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Berichte aus dem Jahrbuch 1959 der Zeugen JehovasDer Wachtturm 1959 | 15. Februar
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sagte: „Das steht nicht in unserer Bibel.“ Und kurz darauf sagte er: „Oder vielleicht steht es auch drin.“ Er holte seine Bibel, und es stand genau dasselbe drin. Darauf wandte er sich an unsere neuen „Schafe“, die aufmerksam zugehört hatten: „Was sagen Sie dazu?“ Einer nach dem anderen stand auf: „Sie konnten nichts beweisen.“ „Ich habe genug.“ „Geben Sie uns unsere Taufscheine.“ Das waren die Worte, die der Pfarrer zu hören bekam, und die Grundlage für unsere Versammlung war gelegt. Heute befinden sich dort zwanzig Verkündiger.
Und nun eine Erfahrung, die zeigt, wie durch die Hilfe eines gewissenhaften Verkündigers eine andere Art von Menschen zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kam. Ein Bruder führte bei einer netten evangelischen Familie ein Bibelstudium durch. Einige Zeit später stellte er fest, daß das Ehepaar nicht gesetzlich getraut war. So erklärte er ihm Gottes Grundsatz in dieser Sache. Die beiden entschlossen sich, den Willen Jehovas zu tun und sich trauen zu lassen, wollten aber zuerst noch aus der evangelischen Kirche austreten. Die Frau kannte den Pastor sehr gut, und als er sie fragte, weshalb sie aus der Kirche austreten wollten, sagte sie: „Weil Sie sich nie um unser Seelenheil gekümmert haben.“ Überrascht fragte der Pastor, wieso sie das sagen könne. Sie gab ihm zur Antwort, er habe ihre Kirchensteuer stets angenommen, habe ihnen aber nie gesagt, daß ihr Leben den göttlichen Anforderungen nicht entspreche und daß ihr Konkubinat von Gott nicht als Ehe anerkannt werde. „Jehovas Zeugen dagegen“, sagte sie, „haben uns das alles erklärt, und sie nehmen uns nicht auf, wenn wir nicht eine gesetzliche Ehe eingehen.“ Der Pastor wollte mit unserem Bruder sprechen, und so wurde dieser eingeladen. Zu Beginn der Diskussion fragte ihn der Pastor von oben herab, welche weltliche Bildung er genossen habe, damit er wisse, „auf welchem Niveau“ er sich mit ihm unterhalten könne. Nach einer langen Diskussion, in der der Pastor seine Behauptungen ganz und gar nicht mit der Bibel beweisen konnte, gab er seine Unkenntnis vor der ganzen Familie zu. Das überzeugte diese um so mehr davon, daß sie sich nun auf dem rechten Wege befand.
SCHWEIZ
In der schönen Schweiz, wo die Menschen so zufrieden sind, wird die gute Botschaft ebenfalls verkündigt, und manche werden dadurch aus ihrer Selbstgefälligkeit aufgerüttelt und erkennen, daß die Verkündigung des Wortes Gottes weit wichtiger ist, als sich behaglich niederzulassen und das Leben mit seinen materiellen Dingen zu genießen. Viele sehen ein, daß wir uns in einem Kampf befinden, und wissen, daß „die Waffen unserer Kriegführung nicht fleischlich sind, sondern durch Gott mächtig, um starke Verschanzungen niederzureißen“. (2. Kor. 10:4, NW) Mit Freuden führen Jehovas Zeugen dieses Einsammlungswerk weiter und finden dabei Menschen von allen Arten. Sie müssen aber das Schwert des Geistes gut zu schwingen wissen, wie das die Erfahrungen zeigen, die in der Schweiz gemacht wurden.
