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Der Aufseher einer glücklichen HerdeDer Wachtturm 1966 | 15. Juli
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Der Aufseher einer glücklichen Herde
„Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.“ — Ps. 23:1-3.
1, 2. (a) Wer ist der große Aufseher des ganzen Universums, und warum lohnt es sich, in seiner Obhut zu sein? (b) Was beweist, daß Jehovas vernunftbegabte Geschöpfe glücklich sind?
DER wahre Gott, Jehova, ist der bedeutendste Aufseher des Universums. Er ist der Hirt seiner Herde. Alle, die das Vorrecht haben, in seiner Obhut zu sein, werden glücklich gemacht, denn Jehova wird in der Heiligen Schrift als der „glückliche Gott“ bezeichnet. — 1. Tim. 1:11.
2 Die Bibel enthält eine Fülle von Beweisen dafür, daß vernunftbegabte Geschöpfe unter der Obhut Jehovas glücklich sind. Von den himmlischen Söhnen heißt es, sie würden sich vor Jehova freuen, sie würden „jauchzen“ und „jubeln“ und seien „glücklich“. (Hiob 38:7; Offb. 19:7-9; Spr. 8:30) Auch von den Menschen auf der Erde, der „Herde“ seiner „Weide“, wird gesagt, sie seien „glücklich“. „Glücklich das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ rief der Psalmist aus. „Glücklich der, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, setzt, auf ihn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Hes. 34:31; Ps. 144:15, NW; 146:5, 6, NW) Ja, sogar in unserem trostlosen zwanzigsten Jahrhundert gibt es noch wahrhaft glückliche Menschen. Sie gehören zu der Herde Jehovas, des glücklichen Gottes. Gehörst auch du zu dieser Herde, dann weißt du, was es heißt, glücklich zu sein.
3, 4. (a) Wie und warum hat Jehova dafür gesorgt, daß sein Volk glücklich sein kann? (b) Warum müssen seine Schafe die Bibel studieren, um glücklich zu bleiben?
3 Jehova will, daß sein Volk glücklich ist, denn was wäre das Leben ohne Glück und Freude? Er weiß, daß das Leben ohne das Frohsein, das dem Glück entspringt, ein ewiges Einerlei wäre, eintönig, ein einsamer Gang zum Ende des Weges. Damit das Leben seiner Herde daher bunt und inhaltsreich sei, hat Jehova als der große Aufseher seiner Herde die verschiedensten Vorkehrungen getroffen und so dafür gesorgt, daß seine Schafe glücklich bleiben.
4 Er hat seine Herde vor allem mit einer nie versiegenden Nahrungsquelle versorgt. Speis und Trank müssen gut sein, wenn die Schafe Gottes glücklich sein sollen. Der Psalmist, der selbst einmal Hirt war, sagte: „Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele.“ (Ps. 23:2, 3) Das tut Jehova durch sein geschriebenes Wort, die Bibel. Ein eifriges Studium dieses Wortes ist daher unerläßlich, denn dadurch werden die Schafe Gottes geistig gesund und glücklich, und, was noch wichtiger ist, sie erlangen dadurch ewiges Leben. Es sollte uns deshalb nicht überraschen, daß Jesus Christus, der Sohn Gottes, zu seinen jüdischen Zeitgenossen sagte: „Glücklich sind ... jene, die das Wort Gottes hören und es bewahren!“ „Glücklich sind jene, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind“, denn „nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht“. (Luk. 11:28; Matth. 5:3; 4:4) Damit die Schafe Gottes glücklich bleiben können, müssen sie fortgesetzt aus dieser göttlichen Quelle schöpfen.
5. Warum ist die Bibel für einen gottesfürchtigen Menschen unentbehrlich, und wie bestätigt das Jehovas Wort?
5 Das Wort Gottes ist auch ein Licht, das wir in diesen düsteren, schweren Tagen unbedingt benötigen. Der Psalmist sagte zu Gott: „Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad.“ (Ps. 119:105) Ein Schaf, das sich in der Dunkelheit verirrt hat, fürchtet sich und ist elend und unglücklich. Die Wahrheit der Bibel, die wie eine Leuchte wirkt, ist das Mittel, das Jehova gebraucht, um seine Schafe zu leiten und glücklich zu machen. Zu Josua, unter dessen Führung die Kinder Israel in das Verheißene Land einzogen, sagte Jehova: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf bedacht seist, gemäß allem zu handeln, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zu einem Erfolg machen, und dann wirst du weislich handeln.“ (Josua 1:8, NW) Wenn wir unseren Weg zu einem Erfolg machen und weise handeln wollen, müssen wir also nicht nur eine Bibel haben, sondern müssen auch den weisen Rat, den Jehova, unser großer Aufseher, Josua gab, befolgen. Tun wir das, so werden wir glücklich sein. Der Psalmist erklärte: „Glücklich jene, die auf ihrem Weg untadelig sind, die nach dem Gesetz Jehovas wandeln! Glücklich jene, die seine Mahnungen beachten.“ (Ps. 119:1, 2, NW) Da die Schafe Gottes die Bibel kennen und nach deren Richtlinien handeln, sind sie glücklich.
6. Aus welchem weiteren Grund ist die Bibel ein Segen Jehovas?
6 Jehova, der große Hirt seiner Herde, ließ sein Wort aber noch zu einem weit erhabeneren Zweck niederschreiben, nämlich, damit seine irdischen Geschöpfe ihn, ihren himmlischen Hirten, kennenlernen könnten. Ohne die Bibel würden die Schafe Gottes ihren Gott und Hirten, Jehova, nicht kennen. Wer aber Jehova nicht kennt, kann nicht ewig glücklich sein, denn Jehova ist nicht nur der „Quell des Lebens“, sondern auch der Urquell der Freude. Die Freude ist eine Frucht seines Geistes. (Ps. 36:9; Gal. 5:22) Werden die Schafe von ihrem Hirten getrennt, so beginnen sie sich zu fürchten und sind unglücklich. Man beachte, wie der Schreiber der Psalmen zeigt, daß man, um wirklich glücklich zu sein, Jehova kennen muß. Der inspirierte Bericht lautet: „Glückselig [Glücklich, NW] der Mann, der auf ihn traut!“ „Glückselig [Glücklich, NW] das Volk, das den Jubelschall kennt! Jehova, im Lichte deines Angesichts wandeln sie.“ „Glückselig ein jeder, der Jehova fürchtet.“ „Glückselig, die da wohnen in deinem Hause! ... Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist.“ (Ps. 34:8; 89:15; 128:1; 84:4, 5) Alle, die glücklich werden möchten, müssen daher zum Himmel aufschauen, wenn sie die Freude finden wollen, die Jehova verleiht.
7. (a) Wie drückt der Psalmist die Freude aus, die man verspürt, wenn man Jehova kennt? (b) Wo nur kann man Glück und Ruhe finden?
