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Eine starke Zuflucht heuteDer Wachtturm 1952 | 1. Dezember
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müssen wir vollständiges Vertrauen und Zuversicht hegen. Die dies haben, werden von Jehova gestützt und aufrechterhalten, weil sie an seinem Vorhaben beteiligt sind. Er hat verheissen, sie zu behüten, und wird es daher tun.
25. Wie erlangen die Bewohner Zions Frieden und Wohlfahrt? Und wie vergewissern wir uns, dass Jehovas Name ein „starker Turm“ ist?
25 Die eine solch vertrauensvolle Zuversicht hegen, haben eine klare Vorstellung und einen festen, beständigen Sinn. Sie suchen gottähnlich zu sein, unveränderlich, gehen nicht auf Kompromisse ein, sind entschieden und zuverlässig, da sie einen festen Vorsatz haben und entschlossen sind, danach zu handeln. Jehova ist jeder allfälligen Notlage stets gewachsen. Da sie Jehova kennen und ihn nachzuahmen suchen, werden sie sehr gesegnet und erhalten Frieden. Sie ruhen in Jehova, dem starken Turm, obwohl die Schwierigkeiten sich mehren und allerlei Feindseligkeiten geschürt werden, um den Glauben des Volkes Gottes niederzureissen oder Gottes Stadt anzugreifen. Die loyalen, gehorsamen Kinder Zions werden die Wahrheit und die Treue bewahren und in der Organisation bleiben. Binnen kurzem soll die grösste Zeit der Drangsal über das gegenwärtige System der Dinge kommen, doch wissen wir, dass Jehova mit uns ist. Daher brauchen wir uns nicht zu fürchten. Er ist unsere Zuflucht. Ebenso wie nichts im Universum den Frieden und die ungetrübte Ruhe Jehovas stören kann, weil er der Fels der Zeitalter ist, so wollen wir auf ihn trauen und in Sicherheit sein, nicht nur jetzt, sondern immerdar. Daher vertrauet auf Jehova und behaltet stets den Namen Jehovas im Sinn. Er ist ein ‚starker Turm, und der Gerechte läuft hinein und ist in Sicherheit‘. Vertraue völlig auf Jehova und sei in Frieden!
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Frohe Botschaft im unruhvollen OstenDer Wachtturm 1952 | 1. Dezember
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Frohe Botschaft im unruhvollen Osten
N. H. Knorr, Präsident der Watch Tower Society, setzt den Bericht über seine kürzliche Dienstreise fort. Dieser Teil berichtet über seine eigenen Erfahrungen und die seines Sekretärs in den fernsten Ländern, die sie besuchten, und beginnt noch von ihrer Rückreise zu sprechen.
WEIT unter den Flügeln unseres Pan-American-Constellation-Flugzeuges wechselte das einförmige Blau des Arabischen Meeres plötzlich in die gleichmässig rotbraune Farbe der Wüste Sind über. Dann wurde das unter uns dahinfliehende Gelände unterbrochen durch bestaubte, zusammengedrängte Häuser mit roten Dächern. Einen Kreis beschreibend, ging das grosse Flugzeug nieder, und bald standen wir im Flughafen und wurden von sieben Wachtturm- Missionaren, Absolventen der Gileadschule, und 31 Verkündigern des Ortes begrüsst. Dies war am 3. Januar 1952 in Karatschi, Pakistan.
Für unsere Versammlung in Karatschi war der grösste Saal der Stadt, der Khalikdina, von den Stadtbehörden gratis zur Verfügung gestellt worden. Sie bekundeten uns viel Freundlichkeit, trotzdem ein behördliches Verbot aller öffentlichen Vorträge vorlag. Der Durchschnittsbürger interessierte sich ebenfalls für die Sache. Es überraschte die Leute, zu sehen, wie Weisse, die sonst gewöhnlich über Handwerkerarbeit erhaben sind, mit Kleisterkübel und Bürste durch die Stadt gingen und 500 hübsche Plakate anklebten, die den Vortrag „Ist die Religion der Weltkrise gewachsen?“ bekanntmachten. Auch die 50 000 Flugzettel wurden von den Passanten sorgfältig gelesen, ehe sie sauber gefaltet und oft an einen Freund weitergegeben wurden.
