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Rund um die Welt mit dem VizepräsidentenDer Wachtturm 1957 | 1. September
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Zur festgelegten Zeit, um 18.30 Uhr, kamen 39 der Brüder voller Eifer zusammen, und der Besucher aus Brooklyn sprach zu ihnen über die Gedanken, die im Psalm 96:1, 2, Neue-Welt-Übersetzung, enthalten sind. Die Anwesenden folgten diesen anregenden Ausführungen mit größtem Interesse; sie erfolgten klar, spannend und ausführlich, so daß die Brüder der Aufforderung: „Singet Jehova ein neues Lied“, noch besser nachkommen können. Alle saßen etwa 90 Minuten wie hingerissen da, und es tat ihnen leid, daß man schon zum Abschluß gekommen war. Schließlich wurden die Zuhörer ermahnt, jede Zusammenkunft zu besuchen, auch die theokratische Predigtdienstschule. Dies wird uns helfen, so sagte der Redner, das „neue Lied“ ohne Mißton zu singen und so den Menschen keine Hindernisse in den Weg zu legen, damit sie auf die Botschaft hören können. Die Zusammenkunft wurde passend abgeschlossen, indem „Das neue Lied!“ gesungen wurde. Die kleine Versammlung bat den Vizepräsidenten noch, liebe Grüße an die Brüder in Kalkutta und an alle anderen mitzunehmen, die er unterwegs bis zurück nach Brooklyn, New York, antreffen würde.
Das letzte physische Mahl, das Bruder Franz danach einnahm, war ein echt indisches: der übliche Reis, Fleisch und Chapatties (ein nordindisches ungesäuertes Brot). So erfreute er sich der Gastfreundschaft, die ihm eine der freundlichen Familien dort erwies, welche Stellung für die reine Anbetung bezogen hat und sogar ihr großes Zimmer als Königreichssaal zur Verfügung stellt. Die Versammlung Delhi verzeichnete nun einen Durchschnitt von 34 Versammlungsverkündigern und sieben Pionieren, was für diese Ortsgruppe insgesamt 41 Personen ausmacht. Sie bilden einen Teil der Brüder des ganzen Landes Indien, die, was die Zahl der Königreichsverkündiger während des vergangenen Jahres betrifft, eine Mehrung von 9 % erreicht hatten.
Am Donnerstag, dem 27. Dezember, klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens; aber dies war für den Diener des Missionarheims, Bruder Stephen Smith, nicht zu früh, um sich zu rüsten, den Morgenzug nach Bombay zu nehmen und 24 Stunden in der 3. Klasse nach dem Süden zu reisen, um dort der Versammlung beizuwohnen, bei der der Präsident der Gesellschaft, Bruder Knorr, dienen sollte. Der Vizepräsident gelangte auch rechtzeitig zu dem entfernt gelegenen Flugplatz Paalam, um das Flugzeug um 7.45 Uhr zu erreichen, das nach Kalkutta flog. Ehe er das Flugzeug bestieg, hatte er noch ein anregendes Gespräch mit einer weiteren Gruppe von Freunden und fühlte sich sehr bereichert durch gesegnete Erinnerungen an seinen kurzen Besuch bei diesen Brüdern in Nordwestindien. Bald stieg sein Flugzeug in die Lüfte und trug ihn südostwärts nach dem 1360 Kilometer entfernten Ganges-Delta.
(Fortsetzung folgt)
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1957 | 1. September
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Fragen von Lesern
● Mein Mann besitzt das Buch The Chaos of Cults von Jan Karel Van Baalen. Auf Seite 218 und 219 heißt es in diesem Buch über Pastor Russell: ‚Seine Kühnheit war so außergewöhnlich, daß er auf den ersten Seiten seiner Schriftstudien ruhig verkündigte, es wäre besser, nicht die Bibel, wohl aber seine Kommentare zu lesen als letzteres zu unterlassen und die Bibel zu lesen.‘ Ich frage nun: Hat Pastor Russell sich wirklich so geäußert oder dies in jenem Buche oder in den Bänden der Schriftstudien so geschrieben? — E. N., Vereinigte Staaten.
