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Gott den Souverän unseres Lebens sein lassenDer Wachtturm 1976 | 1. Februar
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Gott den Souverän unseres Lebens sein lassen
„Die Herrschaft [Souveränität, NEB] über die Welt gehört jetzt unserm Herrn und seinem Gesalbten, und er wird König sein in alle Ewigkeit“ (Offb. 11:15, Albrecht).
1, 2. Ist es wirklich so wichtig, wer der Souverän unseres Lebens ist, und wie können wir das veranschaulichen?
IST es wirklich so wichtig, wer der Souverän unseres Lebens ist? Ganz gewiß! Bestimmt ist es in jedem Land, in dem ein Herrscher absolute Macht hat, von Bedeutung, ob das Volk einen guten oder einen schlechten Souverän hat.
2 Unter einem Souverän versteht man einen Monarchen oder einen Herrscher, der die höchste Gewalt im Staate besitzt und der über allen anderen im Land steht, was seine Stellung, Autorität und Exekutivgewalt betrifft. Ein solcher Monarch oder Herrscher hat unumschränkte Gewalt. Seine Herrschaft wirkt sich auf das Leben aller seiner Untertanen aus, sei es zum Guten oder zum Schlechten. Ein weiser Monarch des Altertums drückte es folgendermaßen aus: „Wenn der Gerechten viele werden, freut sich das Volk; aber wenn irgendein Böser herrscht, seufzt das Volk“ (Spr. 29:2).
3. Welche beiden politischen Supermächte bemühen sich um die Herrschaft über alle Menschenseelen auf Erden?
3 Heute leben wir in einer sehr kritischen Zeit. Wir können der Frage nicht ausweichen, wer unser Souverän ist. Oberflächlich betrachtet, hat es den Anschein, als ob zwei große politische Machtblöcke erbittert miteinander um die Oberherrschaft, die Souveränität, über das Leben aller Menschen auf Erden ringen würden. Selbst Nationen, die sich als politisch neutral bezeichnen, sind gezwungen, starke Verteidigungsanlagen zu errichten, um nicht von der einen oder anderen der Supermächte überrannt zu werden. In diesem unnachgiebigen Kampf um die Herrschaft über die Menschenseelen bilden sich auf beiden Seiten Nationenblocks. Die eine Seite tritt für die Reglementierung ein, das heißt für die vollkommene Bevormundung der Menschen im privaten und öffentlichen Leben. Nicht einmal die Religion, wenn sie überhaupt zugelassen wird, ist von der Bevormundung und Beaufsichtigung der Politiker frei. Die andere Seite räumt ihren Bürgern ein gewisses Maß an Freiheit in ihrem Leben und Streben ein. Doch sie beansprucht völlige Kontrolle über das Leben der Menschen, wenn die Interessen des Staates gefährdet sind und gegen eine gewaltsame Aggression verteidigt werden müssen.
4. Welcher Kampf, der größer ist als der Konflikt zwischen Kommunismus und Demokratie, kommt jetzt zu seinem Höhepunkt?
4 Es gibt jedoch einen Kampf von weit größeren Ausmaßen als den eben beschriebenen politischen Konflikt, und zwar geht es hierbei um die Herrschaft über das Leben aller Menschen. Der Kampf zwischen dem internationalen Kommunismus und der kapitalistischen Demokratie erstreckt sich über die ganze Erde. Der größere Kampf erstreckt sich über das ganze Universum. Er wird zwischen zwei starken sittlichen Kräften ausgetragen, der Kraft des Guten und der des Bösen. Dieser Kampf dauert nun schon fast 6 000 Jahre der Menschheitsgeschichte an. In kurzem wird er zu seinem Höhepunkt kommen. Hinter den beiden miteinander kämpfenden Kräften stehen intelligente Personen. Es sind also nicht zwei blinde Kräfte — wie der Magnetismus und die Schwerkraft —, die unpersönlich Gutes oder Böses wirken, ohne von einem vernunftbegabten Wesen gelenkt zu werden. Demzufolge existiert das Böse, weil Personen Böses tun, und das Gute existiert, weil Personen Gutes tun. Der Urheber des Guten ist eine Person. Ebenso ist auch der Urheber des Bösen eine Person. Gute Gesetze gehen von einem guten Geist aus, schlechte Gesetze von einem bösen Geist.
5. Womit werden die beiden Kräfte verglichen, und warum?
5 Die beiden miteinander kämpfenden Kräfte werden mit Licht und Finsternis verglichen. Die Kraft, die Gutes bewirkt, wird mit dem Licht verglichen, da gute Taten im Licht getan werden; denn wer Gutes tut, braucht sich nicht zu schämen oder zu fürchten. Die Kraft, die Böses bewirkt, wird mit der Finsternis verglichen, da böse Taten im Finstern begangen werden; denn wer Böses tut, weiß, daß er verkehrt handelt, und möchte nicht bestraft werden. Jemand, der im Finstern Böses tut, um nicht entdeckt zu werden, haßt das Licht, da es ihn bloßstellen würde. Und so sagte ein vielgelesener und vielzitierter Schreiber: „Die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer schlechte Dinge treibt, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden. Wer aber das tut, was wahr ist, kommt zum Licht, damit seine Werke als solche kundgemacht werden, die in Harmonie mit Gott gewirkt worden sind“ (Joh. 3:19-21).
6. Wie werden in Römer 13:12-14 die Werke der Finsternis den Werken des Lichts gegenübergestellt?
6 Ein anderer bekannter Schreiber des ersten Jahrhunderts erklärte Personen, die bestrebt waren, Gutes zu tun, ebenfalls den Gegensatz zwischen den Werken der Finsternis und den Werken des Lichts und schrieb: „Die Nacht ist vorgerückt; der Tag hat sich genaht. Laßt uns daher die Werke, die zur Finsternis gehören, ablegen, und laßt uns die Waffen des Lichts anlegen. Wie zur Tageszeit laßt uns anständig wandeln, nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in unerlaubtem Geschlechtsverkehr und zügellosem Wandel, nicht in Streit und Eifersucht . . ., plant nicht im voraus für die Begierden des Fleisches“ (Röm. 13:12-14).
7. (a) Wessen Gewalt hatte in der Nacht des Verrates an Jesus die Oberhand? (b) Wer war am meisten an dem Verbrechen interessiert, das am Passahtag 33 u. Z. begangen wurde?
