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Rettung durch Überwindung des Stolzes der TraditionDer Wachtturm 1959 | 1. Dezember
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als einzelner, wenn er sich nicht bewußt wird, daß alles, was wir haben, von dem allmächtigen Schöpfer des Universums kommt. Ein jeder sollte ihm gegenüber mit Dankbarkeit für die Freundlichkeit und unverdiente Güte erfüllt sein, mit der er uns den Weg zu seiner Gunst und Rettung geöffnet hat. Wenn wir menschliche, weltliche Traditionen samt dem Stolz, zu dem sie führen, nicht aufgeben, werden sie uns stets im Wege stehen, werden uns immer schaden, werden immer trennend wirken, da durch sie die Menschen in Feindschaft mit Gott und ihren Nächsten gehalten werden. Laßt uns Jehova für die Offenbarung der Wahrheit danken, da wir wissen, daß es in Jehovas neuer Welt keinen Platz für irgendwelche Spaltungen und Parteilichkeit geben wird. Alle müssen jetzt in Frieden und Einheit beisammen wohnen.
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Ein Besuch in Salomos TempelDer Wachtturm 1959 | 1. Dezember
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Ein Besuch in Salomos Tempel
JEDES Jahr erachten es große Menschenmengen der Mühe wert, die bemerkenswerten Gebäude der Welt zu besuchen. Weil das Empire State Building das höchste von Menschen errichtete Bauwerk in der Stadt New York ist, wird es besonders gerne aufgesucht, vor allem wegen der Aussicht, die man an einem klaren Tage von seinem 102. Stockwerk aus haben kann. Auch die Westminster Abbey und die St. Peterskirche in Rom locken wegen ihres religiösen und geschichtlichen Hintergrundes große Menschenmengen an. Patriotische Gefühle führen viele Menschen in die Hauptstädte der verschiedenen Länder, zu Schreinen und Denkmälern. Reisende im Orient besuchen auch vorzugsweise das Grabmal Tadsch Mahal in Agra, Indien, und dies wegen seines Rufes, eines der schönsten Gebäude der Welt zu sein.
Von weit größerem Interesse jedoch als irgend etwas von dem, was erwähnt worden ist, ist für uns heute das Haus Jehovas, das König Salomo vor langer Zeit in Jerusalem gebaut hatte. Hauptsächlich aus Kalkstein und Zedernholz erstellt und mit Gold und kostbaren Edelsteinen ausgeschmückt, war es ohne Zweifel eines der schönsten und kostbarsten Gebäude, die je von Menschenhand errichtet worden sind; und über 21 Milliarden DM in Gold und Silber wurden zu seinem Bau beigesteuert. Obwohl er vor 2565 Jahren zerstört wurde, können wir doch mit Hilfe der biblischen Aufzeichnung und unserer Vorstellungskraft diesem Gebäude einen Besuch im Armsessel abstatten! — 1. Chron. 22:14.
Was machte Salomos Tempel zu einem so bemerkenswerten Bauwerk? Nicht nur seine materielle Schönheit und Kostbarkeit, sondern vor allem die Tatsache, daß sein Architekt Jehova Gott selbst war. Wie uns gesagt wird, erhielt König David „den Bauplan von allem … durch Inspiration“ und übergab ihn seinem Sohne Salomo. Zweitens ist dieser Tempel so beachtenswert, weil er der Anbetung des einen wahren Gottes, Jehovas, geweiht war, und drittens wegen seiner prophetischen Bedeutung. Er schattete einen weit herrlicheren geistigen Tempel vor, der auf dem himmlischen Berg Zion stehen und aus Jesus Christus und seiner Versammlung von 144 000 Gliedern bestehen soll, „die von der Erde erkauft worden sind“. — 1. Chron. 28:11-19; 2. Chron. 7:12; 1. Pet. 2:4-6; Off. 14:1, 3, NW.
