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  • Einsammlung von Menschen aller Nationen in eine Herde
    Der Wachtturm 1953 | 1. Oktober
    • heute hat die Christenheit verfehlt, einen Hirten oder eine Organisation von Hirten hervorzubringen, die fähig wäre, Menschen aus allen Nationen zu einer einträchtigen Herde in eine einzige sichere Hürde einzusammeln. Die Zivilisation, womit sie prahlt, ist von Ausrottung bedroht.

      E I N HIRTE UND HERRSCHER FÜR DIE MENSCHHEIT ERWECKT

      8. Von wem also müssen die Schafe Hilfe erwarten, und was hat dieser genauso getan wie verheißen?

      8 Die Sache liegt klar auf der Hand: Es ist Jehova Gott, dem Schöpfer, absolut überlassen gewesen, den mit Schafen zu Vergleichenden unter den Menschen zu Hilfe zu kommen. Auf ihn müssen all die verlorenen, irregegangenen, schwachen, kranken und verwundeten Schafe blicken, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Wenn sie das tun und ihn bei seinem Worte nehmen, werden sie nicht umsonst nach Hilfe ausblicken. „Ich [selbst] will meine Schafe weiden“, so hat er erklärt und hat auch nach diesem Wort gehandelt. Wie denn? Indem er einen fähigen, erprobten Hirten erweckte, um nach allen seinen Schafen zu suchen und sie zusammen in die Einheit der Familie Gottes zu versammeln. Gerade dies hat er verheißen durch die Worte: „So will ich meine Schafe retten, damit sie nicht mehr zur Beute seien; und ich werde richten zwischen Schaf und Schaf. Und ich werde e i n e n Hirten über sie erwecken, und er wird sie weiden — meinen Knecht David: der wird sie weiden, und der wird ihr Hirt sein. Und ich, Jehova, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte. Ich, Jehova, habe geredet.“ — Hes. 34:22-24.

      9. Wer ist dieser Hirtenfürst, und warum nicht der buchstäbliche David?

      9 Wer ist der Hirtenfürst, den Jehova nun über seine Schafe gesetzt hat, um sie zu retten und zu weiden? Es ist der große Sohn Davids, Jesus Christus. Er ist der Erbe des Königreichsbundes, den Jehova mit König David schloß. Dieser Bund verbürgte, daß Gott dem König David einen Samen oder Nachkommen erwecken werde, der für immer auf dem Throne sitze und dessen Königreich kein Ende habe. (2. Sam. 7:12-17; Ps. 89:34-37; Luk. 1:31-33; 22:28-30) Vor neunzehnhundert Jahren, als dieser nach Königsart in die Stadt Jerusalem einritt, schrie die Menge in seinem Zuge unablässig: „Hosanna dem Sohne Davids!“, das heißt: „Bitte, rette doch, den Sohn Davids!“ (Matth. 21:15, NW) Seit Tausenden von Jahren ist König David tot, doch brauchen wir nicht auf seine Auferstehung von den Toten zu warten, damit Jehova seine Verheißung erfülle. Der Name „David“ bedeutet „Geliebter“ und bezieht sich auf Jehovas Messias, seinen Christus oder Gesalbten. Jesus Christus ist der eine, von dem Jehova Gott vom Himmel her sagte: „Dies ist mein Sohn, der geliebte, den ich anerkannt habe.“ Er ist daher der größere David oder Geliebte. Selbst König David vor alters redete von ihm als seinem Herrn oder Höherstehenden, indem er sagte: „Jehova sprach zu meinem Herrn: ‚Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.‘“ (Matth. 22:43, 44, NW; Ps. 110:1) Nachdem Jesus den verlorenen Schafen des Hauses Israel gepredigt hatte, starb er in Treue zu Gott, ohne sein Erbe auf den Bund für das Königreich verwirkt zu haben. So auferweckte Gott ihn von den Toten, empfing ihn im Himmel und ließ ihn zu seiner eigenen Rechten, auf dem Throne Jehovas, niedersitzen, der hoch über dem ehemaligen irdischen Thron seines Vorfahren, des Königs David, steht.

      10. Wessen Schaf selbst zu sein anerkannte David, wessen Schaf war Jesus, und in welcher Beschäftigung folgte er diesem?

      10 Als Junge war sein Vorfahr David ein Hirte, der sich nicht fürchtete, einem Löwen und einem Bären entgegenzutreten, um seines Vaters Schafe zu retten, oder sich gar mit einem Riesen in einen Kampf einzulassen, um Jehovas menschliche Schafe, die Nation Israel, zu retten. David seinerseits betrachtete sich als ein Schaf seines Gottes. Er verfaßte den 23. Psalm, der mit den Worten beginnt: „Jehova ist mein Hirte“. Ebenso Jesus Christus. Er bekannte sich zu Jehova als zu seinem großen Hirten, und bekannte, selbst ein Schaf Jehovas zu sein, und die Schrift spricht von Jesus als vom „Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt“. (Joh. 1:29, 36, NW; Off. 5:6, 12) Jesus bestätigte von sich, daß er es sei, den Jehova Gott dazu einsetzte, seine irdischen Schafe zu betreuen, ja sein Leben für sie niederzulegen. In einem schönen Bilde sagte er: „Ich bin der rechte Hirte; der rechte Hirte gibt seine Seele zugunsten der Schafe dahin.“ Und um zu zeigen, daß er der Beschäftigung seines himmlischen Vaters als Hirte folge, sagte Jesus ferner: „Meine Schafe hören auf meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden keinesfalls je vernichtet werden, und niemand wird sie meiner Hand entreißen … und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.“ — Joh. 10:11, 27-30, NW.

      11. Hörte Jesus Christus auf, Hirte zu sein, nachdem er König geworden war, und was zeigt, ob dies der Fall ist?

      11 Gleichwie von David als dem König der Nation Israel gesprochen wurde, so wurde von ihm auch als vom Hirten seines Volkes gesprochen. Jehova sprach zu David: „Du sollst mein Volk Israel weiden, und du sollst Fürst [ein Führer, AÜ] sein über Israel.“ Israels Richter, die dem König David vorangingen, wurden als Hirten bezeichnet, und Jehova nannte sie „Richter Israels, dem ich gebot, mein Volk Israel zu weiden“. (2. Sam. 5:2; 7:7, Fußn.) Dies trifft auch auf Jesus Christus zu. Zur Zeit, da sein Vater, Jehova Gott, ihn zum König der neuen Welt macht, hört Jesus nicht auf, der Fürsorger der Schafe zu sein, wie niedrig diese Beschäftigung auch erscheinen mag. Er wird der regierende Hirte all seiner Untertanen, denn sie sind es, für die er seine Menschenseele dahingab, sein Menschenleben niederlegte. Ihn heißen wir heute willkommen, ihm rufen wir „Hosanna!“ zu, weil er der eine und einzige ist, den Jehova Gott zum Hirten der Herde der Menschheit erweckt hat! Im Jahre 1914, am Ende der „bestimmten Zeiten der Nationen“, setzte ihn der höchste Souverän des Universums in den hohen Himmeln als regierenden König der neuen Welt auf den Thron; und durch diese Tat machte er ihn zum königlichen Hirten all derer, die ewiges Leben in der gerechten neuen Welt erlangen werden. Bei der Geburt seines Königreiches aus dem Schoße der theokratischen Organisation Gottes erfüllte sich die Prophezeiung: „Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der bestimmt ist, alle Nationen mit eisernem Stabe zu hüten.“ (Off. 12:5, NW) Zur Verteidigung seiner Schafe wird er das eiserne Zepter wider die weltlichen Nationen schwingen und sie zerschmettern, wie wenn es zerbrechliche Töpfergefäße wären.