7 Als der Gründer des Christentums von einem seiner zwölf Apostel, Judas Iskariot, verraten wurde, sagte er zu der bewaffneten Menge, die im Schutz der Nacht gekommen war, um ihn heimlich zu ergreifen: „Dies aber ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Luk. 22:53). In jener traurigen Nacht hatte die Gewalt der Finsternis die Oberhand, und wieder waren es Menschen, die die Werke der Finsternis vollbrachten, die am folgenden Nachmittag, am Passahtag des Jahres 33 u. Z., zum größten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte führten. Außerdem gab es einen Höheren und Mächtigeren, der mehr daran interessiert war, daß dieses Verbrechen begangen wurde, als es die menschlichen Täter waren. Es gab einen unsichtbaren, höheren Geist, der seinen Einfluß auf sie ausübte, damit sie dieses Verbrechen begingen. Dieser übermenschliche Geist nutzte die Gelegenheit und flößte Judas Iskariot den niederträchtigen Gedanken ein, seinen unschuldigen Meister zu verraten. In dem Bericht heißt es unmißverständlich: „Satan aber fuhr in Judas, genannt Iskariot, der zu den Zwölfen [den Aposteln] gezählt wurde; und er ging hin und redete mit den Oberpriestern und Tempelhauptleuten über Mittel und Wege, ihn an sie zu verraten“ (Luk. 22:3, 4). Beim Passahmahl kennzeichnete Jesus Christus seinen Verräter, indem er ihm einen Bissen Speise gab. Über das, was danach geschah, sagt der Bericht: „Nach dem Bissen, da fuhr der Satan in diesen. . . . Nachdem er daher den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Und es war Nacht“ (Joh. 13:27-30).
8. Wie kennzeichnete Jesus den Anstifter des verbrecherischen Unterfangens, und behielt dieser die Oberhand?
8 Als Jesus danach mit seinen elf treuen Aposteln allein war, wies er auf den wahren Anstifter des verbrecherischen Unterfangens hin, das gerade im Gange war, indem er ihnen sagte: „Siehe! der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten“ (Luk. 22:31). Und so kam es, daß diese elf Apostel eine Zeitlang wie gesichteter Weizen zerstreut waren und sogar Jesus, ihren Führer, verließen. Aber Satan, der Teufel, behielt nicht die Oberhand; denn diese Apostel kamen wieder zusammen und wirkten vereint unter der Leitung ihres auferweckten Führers. Zu ihnen gehörte sogar der Apostel Simon Petrus, obwohl er Jesus in jener Passahnacht dreimal verleugnet hatte (Luk. 22:47-62; Matth. 26:31, 35; Mark. 14:50-52).
DER BÖSE SOUVERÄN
9. Wie zeigte Jesus, daß ein übermenschlicher Geist hinter den Juden stand, die ihn töten wollten?
9 Es besteht kein Zweifel, damals, im ersten Jahrhundert, gab es einen übermenschlichen Geist, der zwar für Menschenaugen unsichtbar war, aber dennoch wirkungsvoll die Tätigkeit seiner menschlichen Helfershelfer lenkte, so daß sie Werke von moralischer Finsternis vollbrachten. Dieser Geist war Satan, der Teufel. Ja, Jesus Christus sagte seinen Landsleuten, die jenem Bösen in die Hände arbeiteten, ganz offen: „Wenn ihr Abrahams Kinder seid, so tut die Werke Abrahams. Nun aber sucht ihr mich zu töten . . . Das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. . . . Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge“ (Joh. 8:39-44).
10. Was sagte Jesus über den angeblichen „heiligen Dienst“ für Gott, doch welche Regel trifft hier zu?
10 Bis auf den heutigen Tag leiden die natürlichen, beschnittenen Juden unter den traurigen Folgen der Werke der Finsternis, die vor neunzehnhundert Jahren in ihrer Nation vollbracht wurden. Das zeigt, was einer ganzen Nation widerfahren kann, wenn sie unter den Einfluß dieser unsichtbaren, übermenschlichen Geistperson, Satans, des Teufels, kommt. Jesus Christus bezeichnete diesen Bösen als den „Herrscher dieser Welt“, und Jesu eigene Nation unterwarf sich ihm als ihrem „Herrscher“, ihrem Souverän, statt sich Gott zu unterwerfen, den sie angeblich im Tempel in Jerusalem anbetete. Jesus Christus sagte zu seinen treuen Aposteln: „Die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen“ (Joh. 12:31; 16:2). Doch weit gefehlt! Der irregeführte religiöse Fanatiker, der ein solches Verbrechen begeht, erweist in Wirklichkeit Gottes Widersacher, Satan, dem Teufel, einen Dienst. Die Regel, die hier zutrifft, wird in folgenden Worten treffend zum Ausdruck gebracht: „Wenn ihr euch fortgesetzt jemandem als Sklaven darstellt, um ihm zu gehorchen, [seid ihr] dessen Sklaven . . ., weil ihr ihm gehorcht“ (Röm. 6:16).
11. Was schreibt Paulus über den christlichen Kampf, indem er uns darauf aufmerksam macht, daß es außer den sichtbaren Herrschern von Fleisch und Blut auch noch andere Weltbeherrscher gibt?
11 Heute ist es an der Zeit, daß die Menschen auf die Tatsache aufmerksam gemacht werden, daß es außer den sichtbaren Herrschern von Fleisch und Blut auch noch andere Weltbeherrscher gibt. Der Apostel Paulus, der unter denen zu leiden hatte, die sich einbildeten, Gott einen heiligen Dienst zu erweisen, macht uns auf diese Tatsache aufmerksam, denn er schrieb an seine Mitgläubigen in der heidnischen Stadt Ephesus (Kleinasien): „Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Machenschaften des Teufels standzuhalten vermögt; denn unser Ringkampf geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis [die Mächte, die die Finsternis in dieser Welt verursachen, Jerusalem Bible], gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern [die geistigen Heere des Bösen in den Himmeln, Je]“ (Eph. 6:11, 12).
12. Wem unterstehen die „bösen Geister . . ., die jetzt diese dunkle Welt beherrschen“, und welche Frage müssen wir uns stellen, da wir in dieser Welt leben?
