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Prediger — Belehrungen über wahre WerteDer Wachtturm 1980 | 1. Juni
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werden wird, denn so, wie es werden wird, wer kann es ihm kundtun?“ (Pred. 8:5-7). Eine weise Person wird sich auch nicht gegen eine grausame und tyrannische Regierung auflehnen. Sie erkennt, daß die „Zeit“ kommt, in der alles zum Besseren geändert werden wird. Da sie aber nicht weiß, „wie“ die Änderung herbeigeführt werden wird, ist es für sie einstweilen vernünftig, ihrem Geschäft nachzugehen und ein gesundes Urteilsvermögen anzuwenden, um mit dem Unangenehmen des täglichen Lebens fertig zu werden. (Vergleiche Prediger 3:1-13.)
MIT UNERWARTETEM FERTIG WERDEN
Ein anderer Grund, warum sich menschliche Bemühungen als vergeblich erweisen, ist in Prediger 9:11 erwähnt: „Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnis haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.“
Man sollte glauben, daß Personen mit Eigenschaften wie Schnelligkeit, Kraft und Weisheit in all ihren Unternehmungen erfolgreich wären. Aber oft kommt es anders, als man denkt. Zwar gereichen unvorhergesehene Ereignisse gelegentlich zum Guten, doch häufig kommen sie in Form von Unfällen, Krankheiten oder anderem Unheil. Und im Tod gibt „es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier ..., denn alles ist Nichtigkeit“ (Pred. 3:19-21).
Angesichts dessen gibt der weise Bibelschreiber besonders zwei Empfehlungen: 1. Arbeite fleißig jeden Tag. 2. ‘Sieh Gutes’ für all deine harte Arbeit, indem du das genießt, was du im Moment hast. Darüber können wir in Prediger 5:18-20 lesen:
„Siehe! Das Beste, das ich selbst gesehen habe, das schön ist, ist, daß einer esse und trinke und Gutes sehe für all seine harte Arbeit, womit er hart arbeitet unter der Sonne während der Zahl der Tage seines Lebens, die der wahre Gott ihm gegeben hat, denn das ist sein Teil. Auch jeden Menschen, dem der wahre Gott Reichtum und materielle Besitztümer gegeben hat, den hat er ja ermächtigt, davon zu essen und seinen Teil wegzutragen und sich in seiner harten Arbeit zu freuen. Das ist die Gabe Gottes. Denn nicht oft wird er der Tage seines Lebens gedenken, weil der wahre Gott ihn mit dem beschäftigt, was sein Herz erfreut.“
Obwohl es viel Bedrückung, Ungerechtigkeit und anderes Schlechte im Leben heute gibt, wird der Weise nicht zulassen, daß dies seine Freude an Dingen raubt, die in Ordnung sind. Er ist vielmehr entschlossen, „seinen Teil“ gegenwärtiger Segnungen „wegzutragen“, indem er das genießt, was er hat, selbst wenn es wenig sein mag.
Der Platz reicht hier nicht aus, um noch umfassender die im Buch Prediger zu findende Weisheit zu erörtern. Wir hoffen, daß die wenigen oben dargelegten Beispiele dich anspornen werden, das ganze Buch sorgfältig zu studieren. Dies zu tun wird dir helfen, deine Zeit und Kraft nicht mit nutzlosen Dingen zu vergeuden und dein Leben und deine Mittel für wirklich Lohnendes zu verwenden.
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Sogar Vögel ‘kennen ihre Zeit’Der Wachtturm 1980 | 1. Juni
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Sogar Vögel ‘kennen ihre Zeit’
UNTER den Israeliten herrschte während der Zeit Jeremias ein trauriger Zustand. Selbst Zugvögel handelten besser als sie. Wir lesen: „Sogar der Storch am Himmel — er kennt seine bestimmten Zeiten wohl; und die Turteltaube und der Mauersegler und die Singdrossel — sie halten die Zeit der Ankunft eines jeden gut ein. Was aber mein Volk betrifft, sie haben das Gericht Jehovas nicht erkannt“ (Jer. 8:7).
Obwohl Zugvögel wie der Storch, die Turteltaube, der Mauersegler und die Singdrossel die Zeit ihres Weg- und Heimzuges beachten, schenkten die Israeliten den richterlichen Entscheidungen Jehovas keine Aufmerksamkeit. Für Zugvögel ist ihr Weg und Heimzug lebenswichtig. Genauso hing Israels Wohlergehen davon ab, daß es Jehovas richterlichen Entscheidungen nachkam. Doch die Israeliten unterließen dies und waren deshalb nicht einmal so klug wie unvernünftige Vögel, die die Zeit der Vogelzüge beachten.
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