      12. Warum wurde Jesus Christus bei seiner Krönung auf dem Berge Zion als Hirtenfürst eingesetzt?

      12 Wir müssen erkennen, weshalb Gott, der Höchste, Jesus Christus als Hirtenfürst eingesetzt hat. Seit seiner Krönung auf dem himmlischen Berg Zion hat es als Folge des Ersten Weltkrieges und seiner schrecklichen Nachwehen eine große Zerstreuung seiner Schafe auf Erden gegeben. Die Menschen haben diese Nachkriegszeit das Zeitalter der Heimatvertriebenen oder „Displaced persons“ genannt, doch ist es eher das Zeitalter der zerstreuten Schafe gewesen. Welch dringende Notwendigkeit hat sich daher ergeben, die Schafe aus all den Nationen, in die sie zerstreut worden waren, herauszusammeln und sie miteinander in eine einzige friedliche Herde zu führen! Deswegen der Beschluß Jehovas selbst: „Wie ein Hirt … werde ich mich meiner Schafe annehmen.“ Deswegen auch diese seine Entscheidung, zu handeln: „Ich werde e i n e n Hirten über sie erwecken, und er wird sie weiden — meinen Knecht David.“ Deshalb sollte weit und breit unter den Menschen aller Nationen eine emsige Hirtentätigkeit folgen.

      PASTORALES WERK

      13. Warum sollten wir in Anbetracht der Erfahrung Davids und Israels nicht das Gefühl der Enttäuschung haben, weil Jehova und Jesus nicht sichtbar als Hirten erscheinen und handeln?

      13 Niemand braucht jetzt ein Gefühl der Enttäuschung aufkommen zu lassen, indem er sagt: „Aber Jehova Gott und Jesus Christus sind geistig, sie sind unsichtbar, und sind es geblieben. Sie sind nicht sichtbar erschienen, um die heimatvertriebenen und zerstreuten Schafe der Menschheit zu suchen und einzusammeln. Wo also ist irgend etwas, was anzeigte, daß sie gekommen sind und nach den verlorenen Schafen gesucht und sie zurückgebracht haben?“ Man erinnere sich, daß der Psalmist David bewundernd sagte: „Jehova ist mein Hirte“, obwohl der große, liebende Gott niemals im Gewand und mit dem Stecken und Stab eines Betreuers von Schafen sichtbar erschienen war. Dessenungeachtet erlebte David all die zarte Sorgfalt, die einem zutraulichen Schaf durch göttliche Hand zuteil werden konnte, und er beschreibt es in seinem wunderbaren Psalme. Man erinnere sich auch, daß Jehova der Hirte der einstigen Nation Israel war. Der Psalmist Asaph sagt: „Hirte Israels, nimm zu Ohren! der du Joseph leitest wie eine Herde.“ Ein weiterer israelitischer Psalmist schreibt: „Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Herde seiner Hand.“ (Ps. 80:1; 95:7) Obwohl Jehova Gott ungesehen blieb, führte er doch seine nationale Herde Israel aus Ägypten hinaus und durch die schreckensvolle Wüste in ihre Trift nach Palästina, wo er sie als seine Schafe treulich hegte und pflegte, solange sie die schafähnlichen Züge der Unterwürfigkeit, des Vertrauens und der Loyalität ihm gegenüber an den Tag legten. Was damals, am Tage Israels, möglich und geschichtliche Tatsache war, kann auch seit dem „Tage des Gewölks und des Wolkendunkels“ des Ersten Weltkrieges möglich und geschichtliche Tatsache sein. Heute, da wir es betrachten, ist es wunderbar in unseren Augen!

      14. Was bedeutet es in Wirklichkeit, daß Jehova auf die Suche geht nach seinen Schafen und seinen größeren David erweckt, und was bedeutet dies für die politischen und religiösen Hirten der Christenheit?

      14 Daß Jehova selbst auf die Suche geht nach seinen Schafen und seinen größeren David als Fürsten erweckt, um für sie zu sorgen, bedeutet nicht, daß Jehova aus dem Unsichtbaren heraustritt, sondern daß er treue Diener hier auf Erden fähig macht und sie als seine Hirtenvertreter zu allen Nationen hinsendet, damit sie das Jagen, Einsammeln, Leiten und Weiden seiner Schafe unter göttlicher Aufsicht besorgen. Er sagt: „Und ihr, meine Herde, Herde [Schafe, AS] meiner Weide, ihr seid Menschen; ich bin euer Gott, spricht der Herr, Jehova.“ (Hes. 34:31) Wen nun würde der Herr Jehova in dieses weltweite pastorale Werk senden? Sollten es die religiösen und politischen Hirten der Christenheit sein, da die Christenheit das neuzeitliche Gegenstück des alten Israel ist? Nein, denn im Hinblick auf ihr verkehrtes Benehmen im Amte ist er gegen sie. „So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jehova: Weil meine Schafe zur Beute und meine Schafe allen Tieren des Feldes zur Speise geworden sind, weil kein Hirte da ist, und meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragen, und die Hirten sich selbst weiden, aber nicht meine Schafe weiden: darum, ihr Hirten, höret das Wort Jehovas! So spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich will an die Hirten, und ich werde meine Schafe von ihrer Hand fordern und machen, daß sie aufhören, die Schafe zu weiden, damit die Hirten nicht mehr sich selbst weiden; und ich werde meine Schafe von ihrem Munde erretten, daß sie ihnen nicht mehr zur Speise seien.“ (Hes. 34:7-10) Die Zeit für einen Wechsel ist hier! Der erzürnte Eigentümer der Schafe hat die Entlassung all derer in der Christenheit beschlossen, die beanspruchten, „durch Gottes Gnade“ die religiösen und politischen Hirten seiner Schafe zu sein, die aber die Massen der Menschheit in die Verwirrung hineingeführt haben, wie sie heute besteht. Sein schnelles Handeln in dieser Hinsicht wurde vorgeschattet, als sein Prophet sagte: „Ich vertilgte [schnitt ab, AS] drei Hirten in e i n e m Monat.“ (Sach. 11:8) Er wird seine Schafe von ihren Händen fordern.