12 Wer kann heute, in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, abstreiten, daß auf der Erde moralische Finsternis vorherrscht, das heißt böse Werke und Taten? Viele materialistische, weltweise Leute mögen es abstreiten; dennoch bleibt die Tatsache bestehen, und es sind auch genügend Beweise dafür vorhanden, daß die „Weltbeherrscher dieser Finsternis“ oder, wie es Die Gute Nachricht ausdrückt, die „bösen Geister . . ., die jetzt diese dunkle Welt beherrschen“, wirklich existieren. Die gesamten „geistigen Heere des Bösen in den [unsichtbaren] Himmeln“ unterstehen der Souveränität Satans, des Teufels, „dessen, der böse ist“ (Eph. 6:16; Matth. 13:19). Dieser Tatsache sollten wir alle realistisch ins Auge schauen. Denn sie ist für uns ganz persönlich von Bedeutung. Wieso? Nun, wir alle sind „in der Welt“ (Joh. 17:11). Daran können wir nichts ändern. Wir bekommen daher die Auswirkungen all der schweren Zeiten zu verspüren, die die Menschheit durchgemacht hat, und zwar besonders seit dem Jahre 1914. Das läßt uns erkennen, in welch schlechter Situation wir uns befinden. Daher kann keiner von uns der Frage aus dem Wege gehen: Ist Satan, der Teufel, da er ja der „Herrscher dieser Welt“ ist, in der wir leben, der Souverän unseres Lebens?
13. In wessen Macht liegt die Welt immer noch, und welche Frage müssen wir uns daher passenderweise stellen?
13 Diese persönliche Frage verdient es, ernsthaft und ehrlich untersucht zu werden. Der Stand der Dinge ist heute noch der gleiche wie vor neunzehnhundert Jahren, als der letzte Bibelschreiber schrieb: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Joh. 5:19). Wir sollten uns daher persönlich fragen: Trifft das auch auf mich zu? Befinde auch ich mich in der Macht des Teufels, des Bösen, des Souveräns dieser Welt? Es nützt nichts, an dieser Frage Anstoß zu nehmen und zu sagen: „Diese Frage ist zu abstoßend, als daß ich mich damit befassen würde. Ja, sie ist regelrecht beleidigend. Es ist unter meiner Würde, mich damit zu befassen.“ Wir möchten uns bestimmt nichts vormachen. Das könnte jedoch der Fall sein. Der Bibelschreiber sagte die Ereignisse unserer Zeit voraus, als er die Erniedrigung des Bösen und seiner Geistermächte beschrieb:
14, 15. Wen führt der Teufel irre, und wann erst wird ihm Einhalt geboten werden?
14 „Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt, er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert. Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: ‚. . . Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat‘ “ (Offb. 12:9-12).
15 Diesem Erzbetrüger liegt das Wohl der Menschen nicht am Herzen. Er kann sich in der Umgebung der Erde, in die er hinabgeworfen wurde, immer noch frei bewegen. Er wird sich nicht aufhalten lassen, die ganze bewohnte Erde irrezuführen, bis der ständig näher rückende „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, der Krieg von Har-Magedon, vorbei ist. Erst dann wird er zusammen mit seinen Dämonenengeln „in den Abgrund [geschleudert] . . ., damit er die Nationen nicht mehr irreführe, bis die tausend Jahre [der Herrschaft Jesu Christi] zu Ende wären“ (Offb. 16:14, 16; 20:1-3). Noch ist die Zeit nicht da, in der Satan, der Teufel, und seine Dämonen aus der Umgebung der Erde entfernt und in einem weit entfernten Abgrund isoliert werden. So, wie es heute auf der Erde aussieht, ist es ganz offensichtlich, daß diese Zeit noch nicht da ist. Daher steht jeder ausnahmslos in der Gefahr, vom Teufel, dem Souverän der Welt, irregeführt zu werden. Wenn wir selbstbewußt behaupten, daß wir nicht von dem, in dessen Gewalt die ganze Welt liegt, irregeführt würden, wie könnten wir dann erfolgreich gegen die übermenschlichen bösen Geistermächte ankämpfen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir werden irregeführt, oder wir kämpfen.
16. Gegen wen werden wir nicht kämpfen, wenn wir uns zu einem Teil der Welt machen, und weshalb werden Bemühungen um eine Weltverbesserung scheitern?
16 Daher mögen sich alle, die hartnäckig behaupten, Satan, der Teufel, sei nicht der Souverän ihres Lebens, in aller Aufrichtigkeit fragen: Kämpfe ich erfolgreich gegen die „Regierungen“ in der unsichtbaren, übermenschlichen Organisation des Teufels, gegen die darin bestehenden Gewalten, gegen die „Kosmokraten dieser Finsternis“, gegen die „bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“? (Eph. 6:12, The Bible in Living English; Neue-Welt-Übersetzung). Die irregeführte Menschenwelt kämpft nicht gegen sie an, und wenn wir uns zu einem Teil der Welt machen, tun wir es auch nicht, ganz gleich, wie sehr wir versuchen mögen, die Welt in politischer, religiöser, gesellschaftlicher oder materieller Hinsicht zu ändern. Wer versucht, die sichtbare Organisation des Teufels auf Erden zu verbessern, versucht lediglich, sie länger in Gang zu halten und sie anziehender und erträglicher zu machen. Durch solche Bemühungen um Reformen wird es nie zu einem Millennium des Friedens, des Wohlstandes und des Glücks für die ganze Menschheit kommen. Unter den gegenwärtigen Einrichtungen ist die Welt oder die menschliche Gesellschaft nicht für eine globale Reform geeignet. Sie ist zum Untergang verurteilt, und das kann der „Herrscher dieser Welt“ nicht verhindern.
WIE WIR FESTSTELLEN KÖNNEN, WER UNSER SOUVERÄN IST
17, 18. Wenn nicht der Teufel unser Souverän ist, wer bleibt dann als solcher übrig, und was sagt dieser über seine Existenz?
