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Was sagt die Heilige Schrift über ein „Weiterleben nach dem Tode?“ (1. Teil)Der Wachtturm 1955 | 1. November
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ewiges Leben denen, die Herrlichkeit und Ehre und Unverweslichkeit suchen durch Ausharren in gutem Werk“. (NW) Unverweslichkeit ebenso wie Unsterblichkeit ist ein künftiger Lohn, der treuen Christen bei ihrer Auferstehung von den Toten verliehen wird. Der Apostel zeigte, daß diese Auferstehung und das Anziehen von Unverweslichkeit und Unsterblichkeit nicht beim Tode erfolgen werde, sondern beim zweiten Kommen und bei der Gegenwart Jesu Christi, wenn er seine treuen Nachfolger aus den Toten auferwecke. „Denn so wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendiggemacht werden. Doch jeder in seinem eigenen Rang: die Erstlingsfrucht Christus, danach jene, die zum Christus gehören während seiner Gegenwart. So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit … und wir werden verwandelt werden.“ — 1. Kor. 15:22, 23, 42, 52, NW.
51 Man beachte, daß hier nicht die Menschenseele erwähnt wird. Statt eine der Menschenseele innewohnende Unsterblichkeit, lehren die zwei obenerwähnten Anführungen des Wortes athanasiʹa oder Unsterblichkeit direkt das Gegenteil.
52 Die verbleibende dritte Stelle, wo athanasiʹa oder Unsterblichkeit vorkommt, findet sich im folgenden Zitat: „Damit du das Gebot auf makellose und untadelige Weise bis zum Kundwerden unseres Herrn Jesus Christus beobachtest. Dieses wird der glückliche und einzige Machthaber zu seinen bestimmten Zeiten dartun, er, der König derer, die als Könige herrschen, und Herr derer, die als Herren herrschen, der allein Unsterblichkeit hat.“ (1. Tim. 6:14-16, NW) Der Apostel Paulus sagt hier zu Timotheus, daß von all den irdischen Machthabern, die als Könige und als Herren herrschen und Unsterblichkeit beanspruchen, keine sie wirklich besitzen; sondern allein der „glückliche und einzige Machthaber“, Jesus Christus, der König der Könige und Herr der Herren, besitzt sie seit seiner eigenen Auferstehung von den Toten. Wir versichern euch, daß die heidnischen Babylonier, Ägypter, Griechen, Römer und Hindus ihre heidnische Lehre von einer der Menschenseele innewohnenden Unsterblichkeit und Unverweslichkeit lehrten. Aber Jesus Christus, der erste, dem der unsterbliche, ‚unverwesliche Gott‘ Unsterblichkeit und Unverweslichkeit verlieh, als er ihn aus den Toten auferweckte, hat als erster die Wahrheit darüber ans Licht gebracht, indem er die gute Botschaft von Gottes Königreich predigte. „Es ist jetzt klar ersichtlich geworden durch das Kundwerden unseres Erretters Christus Jesus, der den Tod zunichte machte, aber Licht geworfen hat auf Leben und Unverweslichkeit durch die gute Botschaft.“ — 2. Tim. 1:10 und 1. Tim. 1:17, NW.
53 Daraus ersehen wir, daß diese dritte Erwähnung des Wortes athanasiʹa oder Unsterblichkeit in der Bibel glatt verneint, daß irgendwelche Menschen, selbst irdische Machthaber, Diktatoren, Könige und Herren, eine der Menschenseele innewohnende Unsterblichkeit besitzen. In der römisch-katholischen Übersetzung der Bibel, in den apokryphischen oder deuterokanonischen Büchern ihres „Alten Testaments“ kommen die Wörter „Unsterblichkeit“ und „Unverweslichkeit“ vor, doch selbst diese Hinweise zeigen oder beweisen nicht, daß die Menschenseele eine ihr innewohnende Unsterblichkeit besitzt. Zum Beispiel heißt es in Ekklesiastikus 17:30 (Rießler; Lu, Buch Jesus Sirach) deutlich: „Nicht alles kann im Menschen sein; denn nicht unsterblich ist der Menschensohn.“ Siehe auch Ekklesiastikus 6:16 (Dy) und im Buch Die Weisheit Salomos 1:15; 2:23; 3:1, 4; 4:1; 6:18, 19; 8:13, 17; 15:1, 3. Wenn diese Texte überhaupt etwas zeigen, so zeigen sie, daß Unsterblichkeit ein Preis ist, der in der Zukunft erlangt wird und daß sie der Menschenseele nicht angeboren ist.
