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  • Historische Ereignisse kann man von zwei Seiten betrachten
    Erwachet! 1971 | 22. August
    • Haben die Indianer, ehe die europäischen Siedler kamen, miteinander in Frieden gelebt? Haben sie sich nie bekriegt und sich nie gegenseitig ausgeraubt? Doch, viele Indianerstämme lebten in ständiger Fehde miteinander.

      Die historischen Ereignisse, die sich auf dem nordamerikanischen Kontinent abgespielt haben, sind somit ganz verschieden beurteilt worden, je nachdem, wer sie beurteilt hat. Ist es in anderen Ländern anders? Ist es nicht so, daß jedes Volk die Geschichte gemäß seinen eigenen Interessen beurteilt? Fast immer herrscht die Einstellung vor, die ein berühmter Amerikaner wie folgt zum Ausdruck brachte: „Möge unser Land immer recht handeln; aber es ist unser Land, sei es im Recht, sei es im Unrecht.“

      Eine solche Einstellung, die in allen Völkern herrscht, hat schon häufig zu Feindseligkeiten und zu Blutvergießen geführt. Die Geschichte berichtet über viele traurige Mißverständnisse und Fehler, die unter der Herrschaft des Menschen vorgekommen sind. Wie deutlich zeigt das doch, daß es einer menschlichen Regierung, sie mag noch so gute Absichten haben, einfach nicht gelingt, eine Ordnung zu schaffen, die jedermann Freiheit, Recht und Gleichheit garantiert.

  • Lebensgemeinschaften der Pflanzen
    Erwachet! 1971 | 22. August
    • Lebensgemeinschaften der Pflanzen

      ES WAR noch früh am Morgen, als Hans sein Haus verließ. Er war im Vorstand des Kleingartenvereins als Berater tätig und ein vielbeschäftigter Mann. Auch heute wartete wieder eine Menge Arbeit auf ihn.

      In letzter Zeit hatten die Kleingärtner viel Ärger gehabt. Man hatte ihnen einen interessanten Vortrag über „Mischanbau“ gehalten. Voller Begeisterung waren sie nach Hause gegangen, um die Anregungen sofort in die Tat umzusetzen und munter draufloszumischen. Und das Ergebnis? Es war erschreckend gewesen.

      „Hallo, Hans!“ Dieser Gruß riß ihn plötzlich aus seinen Gedanken. Ohne sich dessen bewußt geworden zu sein, war er bereits in der Gartenkolonie angekommen. „Morgen, Werner!“ rief er zurück. „Wie kommst du denn schon so zeitig hier heraus?“

      „Na, du weißt doch, wie gern ich im Garten bin. — Aber heute kommst du mir nicht davon. Heute mußt du mir unbedingt einige Fragen beantworten. Du kennst doch meinen Reinfall im Mischanbau. Mich würde brennend interessieren, was die Ursache ist und was man dabei alles zu beachten hat!“

      „Ja, Werner, das ist nicht so kurz erklärt. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Um dir aber ein wenig dabei zu helfen, möchte ich einige Hauptpunkte herausgreifen. Denken wir zuerst einmal an die Beschaffenheit des Bodens und die wechselseitige Beeinflussung der Pflanzen untereinander.“

      Welche Rolle spielt die Beschaffenheit des Bodens?

      „Wußtest du schon, daß du nicht allein in deinem Garten arbeitest? Raupen, Regenwürmer, ja ein Heer von Kleinlebewesen in Form von Algen, Bakterien und Pilzen sind dir dabei behilflich. All dein Wirken wäre oft vergeblich, wären diese Kleinlebewesen nicht vorhanden. Was nützte es, wenn du mit viel Mühe den Boden auflockertest, da doch beim nächsten Regenschauer die Krümel wieder in sich zusammenfallen würden, so daß das Erdreich fest und undurchdringlich wäre?“

      „Aber welche Rolle spielen dabei die Kleinlebewesen, und wie gelangen sie überhaupt in den Boden?“

      „Bist du nicht immer bemüht, reifen Kompost in die Erde zu bringen? Dadurch entsteht eine üppige Pilzflora in Form von Pilzfäden. Diese kleinen Pilzfäden, die nicht von langer Lebensdauer sind, befestigen die aufgelockerten Krümel, so daß sie nicht zusammenfallen können. Später lösen Bakterien sie ab, und auch diese sind noch nicht die letzten ihrer Art, wodurch ein lückenloses und formenreiches Leben im Boden herrscht.

