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Hütet die Schafe mit GeschicklichkeitDer Wachtturm 1959 | 15. August
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Hütet die Schafe mit Geschicklichkeit
„Und er begann, sie gemäß der Lauterkeit seines Herzens zu hüten, und mit geschickten Händen begann er, sie zu führen.“ — Ps. 78:72, NW.
1. Welche in Hebräer 11:6 erwähnte Eigenschaft ist nötig, damit jemand ein Diener Gottes sein kann, und zu welcher Frage veranlaßt uns dies?
DU bist vielleicht nicht gerade Geistlicher, hast du aber je an die Verantwortung gedacht, die nicht nur einem Geistlichen, sondern einem wahren Diener Gottes obliegt? Ist sein Glaube an Gott stark oder schwach? Ein Diener Gottes namens Paulus erklärte dies deutlich: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, sein Wohlgefallen zu erlangen, denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, zum Belohner wird.“ (Heb. 11:6, NW) Heute fragt man sich, wie viele Geistliche einen festen Glauben an Jehova Gott und an sein geschriebenes Wort haben, sich auf dieses verlassen und wirklich Jehovas Wohlgefallen zu gewinnen suchen. Wie viele Geistliche und Prediger übernehmen die volle Verantwortung, Gottes Willen zu tun?
2. Wie betrachten die meisten Besucher von Theologie-Seminaren heute ihren Glauben? Was zu denken, veranlaßt dies ehrliche Wahrheitssucher?
2 In einem Artikel, der im Times Magazine, New York, unter dem Datum des 30. November 1958 erschienen ist, sagt dessen Schreiber, Stanley J. Rowland, jr., unter dem Titel „Studenten auf der Suche nach dem Glauben“, daß jene, die die „heutigen Seminare besuchen, im großen und ganzen skeptisch sind, jedoch die Hoffnung hegen, durch Erlebnisse den Glauben zu finden und durch Dienst das Gefühl zu haben, einen Zweck zu erfüllen“. Über die jungen Männer, die eine religiöse Ausbildung empfangen, sagt er: „Sie sind — so paradox es klingen mag — etwas skeptisch, was ihre göttliche Berufung und die Kraft ihrer eigenen christlichen Glaubensüberzeugung betrifft. Mit Scharfsinn erforschen sie die Grundwerte des Daseins. Sie wollen tief in die Dinge des Lebens eindringen.“ Müssen wir glauben, daß diese jungen Leute, die Zweifel hegen hinsichtlich ihrer Berufung durch Gott und auch hinsichtlich ihres Glaubens nicht allzu sicher sind, die Geistlichen und Prediger der Christen der heutigen Generation sein sollen? Der Schreiber führt ferner die Worte des Präsidenten des Union-Theologieseminars in New York, das heißt von Henry P. Van Dusen, an, der sagte: „Man kann sie nicht verstehen. Viele von ihnen scheinen freudlos zu sein, und ich frage mich, ob sie wirklich wissen, was glücklich sein bedeutet. Sie sind in religiöser Hinsicht noch auf der Suche; vor zwanzig Jahren war diese Haltung eine Ausnahme, aber heute ist sie unter der Studentenschaft vorherrschend.“
3. Was für Glauben hatte der Gründer des Christentums, und verhielten sich seine Jünger ebenso?
3 In welchem Gegensatz steht doch ihr Mangel an Glauben zu dem Glauben des Anführers der christlichen Prediger, nämlich Christi Jesu! Über seinen Glauben und seine Ergebenheit seinem Vater gegenüber und sein Verlangen, Gottes Willen zu tun, bestand kein Zweifel, und dies ist aus den vier Berichten über sein Leben deutlich ersichtlich. Jesus Christus war in Wahrheit ein Diener Gottes, der bereit war, die entsprechende Verantwortung zu tragen. Er war voller Glauben und lehrte seine gläubigen Nachfolger, Diener Gottes und Prediger wie er selbst zu sein. Die Jünger Jesu suchten nicht, „durch Erlebnisse den Glauben zu finden“; sie waren nicht freudlos, sondern hatten den Glauben und die Freude, die auch ihr Meister hatte. Sie waren glückliche Diener Gottes, die glaubten, „daß Gott denen, die ihn ernstlich suchen, zum Belohner wird“, waren also nicht Personen von der Art, die „noch auf der Suche nach dem Glauben“ sind. Sie glaubten an Jehova Gott, an seinen Sohn Jesus Christus und an Gottes Wort. Irgend jemand, der sich heute dem Studium widmet, um sich auf den Predigtdienst vorzubereiten, muß Glauben haben, sonst versagt er als christlicher Prediger vollständig.
4, 5. (a) Ist der Predigtdienst nur für eine begrenzte Zahl Personen bestimmt? (b) Welche größeren Verantwortlichkeiten fallen einigen zu?
4 Der Apostel Paulus, der festen Glauben an den einen Gott, Jehova, hatte und unermüdlich das Wort Gottes predigte, ermahnte die Galater-Versammlung wie folgt: „Ferner möge ein jeder, der im Worte mündlich belehrt wird, von allen guten Dingen mit dem teilen, der eine solche mündliche Belehrung erteilt.“ (Gal. 6:6, NW) Irgend jemand also, der Gottes Wort hört und glaubt, sollte seinen Lehrer unterstützen und selbst wieder andere lehren. Diener des Evangeliums sind nicht nur jene wenigen Einzelpersonen, die sich entschließen, zu ihrer Ausbildung ein Theologieseminar zu besuchen, sondern für den Predigtdienst kommt eine umfassendere Klasse von Menschen in Betracht. Jeder, der wirklich glaubt und sich mündlich über das Wort Gottes belehren läßt, kann diesen Dienst aufnehmen, denn ein solcher soll die guten Dinge, die er gelernt hat, auch mit anderen Menschen teilen, mit denen er zusammenkommt. Paulus sagte ausdrücklich: „‚Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird errettet werden.‘ Doch wie werden sie den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören ohne jemand, der predigt?“ (Röm. 10:13, 14, NW) Die Welt braucht Prediger, die voll Glaubens sind, also nicht Geistliche, die erst noch nach Glauben suchen.
5 Die Bibel, Gottes Wort, zeigt deutlich, daß jeder, der sich zum Christentum bekennt, die gute Botschaft über Gott und sein Königreich der Gerechtigkeit predigen muß. Als aber Petrus zu den älteren Männern in der Versammlung der Gläubigen sprach, zeigte er, daß den Älteren, den Aufsehern oder Hirten der Herde Gottes, eine größere Verantwortung zufällt. Obwohl alle, die den Schritt der Hingabe getan haben, um Gott zu dienen, Diener Gottes oder Prediger sind, werden doch aus dieser Gruppe treuer Christen gewisse Menschen ausgewählt, damit sie die Angelegenheiten der ganzen Versammlung leiten. Deshalb sagte Petrus: „Daher gebe ich den älteren Männern unter euch diese Ermahnung … Hütet die euch anvertraute Herde Gottes.“ — 1. Pet. 5:1-4, NW.
