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Furchtlos am Ende der WeltDer Wachtturm 1950 | 1. Juni
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Jene, die sich vom Bösen oder seinen Helfershelfern überwinden lassen, werden sich Jehovas Missfallen zuziehen.
5. Womit sind wir in Feindschaft? Von wem benötigen wir Kraft? Warum?
5 Die furchtlosen Diener Gottes sind in Feindschaft mit dieser Welt: „Die Freundschaft der Welt [ist] Feindschaft wider Gott. Wer nun irgend ein Freund der Welt sein will, stellt sich als Feind Gottes dar.“ (Jak. 4:4) Diese Feindschaft richtet sich nicht gegen die verschiedenen politischen Meinungen, Ideologien, religiösen Ansichten oder den Rassenhass. Nein, unsere Feindschaft ist weit umfassender, denn es ist eine Gegnerschaft gegen die ganze Welt, die sichtbare und unsichtbare. Kein einzelner, keine Gruppe oder Weltorganisation könnte aus eigener Kraft in solch einem Zustand der Entfremdung von dieser gegenwärtigen bösen Welt bleiben. Das rein menschliche Widerstandsvermögen geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Der Mensch von Fleisch und Blut kann nicht sehr lange der ganzen Welt widerstehen und im Verein mit einer unpopulären, verachteten Organisation dienen, wenn er nicht Kraft aus der höchsten Quelle, von Jehova dem Allmächtigen, empfängt. In diesem Dienste gibt es nicht Lob und Preis von Menschen, weder Beifall noch Dank noch Ehre von der Welt, weder finanziellen noch kommerziellen Gewinn. In der Tat, je mehr Dienst geleistet wird, je mehr Eifer, Energie und Hingabe in das Werk gelegt werden, um so grösser ist der Hass und die Missachtung von seiten dieser Welt. Ist es darum nicht von grösster Wichtigkeit zu erkennen, wie man diese so sehr benötigte Kraft und Stütze empfangen kann?
6. Wie kann diese benötigte Kraft und Stütze erlangt werden?
6 Sein Wort enthält eine Fülle von Zusicherungen: „Weisst du es nicht? oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist Jehova, der Schöpfer der Enden der Erde; er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist sein Verstand. Er gibt dem Müden Kraft, und dem Unvermögenden reicht er Stärke dar in Fülle. Und Jünglinge ermüden und ermatten, und junge Männer fallen hin; aber die auf Jehova harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ (Jes. 40:28-31) Der Apostel Paulus tröstet uns mit folgenden Worten: „Zum Schlusse, stärket euch im Herrn und in der Kraft, die seine höchste Macht verleiht.“ (Eph. 6:10, Weymouth) Stage drückt dies wie folgt aus: „Werdet stark (ihr müsst stark werden, Eine Amerik. Übers.) in der Gemeinschaft mit dem Herrn.“ Nachdruck wird gelegt werden auf die Worte: „Werdet stark“ oder „ihr müsst stark werden“. Ganz offenbar wird also die Kraft Gottes nicht wie ein Überwurf auf uns fallen und uns zu Machttaten ausrüsten; vielmehr hat jeder einzelne etwas zu tun, um sich selbst im Herrn zu stärken. Viel Zeit muss mit Studieren verbracht werden, damit man den Quell der Kraft kennenlerne und erfahre, wer sie schon erlangt hat und wie er sie erlangt hat. Jeder Christ wünscht bestimmt, ein tapferer Kämpfer des Herrn zu sein, sein heiliges Werk ohne Furcht zu tun und den feurigen Pfeilen des Bösen zu widerstehen, indem er völlig auf Jehova und seinen glorreichen Sohn und König Christus Jesus vertraut.