      15. Wen sendet Jehova aus, ihn in diesem pastoralen Werk zu vertreten, und was war in ihrem Falle vor allem nötig?

      15 Wen also würde der Herr Jehova sichtbar hinsenden, um ihn in seinem pastoralen Werke zu vertreten? Wer kann es am ehesten sein? Wer anders könnte es sein als jene, deren Gott Jehova ist, jene, die sich nicht schämen, seinen Namen zu tragen und in seinem Namen zu reden — Jehovas eigene treue Zeugen? Und wie passend ist dies, denn sein eigener „e i n e Hirte“, Jesus Christus, erklärte selbst, „der treue und wahrhaftige Zeuge“ zu sein. (Off. 3:14) Dieser Hirte und König bedient sich daher als seiner Vertreter der Menschen von seiner eigenen Klasse, der Zeugen! Doch war der Überrest der Zeugen Jehovas am Ende des Ersten Weltkrieges selbst wie eine Herde, die zerstreut gewesen war. Die Feinde des Königreiches Gottes hatten die Tat des Judas und der religiösen und politischen Hirten der Tage Jesu nachgeahmt und Jehovas Hirten und König verworfen. Dies taten sie, indem sie die Königreichsbotschaft verwarfen und seine Nachfolger, die Botschaftsträger, verfolgten. So hatten sie die Prophezeiung endgültig erfüllt: „Schlage den Hirten, und die Herde wird sich zerstreuen.“ (Sach. 13:7; Matth. 26:31) Folglich mußte der zerstreute Überrest zuerst eingesammelt werden, wenn die Glieder desselben am pastoralen Werk Jehovas unter seinem Hirten und König teilhaben sollten. Vom Jahre 1919 an ging der liebreiche Schöpfer daran, seine Schafe wieder zu sammeln, denn die politischen und religiösen Hirten dieser Welt machten keine Anstrengungen hierzu. Er ließ seine Schafe die Stimme dessen hören, den er erweckt und über seine Herde gesetzt hatte. Die Stimme war die Botschaft des Hirten und Königs, des größeren David. Sie versicherte ihnen, daß Gottes Königreich in seinen Händen aufgerichtet worden sei, und daß „diese gute Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen bewohnten Erde allen Nationen zu einem Zeugnis gepredigt werden müsse, ehe diese Welt vollständig enden werde.

      16. (a) Warum wurden sie nicht zu einem Zustand des Müßigseins eingesammelt? (b) Welchen Namen nahmen sie an, und warum dürfen die Feinde sie nicht bekritteln, weil sie ihn tragen?

      16 Die Schafe seiner königlichen „kleinen Herde“ kannten diese einzigartige, unnachahmliche Stimme des größeren David und folgten ihr. Von den Enden der Erde her, wohin sie zerstreut worden waren, strömten sie zu Tausenden in die Einheit der Organisation zusammen, die unter seiner Obhut stand. Dort sollten sie in Sicherheit sein vor dem nahenden Ende der Welt und bestimmt lebenerhaltende geistige Speise empfangen. Aber diese mit Schafen zu vergleichenden Nachfolger des Lammes Gottes sind nicht müßig gewesen. Die Jahre hindurch mußten sie eine große Tätigkeit entfalten, denn es wurde nötig, daß sie ihren Führer nachahmten und auszogen, um nach den verirrten, zerstreuten Schafen zu suchen und ihnen die nötige geistige Speise auszuteilen und ihre Schritte nach der Hürde göttlicher Obhut und des Schutzes hinzulenken. Als Bestätigung, daß Jehova Gott sie von neuem gesammelt hatte und als Bekenntnis, daß sie seine Herde seien, nahm der Überrest der „kleinen Herde“ den Namen an, der sie als Jehovas Zeugen auszeichnet. Dies geschah im Jahre 1931, und bis heute haben sie diesem Namen gemäß gelebt. Es ist völlig abwegig, daß die Feinde sie bekritteln und fragen, wer sie zu Gottes Zeugen gemacht habe. Statt dessen mögen die Feinde zeigen, inwiefern die Zeugen das zu tun verfehlt hätten, was der Name verlangt, nämlich Zeugnis für Jehova abzulegen.

      „ANDERE SCHAFE“

      17. Um was zu sehen, erweiterte Gott im Jahre 1983 die Vision seines wiederversammelten Überrests?

      17 Die Einsammlung aller auf Erden lebenden Schafe Gottes war ums Jahr 1931 nicht vollendet. Der göttliche Fürsorger, der sich dafür verantwortlich machte, die Seinen zusammenzubringen und zu weiden, erweiterte die Vision und das Verständnis seines wiederversammelten Überrests, und zwar gerade in jenem Jahre 1931. Er öffnete ihnen die Augen, damit sie sähen, daß noch ein großes Hirtenwerk für sie zu tun sei. Große Mengen Menschen guten Willens mußten durch die Wahrheit für das ewige Leben an ihren Stirnen gekennzeichnet werden. Der Überrest mußte ausziehen und nach diesen Leuten jagen, die schrien und seufzten wegen all der abscheulichen Dinge, die in der Christenheit begangen wurden. Sie mußten sie am Sitz des Verständnisses kennzeichnen, damit sie sich als solche zu erkennen gäben, die Jehova Gott angehören und die seinem König Jesus Christus untertan sind. (Hes. 9:1-4) Dies hat sich als ein gewaltiges Werk erwiesen.

      18. (a) Für wen starb der Rechte Hirte sonst noch, und welches Handeln erfordert dieser Ruf vor dem Ende der Welt? (b) Wie wird die Einheit der e i n e n Herde herbeigeführt?