Der Spiritismus hat in dieser Zeit des Endes sehr stark zugenommen. Wie sich jemand äußerte, „ist er in den letzten Jahren in einem Ausmaß eingebrochen“, wie es „kaum zu glauben“ ist. Es fällt Personen, die sich mit Spiritismus befassen, sehr schwer, von ihm frei zu werden. Die Wahrheit vermag Menschen jedoch selbst von diesen Ketten zu befreien, wenn sie aufrichtig sind und die Wahrheit suchen. So kam eines Tages ein Arbeitskollege zu einem Bruder und sagte zu ihm: „Ich hätte einen interessanten Fall für Dich. Würdest Du einmal mit mir kommen, zu jemandem, der sich mit verschiedenen religiösen Fragen befaßt? Es würde mich interessieren, ob Du ihm Antwort geben kannst.“ Der Bruder sagte zu, und so besuchten sie an einem Abend einen jungen Mann, der Bücher über Joga, Hypnotismus und Spiritismus studiert hatte. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Der Bruder zeigte ihm, daß die Bibel den Spiritismus bloßstellt, und widerlegte einige seiner Ansichten. Das gab dem jungen Mann sehr zu schaffen, und er konnte die ganze darauffolgende Nacht nicht schlafen.
Am nächsten Tag besuchte ihn der Bruder wieder, legte ihm die Hoffnung auf die neue Welt dar und lud ihn zu sich nach Hause ein. Einige Tage später begann er mit ihm schon ein Bibelstudium, und sehr bald besuchte der junge Mann das Versammlungsbuchstudium. Eines Abends stand er mitten im Studium auf, ging auf den Studienleiter zu, legte einige Bücher auf den Tisch und erklärte: „Ich habe erkannt, daß das, was ihr hier studiert, die Wahrheit ist.“ Doch nun setzte für ihn ein heftiger Kampf mit den Dämonen ein. Er hielt aber an der gewonnenen Erkenntnis fest; die Dämonen ließen von ihm ab, und er gewann Ruhe. Bald ging er mit den Brüdern in den Dienst, und bei der nächsten Kreisversammlung ließ er sich taufen.
Wir haben immer noch mit rechtlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, obwohl die Fälle in letzter Zeit nicht mehr so zahlreich sind wie in früheren Jahren. Einige Fälle, in denen Verkündiger von der Polizei aufgeschrieben und wegen Hausierens ohne Bewilligung angeklagt wurden, konnten dadurch erledigt werden, daß die Beamten über unser Predigtwerk richtig aufgeklärt wurden. Zwei Fälle wurden jedoch an die Gerichte weitergeleitet und zu unseren Gunsten entschieden. Der erste Fall spielte sich in dem berühmten Kanton Waadt ab. Zwei Verkündiger wurden wegen Hausierens ohne Bewilligung und der Verletzung des Bundesgesetzes für Handelsreisende angeklagt. Die Anklage betraf das Anbieten von Abonnements und war wahrscheinlich ein neuer Versuch des Staatsanwaltes, unser Werk zu behindern. Als die Verhandlung eröffnet wurde, erschien die Frau des Polizisten im Gerichtssaal, um gegen den Verkündiger auszusagen. Andere Zeugen erschienen und sagten zugunsten des Verkündigers aus, und so wies der Richter nach einer gutbegründeten Beweisführung den Fall ab. Er sprach die Verkündiger frei und erklärte in seinem Entscheid, daß diese Tätigkeit nicht unter die Handelsgesetze falle. Durch diesen Entscheid ist unsere Stellung in jenem Gebiet, was die Verbreitung von Zeitschriften und das Aufnehmen von Abonnements betrifft, weiter gefestigt worden.
LIECHTENSTEIN
Es ist erfreulich, zu berichten, daß auch in diesem kleinen, an die Schweiz angrenzenden Land gewirkt wurde. Ein Sonderpionier kann seit einiger Zeit in Liechtenstein arbeiten. Ein Heimbibelstudium wurde begonnen, und eine beträchtliche Anzahl Stunden wurde auf die Verkündigung der guten Botschaft verwandt. Wir hoffen, daß durch die eifrigen Bemühungen dieses einen Predigers einige der Ansässigen die Wahrheit kennenlernen und Stellung beziehen. Seit Jahren hat es in den Gebieten um Liechtenstein herum Verkündiger gegeben, und wir hoffen, daß eines Tages auch dieses kleine Gebiet durch einen Diener des Höchsten vertreten sein wird.