Wir dachten, 100 Anwesende wäre ein respektables Ergebnis beim öffentlichen Vortrag an einem Ort, wo die Ortsgruppe eine Höchstzahl von 34 Verkündigern erreicht hatte. Aber der Pakistani ist höchst neugierig, und ehe noch der Vortrag begann, waren mehr als soviel anwesend. Würden sie aber dableiben? Der Mohammedaner neigt zu einem tiefen Vorurteil und zu Fanatismus. Während ich meine Beweisführung entwickelte und auf den Sohn Gottes Bezug nahm, gingen mehrere hinaus. Später redete ich vom Lösegeld und erwähnte Jesus nochmals, und weitere verliessen den Saal. Aber ihre Plätze wurden von andern eingenommen, und 364 Personen lauschten sehr aufmerksam bis zum Ende.
Nach dieser Versammlung schieden Bruder Henschel und ich voneinander; er begab sich nach Delhi und Kalkutta, und ich ging nach Bombay und dem Süden.
TRAVANCORE: von 1912 bis 1952
Mein erster Halt in Bombay bot gerade genügend Zeit, um Bruder Skinner, den Zweigdiener, mitzunehmen, der mich quer durch Indien und den Golf von Manar zur Insel Ceylon begleitete. Dort wurden wir von einer Gruppe tatkräftiger Missionare abgeholt, die die geplante Versammlung kraftvoll angekündigt hatten. Dazu benutzten sie zum Beispiel ein Fahrrad mit aufgepflanzten Schildern, das den Anschein einer auf Rädern fahrenden Plakattafel machte. Die Wirkung bewies den Wert dieses Einfalles, denn es erschienen 235 zum öffentlichen Vortrag, und dies trotz heftigem Regen, der eine Stunde vorher niederfiel.
Meinem Programm gemäss musste ich am nächsten Morgen früh nach Madras weiterreisen und dort über Nacht bleiben, um die Verbindungen zu erhalten, damit wir die Malajalam sprechenden Brüder auf der andern Seite des Landes erreichen konnten. Dies wurde vorteilhaft ausgenutzt, denn es war möglich, mit einer Missionarengruppe von Bangalore und den zwei Missionaren in Madras am Nachmittag zwei Stunden zusammen zu sein. Um 16 Uhr versammelten sich 57 Brüder, um eine Ansprache anzuhören, und um 18 Uhr kamen 95 zum öffentlichen Vortrag. Am darauffolgenden Tage zogen wir wieder weiter, diesmal um eine Strecke von 560 Kilometern nach Cochin zurückzulegen, ein Sprung, der es uns ermöglichte, eine Ansicht zu erhalten vom zerklüfteten Innern Indiens mit seinen Strömen, den grünen Hügeln, Tälern und Bergketten.
Bei dieser Versammlung erwarteten uns 260 freudige Brüder aus Travancore, um uns zu begrüssen. Obwohl wir nur durch einen Dolmetscher zu ihnen sprechen konnten, war doch ihre theokratische Liebe ebenso offenbar, wie wir sie bei Jehovas Volk an andern Orten gefunden hatten. Dies war das erste Mal, da ich die Freude hatte, Travancore zu besuchen. Ein Präsident der Gesellschaft hatte diesen Teil Indiens seit den Tagen Bruder Russells nicht wieder besucht, als dieser im Jahre 1912 eine Weltreise machte. Unser Dolmetscher, Bruder Joseph, war während jenes Besuches Bruder Russells zum erstenmal mit der Königreichsbotschaft in Berührung gekommen. Seither hat er das Werk stets vorangetrieben und hat die Schwungkraft und den frischen Gang anderer, viel jüngerer Brüder bewahrt, obwohl er ziemlich über siebzig Jahre zählt.
Die Nachmittagsveranstaltung brachte dieser Zuhörerschaft unbeschreibliche Begeisterung bei der Freigabe des Buches „Gott bleibt wahrhaftig“ in Malajalam. Am Abend dieses sehr heissen, schwülen Tages fand der öffentliche Vortrag statt. Er wurde von 700 Personen besucht. Zuerst sassen die meisten drinnen, aber die Hitze trieb schliesslich viele in den Hof, wo sie ebensogut und unter angenehmeren Umständen zuhören konnten. Ich nahm mir etwas Zeit, eine Störung in Ordnung zu bringen, die von einigen verursacht worden war, welche die Wahrheit verlassen hatten, um eine Lehre der „Allversöhnung“ zu predigen, da sie anscheinend folgerten, Gott sei aus irgendeinem Grunde verpflichtet,
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