DAS GEISTIGE HIRTENWERK, EINE ERNSTE AUFGABE
6. Wer eignet sich zum Dienst als Hirte in der Versammlung, und wie sollte diese Arbeit angesehen werden?
6 Zuverlässige Hirten der Herde können nur aus den Reihen derer ausgewählt werden, die bereits Diener Gottes, Prediger, sind. Es müssen Personen sein, die Jehova Gott gänzlich ergeben sind und ihren Brüdern in der Versammlung Hilfe leisten wollen. Das ist für irgendeinen reifen Christen bestimmt Arbeit von rechter Art. In bezug auf Personen, die schon ein reiches Maß Glauben haben und in Gottes Dienst tätig sind, sagte Paulus: „Wenn jemand ein Amt als Aufseher erstrebt, so wünscht er sich Arbeit von rechter Art.“ (1. Tim. 3:1, NW) Bestimmt sollten die Personen, die in der Wahrheit älter sind als andere, diese Arbeit von rechter Art zu tun begehren und sollten mithelfen, die Schafe in Gottes Hürde zu hüten. Das ist eine Verantwortung, die nur jene übernehmen sollen, die Glauben haben, Gott wahrhaft lieben und den Willen Gottes schon kennen und tun. Es ist keine Arbeit für einen Neuling, einen Anfänger, einen, der im christlichen Werke noch neu ist.
7. (a) Weshalb ist es so notwendig, daß ein Aufseher ein Erforscher des Wortes Gottes ist? (b) Welche Eigenschaften muß er haben, wie der Apostel Paulus sagte?
7 Vor allem muß ein Aufseher das Wort Gottes fleißig studieren, daran glauben und sich seiner Lehre gemäß benehmen. Er muß am Glauben festhalten und heute auf das aufpassen, was Paulus zu Timotheus sagte: „Doch die inspirierte Äußerung sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie achten auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämonen, zufolge der Heuchelei von Menschen, die Lügen reden … indem sie verbieten, zu heiraten, gebieten, sich von Speisen zu enthalten, welche Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung genossen werden … Wenn du den Brüdern diese Ratschläge gibst, so wirst du ein Diener Christi Jesu von rechter Art sein, der sich mit Worten des Glaubens und der rechten Lehre nährt, der du genau gefolgt bist.“ (1. Tim. 4:1-3, 6, NW) Damit ein Aufseher guten Rat erteilen kann, muß er sich „mit den Worten des Glaubens“ nähren und an der „rechten Lehre“ festhalten. Dann kann er die Herde Gottes geschickt hüten. „Wer vorsteht [wer als Anführer amtet, Fußnote], tue es mit wirklichem Ernst; wer Barmherzigkeit erweist, tue es mit Freudigkeit.“ (Röm. 12:8, NW) Ein Aufseher muß „als Anführer amten“, wenn er dazu ausersehen worden ist, der Versammlung vorzustehen. Er muß folgenden Anweisungen nachkommen: „Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest. In brüderlicher Liebe habt eine zarte Zuneigung zueinander. In der Ehrerbietung gehe einer dem anderen voran. Seid nicht saumselig in euren Geschäften. Seid glühend durch den Geist. Seid Sklaven Jehovas. Freut euch in der Hoffnung. Harrt in Drangsal aus. Verharrt im Gebet. Teilt mit den Heiligen gemäß ihren Bedürfnissen. Pflegt die Gastfreundschaft. Beharrt dabei, die Verfolger zu segnen; segnet und fluchet nicht. Freut euch mit den sich Freuenden, weinet mit den Weinenden. Seid gegen andere ebenso gesinnt wie gegen euch selbst; seid nicht auf hohe Dinge bedacht, sondern haltet euch zu den niedrigen. Werdet nicht klug in den eigenen Augen. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Seid um das besorgt, was in den Augen aller Menschen als recht angesehen wird. Wenn möglich, seid, soweit es von euch abhängt, gegen alle Menschen friedsam.“ (Röm. 12:9-18, NW) Um ein hilfreicher Diener Gottes zu sein, der der obenerwähnten Beschreibung entspricht, muß jemand bereits Glauben an Gott haben und nicht „auf der Suche nach Glauben“ sein.
8. Wurde die Heilige Schrift allein für Aufseher geschrieben? Welche Pflicht obliegt also der ganzen Christenversammlung?
8 Wenn die Hirten die Versammlungen so führen, geben sie allen Christen darin ein ausgezeichnetes Beispiel, dem diese folgen können. Überdies wurde die Heilige Schrift nicht nur für die Aufseher geschrieben, sondern für die gesamte Versammlung, die Aufseher eingeschlossen. Nach Gottes Willen sollen Schafe, die versammelt worden sind, wie ein guter Hirte handeln. In den Tagen des Apostels Paulus richtete Gott es so ein, daß Aufseher da waren, die sich der Schafe annahmen, und in gleicher Weise geben heute die Hirten den Schafen ein Beispiel. Die Schafe zu hüten ist eine ernste Sache. Die Zeit für die Scheidung der Menschen aller Nationen ist gekommen, und dieses Scheidungswerk wird durchgeführt, indem die gute Botschaft vom Königreich Jehovas gepredigt wird, und das nicht nur von den Aufsehern, sondern von allen christlichen Predigern der Versammlung.
9, 10. (a) Was für eine Verantwortung hat ein Hirte? Wer hat eine noch größere Verantwortung? (b) Welches Werk haben die Überrestglieder besonders seit 1919 getan, und inwiefern betrachten sie die Sache gleichwie Christus Jesus, der größere David?
9 Ein Hirte, der aber die Stellung eines Aufsehers bekleidet, hat eine noch viel größere Verantwortung. Ein Aufseher behält jedoch stets im Sinn, daß Jehova der Große Hirte ist, nicht er selbst. David sagte: „Jehova ist mein Hirte.“ (Ps. 23:1) Jehova trägt somit die Hauptverantwortung für die Einsammlung und Betreuung der Schafe, doch benutzt er Menschen zum Hüten der Schafe. Seit dem Jahre 1919 sehen wir nicht nur, wie der Überrest der gesalbten „kleinen Herde“ versammelt wird, wir sehen auch, wie besonders seit dem Jahre 1935 eine große Menge „anderer Schafe“ eingesammelt wird. (Luk. 12:32; Joh. 10:16) Die Übriggebliebenen oder die Überrestglieder der kleinen Herde wurden während des Wolkendunkels der Tage des ersten Weltkrieges zerstreut, doch nun werden viele vom Überrest, die versammelt worden sind, zum Hirtenwerk gebraucht. Sie alle sind als Diener Gottes mit der guten Botschaft vom Königreich ausgezogen, haben sie gepredigt und haben während der vergangenen vierzig Jahre Gottes Willen getan. Sie haben nach den Schafen gejagt und haben sie hereingebracht und sie mit der notwendigen geistigen Speise ernährt.
10 In anderen Worten, es muß eine große Einsammlung durchgeführt werden. Doch hat Jehova nun alle diese Schafe, die kleine Herde und die anderen Schafe, zu einer zusammenwirkenden Gesellschaft oder Herde vereint, und alle werden in der neuen Welt der Gerechtigkeit Leben ererben. Jehova hat treulich alles erfüllt, was er seinem Volke verheißen hatte, doch gibt es Dinge, die Christen selbst tun müssen und besonders Aufseher, die verpflichtet sind, treue Hirten der Herde oder der Versammlung zu sein. Christus Jesus ist der größere David. Als er auf Erden weilte, übernahm er die Verantwortung eines Hirten und gab anderen Aufsehern das rechte Beispiel. In Psalm 78:70-72 (NW) wird auf Jesus Bezug genommen, wenn es dort heißt: „Er [Jehova] erwählte David, seinen Diener … [er] ließ … ihn wegholen, damit er ein Hirte über Jakob sei, sein Volk, und über Israel, sein Besitztum. Und er begann, sie gemäß der Lauterkeit seines Herzens zu hüten, und mit geschickten Händen begann er, sie zu führen.“ Ebenso war Christus Jesus ein geschickter Hirte. Sein Vater sagte zu ihm: „Du liebtest Gerechtigkeit und haßtest Gesetzlosigkeit.“ — Heb. 1:9, NW.
