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Sollte man das Rauchen verbieten?Erwachet! 1981 | 8. Juni
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Man sollte meinen, daß in den Krankenhäusern ein Rauchverbot bestehe, um den ärztlichen Warnungen vor den Gefahren des Rauchens Nachdruck zu verleihen. Aber wie die Zeitschrift Medical World News berichtete, gibt es nur in 472 von den 7 200 Krankenhäusern in den USA bestimmte Bereiche für Nichtraucher, und nur in 491 ist der Verkauf von Zigaretten untersagt. In einem Krankenhaus, das den Verkauf von Zigaretten nicht mehr gestattet hatte, wurde er später wieder erlaubt, „weil der Umsatz zurückging, als der Kiosk im Krankenhaus keine Zigaretten mehr führte“.
Was hältst du von Personen, denen das Geld und der eigene Nutzen wichtiger sind als das Wohl anderer? Ist dir wirklich daran gelegen, wie sich dein Beispiel auf andere auswirkt? Leider gibt der Eigennutz oft den Ausschlag. Zum Beispiel schrieb die Zeitschrift Columbia Journalism Review im Jahre 1978, daß sie in den vergangenen sieben Jahren in keiner einzigen der großen amerikanischen Zeitschriften, die Zigarettenreklamen bringen, einen umfassenden Artikel über die Gefahren des Rauchens fand.
Das Rauchen wird verboten
Doch der Trend ist unverkennbar. Das Rauchen wird an immer mehr Orten verboten. Und wenn jemand in einem Bereich, wo das Rauchen untersagt ist, raucht, wird er jetzt oft gebeten, seine Zigarette auszumachen.
In einigen US-Staaten gibt es neuerdings strenge Antirauchgesetze. In Minnesota ist es verboten, in öffentlichen Einrichtungen zu rauchen. Das Gesetz definiert eine öffentliche Einrichtung als „abgeschlossenen, umgrenzten Bezirk, der von der Allgemeinheit genutzt wird“. Auch der Staat Utah hat ähnliche Gesetze erlassen. Konsequent angewandt, bedeuten sie, „daß Raucher in Utah nur im Freien oder bei sich zu Hause rauchen können“.
In den USA hat auch jeder Nichtraucher unter den Fluggästen Anspruch auf einen entsprechenden Platz in einer Verkehrsmaschine.
Viele Raucher sind empört darüber, daß ihre Freiheit zu rauchen immer mehr eingeschränkt wird. Im vergangenen Dezember erschoß ein Raucher einen Polizisten, weil dieser ihn gebeten hatte, seine Zigarette auszudrücken. Sind die Verbote berechtigt?
Auswirkungen auf Nichtraucher
Nur wenige wissen, welch großen Schaden der Raucher nicht nur sich selbst, sondern auch anderen zufügen kann. Zum Beispiel verursachen Raucher jährlich viele Brände — allein in den USA 2 000 —, in denen Tausende von Menschen ihr Leben verlieren. In Kanada werden mehr als 40 Prozent aller Brände auf die Fahrlässigkeit von Rauchern zurückgeführt.
Ferner wird die Luft durch Zigarettenrauch stark verunreinigt. Während eines Fußballspiels im „Silverdome“-Hallenstadion in Pontiac (Michigan, USA) war die Luft so rauchgeschwängert, daß die zuständige Stelle Smogalarm ausgelöst hätte, wäre die Luft im Freien so verunreinigt gewesen. Schuld an der Verschmutzung waren die vielen Raucher unter den 80 000 Zuschauern.
Auf den Passivraucher kann der Zigarettenrauch die gleiche Wirkung haben wie auf den Raucher selbst. In einem Artikel der Zeitschrift American Medical News wurde Dr. Charles F. Tate wie folgt zitiert: „Es liegen jetzt Studien vor, die zeigen, daß Nichtraucher in einem Raum, in dem geraucht wird — je nachdem, wie viele rauchen und wie groß der Raum ist —, soviel Rauch einatmen, wie wenn sie selbst täglich ein Dutzend Zigaretten rauchen würden.“ Der Rauch einer glimmenden Zigarette ist besonders schädlich, weil er fast doppelt soviel Teer und Nikotin enthält wie der Rauch, den der Raucher inhaliert, während er eine Zigarette raucht.
