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Was wollte der Weise damit sagen?Der Wachtturm 1977 | 15. Mai
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verkündigte das messianische Königreich, das herrlicher sein soll als das Königreich Salomos und unter dem die gehorsamen Menschensöhne Leben bis in Ewigkeit, ja ewiges Leben erlangen könnten. Dieses Königreich wird eines der schönsten „Werke“ Gottes sein. Das ewige Leben wird nicht langweilig sein, denn dieses Königreich wird den Weg in endlose Zeitalter bereiten, in denen die erlöste Menschheit weitere Werke, die Gott hervorbringen wird, erforschen wird, ohne jemals damit fertig zu werden. Aber wir können überzeugt sein, daß jedes dieser jetzt noch nicht geoffenbarten Werke „schön ... zu seiner Zeit“ sein wird. Welch wunderbare Zukunft steht der Menschheit also noch in Aussicht!
Erfreue dich an dem, wofür Gott sorgt
Was ist daher ratsam zu tun? Salomo empfiehlt, sich auf vernünftige Weise des Lebens zu erfreuen, Gutes aus seiner harten Arbeit zu sehen, statt sich vergeblich zu bemühen, das zu verändern, wofür Gott gesorgt hat. Salomos weitere Worte lauten: „Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, und auch, daß jeder Mensch essen und in der Tat trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes. Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird. Es ist nichts hinzuzufügen, und nichts ist davon hinwegzunehmen; sondern der wahre Gott selbst hat es gemacht, damit die Menschen sich seinetwegen fürchten mögen“ (Pred. 3:12-14; 5:18).
Die Angelegenheiten der Menschen, auch die Geburt und der Tod, spielen sich innerhalb eines durch Menschen unabänderlichen Rahmens ab. Solange es dem Vorsatz Gottes dient, wird sich daran nichts ändern. Somit sagte Salomo offensichtlich im Hinblick darauf, daß es ‘für alles unter dem Himmel eine bestimmte Zeit gibt’: „Ich habe erkannt, daß alles, was der wahre Gott macht, auf unabsehbare Zeit währen wird“ (Pred. 3:14). Der Mensch kann einfach nichts an den Verhältnissen ändern, die gemäß Gottes Zulassung oder Überwaltung auf der Erde bestehen. Der mächtige König Nebukadnezar wurde zu der Einsicht gezwungen: „Alle Bewohner der Erde werden als bloßes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: ,Was hast du getan?‘“ (Dan. 4:35). Keine Bemühung, etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, wird Erfolg haben, da das allgemeine Lebensmuster auf der Erde infolge der Zulassung und des Vorsatzes Gottes bestehenbleibt. Die Tatsache, daß Menschen das volle Ausmaß der Werke Gottes in diesem Bereich nicht begreifen können, sollte ihnen Furcht oder heilige Scheu einflößen.
Gleichzeitig zeigt die menschliche Geschichte, daß in den Vorgängen auf der Erde Kreisläufe auftreten, die sich wiederholen, wie Geburt und Tod, Krieg und Frieden, Lachen und Weinen. Diese sich wiederholenden Kreisläufe verknüpfen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander. Daher konnte Salomo sagen: „Was geworden ist, es war schon gewesen, und was werden soll, hat sich als bereits dazusein erwiesen.“ Die danach folgenden Worte sind indes nicht so leicht zu verstehen. Salomo sagte: „Der wahre Gott selbst ist ständig auf der Suche nach dem Verjagten“ (Pred. 3:15). Diese Worte mögen darauf hinweisen, daß gerechte Menschen oft von den Bösen verfolgt werden. Gott ‘sucht’ das Gute für seine Diener, und da er die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft völlig unter Kontrolle hat, kann er dafür sorgen, daß die Bösen, die Verfolger, von ihren Fehlern eingeholt werden, und kann den Gerechten Recht verschaffen. Oder es mag bedeuten, daß wir, obwohl die sich wiederholenden Kreisläufe bestehenbleiben und es nichts wirklich Neues gibt, davon überzeugt sein können, daß Gott trotzdem seinen Vorsatz verwirklichen wird. Während der Mensch machtlos sein mag, auf gewisse Umstände Einfluß auszuüben, kann der Höchste immer dafür sorgen, daß sich alles zum Besten seiner gehorsamen Diener auswirkt.
