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Was wir angesichts des Endes tun sollenDer Wachtturm 1951 | 15. November
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Zeit geben zu können. Wir besitzen das Vorrecht zu beten, nicht nur für uns persönlich, sondern für all unsere Brüder auf der ganzen Erde, damit sie in den Schlussjahren dieser alten Welt eifrig ihren Verpflichtungen als Jehovas Zeugen nachkommen und ihre Lauterkeit bewahren und Leben mit uns erlangen können.
ÄUSSERUNGEN DER LIEBE
19. Welche Eigenschaft müssen wir jetzt intensiv pflegen, und weshalb? Um was zuzudecken, ist sie nötig?
19 Mehr denn je zuvor erweckt nun der erniedrigte Teufel in der ganzen Welt Hass, Hass gegen Gott und Hass gegen die Mitmenschen. Angesichts des Endes sagt daher Petrus: „Vor allen Dingen habt innige Liebe zueinander, denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.“ (1. Pet. 4:8, NW) Wir müssen zusammenhalten, gleichwie Noahs Familie vor der Flut zusammenhielt. Wir müssen Gottes Organisation lieben und müssen die lieben, welche Glieder seiner theokratischen Organisation sind oder die unter ihrer Obhut stehen. Liebe ist das vollkommene Band, das uns eint. Gott nachahmend, müssen wir Liebe üben und müssen der Infektion dieser selbstischen Welt, welche Hass erzeugt, widerstehen. Niemand von uns ist schon vollkommen, auch wenn wir der neuen Welt der Gerechtigkeit so nahe sind. Unabsichtlich begehen wir daher zufolge von Schwachheit und Unvollkommenheit Sünden widereinander. Diese müssen wir vergeben und zudecken, und Liebe allein wird uns dies tun helfen. Satans Welt wird diese Liebe niemals aus Gottes Organisation austilgen, sondern die Liebe wird durch Harmagedon hindurch bestehen bleiben und in die neue Welt hineindauern. Die alte Welt wird wegen ihrer Selbstsucht zerstört werden. Somit meiden wir Selbstsucht.
20. Wie können wir gastfreundlich sein und dabei wahren Nutzen daraus ziehen?
20 „Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren“, so rät Petrus weiterhin. Solche Gastfreundschaft ist sehr nötig angesichts der Notlagen, Entbehrungen und schwierigen Verhältnisse unserer Tage. Somit können wir unser Heim auftun, damit Heimbibelstudien und lokale öffentliche Bibelvorträge darin abgehalten werden. Wir können Bibelkongressbesucher und Pioniere gastfreundlich aufnehmen und ihnen so beistehen, Gott im Zeugnis-Felddienst emsig zu dienen. Wir können an einer Hilfsaktion teilnehmen, um unsern Brüdern in Ländern beizustehen, die durch den Krieg, durch Diktaturen und die Verfolgung des Volkes Gottes durch totalitäre Herrscher und in Konzentrationslagern gelitten haben. (1. Pet. 4:9, NW) Dies müssen wir ohne Murren tun, damit es uns zum Guten gereiche.
21. Wie müssen wir die geistlichen Hilfsmittel gebrauchen, über die wir verfügen?
21 Dann müssen wir auch emsig fortfahren, unsere Brüder mit all den geistlichen Hilfsmitteln aufzuerbauen, die uns zur Verfügung stehen. Petrus sagt: „In dem Verhältnis, wie jeder eine Gabe empfangen hat, gebrauchet sie, indem ihr einander dienet als Verwalter rechter Art über Gottes unverdiente Güte, die auf verschiedene Weise zum Ausdruck kommt.“ Denkt daran, dass irgendeine Gabe, womit Gott euch ausgestattet oder die zu pflegen er euch geholfen hat, auch angewandt werden muss, besonders jetzt in der „Zeit des Endes“, wenn sie so dringend benötigt wird. Gebraucht all eure Fähigkeiten und Talente, indem ihr euch auf die Kraft verlasst, die Gott darreicht, und in keiner Sache nach Lob und Verherrlichung euer selbst ausblickt, sondern alle Ehre, allen Dank und alles Lob Gott zollt zu seinem Ruhme. Zeigt, dass seine unverdiente Güte an euch nicht verschwendet worden ist. — 1. Pet. 4:10, 11, NW.
UNSERE SCHULUNG VOLLENDEN
22. Warum stehen wir nun in der Prüfung? Weshalb befremdet uns dies nicht?
22 Als ein Kennzeichen dieser Zeit des Endes ist das Leiden der Menschen intensiver geworden, und Satan und seine Dämonen, erbittert durch ihre Erniedrigung und ihr Beschränktsein auf die Erde, kämpfen wie nie zuvor wider die Zeugen Jehovas. Während wir zuversichtlich dem Ende entgegenblicken, lesen wir hier die Worte des Petrus, der uns sagt, was wir hinsichtlich der grossen Prüfung tun müssen, die über uns kommt: „Geliebte, lasst euch das, was unter euch brennt und euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes. Im Gegenteil, freuet euch weiterhin, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch freuet und jubelt.“ Wir besitzen die Erleuchtung von Gott durch sein Wort und seine theokratische Organisation. Somit haben wir keinen Grund, dass uns nun etwas befremde.