      18 Jesus, der Rechte Hirte, starb für mehr als nur die „kleine Herde“ derer, die mit ihm das himmlische Königreich ererben. Er starb auch für jene, die im irdischen Paradiese der neuen Welt vollkommenes menschliches Leben erlangen werden. Diese mußte er jetzt, vor dem Ende dieser alten Welt und dem Beginn der neuen, einzusammeln beginnen. Angesichts der nahenden Weltvernichtung müssen sie zur Bewahrung gezeichnet werden. Diese meinte Jesus, als er sagte: „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser [Königreichs-] Hürde sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und es wird e i n e Herde, e i n Hirt werden.“ (Joh. 10:16, NW) Diese Erwähnung des „e i n e n Hirten“ paßt in Jehovas Prophezeiung für unsere Tage hinein: „Ich werde e i n e n Hirten über sie erwecken, und er wird sie weiden — meinen Knecht David.“ Sie kennzeichnet Jesus, den königlichen Sohn Davids, als den einen, von dem Jehova als von „meinem Knecht David“, dem „e i n e n Hirten“, sprach. (Hes. 34:23) Nur weil es e i n e n Hirten gibt, kann die Einheit der e i n e n Herde geschaffen werden, erdenweite Einheit, ungeachtet der vielen verschiedenen Nationen, aus denen die Glieder der Herde eingesammelt werden. In direktem Gegensatz zu dieser hoffnungslos und verderblich geteilten alten Welt hat der Allmächtige, Jehova, diese Einigung seiner e i n e n Herde unter seinem „e i n e n Hirten“, seinem regierenden König, erfolgreich bewerkstelligt. Es gibt keine andere derart anziehende, einigende Kraft im Universum als den einen lebendigen und wahren Gott und seinen e i n e n Hirten und König. „Und ich, Jehova, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte. Ich, Jehova, habe geredet.“ (Hes. 34:24) Welch einigende Kraft liegt doch in dieser Erklärung!

      19. Wie wurde die Organisation des Überrests zu einer pastoralen, und welche Enthüllung im Jahre 1935 begrüßten dessen Glieder mit Freuden?

      19 Sobald die wiederversammelten Überrestglieder der königlichen „kleinen Herde“ Gottes aus seinem Wort entnahmen, daß das Werk seines „e i n e n Hirten“ darin bestand, seine „anderen Schafe“ einzusammeln, und daß sie jetzt damit beginnen müßten, bevor die alte Welt katastrophal endete, machten sie sich begeistert daran, sich ihm in seinem pastoralen Werke anzuschließen. Auf diese Weise wurde ihre ganze theokratische Organisation eine pastorale Organisation. Mit Freude, Jauchzen und Händeklatschen begrüßten sie im Jahre 1935 die Enthüllung aus Gottes Wort, daß vor der Schlußdrangsal dieser Welt eine „große Menge“, eine zahllose Herde dieser „anderen Schafe“ aus allen „Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen“ herausgesammelt werden mußte, und daß auch diese Jehova Gott in seinem geistigen Tempel Tag und Nacht emsig dienen sollen. — Off. 7:9-15, NW.

      20. Wen haben sie seither in der Herde willkommen geheißen, und wie haben diese den „e i n e n Hirten“ nachgeahmt?

      20 Seither haben sie sich beständig darüber gefreut, wie Gott ihre pastorale Arbeit belohnt hat. Jedes Jahr haben sie den Zustrom der Mengen „anderer Schafe“ zur Herde in Gottes Tempel begrüßt und willkommen geheißen. Diese „anderen Schafe“ haben den Geist des kleinen Überrests in sich aufgenommen; sie sind zu der Erkenntnis ihrer Pflicht gekommen, den „e i n e n Hirten“ nachzuahmen und mit ihm teilzunehmen am Suchen nach noch weiteren verirrten, verlorenen und zerstreuten Schafen. So sind sie ausgezogen und haben unter der Führung des großen himmlischen Pastors loyal Seite an Seite mit dem Überrest des größeren David gewirkt. Nicht einmal die rücksichtslose Herrschaft der Faschisten, der Nazis und Kommunisten und religiös-totalitärer Diktatoren, nein, nicht einmal der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges tat der Ausbreitung ihrer erdenweiten pastoralen Tätigkeit Einhalt.

      21. Wie ermutigte der Hirte und König seine Schafe, die Offensive zu ergreifen, und zu welcher Schule wurde so im Jahre 1942 der Plan gefaßt?

      21 Der Hirte und König Jesus Christus ließ nicht zu, daß diktatorische Zwangsorganisierung des Volkes und totale Mobilisierung der kriegführenden Nationen seine Schafe vom Einsammlungswerk wegschreckten. Er setzte die Offensive fort. Er ermutigte sie, ein noch umfassenderes Werk zu planen und zu organisieren. Im Jahre 1942 offenbarte er durch Gottes Heilige Schrift, daß der Zweite Weltkrieg nicht in die weltzerschmetternde Schlacht von Harmagedon übergehen werde, sondern gefolgt sei von einem Frieden, einer Nachkriegszeit. Würde dieser Friede andauern? Diese Frage beantworteten Jehovas Zeugen aus der Bibel mit Gottes eigenem, entschiedenem Nein! Solange indes der Friede vor Harmagedon andauert, gibt es eine große Menge Arbeit, dringende Arbeit auf der ganzen Erde zu tun, und dies in Ländern, wo man auf der Suche nach den „anderen Schafen“ noch nicht hingedrungen ist. Mit diesem durch die Bibel inspirierten Vertrauen in ein pastorales Werk der Nachkriegszeit und mit dem Entschluß, sich sogleich darauf vorzubereiten und unverzüglich an die Offensive zu gehen, wurde im Jahre 1942 der Plan gefaßt für eine Missionar-Ausbildungsschule, die Wachtturm-Bibelschule Gilead.

      22. Wann graduierte die Schule ihre erste Missionarklasse, und was wurde zehn Jahre später dadurch gezeitigt, daß Gott die Mittel für die Schule beschafft hatte?

      22 Im Februar 1943, gerade während der Wehen des Zweiten Weltkrieges, begann die erste Studentenklasse, deren Glieder alle schon ordinierte Zeugen Jehovas gewesen waren, ihre Ausbildung für eine Zeit von fünf Monaten intensiven Studiums. Früh im darauffolgenden Sommer, also gerade vor zehn Jahren, sandte die Gileadschule ihre ersten Graduierten, vierundachtzig an der Zahl, aus. Wie lange diese freie Missionarschule ihre Tore offenhalten, wie lange sie Schulklassen durchführen und jedes Jahr zwei gründlich ausgebildete Missionargruppen graduieren werde, war damals, in jenem Kriegsjahre, nicht bekannt. Aber der große Aufseher der Schafe hat durch seinen „e i n e n Hirten“ bis jetzt die Mittel hierzu beschafft, und heute hat die Wachtturm-Bibelschule Gilead im Yankee-Stadion, New York-Stadt, die tiefe Freude, die 21. Klasse Missionare, die achtundzwanzig verschiedenen Ländern entstammen, zu graduieren. Zur gleichen Zeit sind in der mächtigen Schar der zuschauenden Kongreßbesucher die voraussichtlichen Studenten der 22. Klasse anwesend. Gleichzeitig zollen ferner weitere Hunderttausende von Zeugen Jehovas auf der ganzen Erde, welche Herz und Sinn und ihre Gebete auf die Stätte hier gerichtet haben, diesem glücklichen Anlaß ihren Beifall.

      „GILEAD“

      23, 24. Wie ist angesichts der Rolle des Vortrabes, welche diese Schule im pastoralen Werke spielt, der Name „Gilead“ passenderweise damit verknüpft?