Das ist tröstend, denn in dieser unvollkommenen Welt sollte man nicht damit rechnen, daß die Menschen stets Gerechtigkeit walten lassen. Salomo beschrieb die Situation mit den Worten: „Weiter habe ich unter der Sonne den Ort der Rechtsprechung gesehen, wo Bosheit war, und den Ort der Gerechtigkeit, wo Bosheit war“ (Pred. 3:16). Mit Recht erwartet man von einem Gericht Gerechtigkeit. Aber es mögen Bestechung und Parteilichkeit vorherrschen, weshalb es für viele Personen aussichtslos sein mag, das ihnen zustehende Recht zu erhalten. Wie können all diese Ungerechtigkeiten behoben werden? Salomo antwortet: „Der wahre Gott wird sowohl den Gerechten als auch den Bösen richten, denn es gibt eine Zeit für jede Angelegenheit und hinsichtlich jedes Werkes dort“ (Pred. 3:17). Statt sich also über das aufzuregen, was in der Welt geschieht, wartet ein weiser Mensch geduldig auf Gott, der zu seiner bestimmten Zeit und zum dauernden Nutzen seines treuen Volkes handeln wird (1. Sam. 26:7-10; Ps. 37:12, 13).
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Solltest du beim Gebet den Kopf bedecken?Der Wachtturm 1977 | 15. Mai
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Solltest du beim Gebet den Kopf bedecken?
ES WAR ein kalter, windiger Tag, als die Freunde der verstorbenen Witwe im Schnee um das offene Grab standen. Der barhäuptige Prediger äußerte einige kurze Worte des Trostes und betete dann.
Hättest du, wenn du dort gewesen wärest, gedacht, daß alle Anwesenden ihr Haupt hätten entblößen sollen? Diese Frage könnte vor allem bei kaltem Wetter auftauchen. Aber hast du überhaupt schon einmal daran gedacht, daß man mit unbedecktem Haupt beten sollte? Oder glaubst du vielleicht, daß man stets mit bedecktem Haupt beten sollte?
Das Gebet ist wichtig, denn Gott wünscht, daß wir beten (Ps. 145:18; 50:14, 15). Selbstverständlich sollten wir richtig beten. Wir sollten unsere Gebete an die richtige Autorität richten, in der richtigen Art und Weise darbringen, und wir sollten um das Richtige bitten. Wir finden in der Bibel zwar keine endlose Liste von Vorschriften über das Gebet und das Beten, doch enthält die Bibel eine deutliche Regel darüber, ob man beim Beten das Haupt bedecken sollte oder nicht.
Diese Regel finden wir nicht in den vorchristlichen Schriften, denn Gott verlangte nicht, daß alle Israeliten beim Beten das Haupt bedecken sollten, obgleich dies einige aus Ehrfurcht getan haben mögen. Er ordnete aber an, daß die israelitischen Priester eine Kopfbedeckung tragen sollten und der Hohepriester sogar einen besonderen Turban (3. Mose 8:13; 2. Mose 28:40; 39:27-29). Sie trugen die Kopfbedeckung nicht nur beim Gebet, sondern die ganze Zeit, in der sie im Tempel dienten, offensichtlich als Zeichen der Unterwürfigkeit gegenüber Gott.
„Bedecken aber Juden heute nicht ihr Haupt, wenn sie beten?“ mögen einige fragen. Ja, die meisten tun das heute, aber der alte jüdische Talmud zeigt, daß das Tragen einer Kopfbedeckung beim Gebet freigestellt war. Professor Jacob Lauterbach sagte zum Beispiel: „Der Brauch, mit entblößtem Haupt zu beten oder
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