      Dadurch wird dafür gesorgt, daß der Boden ‚gar‘ ist, was bedeutet, daß die Krümel erhalten bleiben und infolgedessen Wärme und Wasser in den Boden eindringen können. Gleichzeitig zersetzen die Kleinlebewesen den Boden, so daß die Nährstoffe, die im Boden vorhanden sind, sich auflösen und von der Pflanze aufgenommen werden können.“

      „Aber was hat das alles mit dem Mischanbau zu tun.“

      „Dein Einwand ist berechtigt, und ich hoffe, daß ich dir eine zufriedenstellende Erklärung geben kann. Du erinnerst dich sicherlich, daß schon während des Vortrags gezeigt wurde, daß man viele Versuche und Untersuchungen durchgeführt hat. Immer wieder verglich man die natürlichen Lebensgemeinschaften mit dem Alleinbau. Professor Dr. Sekera machte dabei eine interessante Entdeckung. Er stellte fest, daß im Acker eine formenärmere Kleinwelt und weniger wasserfeste Krümel waren als unter der natürlichen Pflanzengesellschaft des Ackerrains. Wiederum hatte er die Bestätigung erhalten, daß die Pflanzengemeinschaft zusammen mit einer formenreichen Kleinstgesellschaft im Boden lebt.

      Sieh dir doch den natürlich gewachsenen Wald an: Eichen — Buchen — Sträucher — Stauden und das sich am Boden entlangschlängelnde Immergrün, das selbst noch den üppigen Moosteppich überwuchert. Jedes Plätzchen ist ausgenutzt — und doch behindert keine Pflanze die andere. Im Gegenteil! Jede dient zur Förderung der anderen. Und da jeder Baum, ja jede Pflanze von einer bestimmten Art Kleinlebewesen begleitet wird, entsteht im Boden eine Ansiedlung der verschiedensten Kleinlebewesen. Die Folge davon ist, daß der Boden nie in Verlegenheit kommt, ‚müde‘ zu werden oder leistungsunfähig zu sein. Er bleibt ‚gar‘ und gesund.

      Natürlich darf man hierbei nicht vergessen, daß auch das Blätterdach und die abfallenden Blätter als Hilfe für den Boden dienen. Sie schützen ihn vor den sengenden Sonnenstrahlen, bewahren ihn vor dem Austrocknen durch den Wind und vor dem Verschlemmen durch Regengüsse. Auch durch diese Vorkehrung des Waldes bleibt der Boden ‚gar‘. Nur spricht man in diesem Falle von einer ‚Schattengare‘.

      Du könntest solch eine ‚Schattengare‘ im Kleinen auch im Garten fördern. Stell dir vor, du hättest ein Beet dicker Bohnen gesät. Bald würdest du folgendes Bild vor Augen haben: Einsam und verlassen stände Pflänzchen an Pflänzchen. Kein schützendes Blätterdach könnte das Austrocknen des Bodens durch die sengende Sonne verhindern. Allmählich würdest du eine feste Kruste beobachten. Durch die dadurch entstehenden Risse entwiche unweigerlich die letzte noch vorhandene Feuchtigkeit aus dem Boden. Die Kohlensäure jedoch, die der Boden als Nährgas für die Blätter abgeben müßte, würde durch die feste Kruste gestaut. Bald könntest du die Folgen erkennen. Die übriggebliebenen Kleinlebewesen, die nicht durch mangelnde Feuchtigkeit in tiefere Schichten abgewandert wären, würden nun durch die Kohlensäure vergiftet, ja selbst

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