      23 Nicht ohne tiefe Bedeutung ist der biblische Name „Gilead“ mit dieser Missionarschule verknüpft. Gilead war das Land, das gerade im Osten des Jordans lag; es lag zwischen dem Fluß Arnon im Süden und dem Fluß Jarmuk im Norden. Heute ist es vom Haschemitischen Königreich Jordanien besetzt. Es ist ein Land, durchzogen von Hügeln und Bergen, ähnlich der Gegend der Wachtturm-Bibelschule Gilead im Hochlande östlich vom Cayuga-See im oberen Teil des Staates New York. Ein besonderes Merkmal lockte die israelitischen Ansiedler fünfzehnhundert Jahre vor Christus nach Gilead, nämlich sein hochgelegenes Weideland. Die zwölf Stämme Israels hatten das vierzigste Jahr ihrer verlängerten Reise aus Ägypten erreicht. Durch die heidnischen Bewohner jener Hochländer zum Kampf herausgefordert, fochten die Israeliten unter Mose, eroberten das Land Gilead und ergriffen Besitz davon. Von den zwölf Stämmen Israels hatten die Stämme Ruben und Gad viel Vieh. Als sie die wohlbewässerten Hochebenen von Gilead erblickten, sahen sie, daß sie geeignet waren als Weideland, und sie wollten sich lieber in Gilead niederlassen, als über den Jordan ins Verheißene Land ziehen.

      24 Mose war damit einverstanden unter der Bedingung, daß die Stämme Ruben und Gad und der halbe Stamm Manasse ein Kontingent Soldaten hinübersenden, um den anderen Israeliten zu helfen, bis sie von dem Land von Milch und Honig Besitz ergriffen hätten. Darauf erwiderten sie: „Wir wollen hier nur Schafhürden bauen für unsere Herden und Städte für unsere Kinder. Wir selbst wollen dann kampfgerüstet vor den Israeliten einherziehen, bis wir sie an ihren Ort gebracht haben.“ (4. Mose 32:1-17, ZB) So kam es, daß mit der Zeit die Hochländer übersät waren mit den steinernen Hürden der Herden der zweieinhalb Stämme, die ein Merkmal Gileads wurden. Wie passend also, daß die Wachtturm-Bibelschule, die durch ihre graduierten Missionare die Rolle des Vortrabes im pastoralen Werk des „e i n e n Hirten“ Jehovas spielt, in solch hervorragender Weise mit dem Namen „Gilead“ verbunden werden sollte!

      25. Angesichts welches israelitischen Richters aus dem Lande Gilead ist der Name für die Missionarschule bedeutsam, und weshalb?

      25 Gilead war auch das Land Jephthas, eines der hervorragenden Richter, des Sohnes Gileads. Als Folge des Sieges über die angreifenden Ammoniter gelobte Jephtha, Jehova das zu opfern, was zuerst aus seinem Hause heraustrete, um ihm bei der Heimkehr von seinem Siege entgegenzukommen. Sein einziges Kind, seine unverheiratete Tochter, erwies sich als die erste, die ihm mit Tänzen zur Feier des Sieges Jehovas entgegenkam. Sie lehnte sich nicht auf über den Gedanken, daß sie es sein sollte, die dem Gott ihres Vaters, der sich gegenüber den Feinden seines Volkes gerechtfertigt hatte, so geopfert werden sollte. Ehe sie aber als Gottes heiliges Eigentum, das kein Mann berühren durfte, einem Leben der Jungfrauschaft geweiht wurde, wanderte sie mit ihren Gefährtinnen auf den Bergen Gileads auf und nieder und beweinte den Verlust eines verheirateten Lebens, den sie erleiden mußte. Am Ende zweier Monate solchen Weinens kehrte sie heim, und seinem Gelübde getreu, stellte Jephtha sie dem ausschließlichen, jungfräulich reinen Dienste und dem Gotte zur Verfügung, der ihn mit Sieg gesegnet hatte. In diesem prophetischen, lebenswahren Drama der Rechtfertigung veranschaulichte seine Gott hingegebene jungfräuliche Tochter die große Menge „anderer Schafe“, die bereits zu Hunderttausenden eingesammelt worden sind, besonders seitdem die Wachtturm-Bibelschule Gilead gegründet ist. Mit großer Freude begrüßt diese neuzeitliche Tochterklasse den Sieg des größeren Jephtha, ihres „Ewigvaters“. Die Glieder dieser Klasse geben ihr Leben, ein Leben des Dienstes, Jehova Gott hin und bewahren sich jungfräulich rein von der Befleckung mit dieser Welt. Sie verletzen das Gelübde des größeren Jephtha, des „e i n e n Hirten“ nicht, der sie zum Tempeldienste Gottes, des Höchsten, dargestellt hat. — Richt. 11:1-40.

      26. Welches heilsamen Erzeugnisses wegen wurde Gilead berühmt, und wie steht dies in lieblichem Einklang mit dem Zweck, dem die Schule dient?

      26 Etwas weiteres: Das Land Gilead war bekannt wegen seines heilsamen Balsams, der aus seinen vielen Sträuchern gewonnen wurde. (1. Mose 37:25; Jer. 8:22; 46:11) Dieser Balsam wurde weithin getragen und wurde ein Sinnbild von Gottes Mittel geistigen Heilens. In lieblicher Übereinstimmung mit dem Erzeugnis Gileads und dessen heilenden Eigenschaften haben die Missionar-Graduierten der Wachtturm-Bibelschule den heilenden Balsam, Jehovas Botschaft des Trostes und der Versöhnung, zu allen Nationen getragen und ihn zur geistigen Heilung und Wiederherstellung großer Mengen Menschen angewandt, die vor dem geistigen Tode standen.

      27, 28. (a) Was bedeutet der Name „Gilead“, und bezieht er sich auf Menge, Umfang oder Größe? (b) Welches ist der geschichtliche Hintergrund des Namens?