Angesichts des guten Rufes, dessen sich die Bibelforscher in den Tagen Pastor Russells erfreuten und dessen sich Jehovas Zeugen in unseren Tagen erfreuen und den zu haben sie auch verdienen, weil sie ihre Bibel so gut kennen, kann das, was Van Baalen in seinem Buche sagt, nicht stimmen. Dies ist auch der Fall.
Zunächst einmal sollte man feststellen, daß die zwei Jünger auf dem Wege nach Emmaus Bibelleser waren und trotzdem nicht verstanden, warum Gott zugelassen hatte, daß Jesus zu Tode gebracht worden war. Die Schriftgelehrten und Pharisäer lasen Gottes Wort beständig und begriffen trotzdem nicht, daß Jesus ihr Messias war. Der äthiopische Beamte, den Philippus traf, las die Prophezeiung Jesajas, verstand aber nicht, was er las. Zweifellos ist das bloße Lesen der Bibel nicht genug; wir bedürfen der Hilfe, um sie zu verstehen. Deshalb sorgte Gott für Apostel, Propheten, Missionare, Hirten und Lehrer. — Luk. 24:25-27, 32; Joh. 5:39; Apg. 8:30, 31; Eph. 4:11-15, NW.
Was nun die Worte betrifft, die Van Baalen anführte, so erschienen weder diese noch irgendwelche, die ihnen im entferntesten ähnlich wären, jemals in irgendeinem der sechs Bände der Schriftstudien, die hauptsächlich für die Öffentlichkeit geschrieben wurden. Aber etwa sechs Jahre, nachdem Pastor Russell den sechsten Band geschrieben hatte, schrieb er in der Zeitschrift The Watchtower, die zu jener Zeit für die interne Organisation geschrieben wurde, gewisse Worte in der Ausgabe vom 15. September 1910 unter der Überschrift „Ist das Lesen der ‚Schriftstudien‘ ein Bibelstudium?“. Offensichtlich hat Van Baalen dieses verdreht. Was jedoch dort geschrieben wurde, kann sogleich im Lichte der vorher erwähnten biblischen Beispiele verstanden werden. Wir zitieren aus diesem Artikel das Folgende:
„Wir alle kennen Menschen, die Tage, Wochen und Jahre damit zugebracht haben, die Bibel zu studieren, und die nur wenig oder nichts gelernt haben … Es verhält sich dabei zum großen Teil so wie beim Jagen oder Fischen. Es gibt Menschen, die gehen jedes Jahr auf die Jagd, und obwohl sie sehr oft jagen gehen, ist dies kein sicheres Anzeichen dafür, daß sie viel Beute machen. Einige gehen oft fischen, fangen aber nicht viele Fische. Mit dem Bibelstudium ist es ganz ähnlich. Es kommt nicht darauf an, wie lange wir über einer Stelle brüten, sondern darauf, wieviel Aufschluß wir aus der Bibel entgegennehmen.