17 Wir können nicht aus der Welt hinausgehen, sondern müssen darin leben. Werden wir daher zulassen, daß Satan, der Teufel, der Quell aller Bosheit, zum Souverän unseres Lebens wird? Wenn wir das nicht zulassen möchten, wen könnten wir dann zum Souverän unseres Lebens erwählen? Nun, denjenigen, dessen großer Widersacher Satan, der Teufel, ist. Es ist der allein wahre und lebendige Gott (Jer. 10:10). Gemäß der Bibel lautet sein Name Jehova (Ps. 83:18). Er ist nicht etwas Abstraktes; er ist kein unpersönlicher, formloser, veränderlicher Geist, der das ganze Universum und alles, was darin ist, durchdringen würde. Er ist eine Person, genauso wie Satan, der Teufel, eine Person ist. Aus dem, was er über sich selbst sagt, geht hervor, daß er einen Körper hat, dessen Aussehen wir uns allerdings nicht vorstellen können. Im Gegensatz zu Satan, dem Teufel, der ein selbstgemachter Gott ist, ist Jehova der ursprüngliche Gott, der Gott, der von keinem Geschöpf gebildet wurde, der Gott, der allein war, bevor alles erschaffen wurde. Zu Recht sagt er über sich im Gegensatz zu den von Menschen gemachten Göttern der Nationen:
18 „Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir war weiterhin keiner. Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter“ (Jes. 43:10, 11).
19, 20. Wieso ist Jehova Gott der Quell alles Guten, und in wessen Bilde erschuf er den ersten Menschen?
19 Er ist das intelligente, persönliche Wesen, das der Quell alles Guten ist. Das ist deshalb so, weil alles an ihm gut ist. Er hat den Menschen auf die Erde gesetzt und hat ihn so gemacht, wie er selbst ist, vollkommen gut. Das erste Buch der Heiligen Schrift berichtet uns: „Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie. Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ,Seid fruchtbar und werdet viele und füllet die Erde und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.‘ . . .
20 Nach diesem sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe! es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: sechster Tag“ (1. Mose 1:27-31).
21. In welchem Zustand ließ Gott die Schöpfung, und was zu erschaffen, beabsichtigte er nicht?
21 Als Gott sah, daß alles, was er geschaffen hatte, „sehr gut“ war, ließ er es gut bleiben und hörte auf, in bezug auf die Erde und den Menschen schöpferisch tätig zu sein. Er sagte nicht: „Für alles muß es einen Gegensatz geben. Im Gegensatz zu dem, was ,sehr gut‘ ist, muß es auch etwas geben, was böse ist. Und daher muß ich jetzt etwas erschaffen, was böse ist. Ich bin ein guter Gott, und daher muß ich jetzt ein Gegenstück zu mir erschaffen, einen bösen Gott. Ich muß ein Prinzip des Bösen ins Leben rufen. Ich muß den Menschen Beweggründe dafür geben, etwas Böses zu tun.“
22. Welche biblische Veranschaulichung zeigt, daß Gott nicht gleichzeitig der Urheber des Guten und des Bösen gewesen sein kann?
22 Nein! Von Gott stammt keine solche verkehrte Philosophie. Er ist nicht gleichzeitig der Urheber des Guten und des Bösen gewesen, genausowenig, wie eine Quelle gleichzeitig Süßwasser und Salzwasser hervorsprudeln kann (Jak. 3:12). Er kann nicht gleichzeitig Licht und Finsternis sein. Der Apostel Paulus warf die passende Frage auf: „Welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?“ (2. Kor. 6:14). Um zu zeigen, daß am wahren Gott alles rein, hell und leuchtend ist, schrieb der Apostel Johannes: „Gott [ist] Licht . . ., und in Gemeinschaft mit ihm gibt es gar keine Finsternis. Wenn wir erklären: ,Wir haben mit ihm teil‘ und wir trotzdem in der Finsternis weiterwandeln, so lügen wir und handeln nicht nach der Wahrheit. Wenn wir jedoch im Lichte wandeln, wie er selbst im Lichte ist, so haben wir miteinander teil“ (1. Joh. 1:5-7).
23, 24. (a) Inwiefern ist Gott der „Vater der himmlischen Lichter“? (b) Wie bewirkte Gott in der Zeit der Apostel, daß geistiges Licht schien?
23 Jehova ist der Gott der Erleuchtung, und das zum Nutzen seiner himmlischen und irdischen Geschöpfe. Wie bedeutsam ist es daher, daß Gott am ersten Tag seiner Schöpfungswoche den Befehl gab: „Es werde Licht.“! Da er die lichtspendenden Himmelskörper erschaffen hat, damit sie seinen Geschöpfen auf Erden Licht geben, wird er auch der „Vater der himmlischen Lichter“ genannt. Das natürliche Tageslicht ist eines der guten Dinge, die von ihm stammen, denn es steht geschrieben: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben, denn es kommt vom Vater der himmlischen Lichter herab, und bei ihm gibt es keine Veränderung von der Drehung des Schattens“ (1. Mose 1:3, 14-18; Jak. 1:17).
24 Mit ausdrucksvollen Worten sagte der Apostel Paulus über Gottes Macht, Menschen zu erleuchten: „Gott ist es, der gesagt hat: ,Das Licht strahle aus der Finsternis‘, und er hat in unsere Herzen gestrahlt, um sie mit der herrlichen Erkenntnis Gottes durch das Angesicht Christi zu erleuchten“ (2. Kor. 4:6). Angesichts dieses Zeugnisses kann keiner wahrheitsgemäß behaupten, daß Jehova, der Gott der Bibel, die Finsternis der Unwissenheit und der falschen Lehren befürwortet. Mit dem christlichen Apostel Johannes müssen wir sagen, daß Gott Licht ist, und als solcher ist er der größte Erleuchter, den es je gegeben hat. Das Christentum — das heißt das wahre Christentum, nicht das, was die Kirchen der Christenheit vertreten — ist die größte Erleuchtung, die die Menschheit je erhalten hat. Wie das Licht gibt es Leben und Freiheit!
25. Wie wird unser Leben erleuchtet, wenn wir den Gott der Erleuchtung den Souverän unseres Lebens sein lassen?
25 Ist dieser Gott der Erleuchtung die Geistperson, die wir als Souverän unseres Lebens haben möchten? Wenn wir ihn zum Souverän erwählen, wird unser Leben vom Licht der Wahrheit erleuchtet sein, von dem Licht, das uns befreit, so daß wir als freie Menschen vernünftige Entscheidungen treffen und das Rechte tun können. Und dieses Licht zeigt uns auch den Weg zu ewigem Leben in Harmonie mit dem Souverän des Universums.
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Die Zeit, sich Gott zum Souverän zu erwählenDer Wachtturm 1976 | 1. Februar
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Die Zeit, sich Gott zum Souverän zu erwählen
1. Was sieht die „heidnische“ Welt nach sechzehnhundert Jahren der Existenz der Christenheit hinsichtlich des religiösen Standes der Dinge?