7 Die wohltuende Freude und Zufriedenheit, mit der alle, die Jehova, den himmlischen Aufseher, kennen, belohnt werden, kommt in dem von David geschriebenen unvergeßlichen 23. Psalm zum Ausdruck. „Jehova ist mein Hirte“, sagte er, „mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, s i e trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich werde wohnen im Hause Jehovas auf immerdar.“ Wie wunderbar diese Worte des Psalmisten doch zeigen, daß es notwendig ist, Jehova zu kennen, und welche Erquickung und wohltuende Freude diese Erkenntnis bringt! Davids Worte hören sich nicht so an wie das ängstliche Blöken verirrter Schafe. Das Blöken eines verlorenen Schafes bringt so richtig das Elend und die Hilflosigkeit zum Ausdruck, die völlige Verlassenheit abseits der Herde. Es läßt die Furcht eines Schafes erkennen, das sich des Schutzes und der zarten, liebevollen Betreuung des Hirten beraubt sieht. Fern von Jehova kann man nicht glücklich sein. Nur bei ihm und bei seiner Herde sind das tiefe Glück und die Ruhe zu finden, von denen David im 23. Psalm spricht.
8. Wen setzte Jehova zur Betreuung der Herde ein, und an welche grundlegende Wahrheit sollten sich die Betreffenden stets erinnern?
8 Um seine irdischen Schafe davor zu bewahren, irrezugehen und dadurch unglücklich zu werden, setzte Jehova Aufseher und Hirten über sie ein. Diese Männer sollten sich der Herde Gottes annehmen. David, der König des damaligen Volkes Israel, war ein solcher Aufseher. Doch obwohl er ein Hirt des Volkes Gottes war, erkannte er, daß er selbst einen Aufseher und Hirten über sich hatte, dem er Rechenschaft schuldete. Nach Psalm 16:8 schrieb David hierüber folgendes: „Ich habe Jehova stets vor mich gestellt.“ Ein Hirt geht vor der Herde her, und König David freute sich, seinen Gott, Jehova, vor sich gestellt zu haben. Einer seiner Mitisraeliten schrieb: „Hirte Israels, nimm zu Ohren! der du Joseph leitest wie eine Herde.“ (Ps. 80:1) Da David seinen Blick stets auf diese grundlegende Wahrheit gerichtet hielt, war er ein vortrefflicher Aufseher und ein nachahmenswertes Beispiel für die Herde Gottes.
9. Wie wirkt es sich auf die Herde aus, wenn sich die Aufseher von Jehova leiten lassen, und was sagt der Psalmist David hierüber?
9 Wenn sich Aufseher von ihrem großen himmlischen Aufseher leiten lassen, werden sie gesegnet, und die Herde ist glücklich. Das geht auch aus den Worten nach Psalm 144:13-15 hervor, mit denen David die Materialisten beschreibt, die sagen: „... daß unsere Rinder trächtig seien, daß kein Einbruch und kein Ausfall sei und kein Klaggeschrei auf unseren Straßen! Glückselig das Volk, dem also ist!“ David sagt dagegen: „Glückselig das Volk, dessen Gott Jehova ist!“ (Siehe NW und Al.) Geistiggesinnte Aufseher sind somit ein Segen Jehovas. Sie machen die Herde Gottes wirklich glücklich.
WAS BEWIRKT, DASS DIE HERDE GLÜCKLICH BLEIBT
10. (a) Wer hat durch seine Liebe zu den Schafen das beste Beispiel gegeben, und wie hat er es getan? (b) In welcher Hinsicht sollten Aufseher Jehovas Liebe besonders nachahmen?
10 Nichts trägt mehr dazu bei, die Herde glücklich zu machen, als die Liebe. Jehova ging im Bekunden von Liebe mit gutem Beispiel voran. Eines seiner Schafe, der Apostel Johannes, schrieb: „Wer nicht liebt, hat Gott nicht kennengelernt, weil Gott Liebe ist. Dadurch wurde die Liebe Gottes in unserem Fall kundgemacht, daß Gott seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn Leben erlangen könnten. Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, dann sind wir selbst verpflichtet, einander zu lieben.“ (1. Joh. 4:8-11) Aufseher sind verpflichtet, Gottes beispielhafte Liebe nachzuahmen. Sie müssen im Lieben vorangehen wie Gott, der zuerst liebte. „Was uns betrifft“, schrieb Johannes, „so lieben wir, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Joh. 4:19) Die innere Gewißheit, trotz ihrer Mängel und Schwächen geliebt zu werden, macht die Schafe besonders glücklich.
11. (a) Warum ist es so notwendig, die Herde zu lieben? (b) Wieso ist die Liebe für den Hirten eine Hilfe?
11 Warum ist aber die Liebe so notwendig? Weil „die Liebe erbaut“. Die Liebe „ist ein vollkommenes Band der Einigkeit“. „Die Liebe versagt nie.“ (1. Kor. 8:1, SB; 13:4-8; Kol. 3:14) Die Liebe macht einen Aufseher zugänglich, freundlich, sanft, rücksichtsvoll und geduldig. Sie läßt nicht zu, daß er die Schafe streng behandelt. Sie bewirkt, daß er ihre geistigen Bedürfnisse erkennt, denn nichts ist scharfsichtiger und feinfühlender als die Liebe, und nichts kann die Gefühle eines anderen fast instinktiv besser beurteilen als sie. Ja, nichts schärft das Wahrnehmungsvermögen mehr als wahre Liebe. Der Hirt weiß, wenn seine Schafe hungrig sind oder Durst haben, weil er sie liebt. Seine Liebe zu den Schafen hilft ihm erkennen, wenn sie verwundet oder krank sind. Geht eines von ihnen verloren, so ist er der erste, der es feststellt, weil er die Schafe liebt. Die Liebe regt alle seine guten Eigenschaften an und fördert seine Einsatzbereitschaft. Die von Gott ausgehende und durch seinen „vortrefflichen Hirten“, Jesus Christus, sowie durch die eingesetzten Aufseher der Herde wirkende Liebe vereinigt die Herde Gottes und macht sie glücklich. Ein Hirt sollte stets daran denken, daß es nur eines gibt, was besser ist als geliebt zu werden, nämlich zu lieben, ja, daß die Liebe nie versagt.