23. Weshalb sind die Leiden also für uns eine Gunst von Gott, und was müssen wir durch alles hindurch auf uns ruhend bewahren?
23 Wir verstehen, dass die Hauptstreitfrage, die im Spiele ist, sich um die Rechtfertigung der gerechten Oberherrschaft Jehovas über die ganze Schöpfung dreht. Es ist für uns eine Gunst von Gott, wenn wir die feurige Prüfung unseres Glaubens nicht trauernd und düster, sondern freudig ertragen. Die Freude über den Grund unserer Leiden stärkt uns, unsere Lauterkeit in der Erprobung zu bewahren. Wir haben nicht nur an den gewöhnlichen Leiden der Menschheit teil, sondern an den Leiden Christi. Diese Leiden müssen der Herrlichkeit des Lebens in der neuen Welt vorausgehen, welche Welt da sein wird, nachdem Christus sich in Harmagedon völlig offenbart hat. Lasst uns durch alle Leiden hindurch gesunden Sinnes bleiben und den auf uns ruhenden Geist Gottes bewahren. „Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, glücklich seid ihr, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes auf euch ruht.“ Es mag jetzt keine äussere Herrlichkeit auf euch ruhen, aber Gottes Geist, der jetzt auf euch ruht, ist ein „Geist der Herrlichkeit“, ist die Gewähr für die Herrlichkeit, die als Lohn für gegenwärtige Leiden kommen soll. Seid mitfühlend mit euern Brüdern, die anderswo leiden. Gebt selbst ein gutes Beispiel treu ausharrenden Leidens. Schaut stets darauf, dass ihr nicht wegen selbstischen Unrechttuns leidet noch wegen religiöser Heuchelei. Dann werdet ihr den auf euch ruhenden, beglückenden „Geist der Herrlichkeit“ bewahren, denn eure Leiden werden Leiden sein, die mit Gottes Willen im Einklang sind. Ihr werdet mit aller Zuversicht eure Seelen ihm anbefehlen und somit furchtlos sein können, selbst angesichts von Todesgefahr. — 1. Pet. 4:12-14, 19, NW.
24. Warum ist der Rat des Petrus, die Herde Gottes zu hüten, nun sehr am Platz? Durch wen und wie muss dies getan werden?
24 In dieser Zeit des Endes versammelt der Oberhirte Gottes auch all die Schafe, die jetzt auf Erden sind. Dies sind die letzten Glieder der „kleinen Herde“, die das himmlische Königtum empfangen, sowie die grosse Menge „anderer Schafe“, deren Freude es ist, den geistlichen Brüdern Christi so Gutes zu tun, als ob sie es direkt ihm täten. Wie passend ist also die Ermahnung des Petrus an jene, die in der Gemeinde des Volkes Gottes geistlich älter sind: „Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist“! Was für eine Menge Hirtenarbeit gibt es doch heute zu tun, während der Oberhirte fortfährt, weitere der „andern Schafe“ in die eine Herde unter den einen Hirten zu bringen! Und während wir diese Hirtenarbeit tun, mögen wir uns vergewissern, dass wir sie in rechter Weise tun, so wie Petrus es vorschreibt: willig, eifrig, als Vorbilder der Herde und weder gezwungen noch aus Liebe zu unehrlichem Gewinn noch indem wir über Gottes Schafe herrschen. Nicht nur die geistlich Älteren, sondern auch die Jüngeren sollten demütig sein und sich der Führung durch Gottes Hand unterziehen. All dies müssen wir tun, um nach den Schafen des Grossen Hirten zu jagen, sie zu sammeln und zu weiden. Lasst uns, während die „andern Schafe“ nun von den weltlichen Böcken geschieden werden, sie alle zur Herde willkommen heissen, soviele nur kommen mögen. Lasst uns alle in Frieden und voller Liebe miteinander vorangehen, damit wir als eine einzige, untrennbare Herde zusammen durch Harmagedon hindurchgelangen. — 1. Pet. 5:1-6, NW.