SEIT mehr als sechzehnhundert Jahren, das heißt seit den Tagen Kaiser Konstantins des Großen, beobachtet die Welt die Werke der Christenheit. Was sieht die sogenannte „heidnische“ Welt jetzt, nach all dieser Zeit, hinsichtlich des religiösen Standes der Dinge? Die größte religiöse Verwirrung und Uneinigkeit der ganzen Menschheitsgeschichte! Weltweite religiöse Finsternis! Die Situation entspricht genau der biblischen Prophezeiung, die lautet: „Siehe! Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften“ (Jes. 60:2).
2. An wen ist diese Finsternis eine Herausforderung, und was hat er dagegen getan, wie es in Matthäus 24:14 vorausgesagt wurde?
2 Die weltweite Finsternis ist eine Herausforderung an Gott, den Souverän des Universums. Was hat nun Gott, der zu Beginn der Schöpfungswoche gebot: „Es werde Licht“, dagegen getan? Er hat ständig gehandelt; er hat das getan, was der Apostel Paulus vor neunzehnhundert Jahren mit folgenden Worten beschrieb: „Denn Gott, der da gesagt hat: ,Aus der Finsternis leuchte das Licht hervor!‘ — der hat es in unseren Herzen Licht werden lassen, um die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi zum Strahlen zu bringen“ (2. Kor. 4:6, Wilckens). In Übereinstimmung damit hat Gott seit dem Ende der finsteren Tage des Ersten Weltkrieges den größten Feldzug der Erleuchtung in Gang gesetzt, der je in der Menschheitsgeschichte durchgeführt worden ist. Er ließ diesen Feldzug durch seinen Sohn Jesus Christus mit folgenden Worten voraussagen: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matth. 24:14).
3, 4. Wie ist dieses Licht aufgenommen worden, und weshalb sind nicht mehr Menschen erleuchtet worden?
3 Wir sollten jedoch nicht denken, daß dieser weltweite Feldzug anders aufgenommen wird als der vor neunzehnhundert Jahren. Über die Aufnahme, die die Bemühungen um Erleuchtung damals fanden, lesen wir: „Das wahre Licht, das jeder Art von Menschen Licht gibt, war im Begriff, in die Welt zu kommen. Er war in der Welt, und die Welt kam durch ihn ins Dasein, aber die Welt erkannte [anerkannte, New English Bible] ihn nicht. Er kam in sein Eigenes, aber sein eigenes Volk nahm ihn nicht auf“ (Joh. 1:9-11). Diejenigen, die damals das Licht annahmen, bemühten sich, andere zu erleuchten; sie verbargen ihr Licht nicht. Der Grund, weshalb nicht mehr Menschen erleuchtet wurden, war, daß dem Werk der Erleuchtung wachsender Widerstand entgegengesetzt wurde. Wer für diesen Widerstand hauptsächlich verantwortlich war, erklärt uns der Apostel Paulus mit den Worten:
4 „Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkünden, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle“ (2. Kor. 4:3, 4).
5. Wer lenkt den Widerstand gegen die Königreichsverkündigung, und wessen Souverän ist er, abgesehen von den „bösen Geistermächten in den himmlischen Örtern“?
5 Genauso wird dem Feldzug der Erleuchtung, der heute in Verbindung mit der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes aufgerichtetem messianischem Königreich durchgeführt wird, weltweit Widerstand entgegengesetzt. Derjenige, der vor neunzehnhundert Jahren für den Widerstand verantwortlich war, der der guten Botschaft über den Messias (Christus) entgegengesetzt wurde, ist der gleiche, der den Widerstand gegen die Königreichsbotschaft lenkt, die seit dem Ersten Weltkrieg verkündigt wird. Es ist derjenige, der den Sinn der Menschen verblendet und den der Apostel Paulus den „Gott dieses Systems der Dinge“ nennt. Mit diesem „Gott“ arbeiten die übermenschlichen geistigen „Weltbeherrscher dieser Finsternis“, „die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“, in seinem Feldzug der Verblendung zusammen (Eph. 6:12). Er ist der Souverän dieser „Geistermächte in den himmlischen Örtern“, und er bemüht sich auch, der Souverän der Erdbewohner zu bleiben. Darum sucht er so gut wie möglich zu verhindern, daß das Licht der Königreichswahrheit in den Sinn der verblendeten Menschen strahle.
6, 7. Wie können wahre Christen gemäß den Regeln, die Jesus und Jakobus aufstellten, gegen diese Geistermächte ankämpfen?
6 Gegen diese „Geistermächte in den himmlischen Örtern“ unter ihrem Souverän, Satan, dem Teufel, müssen die wahren Christen ankämpfen, während sie ihren Feldzug der Erleuchtung durchführen. Wie können sie das tun? Nicht nur, indem sie den teuflischen Ursprung des Dämonismus, der Astrologie, des Spiritismus, des Okkultismus, des Fetischismus, des Wodukults und der Zauberei bloßstellen. Christen kämpfen auch dadurch gegen diese unsichtbaren, übermenschlichen Mächte des Bösen, daß sie sich standhaft weigern, sich zu einem Teil dieses „Systems der Dinge“ machen zu lassen, dessen „Gott“ Satan ist. Sie halten sich an die Regel, die Jesus Christus für wahre Christen aufstellte: „Sie [meine Nachfolger] sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin“ (Joh. 17:16). An Personen, die sich zum Christentum bekannten, aber nicht in Übereinstimmung mit dieser Regel lebten, schrieb der Jünger Jakobus:
7 „Wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar“ (Jak. 4:4).
8, 9. (a) Warum müssen sich Christen von der Welt getrennt halten, und was bleibt ihnen daher nicht erspart? (b) Welchen Befehl gab deshalb der himmlische Oberbefehlshaber durch den Apostel Paulus Christen?
