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  • Das Leben läßt sich doch meistern — Warum wählt manch einer den Freitod?
    Erwachet! 1981 | 8. November
    • Leiterin des Kriseninterventionsteams des East-General-Krankenhauses in Toronto, sagte, daß junge Leute, die sich das Leben nehmen wollen, das Gefühl hätten, „ihre Welt werde nicht mehr besser und deshalb habe es keinen Sinn weiterzuleben“.

      Der an den Schulen und Universitäten herrschende Leistungs- und Notenkult treibt ebenfalls viele junge Leute zur Verzweiflung. In der Bundesrepublik Deutschland und in Japan nehmen sich viele Jugendliche das Leben, weil sie sich dem schulischen Leistungsdruck nicht mehr gewachsen fühlen. Manchmal sind es die Eltern, die die Kinder unter Druck setzen und von ihnen nicht nur erwarten, daß sie lernen, sondern daß sie sich darin hervortun. Viele zwingen ihre Kinder ohne Rücksicht auf ihre Fähigkeiten oder ihre Neigungen, einen bestimmten Beruf zu ergreifen. Dr. Richard Seiden von der Universität von Kalifornien sagte: „Es gibt Eltern, die ihre Kinder zu Leistungen anspornen, um ihr Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit zu kompensieren.“

      Viele Forscher sind der Meinung, daß ein weiterer wichtiger Grund zerrüttete Familienverhältnisse sind. Wenn sich die Eltern scheiden lassen, glaubt manch ein Kind, es sei schuld an der Scheidung. Aber nicht nur das macht das Kind unsicher, sondern auch die Freizügigkeit der Erwachsenen. Die jungen Menschen müssen selbst entscheiden, wie sie sich in bezug auf Sex, Drogen und Alkohol verhalten wollen, sind dieser Anforderung aber gar nicht gewachsen. Sie sehen in dieser Freizügigkeit einen Mangel an elterlichem Interesse. Deshalb kommen einige auf den Gedanken, ihren Eltern würde es ohne sie bessergehen.

      „Ein weiterer Faktor ist die Entwertung des Lebens“, erklärte Dr. Herbert Hendin, außerordentlicher Professor der Psychiatrie an der Columbia-Universität in New York (Kursivschrift von uns). Was trägt zur „Entwertung des Lebens“ bei? „Im Alter von 15 Jahren hat ein Jugendlicher im Fernsehen bereits 14 000 Morde oder andere Gewaltakte erlebt“, sagte Dr. Seiden. Dazu kommen noch die Schlager, in denen das Thema „Selbstmord“ besungen wird.

      Sehr häufig sagen Angehörige oder Freunde eines Selbstmörders: „Wenn ich es nur gewußt hätte ...“ Gibt es Anzeichen dafür, daß ein Familienglied glaubt, das Leben nicht mehr meistern zu können? Wie kann man ihm helfen?

      Hilfe — Von wem? Von wo?

      Es ist wichtig, zu erkennen, daß die Art und Weise, wie wir unsere Mitmenschen — unsere Angehörigen und unsere Freunde — behandeln, viel dazu beiträgt, ob ihnen das Leben lebenswert erscheint oder nicht. Eine 16jährige, die sich mit Selbstmordgedanken getragen hatte, schrieb: „Vielleicht würde es uns allen bessergehen, wenn Eltern und Kinder freundlicher zueinander wären, wenn die Lehrer verständnisvoller wären, wenn es weniger Streberei gäbe und wenn wir uns mehr auf echte Freundschaften und weniger auf den Sex konzentrieren würden.“ Aber wo kann jemand Hilfe erhalten, wenn ihm das Leben nicht mehr lebenswert erscheint?

      Kindern und Jugendlichen sollten selbstverständlich die Eltern helfen. Aber auch Erwachsene, die mit dem Leben nicht mehr fertig werden, brauchen jemand, an den sie sich wenden können, von dem sie wissen, daß er sie versteht, an jemand, der ihnen vernünftigen und praktischen Rat gibt. Was verrät, daß ein Angehöriger sich mit dem Gedanken trägt, sein Leben wegzuwerfen?