25. Gegen wen müssen wir Stellung beziehen, wobei wir nicht in Deckung rennen?
25 Denkt daran, dass Satan, der Teufel, unser Hauptwidersacher ist. Fürchtet ihn nicht, und lasst nicht zu, dass ein panischer Schrecken euch ergreife, weil er seine ganze Welt wider euch mustert und euch und eure Brüder grausamen Leiden unterwirft. Er ist seinem Ende nahe, nicht ihr dem eurigen. Um also ferner Petrus anzuführen: „Bleibet eurer Sinne mächtig; seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. So bezieht Stellung wider ihn, standhaft im Glauben, da ihr wisset, dass dieselben Dinge bezüglich Leiden sich an der ganzen Gemeinschaft eurer Brüder in der Welt erfüllen.“ Niemand ist davon ausgenommen, und auch ihr könnt davon nirgends in dieser Welt ausgenommen sein, wenn ihr treu seid. So rennt denn nicht in Deckung, noch sondert euch ab. Bleibt mit euern Brüdern Schulter an Schulter, und ertragt die Leiden mit ihnen und bezieht so mit festem Glauben Stellung wider den Teufel. — 1. Pet. 5:8, 9, NW.
26. Was ist Gottes Zweck, uns so leiden zu lassen, und was wird es bedeuten, dass wir vollständig siegreich hervorgehen?
26 Die Welt wird ihrer Vernichtung preisgegeben, und die Christenheit mit ihr zusammen. Doch Jehova Gott ist uns sehr nahe und handelt mit uns im Hinblick auf unsere vollständige Errettung. Er lässt nicht Leiden über uns kommen, um uns zu vernichten, sondern sucht uns durch die Dinge, die wir erleiden, im Gehorsam zu vervollkommnen. Er schult uns für treuen künftigen Dienst, um uns in seinem Dienste unbeweglich und geistig stark zu machen. So lasst uns trotz beständigen Leiden nicht schlaff werden. „Aber“, so versichert uns Petrus, „der Gott aller unverdienten Güte, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Einheit mit Christus, wird, nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, selbst eure Schulung vollenden, er wird euch befestigen, er wird euch stark machen.“ (1. Pet. 5:10, NW) Wenn somit zufolge der Bestrebungen der zusammengeschlossenen, alles aufbietenden Feinde binnen kurzem der Höhepunkt der Schlusserprobung kommt, werden wir zur Rechtfertigung Gottes völlig siegreich hervorgehen und so das Ende überleben.
27. Was ist also unsere klare Aufgabe, und was führen wir mit der Entschlossenheit, sie zu erfüllen, durch?
27 Unsere Aufgabe angesichts des Endes der Welt ist also klar. Als eine theokratische Organisation müssen wir für den Rest dieses Jahres und während der noch verbleibenden Zeit der Nachsicht Gottes gegenüber dieser Welt vorwärtsdrängen. Wir müssen aus Liebe zusammenhalten, vereint kämpfend, vereint Gott dienend, vereint ausharrend und betend auf der ganzen Erde. Sind wir dazu entschlossen? Dann vorwärts mit dem Schlusswerk! Vorwärts mit dem Predigen dieser guten Botschaft von Gottes Königreich auf der ganzen Erde zu einem Zeugnis ohne Anhalten, bis das vollendete Ende kommt und Jehova Gott selbst sich aufmacht, um als Höhepunkt sein Zeugnis zu geben, worauf seine neue Welt folgt, in die hinein wir zu seinem ewigen Ruhm durch Christus Jesus leben sollen.
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Gedächtnisfeier und Landesversammlung in AustralienDer Wachtturm 1951 | 15. November
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Gedächtnisfeier und Landesversammlung in Australien
Dieser Artikel ist eine Fortsetzung des Berichts über die kürzliche Reise, die der Präsident der Gesellschaft, N. H. Knorr, und sein Sekretär, M. G. Henschel, nach dem Fernen Osten unternahmen. Der letzte Bericht schloss mit ihrer Abreise von Neuseeland. Der vorliegende Artikel beginnt mit ihrer Ankunft in Australien.
MILTON HENSCHEL und ich sassen gemütlich auf unsern Plätzen im zweiten Deck des grossen Wasserflugzeuges „Solent“ der Tasman Empire Airways und sprachen über unser Ankunftsprogramm in Sydney. Nur noch wenige Stunden und wir sollten dort sein und würden uns dann ins Zweigbüro in Strathfield begeben. Dort würden wir etwas essen, und „dann“, so sagte ich, „wollen wir uns frühzeitig zu Bett begeben.“ Dies war am Freitagnachmittag, 16. März 1951. Wir sollten am nächsten Tag um 5 Uhr aufstehen, um uns nach Perth, der bedeutendsten Stadt an der Westküste Australiens, auf den Weg zu machen. Dort sollten wir spät am Samstagabend ankommen; darauf würden während der Veranstaltung in Perth drei Versammlungen folgen, und dann müssten wir Sonntags um 23.15 Uhr das Flugzeug nehmen, um die Nacht hindurch nach Sydney zurückzufliegen.
Da war es schon! Sydney, Australien, und die mächtige Stahlbrücke und der prächtige Hafen. Platsch! Das grosse Flugzeug schlug auf dem Wasser auf. Ein Wasserflugzeug ist nicht wie ein Landflugzeug. Es verlangsamt seinen Lauf geschwind. Die Bucht war ruhig, als das Flugzeug die blauen Wasser berührte. Plötzlich ging es langsamer,
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