte, erzählte ihr später: „Anfänglich verstand ich überhaupt nichts von dem, was du mir beibringen wolltest. Doch mein Sohn hatte Englisch gelernt und verstand dich besser; das ermöglichte es uns, Fortschritte zu machen. Aber weil du immer so pünktlich bei Wind und Wetter zu uns kamst, kam ich zu der Überzeugung, daß das, was du uns lehrtest, die Wahrheit sei.“ Seitdem das Ehepaar Hannan in Concepción predigt, sind dort zwei Versammlungen entstanden und in der Umgebung der Stadt, wo sie ebenfalls das Wort Gottes gepredigt haben, zehn weitere. Sie sind von Hunderten von Zeugen Jehovas in jenem Gebiet die geistigen Eltern und Großeltern.

Darauf wandte man die Aufmerksamkeit dem Wüstengebiet im Norden zu, einem der trockensten Gebiete der Erde. Die Missionarin Evelyn Valenzuela erhielt den Auftrag, in Pedro de Valdivia mit dem Predigtwerk zu beginnen. Als sie dort ankam, fand sie nirgends eine Wohnung, doch anstatt entmutigt zu sein und gleich wieder abzureisen, bat sie eine Frau, die sie in einer anderen Stadt kennengelernt hatte, bei ihr auf dem Fußboden schlafen zu dürfen. Ihre Mahlzeiten kochte sie bei einer Frau, die sich für die Königreichsbotschaft interessierte.

Im vollen Vertrauen auf Jehova begann sie ihre Tätigkeit, und im ersten Monat hatte sie in einer einzigen Straße schon zehn Bibelstudien; danach lud sie alle diese Leute an einen Ort ein, um mit ihnen den Wachtturm zu studieren. Im zweiten Monat mietete sie einen Saal, in dem sie sich dann gemeinsam versammeln konnten, und im dritten Monat wurden alle Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas regelmäßig durchgeführt. Sie erzählte: „Ihr könnt euch meine Freude vorstellen, als mich am 25. Dezember fünfundzwanzig Personen in den Predigtdienst begleiteten, obschon ich erst im Mai zuvor mit der Predigttätigkeit in jener Stadt begonnen hatte.“ Diese Stadt war Eigentum eines Konzerns, und später überließ der Verwalter den Zeugen Jehovas ein Stück Land und spendete auch das Material für den Bau eines Königreichssaales für die neugegründete Versammlung.

Mit Riesenschritten voran

Im Jahre 1952 war ein gewaltiges Wachstum des Wortes Gottes zu verzeichnen; damals waren 832 Verkündiger der guten Botschaft tätig, das bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine 66prozentige Mehrung.

Darauf setzte Widerstand ein. Die „General Conference Corporation“ der Adventisten des Siebenten Tages widersetzte sich der Verbreitung des Wachtturms. Man behauptete, der Name La Atalaya (Spanisch für Der Wachtturm) klinge ähnlich wie der Name ihrer Zeitschrift, nämlich El Atalaya. Der Fall kam vor Gericht. Das Gericht entschied, die Zeitschrift der Watch Tower Bible and Tract Society unterscheide sich durch die weiteren Worte des Titels „verkündet Jehovas Königreich“. Die Adventisten legten Berufung ein, aber das Berufungsgericht bestätigte den Entscheid der unteren Instanz und wies auch darauf hin, daß Der Wachtturm schon viel früher veröffentlicht worden sei als die Zeitschrift der Adventisten. Im vergangenen Jahr sind in Chile 1 119 714 Exemplare des Wachtturms verbreitet worden.

Dann kam die Zeit, das Wort Gottes auch in Punta Arenas, einer der am südlichsten gelegenen Städte der Welt, zu verkündigen; in diesem Gebiet erreicht der Wind manchmal eine Geschwindigkeit von 145 Kilometern in der Stunde. Die Missionare, die 1956 nach Punta Arenas gesandt wurden, merkten bald, warum alle Bäume in der gleichen schiefen Richtung gewachsen waren, denn sie mußten auf dem Weg von einem Haus zum anderen ebenfalls ständig gegen den Wind ankämpfen.

Die Missionarin Stella Semczyszyn, die mit den ersten Missionaren nach Punta Arenas kam und immer noch dort tätig ist, erzählte: „Wir trafen im Juni 1956 dort ein. Kurz zuvor hatte es eine Überschwemmung gegeben, und das Wetter war regnerisch und kalt. Unter der katholischen Bevölkerung der Stadt hatte kaum jemand eine Bibel, ja die Leute wußten nicht einmal, was eine Bibel ist!“

Einige Personen glaubten, was ihnen aus Gottes Wort gepredigt wurde. Einer der ersten Männer, die in Punta Arenas Zeugen Jehovas wurden, erzählte: „1950 war ich in der chilenischen Marine; auf einem Schiff hörte ich einmal ein Gespräch zwischen einem Zeugen Jehovas und dem berühmten Maler Pablo Picasso. Da die Bibel mich schon immer interessiert hatte, sprach ich den Zeugen später an und erhielt von ihm Schriften. Aber erst 1956 konnte ich in meiner Wohnung ein Bibelstudium haben, und 1957 wurde ich dann getauft.“

In Punta Arenas gibt es jetzt zwei Versammlungen mit 140 Predigern der guten Botschaft. Zum öffentlichen Vortrag, der vor kurzem in Verbindung mit einem Kreiskongreß gehalten wurde, kamen 362 Personen. Das war ganz anders als beim ersten biblischen Vortrag, der dort, und zwar in der Polar-Radio-Station, gehalten wurde und bei dem nur eine interessierte Person zugegen war!

Die Zahl der Jünger mehrt sich

Im Jahre 1960 gab es in Chile fünfundsechzig Versammlungen mit 2 013 Predigern des Wortes Gottes. Doch die Zahl der Jünger wuchs, und bis zum Jahre 1966 war sie auf 4 112 angestiegen. Der Hunger der chilenischen Bevölkerung nach einer Erkenntnis der Bibel war groß, und viele Bibeln und bibelerklärende Schriften sind in jenem Land verbreitet worden. In den vergangenen vier Jahren hat das Zweigbüro 77 745 Bibeln versandt. Außerdem sind 160 593 Exemplare des Buches Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt verbreitet worden. Und gegenwärtig werden in Chile 9 361 Bibelstudien durchgeführt.

Welche Aussichten für die Zukunft bestehen, zeigt die große Zahl von Besuchern der Gedächtnismahlfeier. Im Jahre 1970 waren es 19 850!

In der Hauptstadt Santiago gibt es jetzt 33 Versammlungen von Jüngern des Herrn Jesus Christus, und Ricardo Traub, der vor vierzig Jahren das Predigtwerk der Zeugen Jehovas in Chile eingeführt hat, ist der leitende Prediger einer dieser Versammlungen.

Die 7 572 Zeugen Jehovas in Chile — diese Zahl umfaßt auch dreiundsechzig Missionare, und dreizehn davon sind schon mehr als zwanzig Jahre in diesem Land tätig — sind emsig damit beschäftigt, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen. Sie freuen sich über das neue Zweigbüro samt Wohnheim, das vor kurzem der Bestimmung übergeben worden ist, und dieser neue Beweis, daß das Wort Gottes weiterhin wächst, begeistert sie.

[Bild auf Seite 24]

Das neue Zweigbüro samt Wohnheim der Watch Tower Society

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