8 Christen halten sich von der Welt getrennt, weil die Welt auf der Seite des unsichtbaren, übermenschlichen Souveräns steht, der für den allein wahren und lebendigen Gott, Jehova, ein Satan und ein Teufel ist. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als daß wahre Christen ihren Kampf gegen die „bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ so lange fortsetzen, wie diese Welt besteht und bis Satan, der Teufel, und seine Dämonenengel in Ketten gelegt und während der tausend Jahre der Herrschaft Christi im Abgrund gefangengehalten werden (Offb. 13:1-8; 16:13-16; 19:19 bis 20:3). Um ihnen widerstehen und an ‘diesem bösen Tage’ standhalten zu können, rüsten sich die Freunde Jehovas mit den verschiedenen Bestandteilen der ‘vollständigen Waffenrüstung Gottes’ aus (Eph. 6:11). Dazu gehören jedoch keine ‘fleischlichen Waffen’ (2. Kor. 10:4).
9 Der Befehl des himmlischen Oberbefehlshabers an seine Kämpfer lautet, wie der Apostel Paulus schrieb: „Steht daher fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit und eure Füße beschuht mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens. Vor allem nehmt den großen Schild des Glaubens, mit dem ihr alle brennenden Geschosse dessen, der böse ist, auszulöschen vermögt. Auch nehmt den Helm der Rettung und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort, entgegen, während ihr fortfahrt, mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geiste zu beten“ (Eph. 6:14-18).
DER SOUVERÄNE HERR JEHOVA
10. Auf wessen Seite stellen sich diejenigen, die Jehova zum Souverän ihres Lebens machen?
10 Für alle, die diesem göttlichen Gebot gehorchen, steht es außer Frage, wen sie zum Souverän ihres Lebens erwählen. Es ist Jehova Gott, dessen Wort für sie wie ein Schwert in der Hand ist, „das Schwert des Geistes“. Durch diese Wahl stellen sie sich nicht auf die Seite der Welt und dieses Systems der Dinge, sondern auf die Seite Jesu Christi und seiner Apostel, auch auf die Seite König Davids von Jerusalem, auf die Seite des Patriarchen Abraham, des irdischen Vorfahren des Messias, ja auf die Seite all der treuen Männer und Frauen, über die in der Bibel berichtet wird.
11. Durch welche Form der Anrede zeigte Abraham, in welchem Verhältnis er zu Gott stand, und wie geben einige Übersetzer den hebräischen Ausdruck wieder, den Abraham gebrauchte?
11 Abraham erkannte Gott, den Höchsten, als seinen Souveränen Herrn an. Nachdem er von einer Schlacht gegen vier plündernde Könige als Sieger zurückgekehrt und von Melchisedek, dem Priester Gottes, des Höchsten, gesegnet worden war, sagte Gott zu ihm: „Fürchte dich nicht, Abram. Ich bin dir ein Schild. Deine Belohnung wird sehr groß sein.“ In seiner Antwort gab Abraham durch die Anrede, die er gebrauchte, zu verstehen, wer sein höchster Herr war: „Souveräner Herr Jehova, woran soll ich erkennen, daß ich es in Besitz nehmen werde?“ (1. Mose 15:1, 2, 8, New World Translation, 1971). Die Anrede, die der Patriarch Abraham hier gebrauchte, lautet in Hebräisch, seiner Muttersprache: Adonáj Jehowíh. Einige Bibelübersetzer haben es vermieden, Gottes Eigennamen zu benutzen, und haben diesen Ausdruck mit „Herr, mein Gott“ übersetzt. Schlachter gibt diesen Ausdruck mit „Herr Jehova“ wieder. Aber die Jerusalemer Bibel gebraucht den Ausdruck „Mein Herr, Jahwe“. Das gleiche tut das Göttinger Bibelwerk.
12. Was bedeutet das hebräische Wort Adonáj wie es aus der Neuen-Welt-Übersetzung hervorgeht?
12 Doch das hebräische Wort Adonáj bedeutet nicht „mein Herr“. Man ist heute der Ansicht, daß es die alte Form des Wortes Adoním ist, das buchstäblich „Herren“ bedeutet. Auf eine Einzelperson angewandt, handelt es sich bei dieser Form um den Majestätsplural, durch den die Erhabenheit und Größe des Betreffenden herausgestellt werden soll; es bezeichnet einen hohen oder großen Herrn. Dieses alte hebräische Wort wird in der Bibel nur auf Jehova oder Jahwe angewandt. Aus diesem Grund gibt die Neue-Welt-Übersetzung den hebräischen Titel Adonáj mit „Souveräner Herr“ wiedera. In Übereinstimmung damit gebrauchen hebräische Übersetzungen von Apostelgeschichte 4:24 das Wort Adonáj in der Bedeutung von „Souveräner Herr“ (Apg. 4:24, Neue-Welt-Übersetzung).
13. Warum ist Jehova der rechtmäßige Souverän des Universums, und welche herausfordernde Frage kann er daher aufwerfen?
13 Dieser Gott, Jehova, ist wahrhaft der Souverän des Universums, denn er steht über allem, und keines seiner Geschöpfe hat soviel Macht wie er. Daher bleibt er der Allmächtige. Mit Recht sagte Jehova als universeller Souverän zu Abraham: „Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir, und erweise dich als untadelig“ (1. Mose 17:1). Und dem Propheten Moses sagte Jehova: „Ich bin Jehova. Und ich pflegte Abraham, Isaak und Jakob als Gott, der Allmächtige, zu erscheinen“ (2. Mose 6:2, 3). Mit völliger Zuversicht kann er die herausfordernde Frage aufwerfen: „Mit wem aber könnt ihr mich vergleichen, so daß ich zu seinesgleichen gemacht würde?“ (Jes. 40:25). Werden wir heute, wie Abraham es tat, diesen Gott zum Souverän unseres Lebens machen?
14. Warum ist es jetzt höchste Zeit, daß wir in bezug auf Gottes Souveränität eine weise Entscheidung treffen?
14 Kein wahrer Souverän kann es sich leisten, darauf zu warten, bis sich jeder einzelne seiner Untertanen entschieden hat. Ein Souverän hat seine Regierungsgeschäfte zu erledigen und all seinen Aufgaben als Herrscher nachzukommen, und er muß seine Pflichten zur bestimmten Zeit erfüllen. Wir kleinen Menschengeschöpfe hier auf Erden bilden uns zuviel ein, wenn wir denken, der Souverän des Universums, Jehova Gott, müßte warten, bis wir uns persönlich entschlossen hätten, ihn zu unserem Souverän zu erwählen, ehe er nach seinem zeitlich genau abgestimmten Vorsatz handeln könne. In Übereinstimmung mit seinen Souveränitätsrechten handelt er, wenn die bestimmte Zeit zum Handeln gekommen ist. Daher ist es jetzt höchste Zeit, daß jeder einzelne in bezug auf Gottes Souveränität eine weise Entscheidung trifft!