      27 Was den Namen selbst betrifft, bedeutet „Gilead“ gemäß der Ableitung, den die Bibel diesem Wort gibt, „Haufe des Zeugnisses“ oder „Zeugnishaufe“. Dies bezieht sich nicht auf die Menge, Größe oder den Umfang des Zeugnisses, das Jehovas Zeugen auf der ganzen Erde gegeben haben. Im Gehorsam gegen Gottes Befehle verließ Jakob, der ehemalige Patriarch, der Vater der zwölf Stämme Israels, ohne vorherige Ankündigung Syrien und den Dienst seines Schwiegervaters Laban. Er und all seine Hausgenossen und große Schaf- und Viehherden wurden verfolgt und von Laban eingeholt. Ehe sie wieder voneinander schieden, schlug Laban vor, einen Bund oder Vertrag zu schließen. So errichtete Jakob ein Denkmal [eine Säule] und ließ seine Knechte einen Steinhaufen aufwerfen, und dort, auf oder bei dem Steinhaufen, aßen er und Laban und ihre Gefährten ein freundschaftliches Opfermahl. Der Bericht besagt sodann über den Steinhaufen:

      28 „Und Laban nannte ihn [in Aramäisch] Jegar Sahadutha, und Jakob nannte ihn Galed [in Hebräisch: Gáleed]. Und Laban sprach: Dieser Haufe sei heute ein Zeuge zwischen mir und dir! Darum gab man ihm den Namen Galed, und Mizpa, weil er sprach: Jehova sei Wächter zwischen mir und dir, wenn wir einer vor dem anderen verborgen sein werden! … siehe, Gott ist Zeuge zwischen mir und dir. Und Laban sprach zu Jakob: Siehe, dieser Haufe, und siehe, das Denkmal, das ich errichtet habe zwischen mir und dir: dieser Haufe sei Zeuge, und das Denkmal [die Säule, Darby] ein Zeugnis, daß weder ich über diesen Haufen zu dir hinausgehe, noch daß du über diesen Haufen und dieses Denkmal zu mir hinausgehest zum Bösen.“ — 1. Mose 31:47-52.

      29, 30. Was bedeutet angesichts dieses Hintergrundes „Gilead“ in Wirklichkeit, und wieso paßt der Name auf die e i n e Herde des Hirten?

      29 Sowohl der aramäische Name Jegar-Sahadutha als der hebräische Name Galed oder Gáleed bedeuten „Haufe des Zeugnisses“. Der Name Gilead kommt nach volkstümlicher Ableitung zufolge des Wechsels zweier Vokale von Gáleed her, und es wird angenommen, sein eigentlicher Sinn sei „Haufe des Zeugnisses“. Der Name „Mizpa“ bedeutet „Wachtturm“. Gleichwie Mizpa und Gáleed oder Gilead eng verknüpft waren, so sind die Namen Wachtturm und Gilead (oder „Haufe des Zeugnisses“) in dieser Bibelschule der Zeugen Jehovas, der Schule für vorgerückte Missionarausbildung, miteinander verbunden. Im Lichte dessen, was zu diesen Namen Anlaß gab, bedeutet Gilead der Haufe, der Zeugnis ablegt vom Schließen eines Bundes oder einer feierlichen Vereinbarung, Frieden zu halten innerhalb der Verwandtschaft der Familie und sich ihr gegenüber nie illoyal zu erweisen, noch deren Glieder zu schädigen. Jehova, der alles sieht, wacht darüber, daß der bindende Vertrag eingehalten werde.

      30 Wie passend ist der Name Gilead, wenn wir an die Herde des „e i n e n Hirten“ denken! Er zeigt die Pflicht der unverbrüchlichen Einheit und Solidarität der Glieder der e i n e n Herde an, die der „e i n e Hirte“ nun versammelt hat. Gleichwie Jakob und Laban bei Gott schworen, den Frieden der Familienverwandtschaft zu gegenseitigem Segen zu bewahren, so haben durch ihr Gelübde der Hingabe an Gott die Glieder der einen Herde geschworen, in ihren Reihen Frieden zu halten und nie irgendein Glied der Herde verletzen zu wollen. Sie folgen dem friedevollen, hilfreichen Weg des Miteinanderauskommens unter ihrem „e i n e n Hirten“. Dies verhütet, daß die Schafe der Herde durch die Wirksamkeit eines selbstischen Geistes innerhalb der Herde zerstreut werden. Die friedevollen, harmonischen Beziehungen, die in dieser „e i n e n Herde“ herrschen, sind auf der ganzen Erde ein Zeugnis, daß dies die treue Herde des großen Hirten und Königs ist. Jehova Gott selbst ist Zeuge hiervon und segnet sie daher mit Wohlfahrt.

      31, 32. Was beweist trotz der obigen Bedeutung des Namens „Gilead“, daß die Gileadschule eine hervorragende Rolle in dem ausgerichteten Zeugnis und im pastoralen Werke gespielt hat?

      31 Das Vorangegangene zeigt die Grundbedeutung des Namens „Gilead“, wenn auf die Missionarschule angewandt. Doch ist auch ein erstaunliches Zeugnis für das Königreich des geliebten Sohnes Gottes gegeben worden, seitdem die erste Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead vor zehn Jahren graduiert wurde. Der Strom der Missionar-Graduierten, der sich aus dieser Schule jedes Jahr ergoß, hat eine große, hervortretende Rolle gespielt in dem unvergleichlichen Zeugnis, das ausgerichtet wurde, und in der mächtigen Einsammlung der verirrten, zerstreuten Schafe in die e i n e Herde.

      32 Vor zehn Jahren endete das Dienstjahr 1943 mit einem Durchschnitt von 109 794 Schafen, die als sich in der Herde befindend gemeldet wurden und monatlich am pastoralen Werke aktiv teilnahmen. Sie widmeten in jenem Jahre insgesamt 28 726 524 Stunden dem Felddienste und standen unter den 21 Zweigstellen der Watch Tower Society, die damals trotz des tobenden Weltkrieges in Wirksamkeit waren. Während dieses Dienstjahr 1953 sich seinem Ende zuneigt, ist die Zahl der Zweigstellen mehr als dreimal so groß, und die Zahl der Schafe, die sich in der Herde befinden, beträgt eine halbe Million, die über ihre Tätigkeit im pastoralen Werke Bericht erstattet, und dies in vielen Ländern, von denen man zuvor nie etwas hörte. Viele von der großen Zuhörerschaft im Yankee-Stadion sind diesen Nachmittag deshalb anwesend, weil die Wachtturm-Bibelschule Gilead in Tätigkeit ist und ihre Graduierten ihren Ländern zugeteilt hatte. Auch einige der 21. Klasse, die jetzt graduiert wird, können zufolge der Tätigkeit früherer Schulabsolventen jetzt ihr Verdienst-Diplom entgegennehmen. Dies ist ein unleugbarer Beweis dafür, daß der treue Schöpfer die Schule gesegnet hat und daß sie ein Teil seiner fürsorglichen Einrichtung ist. Was sie in Verbindung mit dem weltweiten Zeugnis für Gottes Königreich getan hat, ist ein unauslöschlicher Beweis davon, daß Jehova seine prophetische Verheißung erfüllt und seinen Knecht, den größeren David, seinen e i n e n Hirten und König, erweckt und ihn zum Versammeln der zerstreuten Schafe treulich gebraucht hat.

      DES FEINDES VERDRUSS ÜBER DAS PASTORALE WERK

      33. Wie bekunden die politischen und religiösen Hirten der Christenheit im allgemeinen Mißfallen über den Erfolg der Einsammlung der Herde Jehovas?