STIRBT DIE MENSCHENSEELE?
54. In welchem Ausmaße zeigt die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, daß die Menschenseele stirbt?
54 Wenn nun die Bibel nicht eine der Menschenseele innewohnende Unsterblichkeit lehrt, sollte sie doch sagen, daß die Menschenseele sterblich ist, daß sie stirbt! Sagt dies die Bibel? Jawohl, und zwar in so deutlichen Worten, daß selbst ein Kind es erfassen kann. Da Spiritisten, Römisch-katholische und andere Religionen der Christenheit keinen einzigen Bibeltext anführen können, der besagt oder beweist, daß die Menschenseele unzerstörbar, unsterblich ist, sollte es genügen, wenn wir nur einen Bibelvers zum Zeugnis dafür anführten, daß die Menschenseele sterblich ist, daß sie stirbt. Doch können wir viele Verse als Zeugnis hierfür anführen, und die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift (engl.), die das hebräische Wort nephesch und das griechische Wort psyche von 1. Mose 1:20 an regelmäßig mit „Seele“ wiedergibt, zeigt vollständiger als irgendeine andere Übersetzung, daß die Bibel sagt, die Menschenseele sterbe.
55-57. Was sind vier grundlegende Punkte der biblischen Lehre vom Tod der ersten Menschenseele?
55 Im ursprünglichen Garten oder Paradies Eden brauchten die vollkommenen Menschenseelen Adam und Eva nicht zu sterben. Diese zwei vollkommenen Menschenseelen hätten in ihrem Erdenparadiese immerdar leben können. Wie denn? Indem sie ihre menschlichen, materiellen Körper mit der natürlichen Nahrung, die Jehova Gott dort gab, unterhalten und Herz und Sinn gehorsam mit der geistigen Speise ernährt hätten, die er beschaffte, als er mit ihnen aus dem Unsichtbaren redete. Aber Gott setzte sie warnend in Kenntnis, daß die Menschenseele trotz ihrer Fähigkeit, durch Gottes Fürsorge immerdar auf Erden zu leben, sterblich sei, also sterben könne. Nachdem in 1. Mose, Kapitel 2, die Erschaffung Adams, der ersten Menschenseele, durch Gott beschrieben worden ist, heißt es weiter: „Und Jehova Gott ging daran, den Menschen zu nehmen und ihn im Garten Eden anzusiedeln, damit er ihn bebaue und pflege. Und Jehova Gott auferlegte dem Menschen nun dieses Gebot: ‚Von jedem Baume des Gartens darfst du zur Sättigung essen. Aber was den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen betrifft, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du davon ißt, wirst du gewißlich sterben.‘“ (1. Mose 2:15-17, NW) Wenn Adam, die Seele, Gott ungehorsam war, dann sollte Adam, die Seele, sterben. Wenn Adam, die Seele, Gott gehorchte, und von all den Bäumen in Eden aß, ausgenommen von diesem verbotenen, dann würde Adam, die Seele, solange weiterleben, als er gehorsam bliebe. Damit war der Menschenseele die Gelegenheit geboten, ewig zu leben, nicht in einer geistigen Welt, sondern in menschlicher Vollkommenheit im irdischen Paradiese Eden.
