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Erwachet! 1979
g79 22. 11. S. 13-15

Als es am Tag Nacht wurde

Ein Bericht aus Kanada

VIELE Kanadier aus der Provinz Manitoba werden sich noch lange an den 26. Februar 1979 erinnern. An jenem Tag wurde um 10.47 Uhr das helle Tageslicht plötzlich zur Nacht. Es war eine totale Sonnenfinsternis.

Der Mond hatte sich auf seiner Umlaufbahn um die Erde direkt zwischen Erde und Sonne geschoben, so daß überall dort, wo der Schatten des Mondes auf die Erde fiel, das Sonnenlicht völlig abgeschirmt war.

Wegen der hohen Geschwindigkeit, mit der der Schatten über die Erdoberfläche raste, betrug die Dauer der totalen Finsternis für die Betrachter auf der Mittellinie der Totalitätszone nur ein wenig mehr als zwei Minuten. Der Schatten bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 3 000 km/h fort, und die Finsternis zog eine Bahn von annähernd 270 km Breite.

Die Sonnenfinsternis wird von Betrachtern gewöhnlich als „einer der dramatischsten Vorgänge der Himmelsbeobachtung“ bezeichnet. Im „Atlas of the Universe“ von Rand McNally wird die Sonnenfinsternis wie folgt beschrieben: „Eine totale Sonnenfinsternis ist wahrscheinlich der großartigste Anblick in der ganzen Natur. Für eine kurze Zeit, während der Mond die grelle Sonnenscheibe verdeckt, rückt die Sonnenatmosphäre ins Blickfeld; die roten Protuberanzen und die glühende Korona beherrschen das Bild, und der Himmel verdunkelt sich, so daß möglicherweise die Sterne sichtbar werden.“

Sonnenfinsternisse sind mehr als nur eine eindrucksvolle Kurzweil. Totale Sonnenfinsternisse bieten die Möglichkeit zu wissenschaftlichen Studien der Korona, die zu keiner anderen Zeit durchgeführt werden können.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand diesmal das Gebiet nördlich von Winnipeg in der kanadischen Provinz Manitoba — ein Gebiet, das von Wissenschaftlern als „der beste Standort für die Beobachtung der totalen Finsternis“ bestimmt worden war. Andere Betrachter bezogen Stellung im übrigen Bereich der Totalitätszone, die vor der Pazifikküste der Vereinigten Staaten beginnen, über den Nordwesten ziehen, nordwärts durch Kanada zur Hudsonbai und weiter nach Grönland verlaufen sollte.

Eines der wenigen besiedelten Gebiete, die direkt auf der Mittellinie der Totalitätszone lagen, war die winzige Stadt Arborg, etwa 110 km nördlich von Manitobas Hauptstadt Winnipeg. „Sonnenfinsternis-Enthusiasten“ und Wissenschaftler aus ganz Nordamerika sowie anderen Teilen der Welt strömten nach Manitoba und viele von ihnen nach Arborg. Man schätzte, daß mindestens 20 000 Besucher nach Manitoba reisten, um die Finsternis zu beobachten.

Zu Ihrer Freude war beim Sonnenaufgang der Himmel über Manitoba klar. Bei Arborg fanden sich die Besucher im Süden der Stadt auf einem Feld ein, wo für ihre Zwecke der Schnee geräumt worden war. Es wurden Kameras und Fernrohre aufgestellt und die Augenschutzgläser überprüft.

Schon Wochen vor der Sonnenfinsternis hatten Astronomen, Augenspezialisten und andere davor gewarnt, die partielle (teilweise) Sonnenfinsternis — das Stadium kurz vor und noch der totalen Finsternis — direkt zu beobachten, weil das eine bleibende Schädigung der Netzhaut des Auges hervorrufen könne. Zwar kann man während der Totalität (Dauer der totalen Finsternis) das Ereignis ohne Augenschutz beobachten, doch es besteht die Gefahr, daß man nicht genau weiß, wann die Totalität eintritt und wann sie aufhört. Weil zudem die Totalität nur sehr kurz ist, wären die Betrachter versucht, selbst dann noch zuzuschauen, wenn sich die Sonne bereits wieder hinter dem Mond hervorschiebt und den Augen schaden kann.