      Fachleute weisen auf folgende Alarmzeichen hin, die der Tat vorausgehen: Selbstmordandrohungen; Selbstisolierung; plötzliche Verhaltensänderung, zum Beispiel, wenn eine mitteilsame Person plötzlich in sich gekehrt ist; wenn jemand Dinge, die ihm bisher lieb und teuer waren, weggibt; depressives Verhalten. Auch Schlafstörungen, Eßstörungen und Vernachlässigung der Schularbeiten sollten nicht übersehen werden, wenn diese Symptome plötzlich auftreten, länger anhalten und für den Betreffenden nicht charakteristisch sind. Doch wie kann man helfen?

      „Es kann schon von Nutzen sein, wenn man sich geduldig hinsetzt und dem Hilfsbedürftigen Gelegenheit gibt, sich auszusprechen“, schrieb der Selbstmordforscher Dr. Mark Solomon. Bekunde Anteilnahme. Sage nicht: „Ach, deine Probleme können doch nicht so ernster Natur sein.“ Sei bereit zuzuhören. Mache Lösungsvorschläge; hilf ihm erkennen, daß sich seine Situation ändern läßt. Schrecke nicht davor zurück, offen mit ihm zu reden. Das mag ihm helfen, sich dir anzuvertrauen.

      Manche, die bei ihren Angehörigen kein williges Ohr finden, wenden sich an Selbstmordverhütungs- oder an Kriseninterventionszentren. Einige dieser Einrichtungen verfügen über ein „Sorgentelefon“, das 24 Stunden in Betrieb ist. Ein Selbstmordverhütungszentrum in Los Angeles (USA) beantwortet in einem Jahr etwa 18 000 Anrufe. In England notierte der Samariterbund im Jahre 1979 — in jenem Jahr wurden 4 192 Selbstmorde begangen — 1 500 000 Telefonanrufe. In vielen europäischen Städten werden im Rahmen der Telefonseelsorge Aussprachemöglichkeiten und Beratung für potentielle Selbstmörder geboten.

      Die erwähnten Zentren bemühen sich nicht nur, das Leben des Anrufers zu retten, sondern verweisen ihn auch an gewisse Stellen, wo man ihm helfen wird, seine Probleme zu lösen. Sie mögen ihn an einen Beratungsdienst verweisen, ja ihm vielleicht sogar behilflich sein, jemand für die Betreuung der Kinder zu erhalten oder eine Stelle zu finden.

      Bei Selbstmordgefahr wenden sich einige auch anderswohin, wie folgendes Beispiel zeigt:

      Vor ein paar Monaten rief ein junger Mann die Wachtturm-Gesellschaft in London an. Er erklärte, er und seine Frau seien mit einer Frau befreundet, die im Begriff stehe, Selbstmord zu begehen, und bat darum, daß jemand so schnell wie möglich komme.

      Als ein Vertreter der Ortsversammlung der Zeugen Jehovas die betreffende Wohnung aufsuchte, fand er eine junge Frau vor, die eine Abtreibung hinter sich hatte und nun an schweren Depressionen litt. Der Zeuge Jehovas las der Frau Texte aus der Bibel vor, die zeigten, daß Gott barmherzig ist, und half ihr verstehen, wie die christlichen Grundsätze im Leben anzuwenden sind. Die Frau war dankbar für die Ermunterung, einen neuen Anfang zu machen.

      Warum haben ihre Freunde Jehovas Zeugen angerufen? Weil sie überzeugt waren, daß ihre Freundin von jemand besucht würde, der den Wunsch hätte, ihr zu helfen, und sie mit Hilfe der Bibel trösten würde (1. Thess. 5:14).

      Du wirst es meistern!

      Bist du wegen eines oder mehrerer der erwähnten Probleme bedrückt, deprimiert? Hast du je das Gefühl gehabt, weiterzuleben habe keinen Sinn mehr? Dein Kummer mag zu einem Teil berechtigt sein. Aber verzweifle nicht — du wirst damit fertig! Wie?