56 Als Gott das Todesurteil über Adam aussprach, nachdem dieser im Ungehorsam aus der Hand seines Weibes von der verbotenen Frucht entgegengenommen und davon gegessen hatte, sagte er: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn von ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren.“ (1. Mose 3:17-19, NW) Beachte, daß Gott nicht zu Adam sagte: ‚Dein Körper wird zum Staube zurückkehren, aber dein Geist wird vom Körper befreit werden und wird in der unsichtbaren Welt, in der ich wohne, bewußt leben, weil dein Geist unsterblich ist und ich ihn nicht vernichten kann.‘ Nein, sondern Gott sagte: ‚Du [nicht dein Leib, sondern du, die Seele] bist vom Erdboden genommen, und zum Erdboden wirst du zurückkehren, denn du [die Seele] bist Staub, und zum Staube wirst du [die Seele, die unter dem Todesurteil steht] zurückkehren.‘
57 Als lebendige Seele war Adam nur lebendig gemachter, zum Leben gebrachter Staub, der zur Gestalt eines Menschen gebildet worden war, gleichwie die Landtiere. Zur Inkraftsetzung des Todesurteils trieb Gott den Menschen aus dem Paradies Eden hinaus. Warum? „Jehova Gott sagte weiter: ‚Der Mensch hier ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses, und nun, daß er seine Hand nicht ausstrecke und tatsächlich Frucht nehme auch von dem Baume des Lebens und esse und lebe ewiglich —‘ Damit entfernte Jehova Gott ihn aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bebaue, von dem er genommen war [und zu dem er nun zurückkehren mußte]. Und so trieb er den Menschen aus und stellte im Osten des Gartens Eden die Cherubim auf und die flammende Klinge eines fortwährend kreisenden Schwertes, um den Weg zum Baume des Lebens zu bewachen.“ (1. Mose 3:22-24, NW) Gott hielt ihn nicht vom Baume des Lebens zurück, damit Adam nur sterbe, was seinen Leib betraf, und im Geiste lebend in eine geistige Welt übergehe, um dort als Unsterblicher eine Reise anzutreten, indem er dort nun mehr wisse und dort freier sei und so eigentlich Nutzen daraus ziehe, daß er seinem Schöpfer ungehorsam gewesen und gestorben war. Gott trieb Adam aus dem Paradiese Eden hinaus, vom Baume des Lebens hinweg, damit er als Menschenseele nirgends mehr lebe, sondern zu existieren aufhöre, „gewißlich sterbe“, gleichwie das unvernünftige Tier stirbt.
58. Wie wird Adams Tod erklärt, der, wie berichtet, eintrat, als er ein Alter von 930 Jahren erreicht hatte?
58 Weil Adam von der menschlichen Vollkommenheit abfiel, lebte er, die Menschenseele, sogar viele Jahrhunderte auf dem Erdboden, der außerhalb des Paradieses Eden unter dem Fluche stand. „Mittlerweile wurde er der Vater von Söhnen und Töchtern. So beliefen sich alle Tage Adams, die er lebte, auf neunhundertunddreißig Jahre, und er starb.“ (1. Mose 5:4, 5, NW) Gerade an dem Tage, da Adam sündigte und da Gott ihn verurteilte und ihn aus dem Paradiese Eden hinaustrieb, war er von Gottes Gesichtspunkt aus gesehen tot, war also tot in Sünde. Er wurde ein Vater des Ungehorsams und brachte Söhne des Ungehorsams hervor. Aus diesem Grunde sagte der Apostel Paulus den Christen: „Ihr wart tot in euren Übertretungen und Sünden, in welchen ihr einst wandeltet gemäß dem System der Dinge dieser Welt, gemäß dem Herrscher der Gewalt der Luft, dem Geist, der jetzt wirkt in den Söhnen des Ungehorsams.“ (Eph. 2:1, 2, 5, NW) Auch von diesem Standpunkte aus gesehen war Eva, wie auch Adam, „tot, auch wenn sie lebte“. (1. Tim. 5:6, NW) Nun tot zu sein in Sünden war aber noch nicht das volle Maß des Todes für Adam und Eva, doch als sie zu atmen aufhörten, und als der Geist oder die Leben bewirkende, aktive Kraft zu Gott zurückkehrte, der sie ihnen gegeben hatte, starben die zwei ersten Menschenseelen Adam und Eva. Adam lebte siebzig Jahre weniger als tausend Jahre. Wenn wir also die Zeit gemäß den Worten des Apostels Petrus messen: „E i n Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie e i n Tag“ (2. Pet. 3:8), so starb Adam wie auch Eva gewißlich „an dem Tage“, da er von dem verbotenen Baum aß. Er starb am ersten Tausendjahrtag des Daseins des Menschengeschlechts.