Die sechs Bände der Schriftstudien sollen nicht die Bibel ersetzen. Es müssen verschiedene Methoden des Bibelstudiums angewandt werden, und diese Hilfsmittel zum Bibelstudium liegen in einer solchen Form vor, daß sie selbst das Wichtige aus der Bibel enthalten sowie Kommentare oder Erläuterungen solch biblischer Aussprüche, und dies ist nach dem genau gleichen Prinzip getan worden, dem schon unser Herr und die Apostel folgten, als sie aus dem Alten Testament zitierten und darauf Erläuterungen zu den Stellen des Alten Testaments gaben.“
Weit davon entfernt, die Bibel als die Grundlage für den Glauben jemandes zu entwerten, wird in dem Artikel weiter gesagt: „Wenn man [die Schriftstudien] zum ersten Male liest und vielleicht auch zum zweiten Male und ehe wir selbst irgend etwas als eigenen Glauben und eigene Überzeugung annehmen, sollten wir sagen: ‚Ich will es nicht glauben, nur weil diese Studien es sagen; ich möchte sehen, was die Bibel sagt.‘ Auf diese Weise studieren wir die Bibel im Lichte dieser Schriftstudien; wir wollen jeden Punkt entweder beweisen oder ihn widerlegen, wie der Fall auch liegen mag. Wir wollen mit nichts weniger zufrieden sein als mit einer gründlichen Erforschung der Bibel von diesem Standpunkt aus.“
Und aus einem Artikel unter der Überschrift „Die ‚Schriftstudien‘ kein Ersatz für die Bibel“ zitieren wir ferner: „Daher anerkennen wir die Schriftstudien nicht als Ersatz für die Bibel, denn statt die Bibel zu verdrängen, beziehen sich die Studien beständig auf die Bibel; und wenn jemand irgendeinen Zweifel hinsichtlich eines Zitates hat oder wenn er sich nicht mehr daran erinnern kann, so sollte er sein Gedächtnis auffrischen, und er sollte in der Tat dafür sorgen, daß jeder seiner Gedanken mit der Bibel übereinstimmt — also nicht nur mit den Schriftstudien, sondern mit der Bibel.“
Die besondere Stelle, die Van Baalen verdreht hat, lautet wie folgt:
„Außerdem stellen wir nicht nur fest, daß die Menschen den göttlichen Plan nicht erkennen können, wenn sie nur die Bibel studieren, sondern wir sehen auch, daß, wenn irgend jemand die Schriftstudien beiseitelegt, selbst nachdem er sie vorher benutzt hat, nachdem er mit ihnen vertraut geworden ist, nachdem er sie zehn Jahre lang gelesen hat, ja, wenn er sie dann beiseitelegt und sie ignoriert und nur zur Bibel greift, so wird er — das zeigt unsere Erfahrung —, auch wenn er die Bibel zehn Jahre lang verstanden hätte, binnen zwei Jahren in die Finsternis gehen. Wenn er andererseits nur die Schriftstudien mit ihren Bibelzitaten gelesen hat und keine Seite der Bibel als solche, so würde er am Ende von zwei Jahren noch im Lichte sein, da er das Licht der Schrift besäße.“
Folgendes ist offensichtlich: Wenn das Lesen der Bibel allein jemandem kein genaues Verständnis des Gelesenen vermittelte, wie es die vorher erwähnten biblischen Beispiele und auch die Erfahrungen in der Neuzeit klar zeigen, so würde nur ein seitenweises Lesen der Bibel — wobei jemand die Hilfsmittel, die zu ihrem Verständnis gereichen, vernachlässigen würde — dazu führen, daß der Betreffende das Gelesene nicht richtig versteht. Dies trifft besonders angesichts der prophetischen Verheißung zu, daß „der Pfad der Gerechten wie das glänzende Morgenlicht“ ist, „das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe“. (Spr. 4:18) Die gesalbte Gruppe der Christen, die gemäß Matthäus 24:45-47 (NW) als der „treue und verständige Sklave“ dient, lenkt die Aufmerksamkeit aller aufrichtigen Erforscher der Bibel auf dieses immer heller werdende Licht.
Angesichts des Vorausgegangenen ist klar zu erkennen, daß Herr Van Baalen sich schuldig gemacht hat, willentlich falsches Zeugnis wider seinen Nächsten abgelegt zu haben, als er behauptete, daß Pastor Russell so kühn gewesen sei, daß er ‚auf den ersten Seiten seiner Schriftstudien ruhig verkündigte, es wäre besser, nicht die Bibel, wohl aber seine Kommentare zu lesen als letzteres zu unterlassen und die Bibel zu lesen‘.
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Offen gesagtDer Wachtturm 1957 | 1. September
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Offen gesagt
◆ Die Wahrheit spricht gewöhnlich ihre eigene Sprache und flößt immer Vertrauen ein. So schrieb ein Leser des Buches Faith on the March [Der Glaube im Vormarsch] an den Verfasser A. H. Macmillan: „Es ist wunderbar, dein Buch vielen Menschen guten Willens zu überreichen, um sie auf das innere Wirken der Dinge hinzuweisen. Viele von ihnen werden sehr beeindruckt sein, denn jedes Blatt des Buches trägt die Note äußerster Offenheit.“ — H. L. P., Massachusetts.
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