SICH GESCHICKLICHKEIT ANEIGNEN
11. Wie eignet sich ein Hirte Geschicklichkeit an?
11 Geschicklichkeit bedeutet die Fähigkeit, die man sich durch Kenntnisse und Übung aneignet, Tauglichkeit. Jesus, der Rechte Hirte, kannte Gottes Wort. Er setzte das, was dieses Wort lehrte, in die Tat um. Er wandte es auf sein eigenes Leben an und bekundete damit Weisheit und Verständnis. Er erkannte Jehova Gott als den Großen Hirten an und lenkte die Sinne der Menschen auf Jehova, seinen Vater, hin und nicht auf sich selbst. Er wurde von Gott dazu ausersehen, ein Hirte von rechter Art zu sein. Unterhirten von heute müssen Jesus nachahmen und dürfen nicht darauf bedacht sein, die Herde für sich selbst einzunehmen. Sie müssen Gottes Herde gemäß der Lauterkeit ihres Herzen mit Geschicklichkeit hüten. Wie notwendig ist es doch, daß Aufseher sich Erkenntnis aneignen und diese Erkenntnis auch weislich anwenden! Ein Hirte ist in seinem Aufseherdienst nicht schwerfällig, ungeschickt und sorglos. Geschickt benutzt er das Wort Gottes, um die anderen Schafe zu betreuen. Als der Rechte Hirte, Jesus Christus, durch heiligen Geist die Apostel dazu einsetzte, Hirtenarbeit zu tun, erhielten sie diese Aufgabe, weil sie wußten, wie sie das Wort Gottes „zum Lehren, zum Überführen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Zucht in der Gerechtigkeit“ anwenden konnten, und sie taten dies auf geschickte Weise. (2. Tim. 3:16, NW) Alle Unterhirten müssen das Wort Gottes auf dieselbe Weise gebrauchen. Auch die heutigen Aufseher in der Neuen-Welt-Gesellschaft sind Hirten und müssen Gottes Schafe mit geschickter Hand führen, ja sie auf dieselbe Art leiten wie David, der für die Kinder Israel sorgte, und wie Christus, der sich seiner Jünger annahm.
12. Kann ein Hirte es sich leisten, im Umgang mit den Schafen nachlässig zu sein, und welchen Rat gibt der Apostel Petrus diesbezüglich?
12 Der Lohn für treue Hirtenarbeit besteht nicht nur darin, daß der Hirte sich selbst, sondern auch darin, daß er die anderen Schafe rettet. Denkt daran: alle sind Schafe, ob sie nun Aufseher seien oder nicht. Alle sind Schafe, die unter dem Großen Hirten, unter Jehova, und dem Rechten Hirten, den er sich erwählt hat, unter Jesus Christus, stehen. Jesus selbst sagte: „Ich bin der rechte Hirte; der rechte Hirte gibt seine Seele zugunsten der Schafe dahin.“ (Joh. 10:11, NW) Und wiederum: „Ich bin der rechte Hirte, und ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich.“ (Joh. 10:14, NW) Es besteht also kein Grund, daß eines der Schafe, das zum Hirten erwählt worden ist, eigensinnig und im Handhaben des Wortes Gottes nachlässig werde. Petrus, ein Schaf und Apostel Jesu Christi, kannte seine Verantwortung als Unterhirte, als er durch heiligen Geist zu diesem Amt eingesetzt worden war. Daher sagte Petrus zu anderen: „Hütet die euch anvertraute Herde Gottes, nicht unter Zwang, sondern willig, auch nicht aus Liebe zu unredlichen Gewinn, sondern mit Eifer, auch nicht als solche, die über jene herrschen, welche Gottes Erbteil sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet. Und wenn der Oberhirte geoffenbart worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.“ — 1. Pet. 5:2-4, NW.
13, 14. Wie sollte ein Hirte, nachdem er gelobt hat, Gottes Willen zu tun, über seine Pflichten denken und wie nicht?
13 Alle Aufseher in der Neuen-Welt Gesellschaft, zum Beispiel die Zweigdiener der Watch Tower Bible and Tract Society, die Bezirksdiener, Kreisdiener, Versammlungsdiener und Dienstamtgehilfen, sollten sich der schwerwiegenden Aufgabe bewußt sein, die Jehovas Wort ihnen als Unterhirten, als Aufseher, auferlegt. Zu der Zeit ihrer Hingabe haben die Aufseher gelobt, Gottes Willen zu tun, und sie müssen nun als Aufseher das Gebot schätzen, das durch Gottes Wort an sie ergeht. „Hütet die euch anvertraute Herde Gottes.“ Wie tut ihr das, ihr Aufseher? Vielleicht unter Zwang oder aus dem Gefühl heraus, überlastet zu sein, weil ihr in diese Stellung eingesetzt wurdet? Möchtet ihr lieber von dieser Verantwortung frei sein? Petrus sagt allen in freundlicher Weise: ‚Tut es willig.‘
14 Könnte es Personen geben, die diesen Dienst aus Liebe zu unredlichem Gewinn leisten oder wegen des Ansehens, das man deswegen in der Versammlung genießt, oder vielleicht aus persönlichem Stolz oder wegen des Einflusses, den man über die Herde Gottes ausüben kann? Petrus gibt den Rat: ‚Tut es mit Eifer‘, freudig, mit herzlicher Liebe zu allen Gliedern der Versammlung, indem ihr anerkennt, daß alle Schafe Jehova Gott gehören und daß die Versammlung, mit der ihr verbunden seid, in Wahrheit Gottes Herde ist.
15. Warum ist die Selbstprüfung des Aufsehers so notwendig?
15 Prüfe dich selbst. Bist du ein Aufseher, der ‚über jene herrscht, die Gottes Erbteil sind‘? Schüchterst du die Schafe ein? Benimmst du dich wie ein überlegener Hirte, mit dem sich nicht reden läßt? Bist du vielleicht stets zu sehr beschäftigt? Möge das niemals geschehen, denn dadurch gibst du kein gutes Beispiel. Petrus sagte auf so hilfreiche Weise: ‚Werdet Vorbilder der Herde.‘ Worin? Im Glauben, in der Tugend, in der Erkenntnis und Selbstbeherrschung, im Ausharren und in der Gottergebenheit, in der Bruderliebe und in der Liebe. „Denn wenn diese Dinge in euch sind — und reichlich vorhanden —, so lassen sie euch hinsichtlich der genauen Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht untätig oder unfruchtbar sein.“ (2. Pet. 1:5-8, NW) Eine genaue Erkenntnis und die richtige Lebensweise ist für dich als Aufseher unbedingt notwendig.