Schon seit einiger Zeit ist bekannt, daß nichtrauchende Erwachsene, die ein Herz- oder ein Lungenleiden haben, und kleine Kinder durch Zigarettenrauch geschädigt werden. Nun aber zeigte eine in der Zeitschrift New England Journal of Medicine vor kurzem veröffentlichte Studie, daß auch gesunde nichtrauchende Erwachsene durch Zigarettenrauch geschädigt werden. „Zum erstenmal haben wir Meßwerte für eine körperliche Veränderung“, schrieben Dr. Claude Lenfant und Barbara Liu in einem Leitartikel, der auf die Meßwerte eingeht.
Besonders gefährlich wirkt es sich aus, wenn eine Schwangere raucht. Durch das Rauchen verengen sich die Blutgefäße in der Gebärmutter, so daß das Kind nur ungenügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Außerdem gelangt das giftige Kohlenmonoxyd über die Plazenta in das kindliche Blut. „Es ist ganz klar“, schrieb Dr. Mary B. Meyer von der Fachhochschule für Gesundheitswesen der John-Hopkins-Universität, „daß das Rauchen die Gefahr einer Fehlgeburt, Totgeburt oder Frühgeburt erhöht.“
Wenn man bedenkt, wie schädlich das Rauchen für den Raucher selbst sowie für die unfreiwilligen Mitraucher in seiner Umgebung ist, braucht man sich dann zu wundern, daß das Rauchen verboten wird? Schon seit langem weisen Jehovas Zeugen darauf hin, daß das Rauchen mit biblischen Grundsätzen unvereinbar ist. „Laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes“, heißt es in Gottes Wort (2. Kor. 7:1). Es ist erwiesen, daß das Rauchen sowohl den Raucher selbst als auch die Personen in seiner Umgebung verunreinigt und in vielen Fällen sogar krank macht. Wie kann ein Raucher behaupten, andere, die von Zigarettenrauch unbefleckt bleiben möchten, zu lieben, wenn er in ihrer Gegenwart raucht? (Matth. 22:39).
Wenn das lieblose alte System der Dinge durch Gottes Königreich vernichtet sein wird, wird es keine Tabakraucher mehr geben. Es wird ganz bestimmt nicht immer geraucht werden. Möchtest du einen Anteil an den Segnungen der göttlichen neuen Ordnung haben, dann hast du keine andere Wahl — sofern du noch rauchst —, als mit dem Rauchen aufzuhören. Und wenn du wirklich willst, schaffst du es auch!
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Du kannst vom Rauchen loskommen!Erwachet! 1981 | 8. Juni
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4. Teil
Du kannst vom Rauchen loskommen!
„NICHTS ist leichter als das.“ So beschrieb der berühmte Schriftsteller Mark Twain den Abschied von der Zigarette. „Ich muß es ja wissen“, fügte er hinzu, „denn ich habe es schon tausendmal getan.“
Die große Schwierigkeit besteht nicht darin, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern darin, nicht wieder damit anzufangen. Millionen Raucher verzichten einen Tag, eine Woche oder gar mehrere Monate auf die Zigarette — aber dann fangen sie wieder an zu rauchen. Das größte Problem liegt vielfach nicht darin, die physische Nikotinabhängigkeit zu überwinden, sondern dem heißen Verlangen nach einer Zigarette zu widerstehen.
Wenn man wirklich will, kann man vom Rauchen loskommen. Gibt es Beweise dafür? Ja. Die gesamte Gemeinschaft der Zeugen Jehovas enthält sich des Tabakgenusses. Aber manche Zeugen haben früher auch geraucht.
In vielen Ländern raucht mindestens ein Drittel der Erwachsenen. Danach müßten ungefähr ein Drittel der mehr als 2 000 000 Zeugen Exraucher sein. Wie sind diese Hunderttausende, als sie Zeugen Jehovas wurden, vom Rauchen losgekommen?
Erkenntnis und ein Entschluß
Es ist so, wie Dr. Charles F. Tate in der Zeitschrift American Medical News schrieb: „Der Raucher muß tief in seinem Inneren den Entschluß fassen. Hat er diesen Entschluß einmal gefaßt, ist die Schlacht schon halb gewonnen.“ Anders ausgedrückt: Man muß wirklich aufhören wollen. Was kann dazu motivieren?
Erkenntnis kann das tun. Aber welche Erkenntnis? Für viele ist es die Erkenntnis, daß das Rauchen das Leben verkürzen kann. „Ein Patient nach dem anderen kommt zu mir, um sich röntgen zu lassen“, schrieb Dr. Tate. „Ich zeige dann jedem sein Röntgenbild, auf dem ein Tumor zu sehen ist. Sie fragen mich, ob es Krebs sei. Wenn ich ihre Vermutung bestätige, nehmen sie sich vor, nie mehr zu rauchen.“
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