      33 Wie zu erwarten war, sind die politischen und religiösen Hirten der Christenheit über den Erfolg der Versammlung der Herde Jehovas nicht erfreut. Sie beanspruchen das Feld als das ihrige; sie beanspruchen alle Schafe zu selbstischer Ausbeutung als die ihrigen. Sie nehmen es übel, daß der „e i n e Hirte“ ihr Feld betritt und seine Schafe aus ihrem Machtbereich herausruft und in seine „e i n e Herde“ hineinbringt. Indem sie die Königreichsbotschaft und deren Träger aus dem verbannen, was sie ihre eigenen Weiden nennen, suchen sie zu verhindern, daß die kranken, verwundeten, bedürftigen Schafe die Stimme des Hirten hören. Um die Ohren der Schafe von der Stimme des wahren Hirten abzulenken, stellen sie das pastorale Werk der Zeugen Jehovas falsch dar und suchen ihm bei den Regierungen dieser Welt Schwierigkeiten zu bereiten.

      34-36. Welcher Fall einer Falschdarstellung ist in bezug auf Afrika zu verzeichnen?

      34 Ein Fall hiervon steht in Verbindung mit Afrika, wo die Einsammlung von Schafen aus verschiedenen Nationen, Stämmen, Farben und Sprachen erstaunlichen Erfolg gehabt hat. Im Parlament von Kapstadt wurde von einem Abgeordneten die Erklärung abgegeben, die Wachtturm-Bewegung sei für die Mau-Mau-Greuel in Kenia, Ostafrika, verantwortlich. Als Quelle dieser Meldung wurde auf etwas verwiesen, was in der Londoner Zeitschrift The Twentieth Century vom Januar 1953 unter dem Titel „Hintergrund der Mau Mau“ erschienen war.

      35 Der Artikel besagt: „Bewegungen, die ‚Politik‘ und ‚Religion‘ miteinander verknüpfen, sind nichts Neues in Afrika, wo der Unterschied im Stamme sowieso unbekannt ist … Jedenfalls haben die Kultgemeinschaften derart zugenommen, daß ein hoher katholischer Würdenträger kürzlich in einem Privatgespräch — und zwar nicht nur scherzweise — erklärte, daß der allfällige Erbe aller Zeitalter in Afrika die Wachtturm-Bewegung sein werde. Diese letztere Erscheinung, vielleicht die weitestverbreitete politisch-religiöse Bewegung der Gegenwart, ist verknüpft, wie so viele, mit einer Quelle in Amerika, in diesem Fall mit Richter Rutherford, dem New Yorker Gründer der Zeugen Jehovas, dessen englische Anhänger man an allen Wochenenden beim Verkauf von Flugschriften aus Stoffsäcken auf den grauen Straßentrottoirs irgendeiner englischen Provinzstadt sehen kann. Auch sie, gleich den Afrikanern, möchten sich hervortun, um den Behörden und Großen dieser Welt eins zu versetzen … Diese Bewegungen stammen alle entweder vom Protestantismus her oder werden unter déracinés (Entwurzelten) ausgebreitet. Es scheint in der katholischen Welt weniger Bewegungen von dieser Art zu geben, vielleicht wegen des überragenden Symbolismus des Katholizismus, seines weniger aktiven Bildungswesens und seiner überlegenen Psychologie, wodurch er nicht so oft gegen den hauptsächlichen Anstoßblock des protestantischen Afrikas, die Vielweiberei, anrennt.“

      36 Unter dem Datum des 24. Februar 1953 sagte die Zeitung Cape Argus unter dem Titel „Watch Tower“ folgendes: „Es war ans Licht gekommen, daß der Grund der Unruhen in Kenia bei der Wachtturm-Bewegung von Amerika zu suchen war. Die Organisation hatte ihre Literatur weitgehend in Kenia und in Rhodesien verbreitet. Die Behörden untersuchen nun die Sache.“

      37. Wie hat eine volkstümliche Zeitschrift in einer kürzlichen Sonderausgabe über Afrika sich daran beteiligt, in Voreingenommenheit wider Jehovas Zeugen zu sprechen?

      37 In dem gleichen Bemühen, die pflichtvergessenen Pastore der Christenheit zu stützen und das pastorale Werk des „e i n e n Hirten“ Jehovas in üblen Ruf zu bringen, erschien später die Sonderausgabe der Zeitschrift Life vom 4. Mai 1953 mit ihrem langen Artikel über „Afrika“. Auf Seite 126, unter dem Titel „Halbüberzeugte Bekehrte“, sagte der Schreiber folgendes: „Selbst das Christentum, das wir ihnen gegeben haben, scheint etwas Oberflächliches zu sein. Ich habe gefunden, daß mit Ausnahme jener, die von den Katholiken geschult waren, die Missionen nicht befriedigende oder vertrauenswürdige Bekehrte hervorgebracht zu haben scheinen. Dies ist wenigstens die Meinung unter jenen, die Missionsjungen beschäftigt haben. Ich kann keine Erklärung abgeben, ausgenommen jene vielleicht, daß der Eingeborene schnell erfaßt, daß der Weiße selten das ausübt, was er predigt. Und es genügt wohl kaum, einen Jungen zu lehren, Hymnen zu singen und die Bibel zu lesen, und die Mädchen, ihre anmutige Nacktheit mit Röcklein zuzudecken und dann zu erwarten, daß ihnen die christlichen Tugenden der Nächstenliebe und Ehrlichkeit unverzüglich eingeprägt seien.“ Dann, auf Seite 178, flicht dieselbe Ausgabe des Life in ihrem redaktionellen Artikel über „Amerikaner und Afrika“ folgende Bemerkung· ein: „Von den USA.-Missionen in Afrika sind Jehovas Zeugen nicht die am wenigsten Einflußreichen, und ihr Evangelium, weit davon entfernt, die ‚Zivilisation‘ zu fördern, unterstützt die ärgsten Phantasiegebilde der Afrikaner.“

      38. Warum sind die moderne Zivilisation und das Christentum nicht ein und dasselbe, und zu welcher Art von Christentum ermuntern Jehovas Zeugen afrikanische Gläubige?