16. Wie betont die Fußnote zu 1. Petrus 5:3 der Neuen-Welt-Übersetzung den Ernst der Aufgabe eines Hirten?
16 Erfaßt du völlig, daß du, nachdem du zum Dienste eines Aufsehers ernannt worden bist, ein Hirte bist, der sich um Gottes Schafe kümmert, die ihm zugeteilt worden sind? Die Fußnote zu 1. Petrus 5:3 in der Neuen-Welt-Übersetzung hebt diese Tatsache hervor, wenn es dort heißt: „Nicht als solche, die über jene herrschen, welche euch zugeteilt sind.“ In Gottes sichtbarer großer Organisation sind alle diese Schafe die Schafe Gottes, doch sind verschiedene Gruppen dieser Schafe verschiedenen Hirten zugeteilt. In der Neuen-Welt-Gesellschaft hat es im Jahre 1958 in der ganzen Welt 17 878 Gruppen oder Versammlungen der Zeugen Jehovas gegeben. Petrus gibt euch, den Aufsehern, den Rat, nicht über die zu herrschen, die euch zugeteilt sind. Daher frage sich jeder Hirte selbst: „Wie behandle ich Gottes Schafe? Was für ein Beispiel gebe ich ihnen? Welches Interesse habe ich an ihren Dienstversammlungen, an der theokratischen Predigtdienstschule, an den Versammlungsbuchstudien, am Zeugnisgeben von Haus zu Haus, an Nachbesuchen, an Heimbibelstudien? Verkündige ich die gute Botschaft von Gottes Königreich nach allen diesen Methoden, und helfe ich allen mir zugeteilten Schafen, dasselbe wie ich zu tun, wobei ich ihnen behilflich bin, wach zu bleiben und ihre dienstamtlichen Kleider anzubehalten?“
17. Welcher Lohn wartet des treuen Hirten der Schafe Gottes?
17 Wenn ein Aufseher dem vorzüglichen Rate des Apostels Petrus folgt und der Herde Gottes wie auch Fremden Liebe und Gastfreundschaft erweist, wird der Aufseher, wenn der Oberhirte offenbar gemacht worden ist, „die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“. Für solche, die zur kleinen Herde gehören, wird der Lohn in der Miterbschaft mit Christus Jesus in himmlischer Herrlichkeit bestehen. Für die anderen Schafe wird er Leben auf der paradiesischen neuen Erde bedeuten. Personen, die im Hüten der Schafe heute geschickt und treu sind, werden bestimmt belohnt werden, indem sie sozusagen zu ‚Herrschern über viele Städte‘ eingesetzt werden. Wenn die heutigen Aufseher in kleinen Dingen Treue bekunden, werden ihnen noch größere Dinge anvertraut werden, wie der König es im Gleichnis Jesu sagte: „Wohlgetan du guter Sklave! Weil du dich in einer so kleinen Sache treu erwiesen hast, empfange Autorität über zehn Städte.“ (Luk. 19:17, NW) Habt daher stets Wertschätzung für euer Verhältnis zu Jehova Gott wie auch zu der Herde, die Gott euch zugeteilt hat, ihr Aufseher, und erinnert euch des Gebotes: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der heilige Geist euch zu Aufsehern ernannt hat, damit ihr die Versammlung Gottes hütet, die er mit dem Blute seines eigenen [Sohnes] erkaufte.“ — Apg. 20:28, NW.
DIE PFLICHTEN EINES HIRTEN ERFÜLLEN
18. Welche Tatsachen wertzuschätzen ist für einen Hirten der Versammlung unbedingt erforderlich?
18 Aufseher müssen gut verstehen, daß die „Herde“ oder „Versammlung“ Gott gehört und daß die Ernennung zum Hirten durch Gottes heiligen Geist erfolgt. Die Herde gehört Gott, weil er sie erkauft hat. Laßt uns das nie vergessen! Zu den gesalbten Christen in Korinth sprechend, stellte Paulus die Frage: „Wißt ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des in euch wohnenden heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt? Auch gehört ihr nicht euch selbst, denn ihr wurdet um einen Preis erkauft. Auf jeden Fall verherrlicht Gott in eurem Leibe.“ (1. Kor. 6:19, 20, NW) Es gibt heute immer noch eine kleine Schar Überrestglieder dieses „eures Leibes“ auf Erden, und manche von diesen nehmen Stellungen als Aufseher ein. Doch ungeachtet, ob der Aufseher ein Glied des Überrests sei oder zu der Klasse der anderen Schafe gehöre, ist er doch ein Hirte oder Aufseher Gottes, der sich der Schafe Gottes, seines erkauften Besitzes, annimmt. Die Aufseher müssen den Willen Gottes inmitten aller Schafe Gottes in der Neuen-Welt-Gesellschaft und unter allen denen tun, die noch außerhalb der Gesellschaft umherirren.
19. Wessen Gewalt will ein Hirte die Schafe entreißen und weshalb?
19 Christus Jesus sandte Paulus zu den nichtjüdischen Nationen und ließ durch ihn auch den Israeliten Trost bringen. Jesus selbst hatte sich für Paulus sichtbar gemacht, um ihn dann „zu einem Diener und Zeugen zu verordnen … indem ich dich herausnehme aus dem Volke und den Nationen, zu welchen ich dich sende, ihre Augen aufzutun, auf daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, auf daß sie Vergebung der Sünden empfangen“. (Apg. 26:16-18) Paulus wurde ein Aufseher und arbeitete schwer, um die Schafe der Gewalt Satans zu entreißen und sie dem einzig wahren Gott entgegenzuführen. Die Aufseher sollten heute dasselbe tun. Wenn die Hirten sie dann zu Gott geführt haben, müssen sie ihnen beistehen, auf dem Wege des Lichtes zu bleiben. Was für Anstrengungen macht ihr Aufseher, um dies zu tun? Wieviel Energie bringt ihr dafür auf? Wieviel Liebe erweist ihr einem jeden, der in eurer Versammlung „euch zugeteilt“ worden ist? Unterhirten! Seid treu und leitet die mit Schafen vergleichbaren Menschen mit geschickter Hand, denn sie alle gehören Jehova Gott.
20. (a) Welche Hauptpflichten hat ein Hirte zu erfüllen? (b) Erkläre, wie man die Schafe gleichwie Christus Jesus führen soll?
20 Welche Hauptpflichten hat denn ein Hirte? 1. Die Schafe zu führen, 2. sie zu nähren oder zu weiden, 3. sie zu hüten. Jesus offenbarte den Geist wahrer Führerschaft, denn er selbst ließ sich von seinem Vater, Jehova, dem Großen Hirten, leiten. Diesbezüglich sagte er: „Er erquickt meine Seele. Er leitet mich auf den Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.“ (Ps. 23:3, NW) Sein Wunsch war, daß sein Vater, der Große Hirte, ihn auf dem rechten Wege leite. Er sagte: „Ich suche nicht meinen eigenen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Joh. 5:30, NW) So wie Jesus werden auch geschickte, treue Unterhirten Gottes Schafe auf den Pfaden der Gerechtigkeit leiten. Sie dürfen die Schafe nicht von der Wahrheit hinwegführen, die in Gottes Wort dargelegt ist, denn dieses Wort zeigt, was Gottes Wille ist. Ein Unterhirte muß stets an den Willen Gottes denken und sich fragen: Was wünscht Jehova getan zu haben? Wie tat es Jesus? Welchen Weg ging er? Die Schafe müssen stets auf Gottes Wegen geführt werden. Wer Gottes Schafe führt, muß die Heiligung des Namens Jehovas im Sinn behalten. Jesus setzte den Namen seines Vaters an die erste Stelle, wenn er alle seine Jünger beten lehrte: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:9, 10, NW) Er führte die Schafe im Namen Jehovas.