EIN WECHSEL IN DER SOUVERÄNITÄT ÜBER DIE WELT
15. Seit wann wird der Menschheit die himmlische Ankündigung in bezug auf Gottes Souveränität übermittelt, und warum nicht schon früher?
15 Im Himmel ist bereits eine Ankündigung von größter Wichtigkeit in bezug auf unsere Erde ergangen, und sie wird heute der ganzen Menschheit übermittelt: „Die Herrschaft [Souveränität, NEB] über die Welt gehört jetzt unserm Herrn und seinem Gesalbten, und er wird König sein in alle Ewigkeit“ (Offb. 11:15, Albrecht). Diese Tatsache von universellem Interesse ist im Jahre 1914 Wirklichkeit geworden. Um den 4./5. Oktober jenes Jahres gingen „die Zeiten der Heiden“ oder „die bestimmten Zeiten der Nationen“ zu Ende, die mit der Verwüstung Jerusalems und des Landes Juda durch die Babylonier im Jahre 607 v. u. Z. begonnen hatten. 2 520 Jahre lang beherrschten die heidnischen (nichtjüdischen) Nationen die Weltgeschichte, ohne daß Gottes messianisches Königreich eingegriffen hätte. In dieser Zeit hatten die Juden in Jerusalem keinen König aus der königlichen Linie Davids (Luk. 21:24, Menge; NW).
16. Warum konnte also erst vom Jahre 1914 u. Z. an die Ankündigung hinsichtlich der Souveränität Gottes ergehen?
16 Damals, im Jahre 607 v. u. Z., wurde der letzte König aus der Linie Davids in Jerusalem entthront, und die heidnischen Nationen durften die ganze Welt beherrschen und ihre Souveränität über die ganze Menschheit, Juden und Heiden, ausüben. Aber mit dem Ende der Heidenzeiten im Jahre 1914 lief die Zeit ab, in der Jesus Christus zur Rechten seines himmlischen Vaters gewartet hatte. Zu dieser Zeit inthronisierte der Souveräne Herr Jehova seinen Sohn Jesus Christus im „himmlischen Jerusalem“, auf dem himmlischen Berg Zion. Auf diese Weise wurde die königliche Linie Davids wieder auf den Thron erhoben, und das messianische Königreich wurde geboren. Gleichzeitig wurde der große Priester-König gleich Melchisedek, nämlich Jesus, der Messias, in sein himmlisches Königreich eingeführt (Hebr. 10:12, 13; Ps. 110:1-4). Von da an konnte der Menschheit verkündet werden: „Die Herrschaft über die Welt gehört jetzt unserm Herrn und seinem Gesalbten, und er wird König sein in alle Ewigkeit“ (Offb. 11:15, Alb).
17. Wurden Menschen und Nationen zuerst um Erlaubnis gefragt, bevor Gott etwas unternahm, und wie zeigten die vierundzwanzig älteren Personen die richtige Reaktion?
17 Die Menschheit wurde nicht zuerst um Erlaubnis gefragt. Auch die irdischen Nationen, die alle für sich Souveränität beanspruchen, wurden nicht gefragt, bevor Gott diese Maßnahme ergriff. Gott, der Höchste, handelte zu der von ihm festgesetzten Zeit und richtete das himmlische messianische Königreich auf, und das in Übereinstimmung mit seinem Recht als universeller Souverän (Dan. 4:35). Die richtige Reaktion darauf, daß Gott von seiner Souveränität auf rechtmäßige Weise Gebrauch machte, zeigten die vierundzwanzig älteren Personen, die sich zur Anbetung vor ihm niederbeugten, denn sie sagten: „Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, der ist und der war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast“ (Offb. 11:16, 17).
18. Wie reagierten jedoch die Nationen, und wie war das von den vierundzwanzig älteren Personen vorausgesagt worden?
18 Wie reagierten denn die Nationen? Nun, sie waren zu sehr damit beschäftigt, ihren ersten Weltkrieg um die Weltherrschaft auszutragen. Da sie versuchten, jeden einzelnen zu zwingen, den totalen Krieg zu unterstützen, verfolgten sie zornig die wahren Christen, die für die Souveränität Gottes, des Herrn, und seines Christus eintraten. Es kam genauso, wie es von den vierundzwanzig älteren Personen mit folgenden Worten vorhergesagt worden war: „Aber die Nationen wurden zornig, und dein eigener Zorn kam und die bestimmte Zeit für die Toten, gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Sklaven, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, die die Erde verderben“ (Offb. 11:18).
19. (a) Was sollten wir uns jetzt fragen? (b) Was würde es für uns bedeuten, wenn wir dem Beispiel der Nationen folgten?
19 Bis heute sind die Nationen zornig über Jehovas ‘Heilige und die, die seinen Namen fürchten, die Kleinen und die Großen’. Daher ist es passend, daß wir uns jetzt fragen: „Wie steht es mit mir? Werde ich dem Beispiel der Nationen folgen? Oder werde ich wie die vierundzwanzig älteren Personen, die in Offenbarung 11:16, 17 erwähnt werden, reagieren und Gott danken, daß er von seiner Souveränität Gebrauch gemacht und seine große Macht an sich genommen und zu regieren begonnen hat? Erkenne ich an, daß die Souveränität der Welt jetzt Jehova gehört? Erwähle ich ihn, da ich diese wichtige Tatsache anerkenne, zu meinem himmlischen Souverän? Lasse ich Gott den Souverän meines Lebens sein?“ Wir kommen jetzt nicht umhin, in ein neues Verhältnis zu Gott, dem Souveränen Herrn, zu gelangen, entweder in ein gutes oder ein schlechtes. Jeder, der sich auf die Seite der zornigen Nationen stellt, bringt sich selbst in ein schlechtes Verhältnis zu dem universellen Souverän. Das zu tun würde sein Verderben bedeuten, denn die Nationen sind es, die die „Erde verderben“, und sie wiederum werden in dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in Har-Magedon, ‘verdorben’ werden (Offb. 16:14, 16).
20, 21. (a) Auf welche Äußerungen des Psalmisten weisen wir hin, um die Frage zu beantworten, ob wir die Zeugen dessen werden müssen, den wir uns zum Souverän erwählen? (b) Was ist wie im Fall unseres größten Vorbildes die größte Ehre auf Erden?
