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  • Von einem todähnlichen Zustand zu einem neuen Leben
    Der Wachtturm 1969 | 15. Oktober
    • Jahren wurde unser Dienst dort wirklich gesegnet, denn jetzt gibt es in Bogotá zehn Versammlungen.

      In Bogotá erkannte ich die Notwendigkeit, beharrlich eine feste Grundlage für den Glauben derer zu legen, die wir unterweisen. Ich studierte mit einer jungen Frau, ihren drei Kindern und ihren Eltern. Der Ehemann war gegnerisch eingestellt und drohte, ihr die Kinder wegzunehmen. Eines Abends kam er nach einem Zechgelage mit seinen Freunden nach Hause, schwenkte einen Revolver und drohte in Gegenwart der Kinder, seine Frau zu erschießen, wenn sie sich weigerte, das Bibelstudium aufzugeben. Die Kinder, zutiefst erschrocken, traten weinend für ihre Mutter ein. Aber sie trat ihm ruhig und mutig entgegen und sagte: „Du kannst mich töten, aber ich werde nicht aufhören, das Wort Gottes zu studieren. Erst einmal solltest du wissen, daß unsere Kinder Zeugen deiner Handlung sein werden, und vor allem wirst du Gott, dem Allmächtigen, Rechenschaft über das Blut ablegen müssen, das du jetzt vergießen willst.“ Daraufhin ging er aus dem Haus. Nach einiger Zeit wurde sie getauft, und jetzt predigt sie fleißig und besucht mit ihren Kindern die Zusammenkünfte im Königreichssaal. Ihr Mann hat ihr nie wieder verboten zu studieren.

      Vor drei Jahren kam ich nach Medellín. Diese zweite Stadt des Landes liegt hoch oben in den Anden. Auch hier habe ich das Vorrecht, mit Missionaren zusammen zu wohnen, die die Wachtturm-Bibelschule Gilead absolviert haben. Dies ist ein großer Trost, denn ich bin jetzt über neunundsiebzig Jahre alt und habe nicht mehr die körperliche Kraft, die ich lange Zeit besaß. Wir haben keinen Wagen und müssen viel zu Fuß gehen, um unseren Predigtdienst zu verrichten. Doch haben mehrere der Personen, mit denen ich die Bibel studiere, so viel Wertschätzung, daß sie jede Woche zum Studium in „meine Wohnung“ kommen. Auf diese Weise bleibe ich bei Kräften und kann jeden Monat mein Ziel von 100 Stunden erreichen. Und Jehovas Segen ruht gewiß auf unseren Anstrengungen, denn die Versammlung hier ist so gewachsen, daß es nötig wurde, sie in drei einzelne Versammlungen zu teilen. Bei jeder Zusammenkunft sehen wir neue Gesichter.

      Wenn ich auf diese zwanzig Jahre des „Pionier“-Predigtdienstes zurückblicke, muß ich sagen, daß es glückliche Jahre gewesen sind, mit harter Arbeit ausgefüllt, aber sie haben mir auch große Zufriedenheit gebracht. Wie wunderbar war es doch für mich, daß Jehova mich aus einem todähnlichen Zustand herausbrachte und mir eine neue Lebensfrist gewährt hat! Selbst jetzt, wo meine körperliche Kraft nachgelassen hat, gibt er mir die Möglichkeit, in gewissem Maße den großartigen Interessen seines Königreiches zu dienen. Er ‘verwirft mich nicht zur Zeit des Alters’, noch ‘verläßt er mich beim Schwinden meiner Kraft’. (Ps. 71:9) Immer stützen mich die ewigen Arme! Was mich betrifft, so bin ich entschlossen, ‘standhaft zu sein, unbeweglich, im Werke des Herrn allezeit reichlich beschäftigt’. — 1. Kor. 15:58.

  • „Ich habe aufgehört zu rauchen!“
    Der Wachtturm 1969 | 15. Oktober
    • „Ich habe aufgehört zu rauchen!“

      IM ERSTEN Jahrhundert schrieb Jakobus, der Halbbruder Jesu, einen inspirierten Brief an die zerstreut lebenden Personen, die Jehova dienen wollten. Unter anderem gab er folgenden Rat: „Werdet indes Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, indem ihr euch durch falsche Überlegungen selbst betrügt.“ — Jak. 1:22.

      Wie in jenem Jahrhundert werden auch heute Personen, die Gottes Willen kennenlernen, „Täter des Wortes und nicht bloß Hörer“. Das lassen zwei Erfahrungen erkennen, die im vergangenen Sommer auf Kongressen der Zeugen Jehovas erzählt wurden.

      Eine Zeugin Jehovas in Mississippi erhielt von einer Freundin einen Brief mit der Bitte, bei einer Frau vorzusprechen, die in ihrer Gegend wohnte. Die Zeugin machte den Besuch, und sie konnte ein Bibelstudium bei der Familie einrichten. Sie berichtet: „Nach dem ersten Studium über den wahren Gott und über Götzen entfernte sie ein großes religiös verehrtes Bild, das sich an einer auffallenden Stelle im Zimmer befunden hatte. Im Laufe der Zeit half ich ihnen, die Wichtigkeit zu erkennen, in den Königreichssaal zu kommen. Aber leider zogen sie innerhalb einer Woche dreißig Kilometer weit aufs Land, und sie wollten nicht, daß ich so weit hinauskam, um sie abzuholen. Schließlich schafften sie sich ein Auto an. In derselben Woche besuchten sie die Zusammenkunft, die am Sonntag im Königreichssaal stattfand.