21. Wo benutzt ein Aufseher das Wort Gottes fachkundig und geschickt, und weshalb darf er nicht zurückhalten?
21 Paulus, ein Hirte, bekundete Führereigenschaften, wenn er sagte: „Ich hielt mich nicht davon zurück, euch irgendwelche Dinge, die nützlich waren, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren.“ (Apg. 20:20, NW) Wo lehrte Paulus diese nützlichen Dinge? Aus Gottes Wort. Und wo predigte er sie? Überall. Ein Aufseher kennt heute Gottes Wort und wird es in der Verkündigung der guten Botschaft von Haus zu Haus und in der Nachbesuchstätigkeit und im Bibelstudienwerk fachkundig und geschickt anwenden, indem er die Führung im Schulen anderer Prediger übernimmt. Manchmal jedoch denkt der Aufseher einer ihm zugeteilten Versammlung, der Kreisdiener komme ja nun bald und die Versammlung zu leiten sei ein Teil seiner Aufgabe. Dann läßt er etwas in der Hilfeleistung gegenüber unregelmäßigen Verkündigern nach, und es fehlt den Schafen an der richtigen Führung. Die ganze Organisation Gottes muß aber zusammenarbeiten, indem jeder seinen Teil tut. Ein guter Hirte ist begierig, zu sehen, wie die Schafe stark, gesund und kräftig werden, und er geht auf nutzbringende Weise vor, so daß später einige der Schafe selbst Aufseher werden und die Schafe auch führen können. Dieses Werk läßt nie nach. Es wird eine Menge neuer Schafe geben, durch die neue Versammlungen entstehen, welche neue Hirten benötigen. Paulus hielt sich nicht davon zurück, seine Aufgaben zu erfüllen. Und du?
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Den heutigen Bedürfnissen der Schafe entsprechenDer Wachtturm 1959 | 15. August
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Den heutigen Bedürfnissen der Schafe entsprechen
1. Auf welche Weise erlangt ein Hirte Geschicklichkeit, und welche Fragen könnten sich Hirten stellen?
JESUS sagte: „Weide meine Schäflein.“ Ein guter Hirte wird die Schafe zu saftigem Grase und klarem Wasser führen. Das große Lamm Gottes sagte ferner, daß es die Schafe „zu Wasserquellen des Lebens führen“ werde. (Off. 7:17, NW) Werdet ihr euch als Aufseher eifrig bemühen, dasselbe zu tun, indem ihr die Schafe auf gute Weide und zum Wasser des Lebens führt? Hat nicht auch vor Jahren jemand euch, die Hirten, geführt, so daß ihr frei von dem Wasser des Lebens trinken konntet? Warum also nicht auch dafür sorgen, daß weitere Schafe auf denselben Auen weiden und von demselben Wasser trinken können, durch das ihr getränkt worden seid? Geschickte Führereigenschaften erlangt jemand dadurch, daß er sich eine genaue Erkenntnis der Wahrheit aneignet und sich mit den Schafen selbst sehr gut bekanntmacht. Bist du mit deiner Versammlung gut bekannt? Hast du die Schafe geschult, so daß sie der rechten Stimme lauschen? Neige dein Ohr zu dem, was Jesus sagte: „Die Schafe hören auf seine [des Hirten] Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.“ (Joh. 10:3, NW) Jesus kannte alle seine Schafe beim Namen. Kennst du alle Glieder deiner Versammlung beim Namen? Sprichst du mit ihnen? Begehrst du, mit „neuen Schafen“ bekannt zu werden und mit ihnen zusammen zu sein, wenn sie in den Königreichssaal kommen? Jesus hatte diesen Geist. Liebe die Fremdlinge! Werde mit Jehovas Schafen vertraut, indem du mit ihnen im Felddienst und in den Zusammenkünften der Versammlung Gottes Gemeinschaft pflegst.
2. Wie werden Schafe geweidet? Und was müssen Hirten ferner tun?
2 Schafe müssen geweidet, nicht nur geführt werden. Wie werden sie geweidet? „Der treue und verständige Sklave, den sein Meister über die Diener seines Hauses gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben“, trifft dafür bestimmt reichliche Vorkehrungen. Die leitende Körperschaft der sichtbaren Organisation Jehovas liefert reichliche und gute Speise für alle Schafe, die Aufseher inbegriffen. Ermutigt ihr Aufseher die Schafe, sich von dieser Speise zu laben, und führt ihr sie zu dieser Speise hin, die aus Jehovas Organisation kommt? Wieviel Zeit verwendet ihr darauf, sie zu den Versammlungen abzuholen, wenn sie öfters abwesend sind? Helft ihr den schwachen Schafen, Nahrung zu erhalten? Wie oft nehmt ihr sie in den Felddienst mit oder bittet sie, mit euch zu gehen? Wieviel Zeit verbringt ihr bei kranken Schafen, oder was tut ihr, um zu veranlassen, daß andere sie besuchen? Gottes Willen zu tun kommt in jeder Hinsicht einer guten Speise gleich. Jesus legte dies wie folgt dar: „Meine Speise besteht darin, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.“ — Joh. 4:34, NW.
3, 4. (a) Welche Wichtigkeit maß Jesus der geistigen Speise bei? (b) Womit verglich der Apostel Petrus das Wort Gottes?
3 Die materiellen Dinge der Welt sind nicht das Wichtigste. Es könnte sein, daß jemand trotz dieser Dinge dem geistigen Hungertode anheimfiele. Die geistige Speise, nämlich Gottes Wort, ist das, was uns am Leben erhält. „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht.“ (Matth. 4:4, NW) Wer mit Gottes Willen vertraut ist und ihn versteht und tut, der genießt die einzig richtige Speise. Jeder Hüter der Schafe muß sich mit Gottes Wort ernähren.
4 Jesus hob die Tatsache hervor, daß jemand, der Schafe findet, sie „zu Jüngern“ machen soll, „indem ihr sie lehrt, alle Dinge zu beachten, die ich euch geboten habe“. (Matth. 28:19, 20, NW) Ein Jünger ist jemand, der lernt, und wer aus der Finsternis herauskommt, hat viel zu lernen. Zu lernen oder sich gut zu ernähren ist eine schwierige Aufgabe inmitten moralischer Schlechtigkeit oder unter Brüdern, die den Geist des Neides oder der Streitsucht hegen. Darum schrieb Petrus: „Demgemäß tut alle moralische Schlechtigkeit beiseite und jeden Trug sowie Heuchelei und Neid und alle Arten von übler Nachrede; und wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie zur Errettung heranwachst, sofern ihr geschmeckt habt, daß der Herr freundlich ist.“ (1. Pet. 2:1-3, NW) Die Aufseher wissen, daß „der Herr freundlich ist“. Daher sollten sie den Wunsch hegen, dafür zu sorgen, daß die Schafe ‚zur Errettung heranwachsen‘, indem sie die „unverfälschte Milch des Wortes“ erhalten. Zeige den Schafen, wie gut es ist, daß sie diese Speise genießen. Allerdings erfordert es Zeit; aber alle Schafe, Neulinge und Reife, hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Beide Gruppen müssen sich weiterhin ernähren, sonst sterben sie vor Hunger. Biete ihnen Hilfe dar, wie Hirten das tun sollten, indem du dafür sorgst, daß ihr Hunger und ihr Durst gestillt werden. „Glücklich sind jene, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, da sie gesättigt werden.“ (Matth. 5:6, NW) Kommst du als ein Unterhirte deinen Verantwortlichkeiten gut nach?
SPEISE UND TRANK NOTWENDIG
5, 6. Gibt es heute viel Speise und Trank in geistiger Hinsicht, und dürfen Aufseher geizig sein?
5 Verabreiche den Schafen keine Hungerkost. Die Aufseher, die die Schafe mit der Wahrheit des Wortes Gottes speisen, brauchen sich niemals Sorgen über die Schafe zu machen. Sie werden zur Reife heranwachsen, denn „wer irgend von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird überhaupt nie Durst leiden, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle mit Wasser werden, das übersprudelnd ewiges Leben vermittelt“. (Joh. 4:14, NW) Sorgt dafür, daß dieses Wasser beständig hervorsprudle, und auch dafür, daß die Schafe dieses Wasser trinken, das ewiges Leben vermittelt. Jehova hält ferner jeden Monat gute Früchte bereit, nämlich von ‚Bäumen des Lebens, die zwölf Ernten geben, indem sie jeden Monat Früchte hervorbringen‘. (Off. 22:2, NW) Ein Aufseher, der den richtigen Geist hat, wird darauf achten, daß den Schafen Gottes Hilfe zuteil werde, damit sie alles erhalten, was sie benötigen, um Jehova Gott in alle Ewigkeit zu dienen.