GRÜNDE ZUR FURCHT; WIE SIE ÜBERWINDEN
7. Welches sind einige Gründe zu Furcht?
7 Was für Gründe zur Furcht gibt es denn? Wahrscheinlich werden alle zugeben, dass Furcht der Ausdruck der Selbstsucht ist. Wo vollständige Selbstlosigkeit ist, ist Liebe. „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil es die Furcht mit Strafe zu tun hat; wer sich fürchtet, ist nicht vollendet (nicht vollkommen geworden, Schlachter) in der Liebe.“ (1. Joh. 4:18, Weizsäcker) Diese sklavische Furcht würde bestimmt nicht da sein, wenn alle Selbstsucht beseitigt wäre. Ist es aber nicht so, dass, wenn von uns verlangt wird, für Jehova einen besonderen Dienst zu tun, der direkt im Gegensatz zu dieser Welt steht, ja tatsächlich eine Botschaft gegen sie ist, in uns Gedanken aufsteigen mögen wie folgt: Kann ich dieses Werk tun? Werde ich versagen? Was wird das Ergebnis sein? Was werden die Menschen denken und sagen? Besteht die Möglichkeit, dass mir oder meinen Angehörigen dadurch eine Verletzung oder eine Gefahr droht? Wird mir dies geistig oder körperlich widerfahren? Wird der Schmerz erträglich sein? Viele Zweifel steigen in einem Furchtsamen auf. Er beginnt zu zögern, und Menschenfurcht erfasst ihn. Sogleich fallen ihm Entschuldigungen ein: vielleicht gibt es etwas Wichtigeres zu tun; etwas, was der Aufmerksamkeit bedarf, ist vergessen worden; oder vielleicht ist die Gesundheit des Betreffenden nicht so gut. Zaghafte, furchtsame Menschen empfinden eine Befriedigung, wenn sie gute Gründe haben, um das Werk, das ihnen obliegt, nicht vorantreiben zu müssen. „Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.“
8, 9. Welche Zusicherungen haben wir, die uns gegen solche Befürchtungen stärken?
8 Ist es für ein Geschöpf wirklich möglich, seinen Mut so zu stärken, dass all diese Befürchtungen nicht aufkommen? Kann es gestärkt werden gegen all diese fleischlichen Beschränkungen und Schwächen? Das Wort Jehovas gibt uns eine bejahende Antwort: „Und mein Gott wird alle eure Bedürfnisse befriedigen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“ (Phil. 4:19, Amerik. Stand.-B.) Der Höchste versichert uns: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schaue nicht ängstlich umher (verzage nicht, van Ess), denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.“ Und ferner: „Jehova der Heerscharen, den sollt ihr heiligen; und er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken.“ (Jes. 41:10 und 8:13) Er, der die Schwachheit des menschlichen Fleisches so gut kennt, gebietet uns, keine Furcht zu haben.
9 Wie können wir uns also auf ihn verlassen? Dürfen wir unser Leben von der Verheissung Jehovas abhängig machen? Die Heilige Schrift gibt die Antwort: „Alle diese Worte sind vor alters zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir, indem wir standhaft bleiben und Ermunterung aus den Schriften schöpfen, die Hoffnung bewahren.“ (Röm. 15:4, Moffatt, engl.; s. auch Rösch) Wir brauchen uns nicht zu fürchten, dass unsere Hoffnung umsonst sei, oder dass wir enttäuscht würden, denn der Apostel sagt: „Wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber beschämt nicht, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen.“ — Röm. 5:3-5, Fussnote.
10. Aus welchem Studium müssen wir daher Kraft schöpfen, und warum?
10 Unsere Kraft muss daher aus einem Studium der Heiligen Schrift geschöpft werden, denn hier lernen wir, wer die Quelle der Kraft ist. Ist nicht der Allmächtige der Urheber der Kraft? Er ist ihr Schöpfer. Je mehr wir von Jehova lernen und erkennen, wie er seine Kraft verleiht, um so mehr werden wir instand gesetzt, Empfänger dieser Kraft zu werden. Jehova zu kennen, heisst ihm vertrauen. Unser Herr Jesus ist das vollkommene Beispiel völligen Vertrauens, denn er kannte weder Furcht vor Menschen noch vor der Welt noch vor dem Teufel. Die Wahrheit führt zur Freiheit des Geistes und der Rede und zum Freisein vom Ich. „Jesus sprach nun zu den Juden, welche ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ — Joh. 8:31, 32.
11. Wie muss die Wahrheit aufgenommen werden, und weshalb?
11 Die Wahrheit muss in Sanftmut aufgenommen werden. „Deshalb leget ab alle Unsauberkeit und alles Überfliessen von Schlechtigkeit und empfanget mit Sanftmut das eingepflanzte Wort, das eure Seelen zu erretten vermag.“ (Jak. 1:21) Der Herr Jesus war sanftmütig. Ebenso war ‚der Mann Mose sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren‘. (4. Mose 12:3) Sanftmut und Furcht des Herrn sind unerlässliche Eigenschaften des Christen, und Jehova hat gnadenvoll für unser privates und gemeinsames Studium gesorgt, damit wir an diesen Eigenschaften zunehmen können. Der Sanftmütige nimmt Unterweisung entgegen, und der treue Jünger wird stets auf den Herrn warten und seinen Willen zu erkennen suchen. Dann wird sein Gewissen allezeit unverletzt sein gegenüber dem Herrn, wenn er ihn um Hilfe und Kraft zum Tun seines Werkes anfleht. Mangel an Sanftmut wird oft bewirken, dass jemand in eigener Kraft vorwärtsgeht, um etwas zu erreichen.