DER TEMPELBAU
Über die in Jerusalem erbauten Tempel wird gesagt, daß, obwohl sie von einem Volke gebaut wurden, das man als ein schwaches Volk ansah, „doch diese Tempel besser bekannt sind und die Urkunden darüber besser aufbewahrt blieben als diejenigen irgendeines anderen Tempels in alter Zeit, eines ägyptischen, assyrischen oder indischen“. Der erste dieser Tempel, der Tempel Salomos, kann mit einigem Recht auch als der Tempel Davids bezeichnet werden. David hatte als erster daran gedacht, einen solchen Tempel zu bauen. Er hatte durch Inspiration die Pläne dafür erhalten; er hatte die Sammlung des kostbaren Materials überwacht, des Goldes und Silbers und aller anderen Dinge, und er hatte das Tempelgrundstück ausgewählt und es von einem gewissen Ornan erworben. — 1. Chron. 17:1; 21:24-26; 22:14; 29:1-19.
König Salomo begann diesen Tempel im vierten Jahre seiner Regierung zu bauen und vollendete ihn nach siebeneinhalb Jahren. Für seine Erstellung bot er alle vorübergehend im Lande Weilenden auf, 153 600 an der Zahl. Außerdem hob er 30 000 Israeliten aus, die in Staffeln von je 10 000 im Vierteljahr je einen Monat arbeiteten. Wenn diese Ziffern auch groß erscheinen mögen, lassen sie sich doch günstig mit denen vergleichen, die in bezug auf Zeit und Arbeiterzahl angegeben werden und notwendig waren, um eine der Pyramiden in Ägypten, den Tempel der Diana in Ephesus und das Tadsch Mahal in jüngerer Zeit zu errichten. — 1. Kön. 5:13-15; 6:1, 38; 2. Chron. 2:17, 18.
Um zu verstehen, wieviel Arbeit es dabei zu tun gab, muß man sich erinnern, daß der Tempel auf dem Berge Morija erbaut wurde, wo Abraham viele Jahre zuvor seinen Sohn opfern sollte. Um auf diesem Berge für den Tempel und seine Vorhöfe genügend Platz zu haben, mußten Kalksteinmauern von Hunderten von Fuß Höhe erbaut werden. Einige dieser Mauern stehen heute noch, und es gibt Steine davon, die 9 Meter lang und über 2 Meter hoch sind und etwa 90 Tonnen wiegen.
Was das Ausbrechen der Steine sehr erleichterte, war dagegen die Tatsache, daß dieser Kalkstein in seinem natürlichen Zustand so weich ist, daß er mit der Säge zersägt werden kann. Wird er aber der Sonne und Luft ausgesetzt, dann wird er so hart wie Marmor und kann glattpoliert werden. „Tatsächlich ist es eine Art Marmor“, wird uns gesagt. Auf einigen der Steine finden sich sogar die Zeichen der alten phönizischen Steinbrucharbeiter.
Für dieses große Bauprogramm gewann König Salomo die Mithilfe des Nachbarkönigs Hiram von Tyrus, eines guten Freundes seines Vaters, des Königs David. Außer anderen Dingen, die Hirams Arbeiter besorgten, fällten sie auch Zedern vom Libanon und brachten sie auf Flößen zum Hafen von Joppe hinab. Von dorther transportierten Salomos Arbeiter sie zur Tempelstätte. Als Zahlung erhielt Hiram jährlich mehrere hunderttausend Scheffel Weizen und etwa zweitausend Gallonen eines sehr feinen und köstlichen Öls. Zu der Vereinbarung zwischen den Königen Salomo und Hiram gehörten auch die Dienste eines sehr geschickten phönizischen Arbeiters, der halb von hebräischer Abstammung war, von Hiram-Abi. Er wird als ein Mann beschrieben, „erfahren in Arbeiten in Gold und Silber, in Kupfer und Eisen, in Steinen und Holz, in Wolle … und in Gravierarbeit jeder Art und im Entwerfen jeder Kunstarbeit, die ihm übertragen werden mag“. In der Tat, ein überaus begabter Arbeiter! — 2. Chron. 2:14-16, NW.
DIE VORHÖFE DES TEMPELS
Es gab zwei Tempelvorhöfe, den inneren oder den Hof der Priester und den äußeren oder großen Vorhof. Obwohl ihr Ausmaß nicht angegeben wird, besteht guter Grund zu der Annahme — aus dem zu schließen, was über den Hof, der die Stiftshütte umgab, und über die Vorhöfe des herodianischen Tempels bekannt ist —, daß der innere Hof
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