6 Ihr alle, die ihr euch in der Neuen-Welt-Gesellschaft befindet, Diener der Versammlung und Hirten, sagt unablässig: „‚Komm!‘ Und jeder, der (es) hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, der komme; jeder, der es wünscht, empfange Wasser des Lebens umsonst.“ (Off. 22:17, NW) Bestimmt dürfen die Aufseher, angesichts der vorhandenen Fülle, nicht geizig sein. Mit den Schafen Gottes haben sie die Wahrheit umsonst empfangen und möchten sie auch anderen umsonst darreichen. Sie kennen die Wahrheit des Weisen, der sagt: „Schenke meinen Worten Aufmerksamkeit … denn sie sind denen Leben, die sie finden, und Gesundheit für ihr ganzes Fleisch.“ (Spr. 4:20, 22, NW) Denkt an diese Worte! Den anderen Schafen das Richtige an Speise und Trank darzureichen, nämlich die Wahrheit des Wortes Gottes, bedeutet für sie Leben. Es bedeutet Gesundheit für ihr Fleisch. Sorgt für die Schafe, ihr Hirten, damit sie niemals Hunger und Durst leiden müssen.
7. Welcher im Gesetz Moses gegebene Rat ist heute auf Gottes Schafe anwendbar?
7 Gute Schafe müssen an ihre geistigen Bedürfnisse erinnert werden. Dabei können ihnen die Hirten helfen. Junge Schafe, die in einer Herde betreut werden, sind wie kleine Kinder, die bei ihren Eltern sein möchten. Junge Schafe müssen den Wunsch hegen, bei Jehova, ihrem Vater, und bei Jehovas mütterlicher, sichtbarer Organisation zu sein. Sie werden mit beiden besser bekannt werden, wenn sie auf Gottes Wort hören, wie geschrieben steht: „Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen wirklich auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinem Sohne einschärfen und von ihnen reden, wenn du in deinem Hause sitzest und wenn du unterwegs bist und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ (5. Mose 6:6, 7, NW) Tun wir dies bei allen „Babys“, die in Jehovas Organisation kommen? Wenn diese Neuen im Worte Gottes richtig unterwiesen werden, werden sie sich nie mehr wegwenden, sondern werden wach und glücklich bleiben, zufrieden mit ihrem neugefundenen Evangeliumsdienst für Jehova.
SCHUTZ BIETEN
8. Was bedeutet es, die Schafe zu hüten, und weshalb muß ein Hirte in dieser Zeit des Endes im Hirtenwerk stets wachsam sein?
8 Hirtenarbeit zu tun bedeutet, „sorgfältig zu überwachen“, das heißt, die Schafe zu hegen und zu pflegen, sie zu hüten und zu schützen. Damit ein Hirte dies tun kann, muß er von absolut lauterer Gesinnung sein. Er muß sich nach jedem der ihm anvertrauten Schafe umsehen und sie vor jeder Gefahr schützen. David übernahm Hirtenpflichten, und es steht von ihm geschrieben: „Er begann, sie gemäß der Lauterkeit (Integrität) seines Herzens zu hüten.“ (Ps. 78:72, NW) Jesus sagte zu Petrus, und dies zum Segen aller seiner Jünger: „Hüte meine Schäflein.“ (Joh. 21:16, NW) Petrus sagte später zu Aufsehern: „Hütet die euch anvertraute Herde Gottes.“ (1. Pet. 5:2, NW) Paulus drückte sich ebenfalls sehr positiv aus, wenn er sagte: „Gebt acht auf euch selbst [Aufseher] und auf die ganze Herde, in welcher der heilige Geist euch zu Aufsehern ernannt hat, damit ihr die Versammlung Gottes hütet.“ (Apg. 20:28, NW) Somit besteht keine Frage darüber, daß gewisse Männer, nämlich Hirten, die Verantwortung tragen, sorgfältig über die Schafe zu wachen, sie zu hegen, zu pflegen und zu schützen. Der Hirte muß sie nicht nur führen und weiden, sondern sie auch behüten. Es gibt so viele Dinge, vor denen ein Hirte seine Schafe behüten muß. Man höre, was der Hirte Judas sagt: „Ich fand es notwendig, euch zu schreiben, um euch zu ermahnen, einen harten Kampf für den Glauben zu führen, der ein für allemal den Heiligen überliefert wurde. Ich habe Grund dazu, weil sich gewisse Personen eingeschlichen haben, die durch die Schriften schon längst für das nachfolgend beschriebene Gericht bestimmt sind, gottlose Menschen, die die unverdiente Güte unseres Gottes zu einer Entschuldigung für ihren zügellosen Wandel machen und sich gegenüber unserem einzigen Gebieter [Eigentümer] und Herrn Jesus Christus als falsch erweisen.“ — Judas 3, 4, NW.
9. Was kann einem Aufseher widerfahren, der stolz und hochmütig wird, und warum sollte man solche Personen meiden?
9 Die Aufseher müssen auf der Hut sein, damit sich nicht gottlose Menschen in die Organisation einschleichen. Bisweilen kommt es vor, daß sogar ein Aufseher hochmütig und stolz wird und denkt, er könne ungestraft Dinge tun, wie Judas sie beschrieben hat. Da er die erhöhte Stellung eines Hirten einnimmt, nutzt er die Schafe eher aus, als sie zu schützen, ja geht so weit, daß er sie durch seinen unsittlichen Wandel verdirbt. Ungeachtet, welche Stellung ein Aufseher innerhalb der Versammlung Gottes einnimmt, ob er Zweigdiener, Bezirksdiener, Kreisdiener, Versammlungsdiener oder Dienstamtgehilfe sei, darf er doch keine einzige Minute denken, er dürfe seine Stellung zu einem unsittlichen Wandel benutzen. Wegen eines solch geheimen Benehmens hat Gott ihn bereits dem Gericht überwiesen, und sein Gericht ist Vernichtung. Wenn sich ein solcher, ungeachtet wer er sein mag, in die Versammlung einschleicht, so sorgt dafür, daß ihm die Gemeinschaft entzogen wird, und habt keine Verbindung mit ihm. Gottes Schafe wollen keine solchen Personen in der Versammlung haben, denn sie wünschen eine reine Organisation zu haben, die Jehova Gott Ehre und Ruhm bereitet. Sie beherzigen die Worte des Paulus: Hört auf, „mit irgend jemand, der Bruder genannt wird, Umgang zu haben, wenn er ein Hurer oder Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder Schmäher oder Trunkenbold … ist“. — 1. Kor. 5:11, NW.
10, 11. (a) Welcher unangenehmen Aufgabe steht ein Aufseher manchmal gegenüber? Doch weshalb darf er Schwierigkeiten nicht übersehen? (b) Wo befinden sich die Schafe, so daß die in Matthäus 10:16, 17 aufgezeichneten Worte passend sind?
10 Wenn Aufseher die Interessen der Schafe wirklich wahren, werden sie ihnen allen notwendigen Schutz bieten. Es ist nicht angenehm, in Schwierigkeiten verwickelt zu werden oder solche festzustellen oder danach zu suchen, wenn man weiß, daß solche bestehen. Aber wenn ihnen ein Hirte nicht nachgeht und sie ausmerzt, sofern es in der Herde solche gibt, kann es geschehen, daß er seine ganze Herde verliert. „Glücklich ist, wer wach bleibt und seine äußeren Kleider bewahrt.“ (Off. 16:15, NW) Er könnte sogar sein eigenes Leben verlieren, weil er ein nachlässiger Hirte gewesen ist, der nicht auf der Wacht ist.