12. Warum ist ein liebevoller Hirt ein Segen für die Herde?
12 Ein liebevoller Aufseher ist daher wirklich ein Segen für die Versammlung! Die Schafe spüren aufgrund der Art, wie er zu ihnen spricht und wie er mit ihnen umgeht, daß er sie liebt. Ein solcher Aufseher hat ein freundliches, einnehmendes Wesen. Die Schafe fühlen sich zu ihm hingezogen. Sie wissen, daß er sich um sie kümmert und daß ihm ihr Wohl am Herzen liegt. Sie zögern nicht, mit ihren Problemen zu ihm zu kommen, weil sie genau wissen, daß er sich ihrer liebevoll annimmt. Sie sind seiner Liebe gewiß, denn die Liebe kann sich nicht verleugnen. Sie ist wie ein wohltuendes Öl und bewirkt oft, daß schwere Bürden leichter zu werden scheinen und daß einem das Gehorchen weniger schwerfällt. Die Liebe fördert den Frieden. Es ist erstaunlich, wie wenig Ursache zu Klagen und wieviel Ursache zur Freude die Liebe gibt. Der Aufseher weiß das. Er ahmt deshalb seine himmlischen Aufseher, Gott und Christus, nach, indem er die Herde liebt.
13. Was beweist, daß Jesus liebte, und durch welches Gleichnis zeigte er, wie ein Hirt seine Schafe liebt?
13 Die Liebe Jehovas zu den Schafen kommt durch Jesus Christus, seinen „vortrefflichen Hirten“, zum Ausdruck. Als Jesus auf der Erde war, lag ihm das Wohl der Schafe am Herzen, und die Schafe wußten sehr wohl, daß er sich um sie kümmerte. Die Armen, Kranken, Bedrückten und Unwissenden, ja Sünder jeder Art und von jedem Stand kamen zu ihm. Der vortreffliche Hirt fand es nicht unter seiner Würde, die Schafe in seine Arme zu nehmen und sie zu ermuntern, den Weg zum Leben einzuschlagen. Sein zugängliches Wesen half Sündern, aus ihrem gefallenen Zustand herauszukommen und auf den Weg der Rettung zu gelangen. (Joh. 10:11; Luk. 7:36-50) Der Bibelschreiber Lukas berichtet uns: „Alle Steuereinnehmer und die Sünder kamen nun fortwährend in seine Nähe, um ihn zu hören. Deshalb murrten sowohl die Pharisäer als auch die Schriftgelehrten beständig und sprachen: ‚Dieser Mann heißt Sünder willkommen und ißt mit ihnen.‘“ Dann sprach Jesus folgendes unübertreffliche Gleichnis zu ihnen: „Wer von euch, der hundert Schafe hat, wird nicht, wenn er eines von ihnen verliert, die neunundneunzig in der Wildnis hinter sich lassen und dem einen verlorenen nachgehen, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, legt er es auf seine Schultern und freut sich. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und seine Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: ‚Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.‘ Ich sage euch, daß so im Himmel mehr Freude über einen einzigen Sünder sein wird, der bereut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Reue nicht bedürfen.“ (Luk. 15:1-7) Welch vortreffliches Beispiel gab doch Jesus durch seine Liebe und sein Verständnis allen Aufsehern! Seinem Beispiel genau zu folgen verrät höchste Weisheit.
NAHRUNG UND GLÜCK
14, 15. (a) Worauf muß der Hirt vor allem achten, und warum? (b) Wie kann ein unzufriedenes Schaf am besten beschwichtigt werden?
14 Damit die Herde glücklich ist, muß sie gut genährt sein. Welcher Hirt weiß nicht, daß die Schafe widerspenstig und leicht reizbar werden, wenn sie hungrig sind? Nach einer guten, sättigenden Mahlzeit sehen sie jedoch sofort alles in einem besseren Licht. Ihr Unbehagen, ihre Unzufriedenheit und Gereiztheit weichen dem Gefühl des Wohlbehagens und der Zufriedenheit. Der Aufseher muß daher vor allem darauf achten, daß die Schafe gut genährt sind.
15 Unzufriedene Schafe werden am besten auf die „grünen Auen“ des Wortes Gottes geführt und auf einige seiner erquickenden, ermunternden und auferbauenden Wahrheiten hingewiesen. Man verweile bei solchen Gelegenheiten besonders bei der Hoffnung, die Gott gibt, und bei Gottes zuverlässigen Verheißungen. (Tit. 1:2) Sobald der unzufriedene Sinn oder das verletzte Herz durch das Wort Jehovas gestärkt ist, kehren wieder Glück und Zufriedenheit ein. Ein inspirierter Spruch lautet: „Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Unterscheidungsvermögen gewinnt. Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und wer sie festhält, wird glücklich genannt.“ (Spr. 3:13, 18, NW) Sobald die Schafe Gottes zu dieser Erkenntnis gelangen, werden sie glücklich. Die Aufseher müssen ihnen jedoch dazu verhelfen.
16. Was macht gemäß den Worten Jesu glücklich?
16 Man wird aber nicht nur glücklich durch Lesen oder Hören. Jesus sagte: „Beglückender ist Geben als Empfangen.“ (Apg. 20:35) Wahres Glück ist denen vorbehalten, die Gottes Willen nicht nur hören, sondern ihn auch tun. Nur wer Gottes Wort bewahrt, wird auf die Dauer glücklich sein. Der christliche Jünger Lukas hielt daher folgende Worte des vortrefflichen Hirten fest: „Glücklich sind ... jene, die das Wort Gottes hören und es bewahren!“ (Luk. 11:28) Man muß also Gottes Wort hören und es bewahren, wenn man glücklich werden möchte.
SICH DER EINZELNEN ANNEHMEN
17. (a) Warum verdienen die Schafe, daß sich der Hirt ihrer persönlich annimmt? (b) Wie kann der Hirt dazu beitragen, daß die Schafe glücklich sind?
17 Die Herde Gottes setzt sich nicht aus Berichtskarten, Karteien und statistischen Aufzeichnungen zusammen, sondern ist eine Organisation, die aus lebenden, wertvollen Geschöpfen besteht, die sich der Lobpreisung des lebendigen Gottes widmen. Sie verdienen daher größte Aufmerksamkeit, das heißt, daß man sich ihrer persönlich annimmt. Ein Aufseher läuft leicht Gefahr, sich so sehr mit schriftlichen Arbeiten zu beschäftigen, daß er nur noch wenig oder gar keine Zeit mehr für die Schafe hat. Jeder einzelne in der Herde sollte jedoch spüren, daß sich der Hirt um ihn kümmert. Der christliche Aufseher Paulus schrieb: „Vergeßt nicht, Gutes zu tun und die Dinge mit anderen zu teilen, denn solche Schlachtopfer sind Gott wohlgefällig.“ (Hebr. 13:16) Ein Aufseher, der mit den einzelnen Schafen von Zeit zu Zeit im Predigtdienst zusammenarbeitet, bietet ihnen dadurch mehr, als wenn er ihnen einige Predigten hielte. Die kleine Ermunterung, die er ihnen dadurch persönlich gibt, stärkt sie. Er zeigt ihnen dadurch, daß er sich um sie kümmert. Ein Aufseher, der sich auf diese Weise der Schafe persönlich annimmt und sich unter sie mischt, ja, der sie für ihre Bemühungen lobt und ihre Fortschritte anerkennt, trägt unermeßlich viel dazu bei, daß die Herde glücklich ist und geistig gedeiht.