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„Dein Wille geschehe auf Erden“ (4. Teil)Der Wachtturm 1959 | 15. Februar
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„Dein Wille geschehe auf Erden“ (4. Teil)
Wir sind immer noch bei dem 1. Kapitel des Buches „Dein Wille geschehe auf Erden“, das überschrieben ist „Wessen Wille?“. In seiner Vision sah der christliche Apostel Johannes vier lebendige Geschöpfe vor dem Throne Gottes. Diese vier lebendigen Geschöpfe stellen zusammen Gottes Organisation dar, bestehend aus seinen vernunftbegabten, lebendigen Geschöpfen, denen er die vier göttlichen Eigenschaften, Gerechtigkeit, Macht, Liebe und Weisheit, verliehen hat. Diese Geschöpfe beten Gott an, wie es auch die symbolischen vierundzwanzig „Ältesten“ tun, die von Gott sagen, daß alle Dinge seines Willens wegen ins Dasein kamen. Jesus Christus lehrte seine Nachfolger, zu diesem Gott als ihrem himmlischen Vater zu beten, daß sein Name geheiligt werde. Dieser Gott ist keine namenlose Person, sondern wird Jehova genannt. Der Name „Jesus“ selbst ehrt diesen Namen, denn er bedeutet: „Jehova ist Rettung.“
45. (a) Wer gab Gott diesen Namen, und wie lange haben die Menschen ihn gekannt und benutzt? (b) Wann wird er geehrt und geheiligt werden und weshalb?
45 Zu diesem Jehova sollten Jesu Jünger beten: „Unser Vater im Himmel.“ Gott gab sich diesen Namen selbst, und zwar schon bevor Abraham lebte und somit auch bevor es Israeliten, Juden oder Christen gab; und Gott hat diesen Namen seither beibehalten. Der erste Mann und die erste Frau auf Erden kannten und erwähnten seinen Namen. (1. Mose 4:1) Mehr als fünfhundert Jahre vor der Flut der Tage Noahs war der ausschließliche Name Gottes unter den Menschen allgemein gebräuchlich, ja das war in den Tagen des Enkels des ersten Menschen der Fall. „Damals fing man an, den Namen Jehovas anzurufen.“ (1. Mose 4:26) In der neuen Welt, der die Menschheit mit Riesenschritten entgegengeht, wird der Name Jehovas von allen Menschen, die in diese kommende Welt hineinleben, geehrt und geheiligt werden. Jesus Christus lehrte seine Jünger zu beten, daß dies geschehen möchte. Seither sind neunzehnhundert Jahre vergangen, und während dieser ganzen Zeit haben seine treuen, gehorsamen Jünger gebetet, daß es geschehen möchte. Und es wird auch geschehen, denn der himmlische Vater, der seinen eigenen Namen respektiert, wird das Gebet erhören, das sein geliebter Sohn und dessen Jünger im Glauben fortwährend an ihn richteten.
46. Was wird gemäß dem Mustergebet Jesu entscheiden, wessen Wille auf Erden geschehen soll?
46 Bevor wir nun von diesem Gebet auf etwas anderes übergehen, noch eine wichtige Frage: Wer wird die Erde, den Planeten regieren und darüber entscheiden, was die Menschen auf ihr tun müssen? Die Antwort auf diese Frage entscheidet, wessen Wille auf Erden geschehen soll. Es gibt eine Antwort auf diese Frage, und sie wird von einer fähigen Regierung gegeben werden. Von wessen Regierung? Von Gottes Regierung selbst. Jesus richtete sich in seinem Mustergebet an seinen Vater und den Vater seiner Jünger, als er betete: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.“
47. Weshalb wird die neue Welt nicht vom Weltraum her beherrscht?
47 In der kommenden neuen Welt wird die Erde nicht von einer irdischen Regierung, nicht von Menschen, beherrscht werden. Sie wird auch nicht von einer Regierung regiert werden, die über große Reichtümer, Macht und wissenschaftliche Errungenschaften verfügt, die Kontrolle über die „letzte Stellung“
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