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Nervenzusammenbruch — Wie heilen oder verhindern?Erwachet! 1974 | 8. Dezember
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dazu, daß man „von vielen Schmerzen [zu denen auch ein Nervenzusammenbruch gehört] überall durchbohrt“ wird (1. Tim. 6:6-10).
Während Vernunft und Einsicht viel dazu beitragen, einen Nervenzusammenbruch zu verhüten, spielt die selbstlose Liebe in dieser Hinsicht eine noch wichtigere Rolle. Der biblische Grundsatz, daß die „Liebe erbaut“, findet in jeder Beziehung Anwendung: in seelisch-geistiger, in körperlicher und in religiöser Beziehung (1. Kor. 8:1). Wenn, wie wir gesehen haben, die „Werke des Fleisches“ zu einem Nervenzusammenbruch führen können, ist auch das Gegenteil möglich. Das heißt, man kann einem Nervenzusammenbruch vorbeugen, wenn man die Früchte des Geistes pflegt. Und was für Früchte sind das? „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung.“ Ganz ohne Zweifel trägt die Anwendung der biblischen Grundsätze mehr als irgend etwas anderes dazu bei, jemanden, der einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, zu heilen oder einen Nervenzusammenbruch zu verhindern (Gal. 5:22, 23).
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Energie in Hülle und FülleErwachet! 1974 | 8. Dezember
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Energie in Hülle und Fülle
ENERGIE ist sehr gefragt. Alles Leben im Universum ist davon abhängig. Ohne Energie gäbe es keine Nahrung, kein Wasser und keine Luft.
Doch in letzter Zeit hat die Energieversorgung den Menschen Kopfzerbrechen bereitet. Zufolge von Stromsperren, Stromausfällen, steigenden Preisen für Heizmaterial und langen Autoschlangen an den Tankstellen ist das Wort „Energiekrise“ ein Bestandteil unseres allgemeinen Wortschatzes geworden. Das könnte manch einen zu der Annahme veranlassen, die Energievorräte der Erde gingen zur Neige. Stimmt das? Ganz und gar nicht. Im Gegenteil, auf der Erde gibt es fast unermeßliche Energievorräte.
Die Sonne — unbegrenzte Energie
Die Sonne ist die Hauptenergiequelle der Erde. Jedes Jahr beliefert dieser gewaltige Kernreaktor die Erde mit einer Energiemenge, die der Energiemenge entspricht, die in 227 Billionen Tonnen Kohle enthalten ist, ungefähr 60 000 Tonnen für jeden Bewohner der Erde.
An einem Tag scheint so viel Sonnenenergie allein auf den Eriesee, daß (sofern sie völlig genutzt würde) der jährliche Bedarf der ganzen amerikanischen Bevölkerung damit gedeckt werden könnte. Woher erhält die Sonne ihre Energie? Der Wissenschaftler Ralph E. Lapp erklärt:
„Die Sonne ist eine gewaltige Atomenergiemaschine. Sie läuft, indem leichte Wasserstoffkerne (H1) verschmolzen werden, um die schwereren Heliumkerne (He4) zu bilden. ... Die dabei freigesetzte Energie wird Wärme. In jeder Minute werden auf der Sonne etwa 40 Milliarden Tonnen Wasserstoffatome verschmolzen.“
Die Sonne ist indirekt auch für viele weitere Energieformen verantwortlich. Am Äquator ist die Sonneneinstrahlung stärker als an den Polen. Die erwärmte Luft steigt auf und wird durch nachfließende Polarluft ersetzt. Als Folge entstehen Winde. Die Kraft des Windes kann zum Vorantreiben von Segelschiffen dienen, zum Mahlen von Getreide oder zur Erzeugung von elektrischem Strom — mit Hilfe von kleinen „Windkraftwerken“. Bei der Kohle handelt es sich um fossile Überreste von Pflanzen, die vor langer Zeit lebten und Sonnenenergie in ihren Zellen speicherten. Auch die chemische Energie im Erdöl ist Licht- und Strahlungsenergie der Sonne, gespeichert in den Zellen von Lebewesen der Vergangenheit.
Sonnenenergie für eine moderne Welt
In neuerer Zeit sind interessante Forschungsprogramme angelaufen, um Techniken für eine wirtschaftliche Nutzung der Sonnenstrahlung zu entwickeln. In den Vereinigten Staaten werden wenigstens zwanzig Häuser mit Sonnenenergie beheizt, um die Heizkosten zu reduzieren. In einem Versuchshaus in Newark (New Jersey) werden 80 Prozent des Energiebedarfs — für Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung — durch Nutzung der Sonnenenergie gedeckt.
Das Forscherehepaar Meinel (Dr. Aden B. Meinel leitet das Institut für optische Wissenschaften der Universität von Arizona, und Marjorie Meinel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut) hat vorgeschlagen, auf einem großen Gebiet Sonnenlichtkollektoren aufzustellen. Die Meinels sagen, solche Farmen, deren Standort im Südwesten der Vereinigten Staaten sein könnte und die eine Gesamtgröße von rund 40 000 km2 haben müßten, könnten eine Leistung von 1 000 000 Megawatta erzeugen, was den gesamten Energiebedarf des Landes bis zum Jahr 2000 decken würde.
Ferner wurde der Vorschlag gemacht, einen riesigen Sonnenenergiekollektor auf eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen. Ein solcher Satellit würde „Sonnenzellen“ enthalten, die das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandeln würden. Der Strom würde mit Hilfe von Mikrowellensendern zur Erde übertragen und dort wieder in Elektrizität umgewandelt. Ein Satellit wäre vom Wetter unabhängig.
Gottes großzügige Gabe, die Sonne, bildet für die Menschheit eine sozusagen unerschöpfliche Energiequelle. Aber Mittel und Wege zu finden, um heute, in einer Zeit des riesigen Energiebedarfs, die Sonnenstrahlung nutzbar zu machen, ist natürlich mit schwierigen technischen, politischen und wirtschaftlichen Problemen verbunden.
Ist jedoch der heutige Mensch, der so viel Energie verbraucht, wirklich glücklich? Fühlt er sich in den hochtechnisierten, übervölkerten Städten, wo die Atemluft verschmutzt ist, wohler, als sich die Menschen früher, als das Leben einfacher war, gefühlt haben?
Es gibt Menschen, die sagen, eine andere Lebensweise wäre ihnen lieber. Sie freuen sich, eine saubere Energiequelle zu haben: Ein von einer Windmühle angetriebener Generator liefert ihnen Strom. Diese Energiequelle wurde früher auf dem Land allgemein genutzt (um die Jahrhundertwende gab es allein an der Nordseeküste, zwischen Holland und Dänemark, rund 100 000 Windmühlen). Neuerdings hat man sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten die Windmühlen „wiederentdeckt“. Ohne große Schwierigkeiten ist es einer Familie möglich, mit Hilfe eines kleinen Windkraftwerkes Wasser zu pumpen und Strom für die Beleuchtung der Wohnung zu gewinnen.
Die Nutzung der Energie von strömendem Wasser
Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch die Energie des strömenden Wassers. Im Jahre 1882 wurde in Appleton (Wisconsin, USA) das erste Wasserkraftwerk gebaut. Wasserkraftwerke liefern jetzt fast ein Drittel der in der ganzen Welt erzeugten elektrischen Energie.
Ein weiteres hohes Energiepotential enthalten auch die Strömungen der Meere, die über
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