18. Wie kann ein Hirt ein Schaf erfreuen, das im Krankenhaus liegt?
18 Schafe werden oft krank und benötigen ihren Hirten. Ein Hirt hat den Auftrag, „alle Trauernden zu trösten“. (Jes. 61:2, Br) Das bedeutet, daß er sie persönlich besuchen muß. Schon allein seine Anwesenheit ist für die Kranken eine Freude und eine Ermunterung. Er kann sie über die Tätigkeit der Versammlung auf dem laufenden halten, kann mit ihnen den in einem Bibelstudium behandelten Stoff durchgehen, eine neue Predigt besprechen oder ihnen von der letzten größeren Versammlung des Volkes des Herrn erzählen — wie das Programm war, was man dabei lernen konnte und wie alle dadurch ermuntert und auferbaut wurden. Aufseher, sorgt dafür, daß die Kranken das Interesse an Jehova und seiner Organisation nicht verlieren. Zeigt ihnen, wie sie durch ihre Standhaftigkeit, ihre Gebete und ihr Interesse an der Herde zu deren Glück und Freude beitragen können. Tröstet die Trauernden. — 2. Kor. 1:3-7.
19. Welche weiteren Möglichkeiten hat der Aufseher, Kranken Anteilnahme zu zeigen, und wodurch wird er selbst belohnt?
19 Nicht alle Kranken liegen im Krankenhaus, viele sind zu Hause. Auch ihrer sollte sich der Aufseher annehmen. Es ist erstaunlich, wieviel Freude ein Brief oder auch nur eine Karte, auf der man gute Besserung wünscht, bereiten kann. Für jemanden, der krank ist und sich von der ganzen Welt verlassen fühlt, bedeutet ein kleines Zeichen der Aufmerksamkeit in Form einer Karte, eines Besuchs oder eines Telephonanrufs sehr viel, und dabei kostet es so wenig. Den Hirten sagen zu hören: „Ich habe dich in der Versammlung vermißt. Wir hoffen, daß es dir bald wieder besser geht“, bedeutet für ein krankes Schaf sehr viel. Nicht nur das, es bedeutet auch für den Eigentümer der Schafe, für Jehova, viel, denn er ermahnt den Aufseher mit den Worten: „Wer seinen Nächsten verachtet, sündigt; wer aber der Elenden sich erbarmt, ist glückselig [glücklich, NW].“ (Spr. 14:21) Der mitfühlende Aufseher, der sich der Elenden annimmt, macht nicht nur sie, sondern auch sich selbst glücklicher.
20. Was muß ein Aufseher, der sich der einzelnen annimmt, von Zeit zu Zeit tun, wem gegenüber und wie tut er es?
20 Sich der einzelnen annehmen heißt auch sie ermahnen. Alter und Jugend benötigen von Zeit zu Zeit persönlichen, schriftgemäßen Rat. Mit den Jugendlichen kann der Hirt über das richtige christliche Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht sprechen. Er kann sie vor schlechtem Umgang warnen, ihnen sagen, daß sie anständig gekleidet sein und eine saubere Sprache führen sollten, und ihnen zeigen, wie wichtig diese Dinge für den Predigtdienst sind. Auch die älteren Glieder der Herde benötigen oft die weisen Ermahnungen des Hirten. Sie sollten auf seine Weisheit hören, denn er ist an ihrem Leben interessiert. Vielleicht läßt ihre Beteiligung am Predigtdienst, ihr Besuch der Zusammenkünfte, ihre Erziehung der Kinder oder ihr Wandel zu wünschen übrig. Der Aufseher ist da, um ihnen zu helfen. Er muß für ihr Leben Rechenschaft ablegen. Sie sollten daher dankbar sein, wenn er sich ihrer annimmt.
21, 22. (a) Was zeigt, daß es sich lohnt, verirrte Schafe zu suchen? (b) Wieso kann gesagt werden, der Aufseher sei ein Segen Jehovas?
21 Jesus gebot dem Apostel Petrus bei einer Gelegenheit persönlich: „Weide meine Lämmer ... Hüte meine Schäflein ... Weide meine Schäflein.“ (Joh. 21:15-17) Dieses Erlebnis hinterließ bei Petrus bestimmt einen nachhaltigen Eindruck und blieb ihm unvergeßlich. Jesus reichte ihm, der die Herde Gottes und den vortrefflichen Hirten verlassen hatte, bei dieser Gelegenheit rettend die Hand. Würde Petrus als Aufseher nun weniger darauf bedacht sein, nach verlorenen Schafen zu suchen? Er war für seine Rettung dankbar, und das bewies er durch seine gewissenhafte Hirtentätigkeit zeit seines Lebens. Viele Jahre nach diesem Erlebnis schrieb Petrus folgende ermahnende Worte an die älteren Männer der Christenversammlung: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unredlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über jene herrschen, welche Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet. Und wenn der Oberhirte kundgemacht worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.“ (1. Petr. 5:2-4) Der vortreffliche Hirt hatte sich nicht vergeblich um Petrus bemüht. Aufseher, kümmert euch um die verirrten Schafe. Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist.
22 Welch ein Segen Jehovas ist doch der Aufseher für die Herde! Die Schafe folgen seiner zuverlässigen Führung und Leitung und wohnen in Frieden und Einheit beieinander. Sie freuen sich des Lebens. Fürwahr, Güte und Huld folgen ihnen alle Tage ihres Lebens. Sie freuen sich, an der Rechtfertigung des Namens Jehovas teilzuhaben, und sie haben die gleiche Hoffnung wie König David, der ehemalige Hirt, nämlich mit ihrem Hirten für immer im Hause Jehovas zu wohnen.
„Denn so spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen. Wie ein Hirt sich seiner Herde annimmt an dem Tage, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, also werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie erretten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tage des Gewölks und des Wolkendunkels. Und ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie aus den Ländern sammeln und sie in ihr Land bringen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Wohnplätzen des Landes. Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihre Trift sein; daselbst, auf den Bergen Israels, werden sie auf guter Trift lagern und fette Weide beweiden. I c h will meine Schafe weiden, und i c h will sie lagern, spricht der Herr, Jehova.“ — Hes. 34:11-15.
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Eine glückliche Herde durch gute FührerschaftDer Wachtturm 1966 | 15. Juli
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Eine glückliche Herde durch gute Führerschaft
„Wer ... durch die Tür hineingeht, ist Hirte der Schafe. Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus.“ — Joh. 10:2, 3.
1. (a) Warum muß ein Aufseher unbedingt führend vorangehen, und was bedeutet das Wort „Aufseher“? (b) Wie nur kann ein Aufseher seiner Aufgabe richtig nachkommen?