      38 Wenn mit dem Wort „Zivilisation“ jener redaktionelle Artikel den Fortschritt des Volkes in den Künsten, der Wissenschaft und Staatskunst dieser im Verfall begriffenen alten Welt meint, dann sind Jehovas Zeugen allerdings weit davon entfernt, solches zu fördern. Der entscheidende Punkt, über den man argumentieren sollte, die wirklich erhebliche Frage, die zu stellen und zu beantworten ist, wäre: Fördern sie das Christentum? Es ist nicht ihr Fehler, daß die Zivilisation heute, selbst was ihre Religion betrifft, heidnisch ist, und daß die Zivilisation und das wahre Christentum nicht ein und dasselbe sind. Das Christentum, zu dem die Zeugen Gottes, des Höchsten, afrikanische Gläubige ermuntern, ist etwas, was sie mit dem einen, lebendigen und wahren Gott und seiner Vorkehrung zur Rettung durch das Opfer und das Königreich seines Sohnes Jesus Christus vertraut macht, es ist ein Christentum, das sie von ihren heidnischen und dämonischen, abergläubischen Lehren und Bräuchen befreit, das sie lehrt, gemäß den Gesetzesverordnungen Christi zu leben, die vorschreiben, daß ein Gatte nur e i n Weib habe, die verlangen, daß sie ihre Kinder in der Furcht, der Anbetung und dem Dienste Gottes aufziehen, daß sie ihren Arbeitgebern gegenüber ehrliche und zuverlässige Arbeiter seien, daß sie das heilige Buch Gottes lesen und verstehen, daß sie in Frieden, Einheit und brüderlicher Liebe leben, obwohl sie von verschiedener Farbe sind, von verschiedenen Stämmen kommen und verschiedene Sprachen sprechen, und daß sie predigende Zeugen Jehovas werden und so einen Anteil haben an dem hochwichtigen pastoralen Werk Jesu, des Hirten und Königs Jehovas, ehe die zum Untergang verurteilte Alte-Welt-Zivilisation in Harmagedon endet.

      39. Was kann gesagt werden über die Anklage, daß Jehovas Zeugen eine politisch-religiöse Bewegung seien? Und was geht daraus hervor, daß die Afrikaner Gefallen finden an dem Evangelium, das die Zeugen ihnen bringen?

      39 Jehovas Zeugen sind keine politisch-religiöse Bewegung; sie verquicken Politik nicht mit Religion. Sie waschen ihre Hände absolut rein von der Politik dieser Welt, die für das, was sie ist, bekannt ist. Sie passen sich der Erklärung des Jüngers Jakobus über die „reine und unbefleckte Religion vor Gott und dem Vater“ (KJ) an, welche fordert, sich von der Welt unbefleckt zu erhalten. Das Evangelium, das sie predigen, und wovon ein redaktioneller Artikel des Life sagte, „es unterstütze die ärgsten Phantasiegebilde der Afrikaner“, ist das Evangelium, von dem Jesus Christus voraussagte, daß es in dieser Nachkriegszeit gepredigt werde. Es ist „diese gute Botschaft vom Königreich“, genau dasselbe Evangelium, das sie auf allen anderen Kontinenten der Erde predigen und von dem Jesus sagte, es müsse in der ganzen Welt zu einem Zeugnis allen Nationen gepredigt werden, was auch Afrika einschließt. (Matth. 24:14, NW) Wenn die Afrikaner zu Zehntausenden an diesem Evangelium Gefallen finden, dann zeigt dies hinreichend, daß sie denselben Grad von Intelligenz, dieselben edlen Wünsche und rechtmäßigen Hoffnungen haben, dieselbe Fähigkeit des guten Willens gegen Gott und dasselbe von Gott verliehene Vermögen, die Stimme des Rechten Hirten zu erkennen und ihr zu folgen, wie alle seine „anderen Schafe“ auf allen anderen Kontinenten. Auf diese Weise werden sie das ewige Leben in Gottes gerechter neuer Welt fest ergreifen und sich seiner erfreuen, nachdem diese Atomzeitalter-Zivilisation für immer untergegangen sein wird.

      40. Für welche erhabene Mission werden sich die Graduierten der Missionarschule im Einklang mit ihrem Diplom als geeignet erweisen, und mit wem werden sie überall zusammen arbeiten?

      40 Auf dem Diplom jedes Graduierten der Wachtturm-Bibelschule Gilead erscheint folgende Erklärung: „Er wird daher graduiert als besonders geeignet, sich mit erzieherischer Tätigkeit zu befassen, guten Willen zu fördern und im Interesse dauernden Friedens und des Gesetzes vollkommener Ordnung und der Gerechtigkeit unter allen Völkern zu wirken.“ Die Glieder der Klasse, die gegenwärtig graduiert wird, werden hinziehen und ihre Eignung für diese erhabene Mission ebenso kundtun, wie es die vorherigen zwanzig Klassen in den vielen Ländern taten, wohin zu gehen und die gute Botschaft vom Königreich zu predigen sie angewiesen sind. Sie werden mit allen anderen Zeugen Jehovas im ganzen Felde, der Welt, zusammen wirken.

      41. Was sind Jehovas Zeugen heute, ob sie zum Überrest oder zu den „anderen Schafen“ gehören, und was werden sie trotz allem weiterhin tun?

      41 Ob einige zum Überrest der himmlischen Königreichserben gehören oder zur Mehrheit, der „großen Menge“ anderer Schafe, denen das irdische Paradies als Bestimmung in Aussicht steht, sind Jehovas Zeugen e i n e geeinte Herde unter seinem „e i n e n Hirten“. Ohne Furcht vor all den heulenden falschen Hirten der Christenheit, und trotz all den boshaften Vorwürfen und Verleumdungen, all der Feindseligkeit von seiten der politischen und religiösen Hirten dieser Welt, all der Verfolgung und Bedrückung, werden sie ihrem König und Hirten in seinem pastoralen Werke folgen, bis alle seine Schafe aus dieser Generation gefunden und aus allen Nationen in die e i n e Herde eingesammelt sind, um dort in Sicherheit zu bleiben und endloses Leben in Jehovas neuer Welt zu erlangen.

  • Zu viele „Zeugen“
    Der Wachtturm 1953 | 1. Oktober
    • Zu viele „Zeugen“

      ● Unter diesem Titel sagte die Zeitschrift Pentecostal Evangel der Versammlung von Gottes Kirchen am 13. Juli 1952: „Ein Missionar in Südafrika berichtet über ernste Probleme bei der Bekämpfung des Werkes der ‚Zeugen Jehovas‘. ‚Sie stoßen überall vor‘, sagte er, ‚mit ihrem Evangelium einer zweiten Chance, und einer Botschaft, die kein getrenntes Leben verlangt. Und wie das den sündigen Afrikaner anspricht, und irgendwie Herz und Ohren schließt, die Wahrheit des Evangeliums zu empfangen.‘“ Offenbar macht es dem Evangel-Schreiber nichts aus, daß Jehovas Zeugen keine Botschaft einer zweiten Chance haben, die die Korruption der alten Welt verwirft, und Hunderttausende auf der ganzen Welt anspricht, die wirklich die Bibel studieren. Diese Tatsachen entgingen der Beobachtung des Evangels, genauso ähnlich, wie einige Tatsachen den Juden entgingen, die Paulus vor Felix brachten und ihn falsch beschuldigten. Wenn vielleicht der sich beschwerende Missionar wahre Lehren brächte, würden die Afrikaner ihm auch zuhören. — Apg. 24:5, 6.

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