20 Das fordert zu der Frage heraus: „Wenn ich Gott den Souverän meines Lebens sein lasse, bedeutet das, daß ich ein Zeuge Jehovas werde?“ Als Antwort auf diese Frage können wir auf den inspirierten Psalmisten hinweisen, der Gott den Souverän seines Lebens sein ließ. Er schrieb: „Was aber mich betrifft, so ist es gut für mich, Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen, um alle deine Werke zu verkünden“ (Ps. 73:28). Und: „O mein Gott, sorge für mein Entrinnen aus der Hand des Bösen, aus der Faust dessen, der ungerecht und bedrückend handelt. Denn du bist meine Hoffnung, o Souveräner Herr Jehova, meine Zuversicht von meiner Jugend an. Ich werde in großer Machterweisung kommen, o Souveräner Herr Jehova; ich werde deine Gerechtigkeit erwähnen, die deine allein“ (Ps. 71:4, 5, 16).
21 Daher fragen wir: Wird jemand, der den Souveränen Herrn Jehova heute zu seiner Zuflucht macht, anders handeln als der Psalmist des Altertums, der ‘alle seine Werke verkündete’? Wird jemand, dem Gott heute geholfen hat, ‘aus der Hand des Bösen zu entrinnen’, und der den Souveränen Herrn Jehova zu seiner Hoffnung gemacht hat, anders handeln als der Psalmist, der „in großer Machterweisung“ kommen und ‘Gottes Gerechtigkeit erwähnen’ wollte? Gewiß wird er sich des Souveräns seines Lebens nicht schämen. Jesus Christus, unser größtes Vorbild, schämte sich seines Souveräns, Jehovas Gottes, nicht. Er wurde ein Zeuge Jehovas, und aus diesem Grund wird er „Jesus Christus, . . . ,Der Treue Zeuge‘ “, genannt. Er bezeichnet sich selbst als der „treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Offb. 1:5; 3:14). Diejenigen, die wirklich seine Fußstapfennachfolger werden, müssen ebenfalls Zeugen seines Vaters, Jehovas, werden. Es gibt keine größere Ehre für einen Menschen, als ein Zeuge Jehovas zu sein.
22. Was wird uns widerfahren, wenn wir Jehova den Souverän unseres Lebens sein lassen, aber welches Gebet des Psalmisten können wir dann auf uns anwenden?
22 Wenn wir Jehova Gott zum Souverän unseres Lebens machen, werden wir von denen verfolgt werden, die Satan, den Teufel, zu ihrem Souverän machen, indem sie ein „Teil der Welt“ werden, deren „Gott“ und „Herrscher“ und Souverän dieser Böse ist (2. Kor. 4:4; Joh. 14:30; 15:19). Doch wer verfolgt wird, kann das Gebet König Davids auf sich anwenden: „Du aber bist Jehova, der Souveräne Herr. Handle mit mir um deines Namens willen. Weil deine liebende Güte gut ist, befreie mich“ (Ps. 109:21). „O Jehova, du Souveräner Herr, du Stärke meiner Rettung, du hast mein Haupt beschirmt am Tage der bewaffneten Macht. O Jehova, gewähre nicht das Verlangen des Bösen. Fördere seinen Anschlag nicht, damit sie sich nicht erhaben vorkommen“ (Ps. 140:7, 8). „Meine Augen jedoch sind auf dich, o Jehova, den Souveränen Herrn, gerichtet. Zu dir habe ich Zuflucht genommen. Schütte meine Seele nicht aus. Bewahre mich vor den Fängen des Fallstricks, den sie mir gelegt haben, und vor den Schlingen derer, die Schädliches treiben“ (Ps. 141:8, 9).
DER SOUVERÄN EINES ORGANISIERTEN VOLKES
23. Warum werden wir, wie es aus Hesekiel 36:37, 38 hervorgeht, nicht allein sein, wenn wir Jehova den Souverän unseres Lebens sein lassen?
23 Wenn du jetzt Jehova Gott zu deinem Souverän erwählst, wirst du nicht allein sein. Du wirst ein Teil seines Volkes werden. Er ist nicht der Souverän eines einsamen einzelnen Menschen auf der Erde, sondern er ist der Souverän eines organisierten Volkes. Er gebraucht die alte Nation Israel als ein Vorbild oder eine Veranschaulichung für die geistigen Israeliten, die er in der heutigen „Zeit des Endes“ aus dem religiösen Groß-Babylon herausruft, und sagt: „Dies ist, was der [Souveräne] Herr Jehova gesprochen hat: ,Dafür werde ich mich vom Hause Israel noch suchen lassen, um es für sie zu tun: Ich werde sie mit Menschen mehren wie eine Kleinviehherde. Wie eine Herde heiliger Personen, wie die Herde Jerusalems in ihren Festzeiten, so werden die Städte, die wüst gewesen waren, von einer Herde Menschen voll werden, und man wird erkennen müssen, daß ich Jehova bin‘ “ (Hes. 36:37, 38; Offb. 18:1-4; Dan. 12:4).
24. Wie werden diejenigen gesegnet, die Jehova den Souverän ihres Lebens sein lassen, und von welcher Wahl wird unser Hinüberleben in die neue Ordnung abhängen?
24 Gesegnet sind diejenigen, die sich heute Jehova zu ihrem Gott erwählen und die ihn den Souverän ihres Lebens sein lassen. Er herrscht über sie als ihr himmlischer König durch seinen inthronisierten Sohn, Jesus, den Messias. Wenn in der kurz bevorstehenden „großen Drangsal“ den uneinigen Nationen die Souveränität genommen und der gegenwärtige unsichtbare Souverän der Nationen, Satan, der Teufel, gebunden und in den Abgrund geworfen wird, wird Gott, der Allmächtige, diejenigen beschützen und bewahren, die aus Liebe zu ihm für seine universelle Souveränität eintreten (Matth. 24:21, 22; Offb. 7:14, 15). Werden wir unter den gesegneten Überlebenden sein, die die gerechte neue Ordnung unter der alleinigen ‘Herrschaft unseres Herrn und seines Gesalbten’ begrüßen werden? Laßt uns Jehova zum Souverän unseres Lebens erwählen, und möge diese Frage dadurch zu unseren Gunsten entschieden werden! (Offb. 11:15, Alb).
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