      Was war die Folge? Eine ganz andere Familie. Sie waren fest davon überzeugt, daß dies die Wahrheit aus der Bibel war, und sie waren erstaunt über die Freundlichkeit aller Anwesenden. Die vierzigjährige Tochter war so beeindruckt, daß sie wegen ihrer schlechten Gewohnheiten ein unruhiges Gewissen bekam. Nach der ersten Zusammenkunft, die sie besuchte, sagte sie: ‚Ich habe aufgehört zu rauchen!‘ Später erklärte sie: ‚Nachdem Jehova mir so viel gegeben hat, wie hätte ich da nach Hause gehen und etwas tun können, was er mißbilligt? Ich mochte nicht länger warten. Wir wissen nie, was morgen geschehen wird, und wenn ich warten würde, könnte es sein, daß ich nie die Gelegenheit hätte, mit Rauchen aufzuhören und meine Liebe zu Jehova zu beweisen.‘“

      Die Zeugin berichtete weiter: „Bemerkenswert ist, daß diese Frau verkrüppelt ist. Zigaretten sind die ganzen Jahre hindurch wie eine Krücke für sie gewesen, aber durch das, was sie im Königreichssaal in einer Zusammenkunft gelernt hat, hat sie den Ansporn erhalten, die üble Gewohnheit abzulegen. In der zweiten Zusammenkunft zeigte sie ihre Hand und sagte: ‚Sieht sie nicht gut aus? Sie ist jetzt nicht mehr gelb vom Tabak.‘ Jetzt ist sie regelmäßig anwesend.“

      Auf einem Kongreß in Rochester (New York) berichtete ein Ehepaar von einem Bibelstudium, das es durchgeführt hatte: „Die beiden waren starke Raucher, und wenn wir vom Studium nach Hause kamen, rochen wir wie Bücklinge. Allmählich begannen sie, den Zusammenkünften im Königreichssaal beizuwohnen. Später beteiligten sie sich am Predigtdienst und äußerten den Wunsch, getauft zu werden. Aber ihr Problem war, daß sie beide starke Raucher waren.

      Sie dachten, sie könnten sich taufen lassen und dann mit Rauchen aufhören. Wir sagten ihnen, daß sie zwar deshalb, weil sie mit der Gewohnheit nicht gebrochen hätten, nicht von der Taufe ausgeschlossen würden, aber es könnte sein, daß sie eine lange Zeit heimlich rauchten.

      Sie entschlossen sich, das Rauchen im Dezember aufzugeben, aber dann schoben sie es auf. Jedesmal, wenn sie versuchten aufzuhören, wurden sie nervös und reizbar. Schließlich zeigte ihnen ein Zeuge Jehovas einige Artikel aus dem Wachtturm und der Zeitschrift Erwachet!, die vom Rauchen handelten. Als sie sich über den biblischen Gesichtspunkt klar wurden, beschlossen sie, das Rauchen zur Zeit des kommenden Kreiskongresses aufzugeben. Sie blieben bei ihrem Entschluß, berichteten aber, daß es für sie beide eine Prüfung war, da sie die ersten zwei Wochen sehr reizbar und nervös waren. Aber im Laufe der Zeit ließ das Verlangen nach Tabak nach. Beim letzten Bezirkskongreß ließen sie sich zum Symbol ihrer Hingabe an Gott taufen. Sie taten es mit einem reinen Gewissen, da sie diese unreine Gewohnheit abgelegt hatten. Seither hat die Frau zweimal das Vorrecht gehabt, Ferienpionier zu sein, was sie sehr glücklich gemacht hat.“

  • Fragen von Lesern
    Der Wachtturm 1969 | 15. Oktober
    • Fragen von Lesern

      ● Ich studiere mit Jehovas Zeugen die Bibel und möchte gern Gott wohlgefallen. Vor siebzehn Jahren verließ mich mein Mann, und seither habe ich nichts von ihm gehört. Es kann sein, daß er jetzt verstorben ist. Bin ich frei, mich wieder zu verheiraten? — A. S., USA.

      Wir freuen uns, wenn Personen, die Gottes Wort studieren, ihr aufrichtiges Interesse zum Ausdruck bringen, Jehova wohlzugefallen. Um das zu tun, ist es wichtig, sein inspiriertes Wort anzuerkennen und danach zu leben.

      Die Bibel sagt, daß der Tod eine Ehe auflöst. Über eine christliche Ehefrau erklärte der Apostel Paulus: „Wenn ihr Mann aber im Tode entschlafen sollte, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn.“ (1. Kor. 7:39; Röm. 7:2) Dasselbe trifft zu wenn die Frau stirbt; der Mann wäre frei, sich wieder zu verheiraten.

      In dem vorliegenden Fall gibt es anscheinend keinen konkreten Beweis dafür, daß der Mann gestorben ist. Somit besteht die rechtsgültige Ehe noch. Es wäre sowohl ungesetzlich als auch unsittlich, wenn die Frau voreilig handelte und sich wieder verheiratete, bloß weil sie meint, ihr Mann sei tot.

      Es gibt jedoch in vielen Ländern Gesetze, nach denen ein Erwachsener, der seit mehreren Jahren abwesend ist und von dem man nichts mehr gehört hat, gesetzlich für tot erklärt werden kann. Im Band 17 des juristischen Werkes Corpus Juris heißt es: „Gemäß dem Gewohnheitsrecht war es die Regel, daß der Tod einer Person vermutet wurde, wenn sie aus unerklärten Gründen sieben Jahre lang abwesend gewesen war, ... obgleich in einigen Gerichtsbezirken vom Gesetz eine

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