(Fortsetzung in unserer nächsten Ausgabe)
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Die Nazis blufften — jedoch nicht die ZeugenDer Wachtturm 1955 | 1. November
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Die Nazis blufften — jedoch nicht die Zeugen
Der SS-Staat ist ein im Jahre 1946 erschienenes Buch, das einen eingehenden Bericht über Nazikonzentrationslager enthält. Es war in Deutschland jahrelang ein Bestseller, und im April 1955 kam eine englische Ausgabe heraus unter dem Titel The Theory and Practice of Hell. Von besonderem Interesse für Leser des Wachtturms ist das, was es in Kapitel XV, S. 211, unter dem Titel „Die Leiden der Bibelforscher“ zu sagen hat. Wir finden darunter folgendes:
„Am 6. September 1938 bot ihnen die SS die Möglichkeit, ihre Grundsätze, insbesondere die Verweigerung des Eides und des Wehrdienstes, durch Unterschrift zu widerrufen und sich dadurch die Freiheit zu erkaufen. Nur einige wenige haben der Versuchung nicht widerstanden. Gegen alle anderen setzte von da ab ein wüster Druck ein, um sie mürbe zu machen. Am 1. Ostertag 1939 wurde in Buchenwald ein weiterer Versuch von seiten des Rapportführers gemacht, die Bibelforscher zu überreden, ‚Staat und Führer‘ anzuerkennen … Der Erfolg war gleich Null. Zu Pfingsten mußte der gesamte Bibelforscherblock erneut auf dem Appellplatz antreten. Nach einer Ansprache Hackmanns begann ein furchtbares Exerzieren in zwei Abteilungen. Das Rollen, Hüpfen, Kriechen, Laufen dauerte eine Stunde und 15 Minuten, während die Blockführer mit Stiefelabsätzen und Stöcken nachhalfen.
Zu Kriegsbeginn wurden im KL Sachsenhausen die Bibelforscher aufgefordert, Wehrdienst zu leisten. Auf jede Weigerung hin wurden zehn aus ihren Reihen erschossen. Nach vierzig Opfern gab es die SS auf. In Buchenwald erfolgte der Aufruf der Bibelforscher am 6. September 1939. Der 1. Lagerführer Rödl erklärte: ‚Ihr wißt, der Krieg ist ausgebrochen, das deutsche Volk ist in Gefahr. Neue Gesetze treten in Kraft. Wenn einer sich weigert, gegen Frankreich oder England zu kämpfen, dann müßt ihr sterben!‘ Zwei Kompanien SS-Truppen in voller Ausrüstung standen am Tor. Nicht ein einziger Bibelforscher erklärte sich auf die Anfrage des Lagerführers hin [dazu] bereit … Nach einer Weile Schweigen kam plötzlich der Befehl: ‚Hände hoch! Taschen ausleeren!‘ Dann fielen die SSler über die ‚Violetten‘ her und nahmen ihnen den letzten Pfennig weg — eine groteske Szene nach dem, was zu erwarten gewesen war. Allerdings kamen die Bibelforscher dann in das Steinbruch-Kommando, und es gab während dieser Zeit keine Revierbehandlung für sie.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die SS psychologisch mit dem Problem der Bibelforscher nicht ganz fertig wurde …“
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