11 Wo befinden sich Gottes Schafe? Gerade hier, in der alten Welt. Sie leben noch nicht in der neuen Welt, wohl aber im Verein mit der Neuen-Welt-Gesellschaft. Dies ist indes noch nicht die neue Welt der Gerechtigkeit. Jesus sagte, daß er in der alten bösen Welt sei, doch war er bestimmt kein Teil von ihr. Jehovas Zeugen befinden sich in der gleichen Lage. Sie sind als Diener Gottes in der alten Welt, sind aber kein Teil von ihr. Deshalb sagte Jesus: „Siehe! ich sende euch aus wie Schafe unter Wölfen; erweist euch darum so vorsichtig wie Schlangen und doch so harmlos wie Tauben. Hütet euch vor den Menschen.“ — Matth. 10:16, 17, NW.
DIE KRANKEN SCHAFE BETREUEN
12. Was wird ein wachsamer Hirte gegenüber kranken Schafen tun, und warum ist dies notwendig?
12 Die Aufseher brauchen nicht zu warten, bis eine offene Tat verübt worden ist, ehe sie mit jemandem sprechen oder ihn vor das Versammlungskomitee laden und ihm eine Bewährungsfrist geben oder ehe sie einer Person die Gemeinschaft entziehen. Wenn der Aufseher ein wachsamer Hirte ist, wird er erkennen, wenn Schafe krank sind und wird danach trachten, ihnen die zarte Pflege zukommen zu lassen, die sie benötigen, oder wird Schritte zu ihrer Besserung unternehmen, damit sie die geistige, moralische und geistliche Gesundheit zurückerlangen, bevor sie so krank werden, daß ihnen nichts mehr helfen kann und sie nur noch für den Tod taugen. Jakobus schrieb: „Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird den Erkrankten heilen, und Jehova wird ihn aufrichten. Auch wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.“ (Jak. 5:14, 15, NW) Manchmal besitzen diese kranken Schafe kein genügend ausgebildetes Urteilsvermögen, um sich an ältere Brüder zu wenden, an die Hirten in der Versammlung, und sie zu bitten, zu ihnen zu kommen und über ihnen zu beten. Was muß der Aufseher in diesem Falle tun?
13. (a) Führe einige Ursachen von Krankheit unter Gottes Schafen an. (b) Weshalb ist Bruderliebe so unbedingt erforderlich?
13 Der Hirte sollte zu diesen Kranken hingehen. Ein guter Hirte weiß, wer von der Versammlung fernbleibt. Wäre es daher nicht besser, daß der Hirte das Schaf aufsucht, statt zu warten, bis das Schaf selbst nach dem Hirten ruft? Freundlichkeit, die ein Hirte einem Kranken erweisen kann, besteht darin, daß er ihn besucht. Vielleicht fehlt es ihm an der geistigen Speise. Er mag sich in gewissen Schwierigkeiten befinden und bedarf des Rates, oder es mag ihn jemand beleidigt haben. Was immer es auch sei, er braucht einen Hirten, der ihm hilft. Stellt euch die Freude vor, die ein Aufseher empfinden wird, wenn er einem dieser kranken Schafe behilflich sein kann, daß es in der Organisation bleibt und unter seiner Leitung wegen seiner Liebe gesund wird! Johannes schrieb: „Wundert euch nicht, Brüder, daß die Welt euch haßt. Wir wissen, daß wir aus dem Tod zum Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.“ (1. Joh. 3:13, 14, NW) Johannes wußte, was wahre Liebe bedeutet. Jesus hatte sie im Leben und auch durch den Tod bekundet. Die Brüder in der Organisation Jehovas können ebenfalls in so vielen Beziehungen dieselbe Art Liebe an den Tag legen; einmal, indem sie gegen Verfolgung zusammenstehen, und noch mehr unter sich selbst, durch ihre gegenseitige, nie versiegende Liebe, die sie einander in allen Schwierigkeiten bekunden. Manchmal wird Liebe, die einer dem anderen erweist, von dem Empfänger nicht geschätzt, aber sie muß dennoch zum Ausdruck gebracht werden.
14, 15. (a) Welchen von Paulus gegebenen Rat zu befolgen ist für Aufseher geziemend? (b) Wie viele einem Hirten zugeteilten Schafe muß er betreuen?
14 Daher muß ein Hirte der Versammlung Hilfe bieten, das zu tun, was der Apostel sagte. „Möge alle boshafte Bitterkeit, mögen Zorn, Wut, Geschrei und lästerndes Reden von euch weggetan sein, mit allem, was schadet“, sagte Paulus zu der Versammlung von Ephesus. „Werdet freundlich gegeneinander, voll zarten Erbarmens, bereitwillig einander vergebend, gleichwie Gott auch euch durch Christus bereitwillig vergeben hat.“ (Eph. 4:31, 32, NW) Denkt daran, ihr Aufseher, daß ihr von Gott dazu ausersehen worden seid, euch all der Schafe anzunehmen, nicht nur der Gesunden, nicht nur jener, die mit euch in den Dienst ziehen, nicht nur solcher, die die Versammlungen besuchen, sondern aller, die sich Jehova hingegeben haben, um seinen Willen zu tun. Durch heiligen Geist seid ihr dazu eingesetzt worden, Gottes Herde zu hüten.
15 Ihr wißt, daß Jehova Gott es auf Ungerechte ebenso wie auf Gerechte regnen läßt. Die Sonne scheint sowohl auf die Bösen wie auf die Guten. Jehova ist stets der Gebende. Er gibt und gibt und gibt alles aus seiner unverdienten Güte. Christus Jesus legte sein Leben willig für Gerechte und Ungerechte nieder. Wie weit also werdet ihr, die Aufseher und Hirten der Schafe, gehen, um sie zu führen, zu weiden und zu hüten? Jesus beschrieb es in einfachen Worten: „Dies gebiete ich euch, daß ihr einander liebt.“ — Joh. 15:17, NW.
16. Welche von David geäußerten Worte können „Schafe“ sprechen, weil sich der Große Hirte aller Schafe annimmt?
16 Der Große Hirte im Himmel nimmt sich seiner Schafe auf Erden an, gehören sie nun zur kleinen Herde oder zu den anderen Schafen. Die eingesetzten Aufseher auf Erden sollten dasselbe tun, und zwar mit allem Fleiß und unter allen Umständen, denn Gott steht auch ihnen bei ihren schwereren Pflichten bei. Wie alle übrigen Schafe sagen sie: „Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens: und ich werde wohnen im Hause Jehovas auf Länge der Tage.“ — Ps. 23:1, 4-6, Fußnote.
SCHAFE BRAUCHEN HIRTEN
17, 18. (a) Wie kann ein Hirte die Schafe in der Hürde behalten? (b) Warum war Jesus ein solch guter Hirte der Schafe, und werden jetzt weitere Hirten benötigt?
17 Ahmt den großen Hirten nach, ihr Unterhirten! Die Schafe brauchen euch dringend. Sie erwarten Hilfe von euch. Für diesen Zweck hat Gott euch zu eurem Dienst ernannt. „Tragt weiterhin einer des anderen Bürden und erfüllt so das Gesetz des Christus.“ (Gal. 6:2, NW) Gott erwies dem Sünder und den Undankbaren Freundlichkeiten. Können Hirten nicht auf geschickte Weise dasselbe tun und mit denen, die unter ihrer Obhut stehen, stets freundlich verfahren? Ein guter Hirte wird die Schafe in der Hürde behalten. Er darf seine Arbeit als schützender Hirte nicht vernachlässigen, noch zulassen, daß sie aus der Herde hinauslaufen. Wenn jemand das tut, wird er ihnen nachgehen und sie in die Sicherheit zurückholen.
