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Warum müssen sogar Kinder sterben?Erwachet! 1972 | 8. September
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Gottes entsprechend handeln. Wir können Gott gehorsam sein, so daß wir die Aussicht haben, entweder die kommende „große Drangsal“ zu überleben oder nach der Drangsal auf einer gereinigten Erde unter gerechten Verhältnissen auferweckt zu werden. Welch ein Segen dazusein, wenn die verstorbenen Angehörigen — vielleicht deine Kinder — auferstehen! Groß wird die Freude sein. Welch eine herrliche Hoffnung die Bibel allen bietet, denen der Tod geliebte Menschen entrissen hat!
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Das Nashorn — Opfer des AberglaubensErwachet! 1972 | 8. September
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Das Nashorn — Opfer des Aberglaubens
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Südafrika
DAS massive Horn auf der Nase des Nashorns sieht gefährlich aus. Sonderbarerweise ist es gerade dieses Horn, das dieses Tier in Gefahr gebracht hat. Wegen dieses Horns ist es nämlich rücksichtslos gejagt worden, denn in vielen asiatischen Ländern ist ein Aberglaube damit verbunden. Ja, man schreibt dem Nasenhorn dieses Tieres Wunderkräfte zu, und kleine Stücke des Horns werden teuer bezahlt.
Das Zauberhorn
Wenn Jäger, die die Jagderlaubnis besitzen, Nashörner schießen, werden die Hörner gewöhnlich Eigentum des Staates und später versteigert. In Kenia (Ostafrika) veranstaltet die Regierung jedes Jahr eine Auktion, auf der Nasenhörner versteigert werden, und Händler aus asiatischen Ländern ersteigern sie, um sie auszuführen. Im Jahre 1964 wurden für 1 Pfund (engl.) 7 Dollar bezahlt, im Jahre 1970 20 Dollar; bei jener Versteigerung wurden 1 100 Pfund gekauft.
Diese Preise sind jedoch im Verhältnis zu den Schwarzmarktpreisen niedrig. Die hohen Gewinne, die Nasenhörner eintragen, veranlassen Wilddiebe, viel mehr Nashörner zu jagen als auf irgendeine andere Weise getötet werden. In Indien sind die Preise für Nasenhörner noch höher; 1961 bezahlte man für ein Pfund 150 Dollar und 1969 sogar 240 Dollar!
Welche Eigenschaften des Nasenhorns dieses Dickhäuters veranlassen die Menschen, soviel dafür zu bezahlen? Einige glauben, es besitze medizinische Eigenschaften, es lindere rheumatische und andere Schmerzen. Andere glauben, wenn man ein solches Horn unter das Bett einer Schwangeren lege, würden ihre Geburtsschmerzen gelindert. Und der Besitzer eines solchen Horns mag es mehrmals für einen Betrag, der etwa 50 Dollar entspricht, für solche Zwecke ausleihen.
Ferner werden aus Nasenhörnern Trinkbecher verfertigt, und diese sollen die Wirkung von tödlichem Gift abwehren oder das Vorhandensein von Gift offenbaren. Einige glauben, wenn sich in dem Getränk Gift befinde, springe der Becher, oder das Getränk beginne zu schäumen.
Die Sitte, aus dem Horn des Nashorns „giftsichere“ Becher herzustellen, soll etwa gegen Ende des vierten Jahrhunderts u. Z. aufgekommen sein. Damals glaubte man, das Horn des Einhorns, eines Fabeltieres, könne Gift entdecken. Natürlich waren die Menschen darauf bedacht, solche Hörner zu bekommen, und die Nachfrage danach wurde gedeckt, indem man Hörner von Nashörnern als Einhornhörner verkaufte.
Doch die Nachfrage nach Nashornhörnern ist vor allem deshalb so groß, weil sie ein Mittel sein sollen, beim Manne den Geschlechtstrieb anzuregen. Da beim Nashorn die Paarung mehrere Stunden dauern mag, soll der Mensch auf den Gedanken gekommen sein, den Versuch zu machen, durch das Essen des Horns etwas von dieser Kraft zu erlangen. Vermag das Horn des Nashorns die Zeugungskraft des Mannes zu beeinflussen, oder ist es nur ein unbegründeter Aberglaube?