DAMIT die Christenversammlung gedeiht und die Herde Gottes glücklich bleibt, müssen die Aufseher führend vorangehen. Das Wort „Aufseher“ bezieht sich auf jemand, der Besuche durchführt, der besichtigt. Es deutet an, daß der Betreffende die Versammlung überwacht und sich ihrer Interessen annimmt. Damit die Aufseher dieser Aufgabe richtig nachkommen können, wird ihnen gemäß Apostelgeschichte 20:28 der Rat gegeben, zunächst auf „sich selbst“ achtzugeben, dann auf „die ganze Herde“ zu achten und schließlich „die Versammlung Gottes“ zu hüten. Werden diese Voraussetzungen gewissenhaft erfüllt, so ist die Herde glücklich.
2. Was heißt es für den Aufseher, auf sich selbst achtzugeben, und warum muß er auf sich achtgeben?
2 Das Leben eines Hirten ist oft hart und anstrengend. Seine Aufgabe nimmt ihn voll und ganz in Anspruch. Damit er sich richtig um die Schafe kümmern kann, muß er in vernünftigem Maße für sich selbst sorgen. Der Aufseher muß geistig stark sein. Die Schafe erwarten von ihm, daß er sie stärkt und ermuntert. Er muß sich deshalb in der Bibel gut auskennen, damit er jederzeit richtig Trost spenden kann. Er liest Gottes Wort täglich, sinnt über dessen weisen Rat nach und bemüht sich, dessen Grundsätze auf sein Leben anzuwenden. Er bittet Gott um Weisheit und um Führung und Leitung, da er weiß, daß er ohne den Segen Jehovas niemals richtig führend vorangehen könnte. Er sollte stets an die Worte denken: „Jehova selbst gibt Weisheit; aus seinem Munde kommen Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen.“ Er sollte nie vergessen, daß „die Weisheit von oben ... vor allem keusch [ist], dann friedsam, vernünftig, zum Gehorchen bereit, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch“. (Spr. 2:6, NW; Jak. 3:17) Wenn er sich von dieser Weisheit leiten läßt, wird die Herde Gottes seine gute Führerschaft, seinen Glauben und andere gute Eigenschaften, die ein Aufseher haben sollte, leicht erkennen können.
3. Was setzt gute Führerschaft voraus?
3 Gute Führerschaft setzt voraus, daß der Aufseher mit der Herde oder vor ihr hergeht, nie hinter ihr ist oder sich an einem Ort aufhält, wo die Herde nicht ist. Er wohnt allen Zusammenkünften der Versammlung bei und beteiligt sich wie alle übrigen Glieder der Versammlung aktiv daran. Er erledigt keine Versammlungsangelegenheiten und führt keine Besprechungen mit seinen Gehilfen durch, während die Zusammenkünfte im Gange sind. Er tut genau dasselbe, was er von seiner Herde erwartet: Er hört den Darbietungen aufmerksam zu. Er geht in der Versammlung mit gutem Beispiel voran.
4. Was muß der Aufseher ferner tun, um richtig vorangehen zu können?
4 Auf sich selbst achtzugeben bedeutet für den Aufseher auch, daß er die Aufgaben und Pflichten, die er als Hirt der Schafe Gottes hat, genau kennt. Er versäumt nicht, die Richtlinien, die ihm durch Jehovas Diener-Organisation, die Wachtturm-Gesellschaft, ständig zugehen, zu lesen und zu studieren. Ja, er studiert Publikationen wie die Broschüre In Frieden und Einheit predigen und lehren, das Buch Zum Predigtdienst befähigt, den Königreichsdienst und andere Schriften der Gesellschaft sorgfältig und liest sie immer wieder durch. Er macht sich nicht nur mit seinen Pflichten vertraut, sondern orientiert sich auch über die Aufgaben der Dienstamtgehilfen, die ihm beim Hüten der Versammlung beistehen, damit er ihnen, wenn nötig, helfen kann. Eine straffe, vom Aufseher ausgehende einheitliche Leitung erleichtert es der Herde zu folgen. Sie ahmt das gute Beispiel ihres Aufsehers nach und ist schnell bereit, Anweisungen zu befolgen, und nimmt Ratschläge willig an.
5. Warum muß der Aufseher seinen Familienpflichten richtig nachkommen?
5 Die gute Führerschaft des Aufsehers zeigt sich auch innerhalb seiner Familie (sofern er eine hat), denn seine Familie läßt erkennen, ob er ein guter Aufseher ist. Auf sich selbst achtzugeben, wie es der Apostel Paulus gebot, verlangt von ihm deshalb, daß er seinen Familienpflichten richtig nachkommt. Paulus sagte über die Eigenschaften der Aufseher: „Der Aufseher muß ... ein Mann [sein], der seinem eigenen Haushalt in vortrefflicher Weise vorsteht, der die Kinder mit allem Ernst in Unterwürfigkeit hält; (in der Tat, wenn jemand seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Versammlung Gottes Sorge tragen?).“ (1. Tim. 3:2, 4, 5) Die Familie des Aufsehers sollte daher eine Musterfamilie der Versammlung sein.
6. In welcher Hinsicht sollte ein Aufseher in seiner Familie führend vorangehen, und warum?
6 Als Familienhaupt sollte der Aufseher dafür sorgen, daß seine Angehörigen Gottes Wort, die Bibel, fleißig studieren und sich eifrig am Predigtdienst beteiligen. Seine Familie sollte für die anderen Familien der Versammlung in Wort und Tat ein gutes Beispiel sein. Im Interesse des geistigen Wohls der Familie sollte der Aufseher das wöchentliche Familien-Bibelstudium leiten. Er sollte, wenn im Kreise der Familie gebetet wird, das Gebet sprechen und auch mit jedem seiner Angehörigen in den Predigtdienst von Haus zu Haus gehen, mit ihnen bei Menschen, die sich für die Königreichsbotschaft interessieren, Nachbesuche machen und sehen, wie sie ihre wöchentlichen Heimbibelstudien durchführen. Das tut er, weil er als Haupt seiner Familie und als Aufseher der Versammlung am geistigen Fortschritt jedes Gliedes seiner Familie und der Versammlung interessiert ist. Er möchte, daß alle mit ewigem Leben belohnt werden. Er möchte auch, daß die Versammlung aus seinem guten Beispiel Nutzen zieht.
7, 8. (a) Mit welchen Worten hob der Apostel Paulus die Pflicht eines Christen hervor, für das geistige Wohl seiner Familie zu sorgen? (b) Was wird der Aufseher tun müssen, damit er seinen Familienpflichten nachkommen kann?
