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    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • ● Warum wird Jesus in den Griechischen Schriften der „Sohn des Menschen“ genannt, wenn er doch tatsächlich der „Sohn Gottes“ ist? — W. H., Vereinigte Staaten.

      Die Griechischen Schriften beziehen sich auf Jesus als den „Sohn des Menschen“, weil die Hebräischen Schriften in Daniel 7:13, 14 diesen Ausdruck über den Messias verwenden: „Ich schaute in Gesichten der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie eines Menschen Sohn; und er kam zu dem Alten an Tagen und wurde vor denselben gebracht. Und ihm wurde Herrschaft und Herrlichkeit und Königtum gegeben, und alle Völker, Völkerschaften und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergehen, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört werden wird.“

      Als Jesus im Prozeß, der um sein Leben ging, vor dem Sanhedrin oder dem höchsten jüdischen Gericht stand, sagte der Hohepriester zu ihm: „Beim lebendigen Gott stelle ich dich unter Eid, uns zu sagen, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist!“ Jesus erwiderte: „Das war an dir zu sagen. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.“ Darauf zerriß der Hohepriester seine Kleider und rief: „Er hat gelästert: Was bedürfen wir weiterer Zeugen?“ (Matth. 26:63-65, NW) Damals wandte Jesus die Prophezeiung Daniels auf sich selbst an, und das war gleich, wie zu sagen, er sei der Messias, der Sohn des Menschen, der zu seiner Zeit das Königreich von Jehova empfangen und mit dessen Macht kommen werde. Dieses messianische Zeichen wollten die Juden sehen, aber Jesus sagte ihnen, daß ihre böse, ehebrecherische Generation nur das Zeichen Jonas, des Propheten, erhalte, daß, so wie er drei Tage und drei Nächte im Bauche des Fisches gewesen sei, so auch der Sohn des Menschen drei Tage im Grabe sein werde. Die Zeit für das durch Daniel gegebene messianische Zeichen war damals noch nicht gekommen. Das Kommen in Königreichsmacht geschah erst mit seiner zweiten Gegenwart, wie Jesus es seinen Nachfolgern selbst sagte. — Matth. 12:38-40; 24:30.

      Es ist angebracht, daß die Prophezeiung von Jesus als dem Sohn des Menschen sprach und daß der Ausdruck auch in den Griechischen Schriften auf ihn angewandt wird, denn zur Zeit seines Erdenlebens war er ein Mensch. Er wurde von einer Jungfrau geboren, und durch sie war er von menschlicher Abstammung und stand in Verwandtschaft mit der Menschheit. Der Titel „Sohn des Menschen“ ist am Platze, weil er uns daran erinnert, daß er der große Verwandte des Menschen und in Harmagedon der Bluträcher ist. — 4. Mose 35:1-29.

  • War Karl der Große fromm? Jawohl — War er ein Christ? Nein!
    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • War Karl der Große fromm? Jawohl — War er ein Christ? Nein!

      RELIGIÖSE Historiker sprechen von Karl dem Großen, dem deutschen Herrscher, der von 768 bis 814 regierte, in recht hohen Tönen. Mit großer Beredsamkeit beschreiben sie, wie er vom Papst im Jahre 800 gekrönt wurde. Auch berichten sie davon, wie er mit der Kirche zusammengearbeitet habe, indem er „die Missionen ermutigte und beschirmte, die christliche Kultur förderte, Diözesen gründete, eine christliche Lebensdisziplin vorschrieb und schützte und für die Besserstellung der Geistlichen besorgt war“ usw.

      Da ist keine Frage: Karl der Große war ein guter Katholik. „Die persönliche Ergebenheit Karls dem Apostolischen Stuhl gegenüber ist wohlbekannt.“ Doch wenn wir einige seiner Taten näher betrachten und sie mit den Lehren Christi vergleichen, können wir da — auch wenn wir viel Phantasie walten lassen — wirklich behaupten, er sei ein christlicher Kaiser gewesen, wiewohl er vom Papste gekrönt worden war?

      Im Spätjahr 1954 kam eine neue, maßgebende Biographie Karls des Großen heraus, betitelt „Karl der Große: Vom Hammer zum Kreuz“, und bei der Besprechung dieser „ausgezeichneten Biographie“ sagte die Neuyorker Times am 22. Oktober 1954:

      „Der junge Karl war unersättlich ehrgeizig und hatte die Fähigkeit und das Glück, die meisten seiner ehrsüchtigen Bestrebungen zu verwirklichen.“ „Karl der Große führte seine Kriege aus, um zwei Zwecken zu dienen: um seine Macht auszudehnen und die Heiden zu bekehren, besonders die Sachsen. Weil die Sachsen ihm bitterlich widerstanden, als er sie unterwerfen und bekehren wollte, ergriff Karl der Große unerbittliche Maßnahmen. An einem Tage ließ er 4500 Sachsen als Lektion für andere enthaupten. Viele zwang er bei Todesstrafe, Christen zu werden, und zerstreute viele weitere durch Massendeportationen in seinem ganzen Reich.“ Nach einer Herrschaft von 46 Jahren hieß es von ihm bei seinem Tode: „Er war der gefeiertste Herrscher in der Welt — Karl der Große, Kaiser und Augustus, König der Franken und Langobarden, Herrscher von ganz Europa, von den Pyrenäen bis zu Ungarns Ebenen, von Dänemark bis Kalabrien (in Süditalien).“

      Der Verfasser seiner Biographie bezeichnet Karl den Großen als einen frommen Eiferer für Religion sowie für Kultur und Gesundheit. Auch schreibt er, daß er sich bei Mahlzeiten gern aus Augustins Stadt Gottes vorlesen ließ und daß er vielen religiösen Konferenzen vorstand. Über sein Privatleben wird uns gesagt: „Seine liebende Anhänglichkeit an seine fünf Frauen, vierzehn Kinder und vielen Nebenfrauen war groß.“

      Kann, angesichts des Beispiels und der Lehren Christi jemand, der so nach weltlicher Macht strebt, als Christ bezeichnet werden? jemand, der die Hinrichtung Tausender anordnet, um andere zu zwingen, seine besondere Religion anzunehmen? jemand, der fünf Frauen und viele Nebenfrauen hat?

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