12, 13. Wie können wir einander ermuntern und im Glauben helfen?
12 Wenn wir uns zur Gemeinschaft, zum Studium und zum Dienste verbinden, können wir einander im Glauben ermuntern und helfen. „Da unterredeten sich miteinander (da sprach jeder mit seinem Nächsten, Douay), die Jehova fürchten, und Jehova merkte auf und hörte; und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, welche Jehova fürchten, und welche seinen Namen achten. Und sie werden mir, spricht Jehova der Heerscharen, zum Eigentum sein an dem Tage, den ich machen werde; und ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient.“ (Mal. 3:16, 17) Damit ‚jeder mit seinem Nächsten rede‘, kann er nicht daheimbleiben oder lediglich die Bibel lesen. Um das zu tun, muss er notwendigerweise mit den andern zusammenkommen und das Wort des Herrn und jene Werke besprechen, die die Ehre seines heiligen Namens betreffen. Es bedeutet, mit seinen Nachbarn zu reden und ihnen von der Wahrheit zu erzählen. Solche Taten gefallen dem Herrn so sehr, dass er befahl, eine Aufzeichnung zu machen: „Doch mittlerweile redeten diejenigen, die den Ewigen anbeteten, miteinander, und der Ewige gab acht auf sie und hörte sie; vor ihm liegt eine Aufzeichnung über seine Anbeter, die ihm anhangen. ‚Und ich werde sie‘, erklärt der Herr der Heerscharen, ‚als mein eigenes wertvolles Eigentum beanspruchen an dem Tage, da ich zur Tat schreite; ich werde ihrer schonen wie ein Mann des Sohnes schont, der in seinem Dienste wirkt‘.“ — Mal. 3:16, 17, Moffatt, engl.
13 Dann erklärte der Apostel Paulus: „Lasst uns aufeinander achthaben zur Anreizung zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unser Zusammenkommen (unsere Versammlungen, Storr) nicht versäumen, wie es bei etlichen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umsomehr, jemehr ihr den [grossen] Tag herannahen sehet.“ Jesus sagte: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ (Heb. 10:24, 25; Matth. 18:20) Dem ist so, damit wir die guten Vorsätze des grossen Gottes Jehovas verstehen können und uns selbst ein Verständnis von der gerechten neuen Welt und ihrem König aneignen, denn diese Wahrheiten muss man persönlich annehmen und davon überzeugt sein. Um unbedenkliches, volles Vertrauen zu haben, müssen wir uns diese Wahrheiten zu eigen, ja sozusagen zu einem Teil von uns selbst machen; dann werden wir dem Gebot nachkommen können: „So haltet nun stand, an euren Lenden gegürtet mit Wahrheit.“ Die Wahrheit ist tatsächlich die Waffenrüstung, die Gott uns gibt, um uns instand zu setzen, den Angriffen des Bösen und seiner Dämonen in diesen letzten Tagen zu trotzen. — Eph. 6:11-14, Zürcher B.
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Der Weg zum Furchtlosbleiben bis zum endgültigen EndeDer Wachtturm 1950 | 1. Juni
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Der Weg zum Furchtlosbleiben bis zum endgültigen Ende
1. Was bedeutet oder verlangt das Miteinanderreden, um die Wahrheit zu erkennen?
MITEINANDER zu reden, um die Wahrheit zu erkennen, schliesst offenbar den regelmässigen Besuch von Bibelstudien ein, die Anwesenheit und Beteiligung — soweit es möglich ist — an den Dienstversammlungen und der Dienstamtschule und bestimmt auch das Zugegensein an Kreisversammlungen und andern von der Organisation des Herrn veranstalteten Zusammenkünften. Alle diese Vorkehrungen werden getroffen, damit wir die Wahrheit kennenlernen und auf diese Weise „stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke“ werden. Während jeder Diener an Erkenntnis zunimmt, wird er das Verlangen haben, sie andern zugänglich zu machen. Somit wird die gute Botschaft veröffentlicht, indem wir mit denen ausserhalb der Gruppen, mit den Menschen im allgemeinen, sprechen, ja von Haus zu Haus gehen und dann weitere Besuche machen, bis das Interesse zum Verlangen nach einem Studium entfacht ist. Je öfter Jehovas Kinder miteinander sprechen und diese Botschaft andern bringen, um so wohlgefälliger ist es in seinen Augen.
2. Welche Wirkung hat dieses treuliche Miteinanderreden auf eine Person?
2 Ist es nicht Tatsache, dass jene Diener, die regelmässig
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