7 Obwohl der Aufseher oft mit Arbeit für die Versammlung überhäuft sein mag, sollte er nie so sehr mit anderen Dingen beschäftigt sein, daß er sich nicht um das geistige Wohl seiner Familie kümmern kann. Er sollte die Familie nicht vernachlässigen. „Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen, und besonders für seine Hausgenossen, nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger“, schrieb Paulus. (1. Tim. 5:8) Weder die Familie noch die Versammlung, deren Aufseher er ist, darf in geistiger Hinsicht vernachlässigt werden.
8 Damit der Aufseher seinen Aufgaben nachkommen kann, wird er seine Zeit sehr gut einteilen und oft vielleicht einige Arbeiten für die Versammlung sogar seinen Gehilfen übertragen müssen. Er muß seinen Familienpflichten unbedingt nachkommen, denn andere Familienhäupter der Versammlung erwarten von ihm, daß er als Ehemann und als Aufseher führend vorangeht. Der Hirt sollte ein nachahmenswertes Beispiel sein. Wenn er stets besonnen, vorsichtig und verständig handelt sowie in allem, was er zu Hause und in der Versammlung tut, vernünftig ist, wird ihm das möglich sein, und er wird seiner Familie zum Segen und der Herde Gottes zum Vorbild werden. — 1. Tim. 4:15, 16.
AUF „DIE GANZE HERDE“ ACHTGEBEN
9. (a) Wie muß der Hirt den Schafen gegenüber eingestellt sein, und warum? (b) Zu welcher wichtigen Erkenntnis sollten die Schafe aufgrund der Führung des Hirten gelangen?
9 Die Bibel vergleicht die ganze Menschheit mit Schafen, die keinen Hirten haben. Jehova, der große Hirt, möchte jedoch nicht, daß eines der Schafe zugrunde geht. Jesus Christus, Jehovas guter Hirt, sagte: „Es [ist] bei meinem Vater, der im Himmel ist, nicht erwünscht, daß eines von diesen Kleinen zugrunde geht.“ (Matth. 18:14; Hes. 33:11) Der Aufseher, den der heilige Geist ernannt hat, damit er auf „die ganze Herde“ achtgebe, sollte ebenso eingestellt sein. Er sollte vor allem am Leben der Schafe, die in seiner Obhut sind, interessiert sein. Er sollte darauf bedacht sein, daß keines der Kleinen Jehovas zugrunde geht. Um das Leben der Schafe zu schützen, sollte er ihnen eine vollständige Erkenntnis über Gott vermitteln. Er sollte sie in der christlichen Lehre unterweisen können und auch imstande sein, sie im Predigtdienst zu schulen. „Denn mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit“, schrieb der Apostel Paulus, „mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung zur Rettung ab.“ (Röm. 10:10) Der Aufseher muß die Schafe so führen, daß sie zu dieser wichtigen Erkenntnis gelangen.
10. (a) Auf welche beiden Hauptpflichten wies Jesus besonders hin, und wie? (b) Wie ging Jesus im Lehren führend voran, und was lehrte er die Schafe? (c) Wie kann diese Belehrung heute angewandt werden?
10 Die Herde zu lehren und ihr im Dienste Gottes führend voranzugehen gehört zu den Hauptpflichten eines Aufsehers. Jesus zeigte dies, als er seinen Nachfolgern gebot: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen.“ Er sagte bei dieser Gelegenheit, sie sollten diese neuen Jünger lehren, alles zu halten, was er geboten habe. (Matth. 28:19, 20) Auch Paulus betonte, daß Aufseher Lehrer sein müßten, als er sagte, Aufseher sollten „lehrfähig“ sein. (1. Tim. 3:2) Jesus ging im Lehren voran. Er lehrte nicht nur durch seine Worte, sondern auch durch seine Handlungsweise. Er unterwies seine Nachfolger jedoch nicht nur in der Lehre, sondern schulte sie auch im Predigtdienst. Nachdem er seine Apostel über das Königreich Gottes belehrt hatte, nahm er sie mit und zeigte ihnen persönlich, wie sie den Dienst Gottes durchführen sollten. Schritt für Schritt konnten sie ihn im Dienste seines Vaters, in den sie schließlich ebenfalls eintreten sollten, beobachten. Jesus sagte seinen Jüngern, warum er gewisse Dinge sagte und tat. Er sagte ihnen, wie sie sich für den Predigtdienst kleiden, was sie an den Türen sagen und wie sie sich vor Gegnern verhalten sollten, und machte sie darauf aufmerksam, wie die Menschen sie aufnehmen würden. Nachdem er sie hinreichend belehrt hatte, sandte er sie aus, damit sie seinem Beispiel folgten. Zunächst sandte er seine zwölf Apostel und danach siebzig weitere in den Predigtdienst aus. Jesus war ein befähigter Lehrer. Aufseher müssen heute sein vollkommenes Beispiel nachahmen, wenn die Herde Gottes gedeihen und glücklich bleiben soll. — Matth. 10:5-30; Mark. 9:28, 29; Luk. 10:1-3.
11. (a) Welche dankbare Aufgabe hat der Aufseher, und warum ist es eine dankbare Aufgabe? (b) Wie kann ein Hirt die Herde veranlassen, ihn nachzuahmen?
11 Der Herde im Dienste Gottes führend voranzugehen ist ein wunderbares Vorrecht und eine dankbare Aufgabe. Welche Freude ist es doch, ein neues Schaf Gott zum erstenmal lobpreisen zu hören! Wie reich entschädigt wird doch der Aufseher, wenn er sich mit der Herde am Predigtdienst beteiligt! Wieviel Gutes kann er doch bewirken, wenn er die Unterhirten besucht und sie durch seine Anregungen unterstützt! Das fordert oft viel von einem Aufseher, aber die Freude, die er dabei erlebt, entschädigt ihn weitgehend. Der Apostel Paulus, der den Fußtapfen Jesu genau folgte, hatte ein ähnliches Vorrecht. Zu seinen christlichen Brüdern aus Ephesus sagte er, sie sollten daran denken, daß er drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, sie zu ermahnen, wobei er sich nicht davon zurückgehalten habe, ihnen „alles, was nützlich war, zu berichten“ und sie „öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren“. (Apg. 20:20, 31) An die Thessalonicher schrieb Paulus: „Wir wurden in eurer Mitte sanft, wie wenn eine nährende Mutter ihre eigenen Kinder hegt und pflegt. Da wir also eine innige Zuneigung zu euch haben, hat es uns gefallen, euch nicht nur an der guten Botschaft Gottes teilhaben zu lassen, sondern auch an unseren eigenen Seelen, weil ihr uns lieb geworden wart.“ (1. Thess. 2:7, 8) Ein Aufseher, der durch seine Ganzherzigkeit, seine Liebe und seine Überzeugung ein solch gutes Beispiel gibt, veranlaßt die ganze Herde, ihn nachzuahmen.