Das erste Stadium der Finsternis begann um 9.36 Uhr mit einem immer dunkler werdenden Zwielicht. Es sah so aus, als ob jemand von der Seite in die Sonne gebissen hätte und — während die partielle allmählich zur totalen Finsternis überging — weiter daran nagen würde.

Als die totale Finsternis eintrat, verdunkelte sich der Himmel zusehends, und im Nordosten tauchte ein unheimliches Leuchten auf. Um 10.47 Uhr etwa bedeckte die Mondscheibe genau die Sonne und verdunkelte sie vollständig. Jetzt konnte man das sehen, was die Astronomen als „das wunderbare Phänomen der Totalität“ bezeichnen. Abgesehen von einem Lichtsaum entlang dem Horizont, sah der ganze Himmel so aus wie in einer Vollmondnacht. Jetzt konnte man den blassen „Heiligenschein“ der Sonnenkorona erkennen, der die schwarze Mondscheibe mit einem roten Flackern umrahmte. Wir spürten, wie die Temperatur sank und ein frischer Wind aufkam.

Autoscheinwerfer wurden eingeschaltet. Vögel und Hühner hockten sich zum Schlafen nieder, und andere Tiere zeigten ein eigenartiges Verhalten, wahrscheinlich weil sie von der plötzlichen Dunkelheit überrascht wurden.

Die auf dem kleinen Feld südlich von Arborg versammelte Zuschauermenge gab einen Laut des Erstaunens von sich. Andere standen einfach da und beobachteten alles in stiller Ehrfurcht.

Um 10.49 Uhr flackerte an der rechten Seite des dunklen Mondes plötzlich ein helles Leuchten gleich einem funkelnden Diamantring auf. Die Sonne schob sich wieder hinter dem Mond hervor. Die Strahlen der dünnen zunehmenden Sonnensichel erleuchteten den weißen Schnee um uns. Das Tageslicht kehrte so schnell wieder, wie es verschwunden war. Das spektakuläre Ereignis war vorüber.

Die Journalistin Alice Krueger schrieb in der „Free Press“ (Winnipeg): „Das Erlebnis, die Sonnenfinsternis zu beobachten, war derart demütigend, daß es sich am besten wiederholen sollte. In einer Zeit, in der man allzuleicht in die Neigung verfällt, nur die eigene Person zu sehen, gibt es nichts, was so wie die Sonnenfinsternis den Dingen wieder den richtigen Platz zuweist.

Man war gezwungen, sich einzugestehen, wie groß das Universum ist und welch kleinen Teil davon unser gesamter Planet Erde bildet. Dieses Ereignis ließ uns innehalten und nachdenken und erinnerte uns daran, wie unbedeutend wir als einzelne im Gesamtablauf sind.“

Schon vor Jahrhunderten fühlte sich ein Bibelschreiber zu einer ähnlichen Äußerung veranlaßt: „Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der sterbliche Mensch, daß du ihn im Sinn behältst, und der Sohn des Erdenmenschen, daß du für ihn sorgst?“ (Ps. 8:3, 4; vergleiche Jesaja 40:26).

Wissenschaftler haben errechnet, daß Bewohner des Gebiets von Manitoba erst im 23. Jahrhundert Augenzeugen einer neuen totalen Sonnenfinsternis werden können. Es setzt einen in Erstaunen, wie präzise und zuverlässig die Bewegung der Sonne, des Mondes und der Erde ist, so daß Wissenschaftler in der Lage sind, den Zeitpunkt eines solchen Ereignisses weit im voraus zu bestimmen.

All das beweist die Zuverlässigkeit des Schöpfers, Jehovas Gottes, der der „Vater der himmlischen Lichter“ ist. „Bei ihm gibt es keine Veränderung von der Drehung des Schattens“ (Jak. 1:17). Möge uns doch eine solche Erscheinung am Himmelszelt helfen, seine ehrfurchteinflößende Majestät anzuerkennen.

[Diagramm auf Seite 14]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

PAZIFISCHER OZEAN

KANADA

VEREINIGTE STAATEN

TOTALITÄTSZONE

75PROZENTIGE FINSTERNIS

50PROZENTIGE FINSTERNIS

ATLANTISCHER OZEAN

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