      Bemühe dich, positiv zu denken. Für die meisten Probleme gibt es eine Lösung. Wenn du für deine Probleme keine Lösung siehst, warum dich nicht jemandem anvertrauen, den du kennst und dessen Rat du respektierst? Eine ältere, mitfühlende Person, mit der du befreundet bist, hat vielleicht ähnliche Schwierigkeiten gehabt und sie überwunden. Möglicherweise gibt es eine ganz einfache Lösung. Manchmal ist es notwendig, lediglich seine Einstellung zu ändern.

      Ist Arbeitslosigkeit zum Beispiel die Ursache deiner Depressionen? Hast du dich vielleicht vergeblich bemüht, eine andere Arbeit zu finden? Was für eine Arbeit suchst du? Möchtest du die gleiche Stellung haben, die du verloren hast, und das gleiche Gehalt? Vielleicht wäre es besser, deinen Stolz zu überwinden und eine Arbeit anzunehmen, die nicht ganz so gut bezahlt wird wie die, die du hattest, oder sogar eine, die schlecht bezahlt wird.

      Ist Einsamkeit dein Problem? Dann kapsle dich nicht ab. Bemühe dich, dich nicht selbst zu bemitleiden. Die Einsamkeit kann man am besten bekämpfen, indem man anderen Gutes tut. „Aber ich brauche doch Hilfe“, magst du einwenden. „Wie kann ich anderen helfen?“ Jesus sagte: „Beglückender ist Geben als Empfangen“ (Apg. 20:35). Warum es nicht ausprobieren? Bestimmt wird es dich froh machen, wenn du anderen gibst. Allerdings wird die Ursache deines Problems dadurch nicht beseitigt, aber eine solche Handlungsweise kann dir helfen, es zu meistern.

      Vielleicht denkst du, dein Problem sei unlösbar. Doch es gibt jemand, der dir helfen kann, sogar mit anscheinend unlösbaren Problemen fertig zu werden. Wer ist das? Es ist eine Person, die viel mehr weiß und weit besser helfen kann als ein Mensch. Ja, es ist Gott.

      Manche spotten über einen solchen Gedanken. Doch wird bestimmt jeder zugeben, daß die Zahl der Leute, die Probleme haben, groß ist. Und sind denn Personen, die sich nicht an Gott wenden, besser imstande, ihre Probleme zu meistern?

      In 2. Timotheus 3:16, 17 heißt es: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk.“

      Ja, die Bibel ist ein Buch, das Gott den Menschen zur Unterweisung gegeben hat. Wenn man sie erforscht und das Gelernte im Leben anwendet, kann man mit den verschiedensten Problemen fertig werden. Sie gibt Dienern Gottes die Zusicherung, daß Gott sich liebevoll um sie kümmert, wenn sie schweren seelischen Belastungen ausgesetzt sind. Und allen, die glaubensvoll Jehova Gott um Hilfe bitten, um Hilfe, die im Einklang mit seinem Willen ist, wird liebevoll geholfen, so daß ihre Bedürfnisse voll und ganz befriedigt werden (1. Petr. 5:7; 1. Joh. 5:14).

      Außerdem sind die gegenwärtigen Weltprobleme, wie wir anhand der Bibel erkennen können, ein Beweis dafür, daß wir in den „letzten Tagen“ leben (2. Tim. 3:1). Bald wird Gott eine neue Ordnung der Dinge errichten, durch die alle Probleme derer, die ihn lieben, gelöst werden. Auf die heutigen Weltverhältnisse Bezug nehmend, sagte Jesus: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Luk. 21:28; 2. Petr. 3:13).

      Dieses Wissen vermittelt Hoffnung. Und diese Hoffnung stärkt den Lebenswillen. Warum sich nicht näher damit befassen? Jehovas Zeugen sind dir gern dabei behilflich.

  • Ich bin so froh, am Leben zu sein
    Erwachet! 1981 | 8. November
    • Ich bin so froh, am Leben zu sein

      DREIMAL habe ich versucht, mir das Leben zu nehmen. Aber jetzt bin ich so froh, am Leben zu sein.

      Ich stamme aus einer zerrütteten Familie. Meine Eltern führten, soweit ich mich erinnern kann, nie eine glückliche Ehe. Als sie sich schließlich scheiden ließen, kam ich in ein Internat. Die Schulferien verbrachten meine Schwester

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