12. (a) Warum ist eine gute Führerschaft für die Herde ein Schutz? (b) Auf welche Weise lehrt der Hirt? (c) Warum folgen die Schafe dem Hirten?
12 Wird die Versammlung oder die Herde Gottes richtig gehütet, so ist das für sie ein Schutz. Der Eifer des Hirten läßt die Schafe erkennen, daß sie an der wahren Anbetung festhalten müssen, daß sie eine Organisation benötigen und sich eng an sie halten müssen. Sie spüren, daß sie durch eine gute Führung gestärkt und richtig geleitet werden. Sie genießen den Schutz, den die Verbindung mit der Herde gewährt. Sie schätzen es immer mehr, regelmäßig zusammenzukommen, und verstehen immer besser, daß sie sich täglich von Gottes Wort nähren müssen. Die Schafe lernen von ihrem treuen Hirten Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit. Dadurch, daß er seine Zeit und Kraft willig, ohne zu murren, dafür einsetzt, die ganze Herde zu hüten, lernen die Schafe, daß sie noch größere Opfer bringen müssen. Seine Bereitwilligkeit, jederzeit den Willen Jehovas zu tun, fördert in ihnen den Wunsch, theokratischen Richtlinien unverzüglich nachzukommen. Die Milde des Hirten hilft den Schafen, auch unter sich milde zu sein. Die Tatsache, daß er so viele Aufgaben erfüllen kann, lehrt die Herde den Vorteil einer guten Zeiteinteilung erkennen. Weil er sie leitet, nicht tyrannisiert, sie ermuntert, nicht antreibt, sie liebt, nicht haßt, wird sie stark und glücklich. Der Hirt weiß, daß er die Schafe nicht treiben darf, sondern ihnen vorangehen muß, wenn er will, daß sie auf dem Wege bleiben. Er übernimmt daher freudig die Führung, gibt auf die ganze Versammlung Gottes acht und lädt dadurch die Schafe ein, seine Nachahmer zu werden, so wie er Christi Nachahmer ist. — 1. Kor. 11:1.
WO KEINE FÜHRUNG IST
13. Was geschieht mit der Herde, wenn keine Führung da ist?
13 Nicht alle Aufseher nehmen sich der Herde Gottes richtig an. Von den Hirten des alten Volkes Israel waren viele untreu. Der Eigentümer der Schafe, Jehova, stellte durch seinen Propheten Hesekiel diese verantwortungslosen, selbstsüchtigen und nachlässigen Hirten bloß mit den Worten: „Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! ... die Herde weidet ihr nicht. Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Verwundete nicht verbunden, und das Versprengte führtet ihr nicht zurück, und das Verlorene suchtet ihr nicht; und mit Strenge habt ihr über sie geherrscht und mit Härte. Und so wurden sie zerstreut, weil sie ohne Hirten waren; und sie wurden allen Tieren des Feldes zur Speise und wurden zerstreut. Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel; und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht.“ (Hes. 34:2-6) Die Hirten hatten vollständig versäumt, den ihnen von Gott auferlegten Pflichten nachzukommen. Sie liebten Jehova und seine Schafe offensichtlich nicht. Jehova verhieß, daß er sie vertilgen werde, und das tat er auch. Ohne Führung wurde die Herde jedoch unglücklich, denn zerstreute oder verlorene Schafe sind nicht glücklich.
14. Welche Lage herrscht unter den Schafen der Christenheit, und warum sind die Schafe zerstreut?
14 Die untreue Nation Israel der alten Zeit war ein Vorbild der heutigen Christenheit, in der unter den Schafen eine ähnliche Lage herrscht. In der Zeitschrift Christian Heritage (Christliches Erbe) vom Februar 1964 hieß es über die in der Herde der Christenheit herrschenden Zustände: „Heutzutage befindet sich nur ein Schaf in der Hürde, und die neunundneunzig irren umher.“ Schafe fliehen aus der Hürde, wenn sie keinen Hirten haben. Pfarrer John R. Claypool, einer der Hirten der Christenheit, wies warnend darauf hin, daß die Baptistenkirchen einige ihrer besten jungen Leute an andere Glaubensgemeinschaften verlieren würden. Nach einem Bericht in der Zeitung Morning News (Morgennachrichten) von Dallas (Texas) vom 7. Mai 1963 sagte er: „Diese Art von Exodus nimmt bedrohliche Ausmaße an. Mittelpunkt der Krise scheint vor allem der Gottesdienst zu sein.“ Die jungen Lämmer sind auf der Suche nach etwas, was ihren Hunger und Durst wirklich stillt. Als eine Frau gefragt wurde, weshalb sie aus der Kirche ausgetreten sei, antwortete sie: „Die für die Baptistenkirche typische gesellige, ungezwungene und unehrerbietige Art von Gottesdienst sagte mir einfach nicht mehr zu.“ Die Schafe sind hungrig. Sie fühlen sich verloren und verlassen ohne einen wahren Hirten, der sie führt. Dr. Ralph W. Sockman, Pfarrer an der Christus-Kirche in New York, sagte, „sogar Christus würde sich in vielen Kirchen, die in seinem Namen errichtet wurden, nicht wohlfühlen, weil sie zugelassen haben, daß Kirchentum und Weltlichkeit die Einfachheit und Reinheit seines ursprünglichen Evangeliums zerstörten“. Sollten wir uns da noch wundern, daß die Schafe zerstreut sind? Sie sind sich selbst überlassen, sie werden nicht auf den Weg der wahren Gottesanbetung geführt.
15, 16. (a) Warum irren die Schafe umher? (b) Was sagte ein Beobachter über die Hirten und die Schafe?