Tatsache oder Aberglaube?
Jahrhundertelang haben die Menschen nach einem Mittel gesucht, den Geschlechtstrieb anzuregen; die verschiedenen Völker haben zu diesem Zweck alle möglichen Teile von Tieren verwendet, auch verschiedene Hörner. Heute vermag der Mensch eine wissenschaftliche Analyse des Horns des Nashorns vorzunehmen, um zu ermitteln, ob die Behauptungen begründet sind.
Auch andere Tiere haben ähnliche Hörner wie das Nashorn, ja sogar beim Menschen wachsen manchmal Hörner, allerdings sind das Geschwülste, die häufig gefährlich sind. Man kann sich kaum vorstellen, daß man einen Nutzen davon hat, wenn man einen Tumor oder ein Gewächs, das sich auf dem Körper einer anderen Person oder eines Tieres gebildet hat, ißt. Doch Jeremia Diale, ein Basuto aus Südafrika, ist dadurch reich geworden, daß er Stückchen von dem „Horn“ verkaufte, das sich auf seiner Stirn entwickelt hatte. Im Jahre 1923 reiste er durch Indien, und die Bevölkerung kaufte eifrig Stückchen von seinem „Horn“. Doch einige Zeit später starb er an Krebs.
Es wurde behauptet, das Horn der Nashörner vermöge den Geschlechtstrieb anzuregen, weil es, wenn man es esse, wie ein Reizmittel wirke. Das Horn soll aus zusammengepreßtem Haar bestehen, und wenn das Horn gemahlen wird, sollen sich im Mehl winzige Teilchen befinden, die scharfe Ränder haben. Diese Teilchen sollen, wenn man sie verschluckt, den Verdauungskanal durchwandern, in die Blase gelangen und, wenn sie ausgeschieden werden, in der Harnröhre einen Reiz verursachen. Das ist jedoch unmöglich. Denn es gelangen keine festen Teilchen, die den Verdauungskanal durchwandern, in die Blase. In die Blase gelangen nur aufgelöste Stoffe; daher ist es unmöglich, daß auf diese Weise ein Reiz hervorgerufen werden kann. Außerdem besteht das Horn aus Hautzellen, und diese zerfallen nicht in scharfkantige Teilchen.
Nach einer anderen Vermutung soll das Horn einen chemischen Stoff enthalten, der irgendwie auf den Körper wirkt. Könnte es zum Beispiel sein, daß das Horn ein Geschlechtshormon wie Testosteron enthält und daß dieses Hormon sich auf den Körper der Person auswirkt, die von dem Horn ißt?
Um diese Frage zu entscheiden, führte Dr. Werner T. Schaurte von der Nashorn-Forschungs-Stiftung in Deutschland eingehende Untersuchungen durch. Das Institut für Tierphysiologie der Universität München führte eine Steroidhormonanalyse des Hornes durch. Man fand keine Spur von Hormonen. Die Untersuchungen zeigten eindeutig, daß es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Annahme gibt, das Horn der Nashörner rege den Geschlechtstrieb an.
Die Sexbesessenheit des Menschen hat ihn zu vielen törichten und entwürdigenden Praktiken verführt. Einige nüchterne Überlegungen in Verbindung mit diesem Thema sollten dazu dienen, zu zeigen, wie töricht es ist, Eigenschaften eines Tieres auf einen Menschen übertragen zu wollen, indem man gewisse Teile dieses Tieres ißt oder auf seinem Körper trägt. Der Mensch vermag nicht zu fliegen, indem er Vogelfedern ißt, oder so lange unter Wasser zu bleiben, solange es ihm gefällt, indem er seine Nase mit Fischschuppen einreibt; ebenso kann er auch seine schwindende Zeugungskraft nicht erneuern, indem er das Horn eines Nashorns zu Pulver zermahlt und ißt.
Das Nashorn in freier Wildbahn kennenzulernen und verstehen zu lernen, welche
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