18 Jesus richtete eine Organisation auf und behielt die Schafe in ihr. Sein Vater gab sie ihm, wie Jesus dies bezeugt hat. „Ich bitte ihretwegen; nicht hinsichtlich der Welt bitte ich, sondern hinsichtlich jener, die du mir gegeben hast, weil sie dein sind.“ (Joh. 17:9, NW) Er wachte in jeder Hinsicht über sie. Er wußte, daß sie seinem Vater gehörten, aber er war von seinem Vater zu ihrem Hirten bestellt worden, um sie zur Rettung zu führen, und deshalb sagte er ferner in seinem Gebet: „Als ich bei ihnen war, pflegte ich über sie zu wachen aus Achtung gegen deinen eigenen Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie bewahrt, und nicht einer von ihnen wird vernichtet, ausgenommen der Sohn des Verderbens, damit das Schriftwort erfüllt werde.“ (Joh. 17:12, NW) Jesus hielt die Schafe um ihres Lebens willen zusammen. In den Tagen Jesu bildeten sie noch eine kleine Versammlung. Wie aber die Herde unter Hirten wie Petrus, Paulus und anderen wuchs! Heute, in diesen letzten Tagen, steht die große Volksmenge, die kein Mensch zählen kann, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Throne und vor dem Lamme als Gottes Versammlung da. (Off. 7:9-15) Es werden heute noch viel mehr Unterhirten benötigt. Ende letzten Jahres gab es 17 878 Versammlungen. Bestimmt wird es viele weitere Hirten erfordern, die sich der Aufseherpflichten annehmen müssen, wenn jährlich weitere 60 000—70 000 Schafe in Jehovas Organisation kommen. Heißt euer gesegnetes Vorrecht willkommen, und mögen viele weitere Brüder ihre Hand nach Arbeit von dieser rechten Art ausstrecken.
19, 20. Welche Fragen entstehen, da noch mehr Hirten erforderlich sind, und was müssen alle Schafe weiterhin anerkennen?
19 Jawohl — mehr Bezirksdiener, mehr Kreisdiener, mehr Versammlungsdiener und mehr Dienstamtgehilfen werden benötigt werden. Während diese große Volksmenge zunimmt, werden weitere Hirten dazu bestellt werden, sich der Herde Gottes anzunehmen. Weitere Personen werden die Hüterpflichten übernehmen müssen. Wirst du einer von ihnen sein? Wirst du, wenn sich dir die Gelegenheit bietet, den dir zugeteilten Teil der großen Herde Gottes betreuen, wirst du diese Verantwortung bereitwillig und eifrig übernehmen und der Herde ein gutes Beispiel geben?
20 Während neue Hirten in diese verantwortlichen Stellungen eingesetzt werden, müssen die mehr als 800 000 Schafe fortfahren, die Organisation anzuerkennen, die Jehova Gott durch seinen Sohn Christus Jesus zu ihrem Schutz aufgerichtet hat. Die Schafe erwarten von den Hirten, daß sie sie auf grüne Auen führen.
21. Wie sollten die Versammlungsglieder die Aufseher ansehen?
21 Ebenso müssen die Versammlungsglieder diejenigen respektieren, die als Aufseher eingesetzt worden sind, ungeachtet, wer die einzelnen sein mögen. Paulus, ein Unterhirte, sagte: „Gehorcht denen, die euch leiten, und seid unterwürfig, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun; denn das wäre euch zum Schaden.“ — Heb. 13:17, NW.
22. Wofür sollten Aufseher beten?
22 Ihr Aufseher! betet beständig zu Jehova, eurem Gott, damit er euch Herz und Sinn zum Verständnis des göttlichen Willens öffne. „Weise törichte und spekulative Fragereien ab, da du weißt, daß sie Streitigkeiten hervorrufen. Ein Sklave des Herrn aber soll nicht streiten, sondern soll gegen alle taktvoll sein, lehrfähig, der sich unter üblen Verhältnissen zusammennimmt, der mit Milde die Widerstrebenden unterweist, da ihnen Gott vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, so daß sie wieder zur Besinnung kommen und herausgelangen aus der Schlinge des Teufels, erkennend, daß sie nach seinem Willen von ihm lebendig gefangen wurden.“ — 2. Tim. 2:23-26, NW.
23. Wie sorgt ein Hirte für sich selbst, und in wessen Liebe bewahrt er die Schafe?
23 Ein guter Hirte sorgt nicht nur für die Schafe, sondern sorgt auch für sich selbst. Ein Hirte nimmt Speise zu sich. Er benötigt frisches Wasser. Er gönnt sich Ruhe. Ein geschickter Hirte hält sich geistig, physisch und moralisch gesund, damit er alle Schafe, die ihm in der Versammlung zugeteilt worden sind, gut führen und leiten kann. Er schätzt den Rat des Judas, der an die Schafe und den Hirten in gleicher Weise ergeht: „Ihr aber, Geliebte, indem ihr euch selbst in eurem heiligsten Glauben erbaut und in heiligem Geiste betet: erhaltet euch selbst in Gottes Liebe, während ihr auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus wartet, ewiges Leben in Aussicht.“ (Judas 20, 21, NW) Sorgt für Gottes Schafe, ihr Hirten, erhaltet euch selbst in der Liebe Gottes und bleibt in der sich ausdehnenden Organisation Jehovas emsig beschäftigt. Geschicklichkeit in der Hirtenarbeit macht euch froh und glücklich und fördert eine Liebe, die allen Verstand übersteigt. Das ist Liebe von der Art, wie Jesus, der Rechte Hirte, sie offenbarte. Er sagte: „Niemand hat größere Liebe als diese, daß jemand seine Seele zugunsten seiner Freunde hingibt.“ (Joh. 15:13, NW) Durch loyale Liebe werden Gottes Schafe behütet, und die Herde wird sicher zu ewigem Leben in Gottes gerechter, neuer Welt geleitet.
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Rezept für PredigtenDer Wachtturm 1959 | 15. August
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Rezept für Predigten
Der namhafte Geistliche und Schriftsteller Walter Russel Bowie bemerkte einmal: „Die christliche Kirche braucht nicht etwa volkstümlichere, sondern etwas weniger volkstümliche Predigten.“
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„Jeder Fund“Der Wachtturm 1959 | 15. August
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„Jeder Fund“
In einem Vortrag über das Thema „Joseph in Ägypten im Lichte der Denkmäler“ sagte Professor A. S. Yahuda, London, folgendes: „Abschließend möchte ich sagen: Jeder Fund, der in Palästina, Syrien, Mesopotamien und Ägypten gemacht wurde, hat die Bibel bestätigt, und zu guter Letzt sind nun auch noch die Beweise der Sprachforschung hinzugekommen, die das Zeugnis der Archäologie unterstützen und ergänzen. Ich hoffe, nein, ich bin sogar fest davon überzeugt, daß wir durch künftige archäologische Funde, Ausgrabungen und Forschungen noch weitere Beweise für die Genauigkeit des Buches der Bücher erhalten werden.“ — Journal of Transactions of the Victoria Institute, Band LXV, S. 54.
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Wie lange währte Jesu Dienstzeit?Der Wachtturm 1959 | 15. November
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JESU TAUFE 3 1/2 JAHRE JESU TOD
HERBST 29 n. Chr. 14. NISAN 33 n. Chr.
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