15 Jehova erklärte, daß die Schafe irregehen, wenn sie von ihrem Hirten im Stich gelassen werden. Das klägliche Blöken der Schafe der Christenheit, ihr unstetes Umherschweifen, ihre unermüdliche Suche nach dem verlorenen Weg und ihre aussichtslosen Bemühungen, zur Herde zurückzufinden, sind der beste Beweis für das Versagen der Hirten der Christenheit. In einem Artikel, der im Family Herald (Familien-Herold) vom 25. Oktober 1962 unter der Überschrift „Die Herde braucht immer noch einen Hirten!“ erschien, stellte P. Radbourne folgende Fragen, die er dann auch beantwortete:
16 „Wo ist Pfarrer Brown von Montag bis Freitag? Sonntags steht er auf der Kanzel — wo aber ist er an den übrigen Tagen? Ich vermute, nicht an deiner und auch nicht an meiner Tür, und ich behaupte, daß die Kirche erst wieder eine wirksame Kraft im Leben ihres Volkes wird, wenn sie wieder in die Häuser zurückkehrt. Wir wollten, wir hätten wieder den Pfarrer von damals, der uns ab und zu besuchte, der die Leute, denen er am Sonntag predigte, kannte, jenen bescheidenen, ungehetzten Mann Gottes, der es sich zur Pflicht machte, bei jeder Familie einzukehren, der gern ein wenig plauderte, eine Tasse Tee trank und, bevor er wegging, niederkniete, um den Segen für die Familie zu erflehen. Das war der Mann, unter dessen gutem Einfluß die Jugend stand, als die Welt noch nichts von Jugendkriminalität wußte. Wer ist heute das wegweisende Licht meiner Kinder? Ich weiß es nicht; ich wünschte jedoch, es wäre ein Pfarrer. Der Geistliche scheint aber wochentags soviel zu tun zu haben, daß er sich nicht mit seiner Gemeinde befassen kann. Er steht mehreren Ausschüssen vor, ist Mitglied verschiedener gemeinnütziger Vereine und Organisationen und muß viele Vorträge halten; er ist daher viel unterwegs und fördert dadurch manche gute Sache. Unser Pfarrer ist tatsächlich überall, nur nicht bei uns! ... In der guten alten Zeit kam der Pfarrer bei jedem Wetter, unangemeldet und zu Fuß an unsere Tür. Er hatte keinen Wagen, kein Telephon, kein Büro und keine Sekretärin, die seine Abmachungen traf und seine Briefe schrieb. Aber er kam! Heutzutage wird es immer schwieriger, den Pfarrer zu erreichen, selbst mit der Hilfe eines Telephons oder eines schnellen Wagens ... Wir erwarten, daß der Hirt das eine verlorene Schaf sucht; was soll aber aus den neunundneunzig anderen werden? Wie kann der Hirt wissen, ob die Wölfe die Lämmer verschlingen, wenn er sich auf der anderen Seite des Berges aufhält?“
17. (a) Wer ist an dem bedauernswerten Zustand der Schafe der Christenheit schuld? (b) In was für einer Lage befinden sich die Schafe?
17 Wer ist an diesem bedauernswerten Zustand der Schafe der Christenheit schuld? Die Hirten mögen der Überhäufung mit Arbeit oder dem Tempo der heutigen Zeit die Schuld geben. Der Eigentümer der Schafe sagt uns jedoch, woran es liegt. In Jeremia 50:6 lesen wir folgende Worte Jehovas: „Mein Volk war eine verlorene Schafherde: ihre Hirten leiteten sie irre.“ Ja, die Hirten sind schuld. Sie kümmern sich nicht um die Schafe. Ihre Nachlässigkeit hat für die Herde unheilvolle Folgen gehabt. Die Schafe sind in die Irre gegangen und sind entweder verhungert, verdurstet oder von reißenden Wölfen verschlungen worden. Die Übriggebliebenen irren von Furcht erfüllt und verwirrt umher. Sie nennen sich Christen, wissen aber überhaupt nicht, was Christentum ist. Sie preisen die sittlichen Grundsätze des Christentums vom Frieden auf der Erde und von der Nächstenliebe, bemühen sich aber weder deren Bedeutung zu verstehen noch sich an sie zu halten. Es gibt für die zerstreuten Schafe nur eine Hoffnung: ihr Eigentümer, Jehova. Zu ihm müssen sie durch seinen König und Hirten, Jesus Christus, kommen, wenn sie nicht mit ihren nichtswürdigen Hirten vertilgt werden wollen. — Jes. 9:14-16; Hes. 34:16.
WAS EIN GUTER HIRT BEWIRKT
18. In was für einem Zustand befinden sich die Schafe in der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas?
18 Jehovas Zeugen, die die gleichen Predigtmethoden anwenden wie einst Christus und seine Apostel, führen die Hausbesuche durch, die sich Radbourne wünscht, um mit seinem Pfarrer Kontakt zu haben. Ihre ernannten Hirten gehen führend voran, indem sie unangemeldet an den Türen vorsprechen und sich der Bedürfnisse der Schafe annehmen. Das hat ihnen Gottes Segen eingebracht, denn ihre Herden haben sich in wenigen Jahren hundertfach vermehrt. Die Schafe denken nicht daran, die Herde zu verlassen, sondern sind tätig und lernen ihr Verhältnis zum Schöpfer und zu seiner Organisation immer mehr schätzen. Es herrscht Frieden und Einheit unter der Herde, denn die Liebe des Hirten ist ein vollkommenes Band der Einigkeit. Da die Schafe geistig gut genährt und getränkt werden, sind sie zufrieden und glücklich.
19. Wie wirkt sich eine gute Führerschaft aus?
19 Ein guter Hirt bewirkt durch seine Tätigkeit, daß die Versammlung gewissermaßen das Ebenbild ihres Aufsehers wird. Die Schafe ahmen ihren Hirten nach. Nach Hebräer 13:7 werden sie geradezu aufgefordert, das zu tun: „Gedenkt derer, die unter euch die Führung übernehmen, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und während ihr den Ausgang ihres Wandels betrachtet, ahmt ihren Glauben nach.“ Dadurch, daß die Versammlung den Aufseher nachahmt, wird sie wie er. Ist er schnell bereit, theokratische Anweisungen und Anregungen zu befolgen, dann handelt die Versammlung ähnlich. Bemüht sich der Hirt ernstlich, die für den Predigtdienst empfohlenen Ziele zu erreichen, dann bemühen sich auch die Schafe in seiner Obhut, dasselbe zu tun. Ist der Aufseher dienstbereit, so wird ihm die Herde stets zur Seite stehen und ebenso positiv eingestellt und zuversichtlich sein wie er. Eine gute Führung durch den Aufseher ist daher wirklich ein Segen Jehovas. Sie führt zum Leben.
20. (a) Was sollte der Aufseher tun, wenn die Schafe nicht richtig folgen? (b) Womit können sich Hirt und Schafe trösten?
20 Niemand erwartet, daß die Schafe dem Hirten führend vorangehen. Der Hirt ist verpflichtet, die Herde zu leiten. Wenn ihm die Schafe nicht so folgen, wie sie es seiner Meinung nach tun sollten, ist es Zeit, daß er sich im Lichte des Wortes Gottes einer genauen Prüfung unterzieht. Er sollte sich fragen: „Geh ich der Herde in jedem Zweig des Predigtdienstes tatkräftig voran? Hüte ich die Herde behutsam, rücksichtsvoll, bereitwillig und voll Eifer? Oder bin ich ein strenger, tyrannischer Hirt? Geben meine Angehörigen und ich der Herde ein gutes Beispiel?“ Nach gebetsvoller Überlegung wirst du dir die Antwort selbst geben können. Suche dann die Fehler auszumerzen. Hirt und Herde können sich damit trösten, daß sie unter der Obhut des himmlischen Lammes Gottes stehen, das die in Offenbarung 7:17 aufgezeichnete Verheißung erfüllen wird: „Das Lamm, das inmitten des Thrones ist, [wird] sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten ... Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“
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